e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
einz|wagen
stM.
‘Einspänner, Wagen mit einem einzelnen Zugtier’ (meist in Abgrenzung zum
mehrspännigen
dîhselwagen
, s.a.
öwenzwagen
):
swelch wagen vuert getraide [...], ist daz ers in der
stat wil verchaufen, so gibt der einczwagen czwen phenning und der deichselwagen
vier phenning StRBrünn
373;
swaz danne ander wægen abget gen Wienen [...], der
geit von der deichsel swaz si treit wenich oder vil lx phenning
[...], der æntzwagen [...]
geit xxx UrbBayS
4,51
u.ö.
MWB 1 1561,4; Bearbeiter: Diehl
eisære
stM.
→
neisære
MWB 1 1561,14;
eisbærec
Adj.
‘erschreckend’
ander eispariger beschovvnge der freisliken antluze EngelbGeb
104
MWB 1 1561,15; Bearbeiter: Diehl
eisch
Adj.
auch eis.
‘hässlich, scheußlich’ (noch nd. belegt, vgl. z.B. NdsWB 3,870f.):
her Nabuchodonosor / bedutet uns den eisen / voit
[Vogt] in der helle vreisen Daniel
1665;
Lucifer der aysch / rieff mit großer freysch Luzifer
2,21
MWB 1 1561,17; Bearbeiter: Diehl
eisch
stM.
‘gerichtliche Untersuchung’
quicumque vult ius ostensionis habere quod vulgo dicitur weisung vel
inquisitionem habere, quod vulgo dicitur aische, iurare debet, quod sine dolo vel
fraude fiant UrkWittelsb
1,86
(a. 1244)
u.ö.
–
‘Klageanspruch’
ist aver daz ein gast zuo der stat chumt und ist im sein gelter tôt, er mag
wol seiner hausfrawen fur gepieten [...]. sprechent di, si
wizzen um daz gelt nicht, sô sol im dhain aysche ertailt werden RbRupr
228.
–
‘Frist zur Leistung einer Forderung’
ez schullen alle wittiben aysch haben nach irs mans tod vmb wew mans
anspricht. hat si aber selben icht gelobt [...], da mag si
nicht aysch vmb haben SteiermLdr
93;
soll man aisch haben nach lebentigen erben das verzewht ein burger wol drey
xiiii tag StRRegensb
37
MWB 1 1561,22; Bearbeiter: Diehl
eischære
stM.
‘Fordernder (Kläger, Gläubiger)’
wer eynen vreden gibt mit der hant, vnd denselben vreden brichet
[...] er [...] mag dar na
[...] in deheiner wyse zu recht komen als eyscher ader
als scheffe WeistGr
1,543
(14. Jh.)
MWB 1 1561,38; Bearbeiter: Diehl
eische
stF.
‘Heische, Suche’ (vgl. E. Ochs, Ahd. Heissci, in: PBB 48 (1924), S.
118f.):
so daz [die Eidechse] altêt so
gebristet imo des gesûnes án béden ougon daz ez sa dîe sunnv̂n gisehan nemag so gât
éz án eina heissci zêinéro wende dîu dér ostert bikeret ist ÄPhys
12,4
MWB 1 1561,43; Bearbeiter: Diehl
eischen
V.
bereits ahd. (in Anlehnung an heiʒen) auch mit prothetischem
h; Präs. selten houschen (z.B. ThvASu ), im
Prät. neben überw. st. (VII) (h)iesch auch sw. eischete (vgl.
2
5Mhd. Gr. § M 93, Anm. 4); für den sehr differenzierten rechtl. Objektbereich
vgl. DRW 5,672-680.
