êmâlen
Adv., Konj.
auch êrmalen.
1 Adv. ‘ehemals, vorher’
2 in Verbindung mit denne als Konj. ‘bevor’
1
Adv. ‘ehemals, vorher’
solhe untât, / die man niemer hât / ê mâlen gesehen
Ottok
84375;
vmb den hove [...], den emaln vor vier iarn Vlreich
vnd Regenbart [...] verchouft heten UrkCorp (WMU)
2827,25;
die suͦne diu zwischen vnserem vorvaren [...] vnd im
ermalen ist verschriben UrkCorp
854A,19
2
in Verbindung mit denne als Konj. ‘bevor’
furevah unsih herro mit gnade diner ermalen denne [prius quam] der ante des
zornes wuote PsWindb
78,Oratio
MWB 1 1587,13; Bearbeiter: Diehl
êmâles
Adv., Konj.
auch errenmals.
1 Adv. ‘ehemals, vorher’
2 in Verbindung mit ê als Konj. ‘bevor’
1
Adv. ‘ehemals, vorher’
nein, ez wart engestlîcher sît, / dan ez ê mâles wære
Tr
9007;
alse ich dir / nu unde ê mâles hân getân ebd.
9511
u.ö.;
ez si der zins, den siv emals vf deme hove hettent oder den siv nu næhest
gekoͮffet hant UrkCorp (WMU)
3407,10;
ane minivͤ manlehen divͤ ich errenmals verlihen han UrkCorp
1363,10
2
in Verbindung mit ê als Konj. ‘bevor’
daz uͥnser herre got allez daz hiez werden, daz der ist, ê mals ê er den
menschen geschuͤffe Konr (Sch)
114,35
MWB 1 1587,24; Bearbeiter: Diehl
êman
stM.
‘Ehemann’
nimt si einen êman wider ir vater willen SpdtL
123,2;
swer dâ sprichet, ez müge dehein êman bî sîner hûsfrouwen geligen âne
houbetsünde, der ist reht ein arger ketzer PrBerth
1:406,10;
also wart die fraw gefüret / für irn rechten ehenman
Teichn
565,135;
der eman rechter küscheit pflit MügelnKranz
1675.
–
‘verheirateter Mann’
hat erz [das Kind] aber bi einem ewibe oder bi einr
ledigen vnd ist er selbe ein eman, so heizet ez ein hvͦrkint SchwSp
162b;
swelhe brvder oder swester [...] mit
ainem eman oder ehavsvrawen vnkvsch tvet SpitEich
17,24
MWB 1 1587,35; Bearbeiter: Diehl
êmathîtes
M.
auch emetin.
‘Hämatit (Blutstein)’, ein Edelstein (aus afrz./lat.
haematites):
von dem emathiten. emathites ist ain stain eisenvar,
besprengt mit rôten æderleinn und kümt von der môren land oder von Arabia
BdN
444,32;
Parz
791,10;
SalArz
103,5.
– aus dem Adj. haematinus gebildet (vgl. Suolahti 1,84 und Felder,
Krone S. 427):
zwen vnglich steine, / ein emetin was der ein, / der ander ein grüner iaspis
Krone
15780
MWB 1 1587,47; Bearbeiter: Diehl
emb-
s.a. enb-
MWB 1 1587,56;
ember
stM.
→
einber
MWB 1 1587,57;
emde
swF.
‘Elend, Leid’ (vgl. zur Bildung gerig(n)de
‘Regen’, Hiob
9627,10965):
so daz mine husgenozen, / daz sint dy mir solden dinen, /
[...] hatten mich als eynen vremden / und nicht achten
myner emnden [
miseriam meam
]
Hiob
7674
MWB 1 1587,58; Bearbeiter: Diehl
emede
stN.
auch emat, emide.
‘Gras des zweiten Schnittes, Ohmet’ (vgl.
âmât
und
üemet
):
das her Cvͦnrat [...] vnd die bruͦder
[...] hant verlúhen der priolin
[...] zwo juchert mattan [...]
vmbe halbes hoͤv vnd halbes emide UrkCorp (WMU)
1648,15;
daz vôter, daz uf dem hof wahset es sige howe, emat, alder stro
UrkHohenb
240
(a. 1322);
das drittail des aemedes, das mir ewiclich solt sin wordin us ir wise
UrkBebenh
21,358
(a. 1328)
MWB 1 1587,63; Bearbeiter: Runow
êmensche
swM.
‘verheiratete Person, Ehegatte’
dis merkent, bruͦder, swester, / ementschen, witwan, rainú
magt, / und arbaiten un verzagt, / das wir got frólich vinden / mit sinen liepsten
kinden! SHort
3835
MWB 1 1588,8; Bearbeiter: Diehl
emeral
stM.
→
amiral
MWB 1 1588,13;
emeralinne
stF.
→
amiralîn
MWB 1 1588,14;
emetîn
M.
