Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   epgrunde - ër    


epgrunde stN. → abegründe

MWB 1 1772,48;

epfel- → apfel-

MWB 1 1772,49;

êphenninc stM. ‘Gerichtspfennig’ omnes illi, qui dant epfeninge, debent dare annuatim panwerch UrkTirol 1:3,143 (a. 1239); omnes homines qui de iure dare debent epfenninge de bonis eorum UrkÖsterrM 131 (a. 1272)

MWB 1 1772,50; Bearbeiter: Runow

ephich stMN. auch eppe, ephe, epf. ‘Sellerie’ (Apium graveolens; vgl. Marzell 1,345f.): apium vel selino: ephe / ephich SummHeinr 1:204,434; ephih ist goͮt den zornegen liuten PrüllK 24; der eppe ro gessen oder getrunken: das saf hilfet den, der mit arbeiten pisset Macer 9,6; fenichel und epich Barth 158,2; apium haizt epf. daz kraut ist haiz und trucken BdN 382,14; petersil hât vil der kreft, die der epfeich hât ebd. 413,33; Gen 251; SalArz 11,51

MWB 1 1772,55; Bearbeiter: Runow

ephichblat stN. ‘Sellerieblatt’ zu den sichen ougen. nim eppes bletere vnde rip si mit gruneme kese. vnde lege daz uf di ougin SalArz 36,45

MWB 1 1773,1; Bearbeiter: Runow

ephichrinde F. ‘(abgeschälte) Sellerierinde’ gip im [dem Fieberkranken] uenchel rinde. oder eppen rinde di gesoten sin mit oximel SalArz 72,33

MWB 1 1773,4; Bearbeiter: Runow

ephichsaf stN. ‘Selleriesaft’ so sal man dem siechen geben scariole saf. vnde eppe saf SalArz 71,54; salbe dich mit eppe saffe ebd. 78,9 u.ö.

MWB 1 1773,7; Bearbeiter: Runow

ephichsâme swM. ‘Selleriesame’ man sal im [der am Blasenstein leidet] ouch gebin alle di dinc di den harn machen uaste gen. daz is [...] eppesame. petirsilge same SalArz 59,8 u.ö.; der eppe same mit wassere unde mit ezzege genutzet verstophet den buch Macer 9,12; Ipocr 222

MWB 1 1773,10; Bearbeiter: Runow

ephichsouc stM. ‘Selleriesaft’ nim wermuotsouch unde ephichsouch unde maratrisouch unde mische die alle under einander Barth 143,15; swer di [ hitzeblatern ] hat. der sal [...] ofte baden. vnde sal sich bestrichen [...] mit eppe suge so er uz dem bade ge SalArz 78,54. 65,16

MWB 1 1773,16; Bearbeiter: Runow

ephichwurz stF. ‘Selleriewurzel’ diptamnum: ephiwrz VocBV67 3:498,6; nim venichlwurz und epfeichwurz und petersilwurz und seut die in erdgallensaf [...] und gib ez dem ze trinken, der krankeu gelider hât BdN 397,26

MWB 1 1773,22; Bearbeiter: Runow

ephimera F. eine (kurze) fiebrige Erkrankung: effimera daz ist ein swer. vnde [...] geschit etwenne uon der sunnen hitze. so wirt daz houbit heizer denne ander teil des libes. vnde tut uil we SalArz 66,53; swenne di effimera ist uon der sunnen hitze ebd. 67,16. 67,27

MWB 1 1773,27; Bearbeiter: Runow

ephot Subst. (hebr., vgl. Glr.z.St.) ‘Gewand des Hohepriesters’ Jeronimus heizzet die alben [weißes liturgisches Gewand] ephot Lucid 87,7

