Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   einthalp - einvalteclich    


einthalp Adv. einenthalp

MWB 1 1548,58;

eintraht stF. ‘Eintracht, friedliches Miteinander’ den selben orden dise ouch triben / an des lebens eintraht / mit aller ger, mit aller maht Vät 6643; sente Johannes sach ein stat, di stat bezeichint zwei dinc: daz eine, daz si veste ist, daz ir niman geschadin inmac, daz andere di eintracht der lude Parad 128,24. – ‘Übereinstimmung’ waz ouch eyn rat thut myt eyner eyntracht [einvernehmlich] von der stat wegen [für die Stadt] , daz en sal keyn rat wedder thun StRHeiligenst 91

MWB 1 1548,59; Bearbeiter: Runow

eintrahtunge stF. ‘Eintracht’ zwaitrachtung die ist wider die lieb, alz ain trachtung ist von lieb RechtssA Z 16,4

MWB 1 1549,5; Bearbeiter: Runow

eintrehte Adj. ‘übereinstimmend’ der richter unde der rat sprach / wol eintrechtes mutes / swaz si heten gutes / daz daz ir wirt entphienge Pass I/II 224,12

MWB 1 1549,8; Bearbeiter: Runow

eintrehtec Adj., Adv. 1 ‘übereinstimmend, einmütig’
2 ‘einig, vereint’
2.1 mit jmdm.
2.2 wërden mit Gen.d.S. ‘sich über etw. einigen, zu etw. entschließen’
   1 ‘übereinstimmend, einmütig’ der commendûr unde der marschalc, daz sî eintrêhtich sîn unde daz ir iweder trage des anderen burde StatDtOrd 106,42; daz also himel und erde / wol eintrechtic werde MarLegPass 1,80; einen andern [ dienstman ] er gewan, / Simplicium einen mechtigen / und vil wol eintrechtigen / uf der cristenen haz Pass III 556,18; etswa was ir vil ensampt, / die ubeten alle gotes ampt / eintrehtec und reine Vät 3411. – ‘innig, gegenseitig’ wol dich des hogelobten vrides / wande er vil gar din sinne / zoch an Cristes minne / an deme du wurde wol behaft / mit eintrechtiger vruntschaft Pass I/II 373,22    2 ‘einig, vereint’ si vlizzen sich uf gotes ê / mit unvelschlichem sinne / eintrehtec in der minne Vät 3418; diu sêle [im Bild der Stadt] , diu wol geordnet ist [...] und ûzgeslozzen hât alle manicvalticheit und eintrehtic ist und wol gevestent in dem heile Iêsus Eckh 1:297,1    2.1 mit jmdm.: der geist [...], / der mit dem vater eintrechtic / und ein got ist uberein / mit samt den personen zwein HeslApk 2434; die luter gottes minne hat disú ding an ir: das man also eintrachtig si mit gotte, swas úns geschehe ane súnde Mechth 6: 30,2; in der czit saite Jhesus synen jungeren: wesit eyntrechtik mit dyme vynde EvBerl 107,12    2.2 ~ wërden mit Gen.d.S. ‘sich über etw. einigen, zu etw. entschließen’ sol ich mînen vrunden / dise reise kunden, / [...] / der wir eintrechtic worden sîn HvFreibTr 4020; dat wir ratlude [...] eyndreichtich wordin bit vnseme obirmanne [...] duͦsir beschribenin muͦtsuͦnin [gütlichen Einigung] UrkCorp (WMU) N282,9

MWB 1 1549,12; Bearbeiter: Runow

eintrehtecheit stF. ‘Übereinstimmung, Einigkeit’ si lebeten alsus beidentsamt / in ganzer eintrechtekeit Pass III 120,7. 64,85; [Gott] der mit syner almechtykeit / eyntrechtekeit und vride seyt Hiob 9928; Eckh 2:594,5. – ‘Friedfertigkeit, einträchtige Gemeinschaft’ alle die brûdere sulen sich sô engegen einander halden, daz die milde eintrehtekeit brûderliches namen in unmiltekeit sich iht verkêre StatDtOrd 48,24; der tuvel wolde ez gerne wern, / wan er stete an in neit / ir vridesam eintrehtecheit Vät 26414. 26421; Tauler 158,35

