e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbarmhërze Adj. erbarmhërze stF. erbarmhërzec Adj. erbarmhërzecheit stF. erbarmhërzeclich Adj., Adv. erbarmlich, erbermlich Adj. erbarmunge stF. erbarn swV. erbarwen swV. erbe swM. erbe stN., selten sw. erbe (?) Subst. erbeacker stM. erbe|ahtec Adj. erbebescheit stMN. erbebruch stM. erbeburcgrâve swM. erbeburcguot stN. erbeburc|huote stF. erbeburclêhen stN. erbeburcliute stM. erbeburcman stM. erbeburcsëʒ
stN. erbeburgære stM. erbeclîche Adv. erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erbarmhërze, erbermhërze
Adj.
‘barmherzig, mitleidig’
daz got unser herre / im sælde und êre bære / der erbarmherze
wære Iw
4856.
– von Gott:
antlaz und gnâda aller uvver sündon [...] geb iv der
erbermherzer got PrWack
17,24;
nu sende, erbarmeherzer got, mir des so stæte riuwe, / daz ich
der werlte widersage SM:UvS
35: 1,6;
ouch lêret uns vürbaz Krist / hân erbärmede, als er ist /
erbarmherze an güete RvEBarl
4085.
6219.
15600;
PrSchw
1,6
MWB 1 1788,35; Bearbeiter: Runow
erbarmhërze
stF.
‘Barmherzigkeit’
herre got, [...] / dir ist niht
unmügelich, / wan ân erbarmherze sîn RvEBarl
14405;
erbarmherze ist sîn gebot ebd.
14822;
daz wir nimmer gezwiviln suln von der gotis barmherzicheit [La.
von der rebarmeherze mins trehtinis
]
PrLpz
289,13.
388,31
MWB 1 1788,45; Bearbeiter: Runow
erbarmhërzec, erbermhërzec
Adj.
‘barmherzig, mitleidig’
als man liset von sant Martin. der waz erbärmhertzig PrWack
45,89;
do waz er [David] als erbermherzich dc er ez
[Saul schlagen] niht wolte tuͦn PrSchw
1,62;
das der künigk gerechtigkait übe und das er erparmhertzig sei
HvHürnh
3,20;
Mechth
5: 8,26;
Seuse
72,9;
subst.:
die minnere vindent minne dran [an der folgenden
Erzählung] , / [...] / die erbarmherzigen
claigendes lait, / die manlichen vil manhait RvEWh
115.
– bes. als Eigenschaft Gottes, Christi, Marias:
erbarmhertziger got, erbarme dich úber mich
Tauler
409,26;
als erbarmherzig got ist, als gereht ist er oͮch da bi
Mechth
7: 3,56;
ach, erbarmherzige Cristus Seuse
89,23;
luͦg, wie dú muͦter der erbarmherzikeit dú oͮgen, dú milten
erbarmherzigen oͮgen hat so milteklich gekeret gegen dir und gegen allen súndern
ebd.
243,8.
540,5.
37,11
u.ö.;
SHort
11118;
WernhMl
5679
MWB 1 1788,51; Bearbeiter: Runow
erbarmhërzecheit
stF.
‘Barmherzigkeit, Mitleid’
lieben kint flissent iuch miltekait. erbarmhertzkait. kiunschkait. demuetkait.
gedultekait. senftekait. won dise tugent sint alle der selen klait PrWack
48,22;
nû daz Pantaleôn gesach / daz kint alsus beswæret [im Würgegriff
einer Schlange] , / dô wart an im bewæret / milte unde
erbarmeherzekeit KvWPant
293;
owe, das man ane súfzen und ane trehene und allerleie
erbarmeherzekeit vor den ellenden siechen hine gat, was das geistlichen lúten úbel
stat Mechth
5: 22,21.
5: 24,72;
Syon
333.
– von Gott:
sælig sint die erbarmherzigen; / wan in sol werden nit
verzigen / dú gottlich erbarmherzigkait SHort
7575;
div milte erbermherzekeit / die got von nature treit / vbir sine hantgetat
Martina
25,103;
gotes grundlosú erbarmherzikeit Seuse
127,10.
214,22;
BdN
294,20;
als personif. Attribut Gottes:
dâ saz Erbarmeherzekeit / frî vor missetæte, / diu Triuwe was
dâ wol becleit / und ouch diu glanze Stæte KvWKlage
9,1;
PrBerth
1:199,23;
Mechth
1: 46,12.
