ëbenmensche
swM.
‘Mitmensch, Nächster’
dv solt [...] got minnon fon allim
herzen [...] vnde dar nah din ebinmonschin als dich selbin
BrEng
4;
gott alle die verderbe / die irem eben menschen laid / fügend
durch ir uppekaitt GTroj
11129;
allaine sol man got dienen, [...] vnd ouch sinen eben
menschen, alz gottes sune, gottes bilde Gnadenl
3:A2,133;
Eckh
5:409,8;
KvHelmsd
944
MWB 1 1475,62; Bearbeiter: Schnell
ëbennaht
stF.
‘Tagundnachtgleiche’ (Äquinoktium):
andeme finften unte indem zueinzigstem tage mercen. so luot er
[der Wildesel] zuelif stunt indeme tage. unt sam ofte
inder naht. dannen abe bechennet man daz ebennahte sint JPhys
7,5;
diu pest pruot kümt von der hennen vor des lenzen ebennähten,
daz ist vor sant Gertruden tag in der vasten BdN
194,4;
umb sant Mathes tag in dem herbst ─ so sint ebenneht auf erden
KvMSph
20,11.
23,26
u.ö.
MWB 1 1476,6; Bearbeiter: Schnell
ëbennahtec
Adj.
‘zur Tagundnachtgleiche gehörend’
und haizzt der ain ebenverrer der ebennehtig ebenverrer
KvMSph
32,17.
41,19
u.ö.;
ez spricht auch Aristotiles, daz die esel die kelten mêr
fürhten dan andreu tier, dar umb unkäuschent si niht in den ebennähtigen zeiten sam
diu pfert BdN
120,13
MWB 1 1476,16; Bearbeiter: Schnell
ëbennehtære
stM.
‘Himmelsäquator’
der ebennehter ist ain zirkel oder ain kraiz, der speram in
zwai geleicheu tail stukt, also, daz er gleich abstet von paiden himelspitzen
KvMSph
20,3;
die leut [...], die da wonend under
dem kraizze des himels, der haizt der ebennehter ebd.
8,28
MWB 1 1476,23; Bearbeiter: Schnell
ëbenniuwe
Adj.
‘ganz gleich gesinnt, ebenbürtig’ (vgl. Anm.z.St.):
sîn wille in mînem herzen lît / und bin im des wol iemer
ebenniuwe SM:WvT
5: 1,10
MWB 1 1476,29; Bearbeiter: Schnell
ëbenôt
stMN.
‘ebene Fläche, Ebene’ (vgl.
ëbenede
):
ein zweiteil lit in dem ebnode UrkCorp (WMU)
2830A,9,10.
N92,39;
jn dem ebeneͦte nebent den von Paris UrkCorp
N784,34
MWB 1 1476,33; Bearbeiter: Schnell
ëbenrîche
Adj.
‘gleich mächtig, prächtig’
dâ vuor er aver hin widere / ze sînes vater zeswen, / im
ebengewaltic und ebenrîche Kchr
9070.
8854;
sus si Tristan geleitet / ze hove und ouch ze ringe, / mit
allem sînem dinge / sînen gesellen ebengelîch, / ebenziere und ebenrîch
Tr
4990;
wir [die Trinität] einer gotheite sîn, / ünser
wesen ist gelîch / und sîn gewaltes ebenrîch WvRh
6905.
–
‘gleich begütert’
teilete al [alle Menschen] geliche,
/ wir werin al ebenriche. / sone dorfte niman ermeliche lebin Elmend
A 288
MWB 1 1476,37; Bearbeiter: Schnell
ëbenrîchen
swV.
‘sich gleichstellen’
darzuͦ was ir drizig noh / die sih disin aht degin doh / mohten niht
gelichin / noh mit prise [an Ansehen] ebin richin
RvEWchr
31032
MWB 1 1476,48; Bearbeiter: Schnell
ëbens
Adv.