→
êmathîtes
MWB 1 1588,15;
emeʒen
swV.
‘beharrlich sein im Tun von etw.’
1 tr. ‘sich jmdm. (Gott) inständig zuwenden’
2 intr. ‘fortführen (ohne Unterbrechung)’
1
tr. ‘sich jmdm. (Gott) inständig zuwenden’
dvrch sin selbes notdvrfte beginnet er [der
Mensch] got svͦchen vnde emzen vnde an in gedenken, von ime lesen,
hoͤren, in flehen, ime gehorsam sin DvAStaff
178
2
intr. ‘fortführen (ohne Unterbrechung)’
am vierden vnde dem sehstin tag si [die
Mönche] uasten unzi zi none. andren tagen zi sexte si inbizzen.
div des inbizze sexte ib werke in acchirn si hant oder des sumirs hizze zi uil wirt
zi emizzende wirt BrZw
41
MWB 1 1588,16; Bearbeiter: Runow
emide
stN.
→
emede
MWB 1 1588,27;
emmer
stM.
→
einber
MWB 1 1588,28;
emoroie
F.
eine blutsaugende Schlangenart:
von der emoroien. etleich puoch ze latein
[...] sagt von ainr slangen, diu haizt emorois, daz ist
ain emoroi oder ain kraftsaugerinn ze däutsch BdN
272,17
MWB 1 1588,29; Bearbeiter: Runow
emorreische
F.
‘an Blutfluss leidende Frau’
daz zwelfte [
zeichen, daz Crist tet
] , daz er tet rische [rasch] / gesunt di
emorreische [Mt 9,20 mulier, quae sanguinis fluxum patietur
]
HistAE
6008
MWB 1 1588,33; Bearbeiter: Runow
emorroide
F.
oft lat. Formen.
‘Hämorrhoiden’
– zur Bezeichnung der Blutgefäße:
emorroida ist ein ader an den hindervenster
Macer
58,18;
an den afternâdern, die emoroides haizent BdN
409,7.
– zur Bezeichnung der Blutung:
einerhande suche heisent emorroyde; das ist also von dem
menschen nidene bluͦt uz geit, als von einer ader Macer
25,30;
swem rinnet emorroide, der binde druf gestosen zwibollen
ebd.
58,18
MWB 1 1588,37; Bearbeiter: Runow
emp-
s.a. enb-
MWB 1 1588,46;
empelîn
stN.
Dimin. zu
ampel
, ‘kleines Gefäß’
und werde iu braht ein empelin / mit salze, swenne ir ezzen
get, / so sület ir niht grifen drin / mit blozer hant, daz übele stet
TannhHofz
77
MWB 1 1588,47; Bearbeiter: Runow
empf-
→
enph-, entv-
MWB 1 1588,51;
empfeten
swV.
→
impfeten
MWB 1 1588,52;
emph-
→
enph-, entv-
MWB 1 1588,53;
emʒec
Adj.
Adv. →
emʒege.
‘beständig, fortwährend, wiederholt’
rehtú biht [...] sol sin emtzig, daz du dik bihtest
PrGeorg
135,18;
suͦze trahene unde emzige gestungede
[Hingabe]
TrudHL
110,24;
unz man in tæte sô ange / mit emzigem schiezen, / daz si
müest verdriezen / und daz si sich gevangen gæben Ottok
25488
u.ö.
–
von der schouwender selikeit hat er
[Gott] ein
empzigü [immerwährende] unde ein sicherü schouwunge
sins unde aller andern dinge ThvASu
296,23.
–
‘beharrlich, fleißig’
so gewinnet ein flissiger mensch mit emzigem suͦchene etwaz
kundsami von got Seuse
171,9;
mit fleiziger arbait und auch mit ämzigem betrahten
BdN
29,15;
Tauler
290,23;
EvAug
160,16
MWB 1 1588,54; Bearbeiter: Runow
emʒecheit
stF.
‘Eifer, Fleiß, Beharrlichkeit’
des gebetes emzicheit da mit wir antloz unser suͤnt schuͤln
erwerben PrOberalt
32,19;
dâ [zum seitspil
] kêrte er spâte unde vruo / sîn emezekeit sô sêre zuo, / biz er es
wunder kunde Tr
2098;
lernunge muoter ist emzikeit Renner
17487
u.ö.;
ämzichait oder stætichait vil vermag BdN
302,1;
Teichn
311,112.
–
ein tropfe [...] machet durch den stein ein loch /
[...] / von der emzekeit [stetigen
Wiederholung] ez geschiht / daz er dicke vellet dar
HartmKlage
1624;
Erz III
112,9.
–
ze aller jungest nam erz im ze ainer
emzechait [beharrliche Gewohnheit] , / daz er dikke ze
Biterne rait Kchr
4355;
sünden tegelich emzikeit / bringet uns in ein gewonheit, / daz wir sünde vür
sünde niht haben Renner
17073
MWB 1 1589,4; Bearbeiter: Runow |