– von Maria:
du heissest doch dú muͦter, du kúnginne der erbarmherzkeit;
eya, zartú muͦter, eya, miltú kúnigin der grundlosen erbarmherzkeit!
Seuse
265,1;
des erman ich dich, frow, an diss laid / und durch din gross erbarmhertzkaid /
das du gen mir guͤtist / gottes zorn KvHelmsd
4354
MWB 1 1789,6; Bearbeiter: Runow
erbarmhërzeclich
Adj., Adv.
‘barmherzig, mitleidig’
du [Jesus am Kreuz] ruͦfftest: ‘her
erbarmhertzklich, / wem hast du, her, gelassen mich?’ KvHelmsd
4125;
do er [Jesus] Jherusalem ersach / und so
erbarmhertzenklich sprach: / Hierusalem, dir sy gesait / das du wirst
[...] ellentklich zerstoͤret gar ebd.
928;
rihte ab mir an miner jungsten hinvart erbarmherzklich
Seuse
315,29;
HvHürnh
19,2
MWB 1 1789,33; Bearbeiter: Runow
erbarmlich, erbermlich
Adj.
‘bemitleidenswert, erbärmlich’
daz du vor mir notdurftik bist, / irbarmlich, arm, blint,
nacket HeslApk
6933.
6949;
ir gelaz [ihre Gestalt] was
irbermelich Vät
23562
MWB 1 1789,42; Bearbeiter: Runow
erbarmunge
stF.
‘Barmherzigkeit, Mitleid’
vil reiner, sælden richer man, / sit du gers des shiltes
namen, / so soltu [...] / mit gewalte erbarmunge pflegen
Rennew
2582;
in [Josaphat] dûhte daz iht wære / tiurer unde mære
/ denne erbarmunge LBarl
14202;
daz ich den kinden tuo / milt unde erbarmunge schîn KvWSilv
1165;
GTroj
23100.
– bes. von Gott:
sîne hende habter enbor / und sach vil tiure hin ze got. / er
sprach ‘herre, nâch dîm gebot / wil ich sêle unde leben / in dîne erbarmunge geben
[...] ’ Wig
7117;
dv [hl. Geist] heizis wistumis
brunne, / ein sluzil der irbarmunge, / der armen trostere Litan
140
u.ö.;
ja weyz ich, das du got bist gutlich und barmherzik,
geduldic und von vil irbarmunge und vorgebende di bosheit Cranc
Jon 4,2;
HeslApk
16361;
KvWPart
8857.
–
[am Ende der Welt] wirt gericht an alle erbarmung
PrOberalt
172,23;
Maria, vil suͤze vrawe, / [...] du
bist genant / muͦter der erbarmunge Rennew
9133;
Litan
219;
Konr
17,4
MWB 1 1789,46; Bearbeiter: Runow
erbarn
swV.
1 tr. 1.1
‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’
1.2
‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?) 1.3
daʒ swërt ~
‘zücken’
2 refl. ‘sich zeigen’
1
tr.
1.1
‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’
her reit ci Salivelt in Duringe lant. / dâ irbaritimi got diu sîni hant
Anno
41,2;
das her [Gott]
ir [der Menschheit] ouch irbarte / die gnade sines
trones / und des ewigen lones HeslApk
7550;
wirt si stæte an mir hin zir gewar, / sost mîn hoffenunge daz si liebe mir
rebar KLD:GvdF
2:4,6
1.2
‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?):
vmbe gezogen [überfallen] hat er
[Joseph] mich [Potifars
Frau] gare unbillich / und hiet ich loͮte niht gehart gare
hiet er mich erbart / unde hiet mich gehonet GenM
79,11
1.3
daʒ swërt ~
‘zücken’
div swert sie erbarten, / den grimmen tot sie garten
Wernh
D 4877;
her Egge ain vil guͦt swert erbart, / damit heln unde bruͥnne / vil vor
gescroten wart EckenlE2
102,11;
Priesterl
515.
