Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   entstôʒen - entvallen    


entstôʒen stV. refl. ‘sich entziehen, abwenden’ ein kristen man, / [...] was abtrunne worden / der tiutschen herren orden, / darinn er was gewahsen, / [...]. / dô er sich den enstiez / und daz er heiden wart, / dô wart er sô zart / den heiden allen gelîch, / daz er gewalticlich / wol tûsent heiden phlac Ottok 50890

MWB 1 1722,20; Bearbeiterin: Baumgarte

entstrîchen stV. ‘entschlüpfen, entgehen’ die wile daz entstrichen / was dem kunge die wirde Daniel 3838; Matidiana vur also / und was der vlucht ummazen vro, / daz si der unvlat entstreich Pass III 644,3

MWB 1 1722,27; Bearbeiterin: Baumgarte

entstricken swV. 1 ‘etw. aufbinden, (los-, ab-)lösen’
2 übertr.
2.1 ‘jmdn./etw. aus einer Verstrickung lösen’
2.2 ‘jmdm. Zugang (zum Wissen, zur Deutung) erschließen, eröffnen’ mir Dat.d.P. und Akk.d.S. oder Obj.-Satz
   1 ‘etw. aufbinden, (los-, ab-)lösen’ von bluote wârn die riemen / sô herte daz si niemen / wol entstricken mohte Wig 5336; mit siner wolgestalten hant / entstrickt er des brieves sloz WhvÖst 7529. 17799; Parz 256,9. 44,4; Wh 78,29; von dem schawen würd enstricket / nymer platt an ainer pluͦm Teichn 716,34. – auch mit zusätzlichem Dat.d.P.: den helm enstrictens ime zehant Tr 9402; WolfdD 1102,1; EckenlE2 176,7; ich moht im nit entstriken / nach wirdi sin schuͦh rieman SHort 2428    2 übertr.    2.1 ‘jmdn./etw. aus einer Verstrickung lösen’ und wart entstricket der knote / zwischen uns heiden und gote HeslApk 10339; wie ich den knoden enquicke / und ouch den strît entstricke, / der sich sô gar verwirret Erlös 722; Liupoldes herzen swær / wurden da entstricket WhvÖst 16275. 11397. – auch mit zusätzlichem Dat.d.S.: min vrawe diner riwen / kan dich noch entstricken WhvÖst 11551. – mit Akk. und präp. Erg.: dû maht mich wol enstricken von slôzlîchen banden Tit 95,1; swer sîn herze welle entstricken / ûz den sorgen, der sol blicken / an diu reinen guoten wîp KvWLd 3,21. – mit Refl.-Pron.: sie welnt sich der minne entstricken KLD: GvN 6: 5,9    2.2 ‘jmdm. Zugang (zum Wissen, zur Deutung) erschließen, eröffnen’ mir Dat.d.P. und Akk.d.S. oder Obj.-Satz: daz künde ich iu ze tiute / mit rede kûme entstricken KvWTroj 32801; mir hat Minne entstricket, / daz vrouwen zucht ir erbe si Frl 5:100,10. 7:38,1

MWB 1 1722,32; Bearbeiterin: Baumgarte

entstrûchen swV. ‘forttaumeln’ (hier übertr.): dô man daz grap entlûchte, / dô enphuor und enstrûchte / manigen siechen sîn gebreste Ottok 19513

MWB 1 1722,62; Bearbeiterin: Baumgarte

entsüenen swV. ‘entzweien’ (?) als Ggs. zu suenet (vgl. aber das Synonymenpaar frechet unde kuenet): er [der Pfennig] bindet unde enbindet. / er suenet unde untsuenet. / er frechet unde kuenet Pfennig 15

MWB 1 1723,1; Bearbeiterin: Baumgarte

entsunkenheit stF. ‘Entrücktheit, Versunkenheit’ er neiswi ward verzuket in sich und úber sich selb, und in entsunkenheit der sinnen ward in im suͤzeklich gesprochen also Seuse 90,19. 93,8 u.ö.

