erbedienest
stM.
‘Erbzins’
quod idem canonicus predictum predium in Purgwerd predictis nobilibus Alramo
et Rudolfo ac ipsorum liberis hereditario censu, quod vulgariter erbdinst dicitur,
conferret UrkEnns
3,402
(a. 1273)
MWB 1 1794,54; Bearbeiter: Richter
erbedienestman
stM.
‘erblicher Dienstmann, Dienstmann als Leibeigener’ (vgl.
erbeeigen
2):
wer [...] eyn erbdienstman ist, der ist nicht vry,
unde darume ist er eigen RbMagdeb
193,7;
sie sint sine erbdinstmannen SächsWchr
87,43
MWB 1 1794,59; Bearbeiter: Richter
erbediet
stF.
die Christus als Erbe gehörende Menschheit (vgl. gentes hereditatem
tuam Ps 2,8):
sin seliger sun [Christus]
[...] loste sin erbe diet, / die der tuvel im vorriet, / uz
siner eigenschefte / mit gotlicher krefte HeslApk
5369
MWB 1 1795,1; Bearbeiter: Richter
erbeeigen
stN.
‘ererbtes und vererbbares Eigentum’ (in Abgrenzung zu erworbenem Gut)
1 von Sachen und Grundbesitz (vgl. eigen stN. 1.1.2 ) 2 von Personen ‘Hörige, Leibeigene’ (vgl. eigen stN.
1.3 )
1
von Sachen und Grundbesitz (vgl. eigen stN. 1.1.2):
erbeeigen mac ein man baz behalten vor dem rihter wan gekouftez eigen
SchwSp (W)
177,4;
allez mein guet vnd allez mein erbaigen ze Ebenfuert UrkCorp (WMU)
N694,41;
ich [...] tuen kundt [...],
das ich [...] mit aller vnnser beder freundt vnd erben
guetlichem willen meins freyen erbaigenns den hof datz Stafflern verkaufft han
UrkEnns
5,134
(a. 1314);
Krone
15583;
Ottok
24106.
– erblicher Anspruch auf eine Abgabe:
daz thainer meiner freunt nicht reht dat zv mer hat noch hintz den zehent,
der vor verschriben ist, wan der mein rehtz irbeaigen was UrkCorp (WMU)
758,2
2
von Personen ‘Hörige, Leibeigene’ (vgl. eigen stN.
1.3):
daz die selben frowen [...] mit allen den eriben, diͤ
von in chomen sint, erîbaigen des capitels ze dem tvͤm ze Salzburch sint
UrkCorp (WMU)
3060ABC,9.
– übertr.:
swer dem geluste volgen wil, / der hât vrouwen harte vil, / Trâkeit unde
Leckerheit, / Huorgelust und Trunkenheit. / die habent über in gewalt, / er ist
ir erbeigen halt WälGa
4288
MWB 1 1795,6; Bearbeiter: Richter
erbeeinber
stM.
‘erbliche Weinabgabe’
ille [diese Abgabe] supplendus erit de vino meliori
quod dicitur erbeimer in marca Gugelingen integre et complete UrkWürtt
11,1
(a. 1297);
den winzehenden ze B. und erbeeimer ze M. DRW
3,53
(HStArchStuttgart; a. 1309)
MWB 1 1795,30; Bearbeiter: Richter
erbeganc
stM.
‘(Anrecht aus) Erbfolge’
meide und ungemante wîp vorkouffen wol ir eigen âne ires vormunden urloup, er
hab denne einen erbeganc dâ zû StRZwick
132
MWB 1 1795,36; Bearbeiter: Richter
erbegebrëst, -gebrëste
stswM.
‘auf der Erbsünde beruhende Schwäche’
er gap dir dînen vrîen willen, dô viele dû mit dînem vrîen willen in dînen
êwigen tôt, dô lôste er dich mit im selber unde hât dich geweschen in sînem bluote
unde hât dich erlôst von allen dînen erbegebresten Eckh (Pf)
452,39
MWB 1 1795,40; Bearbeiter: Richter
erbegedinge
stN.
‘(Vertrag über) Erbleihe’
diz vorgenanten koͮffes vnd oͮch dis erbgedinges sint gezvge
[...]
UrkCorp (WMU)
910,13
MWB 1 1795,47; Bearbeiter: Richter
erbegëlt
stN.
‘(erbliche) Abgabe, Zins für ein Erbleihgut’
daz si vnd ir erben aller ierlich sullen geben [...] deme
conuente [...] ewecliche zv eime rechten erbegelde dit korngelt
UrkCorp (WMU)
N651,11;
wer ouch erbegut hat unde daz vorsetzin wil dorch syner not willin, daz in sal
ome [ihm] der erbeherre nicht wern addir widdirsprechen
also verre, alz ome daz an syme erbegelde nicht in schat StRHeiligenst
81
MWB 1 1795,50; Bearbeiter: Richter
erbegenôʒ
stM.
auch erbe-nôʒ
Brun
8238.