– subst. ‘das Erscheinen, Ansehen’
etslîche wâpin ôt bewarn / den lîb vor vîentlîchin vârn. / sô ist daz
swert nâch sîne urbarn / wol dem werke glîch gezalt, / dâmite der vîent wirt
gevalt NvJer
2495
2
refl. ‘sich zeigen’
mit den worten da habent sich mit erpart unde eroffent die dri genende
[drei Personen der Trinität] der ainvaltigen gothait
Konr (Sch)
116,6;
als [...] sich der tac hete
erbart [heraufgezogen war]
Eracl
4930;
ein groz zeichen harte / sich in dem himel irbarte / der
menscheite zu wunnen HeslApk
16460
MWB 1 1790,1; Bearbeiter: Runow
erbarwen, erberwen
swV.
s.a.
erbarn
.
1 tr. ‘jmdm. etw. zeigen’
2 refl. ‘sich zeigen, offenbaren’
1
tr. ‘jmdm. etw. zeigen’
schein van deme busche daz fur, / daz meinede, daz vane
dir [Maria] / got hie in erden / erberwet solde werden
MarldA
55;
got irbarwete Adame sînen zorn Glaub
850
2
refl. ‘sich zeigen, offenbaren’
an dem dritten tage / stunt er uf von dem grabe / lebindic von den toten /
vnde irbarwete sih den guͦten Glaub
1268.
1331
MWB 1 1790,28; Bearbeiter: Runow
erbe
swM.
‘Erbe, Erbberechtigter’
1 allg. 1.1 theologisch ‘Erbe Gottes’
1.2 übertr. ‘Kind, Nachkomme’
2 in Wendungen 2.1 häufig mit Attributen zur Hervorhebung oder Verdeutlichung der Erbberechtigung (vgl. WMU 1,487f. und DRW 3,49-51), z.B. 2.2 in Verbverbindungen 2.2.1
gewinnen
‘Nachkommen zur Welt bringen’ (vgl. kint gewinnen ) 2.2.2
ûf ~ trëten
‘an den/ die Erben fallen’
2.2.3
âne erben stërben (und ähnliche Formulierungen) 2.3 in der Paarformel
unde nachkome(linc) 2.4 als Bestandteil von Titeln und Personennamen 2.5 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5) 2.5.1 Unrechtes Gut erfreut den dritten Erben nicht (vgl. auch TPMA 4,481f. und 5,310f.) 2.5.2 Den Erben freut der Tod des Erblassers
1
allg.:
swer da sthirbet, von des guͤtte sol diehein mensche doͮdis reht nemin danne
sin erbin UrkCorp (WMU)
1653,22.
747,17;
sinen erbin odir di he irkuset zu erbin UrkEberb
2,492
(a. 1306);
sô wart besetzet in ir hant, / ob si niht erben bære, / daz
Tristan erbe wære Tr
12573;
do sprachen si: ‘ditz ist der erib, den schuͤln wir erslahen,
so haben wir daz erib vrilichen.’ PrOberalt
70,2;
dâvon sô heize ich unde bin / sîn erbe gar mit rehte, / wand
ime ist von geslehte / nieman sô nâhe sippe als ich KvWSchwanr
521;
BenGeb
39;
SpdtL
88,15
1.1
theologisch ‘Erbe Gottes’
die da heißent gotes kint, / reht erben sie sint / dez
himels allesampt HvNstGZ
7841;
daz unsagelich lone in dem himeliscen trone / habent die
gotes erben, die danach wolten werben AvaJG
31,5;
die sint oͮch nach sinem gehêizze erbin des hîmelriches
Spec
16,7;
Lucid
157,11.
158,9;
Daniel
373;
Eckh
1:167,11
1.2
übertr. ‘Kind, Nachkomme’
fatator ist ain vogel, der ist sô girig nâch seiner
gepurt, daz er ê der zeit vor dem lenzen airt, ê der winter ain end nem. dar umb
wirt er beraubt seiner erben, dâ zuo er vast eilt, wan seineu air verderbent in
dem winter BdN
189,13
2
in Wendungen
2.1
häufig mit Attributen zur Hervorhebung oder Verdeutlichung der Erbberechtigung
(vgl. WMU 1,487f. und DRW 3,49-51), z.B.:
–
êlicher
~ :
ob ich aͦn elich erben stvͤrbe UrkCorp (WMU)
463,19;
SchöffIglau
125.
–
(ge)rehter
~ :
he sal iz abir alir erist din rechtin erbin bieti
Mühlh
141,14;
wir inde vnse nakuͦmelinge, die vnse gereithe erven sint
UrkCorp (WMU)
70,32.