MWB 1 1723,6; Bearbeiterin: Baumgarte

entsûvern swV. ‘verunreinigen’ der von des wînes überkraft / sich zuo des swîns geselleschaft / mit allen werken füeget, / entsûbert und entklüeget / sîn reinikeit und ouch sîn zuht HvBer 4273; sü hettent burnen vnd andere waszer entsüfert mit vergift ClosChr 104,7. 99,1. 399,6; die edel mosse [d.i. mâʒe, vgl. 149,16: das ist des menschen gemuͤte (nach Lc 6,38)] do got so wunneklichen inne solte wonen, die ist also entreint und entsúvert und also vol fules mistes das got dar in nút enmag Tauler 149,19; Seuse 277,10. 321,31

MWB 1 1723,10; Bearbeiterin: Baumgarte

entsweben swV. 1 tr. ‘jmdn./etw. zum Einschlafen bringen, entrücken’
2 intr. ‘einschlafen’
   1 tr. ‘jmdn./etw. zum Einschlafen bringen, entrücken’ ie süezer und senfter videln er began: / do entswebte er an den betten vil manegen sorgenden man NibB 1835,4; das si [die Sirenen] noh ligen indem mer / und [...] die lúte mit ir sange / und mit des sangis suͤze entswebint, / das si ir lebins niht entsebint [wahrnehmen] / und entslafent sazestunt RvEWchr 26671; TrudHL 30,14; UvZLanz 7365. der hailige adem entswebete ir [Maria] den lichnamen / von den vuozen unze an den wirbel [Haarwirbel, höchster Punkt des Kopfes] AvaLJ 7,2; JTit 5210,3(La.). – mit Ersparung des Akk.: du [Hl. Geist] entswebist unde wechist Litan (M) 115    2 intr. ‘einschlafen’ ih slief unde entsuebet was PsWindb 3,5. 75,7; vile sciere er intswebite Gen 839. 1239

MWB 1 1723,21; Bearbeiterin: Baumgarte

entswellen swV. tr. ‘zum Abschwellen bringen’ er [der Stein] kan entswellen / libis vnd der sele geswulst Martina 50,102. – intr. (?) ‘abschwellen’ (hierher oder zum stV.?): swâ der mensch geswollen ist, salbe er sih mit dem gîers hirn, er enswellet als palde Barth 154,34

MWB 1 1723,37; Bearbeiterin: Baumgarte

entswëllen stV. ‘abschwellen’ legez ouf die geswulst: als palde entswillet si Barth 144,6. 137,34 u.ö.; vinde ich an Liupolt höveschen trôst, sô ist mir mîn muot entswollen Walth 32,16

MWB 1 1723,43; Bearbeiterin: Baumgarte

entswern stV. refl. ‘sich durch Schwur entlasten’ wirt ein mensci gubundin undi givangin mit duibi edir mit roibi vur din richteri bracht, undi wirt da leidic gilaizin durch ovilei edir durch beiti [wer sich durch Abgaben ( → oblei, → bëte 2 ) freikauft] , daz he sich da uz nicht insuerit, [...], die is givrattit [übel beleumundet (vreten)] Mühlh 115,1. – ‘jmdm. etw. durch einen falschen Schwur, Meineid vorenthalten’ (?) (vgl. Metam. 11,206 falsis periuria verbis): do der koning Laomedon / in vntsagete iren lon / vnde begundez in vntswere AlbvHalbB 94

MWB 1 1723,47; Bearbeiterin: Baumgarte

entswîchen stV. ‘jmdm. entweichen, ihn im Stich lassen’ mit Dat.d.P.: daz im div chraft entswichen was, / daz chom da von, daz sein nas / ein wunden het enphangen Krone 7502. 11947; frou, iuch niht entswîch / zwâr iuwer frümcheit! EnikWchr 15594; swaz er dâ friunde moht gehaben, / die mant er flîziclichen, / daz si im iht entswichen, / des wær im ieze grôze nôt Ottok 15154. 61046; EnikFb 1454. – mit Dat.d.P. und Gen.d.S.: ich dienstes iu niht entswîche EnikWchr 18558 u.ö.; ich triuwen niht entswîch / dem vogt hie ûz Österlant! EnikFb 1392; Ottok 744; kunic Ruodolf die boten hât / schône unde wirdiclichen, / ez liez in nihtes entswîchen; / swes si einez wolden heben, / der wurden driu in gegeben ebd. 13008. – mit Dat.d.P. und präp. Erg.: vnd wart sein varbe starch pleich, / wan im div chraft dar an [durch die Verwundung] entsweich Krone 9921. – phras. (?): ‘ohnmächtig werden’ (?): Isengrin [l. Isengrine ] von dem blvte entsweich ReinFu K,564

