e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer erbrüeten swV. erbsal F. erbüegen swV. erbunnen Prät.-Präs. erbunst st.Subst. erbünstec Adj. erbürn swV. erburnen swV. erburzeln swV. erbûwen V. ërc st.Subst. erche- erclich Adj., Adv. ërd- erdâht stM. oder stN. erdarben swV. ërde stswF. ërde- ërdec Adj. erdecken swV. ërdelîn stN. erdempfen swV. erdempfunge stF. ërden swV. ërden-, ërtmëʒʒer stM. ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erbrüeten
swV.
‘jmdn. großziehen’
der uorsage Esaias der sprichit sus uon gote: ich gebar chint
unt irbruͦte diu, si uermaneten mich JPhys
20,10
MWB 1 1827,27; Bearbeiter: Tao
erbsal
F.
‘Sauerdorn’ (vgl. Marzell 1,575):
berberis: erbsal VocOpt
48.086.
– s. a.
erbesip
MWB 1 1827,30; Bearbeiter: Tao
erbüegen
swV.
zu
buoc
stM.
‘die Schulter von jmdm./einem Tier ausrenken’
ir arme vz dem geleiche / vz den ahziln slichen, /
[...] siv
[Folterknechte] waren erbuoget Martina
186,45;
manic ors erbüeget, / erstôzen und erlemet wart / ûf der ritterlîchen vart
Reinfr
7388
MWB 1 1827,32; Bearbeiter: Tao
erbunnen
Prät.-Präs.
konjugiert wie
gunnen
, vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 97.
1
‘jmdn. (um etw.) beneiden, jmdm. etw. missgönnen’ , auch ‘jmdm. etw. nicht
gewähren, versagen’
1.1 mit Dat.d.P. und Gen.d.S. 1.2 mit Dat.d.P. und Obj.-Satz ( daz -Satz) 1.3 mit Dat.d.P., ohne Gen.-Obj. 1.4 mit Refl.-Pron. im Dat. und Gen.d.S. 2
‘jmdm. jmdn. wegnehmen’
3
‘jmdm. etw. zu ersparen wünschen’
4
‘(wegen etw.) Mitleid mit jmdm. haben’
1
‘jmdn. (um etw.) beneiden, jmdm. etw. missgönnen’, auch ‘jmdm. etw. nicht
gewähren, versagen’
1.1
mit Dat.d.P. und Gen.d.S.:
duo begund er ime erbunnen der himelisken wunnen
Gen
313.
1741.
669;
er sol ouch nieman nihts erbunnen, / des er mit rehte hat
gewunnen VRechte
181;
waz frumt den rîchen argen man, / der al der werlt guotes
erban [...] ? Wig
65.
116;
wê im der uns fröide erbunne! KLD:GvN
3: 1,7;
Tannh
4,134;
SM:St
4: 2,3;
KLD:SvL
2:1,5;
KLD:RvR
1,15;
swer mir des verban [La. erban
] , obe ich si minne tougen, / seht, der sündet sich MF:
Mor
22: 2,1;
diu [Stute] was so kostlich
beclait / daz ich irs muͦz erbunnen WhvÖst
17863;
dc si ierem nehsten erbunnen sinez geluͥckez PrSchw
2,49.
2,87.
1,33;
DvASchr
331,18;
KvWTroj
10263;
nu tet der wol versunnen vil cleine dem geliche, / daz im diu kraft
erbunnen kund ir helf als ungenedicliche JTit
3840,2.
– mit daz-Satz, bezogen auf vorangehendes Gen.-Obj.
des:
des erbunde ir alsô harte / ain gotes widerwarte
[...], / daz diu frowe den ruom / in dem hove
habete Kchr
12103
1.2
mit Dat.d.P. und Obj.-Satz (daz-Satz):
vrô Pallas und vrô Jûne / [...] erbunden im
[Paris]
[...], / daz Vênus [...] het
ûf in hôhen vlîz gewant KvWTroj
3114;
umbe waz er ime erbunde, / daz er sîniu chint und ire
barn ê nemuose geruozzen / ê si von ime skieden Gen
1446;
nû leidest dû mir daz leben / und erbanst mir daz ich frô sî
HartmKlage
433.
1567;
frow, sid mir duͤ kunst erban, / daz ich uch nit tancken kan / vwer gab
nach myner ger KonstBrf
7,1.
35,83
1.3
mit Dat.d.P., ohne Gen.-Obj.:
dô Rachel gesach daz si umbâre was, / ire swester si
irbunde Gen
1327.
– als Wiedergabe von detrahere:
die da geltent daz ubel umbe daz gute, die erbunden mir, wande ich nah
gie der gute [
qui retribuunt mala pro bonis detrahebant michi: quoniam sequebar
bonitatem
]
PsM
37,21
1.4
mit Refl.-Pron. im Dat. und Gen.d.S.:
ich tete als die tôren tuont [...], / die êren
unde guotes / in selben erbunnen Er
5968;
wil dû danne gunnen mir, / des dû wilt selbe erbunnen dir
RvEBarl
14650;
im selbin er erbunde / dez cristenlichen tovfes Martina
218,42;
(hier anzuschließen:)
daz ich solches prises mime libe erban WolfdD (H)
1472,3
2
‘jmdm. jmdn. wegnehmen’
ir geltet mîniu leit. / ir habt uns hinne [=
hie inne
] erbunnen vil maneges recken gemeit NibB
2304,4
( vgl.