1
‘etw. (von jmdm.) (er)bitten, fordern, wollen’
1.1 meist mit Akk.d.S., auch Inf. oder Obj.-Satz 1.1.1 ohne weitere Erg. 1.1.2 mit zusätzl. Dat.d.P. 1.1.3 mit zusätzl. präp. Erg. 1.2 selten mit Akk.d.P. ‘jmdn. erbitten, um die Herausgabe von jmdm. bitten’
1.3 selten mit Gen. 1.4 mit Pron.-Adv. 1.5 selten mit sachl. Subjekt (vgl. 3 ) 1.6
‘(etw.) erfragen’ , vgl.
vereischen
und v.a. ahd. resultatives
geeischen
( ‘erfahren’ ) 2
‘jmdn. bitten, auffordern, vorladen’ (z.B. ‘zum Kampf’ oder rechtl. ‘vor
ein Gremium’ ) 3 refl. in unpers. Konstruktion ‘sich gehören’ (vgl. 1.5 )
1
‘etw. (von jmdm.) (er)bitten, fordern, wollen’
1.1
meist mit Akk.d.S., auch Inf. oder Obj.-Satz
1.1.1
ohne weitere Erg.:
so sal he sinen zol gebin odir ein phant
[...], ob iz der zolner eische odir nicht
UrkCorp (WMU)
1161A,3;
myn herre Gawan hiesch syn spere, und es ward im
Lanc
329,11;
er ging fur den konig und hiesch den strit ebd.
632,29;
daz vnser herre hiesch trinken an dem crúce
Lucid
112,15.
– subst.:
ein diep hat ein heischen in ime von der bosheit
siner natur, daz er stele Seuse
161,17.
274,8
1.1.2
mit zusätzl. Dat.d.P.:
swenne aller herren herre kumet / mit zorne und er uns
eischet gelt SM:UvS
35: 5,2;
er hatt mir gelobet zu geben was ich im heisch
Lanc
276,12.
150,19;
vort van der scholt, die die burgere vͦnsme heren van Kolne heischint
UrkCorp (WMU)
70,38;
wann er eyschett mir das ich sende zu mym herren dem
konig Artus Lanc
4,36;
[ein Ritter] hieß yn
[Lionel] das er hinderwert ritte. Lionel sah
alles die zwen ritter an und verstunt sich nit.
[...] ‘nuͮmene herre, was heischet ir mir?’
sprach Lyonel. ‘ich heischen [erwarte von] dir das
du ein schnúdel [Tölpel] bist ebd.
416,35
1.1.3
mit zusätzl. präp. Erg.:
–
an:
die triuwe nemag ich geleisten, die muoz got ane
mich eisken Gen
2409;
swanne der commendûr zu sîme tûne einer bestien
bedarf, dî sal er an dem marschalke eischen StatDtOrd
104,1;
kumt danne der uzman [Mann von
außerhalb] unde eischet sin gut wider an den purgaer
StRAugsb
168,17.
–
von:
der knappe tump unde wert / iesch von der muoter
dicke ein pfert Parz
126,20;
Priamvs [...] brachte
golt vnde gelt, / daz von im geheischet was Herb
15986;
man eische deste mê von im RvEBarl
14803;
vnz daz div selben chint [...] von vns
avf voͤrderent vnd aichschent daz selbe gvͦt UrkCorp (WMU)
534,29;
StRBrünn
383
1.2
selten mit Akk.d.P. ‘jmdn. erbitten, um die Herausgabe von jmdm. bitten’
dô daz zît verentôte sîn wîb er eiscôte
Gen
1294;
sô helfe iu got, wen ieschet ir [als
Beschützer für die Zeit der Abwesenheit] ? Tr
13732
1.3
selten mit Gen.:
das sie uwers blutes ieschen, das wil ich uch sagen
warumb das was Lanc
354,6;
[die Gaben,] die wir niht enhaben, daz wir der
houschen unde bitten ThvASu
112,13;
ain ander tier aischt mit ainer stimm wes ez begert
BdN
15,17
1.4
mit Pron.-Adv.:
sie stießen an die thure und hieschen yn
fast [verlangten mit Nachdruck Zutritt]
Lanc
430,30;
er rieff zur porten und hiesch hininn ebd.