MWB 1 1549,45; Bearbeiter: Runow

eintrehteclich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. 1 ‘einmütig, einig’
2 ‘in sich gleichmäßig, stimmig’
   1 ‘einmütig, einig’ do wurden si eintrehtichlich vnd einmvtichlich, vmb den vorgenanten vnvrid ze bezzern vnd vride ze machen, aller der settz enein UrkCorp (WMU) 482,45; das sy mich nicht muͤgen ayntrachtiklichen verradten PsMb 28 (Glossar); NvJer 26734. – ‘einstimmig’ zu râte sî dâ worden, / daz sî gar eintrechticlîch / [...] / welten [...] / brûdre Lûdêre NvJer 27643; dar vbir habe wir eitrechtichliche gekorn greven Friderichen UrkCorp (WMU) 1816,35. – ‘friedlich, harmonisch’ wi eintrechticlich unde gutlich her gelebit hat mit der lieben sente Elyzabeth Köditz 46,14    2 ‘in sich gleichmäßig, stimmig’ ie di minne eintrechticlicher ist, ie si uns me in got setzit und got in uns Parad 133,5

MWB 1 1549,56; Bearbeiter: Runow

eintrehtelich Adv. ‘einmütig, einhellig’ sie sprachen gemeine sus bloz / eintrehtelich mit stimmen groz Macc 6014; eyn czweytracht [...], das man keynen babist mak kysin eyntrechtlich MarcoPolo 5,29

MWB 1 1550,8; Bearbeiter: Runow

eintrehtigunge stF. ‘Versöhnung, Eintracht’ ain paum an aim stain, an des rehter seiten ain fraw ist und an der lenken ain man, der macht ainträhtigung zwischen den êläuten und versœnt die kriegenden BdN 471,13

MWB 1 1550,13; Bearbeiter: Runow

eintwëder Pron., Konj. auch einweder, ent-, antweder. 1 Pron. (auch mit Gen.)
1.1 ‘einer/ eines (von zweien)’
1.2 ‘keiner (von beiden)’
2 Konj.
2.1 korrelierend mit oder / alde ‘entweder (... oder)’
2.2 selten alleinstehend ‘oder’
   1 Pron. (auch mit Gen.)    1.1 ‘einer/ eines (von zweien)’ unser entwedr den andern leit / noch hiute da er unsamfte ligt Parz 79,16; alhie muͦs under úns baiden / der kriec werden geschaiden! / antweders siccherhait / muͦs hie dem andern sin berait RvEWh 783; wenne deu sunne ist in aintwederm der ebennehtigen puncte, so ist der pog dez tages geleich dem pogen der naht KvMSph 41,18; SSpAug 205,22; Lanc 583,3. – nicht auf eine Alternative beschränkt ‘etwas, eines (von mehreren)’ ratet alle da zuͦ, / daz min herre einweder tuͦ: / neme dere heiden gedinge, / uruͦme die boten hinnen, / [...] / uersmahe nicht ir gebe, / neme die gisel ze hant / unde besezze daz lant, / behuͦte sine buͦrge Rol 1201    1.2 ‘keiner (von beiden)’ ez sol ouch entweder des andern diener in nemen UrkCorp (WMU) 1274A,13; also, daz ez entwederm teil iht werre an sinem reht ebd. 1274B,13; die schulde, die man von gotlicher gerehtikeit giltet, [...] von schulde gottis oder von der schulde der creaturen, der entweders [übers. lat. neutrum ] mag vorgelazen werden in dekeime gotlichen werke ThvASu 278,14. 312,4; StRAugsb 247,13    2 Konj.    2.1 korrelierend mit oder/ alde ‘entweder (... oder)’ ich wil es eintweder / schaden vâhen oder vromen UvZLanz 1290; eintweder nein oder jâ Parz 725,16; [der Mann] sal iz [das Gut] dan undir umi habi biz also langi, bizsdaz he iz antuwedir mit rechti virlusit edir biheldit Mühlh 120,1; Eckh 5: 109,10; BdN 488,26. der tunst ist drijrhande. he ist entweder la ader warm ader heiz SalArz 25,26; WüP 44,3    2.2 selten alleinstehend ‘oder’ du ruf genedeclichen mir, / so wil ich antwurten dir. / antweder ich wil vragen dich: / wiltu, herre, bescheyden mich? Hiob 5073. – bei Konstruktionsbruch (die Alternative nicht durch oder eingeleitet): niemin ist, der unsers herrn lichename wirdechliche neme, erne si einwedir in durnachtigir unschulde Spec 51,4