erbunnet NibA
2241,4
);
iuch endûhte niht der volle an der grôzen nôt, / dô ir uns
Rüedegêren den helt sluoget tôt: / nu habet ir mir erbunnen aller mîner man
NibB
2330,3
3
‘jmdm. etw. zu ersparen wünschen’
ich erban iu des vil sêre / daz wir iu iuwer êre / müezen
nemen untten lîp / umb ein sô ungetriuwez wîp Iw
5255;
vrau, mir ist ungemach / diu rede, wan ir [=
ich ir
] iu erban ! / ich bin ain ellender man, / so habt ir so grozz ere /
an mich gelait, daz sere / iu missezimt al soͤlhiu rede WhvÖst
13097;
der [der neuen Minne (Wankelmut)] gebott nu volget
manic man / vnd frowen den ich [die alte Minne (Treue)]
sin erban, / das sy sint in ir gebott MinneR 451
369
4
‘(wegen etw.) Mitleid mit jmdm. haben’
der hof und al die sinen gar / erbunden im der aͤrebait
[...], / und vragton was im waͤre, / ob si ze siner
swaͤre / im iht geraten kunden RvEWh
4493;
maniger hôher man, / der mir mînes leides erban / und dur mich ist für Troie
komen, / [...] ze rechenne daz laster mîn KvWTroj
44454;
swer beswaerde ald kumber leit, / dem was dîn
[Marias] erbärmde bereit. / swaz leides ieman anegie,
/ des erbundest du im ie WvRh
15468.
2216.
9971;
min herz erbander [= erban der
] / zarten kuͤnginne / daz der tot ir minne / wil so suͤrlich gelten
WhvÖst
8618;
o aller schoͤnstú magt, der kleglichen geberd menig hertze
ze erberm bewagde [...], die dir erbunnen [=
erbunden (vgl. Anm.z.St.)] , do sú saͮchen den
grossen jaͮmer und leit, so du von dinem geminnten kinde hattost in dinem reinen
hertze Seuse
546,6
MWB 1 1827,38; Bearbeiter: Tao
erbunst
st.Subst.
s.a.
urbunst
.
1
‘Anfeindung’
2
‘Mitleid’
1
‘Anfeindung’
in der cellen was sin site / daz er den lib zemte / und an
im gar vorlemte / aller sunden erbunst Vät
30865;
unser lieben vrouwen, / durch di im was verhouwen / aller sunden
urbunst [La. sunder erbunst
] , / der truc er willicliche gunst MarLegPass
24,643
2
‘Mitleid’
allermenlîchen buten si sich / in ir noeten sicherlich / ze helfe mit ir guote
/ ald mit erbünste muote WvRh
252;
diu edel magt Marîa leit / aller menlîchez leit / mit erbünste smerzen / von
allem ir herzen / und bôt in werke und worte trôst, / sô daz si wurden erlôst ebd.
1649
MWB 1 1828,54; Bearbeiter: Tao
erbünstec
Adj.
‘mitleidend, -fühlend’
diz ûzerwelte tugende vaz / ärbeite erbünstec was, / erbärmec ûze und inne /
und vol rehter minne WvRh
1636;
er was erbünstec ärebeit, / senfte unde guot, vol reinecheit ebd.
6116
MWB 1 1829,1; Bearbeiter: Tao
erbürn
swV.
1 tr. 1.1
‘etw./jmdn. hochheben’
1.1.1 eigentl. 1.1.2 übertr. 1.2
‘jmdn. aufstacheln’
2 refl. 2.1
‘sich aufrichten (und wohin bewegen), sich erheben, aufsteigen’ , eigentl. und übertr. 2.2
‘entstehen’
1
tr.
1.1
‘etw./jmdn. hochheben’
1.1.1
eigentl.:
in den rinc spranc Rennewart, / daz er die stangen
möht erbürn Wh
429,7;
Rose [Ortnits Schwert] er erborte
WolfdD
803,3.
862,3;
Bit
10925;
so mochte ot man sin [den Stein] nicht
erburn Pass III
225,24;
er [Christus] wart dem tôde
zû gevûrt / als ein schâf und ouch erburt JvFrst
7610.
– Part.-Adj.:
mit erbürtem schilde Bit
10823.
–
einen slac ~
‘einen Schlag (von oben herab) ausführen’:
ze jungst erburtte Hector / ainen schlag so hoch
enbor / daz manig des helmes nietten brach GTroj
17603;
ob er [Gott] den slach vf vns erbur, /
daz du [Maria] in haldes da beneben
Pass I/II
153,75
1.1.2
übertr.:
–
die stimme ~
‘die Stimme erheben, zu reden beginnen’
do Jhesus dese wort gesprach, do irborte eyn wyp ere stymme [
extollens vocem Lc 11,27] von der schare
unde sprach EvBerl
30,31.
–
den muot, daz herze ~
:
swer sîner [Christi] marter reht
entsebet, / dem erburt sie und erhebet / in solhen gedanc den muot, /
der wê und doch wol tuot LvRegSyon
1036;
sprich ich, daz er [der Geizhals] sîn
herze erbür, / nein, spricht er, ob ich verlür / ein halbez scherf oder
ein ort, / waz hülfe mich frumer liute wort? Renner
4521
1.2
‘jmdn. aufstacheln’
mit bet si derpurtin / Rudolfin den Romischin Dalimil
92,20
2
refl.