547,3
1.5
selten mit sachl. Subjekt (vgl. 3):
als an im hiesch sin amt [von ihm erforderte]
Pass III
408,11
1.6
‘(etw.) erfragen’, vgl.
vereischen
und v.a. ahd. resultatives
geeischen
( ‘erfahren’):
Chrysostomus Johannes / eischt dar nâch und vrâget des
JvFrst
9522;
als Pilatus nû vernam / dô nennen Galileam, / er eischte
ob unser hêre / ein Galileus wêre ebd.
6467
2
‘jmdn. bitten, auffordern, vorladen’ (z.B. ‘zum Kampf’ oder rechtl. ‘vor
ein Gremium’):
Jhesus, [...], / der ist komen.
sicherlich / er heischet dich [
vocat te Io 11,28] , nuͦ kuͦm zu hant!
HvNstGZ
3933;
den ellenden jungen knaben / hiesche er mitt manlicher cur /
zü im tretten da für GTroj
8993;
mit liehten spern wol gemal / kam der kúnic von Portegal /
und iesch den fúrsten von Brabant RvEWh
8455;
so sal man dan den man eischi· wil he dan vuri kuimi
[...]. die scultezi sal umi vriedi geibi
Mühlh
97,7;
unde sol man in alsô laden: ‘ich eische den man, alsô er
heizet, eines, anders, drîstunt!’ SpdtL
179,18;
ir solt komen vor alle ir lút, wann ich uch heischen, und
solt mir sichern in myne hant alles das ich vorsprechen Lanc
80,10.
– in Verbindung mit weln:
der selbe commendûr sal [als
Wahlgremium] einen anderen brûder welen
[...] unde die zwêne sulen eischen den dritten unde
die drî den vierden StatDtOrd
93,3;
vnde dirre dinge [...] sint gezûg
[...] her Cuͦne [...] vnde
andere biderbe herren, die dar zv geeyschet vnde gewelet wͦrden UrkCorp
(WMU)
1919AB,12.
–
daz ez [die Hyäne] mit rehter
untrew den menschen her für aisch [herausruft] mit
seinem namen und in ertœt BdN
142,26;
hiemite quamen ouch die boten / [...] und
hieschen Blasium hervur Pass III
170,44;
ich han uch off gnad [im Vertrauen auf euer
Wohlwollen] geheischett und wolt uch gern bitten durch myns
dinstes willen Lanc
238,29.
– mit zusätzl. präp. Erg.:
swilich vnser ouch den andern eyschit an sine helphe der sol ime kvͦmen
UrkCorp
599,31
3
refl. in unpers. Konstruktion ‘sich gehören’ (vgl. 1.5):
wir sollen das rechten, alsso es sich heischet WeistGr
2,6
(a. 1321);
weitere frnhd. Belege vgl. DRW 5,680
MWB 1 1561,49; Bearbeiter: Diehl
eischkorn
stN.
‘gefordertes Korn’
[es wurden erhoben] aus der abtei 21 malter heißkorn, das
ist sommerkorn von den heysungen bei N. DRW
2,682
(Neubach, Herrstein; a. 1314)
MWB 1 1563,19; Bearbeiter: Diehl
eischtac
stM.
‘Gerichtstermin’
chumt er aber fuͤr recht und waigert, so gibt man im einen aischtag auf achtt
tag StRRegensb
37
MWB 1 1563,23; Bearbeiter: Diehl
eischunge
stF.
auch heischunge.
‘Forderung’
dine begeronge / und auch dyne heysschonge / halden ich nit
vor unredelich Pilgerf
3204.
13265;
si baten daz er gechrüciget würd, vnd si strechten hoch vf ir
stimme, vnd Pilatus saz zv gerihte daz geschaehe ir eischvnge EvAug
203,12;
ob das ist, das man nichts findet in dem haus, gleich in der selben mass, so
man ayschung thut, mag man auff die vnbeweglich guter greiffen, als ob es verkundet
wär von dem richter, das die ayschung [
excussio, ‘Pfändung’
] geschehen ist rechtlich, [...] vnd sol sich
arbaiten, das die aischung geschehe alain durch den schergen StatTrient
185.
