ëbenwîch
Adj. oder swM. (?)
‘gleich heilig’ nur in Bezeichnungen für den Neujahrstag (Fest der Beschneidung
Christi; vgl.
ëbenwîhe
); immer mit tac im weiteren syntaktischen Umfeld:
hiut ist der ahtode tach unsers herren geburte und heizet der ebenwîhe
[...], wand dirre tach als wîhe ist als der heilige
tach PrStPaul
35,15;
der tach, den wir dâ haizen den ebenwîhe ebd.
3,10;
dirr tach heizt der ebenwîh unsers herren ebd.
33,14
MWB 1 1480,47; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbenwîchâbent
stM.
‘Vorabend des Neujahrstages (des Festes der Beschneidung Christi)’
geben ze Munchen, an dem ebenwich abent, in dem sechsten und zwaintzigstem iar
unsers richs UrkFrankf (B)
561
(a. 1339)
MWB 1 1480,56; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbenwîchtac
stM.
‘Neujahrstag (Fest der Beschneidung Christi)’
des næhsten tages nach dem ebenweihtage [
in crastino circumcisionis domini
]
UrkCorp (WMU)
N749B,37;
StiftZwettl
423;
an dem ebenweich tage UrkWSchott
232
(a. 1342);
an frytag nach dem ebenwich tag UrkLudw
208
(a. 1344)
MWB 1 1480,61; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbenwîhe
stF.
‘Neujahrstag (Fest der Beschneidung Christi)’
des nehesten mitichen [Mittwoch] nach der ebenwͤihe
tage UrkCorp (WMU)
1354,24;
an der ebenwich abent ebd.
1171,11;
von winahten vntz ebenwih git man all tag [...] ie
ein wurst UrkGeisf
416
(13. Jh.)
MWB 1 1481,4; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbenwillec
Adj.
‘gleichgestimmt’
Rûal unde Tristan / die truogen beide ein ander an / als
ebenwillegen muot, / daz ir dewederer übel noch guot / weder riet noch râten solte,
/ wan alse der ander wolte Tr
4525
MWB 1 1481,10; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbenwîse
Adj.
‘gleich weise’
si sint dri benempt und ain gewaͤr got, eben gewaltig, eben wise und eben guͦt
PrGeorg
234,18
MWB 1 1481,15; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbenwiʒʒene
stF.
‘Bewusstsein’
vb dir man in dir gehorsami hertu vnde widirwertigv dinch
[...] lidit, daz ir die gedvlsami mit swichlichir
ebinwuscini [
conscientia
] vmb vât BrEng
7
MWB 1 1481,18; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbenziere
Adj.
‘gleich prächtig’
sus si [sei] Tristan geleitet /
[...] / sînen gesellen ebengelîch, / ebenziere und
ebenrîch: / ich meine aber an der wæte Tr
4990
MWB 1 1481,22; Bearbeiterin: Baumgarte
eber
Adv.
→
aber
MWB 1 1481,26;
ëber
stM.
‘männliches (Wild-)Schwein, Keiler, Eber’
aper ze latein haizt ze däutsch eber, und ist zwairlai,
wilder und zamer BdN
121,7;
der eber bedäut uns die grimmen läut ebd.
121,15;
daz swîn vil zorneclîche lief an den küenen helt sâ
NibB
938,1.
2001,3;
Halzebier / vor in als ein eber vaht Wh
418,17.
327,4;
sie gingen sich vnder howen / vmbe die selben frowen, / als
ein eber vnde ein bere [
bêr, Zuchteber]
Herb
12439;
Gen
1078;
Iw
456;
Tr
13514
MWB 1 1481,27; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberborste
swF.
‘Wildschweinborste’
zwo klafter lanc von stahele die pfil gespitzet alumbe sint dran gezeinet
[geschmiedet] , / die karratsch alle viere gelich den
eber porsten JTit
3150,1
MWB 1 1481,37; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberdrische
stF.
‘Brunstzeit der Wildschweine’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 45a):
auch deilent sie, das ein apt von Fuelde in hirtzferte [La.
hirzfeiste
] sehs hirtze jagen mag zu zuchtin, und in der ebirdrische sehs
howinde swin [Keiler]
WeistGr
6,399
(a. 1338)
MWB 1 1481,41; Bearbeiterin: Baumgarte
ëbereiʒe
F.
→
ebreze
MWB 1 1481,47;
ëberîn
Adj.
‘vom Eber’
ein versoten hvn svl wir han / mit gvtem specke eberin
ReinFu
K,1937
MWB 1 1481,48; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberspieʒ
stM.
‘Saufeder’ (Jagdspieß zum Erlegen von Wildschweinen):
excipium: eberspiez SummHeinr
1:352,76.
2:94,187
MWB 1 1481,50; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberspieʒelîn
stN.
Dimin. zu ëberspieʒ
‘Spieß zum Töten von Wildschweinen, Saufeder’
er treit ein eberspiezelîn Virg
450,7
MWB 1 1481,53; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberswîn
stN.
‘männliches Wildschwein, Keiler’
dô gie er vor den vîenden als ein eberswîn / ze walde tuot
vor hunden NibB
1946,3;
MF:Reinm
63: 3;
Rol
4879
MWB 1 1481,56; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberwurz
stF.
Bezeichnung für unterschiedliche Pflanzen (vgl. Marzell 1,840-47, (847-51),
412-20):
cardopana: ert wurtze oder eberswurtze VocClos
Ca279.
Ca22;
VocBV945
3:479,37;
apri radix: eberwurz VocBV887
3:485,41;
agramen: eberworz VocBV947
3:534,57;
ebera: eber wurtze VocClos
Eb5
MWB 1 1481,60; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberzant
stM.
‘Eberzahn; Eckzahn (Hauer) des Wildschweins’
uncomorsus ab unco et dente morsum incurvo: eberzant SummHeinr
2:535,294
MWB 1 1482,3; Bearbeiterin: Baumgarte
ê|beschriben
Adj.
‘oben dargelegt’
mit hern Nyclas [...] insigel,
[...] der auch mit sampt mir vber den ebeschriben chauf
scherm und gwer ist UrkEnns
6,253
(a. 1337)
MWB 1 1482,6; Bearbeiterin: Baumgarte
ebgründe
stN.
→ abegründe
MWB 1 1482,10;
eblich
Adv.
→
ëbenlich
MWB 1 1482,11;
ebor
stM. oder N.
‘Elfenbein’ (zu lat. ebur):
rotir dem ebore drilch [Anm.z.St.: ‘dreimal röter
als Elfenbein’ (Fehler der Vulgata: statt Koralle)]
Daniel
2276
MWB 1 1482,12; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchære
stM.
‘Ehebrecher’
rouber und unrehte lute und ebrecher HlReg
16,12;
unzimlich minne stêt niht wol: / wenne manic êbrechêre / machent fröuden lêre
/ die frouwen Renner
11927
MWB 1 1482,16; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchærinne
stF.
‘Ehebrecherin’
wir haben ouch ofte wol gehôrt / wie Troye mit fiure wart zestôrt, /
[...] / daz kam von einer êbrecherinne, / von hôchferte
und unrehter minne Renner
15867;
welher man well wizen, ob sein fraw ain êprechærinn sei oder
niht, der leg ir den stain [den Magneten] under daz haupt,
wenn si slâf BdN
451,27;
ist aber [...] ein eprecherin, so sol man den man,
der mit jr gesundet hat, pessern vmb xxv lb, ob er nit frid hat von dem man der
frauen StatTrient
122
MWB 1 1482,20; Bearbeiterin: Baumgarte |