ëbengelîcheit
stF.
‘vollkommene Übereinstimmung, Gleichheit’ (übers. lat.
aequalitas):
waz dez menschen guotes ist, daz ist von got. unde dar umbe
so mag dez menschen dekein gerehtikeit zuo got sin nach ebenglicheit
ThvASu
338,16;
nu ist die gerehtikeit ein ebenglicheit ebd.
336,33
u.ö.
MWB 1 1469,34; Bearbeiter: Diehl
ëbengelîchen (?)
swV.
refl. ‘sich mit etw. in Übereinstimmung befinden’
sine [des Smaragdes] varwe sich
sime tuende / von art wol eben glichet HeslApk
21631
MWB 1 1469,40; Bearbeiter: Diehl
ëbengelîchnisse
stF.
‘Entsprechung, Übereinstimmung’
in sulcher ebengelîchnis [mit
Christus] / sold des urhabs mitewist / nicht bî wesen billîch
JvFrst
1823
MWB 1 1469,44; Bearbeiter: Diehl
ëbengenôʒ, -genôʒe
stswM.
‘jmd., der jmdm. anderen gleichkommt’
ir gehorsami was also gros, das ir wart nie ebengenos
Mechth
7: 39,24.
– überw. im Hinblick auf den rechtl. Status
‘Standesgenosse’
wand man muos in Bêheim sehen / manigen hôhen herren, / der
an guote und an êren / wol was sîn ebengenôz Ottok
18305;
seit daz reht wil daz ein iegleicher gen seinem ebengeleich und ebengenoz
chainen gewalt [...] niht enhaben
[...] sol StRWienerNeust
55;
BrAlt
64;
Konr (Sch)
231,30.
–
‘Mitmensch, Nächster’
sehent: wer der mensche ist der sinen ebengenoszen erzurnet hat, der sol sich
versuͤnen mit ime e danne er enpfahe minen heiligen lichamen ClosChr
114,15
MWB 1 1469,48; Bearbeiter: Diehl
ëbengerade
Adj.
‘gleich schnell, gleichzeitig’
mit sînem ebengraden rât / do gescuof er nâch sîner hantgetât
/ den mennisken nâch sîn selbes pilde Kchr
8816
MWB 1 1469,62; Bearbeiter: Diehl
ëbengewaltec
Adj.
‘mit gleicher Macht ausgestattet’ (überw. bezogen auf
Christus):
ich [Lucifer] wil mit mînem chôre /
eben gewaltich ime wesen Gen
25;
daz er ebenher und ebengewaltich ist sinem vater
PrOberalt
29,16
u.ö.;
dem vater dort eben her, / ebin gewaldic, eben rich / und hir
der menscheit glich HeslApk
16771;
DvAOff
49;
PrGeorg
234,18
MWB 1 1470,1; Bearbeiter: Diehl
ëbengewalteclîche
Adv.
‘mit gleicher Macht ausgestattet’
daz ist Krist der rîche, / der ebengewalticlîche / ze himel mit sînem vater
lebet LBarl
469;
sô lebt er [Christus] noch êwichlîch / sînem vater
ebengewaltichlîch MargAntiochVI
168;
Janus der kúnig nam in sa / zuͦzim dar an das riche: / gar ebin
gewaltecliche / liez er in mit im krone tragen RvEWchr
20063
MWB 1 1470,9; Bearbeiter: Diehl
ëbengrôʒ
Adj.
‘gleich groß’
duo worht er ime die fuoze bêde eben grôze Gen
185.
– übertr.: ‘gleichwertig, ebenbürtig’
nu sît ir an gebürte doch / allen künegen ebengrôz / und
aller keisere genôz Tr
6141.
250;
ist er wol fürsten genôz / und mir an adel ebengrôz HvFreibTr
5752
MWB 1 1470,17; Bearbeiter: Diehl
ëbengrüene
Adj.
‘gleichmäßig (das ganze Jahr über) grün, immergrün’ (vgl. Hamm,
Lucid., S. 133):
die selbe ynsula ist uber iar gruͤne.
[...] daz wetter, daz sich hebet uon dem paradiso, daz
machit daz lant so creftic, daz ez ist ebin gruͦne Lucid
21,1.
21,3.
39,2
MWB 1 1470,23; Bearbeiter: Diehl
ëbenguot
Adj.