–
‘Forderung von Abgaben’
[dass sie] keynerlei recht [...]
haben sollent [...] mit furen, mit atzungin, mit sture, mit
heischunge, mit waginfertin oder diekeireleie dienest UrkOtterb
421
(a. 1341).
–
‘Frist zur Nachforschung’
wirt ieman angesprochen umb gelt von ieman der tot ist, dez selben erben
muͤgen ayschung gern drei vierzehen tag StRMünch
311,28;
StRBrünn
370
MWB 1 1563,26; Bearbeiter: Diehl
1eise
stF.
‘Annehmlichkeit, Bequemlichkeit’ (aus afrz. aise, vgl.
Vorderstemann, Fremdw., S. 77f.):
dâ hete der herre und der kneht / so genuoc daz in niht
gebrach. / daz was en tiuschen guot gemach: / en franzoys hetens eise
Wh
449,9;
sie kunrierten [erholten] sich dâ /
mit gemachlîcher eise / nâch der grôzen tagereise RvEAlex
5697;
der herzoge und diu herzogîn / die ahten eine reise / durh banekens eise /
niuwan durch kurzewîle UvTürhTr
376
MWB 1 1563,47; Bearbeiter: Diehl
2eise
stF.
auch heise, kontrahiert aus egese (vgl. ahd.
egisa stF., egiso swM.; AWB 3,82 und 85ff.).
‘Furcht, Schrecken’
horror: eigesa SummHeinr
2:328,01.11;
uorhte unt eise [interl. zu timor et tremor
] chomen uber mich PsM
54,6;
vorhte, schrecke und eise / wont in bi zu aller stunt
HvNstGZ
2758;
sumelîche cristin, / [...] / mit lestirlîchir sunden
eis, / dâvon got wart gewant in vreis NvJer
21826.
– in der Wendung
~ sagen
‘etwas Schreckliches mitteilen’
man sagete in vil michel heise. / sî wâren in grôzer vreise JJud
433;
sô grôz eise man in seit / von der grôzen überkraft / der
verwâzen heidenschaft Ottok
48696
u.ö.
MWB 1 1563,57; Bearbeiter: Diehl
eisen
swV.
1
‘jmdn. erschrecken’
2 unpersönl. mit Dat.d.P. (Akk.d.P. nur TvKulm ) ‘jmdm. graust
es’
2.1 ohne weitere Erg. 2.2 mit Erg. zur Bezeichnung dessen, vor dem es graust 2.2.1 mit Gen. 2.2.2 mit Präp.-Obj. oder Präp.-Adv. 3 mit Akk. ‘etw. fürchten’
1
‘jmdn. erschrecken’
swenne her [Gott] die durch
nechtigen / mit sime geiste irvollet, / daz sie der werlde wollet
[ekelt] , / die sie wol mac eisen
HeslApk
22009;
ein chaufman den man ayset / in aim wald
Teichn
564,404
2
unpersönl. mit Dat.d.P. (Akk.d.P. nur TvKulm ) ‘jmdm. graust
es’
2.1
ohne weitere Erg.:
also wart he [...] vnlidilich gemartirt. daz
allin den eiste die iz sagin JenMartyr
11;
mir eiset unde grûset Ottok
52432;
so beginnet mir ze eisende Mechth
5: 33,15
2.2
mit Erg. zur Bezeichnung dessen, vor dem es graust
2.2.1
mit Gen.:
daz sich des iemant allermeist / vor se, so des im
eiste / das in die bosen geiste / begriffen hetten durch irn nit
HeslApk
1507
2.2.2
mit Präp.-Obj. oder Präp.-Adv.:
er gieng aus in armer phlicht. / also cham er haim
geraiset / daz der lantschaft ab im aiset Teichn
147,6;
darab uns tiutschen eiset Ottok
7988;
Warnung
154;
gedenke, wie umbarmeliche der kuninc Conrat wart vurterbet. / da von
noch allen diutschen vursten eiset Meissner
14:2,8;
das sibend zeichen heißt / die wage: vor des art mir
eist Mügeln
308,2;
mins herren schric, vur dem mir eist
Hiob
2106.