MWB 1 1550,18; Bearbeiter: Runow

eintwëderhalp, eintwëderhalben Adv., Konj. auch einweder(t)-, entweder(t)-. 1 Adv.
1.1 ‘auf/ von einer von beiden Seiten’ (bezogen auf zwei Parteien)
1.2 ‘auf keiner von beiden Seiten’
2 Konj., korrelierend mit noch ‘weder … noch’
   1 Adv.    1.1 ‘auf/ von einer von beiden Seiten’ (bezogen auf zwei Parteien): daz alle geuangen ledich sin an schaden auf daz reht, die des tages, vnd si gevangen wurden, eintwederhalben diener waren UrkCorp (WMU) 1541,6; 1368,24; vnd hant ein ander gelobpt, dz man ein wederthalb sol zem tag senden, der nu solt sin an dem nechsten meigentage UrkCorp 1845,33.    1.2 ‘auf keiner von beiden Seiten’ reht als dâ ein presse den wîn von trûben gît, / sus wurden sie mit kraft zesamne gevalten, / daz entwederhalp der druc mohte werden gar voldiuhet / vor den, die zwischen in beliben Loheng 4587; entwederhalp wart lützel dâ gezartet ebd. 4900    2 Konj., korrelierend mit noch ‘weder … noch’ so bit wir dich, herre, himelischer vater, daz dv vns niht verlaitest in bechorvnge, daz wir entwederthalben niht bestrichet werden in der svnden gelvst noch in versovmvnge des gvͦten DvAPatern 290

MWB 1 1550,58; Bearbeiter: Runow

eintwëdersît Adv. ‘auf/ von einer von beiden Seiten’ (bezogen auf zwei Parteien): vnd swenne die vierhvndert marg gegeben sint antwedersite oder beidersite UrkCorp (WMU) 343,30

MWB 1 1551,14; Bearbeiter: Runow

einunc stM. einunge

MWB 1 1551,18;

1einungære stM. ‘städtischer Bediensteter’ (zuständig für die Einhaltung der Gebührenordnung): es sol oͧch enkein burger, koͧfman noch gast sin gebende in binden, ê das es von den einungern in den sak geschoͧwet werde StBZürich 86; daz man [...] zwêne einunger sol hân des kleines râtes, die ze den heiligen gelêrte eide swernt [...], daz si die einunge volfüerin die in von klage wegen geklagt werdent StRDinkelsb 100; StRZürich 250

MWB 1 1551,19; Bearbeiter: Runow

2einungære stM. ‘(wegen Rechtsbruchs) Ausgewiesener’ (vgl. einunge 2.5 ): wer vnd welich eynunger mitt der statt paner inkomen mogen StRBern 1:208,23