‘gerade’
der hohen kuͤnge vier entwert / wurden do des lebens, / krumme und niht
ebens / was ez den ergangen WhvÖst
15004
MWB 1 1476,52; Bearbeiter: Schnell
ëbensâʒe
swM.
‘Ranggleicher’
diu sêle fuor ze gnâden zuo ire vater Abrahame. /
[...] / dâ ist er [Isaak] sîn
[Abrahams] ebensâzze, dâ intlûchet er sîne scôzze
Gen
1706;
des guoten Ysaac ward ebensâzze Jacob ebd.
2978
MWB 1 1476,55; Bearbeiter: Runow
ëbensæʒe
Adv.
‘gleichermaßen’
dem [Salamander] ist luft, wazzer, erde niht gemæze
/ wan so vil, daz er erde bi dem fiur muͤz pflegen eben sæze JTit
2812,4
MWB 1 1476,60; Bearbeiter: Runow
ëbensâʒe
stF.
Bed. unklar, vielleicht ‘gleichmäßige Ordnung’
siben kunige fiere [...], sie hiezen triben dar mit
ebensaze / die helfant, dar uber [...] / der starken bogen
strale flugen JTit
3521,2
MWB 1 1477,1; Bearbeiter: Runow
ëbenschalc
stM.
‘Mitknecht’
unsin herrin dv [Johannes] ane bete
must, / wandih [Engel] bin ein ebin scalc diner / vnde ein
ander knecht siner Litan
241;
wane wie getar menneske ánderes uone gote sineme herren der gnâdon gebitten,
erne welle ouch gnade sineme ebenscalche erbitten Alkuin
100
MWB 1 1477,5; Bearbeiter: Runow
ëbenschœne
Adj.
‘gleichermaßen schön’
[die Insel Perdita] ist ebin schoͤne vnde ebin
gruͤne vnde wazset eben suͦze alse daz paradyse Lucid
39,1;
dehein dinc wart dâ virne / innerthalp dem burcgraben, / der
ez hundert jâr solte haben, / ez wære ie ebenschœne UvZLanz
229
MWB 1 1477,12; Bearbeiter: Runow
ëbenschœne
stF.
‘ebensolche Schönheit’
des [
sunnenglanz
] schœne an ir was ê sô
ganz / daz er bî der sumerzît / mit ebenschœne hielt den strît RvEGer
2304
MWB 1 1477,18; Bearbeiter: Runow
ëbensëlpêwec
Adj.
‘gleichermaßen ewig’ (bezogen auf die Trinität):
an der einun gotelichun ebenselbewigun einselbwesendi gloub ich BambGlB
135,22.
135,20
MWB 1 1477,22; Bearbeiter: Runow
ëbensëlpgegenwertec
Adj.
‘immer und gleichermaßen präsent’ (bezogen auf die
Trinität):
den got gloub ich unerrahlichen, [...],
ebenselbgaginwartigan, unendigen BambGlB
136,13
MWB 1 1477,26; Bearbeiter: Runow
ëbensëlpgelîche
stF.
‘vollkommene Wesensgleichheit’ (der drei Personen in der
Trinität):
ich [...] giho uasto mit ungisceidener ebenselbgliche
die uile heiligun trinemmede BambGlB
135,25
MWB 1 1477,30; Bearbeiter: Runow
ëbensëlpwësen
stV.
hier Part. Präs. ‘in gleicher Weise existierend’ (bezogen auf
die drei Personen der Trinität):
den got gloub ich [...] ebenselbwesentan
BambGlB
136,16
MWB 1 1477,34; Bearbeiter: Runow
ëbensëʒʒe
swM.
‘Ranggleicher’ (vgl.
ëbensâʒe
):
er [Lucifer] chot wolti sizzin
nordin, / sin ebinsezzi des hohistin: / durh daz was er virstozzin
SuTheol
50
MWB 1 1477,38; Bearbeiter: Runow
ëbenslëht
Adj., Adv.