MWB 1 1723,59; Bearbeiterin: Baumgarte

entswînen stV. ‘entschwinden, abnehmen’ des [Paradieses] suͤzú fruht / [...] dem menschin niht entzswein / ze fuͦre und ze spise RvEWchr 272

MWB 1 1724,15; Bearbeiterin: Baumgarte

entswingen stV. refl. ‘sich davon schwingen, davon machen’ im [Franziskus] wart vil sûre / die selbe wîle dâ, wand er / walget in dem snê hin unde her, / unz er sich dâvon entswanc. / ûz der gruobe er schiere spranc / unde schutte ab im den snê LvRegFr 913

MWB 1 1724,18; Bearbeiterin: Baumgarte

en|tuon V. 1 ‘öffnen, auftun’
2 ‘zunichte machen, vernichten’
3 ‘jmdn. entschädigen’ mit Dat.d.P.
   1 ‘öffnen, auftun’ ích stûont ûf. daz íh mînemo uuíne intâte Will 80,1. 77,1. 81,2; sancta Maria. / du bist ein beslozzeniu borte, / entaniu deme gotes worte MarldM 58. – refl.: dir himil indedde sich scône Anno 41,4    2 ‘zunichte machen, vernichten’ er liez aber dare gan. / ez was allez endan. / swaz sin swert irgen berein Herb 10048. 6023 u.ö.; wyr sullen sy mit groessem nyde / so vreislichen hye bestaen, / dat sy sullent syn entdaen, / e sy sich sullen bewaren KarlGalie 12608. 2841; DvAPatern 142. – refl. ‘sich entäußern, sich vernichten’ (vgl. Anm.z.St.): in dem, daz sich der mensche entuot, sô întuot er Kristum, got, sælicheit und heilicheit Eckh 1:414,2.5. – phras. (?) enttân wërden ‘erschrecken’ do Marselis dyt vernam, / dat Karlle also vele volck quam, / do wart hey harde sere entain Karlmeinet 426,5. 536,65    3 ‘jmdn. entschädigen’ mit Dat.d.P.: jst, daz ein brennær brennet oder dehein ander schad geschiht von holtz, vnd sich der, dem der schad geschiht, des schaden versieht, daz man im entuͤ, [...], so soll der selb dem herren oder sinem rihter, [...], den schaden fuͤr bringen UrkCorp (WMU) 1274AB,19

MWB 1 1724,24; Bearbeiterin: Baumgarte

ent|ûʒenen swV. entiuʒen

MWB 1 1724,47;

entv- s.a. enph-

MWB 1 1724,48;

entvâhære, enphâher stM. auch umgelautet entpheher. ‘Empfangender’ 1 von Personen und Sachen
2 intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen
   1 von Personen und Sachen: sie [die Ordensmitglieder] sint ouch von ubervluziger minne entphêhere der geste unde der pilgerîne unde der armen lûte StatDtOrd 25,33; daz Hilprant von Stilues [...] hat auf geben ain voitaie [Vogtei] [...] dem gotshause auf sand Gorien berge, vnd des bin ich Willehalm, des selbes gotshauses diener, enpfaher gewesen UrkCorp (WMU) 2527,25; enphaher vnd innemer UrkEnns 5,320 (a. 1322). – zur Übers. von lat. susceptor ‘Beschützer’ du aber herre enphahær min bist ere min und erhohender hovbet min PsM 3,4 u.ö.    2 intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen: wîbe lôns enphâher Wh 411,4; ein vollecomener enphaher himelscher vrŏden DvAStaff 529

MWB 1 1724,49; Bearbeiter: Diehl

entvæhec, enphahec Adj. mit Gen. zur Übers. von lat. perceptivus ‘empfänglich für etw.’ doch hat des menschen sel die kraft all, das sy ist racionalis, das ist erchennent das recht, das gut, das war vnd das nuͤcz vnd ist sein enphahig KvMSel 117; die sel [...] ist auch der götleichen durchlewchtikait von dem ersten götleichem liecht enphähig mit lester emphahung ebd. 134

MWB 1 1725,1; Bearbeiter: Diehl

entvæhelich, enphæhelich Adj. auch kontrahiert anpfellig, empfellig. ‘angenehm (aufzunehmen), wohlgefällig’ únserm herren ist enkain ding so empfellig so der gemain dienst PrGeorg 162,25; daz ander ist daz aͤllú dinú wort und dinú werch got loblich sint und anpfellig ebd. 298,18. – ‘aufnahmebereit, -fähig’ der mennschen leibe, die da entpfählich sein essens unnd trinnckens HvHürnh 28,4