MWB 1 1551,29; Bearbeiter: Runow

einunge stF. , einunc stM. die mask. Formen überw. im Alem., auch sw. Pl. (vgl. 2.4). 1 theol./ myst. ‘Einheit, Vereinigung’
1.1 von Gott ‘(innertrinitarische) Einheit’
1.2 bezogen auf die Vereinigung von Mensch und Gott
1.3 bezogen auf die Menschwerdung Christi in der Eucharistie
1.4 bezogen auf Leib und Seele
2 überw. rechtssprachl. ‘Übereinkunft, Bündnis, Verordnung’ sowie der Verstoß dagegen (vgl. detailliert DRW 2,1477-1480 und WMU 1,443f.; s.a. 2 HRG 1,1306-1309)
2.1 ‘Einigkeit, Eintracht’ , allg.
2.2 ‘(durch beschworene Übereinkunft begründete) Gemeinschaft, Bündnis’
2.3 ‘Satzung, (Rechts-) Ordnung (einer Gemeinschaft)’
2.3.1 ‘Zunftordnung’
2.3.2 ‘Flurordnung’
2.4 ‘Bann-, Rechtsbezirk’ (auf den sich die Satzung einer Gemeinschaft bezieht, vgl. 2.3.2 )
2.5 Verstoß gegen eine rechtl. Vereinbarung und dessen Ahndung
2.5.1 ‘Rechtsbruch’
2.5.2 darauf bezogene Zwangsmaßnahmen
   1 theol./ myst. ‘Einheit, Vereinigung’    1.1 von Gott ‘(innertrinitarische) Einheit’ mit drîunge / diu drîe ist ein einunge, / ein got der hôhe hêre Walth 3,5; so gruͤs ich [...] die wunderlichen einunge der heligen drivaltekeit Mechth 7: 25,4; daz kein einunge grœzer sî, dan daz die drîe persônen sîn ein got Eckh 1:172,3; BenGeb 91; Teichn 3,98    1.2 bezogen auf die Vereinigung von Mensch und Gott: swenne wir gottes lichamen enpfan, so [...] mischet sich gottes menscheit mit únserm grúwelichen lichame, [...] dise selig einunge soͤllen wir mit grosser huͦte behalten Mechth 4: 8,11; diu sêle ist vil næher mit gote vereinet dan lîp und sêle, die éinen menschen machent. disiu einunge ist vil næher, dan der einen tropfen wazzers güzze in ein vaz wînes Eckh 5: 269,5. 1:172,4    1.3 bezogen auf die Menschwerdung Christi in der Eucharistie: ditz brot wart zesamen gewollen mit der einvnge der menslichen natvre vnd der gotlichen person vnd gebachen mit des hiligen geistes hitze in dem ofen des magtlichen libes miner frowen Sant Marien DvAPatern 157. – ‘Kommunion’ swer gotes lîchnam wil enphân, / der sol in der gemeine bestân / kristlicher einunge / mit des gelouben ordenunge, / wan swer mit sunden wirt behaft, / di einunge an im verlûst ir kraft JvFrst 1671    1.4 bezogen auf Leib und Seele: sy [ anima ] ist geaint mit dem leib [...] die ainung ist zwaierlay, wann sy ist mit dem leichnam geainet als ein wegeͣr [ motor ] KvMSel 145. 180    2 überw. rechtssprachl. ‘Übereinkunft, Bündnis, Verordnung’ sowie der Verstoß dagegen (vgl. detailliert DRW 2,1477-1480 und WMU 1,443f.; s.a. 2HRG 1,1306-1309)    2.1 ‘Einigkeit, Eintracht’, allg.: einunge an in beiden, / der stric ir beider sinne Tr 12174; daz si solich zweien [Zwist] / bræhten an ein einunge Ottok 12453; der stain hât die kraft, daz er frid und ainung machet zwischen den läuten BdN 258,6; Serv 756. – ‘(einhelliger) Beschluss, Verabredung’ in der einunge [zur Tötung aller männlichen Neugeborenen] di si heten irchorn / do wart Moyses geborn VMos 32,8. 32,4; entzwischen sie do machen / begunden die einunge / swie disse vrowe junge / queme en zu bestricken Daniel 7491; das er [König Rudolf] vns an diseme dinge geruͦche ze gebende sinen gunst vnd och das jngesigel sinre maiestat ze bestetende disen einung heisse henken an disen brief UrkCorp (WMU) 829,1    2.2 ‘(durch beschworene Übereinkunft begründete) Gemeinschaft, Bündnis’ diu ainunge ist zeprochen: / der zwelue ist der turisten ainer gelegen Rol 5868; der sich in ein ainvnge zuͦ dem andern gesatzt hat mit eiden oder mit gelubden UrkCorp (WMU) 467,15; verbieten wir all einung und alle eide, di [...] wider uns [...] geschehen mohten UrkSalzb 4,169 (a. 1287). gescheh aber das, daz ir kainer ain messer zuhti uber ieman, [...], so sol er zwainzig pfunt gen in ainem manode in die geswornen ainunge [Gerichtsbehörde] StRVill 8. – ‘Zunft, Innung’ ez sol auch kain hantwerch kain ainunge machen under in ane dez rates wort NüP 140; so wilt der rait, dat si noch ire naykomelynge noch nummer geyne andere persone die vleishampt oevent [ausüben] gein samenunge, einunge noch rait noch broyderschaf [...] haven en solen UrkStVerf 395 (a. 1348)    2.3 ‘Satzung, (Rechts-) Ordnung (einer Gemeinschaft)’ vber diz allez mvgent die burger von Colmer vber sich selben einunge sezzen, alse si dunkit, daz ez in selben vnd der stete nvͦzze si UrkCorp (WMU) 372,35. 2318,16. – in der Paarformel reht/ êwe unde ~ : Minoz ein wisir wigant / von erst ouh bi dén ziten gap / ê und einunge urhap / ze Crite dem riche / und lerte si wisliche / wie si sih solten halten, / reht und einunge walten RvEWchr 20199; die vier vnd zwenzig, die mûn [l. mugen ] machon reht vnd einunga [...], also sû dunket UrkCorp (WMU) 248A,32.    2.3.1 ‘Zunftordnung’ vnd dv́hte oͮch deheinen zvnftmeister, das sin zvnft eines einvnges bedoͤrfte, der ir nvz vnd ere were UrkCorp (WMU) 1798,38; der herre hat oͮch [...] gewalt gegeben den zvnftmeisteren ze Friburg [...] ze sezzende vnd ze machende einvnga ebd. 1797A,20; StBZürich 88    2.3.2 ‘Flurordnung’ ainunge uber unser und des richs walt StRMosb 546    2.4 ‘Bann-, Rechtsbezirk’ (auf den sich die Satzung einer Gemeinschaft bezieht, vgl. 2.3.2): jn diseme eînunge sint gelegen mit namen dez frîen Stoͤckahe, der Sunderban, daz mittel Stockahe UrkCorp (WMU) N568,33. 1953,1; daz buweding [...], daz zu deme gerichte gehörich ist und also von alder herkomen ist, wand unse marcken und einungen dainne gelegen sint von unserm erbe UrkTrier 322,23 (a. 1351)    2.5 Verstoß gegen eine rechtl. Vereinbarung und dessen Ahndung    2.5.1 ‘Rechtsbruch’ jst aber, daz eîn vsman [...] in den welden howet ane vrlobe, der sol fur den eînunge soliche besserunge tun, alse eîn schultheîze vnd der rat vͤber eîn koment UrkCorp (WMU) N568,23; swer dez eînungez von andern luͤten vber seît wurt ebd. N568,12; die, so eynung vnd frefell verschuldt hatten StRBern 1:208,26    2.5.2 darauf bezogene Zwangsmaßnahmen: swenne oͮch der herre vrlv́gen wil, so sv́ln die burger enheinen einvng machen v́ber nieman, der ime helfen wil UrkCorp (WMU) 1797A,14; wir geben den zvnftmeistern gewalt, das sv́ alle, die vnder in sint, mvgen mit einvngan betwingen, fv́r sich ze komende vnd wafen ze habende ebd. 1798,36. – ‘Bußgeld’ swer dem andern sin ewip enwechfuͤrt, der riht die grossun ainung StRÜberl 14; swer [...] ane [...] vrlobe vnd geheîz howet oder heîzet howen in den selben welden [...], der sol des eînungez schuldig sin, alse dicke er daz tuͤt UrkCorp (WMU) N568,9

