Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
      erbeman stM.
      erbemarschalk stM.
      erbeminne stF.
      erben swV.
      erbenëmære stM.
      erbenëme, erbenæme swM.
      erbenisse stN.
      erbenît stM.
      erbenôt stF.
      erbenôʒ stM.
      erbenuz stN.
      erbephaht stF.
      erbephluoc stM.
      erberëht stN.
      er|bërhten swV.
      erberihtære stM.
      erberm-
      erbermnisse stF.
      erbërn stV.
      erbern (?) swV.
      erbesâme swM.
      erbeschaden M.
      erbeschaft stF.
      erbeschillinc stM.
      erbeschilt stM.
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   erbeman - erbeschilt    


erbeman stM. ‘erblicher Dienstmann, Dienstmann auf Erblehen’ (vgl. erbeeigen 2): er was für wâr mîn erepman, / er was mir heinlîch, ich im holt UvLFrd 537,19; ich pint auch mich vnd mein erbn vnd all mein nachkomen zu aller der vordrung vnd zu allem dem recht, es sey an stewr oder an wandel, der ein annder erbmann gepuntn ist, der erb von dem gotzhaus hat UrkEnns 5,516 (a. 1328)

MWB 1 1803,4; Bearbeiter: Richter

erbemarschalk stM. Inhaber eines erblichen Marschallamtes: das marschalkrecht, daz er vnser erbmarschalk ist von seiner altvordern wegen 2DWB 8:1620,75 (a. 1351)

MWB 1 1803,13; Bearbeiter: Richter

erbeminne stF. ‘Erbminne, angestammte Liebe’ Tristan was aber mit muote komen / wider an sîn erbeminne Tr 19179; vgl. Steinmetz, Tristans erbeminne, in: ZfdA 129 (2000), S. 388-408.