2.1
‘sich aufrichten (und wohin bewegen), sich erheben, aufsteigen’, eigentl.
und übertr.:
gein liebem liebe ich mich erbür [vgl. Ct 5,5
surrexi
]
Frl
1:9,3;
[Elisabeth zu Maria:] sich hat erpuͤrt [
exsultare Lc 1,41] in meiner prust / daz chint in
frewdenreicher lust / von deiner tzuchunft Suchenw
41,211;
swenn er [
der geistlîche sin
] des frides inne wirt, / den der heilig geist gebirt, / so erburt
er sich. wâhin? aldar / dâ er der ruowe wirt gewar, / die diu sêl sol haben am
ende, / sô sie gerûmet ditz ellende LvRegSyon
2589.
3304;
weder engelisch sin noch menschlîch verstantnüsse mac sich niht alsô hôch
erbüren mit sîn selbes maht, daz sie daz lûterlîchen ervinden waz
dû [Gott] bist DvASchr
367,7
2.2
‘entstehen’
din mutes phat verstrich und laß nicht spüren / den fint,
von dem sich schade mag erbüren, / und laß dins herzen türen / den argen reten
sin verspart Mügeln
213,10
MWB 1 1829,6; Bearbeiter: Tao
erburnen
swV.
‘etw. verbrennen’
diz ist iamerlich, / daz ir des guten mannes buch / werfen wollet in unruch
[...]. / nu wizzet, daz ir
widerschrift [Abschrift] / harte witen ist zuspreit, /
des ist verlorn die arbeit, / daz man einez erburnet Pass III
211,89
MWB 1 1829,51; Bearbeiter: Tao
erburzeln
swV.
‘jmdn. niederwerfen’
sin yllen mengen erbürseltt / alsam ain wolff by schaffen
tütt GTroj
3232
MWB 1 1829,57; Bearbeiter: Tao
erbûwen, erbiuwen,
erbouwen
V.
erbiuwen (
UvEtzAlex
8220 ).
1 auf die Landwirtschaft bezogen 1.1
‘das Land, einen Acker, ein Feld bestellen’
1.2
‘(Weingarten, Bäume) kultivieren; einen Baumgarten anlegen’
1.3
‘etw. anbauen’
1.4 übertr. 2
‘etw. (Land, Erdteil, Zelt usw.) bewohnen, besiedeln’
3
‘etw. (Burg, Kirche, Stadt usw.) (er)bauen, errichten; etw. konstruieren,
anlegen’
4
‘etw. (Mühle, Bergwerk) für den Betrieb einrichten, in Betrieb nehmen’
5
‘jmdn. (mit etw.) ausstatten, schmücken’
1
auf die Landwirtschaft bezogen
1.1
‘das Land, einen Acker, ein Feld bestellen’
do fur er schowen, wie daz lant wære erboͮwen. /
[...] allez daz dehein boͮman ze boͮreht solde han,
/ [...] man muͦse imz vil balde geben GenM
87,7;
daz wazzer wart da ze wîne
[...]. / div ŵste wart erbuwen, / do disiv rede nivwe /
vz wart gechundet Wernh
D 97;
wâ wart ie dehein acker [...] alsô zertlîche
erbûwen [...] und als lieplîchen getunget
PrBerth
1:358,21;
(Part.-Adj.:)
ia lazze ich ire wole erbuͦwen / manige breite hube, /
scazes gnuͦge Rol
1717;
ein erbuwen velt Rennew
730.
– in Verbindung mit lant nicht immer deutlich von
2-3 abzugrenzen:
daz wüeste lant erbûwen wart, / dâ krône truoc Parzivâl
Parz
222,12;
hêr, mirst niht bekant / daz weder wazzer oder lant /
inre drîzec mîln erbûwen sî. / wan ein hûs lît hie bî ebd.
225,21;
iuch möht des waldes hân bevilt, / von erbûwenem lande
her geritn. / inre drîzec mîln wart nie versnitn / ze keinem bûwe holz noch
stein ebd.
250,21.
398,23.
534,19;
[der Steuermann:] got wil helfen uns von nôt: / ich
hân erbûwet lant gesehen ErnstD
2001.
– formelhaft
~ und unerbûwen:
daz gvet ze Richartswiler mit allem dem, daz dar zve gehoret, æcher,
wisen, wæide, holtz, wazer vnd wazersflvz, besvhtes vnd vnbesvhtes, erbvwens
vnd vnerbvwens UrkCorp (WMU)
1910,42
u.ö.
1.2
‘(Weingarten, Bäume) kultivieren; einen Baumgarten anlegen’
der weingart ist diu hilig christenheit, der selb
weingart ist gepflantzet und erbawen von angeng diser werlt
PrOberalt
47,24;
die habent den weingarte / gotes niht erbowen
Wernh
A 3251;
die paum habennt vil schüsling unnd esste unnd auf
gerichtt stökk, ettlich wuecher unnd nütze samen zu der merunge irs
geschlachttes, wann si wol erpauenn werdent und gerichttet
HvHürnh
72,2;
ein rilichir boungarte, / irbuwen alse harte / von ediln
boumen manigvalt / reht als ez were ein dickir walt RvEWchr
32928
1.3
‘etw. anbauen’
swaz man harte erbûwet, daz verderbest dû PrBerth
1:258,28;
die helde nuzzen âne wer / swaz erbouwen hete daz lant Bit
5407
1.4
übertr. :
der schaffenær den er da hete, der im sin guͦt hete oͤde geleit, dc ist
ain ieglich lerær, der sin cristenhait versûmet vnde si niht erbuwet mit der
gotes lere PrWeing (Pf)
188,29
(Auslegung zu Lc 16,1ff.).