MWB 1 1773,33; Bearbeiter: Runow

ephöu stN. auch ebehou; zu ahd. ebah, mit pseudoetymol. Anlehnung an ahd. howi ‘Heu’ (vgl. 2DWB 7,90 (s.a. AWB 3,1). ‘Efeu’ edera quod arboribus reptando hereat: ephoͮ SummHeinr 1:191,269 u.ö.; ad capitis dolorem. nim wormatun. rutam. ebehoͮe. daz an der erde wahsset Ipocr 7. 15. 52; mule daz ephoͮwe cum uino InnsbArz 5

MWB 1 1773,36; Bearbeiter: Runow

epiphanie F. ‘Epiphanias, Tauffest Christi; Dreikönigstag’ dis beschach [...] an dem fritage nach der epiphanie UrkCorp (WMU) 503,4; dur daz began wir des in epiphania niht. der toͮf, den wir ze osteren begant, der ist vnsers herren Ihesu Cristi Lucid 115,13; [Überschrift:] in epyphania. an dem zwolften tage Tauler 16,20

MWB 1 1773,43; Bearbeiter: Runow

epistelære stM. Bez. für den Kleriker, der in der Liturgie die erste Lesung (aus den Apostelbriefen) abhält: [Bildüberschrift:] accolite episteler vnd ewangilier Pilgerf 814 (App.)

MWB 1 1773,50; Bearbeiter: Runow

epistele swF. 1 ‘Brief’
2 bezogen auf die apostolischen Briefe der Bibel
   1 ‘Brief’ da von so sprichet St. Augustinus in einer epistelen ‘zuo Volysianum.’ ThvASu 38,15. 52,25; [Kapitelüberschrift:] von der episteln Aristotilis, die gesantt ward ze der pet [auf Ersuchen] des grossen chüniges Alexannders von Macedony HvHürnh Reg. 3. 1,11    2 bezogen auf die apostolischen Briefe der Bibel: also leret uns sant Paulus in der selben epistel wie wir uns beklaident mit tugenden PrGeorg 241,5; alliz daz geschribin stat [...] in einir epistiln zcu den Romer PfzdHech 161,3; sancte Peters epistole Tauler 91,2; Seuse 347,27; Eckh 1:161,3 u.ö.; mit lat. Flexionsendung: er hiez machen alle stunt / die wîsen prophêten kunt, / diu vünf buoch von Moysê, / die alten und die niuwen ê, / die boten, die epistolas, / den salter RvEBarl 13585. – in der Liturgie ‘erste Lesung’ (aus den Apostelbriefen, vgl. LexMA 3,2069f.): an den sunnetagen sal man in die epistelen unde daz ewangelium lesen StatDtOrd 32,29; Sente Stephan und Sente Laurentius lasen das ewangelium und di epistelen HlReg 67,6

MWB 1 1773,54; Bearbeiter: Runow

epistîtes Subst. ein Edelstein: karfunkl unt silenîtes, / [...] cerâuns unt epistîtes Parz 791,6; epistutes ist ain scheinent stain rôtvar. der den pei dem herzen tregt, den macht er sicher und senftigt urleug oder krieg BdN 446,8

MWB 1 1774,11; Bearbeiter: Runow

epistrates Subst. ein Edelstein: crisopassus und cristall, [...] epistrates, galactide HvNstAp 18156

MWB 1 1774,16; Bearbeiter: Runow

epitafum stN. auch epitafium. ‘Grabschrift’ dar an [am Grabstein] stunt [...] / sîn [Pallas] epitaphium gescriben / und wie her tôt was gebliben / und wie her hiez und wer her was En 8333; ich vant drî und zweinzec bâre, / alsô manegen tôten künec dâ ligen / gekrœnt. ir namen sint unverswigen: / ze ende ieslîcher bâre drum / hât ir eppitafîum / an breiten tavelen Wh 464,20; dar zu, du werde frawe, kum / und schrib daz epitaphum: / ‘hie ligt tot durch mynne / und von getruwem synne / mines diners freude selig’! Minneb 2638; Parz 107,30; Wig 8256; UvEtzAlex 4936. – allg. ‘Inschrift’ die aber zem grâle sint benant, / hœrt wie die werdent bekant. / zende an des steines drum / von karacten ein epitafum / sagt sînen namen und sînen art Parz 470,24. 781,15