‘in gleichem Maße gut’
si nehabent hûs noch heimôt, si dunchet uber al eben guot
Gen
862;
ezn getrüege nie sô manic man / als ebenguotiu cleider an
Tr
10870;
si sint dri benempt und ain gewaͤr Got, eben gewaltig, eben wise und
eben guͦt PrGeorg
234,18
MWB 1 1470,28; Bearbeiter: Diehl
ëbenheilec (?)
Adj.
s.a. ëbenheimlich.
‘gleichermaßen frei von Sünde, gottgefällig’
beidiu wâren si nachent, scham hêten si deheine, / si
nehabeten nehein lit iz newâre eben heilich. / duo si nedwanch nehein ubel gedanch
Gen
307
MWB 1 1470,34; Bearbeiter: Schnell
ëbenheimlich
Adj.
s.a. ëbenheilec.
‘gleich vertraut’
nachet waren si beide, scham heten si deheine: / der gotes gnaden
vroͮten si sich, si waren ebenheinlich / wan si niht bedwanch dehein ubil
gedanch GenM
12,17
MWB 1 1470,39; Bearbeiter: Schnell
ëbenheit
stF.
‘Gerechtigkeit’
wande elliu inbote diniu .s. sint ebeneheit [interl. zu quia
omnia mandata tua aequitas
]
PsWindb
118,172
MWB 1 1470,44; Bearbeiter: Schnell
ëbenheit
stM.
‘(Leidens-) Genosse’
sante Laurentius kêrte sich umbe, / er emphie sînen ebenhait
[den hl. Stephan]
Kchr
13807
MWB 1 1470,47; Bearbeiter: Schnell
ëbenhël
Adj.
‘harmonisch, einträchtig’
stimme ebenhelle [interl. zu voce
concordes
]
PsM
H 42,5;
er gab in mit sînem chosse den êwigen vride und daz si ebenhelle wæren und
aller der werlt genêdich PrStPaul
107,30;
under allen den gesellen: / ir sanc ist ebenhelle
Wernh
2700
MWB 1 1470,50; Bearbeiter: Schnell
ëbenhëlle
stswF.
‘Eintracht, Übereinstimmung’
der uuride den wir auer mitten guoten haben, der gestatit die ebenhellin unt
die bruderlichun minne Alkuin
84;
kriec und haz gebirt der zorn, / liep wirt ûz ebenhelle geborn Cato
222;
si [Jerusalem] sol bezimbert werden alse ein stat,
da bi git er ze merkenne ‘ebin helli’; das er sprichit ‘ein
stat’, dc hillit alse vil alse ‘eben helli der burgere’
PrGeorg
307,27;
Wernh
3772;
Frl
5:22,11
MWB 1 1470,56; Bearbeiter: Schnell
ëbenhëllec
Adj., Adv.
‘einhellig, übereinstimmend’
wir [...] tuͦn kuͦnt
[...], daz wir mit gemeinem vnd mit ebenhellingen rate
haben gegeben zekoͮfenne dem abbette Heinriche [...]
zwelf jucherte ackers UrkCorp (WMU)
118,26;
nû was ein ebenhiuzec [La.
ebenhelig
] nît / mit grôzem hazze lange zît / undr
Alexanders ritterschaft RvEAlex
20319;
ebenhellich des vaterlichen liehtes lieht [interl. zu
consors paterni luminis lux
]
PsM
H 15,1;
PrWack
9,23.
– Adv.:
der werde gesezzit [als Abt
eingesetzt] . dén gmeinlich vnde ebinhelligo alle dir samnunch im
selbin vz irwellit BrEng
64
MWB 1 1471,1; Bearbeiter: Schnell
ëbenhëllen
stV.
‘übereinstimmen’
biten wir also, daz unser gebet und unseriu werch eben
hellent, so erwerven wir dez wir geren PrOberalt
101,22;
wir hêten ouch dîne wîsheit dar an wol erkant, daz dû sô manicvaltigiu dinc
alse ordenlîche ûf einander ebenhellende gegozzen hâst DvAOff
16;
der kan die Musicâ ze reht / der sîn leben sô machet sleht / daz er machet
sîner worte dône / mit den werken eben hellen schône WälGa
9024;
PrGeorg
306,8;
BrEng
19
MWB 1 1471,13; Bearbeiter: Schnell
ëbenhëllunge
stF.