MWB 1 1725,9; Bearbeiter: Diehl

1entvâhen, enphâhen stV. auch enpangen, impingen, Prät. auch enphunge MarcoPolo 71,21. 1 ‘etw. anfangen’
2 tr.
2.1 ‘etw. nehmen, ergreifen’
2.2 ‘etw. entgegennehmen, bekommen’
2.2.1 allg.
2.2.2 ‘das Abendmahl empfangen’ , meist phras. gotes lîcham ~
2.2.3 ‘Worte aufnehmen, hören’
2.2.4 in Verbindung mit etw. Negativem ‘erleiden’
2.2.5 rechtl. (z.B. bezogen auf Lehen, Amt, Rechte u.ä., zahlreiche weitere Belege DRW 2,1518ff.)
2.3 ‘jmdn. aufnehmen’
2.3.1 als Gast
2.3.2 einen Gegner ‘erwarten’ , ‘sich stellen’
2.3.3 ‘jmdn. als etw. annehmen, in eine (Rechts-) Gemeinschaft aufnehmen’
2.4 selten mit sachl. Subj.
2.5 ‘ein Kind empfangen, schwanger werden’
3 selten mit Gen. ‘etw. empfangen’
   1 ‘etw. anfangen’ einen camf han ih entfangen Litan 13; den eber er ze vragen enpfienc, / daz er im sagte mere ReinFu K,1746. – mit Ersparung des Obj.: du entfehes vnde letzes Litan 64    2 tr.    2.1 ‘etw. nehmen, ergreifen’ ein gezimieret sper. / Diepalt brâhte ouch einz dâ her: / daz enpfie sîn herre küene UvZLanz 2973; da er die glene in die hant enpfing Lanc 381,28; ir hant er in die sîne enpfienc Parz 640,6. Achilles sie dâ schôn enpfie / bî der hant EnikWchr 15352    2.2 ‘etw. entgegennehmen, bekommen’    2.2.1 allg.: ôwî wan het ich sîn gewant / enphangen von des künges hant Parz 148,16; ub er ir oppher geruocht inphâhen Gen 608; swer die touffe hat enphangen, / dem wære ez wol ergangen Hochz 91; alle die die in der heiligen tauffe christenlichen namen enpfahent PrOberalt 162,28; Rol 2874; wiltu hie brvderschaft enpfan ReinFu K,686; lâ den [Geliebten] hie, / der minne brâht und minne enpfienc MF:Wolfr 2: 4,3; minne enphâhn und minne gebn Parz 77,15; er muoz dar umbe enpfâhen strît ebd. 529,12. 604,29; ze sînen kampfgenôzen, / die manegen slac grôzen / heten enpfangen und gegeben Iw 5393; Parz 288,21; daz sie binamen des todes pfliht / enpfiengen [starben] in kurtzen ziten Rennew 18263; der schol [...] bucze emphahen StRBrünn 404; di enphahent ablaz irr sunde von den byssoffen UrkCorp (WMU) 3581,34; Spec 130,4; PrOberalt 78,25; aber wê den, die allain enpfangner guottæt niht gedenkent BdN 208,16. wir sun den winder in stuben enpfâhen [erwarten] KLD:BvH 1: 1,1. daz urinâl brâht man im dar [...] / dar inn er sînen brunnen enpfie [auffing] EnikWchr 15021    2.2.2 ‘das Abendmahl empfangen’, meist phras. gotes lîcham ~ : daz ir den gotes lichenamen hivte also enphahet Spec 21,28; den gotes lichenamen si enphiengen Rol 3398; StatDtOrd 27,20; RvEBarl 14318; Mechth 4: 8,9; swenn wir sinen hiligen lichnam und sein heres blut enpfahen PrOberalt 80,7; unsers herren lichnam ebd. 80,11; den vrônen lip Spec 51,15; daz wirn [Christus im Abendmahl] durch die gehuge sines tôdis schulin enphahin ebd. 49,28    2.2.3 ‘Worte aufnehmen, hören’ sâ warin ir orn horinte daz gotis wort, daz si vil wirdechlichen enphiengin Spec 8,12; niwan eines von sînem munde / enpfie ich die âventiure Wig 11690; so sulnt sie swern, gezv́ge vnd vrkv́nde ze sinne vmbe die warheit êwecliche vber alle die ding, die