MWB 1 1803,17; Bearbeiter: Richter

erben swV. Prät. auch arpte ( UvZLanz 9376, GTroj 2536 ). ‘erben, beerben, vererben, als Erbe zufallen’ (auch übertr.) 1 vom Erben
1.1 ‘(etw.) erben’
1.2 ‘jmdn. beerben’
2 vom Erblasser
2.1 ‘(jmdm.) etw. vererben’
2.2 ‘jmdn. als Erben einsetzen, mit einem Erbe ausstatten’ (meist als Part. Prät.)
3 vom Erbgut
3.1 ‘als Erbe zufallen, durch Erbschaft an jmdn. gelangen’
3.1.1 intr.
3.1.2 mit Dat.d.P.
3.1.3 mit Akk.d.P.
3.1.4 mit präp. Erg.
3.1.5 refl.
3.2 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5): Weisheit, Kunst, Tugend vererben sich nicht
3.3 mit präp. Erg. zuo ‘zu einem Erbe gehören’
   1 vom Erben    1.1 ‘(etw.) erben’ – ohne Obj.: sô der man ie næchner sippe ist, sô er ie schierer erbet SpdtL 85,5; ze Künis erbent ouch diu wip und niht die man Tannh 5,29; man sol auch wizzen: swan chint geerbent StRAugsb 141,8; SchwSp 121b; UrkCorp (WMU) 1262,31. – mit Akk.d.S.: das arbtte er wol von kunne GTroj 2536; der künec giht, sîniu lant / well ich im gerbn RvEAlex 19761; swaz danne schaden oder laistung darauf gieng, den musest du und dein undertan erben und gelten UrkÖsterrErbl 165,24 (a. 1315 kopial); du maht vil prîses erben Parz 543,7. 803,13; SM:KvL 6: 5,5; UrkCorp (WMU) 2597,42. – mit Gen.d.S.: swelch man von ritters art niht enist, der hât des herschiltes niht, der erbet doch swaz er erben sol, âne tôtleibe, der mac er niht geerben SpdtL 109,8. 91,1. – mit präp. Erg.: diu vier kint mit wârheit / diu arpten, sô man uns seit, / an ir [der Eltern] habe und an ir guote, / an tugenden und an muote UvZLanz 9376    1.2 ‘jmdn. beerben’ ditz enmac den töhter kinden niht widervarn, daz si ir enin [Großmutter] mugen geerben SpdtL 85,15; jn der stat ze Colmere sol ein ieglich frowe irn elichen man erben vnd der man sin eliche husfrowe UrkCorp (WMU) 1695,16; sî unde ir künne, / die ich erbe mit unheile Flore 1193; GFrau 2153. 2146; Freid 59,17    2 vom Erblasser    2.1 ‘(jmdm.) etw. vererben’ – mit Akk.d.S. und Dat.d.P.: daz rîche her uns geerbet hât Crane 2899; mîme kinde wil ich erben dise nôt MF: Mor 3: 3,1; leide [...], / die du [Minne] hast geerbet mir Frl 14:10,7; vil schiere du irstirbis, / san daz alliz erbis / lachendigen erben Glaub 2520; RvEBarl 3903. – mit Akk.d.S. und präp. Erg. ane/ûf jmdn.: wil dû an den Troiân / dîn rîche gerben, / sô mûzestû êr sterben En 4166. 13420; des vater erbe ist din, / daz erbe an uns, hilf, gotes trut [Maria] , / daz wir din erben sin Frl 9:1,21; Tr 5195; ich muoz doch laster erben / ûf alle mîne nâchkumn Parz 213,18; aller der vogetie, die er iach, div vf in geerbet were UrkCorp (WMU) 2293,20; Frl 14:9,2; Lanc 28,14    2.2 ‘jmdn. als Erben einsetzen, mit einem Erbe ausstatten’ (meist als Part. Prät.): got den tot gesterbete, / den menschen wider geerbete / aber an den selben stam / dar in der tuvel abe nam HeslApk 17554; der vater [...] sîn chint geerbet hât / mit liuten und mit lande Aneg 550; Rûal unde sîniu kint / belêhent unde gerbet sint / von ir hêrren Tristandes hant Tr 5846; lehen [...], die er inne hat, zu den er auch geerbet ist, vnd zu den er reht hat UrkWürzb 41,359 (a. 1348); her sy geerbit [erbangesessen] adir ungeerbit DRW 3,57 (LiegnitzUB.; a. 1328); En 4384; Tauler 206,15    3 vom Erbgut    3.1 ‘als Erbe zufallen, durch Erbschaft an jmdn. gelangen’    3.1.1 intr.: ist das, das es [das Reich] erbt, so tzewcht man den erben von jugent dartzwe, das er güet sey Schachzb 36,16; [die Prussen wollten Königsberg zerstören] ûf daz dâ nicht geerbin / gotis lob mochte an der stat [nicht ansässig werden konnte] NvJer 11644. – unklar: er [der Ritter] muoz ouch haben rechtez adel / und lûtere triuwe sunder tadel, / die erben zu dem schilde HvFreibTr 1373    3.1.2 mit Dat.d.P.: daz kleit [der Schande] manigem erbet Frl 5:47,4    3.1.3 mit Akk.d.P.: der was von Burgonde lant / und was geheizen Ortwîn; / ez erbte in von den mâgen sîn / daz er ouch von Metzen hiez Bit 8680; den pfaffen [Sg.] erbet eigen mit ander sînen geswistern SpdtL 86,14; UrkCorp (WMU) 346,15    3.1.4 mit präp. Erg.: ane jmdn. ~ : von des rîches hant / ditze kunicrîche / erbt an die von Ôsterrîche Ottok 90718; swaz in borgschafte ste vnd daz der selbe schol [Schuldner] nicht gebn hab vnd doch burgen dar vmb laisten vnd sten [...], daz daz ledich sei, vnd sol der schad an den erben [die Schuld auf den übergehen] , der in dar zuͦ braht hat UrkCorp (WMU) 935,31. 1340,41; KLD:GvN 1: 3,11. ûf jmdn. ~ : sturbin dan demi eldirvatiri alle sine kint. so erbiti daz gut uf di kindiskint Mühlh 148,11. 131,7; der ist dot, so leb ich: / ditz land das erbet auff mich HvNstAp 5602; UrkCorp (WMU) 2715,3; Märt 17357    3.1.5 refl.: dô er in werdekeit erstarp, / dô erbte sich daz rîche ûf mich / mit rehtem erbe RvEGer 3873; [Christus] den tot da sterbete, / der sich uf uns erbete / von Adames ubertriten HeslApk 7986    3.2 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5): Weisheit, Kunst, Tugend vererben sich nicht: owê, daz wîsheit unde jugent, / des mannes schœne noch sîn tugent / niht erben sol, sô ie der lîp erstirbet! Walth 82,26; daz nieman wîsheit erben mac / noch kunst, daz ist ein grôzer slac Freid 79,7; wisheit erbet niht und edeliu tugent Stolle 41,14; Suchenw 19,5    3.3 mit präp. Erg. ~ zuo ‘zu einem Erbe gehören’ kummet derselbe [Erbstollen] an ein burgerlehen, das do buwehaftig ist unde nicht geerbit czu dem stollen, das burgerlehen mag im nicht geweren BgRIglauD 22