MWB 1 1551,33; Bearbeiter: Runow

einunt Adv. einent

MWB 1 1553,21;

einusse stF. einnisse

MWB 1 1553,22;

einusside stF. einnissede

MWB 1 1553,23;

einvach Adj. ‘einfach, schlicht’ ze hulle sol er tragen hie / ein einvachen mantel grâben [l. grâwen ] , / der sol niht flentschieres [Fransen] haben Ottok 20032

MWB 1 1553,24; Bearbeiter: Runow

einvalt Adj., Adv. adv. auch einvalten. ‘einfach’ 1 ‘(in sich) eins, nicht teilbar’
2 ‘einfach, ungekünstelt, rein’
2.1 personen- und verhaltensbezogen
2.1.1 im Hinblick auf Verstand und innere Haltung
2.1.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln
2.2 nicht personenbezogen ‘schlicht’
3 Adv. ‘einfach, bloß’
   1 ‘(in sich) eins, nicht teilbar’ swaz êweclîchen stât, / daz ist allez ainvalt, / swaz menige scol hân, / daz muoz allez zegân, / [...] / al daz man getailen mach, / daz enhat nehain êwechlîche chraft. / swaz ainvalt ist und aine, / daz enmach niemen getailen, / [...] / iz enhât angenge noh ende Kchr 3242; vater, sun, heyliger got, / dreyer wurchen und ains gepot, / drey genent und doch ainvalt Teichn 332,3; SM:EvS 2: 1,2. – ‘ungeteilt’ si wurden ein und einvalt, / die zwei und zwîvalt wâren ê Tr 11716; subst.: drifaldig got einfaldig ist über all einfalt Mügeln 13,4. – ‘unvermischt’ sin [des Chrysoliths] varwe ist ime ainvalt / unte schinet also daz golt HimmlJer 302. – ‘einzeln, einmal’ cassia lignea [...] hât cinamomes kraft, aber sein kraft ist niht sô stark und dar umb muoz man ez zwivalden in den erzneien, dâ cinamomum ainvalt guot ist BdN 363,14; swes minne mit der liebe hat / staͤte geselleschaft, / da genzet sich der minne kraft: / ane liebe ist ir gewalt / gehalbieret und ainvalt RvEWh 5006. Polixena was einfalt [einzigartig ?] , / zv der schonsten gezalt / vnder den andern zwein Herb 3277    2 ‘einfach, ungekünstelt, rein’    2.1 personen- und verhaltensbezogen    2.1.1 im Hinblick auf Verstand und innere Haltung: er was wis als ein slange, / als ein tube einfalte [Mt 10,16] Litan 856; hoͮtet ivch, daz ir die einualten iht betrieget Spec 141,33; so sol man zem minsten einen juden han ze gezivge, vnde ist ez also, daz nvͥt ivden da sint gewesen, wen erzivget ez wol mit einvalten [rechtschaffenen] cristenen mannen SchwSp 117a; nû was daz einvalte [unbedachte] kint / an sô getâner minne blint / und diu reine tumbe / enweste niht dar umbe Greg 345. – ‘töricht’ ein ietslîch man / sol sînen hêrren hân für vol. / [...] / dient er dem fremden durch gewalt, / sô ist er tump und einvalt Wildon 4,280    2.1.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln: swerz mit einvaltem dienst erholt Wh 322,11; nû begund er [...] predigen mit einvalten worten LvRegFr 1166    2.2 nicht personenbezogen ‘schlicht’ keiner leie ander brôt, danne einvalt weizenbrôt PrBerth 2:87,24; der ander ietweder schrîn / was niht wan einvalt hülzîn, / die man gezierde gar erliez RvEBarl 1838; sie machten wende vnde dach / [...], / zv dem ersten einfalde, / sint baz vnd baz Herb 4614    3 Adv. ‘einfach, bloß’ die got furhtent [...]. / in sîn scôz er si setzet, alles leides ergetzet. / [...], / die nehôrent gebâge, die sehent einvalte genâde Gen 1047; in wie manigen ort / sie daz konden spalten / drivalten vnde einvalten Kröllwitz 1024; seyt sy sich ainvaltig an in lat UvLFrb 1429