–
sulche eiset sere / vör rechter demut lere / und di selben wollen
nicht / mit der demut haben pflicht TvKulm
2519
3
mit Akk. ‘etw. fürchten’
aysen di helle [
gehennam expavescere
]
BrAdm
4
MWB 1 1564,6; Bearbeiter: Diehl
eisiere
stF.
‘Annehmlichkeit, Bequemlichkeit’ (aus afrz. aisier oder abgeleitet
von
1eise?, vgl. Felder, Krone, S. 144):
dor [Keie] ze Tintagvel auf der vest / saz bei dem
breisiere [Kohlenglut] / mit gemacher aisiere / vnd
tranch da vil guoten wein Krone
3674
MWB 1 1564,34; Bearbeiter: Diehl
eisieren
swV.
auch êsieren ( KvWTroj ).
‘(mit Annehmlichkeiten) pflegen’ (aus afrz. aisier oder abgeleitet
von
1eise?, vgl. Vorderstemann, Fremdw. 78f.):
sô wolde der ander sînen lîp / eisieren mit maneger sache /
nâch dem grôzen ungemache Wh
323,19.
326,11;
wer lert ivch dise hovezuht, / her chünich, daz ir iwern leip / so eisiert sam
ein weip Krone
3375;
KvWTroj
6082.
– mit Refl.-Pron.:
ûf der selben ruowe gewin / kêrt er ze herberge wider /
[...] / dô sich die sînen êsierten KvWTroj
44887
MWB 1 1564,40; Bearbeiter: Diehl
eiskî
stF.
→
eische
MWB 1 1564,51;
eislich
Adj.
→
egeslich
MWB 1 1564,52;
eislicheit
stF.
‘Schrecklichkeit, Abscheulichkeit’
von der duͦfele eislickeit / Ieremias hat geseit PrHess
60,95
MWB 1 1564,53; Bearbeiter: Diehl
eismende
stF.
‘Annehmlichkeit, Bequemlichkeit’ (aus afrz. aisement):
ir eismende, diu was groz Dietr
3734
MWB 1 1564,56; Bearbeiter: Diehl
eissam
Adj.
‘schrecklich, furchtbar’ (vgl.
egesam
):
also ist des todes cleit / unmazen grulich und eyssam
Hiob
3979;
si kuste ouch ane widerrede / di lude an eissamer stede / mit dugent milder
sinne Elis
2962;
die hirten haben mir zwar / den minen wingarten gar /
gewustet und verstoret, / [...], / uf daz er wurde schiere
/ als die wiltnis eissam Daniel
3097
u.ö.
MWB 1 1564,59; Bearbeiter: Diehl
eisunge
stF.
‘Schrecken’
horror: grûwe, eysunge VocAbstr
365;
eisunge [
terror
]
BrHoh
53;
dar umme uns die billen [Hacken] /
howen hie dines vluches, / eyzunge, die des buches / Moysi stet beschriben / allen
den die nicht bliben / volleclich an diner e Daniel
6312;
in dem nidersten teil der helle ist das fúr und die
vinsternisse und stank und eisunge und allerleige pine allergrost
Mechth
3: 21,20;
min sele wart vri gemachet von aller eisunge ebd.
5: 33,16
u.ö.
MWB 1 1565,3; Bearbeiter: Diehl
1eit
stM.
md. auch heit.
‘Eid’, feierliches Versprechen zur Gründung und Festigung von
Rechtsverhältnissen oder Versicherung der Wahrheit, z.T. als Mittel des
gerichtlichen Beweises (z.B. SchwSp Landr. 170f., zur Sache vgl.
2HRG 1,1249ff., zur Rolle des Eides an den verschiedenen Stellen des
Rechtsverfahrens mit zahlreichen Belegen DRW 2,1301ff.).