902,44;
dâ wir süne sîn, dâ sîn wir rehte erben Eckh
1:73,3;
UrkEnns
6,155
(a. 1335).
–
lîbes/ lîplicher
~ :
lant sie aber libes erben, an die sol ez vallen, als reht ist
UrkCorp (WMU)
547,12;
wer aber daz ich liplich erben liez UrkWürzb
40,109
(a. 1337).
–
næher/ næhster
~ :
mugen eninkil, daz sint kindeskint, erbeteil behalden an ires
eldervaters gut oder nicht? hat ir eldervater keinen nehern erben den si, so
behalden si wol mit rechte StRFreiberg
66,21;
Herb
122;
JSigen
96,11;
ist weder vater noch bruoder dâ, sô nement ez die
næhsten erben SpdtL
91,10;
Mühlh
144,10;
Ottok
2323
2.2
in Verbverbindungen
2.2.1
~
gewinnen
‘Nachkommen zur Welt bringen’ (vgl. kint gewinnen):
Abram kund mit sinnen / dheinen erben gewinnen
EnikWchr
3598.
20687;
ob si beidiv verscheiden, daz si mit enander erben niht gewinnen
UrkCorp (WMU)
652,8;
SpdtL
89,5.
– vgl. auch:
her Pêleus, der briutegoum, / und sîn âmîe Thêtis / bejagent hier
(des sint gewis) / gar einen clâren erben, /
[...]. / diu vrouwe sol gewinnen / ein kint
KvWTroj
4567
2.2.2
ûf ~ trëten
‘an den/ die Erben fallen’
inleibiti [l. enlebete
] dan wedir vatir noch mutir noch suestir, so trittiz uf die
neistin erbin Mühlh
143,2.
143,16
2.2.3
âne erben stërben (und ähnliche Formulierungen):
Lînier daz schaffen wolde, / ob er ân erben sturbe, /
daz sîn guot niht verdurbe UvZLanz
1559;
Mühlh
143,11;
SpdtL
109,12;
unde uirsciede er ane erben / so waneden se irsterben
Roth
29;
ich schaid von hinnen plosser / an erben, ich hab
nicht chindt HvBurg
2191;
die sich selben sô verswachent / und ir bœsen bœser machent, / ân
erben müezen sî vervarn Walth
23,23;
ane kint und ane erbin ih var RvEWchr
4386;
ich han ein lehen funden in mines mannes gewalt
[...], der an erben tode ist [
sine legitimo herede decedentis 23,41]
UrkCorp (WMU)
23,34.
–
ob des [...] Puͦchpergærs hausfrawe den
Puͦchpergær uberlebt an erben UrkCorp (WMU)
935,5
2.3
in der Paarformel ~
unde nachkome(linc):
unser erben und nachkomen UrkDOKobl
1,399
(a. 1339);
das si noch ein chein ir nachchome noch ein chein ir erbe niemer chein
ansprach noch vordirvnge sol dran giwinnin UrkCorp (WMU)
767,17.
3307,12;
ier erwen und alle ier nachchumling StRBrünn
380
2.4
als Bestandteil von Titeln und Personennamen:
wîr Cuͦnrât in romschên kûnc erwelt von der gotes gnade vnde êrbe des
kuncrichês ze Jérusalem UrkCorp (WMU)
7,42;
wir, Erbe von Schiltenkein ebd.
2501,40;
Clawes Friderich, Grôz Erbe, Burchart Pamfile ebd.
2232,38
2.5
sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)
2.5.1
Unrechtes Gut erfreut den dritten Erben nicht (vgl. auch TPMA 4,481f. und
5,310f.):
der dritte erbe der wirt selten vro unrehtes guͦtes Meissner
17:14,10;
und sehent doch valsch guot selten erben / mit sêlden ûf den dritten
erben Renner
6446
2.5.2
Den Erben freut der Tod des Erblassers:
vil schiere du irstirbis, / san daz alliz erbis
[vererbst] / lachendigen erben Glaub
2520;
si lânt uns gerne varn umbe daz guot: sus sint
geschaffen unser erben sinne SM:JvR
1: 9,13
MWB 1 1790,37; Bearbeiter: Richter
erbe
stN., selten sw.
(
UrkCorp (WMU)
1107,9.
2456,32
). Zur detaillierten rechtlichen Differenzierung vgl. DRW 3,40-48.