MWB 1 1553,28; Bearbeiter: Diehl

einvalte stF. ‘Einheit, Einfachheit’ 1 ‘Einheit, das Einssein (Gottes)’
2 ‘Schlichtheit, Arglosigkeit’
2.1 in Bezug auf Verstand und innere Haltung
2.2 in Bezug auf Lebensführung und -einstellung
   1 ‘Einheit, das Einssein (Gottes)’ dâ von mac götelîchiu einvalt von der heiligen drivalt niht sich gemêren DvAOff 53; die benanten personen dri / ein essencia an gote si, / vereinet in rehter einvalt, / mit drin namen ein gewalt Vät 30107; wie sich gotes magestat / setzt in seiner trinitat, / wie die lawter ainvalt / in drein person sich ewig halt KvMSph 2,30    2 ‘Schlichtheit, Arglosigkeit’ simplicitas kut ‘einvalt’: / diu was an im [Paulus ’Simplex’, ein Antoniusjünger] vollenkumen / gar mit tugentlichen vrumen Vät 2512    2.1 in Bezug auf Verstand und innere Haltung: ích nihabo bihalten [...] rehta ánadâht, rehta einualti BambGlB 147,28; mit der reinecheit sines herzen unde mit siner einualte Spec 110,24; ez [das Zweifeln] ist von unwisheit, / die min einvalt an mir treit Vät 23774; einveltec muot ist stæte, / kument aber wise ræte / mit scharfem sinn in die einvalt, / so wirt diu einvalt mit gewalt / in ir kraft gestœret / und wol zwivalt betœret Schreiber 195. – ‘Geradlinigkeit’ einvalte zimet der minne wol, / diu âne winkel wesen sol; / der winkel, der an minnen ist, / daz ist âkust unde list Tr 16933; zwivalt, drivalt, sibenvalt / hânt dich vertriben, slehtiu einvalt, / daz du worden bist gar unwert Renner 8618    2.2 in Bezug auf Lebensführung und -einstellung: glaub in ainvalt / allez daz du glauben salt Teichn 564,4089; dem volke wont einvalt bî, / vor aller hande hôchvart / sint sie volleclich bewart UvEtzAlex 22222; ob dehein gebrest an der selben schiedvng gewesen ist von einvalt [ohne böse Absicht] oder von vergezzenheit UrkCorp (WMU) 1302,37