MWB 1 1774,18; Bearbeiter: Runow

epizikel stM. ‘Epizykel’ (kleinere Kreisbahn, auf der sich die Planeten innerhalb ihres Umlaufs um die Erde scheinbar bewegen; zur Erklärung der Unregelmäßigkeit der Planetenbewegung innerhalb des geozentrischen Weltbildes; vgl. LexMa 6,2202): ez hat auch ein igleich planet an dy sunne einen chraizz, der haist ‘epiciclus’. und ‘epiciclus’ ist ein chlainer zirchel, durich dez selben umbchraizz wirt des mones leichnam gefueret, und dez epycikels center alle zeit wirt gefuret in dem umbchraizz deferenter Sphera 93,33

MWB 1 1774,34; Bearbeiter: Runow

eppe ephich

MWB 1 1774,45;

ëppen swV. ‘wegströmen, absinken’ (vom Meer in Bezug auf die Gezeiten): daz lant [Galiläa] vmme vehit ein sêe den heizit daz heilige ewangelium ein mere. wan er breit vnd lanch ist. [...] vnd vndit vnd eppit [hat Flut und Ebbe] sere als daz mer tuͦt PrLpz (L) 68,18

MWB 1 1774,46; Bearbeiter: Runow

eppurlis M. aberëlle

MWB 1 1774,52;

eptissin, ebbetissinne stF. auch abtisse, abtissin, ep-/ebetischin; selten eppetisse. ‘Äbtissin, Vorsteherin einer klösterlichen oder klosterähnlichen Gemeinschaft’ so man den [Nonnen] git ain maisterin, / ain priolin, ain abtissen SHort 4924; ain aptie, der pflac / schon und gewaltecliche / ain fúrstinne riche, / der stift, der richen oͮwe / æpitischen RvEWh 11800; ein ebtißinne und zwo nuͦnnen Lanc 14,34; wir Elizabeth von Wezinkon ebetischin des gotteshuses der heiligen martirer Felicis vnd Regule ze Zúrich in Konstenzer bischtome UrkCorp (WMU) 1068,7 u.ö.; der eppetissen bruͦder / unde der furstinne muͦder Elis 5389; ReinFu K,2130; PrBerthKl 3,124; SpdtL 83,17. – bildl.: hie nach sach ich ein geistlich closter, das was mit tugenden gebuwen. die eptischin ist die ware minne Mechth 7: 36,10