sie enpfahen vnd derzuo sie gezogen werdent UrkCorp (WMU) N238A,9; vur ein michel wunder / entpfienc der herre die geschicht Pass III 455,93    2.2.4 in Verbindung mit etw. Negativem ‘erleiden’ swer magir ist vnde badet in dem kalden wazzere. der enpfet da uon schaden SalArz 26,12; Vateruns 44; thaz martyrium untfan MfrkReimb 420; Jêsus [...], / der sît durch uns vil scharpfen tôt / ame kriuze mennischlîche enphienc Parz 113,21; RvEBarl 14260; des intfienc her eine wunden ureissam Ägidius 518; NibB 2067,3; die mvsten enphahen / iamer vnd ruwe Herb 16469; die in aver unwirdichlich enpfahent, die empfahent die ewigen verlornuͤsse der sel und des leibs PrOberalt 80,12    2.2.5 rechtl. (z.B. bezogen auf Lehen, Amt, Rechte u.ä., zahlreiche weitere Belege DRW 2,1518ff.): ich möht mit êrn von sîner hant / mit vanen enpfâhen mîn lant Parz 420,14; ir lêhen si enpfiengen / von dem künege wol gezogen, / fürsten, grâven, herzogen, / vrîen unde dienestman UvZLanz 8378; Lanc 27,21; do daz enpfahen [der Lehen] geshach Rennew 32405; daz fürstentuom ze Brâbant / zeim erbe enphâhent KvWSchwanr 1267; da mitte hant des gotzhus eigenlúte enpfangen lên vnd erbe WeistGr 1,2 (14. Jh.); Orilus den eit enpfienc Parz 452,14; enpfâhet jenez zinsreht Tr 7115; nu lânt mich bürgen / emphâhen unde sicherheit KvWHvK 287; swer och in der stat burchrecht enpfæhet vnd burchreht tvͦt UrkWittelsb 2,47 (a. 1294). – z.T. mit refl. Dat.: inphahint in selbin eine grimme hersaf [ adsumentes sibi tyrannidem ] BrHoh 65; ein edel mensche vuor ûz in ein verrez lant und enpfienc im ein rîche und kam wider Eckh 5: 109,21. enphahende hant ‘Lehensnehmer’ (vgl. DRW 2,1519): so sich die enphahende hant wandelt UrkBasel 4:137,3 (a. 1339). – übertr.: daz si mînen dienst enpfâhe / lieblîch und in niht versmâhe SM:JvW 3: 2,4; MF:Mor 15: 1,6    2.3 ‘jmdn. aufnehmen’    2.3.1 als Gast: di engel her gahent, scone si dich enphahent AvaLJ 47,4; ze allen ziten ist vnser herre berait, die svndære ze enphahenne vnde ir schvlde ze vergebenne Spec 48,18; als tet diu künegin sîn wîp. / diu enpfienc Gâwânes lîp / und ander sîne geselleschaft / mit getriulîcher liebe kraft Parz 671,2; nu stant vf herre Constantin / vnd intfawir dise geste Roth 252; so er sine brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet Lucid 123,4; do enpfinc man in nach der gewonheit, / als des landes site was Herb 1936; dô kam sî wider gegangen / und wart baz enpfangen / dan sî verlâzen wære Iw 2078; ich werd verdriven of entfangen MarlbRh 12,21. – z.T. mit präp. Erg.: durch aller der heiligen willen di dich in himelriche impingen VatGeb 47; die iuch enpfahent in di ewigen herwerg PrOberalt 141,22; in sîne gnâde er in enpfie / und kusten ein ander beide Wig 7198; Ginovêr in ir pflege enpfienc / Itonjê und ir âmîs Parz 731,2; als Zacheus unsern herren in sin irdisscez hus enphienc mit grozzer wirtscefte Spec 136,34; daz unser herre diu haidenschaft ze sinen genaden enpfahen wolt PrOberalt 31,25. 33,26 u.