MWB 1 1554,18; Bearbeiter: Diehl

einvaltec Adj., Adv. auch einveltec, adv. einvaltegen. 1 ‘(in sich) eins, unteilbar’
2 ‘schlicht, einfach, arglos’
2.1 personenbezogen
2.1.1 oft im Hinblick auf Verstand und innere Haltung
2.1.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln ‘schlicht, unwissend’
2.2 nicht personenbezogen ‘schlicht’
3 Adv.
3.1 ‘einmal’
3.2 ‘ohne Umschweife’
   1 ‘(in sich) eins, unteilbar’ o wi einualdige trinitas, / ein gewaldiger got Litan 173; einfaldig got, doch in personen drie Mügeln 172,10; daz si [die Seele] zu file geteilit ist, daz si nicht einualdic inist Eckh 3:470,10. – ‘ungeteilt’ daz weip [des Krebses] hât den êrsten fuoz gespalten und der man hât in ainvaltig und ungespalten BdN 248,34. – ‘unvermischt, rein’ ein ercenie ist einfaltic, als si di nature hat gemachet. di ander ist zu samne gesetzet uon menschlichem sinne SalArz 81,44 u.ö.; Ipocr 11; ez ist ain frâg, wie sô mangerlai kraut auz der erden wahs, seint diu erd neur ainerlai ist, wan si ist ain ainvaltigz element BdN 378,7; StRAugsb 196,22. 196,19    2 ‘schlicht, einfach, arglos’    2.1 personenbezogen    2.1.1 oft im Hinblick auf Verstand und innere Haltung: syt dorumme wyse alse dy slangen unde eynveldik alse dy tubyn [Mt 10,16] EvBerl 142,21; Abel was einvaltich unt semfter, [...] / an nehein ubel er nedahte Gen 614; MarlbRh 83,15; FvSonnenburg 1,7; si [Maria Magdalena] brante sere in einvaltiger minne sunder hohe bekantnisse himelscher dingen Mechth 5: 23,185; wîlen was man ungewon / valschlîcher minne; / mit einvaltigem sinne / minten si ein ander dô Wig 10248; ain waltrint. daz hât ainen ainvaltigen sänften anplik, aber ez ist gar [...] grimmig, sô ez zornig wirt BdN 123,11; ob man einvaldige vornimet / den sin ane tiefe list [tiefere Einsicht] HeslApk 17434. – ‘rechtschaffen’ so sol mir vnd avch meinen ereben wandel vnd pvezz dar avf gen als ainem ainvaltign lantmann UrkCorp (WMU) 2544,38; da sol niemen geziuk umbe sin wan einvaltige burgaer unde niht uzlute StRAugsb 139,5; iren einfaltigen worten zuͦ gloubende sin sol StRSchlettst 53. – ‘unbedacht, einfältig’ man sol die huote kêren / an irriu wîp und an kint, / diu sô einvaltec sint / daz sî eins alten wîbes rât / bringen mac ze missetât Iw 2896; dô was daz liut einvaltic, / daz twanc er [Jupiter] in sîn gebot RvEBarl 9952; daz Symon des tuuels knecht / treib so groz vnreht / vnder einueldigen schafen Pass I/II 172,35    2.1.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln ‘schlicht, unwissend’ einvaltic volc und arm persônen JvFrst 6141; wan si ungelert læut waren und einvaltich PrOberalt 114,22; ez waz ein dore einveldich an uzerlichen und zu werltlichen dingen HlReg 76,15; wan ich der kunst einvaltec was / der er [der Abgesandte des Teufels] mir vil vor las Vät 8687    2.2 nicht personenbezogen ‘schlicht’ unde sol auh kein lodwaeber [...] kain tuch ziugen wan von einvaltiger wolle StRAugsb 42,6; UrkCorp (WMU) 548ABC,10,36; Elizabet die gute / einen einveldigen mantel nam / uf ir houbet Pass III 619,77. – bezogen auf die Bibel: der reine (nicht bearbeitete, nicht glossierte) Text: ditz buch hat di heilige cristenheit zuͦ ir genuͦmen [...] nach dem einualdigen texte EvBeh Einl. 16. Einl. 18. – einfache Wunde (nicht blutend und ohne schwere Folgen, vgl. DRW 2,1379): wer sich um einvoltigeu wunden unschuldigen will StRBrünn 358(2x)    3 Adv.    3.1 ‘einmal’ daz sol er im mit der zwigvͤlt gelten, [...], ez si danne, daz er niht fvͤrbaz muͤg, so soll er den schaden einvaltigen gelten UrkCorp (WMU) 475A,34    3.2 ‘ohne Umschweife’ die, die da geordent sint zuo haben daz ewig leben, die sint einveltig [ simpliciter ‘schlichtweg’ ] beschriben in daz buoch dez ewigen lebens ThvASu 290,16

MWB 1 1554,51; Bearbeiter: Diehl

einvaltecheit stF. auch einveltecheit. ‘Einfachheit’ 1 ‘Einheit, das Einssein (Gottes)’
2 ‘Schlichtheit, Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit; Torheit’
2.1 überw. personenbezogen
2.1.1 im Hinblick auf Verstand und innere Haltung
2.1.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln
2.2 nicht personenbezogen
   1 ‘Einheit, das Einssein (Gottes)’ dv drivalticheite einvalticheit [interl. zu tu trinitatis unitas ] PsM H 24,1; aͤllú ding, als er sú gar gelassen hát in der manigualtikait, das wirt im alzemal wider in der ainualtikait Eckh 1:246,3. 5: 412,6; Tauler 72,9    2 ‘Schlichtheit, Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit; Torheit’    2.1 überw. personenbezogen    2.1.1 im Hinblick auf Verstand und innere Haltung: daz üch mit driegen und mit liegen / nieman wol moge triegen! / flißet uch einfeltikeit / als die duben! [vgl. Mt 10,16] HvNstGZ 827; MarlbRh 85,11; den wisen lerte er [Dominikus] fúrbas me, das er mit gotlicher einvaltekeit solte temperen alle sin wisheit Mechth 5: 24,46; nu begerte er von der ewigen warheit, daz sú im guͦten underscheid gebi, [...], enzwúschent dien menschen, die da zilent uf ordenlicher einvaltikeit, und etlichen, die da zilent, [...], uf ungeordenter friheit Seuse 327,27; ein flissig bibliben bi dem grunde. o kinder, wie not wer dis manigen guͦten menschen die in guͦter einvaltikeit ungewarnet uzloͮffent von irme grunde Tauler 35,33. – ‘Sorglosigkeit, Torheit’ mînes vater einvaltekeit / geschuof daz er mit kreften reit / mit here ûf sîn selbes kint Wh 256,11; als si den rât an viengen, / den si hâten ûf geleit, / in slehter einvaltekeit / wânden Troiære, / daz ez gar alsô wære KvWTroj 47136; ‘sich, noch du blibes’, daz wib seit, / ‘sten in diner eynvaldekeit?’ [ permanes in simplicitate tua, Iob 2,9] Hiob 1004    2.1.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln: die selben brüeder lêrt er [Franziskus] dô / armuot und einvaltecheit LvRegFr 1239    2.2 nicht personenbezogen: di eynveldikeit der rede [ simplicitas eloquii ] vil ym zu von der stat, do er geboren was Cranc Vorr. Jer 80,5