MWB 1 1774,53; Bearbeiter: Runow

ër Pron. ‘er’ Das Pers.-Pron. weist ein heteroklitisches Deklinationsparadigma auf; im Folgenden werden nur der Sg. Mask. ër und die zugehörigen Formen behandelt, vgl. → sie und → 1ëʒ . Die vom Refl.-Pron. übernommene Form sîn im Gen. ist nicht immer vom Poss.-Pron. zu scheiden, zur Formüberschneidung vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 41-43. 1 Formales
1.1 der einzelne Kasus (zur sprachlandschaftlichen Verteilung der Varianten vgl. WMU 1,482f. und 2 5 Mhd. Gr. § M 41 mit Anm. und Lit.)
1.1.1 Nom.
1.1.2 Gen.
1.1.3 Dat.
1.1.4 Akk.
1.2 Abschwächung unter satzphonetischen Bedingungen
1.2.1 Enklise
1.2.2 Krasis
2 Besonderheiten der Verwendung
2.1 innerhalb komplexer Sätze kann das Pron. seinen Bezug auf verschiedene Personen (mehrfach) wechseln (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 111)
2.2 ein folgendes Subst. vorwegnehmend
2.3 ein vorausgehendes, freistehendes Subst. im Nom. (Nominativus pendens, vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 56) aufnehmend
2.4 an die Stelle eines nach der Konj. und zu wiederholenden Rel.-Pron. tretend (vgl. 2 3 Mhd. Gr. § 496)
2.5 deiktische Bedeutung annehmend (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 112)
2.5.1 mit präd. Nomen
2.5.2 mit präd. Nomen und Rel.-Satz
2.5.3 mit explizierendem Rel.-Satz, der auf das Pers.-Pron. bezogen ist
2.6 durch Modalsatz mit daʒ expliziert (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 178)
2.7 neben Antwortpartikel (ohne verbale Aussage, vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 116)
2.8 subst. (stswM.) zur Bezeichnung eines männlichen Exemplars einer Gattung (auch von Pflanzen) ‘Er, Mann, Männchen’
3 im Dat. das Refl.-Pron. vertretend (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § M 42)
4 im Gen. das Poss.-Pron. vertretend oder zum Poss.-Pron. übergehend (vgl. sîn Pron.)
   1 Formales    1.1 der einzelne Kasus (zur sprachlandschaftlichen Verteilung der Varianten vgl. WMU 1,482f. und 2 5Mhd. Gr. § M 41 mit Anm. und Lit.)    1.1.1 Nom.: er: Tr 5649; Lanc 67,3; Vateruns 176. ir: SpJesu 526; EngelbGeb 58; UrkCorp 892,45. ier: PrSchw 1,52. he: Macer 96,3; MarldA 321; Roth 3143; Mühlh 100,5. her(e): Herb 12577; Macer 50,6; Roth 1704. hei: UrkNiederrh 3,34 (a. 1306); UrkCorp 1913,20. hie: MinneR 484 86; Tobias 17,4; UrkKöln 3,475 (a. 1300); UrkNiederrh 2,236 (a. 1257). er auf langen Vokal reimend: er [: gêr ] Rol 870. 8194; er [: hêr ] Wig 11239; er [: mêr ] Athis E 15; er [: mær ] HvFreibTr 3594. 3984. he auf langen Vokal reimend: he [: nimme = nie mê] Schampiflor 173; he [: ieman me] ebd. 194. – mit graphemischer Längung: hee UrkMeissen 1,306 (a. 1319)    1.1.2 Gen.: ës (selten klar vom Gen.N. zu trennen): Iw 2105. 5246. 6004; UrkCorp 35,21. sîn: Herb 3912; Eckh 5: 113,9; Konr 2 O,207. sien: Mühlh 122,13. sîner: EvBerl 10,2; JenMartyr 6    1.1.3 Dat.: im: Roth 4710; Iw 110; PrBerthKl 5,47. ime: Roth 2697; SiebenZ 3; Tr 2335. imo: Rol 617. 704; Gen 848; LobSal 89; MemMori 98. imu: UrkCorp 2433,7. himo: UrkCorp 9,7. imn: UrkCorp 345,22. imme: Roth 4795; MarldM 39; SM:EvS 1: 14,3. imi: Spec 59,5. 