1 allg. 2 typische Verbverbindungen, z.T. in präp. Verbindungen wie bî, mit, ûf, under
~
‘unter Eid, bei dem Eid’
2.1 bei der Eidesleistung 2.2 im Rahmen des Verfahrens (überw. als Eid mit Beweischarakter) 2.3 bei der Einhaltung 2.4 bei Bruch oder Lösung des Eides 3 in Paarformeln, meist triuwe unde ~
4 phras. (?, vgl. TPMA 2,382-389)
1
allg.:
wan sol alle eide sweren bi gotte, bi sinen heiligen vnd bi sinen heiligen
ewangelien vnde vf einen gewihten alter SchwSp
81b;
gar getreuer chünig, hüette dich daz du ichtt geprechest dein
gegebenn treu unnd wehallt vesstigklich die geschworn aide unnd dein gelübe
HvHürnh
22,5;
dit ist der iuden heit den di biscof Cuͦnrat dirre stat gegebin
hat ErfJud
13;
daz er in über den eit / gap gîsel unde sicherheit
Iw
6363;
darnach verbuͤtt man auch allermengelich,
[...], alle boͤse, uͤppige, verlazzene, schemliche und
auch unredliche eyde und auch besunder und mit namen alle die eyde, die unsern
lieben herrengot [...] mohte beruͤren WüP
97,4.
–
[ich] swere dir mit eiden, / daz nie nehein man /
bezzer ros ne gwan SAlex
3645;
daz mac mir âne eide / gelouben wîp unde man
Eracl
3828.
– in Wendungen wie an/ in eides stat/ wîs u.ä. (oft
in Verbindung mit triuwe als Bekräftigungsformel einer Verpflichtung
ohne Eidesleistung):
vnd han jch oͮch daz gelopt [...] bi miner trúwe
an eins eidis stat UrkCorp (WMU)
558,39;
bie vnsere truwe an eîdes stât ebd.
1620,13;
UrkEnns
5,469
(a. 1327);
bit guͦden truͦen vnd in eynes eydes stat UrkCorp (WMU)
1935,26;
vnd hant jr triwe jn eidis wîs gigebin ebd.
2147,9;
[dass wir uns] gænzleichein in dev hant vnd gnad des
erwerigen apt Ilsunchs aitzweis gegeben haben UrkRait
483
(a. 1312).
–
ouchn bedorfter mêre sicherheit: / wan sîn wort daz was
ein eit Iw
4584
2
typische Verbverbindungen, z.T. in präp. Verbindungen wie bî, mit, ûf, under
~
‘unter Eid, bei dem Eid’
2.1
bei der Eidesleistung:
– meist mit swërn:
ich swuͦre dir ain offen ait Rol
3874;
wan des swüer ich wol einen eit, / mîn vrouwe ist ein
sô edel wîp Iw
4202;
NibB
498,3;
daz der künec swuor einen eit / bî küniclîcher
wârheit Tr
8909;
ir schwúrt ein eydt umb alle diße welt nit das sie
unschuldig were Lanc
497,26;
unt het ich tûsent eide ze einem vride geswarn
NibB
445,2;
dar über swuor er einen eit / daz er die maget âne
leit / bræhte dem künige Artûs Wig
2139;
dû solt durch liebe noch durch keiner slahte dinc einen meinen eit
niht swern, wan meineide sint grôze sünde PrBerth
2:198,23
bi sinen goten er iu swuͦr / einen ungenoͤten
[freiwilligen] eit Rennew
26577
u.ö.
–
das si genuͤgen solde / ob er in sweren wolde / sines
aides. das geschach RvEWh
2461.
– jmdm. den
~ staben, ‘jmdm. die Eidesformel vorsprechen’ (die über
dem Richterstab wiederholt wird):
sie stabete selbe im den eit: / ‘ich swere dir,
Medea!’ / Iason sprach ir allez na: / ‘ich wil dich immer zv wibe han’, /
die selben wort sprach er san Herb
956;
Wig
9023;
Parzivâl dô mit triwen fuor: / er nam daz heiltuom,
drûf er swuor. / sus stabter selbe sînen eit Parz
269,3;
so sal der richter boten senden [...] unde
einen butel, der den eit stabe StRFreiberg
191,17;
Lanc
345,17;
daz er einen gestapten eit williclichen gesworn habe
unde den gebrochen habe StRAugsb
128,20;
für dise rede ich dicke swuor / manegen ungestabten
eit Parz
498,3;
ähnlich:
vnd swuͦr dar vber ain gelerten
[vorgesprochenen] ait UrkCorp (WMU)
3499,5;
trewe geben vnd dar zu gelert eyde gesworen
2DWB
7:332,67.