2
‘etw. (Land, Erdteil, Zelt usw.) bewohnen, besiedeln’
erde diniv wirt erbuͦwen [
terra tua inhabitabitur, vgl. Is 62,4]
PsM
Per 24,4;
die uzeren zua strazen [Erd- oder
Klimazonen] sint nith erbuwen Lucid
18,10.
18,12.
18,13;
ez [
Ẏspania
] was das erste lant / das nah der ersten uz fart / irbuwin von dem
kúnne wart / von Japhet RvEWchr
2699;
ich hôrte ie sagen von kinde für ein wazzermære, / dâ ze Gîvers in dem berge
ein wîtez künicrîche erbouwen wære Kudr
1128,4;
si wirt ein michel wunne / aller der werlde, / so got
erboͮwet ir gezelte Wernh
A 566.
– unsicher, ob hierher oder zu 3 oder
4:
im walde vant er einen berc, / den hâten gar wildiu getwerc / erbûwen und
besezzen Goldemar
5,3
3
‘etw. (Burg, Kirche, Stadt usw.) (er)bauen, errichten; etw. konstruieren,
anlegen’
ez enwart nie burc dehein / erbûwen baz noch alsô wol UvZLanz (K)
7119;
ûz ir niwen veste, / die si heten erbûwen
Ottok
34358;
ich denke, erbuwe ich mir ein hus nach tumber liute rate
Tannh
12,21;
wie er [der Turm] innen wære erbûwen Flore
4995;
die kirchen ~
LvRegFr
1096;
den tempel ~
EnikWchr
12102;
ein stat ~
EnikFb
39;
EnikWchr
6162;
aber zkloster [...] sol also
erbovwen werden [
constitui
] , daz alliv notdurftigiv, daz ist wazzer, mvͤl, gart, pfister vnd
mislih liste inner zklosters geworht werden, daz niht dvrft si mvnichen, vz ze gen
BrAsb
66.
– übertr.:
in den strît spranc Hildebrant [...]. / dâ mohte
vil wol der tôt / erbouwen sîne strâze Bit
10655;
der stain beczaichent die glaubhëfftigen kristen, da die
heilig krisstenhait mit erpawn ist, als sannd Pauls sprichtt [vgl.
Eph 2,19-22]
SchlierbAT (LS)
1,84;
si [die Frauen] gebent wunnebernden solt, / ir
lob ist wol erbouwen KLD:RvB
3:2,6;
manic stolze vrouwen, / die mit ir süezen sprüchen rîch / kunden schôn
enpfâhen den künic lobelîch, / dâ von sîn herze den muot kunde hôch erbouwen
Loheng
1666;
von dem alten vnd dem kinde / wart si [die Klage um die
entführte Ginover] da wol erbowen Krone
11523.
–
‘etw. mit Bauwerken versehen, bebauen’
vnde sol man den selben invanc vnzewuschont der selbun mure vnd dem hvse
niemer bezimberren noh erbuwen weder mit holze noh mit stainon UrkCorp
(WMU)
2209,24;
wir gewinnen lîhte noch die kraft / daz wir erbouwen sô daz lant / daz
unser ellen unde hant / vor allen künegen ez wol wer. / zwischen der Elbe und
dem mer / stênt ninder bezzer burcstal Bit
13327;
es ist auch das landt nit wuegst, / woll erpawen uber all / paid in perig
und in tall / mit stetten und mit vesten guett Seifrit
6933;
Estrelo, ain veld erkantt, / dar sitt ain statt ward
gelaitt, / Constantinopel [...]. / ee hette es den
namen wol [...]; / sid her es bas erbuwen ward / in
richer coste unverspartt / von dem künge Constantin GTroj
23753.
–
‘Geld verbauen, zum Bauen verbrauchen’
jch nim ez ouf mein triwe, daz ich ovf Charlstain erbvͦn han mines gvͦtes
vierhundert phunt Salzpurgær oder me UrkCorp (WMU)
898,9
4
‘etw. (Mühle, Bergwerk) für den Betrieb einrichten, in Betrieb nehmen’
vnd beschieden also, daz des aptes mvͤl vvͤrwaz nimmer mer schol erpavͤn
werden UrkCorp (WMU)
3259,23;
das man eczliche berge unde stollen in manchem jare nicht czu nuczcze irbuwen
mag BgRIglauD
29
5
‘jmdn. (mit etw.) ausstatten, schmücken’
Gynouer mit den frauwen, / nach wijbes reht erbuwen, / da in den sal gingen
Krone
23030;
einer schonen jumpfrauwen, / die auch was erbowen / mit kostlicher gezierde
ebd.
26392;
zwa ander jumpfrauwen, / die waren wol erbuwen / an libe vnd an gewand /
sunder alle schand / mit richer gezier ebd.
29363
MWB 1 1829,60; Bearbeiter: Tao
ërc
st.Subst.