73,19. em(e): SalArz 50,39; Roth 903; Athis Ae 12. ieme: Herb 4262; Macer 32,15; UrkCorp 1616B,16. hieme: UrkCorp N536,25. iemj: UrkCorp N53,12. iheme: UrkCorp N817,35. – reimend auf langes -æme: eme [: bequeme] Karlmeinet 295,53; eme [: vngezeme] ebd. 317,16. om(e): Köditz 2,5; EbvErf 2835(La.); Schampiflor 360. (h)ume: Roth 1052. 1107; Mühlh 141,7; JenMartyr 36. umi: Mühlh 101,3. 140,19. am(e): UrkMühlh 307 (a. 1314)    1.1.4 Akk.: in: VAlex 1375; KLD:BvH 10: 3,9; HimmlJer 353. ine: Roth 1171. 904; Lanc 93,9. inen: Gen 577. 2649; JPhys 13,5; UvZLanz 4244. ien(e): Lanc 634,12. 157,28. inn: SM:Tu 1: 1,4. en(e): SalArz 23,43. 71,31; Roth 1150; UrkCorp 962,11. ein: UrkErf 1,418 (a. 1316); UrkCorp N548,37. ien: UrkHenneb 1:101,34 (a. 1325). 2:8,14 (a. 1333). – reimend auf langen Vokal: in [: sîn] NibA 1191,4. on: Mühlh 102,9; Köditz 5,4; UrkCorp 21A,47. (h)un: Anno 2,14. 4,2. 41,13; Mühlh 113,21. 132,10; UrkCorp 54,22    1.2 Abschwächung unter satzphonetischen Bedingungen    1.2.1 Enklise: Tristan begunde wenken; / und iedoch wancter niht alsô Tr 16025; er hetem den schilt nâch genomn Parz 571,23; da uon der tuujl muze clagen, / swenner dih den vanen sehet tragen Litan 799; dazn kunderm [ kunde er im ] anders niht gesagen Iw 3890; wandern [ wande er in ] ouch dernider stach ebd. 4690; swenners gerte Wh 429,13; ir frô herze missewende, diu ’m niht mag genâhen, niender hât berüeret KLD:BvH 5: 3,9    1.2.2 Krasis: est [ er ist ] überladen / mit tummer liute raten / der [...] / sin törschez singen üben wil Frl 5:118G,8; dô gedâhten si [...] deir [ daʒ er ] komen waere / umb ander boese maere Vät (K) 544; ez wart jenen swære, / an den si daz erkanten, dêr [ daʒ er ] in schedelîch in strîte wære Kudr 1122,4    2 Besonderheiten der Verwendung    2.1 innerhalb komplexer Sätze kann das Pron. seinen Bezug auf verschiedene Personen (mehrfach) wechseln (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 111): duo negetorst er [der Teufel] den man [Adam] an chomen, forht daz er [A.] in [T.] negeruochte fernemen, / ob er [T.] im [A.] ieht geriete daz er [A.] is niene tâte Gen 319-20; nû was der lewe sô starke wunt / daz er [Iwein] michel arbeit / ûf dem wege mit im [dem Löwen] leit. / dô er [L.] niht mêre mohte gân, / dô muoser [I.] von dem orse stân, / und las zesamne mit der hant / mies und swaz er lindes vant: / daz leiter allez under in [L.] / in sînen schilt und huop in hin / ûf daz ors Iw 5564-73; dô er [Heinrich] si [das Mädchen] volbrâhte / hin als er gedâhte / dâ er sînen meister vant, / dô wart ime [dem Arzt] dâ zehant / wærlîchen gesaget, / er [H.] hete brâht eine maget / die er [A.] in [H.] gewinnen hiez. / dar zuo er [H.] in [A.] si sehen liez AHeinr 1055-64    2.2 ein folgendes Subst. vorwegnehmend: mit hurte vlouger under sie, / der valke Parz 282,15. 382,6; sîn houbet her ûf rihte / der wol gelobete wîgant En 226; nu was er komen über mêr / der grôze künec von Persiâ StrKarl 8604; ErnstD 1394; UvZLanz 2213    2.3 ein vorausgehendes, freistehendes Subst. im Nom. (Nominativus pendens, vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 56) aufnehmend: der tûrlîche wîgant / under sîn here er dô spranc SAlex 4521; unser vater Adâm, / die kunst er von gote nam Parz 518,2; VMos 79,28; StrKarl 9316; Neidh WL 31:4,8(La.). – das Pers.