1
‘Erbgut, Nachlass, hinterlassenes Gut’
1.1
‘Erbschaft’ , Gesamtheit eines Nachlasses, häufig nicht scharf von
1.2 zu trennen 1.2 besonders ‘ererbter Grundbesitz, Liegenschaften, Erbland’
1.2.1 in Verbindung mit bzw. in Gegenüberstellung zu anderen Vermögensformen 1.3 übertr. (meist religiös) 2
‘Erbleihgut, Erblehen’ , in Erbleihe (Erbpacht) gegen Zins vergebenes Gut 3
‘Erbrecht, Erbanspruch’
4 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5) 4.1 Wer auf ein Erbe wartet, stirbt oft vorher 4.2 Man soll um sein Erbe kämpfen
1
‘Erbgut, Nachlass, hinterlassenes Gut’
1.1
‘Erbschaft’, Gesamtheit eines Nachlasses, häufig nicht scharf von
1.2 zu trennen:
mit swilcheme gûte der man stirbit, daz heizet allez erbe SSp (W)
1:6,1;
swer sô daz erbe nimt, der sal durch recht di schult gelden ebd.
1:6,2;
er unterslouf mich ê mînes erbes, same hât er nû getân
mînes segines Gen
1203;
vor allen dingen muoz ich clagen / das mir min erb wirt vff geslagen
[vorenthalten]
Gnaistli
248;
ditz ist der irbe. chömet töten wir in vnd daz irbe wirt
vnser EvAug
107,23;
Parz
803,12;
SpdtL
229,4;
RvEWchr
4387.
19416
1.2
besonders ‘ererbter Grundbesitz, Liegenschaften, Erbland’
terram etiam, que vulgo hêrbe dicitur UrkWürtt
2,140
(a. 1163);
iwer vater der hiez Pant. / Genewîs was sîn lant: / daz
ist iwer rehtez erbe UvZLanz
4711;
wir svln ovch anders erbes niht gern wan des, da vnser
vater inne wont DvAPatern
36;
PrOberalt
64,15;
NibC
711,3;
HvNstAp
4117.
– ererbtes Gebäude:
ain igleich man mag aus seinem erb wol venster machen in gmain gassen,
aber in seins nachpaurs hoffe mag er nicht venster machen StRBrünn
402;
StRFreiberg
28,27
1.2.1
in Verbindung mit bzw. in Gegenüberstellung zu anderen
Vermögensformen:
–
eigen (erworbenes Gut im Gegensatz zum Erbgut):
beidi an egini undi an erbi unde och an varndir
habi Mühlh
131,12;
beide ir erbe unde ir eigen / und dar zuo alle ir varnden habe, /
der tet si sich durch got abe / und stifte ein bistuom rîche
StrKarl
10422;
UrkFreiberg
1:44,1
(a. 1305);
hat ein man eigen unde erbe in Vriberc, da he nicht von cinset
StRFreiberg
44,1;
Tauler
393,21;
MarLegPass
20,133.
24,101;
WernhMl
1836.
–
(varndeʒ) guot:
sîn erbe und ouch sîn varnde guot AHeinr
247;
daz sî gût unde erbe [
possessiones
] mugen haben in der gemeinde StatDtOrd
30,4;
varende gût unde erbe [
bona mobilia et immobilia
]
ebd.
30,10;
Lanc
402,14;
StRAugsb
140,14.
–
lêhen:
mîn erbe und mîn lêhen Eracl
589;
da bott Claudas im das lant offzugeben zu lehen
und zu erbe Lanc
11,31.
21,22;
die von dem gotzhus erb oder lên hant WeistGr
1,1
(Anfang 14. Jh.);
UrkErf
2,2
(a. 1321);
UrkRapp
335,22
(a. 1335)
1.3
übertr. (meist religiös):
daz erbe [Kriegsscharen
anzuführen] ist si uon allem adel an chom Rol
7813;
der zorn [...] / den mit ir
ungehôrsam / Êve, unser muoter, und Âdam / an uns mit erbe brâhten [
→ erbesünde
] , / dô si dîn gebot versmâhten KvHeimHinv
905;
die juden, kezzer unde heiden in daz swarze abgründe / got Jesus Krist
gevluochet hat, daz ist ir erbe Rumelant
3,57b;
der vater [Gottvater] wil da erbe geben, / den
sun zuͦ vursten machen Reinolt
2:1,11.