Bedeutung unklar, hier umschreibend:
di [...] ire tûnde werc / richten ûf
des lobes erc [= ûf lob
]
JvFrst
8958
MWB 1 1831,53; Bearbeiter: Tao
erche-
→
erze-
MWB 1 1831,56;
erclich
Adj., Adv.
→
arclich
MWB 1 1831,57;
ërd-
s.a. → ërt-
MWB 1 1831,58;
erdâht
stM. oder stN.
1
‘Plan, Vorhaben’
2
‘Trug, Betrug’
1
‘Plan, Vorhaben’
do der kuninc daz irhorte, / groz irschrecken en bekorte / unde wart beweit so
sere, / [...] daz er in dem bette belac / von betrubnisse
und unmaht, / wand ez niht gienc nach sim irdaht Macc
3134
2
‘Trug, Betrug’
zum andern male dut sij [die sechste Hand der
Habgier (Betrug)]
[...] / erdacht und falscheit umb im lande dragen
Pilgerf
10050
MWB 1 1831,59; Bearbeiter: Tao
erdarben
swV.
1
‘etw. entbehren’
2
‘Mangel leiden; hinschwinden’
1
‘etw. entbehren’
swaz an im was ervollet / dâ vor mit guoter spîse, / daz hete nu der wîse /
und der vil sælden rîche / erdarbet jâmerlîche KvWPart
592
2
‘Mangel leiden; hinschwinden’
swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit
erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter lie
Seuse
273,31;
der usser mensch des kúnges, der da an dem krúz erdarbete
ebd.
368,12.
441,20;
und nement war, wie schier verblichen, erdorret und erdarbet
ist der bluͦme ebd.
212,2
MWB 1 1832,3; Bearbeiter: Tao
ërde
stswF.
s. a.
ere
stF.
1
‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’ , besonders in den Wendungen
ûf (der) erde(n), hie in erde (enerde) 2
‘Erdboden, fester Boden’ , auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw.
verborgen ist’
2.1 allg. 2.2 mit Präp. 2.3 in präp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebäude zuo der
erde, ûf die erde brechen (slahen)
‘dem Erdboden gleichmachen’
3
‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser) 4
‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’
5
‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstück’
6
‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’
7
‘Erde, Lehm, Staub’
8 die Erde als jungfräuliche Mutter Adams 9
‘Erde’ als eines der vier Elemente 10 im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’
1
‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’, besonders in den Wendungen
ûf (der) erde(n), hie in erde (enerde):
–
wan sich gesament ûf der erde / bî niemens zîten anderswâ /
sô manec guot ritter alsô dâ Iw
40;
in wirde niemer wîp / ûf erde decheines man, / wan den
ich umbevangen hân Parz
199,27;
ûf erde niht sô guotes was, / der helm, von arde ein
adamas / dicke unde herte ebd.
53,3;
SM:Tu
2: 7,4;
solt ieman ûf der erden / von triuwen halben werden /
künic oder künigîn Tr
1811;
Rennew
2028;
in lüften noch ûf erde noch in allen grüenen ouwen Walth
27,19;
dû brinnend minne über elliu lant, / ez wart bekant / nie lieberz ûf der
erde LobGesMar
64,4.
–
dô er [Gott] mensche hie enerde was Aneg
2153;
Walth
11,18;
KvFuss
796;
wâne ich und dîn muoter jouch dîne bruoder / noch hie in
erde dîn durftig werden? Gen
1770;
dô diu gotinne Pallas / rîchsete hie en erde Er
8204.
– dem Himmel entgegengesetzt:
dâ ze himel ist niemen gar / ê ouch der lîp chumet dar, / der dannoch hie
enerde ist Aneg
2170;
daz ez ie wurde gesungen / in stimmen oder von zungen / ûz allen
ordenungen / ze himel und ûf der erde Walth
7,31;
swer ûf der erde rehte tuot, / daz dunket ouch ze himele guot Freid
31,24;
swaz iender lebe / enzwischen himel und erden, / der aller leben ist dir
bekant LobGesMar
71,7.
72,4.
–
kint der ~
:
dien gotes minne vrömde sint, / [...] diu selben
kint / diu heizent kint der erde. / die aber gotes minne hant, / diu kint sint
gotes kint genant LobGesMar
3,4.
– bildl.:
diu geburt [Christi] was
wunterlich, / [...] duo trante sih der alte strit, /
der himel was ze der erde gehit VEzzo
170;
und der hailige adem entswebete ir
[Maria] den lichnamen / von den vuozen unze an den
wirbel, do gihite der himel zuo der erde AvaLJ
7,3
2
‘Erdboden, fester Boden’, auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw.
verborgen ist’
2.1
allg.:
diu erde erbibete uberal VAlex
108;
AvaJG
10,1;
die erde inslôz sich, dâ die nagele lâgin PrMd
(J)
346,7;
vnde ob du unrechte sweris, daz dich di erde virslinde
ErfJud
5;
daz dû mich niht verslindes – / ich meine dich, breitiu
erde –, / daz ich bezîte werde / dir gelîch: ich kom von dir Wh
60,29;
HvNstGZ
7445;
sô wê im, der den werden fürsten habe erslagen / von Kölne! ôwê, daz in
diu erde mac getragen! Walth
85,11;
UvLFrb
214;
EckenlE2
143,12;
des morgens [...] sô mac er ir
[der Ehefrau] gegeben
[...] einen kneht und eine maget
[...] unde ziune unde gezimber ob der erde. und als
ir man stirbet, sô sol si daz ertrîche [das Grundstück, auf dem das
zur Morgengabe gehörige Gebäude steht] rûmen inner sehs wochen
[...] unde sol ez alsô rûmen daz si die erde niht
verwunde [aufgrabe]
SpdtL
95,14
(vgl.