‘Übereinstimmung, Eintracht’
concordia: êbenhellunga SummHeinr
2:240,01.18;
Lelii vnde Scipionis ebinhellunge were da ein missehellunge
Lucid
156,9.
146,3;
da enwirt niemer dehain missehelunge, do ist diu ewige
ebenhelunge, do ist fride vnd froude, semfte vnd ruͤwe Konr
20,64.
21,55;
daz wir mit gemainem rat vnd mit rehter ewenhellvnge hawen verlihen Albrehte
dem Vischære [...] vnsern wingarten ze Reifental
UrkCorp (WMU)
3192,31;
Litan
1307;
PrOberalt
97,12.
132,34
MWB 1 1471,23; Bearbeiter: Schnell
ëbenhêr
Adj.
‘ebenbürtig, gleichermaßen erhaben’ (meist mit Dat. und auf
Gottvater und -sohn bezogen):
wil der herre unde der chneht / bede minnen daz reht, / so
sagent diu buoch zware, / si werdent ebenhere VRechte
220;
volge et mîner lêre / und wis iemer mêre / allen künegen
ebenhêr Tr
4389.
– meist in den Paarformeln ëbengelîch unde
~ , ~
unde ëbengewaltec, ~
unde ëbenrîche:
der sich einen selbe dritten hât [der dreieinige
Gott] / ebengelîch unt ebenhêr / sich, der enstirbet nimmer mêr
Wh
218,27;
Iesus Crist, / [...] / da er ebengeliche / und
ebenher ist genant / zu sines vater zeswen hant Pass III
91,20;
HvNstGZ
4831;
der vater und der hilig geist an allem goͤtlichen
gewalt ebenher und ebengewaltich sint PrOberalt
98,33.
109,28;
HeslApk
711;
dem vater und dem hailigen gaiste ebenhêre und ebenrîche
Kchr
8854;
er wolte gote sih gelihen, / ebin her und ebin richen
RvEWchr
24000;
Aneg
2681;
HeslApk
4960
MWB 1 1471,34; Bearbeiter: Schnell
ëbenhêre
stF.
1
‘gleiche Erhabenheit’
2
‘das Streben nach gleichem Rang’
1
‘gleiche Erhabenheit’
nâch dirre gelîchnisse sô merken wir die ebenhêre in der edelen drîvalt des
vaters unde des sunes unde des heiligen geistes DvAOff
51
2
‘das Streben nach gleichem Rang’
der fürsten ebenhêre / stœrt noch des rîches êre Freid
73,8
MWB 1 1471,53; Bearbeiter: Schnell
ëbenhêre
swM.
‘ein an Würde Gleichgestellter, Ebenbürtiger’
der heiligi man [Jacob] dâ nâch
enti nam. / diu sêle fuor zi gnâden, zuo sînem anon Abrahame. / dâ wart er sâre
sînes vater eben hêre, / des guoten Ysaac ward ebensâzze Jacob Gen
2977
MWB 1 1471,59; Bearbeiter: Schnell
ëbenherte
Adj.
‘gleichermaßen unnachgiebig’
so was doch sin herze irkant, / sin muͦt und sin geverte / ebin strenge
und ebin hertte, / biz das er an alle wer / irtranch in dem roten mer RvEWchr
11049;
des muͦts wol ebenherte JTit
3965,2
MWB 1 1472,1; Bearbeiter: Schnell
ëbenhertecheit
stF.
‘gleiche Kampfkraft’
ir stritt waz gar sturmes rich / uss grosser ebenherttekaitt.
/ unsenfter Paris nie gestraitt / mitt kainer hande künne GTroj
17233
MWB 1 1472,6; Bearbeiter: Schnell
ëbenhiuʒe
Adj.
auch ëbenhitze.
‘wetteifernd, wettstreitend’
vil starker schlege ward geton / uff lichten helm on allen
won. / gar ebenhüss was ir mütt GTroj
1199;
den gast michel wunder nan / daz im Paris an der zitt / gab
so ebenhitzen stritt ebd.
18316;
kainer dem andern wolt vertragen: / si waren alle ebenhüsz Bauernh
571
MWB 1 1472,10; Bearbeiter: Schnell |