1
‘gleichmäßig, ausgewogen’
2
‘flach’
3
‘übereinstimmend’
1
‘gleichmäßig, ausgewogen’
ez muoz immer ebensleht / vil stæte an uns beiden sîn / iuwer triuwe und ouch
diu mîn Bit
7234;
von der geschepfde [von der äußeren
Beschaffenheit der Adern] ist zewekenn das si sol sein sinwele an
dem umbkraiß unnd ebenschleht HvHürnh
46,6.
–
‘ruhig, gelassen, entschlossen’
disen grozen unvuc / leit der ware gotes knecht / durch got in demut
ebenslecht Pass III
382,20;
min wille ist daran eben slecht, / daz ich dir immer volge mite ebd.
541,34.
180,27;
ain piderman merkch ebenslecht, / wie lieb im sey sein eleych weib, / dar tzu
sein gŭt, dar tzu sein leib / und auch sein weltleich er Suchenw
39,200.
–
‘gleichrangig’
an den gotes geisten, / [...], /
die alle engel sint genant, / so groz herschaft ist irkant, / die da treit ein
dem andern obe, / doch [ist] allez in dem gotes lobe /
vireinet und eben sleht Vät
15291;
sîn [Gottfried] süeziu bluot
ebensleht [mit der Dichtung Hartmanns und
Wolframs] / wæhe reine vollekomn RvEAlex
3144;
der [Nicht-Makedonen] reht und
der Mâzen [Makedonen] reht / ist mir allez ebensleht /
und wil gevolgec gerne sîn ebd.
19576
2
‘flach’
es ist das aller schonist land, / eben slecht als ain handt
HvNstAp
4301;
[sie] zugen den buhel [Erdwall]
in [l. în, sc. in den Befestigungsgraben] ,
/ daz er ebenslehte wart, / alsô daz in diu vart / hin zuo behende was
Ottok
48965
3
‘übereinstimmend’
‘pâr’ und ‘gelîch’ sint ebensleht / und ist an in kein
underbint, / wan daz si mit den worten sint / gesundert und gescheiden
KvWTroj
664
MWB 1 1477,42; Bearbeiter: Runow
ëbensnël
Adj.
‘gleichermaßen kräftig, gewandt’
bi dem selbin her, / der waren sibin hundirt / dafúr uz
gesundirt / das in was ietwedir hant / ebin snel ze strite irchant
RvEWchr
21323
MWB 1 1478,9; Bearbeiter: Runow
ëbenspil
stN.
in der Wendung: jmdm. ein
~ tuon
‘es einem gleich tun’
dem swin ein ebenspil er tut mit willen Frl
11:9,5
MWB 1 1478,13; Bearbeiter: Runow
ëbenstarc
Adj.
1
‘gleich stark’
2
‘von angemessener Kraft’
1
‘gleich stark’
hab dîn valschen gougelbühsen dâ, / wær ich dir ebenstarc, ich slüeges an daz
houbet dîn Walth
38,6
2
‘von angemessener Kraft’
ebenstarc und vollenhôch / was ez [das
Pferd] zu mâze wol dem man HvFreibTr
1644
MWB 1 1478,16; Bearbeiter: Runow
ëbenstrenge
Adj.
‘gleich mächtig’
den rîchen was er ebenrîch / und ebenstrenge an guote, / den armen an muote /
was er genædig unde reht KvWTroj
40807;
blibit iz [
ditz vremde lut
] sus di lenge
/ daz iz uns ebin strenge / wirt. und sterkir dan wir sin ChristhChr
11584.
–
‘ganz unerbittlich’
so was doch sin [Pharaos] herze
irkant, / sin muͦt und sin geverte / ebin strenge und ebin hertte, / biz das
er an alle wer / irtranch in dem roten mer RvEWchr
11049
MWB 1 1478,22; Bearbeiter: Runow |