SSp (W)
1:20,2
).
2.2
mit Präp.
–
an:
von dem bette sie dô gienk / nider an die erden En
1361;
der gote werde boug sich unz an die erde
Gen
873;
unde zu iklichem male spi her an di erde
Macer
52,13;
do screip der gotes werde mit den vingeren an der erde
AvaLJ
113,4.
–
in:
so grebet denne diu asida [der
Strauß] in die erde unde berichet diu eier mit dem sante
JPhys
24,9;
daz selbe vaz solt dv begrabin in der erde nivn tage
Ipocr
311.
316;
umbe solich gût, da mich dirrer man umbe hat beclaget, daz
enweiz ich noch enhan es nit noch [...] in erden
verborgen noh in muren vermuret PfJud
14.
–
gegen:
der zügel gein der erden seic Parz
445,14.
–
obe:
sam die buhile obe der erde Gen
2959.
–
ûf:
daz ich ûf der erde gelac Iw
652;
so nemach niwiht des gestan, des uf der erde sol gan
AvaJG
10,3;
zu beiden sîten sich
erbôt [erstreckte] / der mantel ab dem pferde /
vaste hin ûf die erde HvFreibTr
4498.
–
under:
mir wâre lieber unter der erde denne er in deme âmer
irsterbe Gen
2406;
unde der dracho uuiret [wird] so
vorhtal, daz er liget, alsor tot si, under der erdo ÄPhys
2,10.
–
von:
dô sah er eine leiteren fon der erde in den himel gên
Gen
1240.
–
zuo:
jmdn. zuo der erde werfen
VAlex
543;
slahen
ebd.
1266;
stechen
En
7537;
si hânt ir schildes breite / nâch jâmers geleite / zer
erden gekêret [als Zeichen der Trauer]
Parz
92,3;
dô seic si zuo der erden, daz si niht ensprach
NibB
1009,1;
Iw
3942;
der helt lussam / zû der erden bequam [zu Boden
fiel]
En
7836;
dô half der mâre wîgant / der frouwen zû der erden [half ihr
absteigen]
ebd.
1831.
–
ob erde unde under erde u.ä., formelhaft in Urkunden:
den maierhof vnde zw hvbe fvr ein frîges eigen in holz vnde in velde,
an wisen vnde an akkern, gesvͦchet vnde vngesvͦchet, ob erde vnde vnder
erde, mit allen den vallen vnde dem rechte, daz ze dem selben gvͦte horet
UrkCorp
1803,41.
2050,9.
2333,37;
UrkHohenz
3,174
(a. 1348)
2.3
in präp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebäude zuo der
erde, ûf die erde brechen (slahen)
‘dem Erdboden gleichmachen’
dâ brâchen sie die besten mûre zû der erde, / diu der ie
dehein solte werden VAlex
917;
oder man breche in div hævser avf di erde UrkCorp (WMU)
1209,28.
615,7;
er sol die burg vf die erde brechen SchwSp
114a;
wand er si [Burgen] ûf die erde
brach / und vertilgte si sô gar Ottok
11720;
daz hus [...] sol man vf die erde slahen
SchwSp
115a.
–
zuo der erde(n) erbeizen, getreten, komen: ‘vom Pferd
absteigen’
do erbeizte zuo der erden vil manic ritter gemeit
NibB
1527,4;
do rebeizte der werde / nider zuo der erde
Parz
516,26;
zu der erde si chomen baide Rol
8917;
unz er getrat ze der erde StrDan
7267.
–
under die erde gân, komen
‘sterben’
nv mvz ich vnder die erden gan / oder ich gereche
minen haz Herb
5205;
ich weiz wol daz niht bejaget / min clage daz er
lebende werde, / swer kumet under die erde, / daz nymmer me der erstat / biz
daz diu welt gar zergat Rennew
25746.
– jmdn. (zuo) der erde bevelhen/ enphelhen, (zuo) der erde(n)
bestaten, zuo/ in der erde begraben:
dô man den ritter werde / bevolhen hât der erde UvTürhTr
3300;
Ottok
1216;
der nam den heiligin lîchamin unt bivalch in zû der
erdin PrMd (J)
349,31;
vnd suln mich fuͤrn hinz Reͣun vnd da der erden bestatten
UrkCorp (WMU)
3229,40;
sîn hôchgeborne lîch / wurd nâch sîner werde /
bestatet zuo der erde Ottok
22083;
do liez er sinen lichnamen zuo der erde begraben
AvaLJ
159,2;
sol ez iemer dâ zuo komen, /
[...] daz triuwe und êre werde / begraben in
der erde, / sô ligent si beidiu hie begraben Tr
18658.