MWB 1 1803,21; Bearbeiter: Richter

erbenëmære stM. ‘Erbe’ das [...] meyn erbin und erbnemer sulch [...] 30 geschock grossen [...] nicht außrichten DRW 3,112 (WasungenUB.; a. 1343)

MWB 1 1804,57; Bearbeiter: Richter

erbenëme, erbenæme swM. ‘Erbe’ welde en [ den dinstboten ] der erbneme des lones louken RbMagdeb 300,14; un sal Arnolde den Schelen vorschreven un sine erfnamen in lenescher weer halden UrkNiederrh 3,38 (a. 1317); ich enpfilhe dir an dinen eit / Hugedieterichen, den erbenemen min WolfdD (H) 11,1

MWB 1 1804,61; Bearbeiter: Richter

erbenisse stN. ‘erbliche Abgabe, Erbzins’ auch sollen die vorgenanten keufer und ire erben von den vorgenanten vierczehen huben geben ierliche [...] zu eyme rechten erbenuͦsse ye vor die hufe sechs pfennig UrkErf 2,222 (a. 1347)

MWB 1 1805,4; Bearbeiter: Richter

erbenît stM. ‘überkommener, ererbter Hass’ immer mêre für die zît / durch ir valscher êren gît / und ir alten erbenît / hât ir chünne [die Juden] noch den strît, / daz ez sich got niht ergît KvHeimUrst 2151

MWB 1 1805,9; Bearbeiter: Richter

erbenôt stF. ‘überkommene, ererbte Not’ ein immer wernde erbenôt / und einen endelôsen tôt / wurben si [die Juden] KvHeimUrst 1091; Tristanden und die schœne Isôt / begonde twingen ir erbenôt. / ir nôt was die minne HvFreibTr 2718

MWB 1 1805,14; Bearbeiter: Richter

erbenôʒ stM. erbegenôʒ

MWB 1 1805,19;

erbenuz stN. erbenisse

MWB 1 1805,20;

erbephaht stF. ‘erblicher Pachtbetrag’ item so hant beyde die heren van Monyoyen ind van Guylch erffpacht ind zynsse ind gulde, die soelen sy halden beyde we sy de besessen hant WeistGr 2,777 (a. 1342)

MWB 1 1805,21; Bearbeiter: Richter

erbephluoc stM. übertr. ‘überkommene, ererbte Tätigkeit (der Liebe)’ (vgl. phluoc ): in streich diu liebe ir erbepfluoc / niwan an iegelîchem trite / und z’iegelîchen stunden mite / und gab in alles des den rât, / des man ze wunschlebene hât Tr (BG) 16846; vgl. Komm.z.St. sowie Steinmetz, Tristans erbeminne, in: ZfdA 129 (2000), S. 388-408.

MWB 1 1805,26; Bearbeiter: Richter

erberëht stN. 1 ‘Erbrecht’
1.1 ‘Erbanspruch, Recht auf eine Erbschaft’
1.2 ‘Erbteil, erbliches Eigentum’
1.3 ‘Erbrecht, Rechtsnormen über die Erbfolge’
2 ‘Erbleihe, Erbpacht’
3 bergm. ‘Recht des Grundherren’
   1 ‘Erbrecht’    1.1 ‘Erbanspruch, Recht auf eine Erbschaft’ wil dû mir geben dîn erbereht sô bin ich dir is vil gereht Gen 1093; gein Diemuten [...] vnd gein ir chinden, diͤ eribreht iahen auf daz selb guͦt UrkCorp (WMU) 3411,2; dâ müest er an hân gephlegen / mit mînen kinden erberehtes: / daz sol nû haben durchslehtes / unser gevater der bischolf Ottok 82757    1.2 ‘Erbteil, erbliches Eigentum’ daz erbereht, daz vns anerstorben ist an dem weingarten UrkEnns 5,60 (a. 1311); si haben hiuser ze erbrehte oder niht StRMeran 413    1.3 ‘Erbrecht, Rechtsnormen über die Erbfolge’ concessimus sub iure emphiteotico sive hereditario, quod vulgo dicitur erbirecht UrkBasel 1:306,22 (a. 1262); ælliv div guͦt, div mich angevallen sint nach erbe rehte von miner muͦter Gerdrude UrkCorp (WMU) 2658,33; UrkPreuss 1,172 (a. 1278)    2 ‘Erbleihe, Erbpacht’ daz wir [...] vnser gvt ze Weigbotesheim [...] ze erbe reht haben verlihen also UrkCorp (WMU) 1129,5; alle die wisen, die bi der selben burc ligent, die niht von alter sint verlehent oder anders enphremedet mit erbe rehte ebd. N572,19; UrkStraßb 3:185,18 (a. 1308)    3 bergm. ‘Recht des Grundherren’ was aber von ackerrechte, von erberechte oder von andern dingen [...], di zcu der urbar nicht gehorent, gevellet, das sal uns Heinrich voyte von Plauwen Reuze genant und unsern erben zcuͦvort volgen gar UrkFreiberg 2:8,11 (a. 1337)