ö.; dô inphienc in ce hûs [...] der kuniginne kemerêre PrMd (J) 350,18; KvHeimUrst 1296. – subst.: ich pin iwers enpfâhens vrô Parz 306,8; dâ was grôz enpfâhen / von dem wirte und von den sînen Wig 8666; ir gruoz und ir empfâhen / was bî im, dô si in sach Sperb 86. – selten bezogen auf Tiere (z.T. mit Dat. commodi): selue intfinc he sin rosvert Roth 5104; si liefen im engegene und enpfiengen im daz marc [nahmen ihm das Pferd ab] NibB 957,3; als man in diu ros emphie, / mit dem getwerge er dô gie Er 1208    2.3.2 einen Gegner ‘erwarten’, ‘sich stellen’ an dem braiten uelde / wellent dise helde / enphahen sine recken / mit scarphen swertis ecken Rol 7665; die geste kunden sie wol enphân / mit manegem scharpfen pfîle Eracl 2732; Terramêr enpfangen / wart sus von der getouften diet: / si buten strîtes gegenbiet Wh 37,14    2.3.3 ‘jmdn. als etw. annehmen, in eine (Rechts-) Gemeinschaft aufnehmen’ welch meyster ouch eynen lerknecht entfehit UrkSchles 8,123 (14. Jh.). – meist mit präp. Erg.: so insal min sien zu burgeri nicht inpha Mühlh 160,20; ob si in ze kuninge wolden entfân / und ime werden undertân SAlex 963; die zwen konig die er zu búrgen hett enpfangen Lanc 304,29; da enpfing die ebtißinn den knecht zu bruder ebd. 16,11; ich enpfah uch also zu eim gesellen ebd. 544,6; ein ieglich man, der entphangen wirt zu brûdere zu unserm ordene StatDtOrd 61,18; diz ist, wie man einen brûder entphâhen sule in den orden ebd. 127,1; so enpfahe ich dich wiedder in die heilige kristenheit Lanc 538,24. do spranc si czuͤ der tvͤre vnd tet im vͦf vnd emphiench in fuͤr iren friedel Konr 6,42. – in der Wendung etw. ~ vür guot ‘wohlwollend aufnehmen’ den eit er vur gut enphienc, / swie er doch vbel vz ginc Herb 16022; dirre kranke presant, / vrowe, sî dir gesant. / empfâhe in von mir für guot SM:EvS 3: 1,3; diu vrowe daz für guot enpfie UvZLanz 4592. der helt daz houbet dahte / und enpfie die rede für ein gamen [Spaß] UvZLanz 1071; das er es [das Verhalten der Dame] úmmer fur húbscheit kunde enpfahen Lanc 253,17    2.4 selten mit sachl. Subj.: daz div selbe porte, div ze himele get, niemin enphahit wan den, der sich siner sundin hie erclagit hat Spec 70,31; Hochz 433; daz velt do den tou enphinc Herb 7888; Konr 11,23; do der tac vf ginc / vnde die werlt die licht enphinc / von der claren svnnen Herb 10954. nû het ouch vil der mâsen / diu veste Oransche enphangen / mit würfen von den mangen Wh 222,15    2.5 ‘ein Kind empfangen, schwanger werden’ du hast ein chint enphangen. / danne wahset ein man, der wirt geheizen gotesun AvaLJ 6,3; Abhrahâmis schôz sal mich intphâhin PrMd (J) 341,7; von deme héligen geiste wart er enphangen Lucid 4,5. 62,7; so emphehestu dinen svn gesvnten Konr 13,56; din kint, dat du, magt, entfiͤnges MarlbRh 42,30. 56,2. – mit Ersparung des Obj.: ein magit sal inphâhin unt sal ein sun gwinnin, der sal got geheizin werde PrMd (J) 344,11; nâch menschlicher gewonheit / wart sie swanger und enphie Eracl 317    3 selten mit Gen. ‘etw. empfangen’ priesterlicher wirdikeit / er von dem von Regenspurg enphie Ottok 8754; sô mugen wir enphâhen [...] / der gnâd ebd. 10683