‘Miterbe’
van der tweigingin [Entzweiung] , die is inde die
gewesen is twischen vnsen neven Godefride [...] inde alle
sine erfgenoze vp eine site inde Walraven inde Odden, die greven van Nassowe, in
alle ir erfgenoze vp die andere side UrkCorp (WMU)
47,34;
UrkKöln
2,212
(a. 1240 kopial);
WeistRh
2,1:221,41
(14. Jh.).
– übertr. auf das Verhältnis des Gläubigen zu Christus (vgl. das paulinische
coheres):
sine truwe uns daz enthiz, / daz her uns sines vater erbe liz
/ [...] / durch daz her uns erbegenoz / machete sime vater
dort Brun
12601;
tu mir uf libe swester, / di ich irlosete mit mines blutes
doz, / daz ich an dem cruze goz / und habe erbenoz gemachet dich ebd.
8238.
7854;
disiu gnâde diu ist grôz: / du bist Kristes erbegnôz LBarl
7442;
RvEBarl
3224;
Eckh (Pf)
455,29
MWB 1 1795,59; Bearbeiter: Richter
erbegërste
swF.
‘erbliche Abgabe an Gerste’
90 maldra ordei, que vocatur erbegerste DRW
3,72
(DRWArch.; a. 1332)
MWB 1 1796,12; Bearbeiter: Richter
erbegeseʒʒen
Adj.
→
erbesëʒʒen
MWB 1 1796,15;
erbeguot
stN.
‘Erbgut’
1
‘ererbtes, vererbbares Vermögen, Nachlass, Erbe’
2
‘Erblehen, Erbpachtgut’
1
‘ererbtes, vererbbares Vermögen, Nachlass, Erbe’
welt ir nu wizzen waz erbegut ist: daz ist aigen in der stat,
daz ist aigen uf dem lande, daz sint elliu zinslehen, [...]
unde swaz von ere oder von kupher oder von ysen oder von blie oder von zin gemaht
ist, daz ist allez erbegut StRAugsb
151,2
u.ö.;
mit swelchem guote der man stirbet, daz heizet allez erbeguot
SpdtL
86,17.
117,16;
dirre herre sanctus Kyliânus was burtic von Ybernia von Schottenlande von
hôheme geslechte und hate erbegutes vil HvFritzlHl
152,5;
UrkCorp (WMU)
2424,47.
N377,14.
– in Abgrenzung zu anderen Vermögensformen (z.B. eigen, varndeʒ
guot):
so vallet daz aigen unde erbegut, daz erbelehen unde daz
zinslehen iriu chint wider an StRAugsb
144,32.
165,14;
an sînem tôtbette gît er im wol varndez guot, âne erbeguot SchwSp
(W)
334,5;
auf allem vnsrn gvͤt [...], is sei erbgvͤt oder
varund gvͤt UrkEnns
6,373
(a. 1341);
StRWien
28
2
‘Erblehen, Erbpachtgut’
erlauben ouch mit disem brief, daz er sein erbguͦt vnd sein aigen
[...] vreileichen vnd ledichleichen verchouffen,
verchummern vnd geben mach UrkEnns
5,551
(a. 1329);
es ist ouch zuo wissende, das alle eigen güter und alle erbegüter
[...] zehenden süllent in der eptissen hof
WeistGr
5,386
(a. 1349)
MWB 1 1796,16; Bearbeiter: Richter
erbehaft
Adj.
1
‘erbberechtigt’
2 bergm.
stolle
‘Wasserlösungsstollen’ (zur Sache vgl.
erbestolle
)
1
‘erbberechtigt’
wîb unde tohter erbent niht / die selben hôhen hêrschaft; /
ein sun belîbet erbehaft KvWSchwanr
514
2
bergm. ~
stolle
‘Wasserlösungsstollen’ (zur Sache vgl.
erbestolle
):
in eim iczlichen gebirge mit namen nicht mer stollen beschriben sin wenne
czweier hande. der eine heisset ein suchstolle, der andir ein erbehaftig
[La. erbhafter
] stolle BgRIglauD
19.
23
MWB 1 1796,42; Bearbeiter: Richter
erbehaftec
Adj.
1 rip. erf(h)eichtec hierher ‘erbansässig’
2 bergm.
stolle
‘Wasserlösungsstollen’ (zur Sache vgl.
erbestolle
)
1
rip. erf(h)eichtec hierher ‘erbansässig’
[ein Jude,] de enighen erftheigtigen juden ove judinnen ce
burge setzen magh, ove de selve erfeightig is UrkKöln (St)
1:21,16
(a. 1326);
der rait mit allen reedin mit allen widin reden inde mit allen erfeychtigen
luden UrkKöln
1,34
(a. 1341);
mit allen erfachtigen luden ebd.