MWB 1 1805,33; Bearbeiter: Richter

er|bërhten swV. hier Part.-Adj. ‘strahlend’ daz uone diner urstente si erliuttertiu erberhttiu erschine erglizze [interl. zu ut tua resurrectione clarificata refulgeat ] PsWindb 117,Oratio

MWB 1 1805,62; Bearbeiter: Richter

erberihtære stM. ‘Erbrichter, mit einem erblichen Richteramt belehnte Person’ wir lazen ouch dem erbrechter [ iudici hereditario ] der selben stat den driten teil der bucze grozer bruche HandfElbing 28; is en sal keyn richter, der bie dez herczogin banne dingit, echte dink habin ane sinen erberichter, vor deme her sich czu rechte bitin sal RbNeumarkt 145

MWB 1 1806,1; Bearbeiter: Richter

erberm- → erbarm-

MWB 1 1806,9; Bearbeiter: Runow

erbermnisse stF. ‘Barmherzigkeit, Mitleid’ da inne [in dem wunderbaren Brot] ist kein bedruͤgnisse, / sonder ist gemacht von erbermnisse Pilgerf 2993

MWB 1 1806,10; Bearbeiter: Richter

erbërn stV. 1 ‘hervorbringen’ (meist als Part. Prät.)
1.1 ‘jmdn. gebären’
1.2 ‘jmdn. zeugen’ hier mit Ersparung des pron. Subj.; oder intr. ‘geboren werden’ (?)
1.3 Part.-Adj. ‘angestammt’
1.4 übertr.
2 refl. ‘entstehen’
3 intr. ‘gelingen’
   1 ‘hervorbringen’ (meist als Part. Prät.)    1.1 ‘jmdn. gebären’ der Franzoisinne Anpflîsen wart ein kint gelâzen, / erboren von vürsten künne unde von art Tit (BH) G 33,2; die herren wâren milte, von arde hôhe erborn NibB 5,1; nu bin ich doch ûz minne erborn Parz 732,17; ich bin ir ze dienst erborn SM:St 7: 1,8; das die kint bedi von einem vattere vnd von einre muͦtere sint erborn UrkCorp (WMU) N238AB,16; so vrâgt ich wannen dû wærest erborn Wh 290,21. 254,10; Freid 111,10; UvZLanz 4047; UrkEls 2,167 (a. 1339)    1.2 ‘jmdn. zeugen’ hier mit Ersparung des pron. Subj.; oder intr. ‘geboren werden’ (?): da Seth hatte hundert iar / und funf iar, Enoch erbar, / Sethis sun HistAE 230    1.3 Part.-Adj. ‘angestammt’ daz sî der kumber wider ûf die erbornen vriunt gewande SM:UvS 29: 1,7; wir hân vereischet, die der wenke hânt gepflegen, / daz sî der kumber wider ûf die erborne friunde wande Walth 30,35; erbornen magen [Dat.] UrkFürstenb 2,43 (a. 1311)    1.4 übertr.: der die minne hât, der hat die diemioti. der die diemioti hat, der hat die gehorsami. und werdent uon der minna die tugende alle erbôrn als uon êiner muoter ein tochter PrWack 18,45. ze solher vreude ist mîn [des Dichters] sin / ze chranc, daz ich die rehte erbar [darstellte] KvHeimHinv 461    2 refl. ‘entstehen’ sô sich jâmir grôz irbirt NvJer 383    3 intr. ‘gelingen’ dein vart dir alle woll erpiert Seifrit 1464