MWB 1 1555,56; Bearbeiter: Diehl

einvalteclich Adj., Adv. überw. adv.; adv. auch -lîchen. ‘einfach’ 1 ‘einzig, unteilbar’
2 ‘einfach, schlicht, ungekünstelt’
2.1 im Hinblick auf Verstand und innere Haltung ‘ohne Hintergedanken, aufrichtig’
2.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln
   1 ‘einzig, unteilbar’ di genanten personen dri / sint ein got einvaldiclich Brun 4638; glouben an einen got in drivaltikeit der personen, nút manigvalteklich, sunder einvalteclich Tauler 74,31. – ‘ungeteilt’ ie luter ainualtiger der mentsch sin selbes in im selber ist, ie ainualteklicher er alle manigualtikait in im selber verstát Eckh 1:250,14. Îsôt diu hæte ir sene, / ir triuwe und ir durnehtekeit / einvalteclîchen an geleit Tr 19394. – ‘einmal’ (im Ggs. zu mehrfach): [Gott] gert niht mê, wan daz dû einvalteclîche geltest unde widergebest PrBerth 1:74,39; tuͦnt sú ime eins, so súln wir ime zwey tuͦn, minnent sú in einvaltklich, ach, so súln wir in tusentvaltklich minnen Seuse 448,29. 376,17    2 ‘einfach, schlicht, ungekünstelt’    2.1 im Hinblick auf Verstand und innere Haltung ‘ohne Hintergedanken, aufrichtig’ nu lob ich dich herre unde gere ainvaltichlichen diner genaden LambGeb A 68; in guͦtem muͦte / einvalteclih in guͦte RvEWchr 31076; vnde hat si [die Buße] ein man einvaltclichen vnd vnwissende verwvͥrket, die buͦzze svln wir nvͥt gar nemen wan nach gnaden SchwSp 153a    2.2 bezogen auf Lebensführung und Handeln: taet [handelte sie] an mir einvalteclîche, / als ich ir einvaltic bin MF:Joh 1:2,5; wir loben ouch triwlich vnd ainvaltichlich, daz [...] UrkCorp (WMU) 3536,38; wand er mit reinem hercen gar / einvaltecliche [demütig] brahte dar / das reine opfir heilig RvEWchr 5147; [er] sprach denn dú wort nit einvalteklich, er sprach sú mit einem suͤssen stillen gedoͤne in siner sele Seuse 17,23. – ‘bescheiden’ [die hl. Familie] fuͦr wol erlich genuͦg, / als do was sitte und fuͦg: / wan dennocht edel und rich / fuͦrent gar ainvalteklich / und nút mit grosser hoffart, / als sit gewonlichen wart WernhMl 2554; ob ein mensche einvalteclîche izzet oder trinket, [...] daz heizent etelîche liute untugent PrBerth 1:564,29; wan sy ainfeltigkleichen gant / mit gepaͤr und mit gewant Teichn 672,135; sand Peter und sein genoz / dw got aus den andern chos / und sew macht tugentreich. / ez waz nicht naturleich: / si waren ainvaltichleich [von niedrigem Stand] geporen ebd. 435,193. – ‘ohne Vorbehalt, ganz und gar’ daz der mentsch sinen willen gebe in ains andren willen und ainvalteklich gehorsam si PrGeorg 65,26; also muͦs der mensche sich gotte lossen einvalteclichen in gantzer getruwunge und in sinen ewigen willen Tauler 397,4; Teichn 564,3294; so sol vns beidú dc guͦt vnd dú gúlte einvaltchliche ledig sin UrkCorp (WMU) 3003,24; einveltclich vnd ane gedinge ebd. 2361,25. – im vereinfachten Rechtsverfahren ‘ohne Eid oder Zeugen’ ist awer daz man di clag ainvoltichleich vuert [...] iener macht sich [ohne weitere Zeugen] unschuldig mit czwain vingern StRBrünn 367; unde wollen si einvaldikliche klagen eine slechte klage StRFreiberg 190,21

MWB 1 1556,28; Bearbeiter: Diehl