–
bieten:
den eit, den du dâ biutest NibB
859,2;
dez biuͤt ich dir minen ait / mit vil ganczer
staͤttikait Märt
18029;
unser vanen sint erkant, / daz zwêne vinger ûz der
hant / biutet gein dem eide Parz
31,3.
–
binden:
dc er sich des selben eides binde, so sv́ sich gebv́nden hein
UrkCorp (WMU)
507,27;
vͦber daz alles gib ich mich gebunden mit aiden, als ich swern sol
ebd.
1860,23.
–
gëben:
man [soll] das alle jar deme nuwen rate in
den eit geben, das sie [...]
UrkStraßb
4,2:11,37
(a. 1276);
vrou Lûnete gap den eit Iw
7908.
–
leisten:
ist der man bereit ze leisten sînen eit als er
gelobet hât SpdtL
195,9.
–
loben:
jch han ouch im [...] mit minem aide gelobt
dienst UrkCorp (WMU)
1710,34;
ich behalt iuch schône, sunder bant. / diz lobt ûf ritterlîchen eit
Georg
4873;
jch gelobe oͧch bi gesworneme eide UrkCorp (WMU)
N72,31.
–
nëmen:
daz wir dich nemen ûf unsern ait
GvJudenb
3231;
Iw
7265;
mîn herr nimt daz ûf sînen eit, / daz iwerm her kein leit / von den
sînen niht geschiht PleierGar
14359.
–
die boten des eide nâmen UvZLanz
8330;
dar vmbe sol man sinen eit nemen vnd sol in vmbekumbert lassen
UrkCorp (WMU)
1695,21.
–
tuon:
an dem geziuge nestât nehain man, / der den ait vor
dir hât getân, / daz [...]
Kchr
9953;
des haben wir disen eit getan Herb
15327;
[dem Meineidigen soll man] die drye vinger
abslahen, die er uff rekte, do er den boͤsen eyde tet UrkAargau
2:2,9,3
(a. 1313);
den ellendin eit zuͦ dune UrkMoselQ
170,6
(a. 1338)
(zur Sache vgl.
ellende
stN.)
–
sagen, sprëchen:
ich wil iu sagen ûf mînen eit, / ez enwart nie michel
guot baz / geteilet UvZLanz
8656;
jch Burcart [...] spriche vcͦh vffe minen
eit, das [...]
UrkCorp (WMU)
1174,44
2.2
im Rahmen des Verfahrens (überw. als Eid mit Beweischarakter):
er behabe mit sinem eide, daz es jme verstoln si UrkCorp (WMU)
248A,45;
[der] auch bewîse mit sînem eide, daz im alsô sî
SSpAug
192,21;
sô sol er vor den rihter komen unde sol sîne êhafte nôt
bewîsen mit sînem eide SpdtL
196,1;
sal su bituingi bi mi eidi, daz su bikennin dir wareit
Mühlh
107,2;
hêrre, ich bezzer iu den eit, / als ir mir saget, sus
oder sô Tr
15722;
swer mit dem eide erziugen wil / daz mîn niht heize
Brâbant KvWSchwanr
702;
und wil dir daz enpfüeren vor allen dînen man / mit mînen
hôhen eiden, daz ichs ir niht gesaget hân NibB
858,4.
–
vragen:
alse wir vffen den ait gefraget wrden UrkCorp (WMU)
980,35;
denselben sal man vregen uͦffe sinen eit
WüP
7g,4;
ich fragen dich vf dinen eyt, / sage mir die rehte warheit
PassSpM
818.