– jmdn. in/ under die erde legen
‘begraben’
si legent dich under di erde Glaub
2525;
daz in deheine phaffen / getorsten gelegen niht / in
die erd, als man noch siht, / die dâ hânt verdient den ban
Ottok
16994;
‘töten’
ern müez iwer man werden, / od ich legen under di erden StrKarl
2348;
daz ouch ich in die erd / geleget wird in kurzer
frist Ottok
46828
3
‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser):
gêt an die erde unde îlet daz ûwer vile werde
Gen
713;
er wolte mere unt erde / cinshapht bringen, / unter des
kaiseres uanen dingen Rol
3694;
êr ir komet zer erden / jenehalp uber mere En
3708;
ir [Frau Minne] sît gewaldec ob der
wer. / bêde ûf erde unt in dem mer / waz entrinnet iwerm kriege
[...] ? Parz
293,2;
zweier krône rîcheit / stêt vorhteclîche in sîner pflege / ûf
dem wazzer und der erden wege ebd.
328,8;
dich minnet erde und ouch daz mer, / viur, luft und ouch die winde
LobGesMar
61,9;
ein michel her / nâch ir füeren solte erde unde mer [zu Lande und
zu Wasser, über Land und Meer]
Kudr
594,2;
vil suͤzer reiner spise gnuͦc, / swaz daz wazzer und die erde
truͦc Rennew
3334
4
‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’
sus reit er mit den werden / sîns lands und anderr erden
Parz
280,6;
swaz er gesach der werden / ûf kristenlîcher erden, / ez
wære magt wîp oder man, / der ist iu hie vil undertân ebd.
659,12;
Wh
313,24;
daz si den gotes werden fuorten widere in die israhelisken
erde AvaLJ
35,7;
erslehes du Rolanten, / [...] elliu
palwischiu erde / si iemir din aigen Rol
3678;
thaberiske erde / han ich hie mit gewunnin, / cinsis
bedwungin ebd.
3734;
tiuscher erde Parz
4,29;
StrAmis
1732;
rœmischer erden Wh
225,16;
über al kriechische erden / ist kein sô rîche bistuom StrAmis
1656;
sît mîn sündic ouge siht / daz hêre lant und ouch die
erde [gemeint: Palästina]
Walth
15,1
5
‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstück’
mit der breidin erdin / musten [
muste in (den Vasallen)] gelonet werden
Roth
4857;
er gap in ze eigen dâ zehant / daz breite geriute, / die erde und die liute
AHeinr
1444;
wir [...] sein gewert des selben guͦtes baidev mit
beraitem silber vnd ouch mit gulte vf der erden UrkCorp (WMU)
N367,7;
daz si dar vmb solden chouffen ainen weingarten oder ain ander erte ze ainem
ewigen selgeret UrkHeil
2,104
(a. 1324).
– als Flächenmaß:
tria jugera, quae fuerunt vulgariter dicta ein erde DRW
3,166
(Würdtwein, DioecMogunt; a. 1311)
6
‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’
ebehoͮe [Efeu] , daz an der erde
wahsset Ipocr
7;
er hiez die erde allez daz neren / mit dem wuochere unde si
bâre Gen
82;
dô besaz [ruhte] diu erda, dâ newolt
nieht ane werden ebd.
800.
2115;
die bârigin erde ebd.
2837;
ube diu erde wurt umbâre / unte lange lâge wuoste ebd.
2606;
von erden fruht Adâm genas Parz
464,11;
dâ honiget diu tanne, / dâ balsemet der scherlinc, / der
nezzelen ursprinc / der rôset ob der erden Tr
17985;
Rennew
3334
(s. u. 3)
7
‘Erde, Lehm, Staub’
uber dîne brust solt tû gên, die erde muost tû ezzen
Gen
407;
ir scult iz [
gebeine
] mit iu fuoren, heime mit erde bitrôrin ebd.
3032.
1703.
2526;
sine speichelen er nam, / dar zuo nam er erde, er temperote si
werde AvaLJ
92,2;
der [Löwe] kratzet unde beiz dan /
holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw
6748;
in eime gademe, daz was von erden gemachet HvFritzlHl
244,17;
so bewillet si [der Fuchs] sich in
der roten erde und ligit also si tôt si noch neâtemot nieht JPhys
15,3;
MillPhys
108,3.
– als Stoff, aus dem Gott den Menschen erschaffen hat:
ûz hertem leime tet er gebeine, / ûz brôder erde hiez er
daz fleisk werden, / ûz letten deme zâhen machôt er die âdare Gen
196;
wie die roten erde got hiez lebentich werden / mit sinem adem den er in in
begunde blasen GenM
7,18 Bildüberschrift;
sît daz Adâm von dîner hant / gebildet wart von erden LobGesMar
69,10;
nâch unser bêder lebtagen / wirt er mir aber sô gelîch: / ich vil arm und
er rîch / geligen bêd in einem wert, / gelîch der ungetânen ert Helbl
8,700.
–
der erden ze teile werden, ein erde, zu erde werden:
sô mûst dû der erden / hie ze teile werden, / dîn fleisch und dîn gebeine
En
12039;
der lîp wirt ein erde / und lît dan unwerde / unz an die
jungesten zît RvEBarl
3297;
wirde ich wider danne zu erde, / so hat diu sele doch
gemach Rennew
2182;
Unverzagt
1:8,5
8
die Erde als jungfräuliche Mutter Adams:
diu erde ist verflûchet diu ê was rein unt maget, / diu
[...] dînes bruoderes [Abels]
bluot hât verslunten Gen
637;
und unser vater Âdâm, / diu erde in magetlîche gewan
Kchr
9557.