– oft bezogen auf das Himmelreich als Erbe für die Menschen:
hivte [durch Christi
Geburt] ist den verellentin menniskin sin êrbe eroffint
Spec
14,22.
114,17;
ir erbe solt sîn der himelhof Kreuzf
2473;
wol ir gotes helede, / uechtet umbe uwir erbe, / daz
iu lange geheizen si Rol
3914.
195;
BdN
117,34;
PrGeorg
146,8
2
‘Erbleihgut, Erblehen’, in Erbleihe (Erbpacht) gegen Zins vergebenes
Gut:
vz dem erbe, daz wir haben von den frowen sant Claren ordens ze Nvrenberch,
daz ist daz hvs vnd die hofstat [...], daz vnser erbe von
in was elliv jar vmbe drizzik phenninge UrkCorp (WMU)
1313,3;
hat er aber zinsig erbe, so widerspreche wir daz niht ebd.
1653,15;
noch sint ir zwen der selben kint [des Königs
Salaphat] , / der erbe lit ze Baldach, /
[...] / die zal der guͤlt sag ich auch: / der ist
drizzec tusent guldin WhvÖst
6205;
Roth
22;
StRBrünn
384.
–
‘Erbzins, vererbliche Abgabe’
achte morgen wingarten zv Vbstat, da man daz vierteil abe gibet iergelich
zv erbe UrkCorp (WMU)
2863,41
3
‘Erbrecht, Erbanspruch’
daz sin havsfrowe vnde siniv kint iahen eines erbes vf den selben hof vnde
wolten daz bringen mit gezivgen UrkCorp (WMU)
1525,25;
[
der abbet
] sol antwrten in der selben vrist allen den, die von rehtime erbe
dehaine anesprache dar ane hant ebd.
1453ABC,4;
sich verzigen hain [...] alles ir rehtis und ir erbes
DRW
3,42
(SchrBodensee; a. 1293)
4
sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)
4.1
Wer auf ein Erbe wartet, stirbt oft vorher:
wir sehen ofte manigen narren / ûf eines andern erbe harren, / der selbe
vil ê wirt begraben / denne jener des erbe er wolte haben Renner
6512
4.2
Man soll um sein Erbe kämpfen:
si heten wol gelesen / an einem buoche, heizt Cato, / dâ
stüende geschriben alsô: / ‘man sol vehten umb daz erbe’ [Disticha
Catonis, Sent. 30: irascere ob rem
]
Ottok
16099
MWB 1 1792,3; Bearbeiter: Richter
erbe (?)
Subst.
unklar, vielleicht zu mlat. herba i.S.v. ‘Zauberkraut’ (vgl.
Anm.z.St.) oder im übertr. Sinn zu
erbe
stN.
‘Erbschaft’ ?:
si [die Diener des
Antichrist] gebent eim [der sich ihnen
widersetzt] ir erbe, / daz er dar umb verderbe
HvNstGZ
5794
MWB 1 1793,32; Bearbeiter: Richter
erbeacker
stM.
‘erbliches Ackerland’
de uno erbacher I denarium UrbNAlteich
361
MWB 1 1793,38; Bearbeiter: Richter
erbe|ahtec
Adj.
→
erbehaftec
1
MWB 1 1793,40;
erbebescheit
stMN.
Bed. unklar, vermutlich ‘erbliches Recht’
cum omnibus bonis, que ipsi Y. competunt vel competere possunt quod vulgariter
erfbeschit dicitur DRW
3,35
(CDRhMos.; a. 1311)
MWB 1 1793,41; Bearbeiter: Richter
erbebruch
stM.
‘Erbsünde’
alle ding uns vechten an: / erde, mer, luft, berge, plan, /
nort, west, ost, sut uf uns gan, / vuer, sterne, sunne, man / erbbruch an uns rechin
Cranc
Vorr. 50
MWB 1 1793,45; Bearbeiter: Richter
erbeburcgrâve
swM.
‘Inhaber eines erblichen Burggrafenamtes’
von erst die burggreveschaft zu Trîs, wan ich uf der burg ein erbeburggreve
bin UrkMoselQ
182,11
(a. 1342)
MWB 1 1793,49; Bearbeiter: Richter
erbeburcguot
stN.
‘erbliches Burglehen’
wer daz ich abe gienge daz ich keinen sun liezze,
[...] so sol daz burklehen
[...], daz ich [...] ze
erbeburkgut han, ledig vnd lose sin UrkWürzb
40,188
(a. 1338).