-Pron. steht in einem anderen Kasus (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 114): Noę der guͦte / got ime offenote / wi sin sun Cham / wider ime hete getan VMos 14,14. der hêrre des landes, ir fröude dûht in niht ze guot NibA 593,4; der junge wirt der lande, / der degen Hartmuot, die rede was im ande Kudr 992,1    2.4 an die Stelle eines nach der Konj. und zu wiederholenden Rel.-Pron. tretend (vgl. 2 3Mhd. Gr. § 496): swem er daz swert undergienc / unt in mit armen zim gevienc, / den twanger swes er wolde Parz 538,12; diz bîspel ûf den menschen gât, / der keine witze z’êren hât, / und aber ze bœser kündekeit / im al die sinne sint bereit Freid 144,8; den sî ze gesellen kiesent / unde in ze liebe erwelent HartmKlage 1577    2.5 deiktische Bedeutung annehmend (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 112)    2.5.1 mit präd. Nomen: er bluome an mannes schœne! Parz 39,22; er tôre, er dunket mich niht wîse Walth 22,28; daz kom von im, er hellehunt Georg 5199    2.5.2 mit präd. Nomen und Rel.-Satz: er gouch, swer für die zwei [ gotes hulde und êre ] ein anderz kiese, / der ist an rehten witzen blint Walth 22,31; er sælic man, der iuwer lêre hât! ebd. 46,34. 28,21; er zage, der hie den rücke vlühtic wende Loheng 120    2.5.3 mit explizierendem Rel.-Satz, der auf das Pers.-Pron. bezogen ist: er was ir noch vil vremde, dem si wart sider undertân NibB 46,4; man giht, er sî sîn selbes bote / [...], / swer vür des andern schulde bite AHeinr 26    2.6 durch Modalsatz mit daʒ expliziert (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 178): si funden in, daz er slief Serv 3106; man solt in wol erkennen, / daz er den prîs übr manegiu lant / hete Parz 21,30    2.7 neben Antwortpartikel (ohne verbale Aussage, vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 116): ‘hat er ein wunde, herre?’ sprach sie. ‘ja er, ein vil groß’, sprach er Lanc 514,27 u.ö.; Eracl 441; ein klôsenære, ob erz vertrüege? ich wæne, er nein Walth 62,10; der künic sprach: ‘ [...] / ouch ist sô grimme stark der wundernküene man [Siegfried] : / ob er sîn innen wurde, sô torste in niemen bestân.’ / ‘nein er’, sprach dô Hagene NibB 873,1; Tr 6247. ‘ist doch Claudas dot?’ ‘nein er nicht’, sprach Lyonel, ‘aber ich wil wenen das der suͦne dot sy’ Lanc 84,16    2.8 subst. (stswM.) zur Bezeichnung eines männlichen Exemplars einer Gattung (auch von Pflanzen) ‘Er, Mann, Männchen’ si sâhen, daz ez [das Neugeborene] was ein er Mai 190,20; ist minne ein si oder ein er? Tit (BH) H 65,1; er spricht auch, daz kain ai perhaft sei denn der gevogelten sien [Gen. Pl. des subst. Pron. sie ] air, dâ des ern [Gen. Sg.] sâm zuo gemischet ist BdN 195,10; der sien [des weiblichen Palmbaums] zwên este druckent sich zesamen und umbvâhent des ers ainen ast ebd. 337,14. 182,33; RvEWchr 745; JPhys 6,6; Exod 2460    3 im Dat. das Refl.-Pron. vertretend (vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 42): swer daz nû vür ein wunder / ime selbem saget Iw 6575; ter leo hebit triu dinc ann imo ÄPhys 1,6; daz er uz minen cleidern sneit im cleider an Frl 1:14,9    4 im Gen. das Poss.-Pron. vertretend oder zum Poss.-Pron. übergehend (vgl. → sîn Pron.): ein sîn lantman Tr 3935; daz sin hus VEzzo 306; der uader sin Roth 3619

MWB 1 1775,6; Bearbeiter: Richter