MWB 1 1725,18; Bearbeiter: Diehl

2entvâhen, enphâhen stV. Zuordnung zum Simplex vâhen problematisch (vgl. 2DWB 8,1368 und 9,18 sowie TrudHL (O) , Komm.z.St. mit weiterer Lit.), s.a. entvengen . ‘etw. entfachen, entzünden’ der heilige geist emphahet unde eitet [erhitzt] , brennet unde zerlât dc golt odir dc silbir TrudHL 1,10. 1,11; daz wilde fiur, als ez von swebel / wær enpfangen und enbrant Reinfr 17371. – refl. ‘sich entzünden’ der hûf [zweite Holzhaufen] verbrinnt, der dritte / enpfâhet von der hitze gar Reinfr 26503. 26493

MWB 1 1728,3; Bearbeiter: Diehl

entvâhphenninc, enphâhphenninc stM. Bezeichnung für verschiedene Abgabearten (vgl. vancphenninc ) 1 von Prozessparteien an den Richter
2 von Bergwerksgewerken an den Grundeigentümer
   1 von Prozessparteien an den Richter: decernimus, ne ulli iudici in ipsa civitate liceat denarios qui enphahphenninge dicuntur vulgariter, ab ullo hominum in antea extorquere UrkÖsterrSt 28 (a. 1276)    2 von Bergwerksgewerken an den Grundeigentümer: ist aber ain pergkrichter da in demselben gericht, der sol den fund leyhenn, vnd der man, des das aigen ist, der sol das vierczigist nemmen, vnd sol der richter die emphachpfenning mit ihm tailen UrkSteiermSt 2,174 (a. 1339 kopial)

MWB 1 1728,14; Bearbeiter: Diehl

entvâhunge, enphâhunge stF. ‘Empfang, Auf-, Annahme’ 1 von Personen und Sachen
2 intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen
   1 von Personen und Sachen: der armo vnde der bilgeri alrmaiste der inphahunge ruͦch sorcsamlic werdet irbotin BrZw 53; sô bevelhen wir die entphâunge des bescheidenheite, deme sôgetân ambeht denne bevolhen ist StatDtOrd 53,15. unde nach enphahung [ acceptio ] dirre naturen so heizent si widergeborn oder anderwerbe geborn in gotis sün ThvASu 214,22. – ‘Übernahme, Einweisung’ von der enphaunge der lehen KlKsr 3,29; ufdragungen und intphagunge DRW 2,1525 (Mainz/  DRWArch.; a. 1342). – ‘Empfängnis’ aber nu hatte Christus von dem beginne siner enphahunge [ conceptio ] volkomen gotlich gebruchung ThvASu 58,22. 34,5. 58,7    2 intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen: die sel [...] ist auch der götleichen durchlewchtikait von dem ersten götleichem liecht enphähig mit lester emphahung KvMSel 135; dâ got istic ist sîn selbes, niht nâch einer enpfâhunge sîn selbes noch nâch einer gewinnunge sîn selbes Eckh 1:197,3. aber sin gesteltnüsse daz offenbaret daz wort dez machenden, alse die forme dez huses zeiget die enphahunge [ conceptionem ‘Planung’ ] dez kunstmeisters ThvASu 260,23. – phras. ~ unsers herren lîcham ‘Empfang des Abendmahls’ in disir predigade lerit brudir Eckart Rube der lesemeister wi di inphahunge unsis herrin lichamin ist zveigirleige geistilich und sacramentilich Parad 3,4. 3,9. 55,24