–
er nem sich danne mit dem aid da von [befreie sich durch
Eid von dem Vorwurf] , daz er sin niht west UrkCorp
(WMU)
475A,42.
–
erteilen:
das sol stan an dem râte, das der uf sin eit erteile, ob es schedlich
si ald nút UrkCorp (WMU)
1591,8;
ist solch unstæte ir süeze bî, / ich wil erteilen, swâ diu sî, / ûf
mînen eit, daz minn dâ wirt gesiuret RvZw
49,12
2.3
bei der Einhaltung:
den eit hat er behalten VMos
70,7;
alsus behielt er sînen eit UvZLanz
6490;
Lanc
477,34;
ich muoz bewarn / mit selhen witzen den eit / daz mich
deheiner valscheit / iemen zîhe dar an Iw
7913
2.4
bei Bruch oder Lösung des Eides:
sine welle brechen danne ir eit Iw
7966;
man brichet mir den eit Tr
9896;
das ich wedder den fried noch mynen eydt gebrochen han
Lanc
385,20.
–
des eides sîs dû ledich Gen
962;
Lanc
310,14;
minen ait ich enpinde Rol
2798;
durch dîn selber tugende lœse mînen eit!
NibB
612,2;
sô sult ir lœsen den eit Iw
8047;
Lanc
308,30
3
in Paarformeln, meist triuwe unde ~
:
sô brechet ir / mînem hêrren unde mir / iuwer triuwe und
iuwern eit / und alle die sicherheit, / diu under uns allen ie geschach
Tr
6355;
SAlex
3964;
si buten triuwe und manigen eit KvHeimUrst
1284;
und das sy paide trew und ait / gaben, dar zu sicherhait
HvNstAp
12459;
bî triuwen und bî eiden KvWHvK
435;
mit meinem aidê vnd minên triwen UrkCorp (WMU)
1763,15.
– mit wort, rede u.ä.:
und lobetetez ouch beide / mit rede und mit dem eide
Tr
9802;
küneges wort und küneges eit / diu suln wâr unde bewæret
sîn ebd.
9818;
damit wir diz eidez vnd dirre gelvbede lidig moͤhtent werden
UrkCorp (WMU)
225,16.
467,15.
–
mit gîseln und mit eiden Eracl
4890;
mit bürgen und mit eiden Tr
400
4
phras. (?, vgl. TPMA 2,382-389):
betwungen eit sol binden nicht, / der von rechter vorcht beschicht
Boner
35,57;
swer sich mit eiden fristet, / der hât mich überlistet Freid
122,19;
Renner
8255;
‘staech yegleich aid als ein dorn, / ir wuͤrd so vil nicht
gesworn,’ / hat der Frauͤdanch ee gesait [
Freid
122,21
] / und ist ein rechtew worhait Teichn
237,1
MWB 1 1565,13; Bearbeiter: Diehl
2eit
stM.
auch stF. ( StrKD ).
‘Feuer, Ofen’
daz strô ze deme viure / ze der ziegel stiure / lât si selbe samenen / stunphe
unde halme / ze der ziegel eitte Exod
1009;
swer aber sin leit so sere chlagt, / daz er an got gar
verzagt, / [...] / und stirbet mit der tumpheit, / der ist
[wie ein Tongefäß im Brennofen] ouch zebrochen in der
æit. / des muͦz er in die hulwen hin StrKD
151,118;
do ich mit manigen wewen [Schmerzen] / in den
swebelsewen / mærterlichen hete gebadet, / [...] do ich in
dem æide glüete Serv
3546
u.ö.;
so nimt er ein eit und gluot Trost
12
MWB 1 1567,48; Bearbeiter: Diehl
eitbære
Adj.
‘eidesfähig’
wir hertzog Stephan [...] geloben vnd sprechen fuͤr
Ludowigen, Wilhalem [...], wenne si eidber werdent, daz si
[...] ze den heiligen sweren, als wir gesworen vnd
gelobt haben UrkWittelsb
2,339
(a. 1334)
MWB 1 1567,60; Bearbeiter: Diehl |