9568;
diu erde Adâmes muoter was: / von erden fruht Adâm genas. /
dannoch was diu erde ein magt Parz
464,11;
unde erkenne wol dâ bî / daz unverwert diu erde was / dô si des menschen êrst
genas / und drûz Adam gebildet wart. [...] si was ein maget
dannoch, / wan kein schrunde noch kein loch / dar în von starkem bûwe gie / und was
dar ûz kein dorn nie / gewahsen noch gegangen. / ouch was sie dem slangen / dannoch
zeim ezzen niht gegeben, / der sît ir gnâden muoste leben / und mit ir wart gespîset
hie. / ouch was dar în begraben nie / kein tôter mensche dannoch KvWSilv
3471.
3466;
VMos
10,26;
Aneg
1572;
Freid
7,10;
Pass III
79,2;
Martina
117,65.
119,17
9
‘Erde’ als eines der vier Elemente:
der iunger sprach: wele warent die uier elementa? do sprach der
meister: daz waz daz fúr vnde daz wasser vnde der lufth vnde die erde
Lucid
6,3;
SalArz
1,6;
BdN
68,28;
der al die crêatiure / geschuof, daz wazzer und daz viure, /
dar zuo den luft unt die erden Wh
215,13;
OvBaierl
2,1;
HvNstGZ
14;
die erde, das vierde elementum, ist kelder unde trokener nature
Macer
Prosavorr. 10;
ein igelich mensch der ist geschaffen ûz den vier elementis: ûz
der erde, von dem lufte, von dem wazer, von dem fiure Barth
127,25;
melancolici. die artent nach der erden, unde sint sorghaft,
gerne truric, gitic unde habende, ungetruwe, zahe unde swarzir varwe
MNat
1,18
10
im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’
dise welt ist sinewel vnde ist vnbeslozen mit dem wendelmer.
da inne suebet die erde alse der duter in dem wisem des eiges Lucid
17,8;
MNat
1,24;
wan diu erde ist rehte geschaffen alse ein bal PrBerth
1:392,22;
diu [Erde] ist kugeleht
MNat
1,2;
[Gott] vmbekreizet himel vnde erden Pilatus
1,47;
si jehent, der himele der sîn drî / und diu erde mitten drinne sî. / deist ein
michel wunder, / daz himel ist obe und under, / und doch diu erde stille stât, / sô
der himel umbe gât Freid
11,5-10.
– als Schöpfung Gottes:
er begunde scaffen, himel unde erde machen
Gen
49;
got, der scephære ist himels unde der erde
Spec
99,31;
uon deme lebendingen gote, / der himel unde erde / uon
nichte hieze gewerden Rol
715;
got himel und erden umberinc / geschuof und dar in alliu dinc Freid
6,1
MWB 1 1832,14; Bearbeiter: Tao
ërde-
s. a. → ërt-
MWB 1 1836,22;
ërdec
Adj.
‘irdisch’
also sundic und als erdic / ich waz vons vleisches brode
HeslApk
9366;
al were daz vleisch erdic / daz im von Marien quam ebd.
9802
MWB 1 1836,23; Bearbeiter: Tao
erdecken
swV.
refl. ‘sich aufdecken’
alle di diser blosheit nit war nement, daz sich diser
verborgen grunt nút mag erdecken noch erbilden, di sint alle kúchin dirnen, und den
ist dis joch bitter Tauler
26,21
MWB 1 1836,27; Bearbeiter: Tao
ërdelîn
stN.
‘Plätzchen’ (?):
ez ist weder mer noch myn / sam drey die ain mantel han. / dw
zwen dw ziehent hin und dan; / der dritt der in der mitt leit / der hat da mit chain
streit, / und wirt sein dennoch paz gephlegen / denn dw ausen sein gelegen, / dw da
ziehent uber nacht. / daz ist recht zu geleicher acht / dem chellner und dem herren
sein: / dew muezzen an dem ertlein [Laa. oͤrt(e)lein, ortlin
] / sorgenthalben ligen staet. / yeder man sein sorgen laet; / nur dw
zwen muͤzzent sorgen, / wie sew ez auz gewinn und porgen / dez dw andern muezzen
leben Teichn
181,16
MWB 1 1836,32; Bearbeiter: Tao
erdempfen
swV.
‘jmdn. ersticken’
sîner heizen flammen tigel / wolte uns hân mit rouche erdemphet
KvWLd
1,59
MWB 1 1836,44; Bearbeiter: Tao
erdempfunge
stF.
‘das Ersticken’
suffocatio: erdempfunga SummHeinr
2:490,01.88
MWB 1 1836,47; Bearbeiter: Tao
ërden
swV.
‘zu Erde werden’
daz ouch daz vleisch vorwerdet, / daz in der erden erdet
HeslApk
2520
als min vleisch irpinet, / daz hir noch erden erdet / und
wider zu erden werdet ebd.
3385.
10434.
12038.
16086
MWB 1 1836,49; Bearbeiter: Tao
ërden-, ërtmëʒʒer
stM.
s.a.
wërltmëʒʒer
.
‘einer, der die Erde, die Welt misst, Geometer’
geometer: erdmesser VocOpt
38.019;
[Berechnung des Erdumfangs:] darnach ge der erdenmezzer [
cosmometra
] gerihts von mittemtag gegen dem himelwagen [von Süden
nach Norden] also lang, piz daz [...].
darnach mezze er seinen wek, den er uͤbergangen hat KvMSph
18,19
MWB 1 1836,54; Bearbeiter: Tao |