40,118
(a. 1337);
er und sein erben [...] sullen haben ze erbburkgut
ewikleichen daz nider haus auf dem wal ze Obernhochstet und die garten halb, die umb
daz wal [...] sint gelegen UrkLudw
198
(a. 1342).
200
(a. 1342);
UrkHohenz
3,60
(a. 1339)
MWB 1 1793,53; Bearbeiter: Richter
erbeburc|huote
stF.
‘erbliches Burglehen mit der Pflicht zur Burghut (Wach- und Wehrdienst)’ (vgl.
burchuote
stF.):
fuͦnftzig pfunt geltes, die wir von dem stift ze Wyrtzburch ze erbeburkhut
haben sullen zuͦ dem Swanenberge UrkWürzb
41,20
(a. 1344)
MWB 1 1793,63; Bearbeiter: Richter
erbeburclêhen
stN.
‘erbliches Burglehen und die Einkünfte daraus’ (vgl. LexMA 2,1055f. und
2HRG 1,768f.):
ez sol auch die vorginante frowe von Bonlanden vmb div vorginanten ir kint die
selbe gvͤld vnd daz guͦt zi einem rehten erbe burclehen haben UrkCorp (WMU)
673,12;
ich Erkenger von Sawelsheim [...] bekenne
[...], daz ich oder min erben den halben teyl der
winguͤlt ze Sumerach [...] zuͦ eim erbeburklehen ze
verdienen als burklehens reht ist UrkWürzb
40,206
(a. 1338).
41,423
(a. 1350);
UrkCastell
131,41
(a. 1323)
MWB 1 1794,5; Bearbeiter: Richter
erbeburcliute
stM.
→
erbeburcman
MWB 1 1794,16;
erbeburcman
stM.
Pl. -manne und -liute.
‘Inhaber eines erblichen Burglehens’
der selben haller sol ich [...] hundert pfunt anlegen
by Hyldenburk [...], vnd da erbeburkman sin, vnd daz selbe
burkguͦt da verdienen getrewlich als gewonlich vnd reht ist UrkWürzb
40,348
(a. 1340);
wir [...] tun kunt [...],
daz vns [...] byschof Wolfram ze Wirtzeburg zu sinen vnd
sines gotshuses erbeburgmannen enpfangen hat ebd.
45,123
(a. 1324);
zwa hovestede sulen [erg. wir] haven zu erflicheme
burchlene, zw den hovesteden sulen wir haven vunf marc geldis zu erflicheme
burchlene, unde sulen dan ave erveburchluͦde sin zu Sygen unde zu dem Hane
UrkSiegen
81
(a. 1313)
MWB 1 1794,17; Bearbeiter: Richter
erbeburcsëʒ
stN.
Ansatz -sëʒ und Genus unsicher, vgl. →
burcsëʒ
stN. und
burcsæʒe
stF.
‘erbliches Wohnrecht auf einer Burg’
min liber und genaediger herre [...] mir und allen
minen erben, elichen suͤnen, ein erbburksaezze auf siner puͤrge ze Warperch
[...] bei dem turne ob dem cheler ze der lenken hant
[...] verlichen hat UrkEichst
2,181
(a. 1322)
MWB 1 1794,31; Bearbeiter: Richter
erbeburgære
stM.
‘Bürger mit erblichem Bürgerrecht’
ez sol auch nimant urtail sprechen auf der lantschrannen denne rittere und des
reichs erbpurger, di mit der ellen und mit der wage niht verchauffent
MGHConst
5:476,9
(a. 1320)
MWB 1 1794,39; Bearbeiter: Richter
erbeclîche
Adv.
auch -lîchen.
‘als Erbe, Hinterlassenschaft’
wir wern und gepieten daz chain witib daz guͤt irr chind daz si erbikleich
angehoͤrt, sulle [...] geben ainem andern irm mann
StRWienerNeust
77.
– meist in Verbindung mit besitzen:
ist is, daz der vurste gebit eynim synir sone eyn huys, das
erbe blybit syn und synin sonen und sullin is besitczen erbiclichin
Cranc
Ez 46,16;
vnd teilt in mit mildeclich des riches gut erbeclich zu besitzin KlKsr
3,1.
3,5;
LBarl
9540
MWB 1 1794,44; Bearbeiter: Richter |