MWB 1 1728,27; Bearbeiter: Diehl

entvallen, enphallen stV. auch enpfallen, enphallen. 1 ‘niedersinken, herunterfallen’ z.T. mit präp. Erg.
2 übertr. ‘entfallen, verloren gehen’
2.1 mit Dat.d.P.
2.2 mit Dat.d.P. und ergänzendem Gen. (in rechtl. Zusammenhang) ‘jmdm. etw. vorenthalten’
2.3 mit Dat.d.S. ‘von etw. abfallen’
3 ‘etw. einbüßen, verlieren’
3.1 mit Gen.d.S.
3.2 mit präp. Erg.
4 ‘jmdm. zufallen, anheimfallen’
5 in der Wendung sîn ‘(jmdm.) etw. schuldig sein’ (meist im Zusammenhang mit Strafen)
6 subst. ‘Ablegen’
   1 ‘niedersinken, herunterfallen’ z.T. mit präp. Erg.: ir hende enphilen uf ir knie Elis 4817. – mit Dat.d.P.: [er] begreif den herzogen got / vnde crazitime ave den stalin hot / mit deme hare here in vf want / do intfiel er eme indaz gedranch Roth 1705; daz was ein bitter zeichen. / im enphilen die hende Herb 10407; Tr 18189; Iw 6225; jhener raufft syn schwert und wolt sich weren, der ander macht yn so unmúßig [beschäftigt ihn so sehr] das im syn schwert entfiel Lanc 161,24; und wart im an dem herczen so wee das im der brieff uß der hant enpfiel ebd. 492,21; Kaîn der nît ane gie, daz antlutze im inphiel [ concidit vultus Gn 4,6] Gen 617. – ‘ausfallen’ do entvîl in beidin ein hâr / daz was schône unde lang Eilh (L) 1386; keyn blat wirt in [den Bäumen] entvallin und ire vrucht wirt nicht vorgeen Cranc Ez 47,12    2 übertr. ‘entfallen, verloren gehen’    2.1 mit Dat.d.P.: als ich gedenke an manigen wunneklîchen tac, / die mir sint enphallen Walth 124,16; wenne min fleisch mir entvallet, / [...] / und min herze smilzet nach diner minne Mechth 2: 25,88; niht, daz man dem innern sül entgân oder entvallen oder vermeinen, sunder in dem und mit dem und ûz dem sol man lernen würken Eckh 5: 291,4; inphallin uri abir die guzugi, so mac he woli mit sinemi rechti davuri ste Mühlh 107,24; und were dz er burger wurde an eins probsts urlop, so ist dem gozhusman all sin recht empfallun WeistBa 242 (a. 1344); wol wil ich des getrûn / disen herren allen / daz si mir iht enphallen [abtrünnig werden] Ottok 4180. ez ist lanc daz mir freude enpfiel Parz 660,3; wîp sint âne gallen: uns allen enphallen sorge muoz / durch der minneclichen reinen wîbe gruoz KvWLd 8,15. – euphemistisch ‘ums Leben kommen’ Ludewic der degen / sluͦc da uor Neren: / do waren in [den Heiden] die herren / paide samt enphallen Rol 4829; daz si si solten gesehen / von den lantherren allen, / den ir vater was enpfallen, / der si wol berihte UvZLanz 8616; owe, daz ir uns baide / sit also fruͦ enpfallen! WhvÖst 19293    2.2 mit Dat.d.P. und ergänzendem Gen. (in rechtl. Zusammenhang) ‘jmdm. etw. vorenthalten’ nimet ein herre sinem man guͦt [...] oder enphellet er im der manschaft [Gewährspflicht] , daz sol er clagen dem obern herren SchwSp 197a; daz im [dem Kläger] des di boten intpfilen, so wurde ienre [der Beklagte] ledic aber mit rechte StRFreiberg 197,9. 74,29; sô biten wir in alle / daz er uns des niht enpfalle StrDan 844. 8302    2.3 mit Dat.d.S. ‘von etw. abfallen’ inde [dat] der bischof der [Sühne] niet intfalle uppe eine side noch her Cunrait uppe die andirsiede UrkCorp (WMU) 21A45. entviele got sînem worte [würde wortbrüchig] , sîner wârheit, er entviele [verlöre (zu 3.1)] sîner gotheit Eckh 5: 27,9    3 ‘etw. einbüßen, verlieren’    3.1 mit Gen.d.S.: alsô als der inner mensche nâch geistes art entvellet sînes eigens wesens Eckh 3:135,1; so insolen wir in [...] dekeinen schaden don, [...], daz wir nit inphallen vnser leene UrkCorp (WMU) 904,10; brechen wir daz, so weren wir inphallen unser leene ebd. 904,7    3.2 mit präp. Erg.: brechen wir diz an irme libe [...], so sin wir inphallen an vnsern leenen UrkCorp (WMU) 904,2; wie er des nyet endeit, so entfellit er von allem dem rechte syns stuylis UrkTrier 326,22 (a. 1351)    4 ‘jmdm. zufallen, anheimfallen’ daz inen die [ lehen ] ledic vnd enpfallen sint wider an sich vnd an der herren hant UrkCorp (WMU) 986,32. 776,20    5 in der Wendung ~ sîn ‘(jmdm.) etw. schuldig sein’ (meist im Zusammenhang mit Strafen): der das nit endut, der ist das phunt entfallen WeistGr 2,3 (a. 1321); wer den andern [...] eyniche gelydt brichet, [...] der ist vns entfallen 50 phenninge ebd. 2,5 (a. 1321) u.ö. – mit Gen.d.S.: daz er denne vnserm lieben oheim [...] enpfallen vnd schuldich sei zwaier hvndert march Aglaier pfenninge UrkCorp (WMU) 1421,4. 466,35. – mit präp. Erg.: richtet der denne den zins nit inront viertzehen tagen [...], so sol er ze pene inen emphallen sin umbe zwivalten zins UrkBern 5,570 (a. 1327)    6 subst. ‘Ablegen’ mit einem enpfallene dez ussern gewerbes sich sezzen in ein stillheit sins gemuͤtes Seuse 192,26

MWB 1 1728,57; Bearbeiter: Diehl