MWB 1 1806,13; Bearbeiter: Richter

erbern (?) swV. ‘jmdn./etw. schlagen, erschüttern’ do heilt [l. hielt ] mich [Hiob] angst und bibunge, und alle mine bein die sint erbert [vgl. Iob 4,14: omnia ossa mea perterrita sunt ] , und do der geist vor gieng in miner engegenwúrtkeit, do erbibenten dú har mins fleisches Tauler 222,9

MWB 1 1806,42; Bearbeiter: Richter

erbesâme swM. ‘Same, der die Erbsünde weiterträgt’ (?): swer frevellichen sünden pfliget: da lit der erge same [La. erbesamen ] Frl 5:52,12

MWB 1 1806,48; Bearbeiter: Richter

erbeschaden M. ‘Schaden am Erbgut (Liegenschaften)’ nuer um czwairlai schaden tuet man chlagern reht: daz ain haisset erbschaden und daz ander haisset gelopter schaden [vereinbarter Schadensersatz, Verzugszins] , der pewert ist StRBrünn 397. 77

MWB 1 1806,51; Bearbeiter: Richter

erbeschaft stF. 1 ‘Erbschaft’
1.1 ‘erbliche Nutzungsrechte, Erbleihe’
1.2 in der Verbindung jëhen/ sprëchen , mit präp. Erg. ‘Erbanspruch erheben auf etw.’
2 ‘Vererbung’ (von Eigenschaften)
   1 ‘Erbschaft’ hie dishalp mers er sagt genuoc / daz er vür erbeschaft süle hân Wh 221,15; dem sin herschaft und sin lant / mit erbeschaft was gegeben RvEWh 15099; stirbt aber du nagent [l. nâchgênde ] frow an liberben, so valt du erbschaft wider an du vorgenden kind WeistGr 1,314 (a. 1344); SpdtL 112,9; KvWSchwanr 701; UrkCorp (WMU) 2499,8. – übertr. auf christliche Glaubensgewissheit: daz si daz [ himilriche ] do an den rehten gelouben unde anderiu guoten werch von rehter erbescefte besitzen mahten Konr (Sch) 182,33    1.1 ‘erbliche Nutzungsrechte, Erbleihe’ do lihen wir dem vorgenanden Johannese von Baden die erbeschaft der driier teile der selben garten [...] vmb den vorgenanden zins ierglich ze gebenne UrkCorp (WMU) 1858,26. 2201,18; Elysabeth [...] hat verluwen alles das guot [...] Heinrich Chozzin zi eime rehtin erbe. alle die wile, das si das guot unverchoffit het, so ist sin erbeshaf stäte [...]. ware das du vorginante Elysibethe das guot verchoffin wolte, so ware die erbeshaft us UrkBasel 2:282,9 (a. 1285)    1.2 in der Verbindung ~ jëhen/ sprëchen, mit präp. Erg. ‘Erbanspruch erheben auf etw.’ ouch sprach der selbe wîgant / erbeschaft ze Bertâne ûfez lant Parz 145,14; vur ale die erben, die erbesepht avf daz vorgenant gvͦet iehent UrkCorp (WMU) 2556,29; nû ist iu vor wol kunt getân, / daz erbeschefte iâhen die von Affricân / ûf roemisch rîch Loheng 7405; ob imen nach disem guͤt spreche mit erbschapht UrkEnns 4,203 (a. 1294); OberBairLdr 182    2 ‘Vererbung’ (von Eigenschaften): man næm einen man, / [...] / dem solch geburt wær beschert, / daz er von erbschaft / phlæg ouch etlicher kraft Ottok 38498

MWB 1 1806,57; Bearbeiter: Richter

erbeschillinc stM. ‘Erbschaftssteuer’ cum omni jure quod pro curmeda et aliis emergentiis, que dicuntur erffschillinc, de dictis bonis nobis possent emergere UrkNiederrh 2,295 (a. 1262)

MWB 1 1807,28; Bearbeiter: Richter

erbeschilt stM. ‘vererbbares Wappen (hier als Erblehen)’ (vgl. erbezeichen ): [wir haben] den erbern knechten [...] geligen und gegeben [...] zcu rechteme lehene und allern iren erben unsern rechten erbschilt, der an uns ist gevallen von todes hant von den von Stenberc, wen wir och di nesten ganerben dar zcu sin DRW 3,134 (BlDLG.; a. 1337)

MWB 1 1807,32; Bearbeiter: Richter