1,135
(14. Jh.)
2
bergm. ~
stolle
‘Wasserlösungsstollen’ (zur Sache vgl.
erbestolle
):
brenget er abir sinen stollen an die stat, das er treuget anderhalbes lehens
tiff adir czu dem minsten czehen lochter, so heisset is von rechte ein erbhaftig
stolle BgRIglauD
20.
19
MWB 1 1796,50; Bearbeiter: Richter
erbehâm
Subst.
‘erbliche Weinabgabe’ (vgl. âme):
census de vino, quod vocatur erbham UrbNAlteich
475
MWB 1 1796,63; Bearbeiter: Richter
erbehant
stF.
‘Erbberechtigter’
swaz dis gutes erstirbet, daz treten sal an erbehant UrkCorp
(WMU)
N651,32
MWB 1 1797,1; Bearbeiter: Richter
erbehaʒ
stM.
‘dauerhafter, ewiger Hass’
also dvnt die da zornig sin, / rehte alse ein zornig eberswin /
[...] / sa iz sich nit gerechen / enmag, sa wirt sin
zorn zvͦ hant / in einen erbehaz gewant, / der nvmmer me stille gelit PrHess
15,378.
15,380
MWB 1 1797,4; Bearbeiter: Richter
erbehellekint
stN.
Bezeichnung für ‘Teufel, Höllenbewohner’
waz frovden wandestu hie vinden / bi vns erbe helle kinden Martina
217,46
MWB 1 1797,9; Bearbeiter: Richter
erbehellewëlf
stM.
Bezeichnung für den röm. Kaiser, etwa ‘Höllenbrut’
im [dem Kaiser, der die Heilige martern lässt] was
ein maget ein here / worden mit gottis helfe / dem erbe helle welfe Martina
215,82
MWB 1 1797,12; Bearbeiter: Richter
erbehërre, -hêrre
swM.
‘Eigentümer eines Erbguts, Grundherr’
wirt ein vri gut virkouft, da erbecins ane ist, daz sal vnsis herrin des
bisschoffis schultheize liehin zv vnsis herrin rehte, vnd der erbeherre sal da bi
sin UrkCorp (WMU)
1161AB,34;
sît daz sint verdorben / der selben lande erbeherren, / swen
ir nû welt dâmit êren, / mit unserm willen ir daz tuot Ottok
19820.
90722
u.ö.;
NüP
191.
– Landesherr in seiner Eigenschaft als oberster Grundherr:
unse erbherre der herczoge DRW
3,82
(LiegnitzUB.; a. 1342);
Reicher von Meilan / mit herlichen siten / und von Pole Berchtran / chomen ouz
der stat geriten, / als si enphahen wolden / irn herren [La.
erpherren, Dietrich von Bern] , als si ze reht
solden Rab
205,6;
mir [Berchtung] wære leit swer tôte den erbehêrren
mîn [den Königssohn Wolfdietrich]
WolfdA
52,4.
251,4
MWB 1 1797,17; Bearbeiter: Richter
erbehulde
stF.
‘erblicher Huldigungseid, Erbhuld’
wir globin unde swern zu den heiligin unsrem gnedigen junchern Heinriche dem
jungen, marcgrafin zu Missen, eine rechte erbehulde in truwen unde in warheit
Köditz
29,31
MWB 1 1797,34; Bearbeiter: Richter
erbehuobe
stF.
‘in Erbpacht verliehener Grundbesitz im Umfang einer Hufe’
zcu [zwei] hufe [...], der
es eyn eygen, die andere es erbe unde gyldet den tumhern zcu Heylgenstad. von
derselben erbehufe gevallen alle iar achte schillinge UrkMühlh
482
(a. 1344)
MWB 1 1797,39; Bearbeiter: Richter
er|beinen
swV.
mit einem →
wahtelbein
(knöcherne Lockpfeife, die den Ruf der Wachtel imitiert, vgl. Dalby, Mediaeval
Hunt, 284a) ins Garn locken:
in korne wart ein kündec wahtel nie sô sanfte erbeinet, / als
ir herze ersteinet / in schanden ist naht unde tac KvWLd
32,238
MWB 1 1797,45; Bearbeiter: Richter
erbe|insigel
stN.
‘ererbtes Siegel’
swaz er brieve sande / gen Asîâ in den gewalt, / dar an wolde
der degen balt / daz ingesigel von Persîâ / senden, gein Eurôpâ / sîn erbinsigel
RvEAlex
18415
MWB 1 1797,51; Bearbeiter: Richter |