empf-
→
enph-, entv-
MWB 1 1588,51;
empfeten
swV.
→
impfeten
MWB 1 1588,52;
emph-
→
enph-, entv-
MWB 1 1588,53;
emʒec
Adj.
Adv. →
emʒege.
‘beständig, fortwährend, wiederholt’
rehtú biht [...] sol sin emtzig, daz du dik bihtest
PrGeorg
135,18;
suͦze trahene unde emzige gestungede
[Hingabe]
TrudHL
110,24;
unz man in tæte sô ange / mit emzigem schiezen, / daz si
müest verdriezen / und daz si sich gevangen gæben Ottok
25488
u.ö.
–
von der schouwender selikeit hat er
[Gott] ein
empzigü [immerwährende] unde ein sicherü schouwunge
sins unde aller andern dinge ThvASu
296,23.
–
‘beharrlich, fleißig’
so gewinnet ein flissiger mensch mit emzigem suͦchene etwaz
kundsami von got Seuse
171,9;
mit fleiziger arbait und auch mit ämzigem betrahten
BdN
29,15;
Tauler
290,23;
EvAug
160,16
MWB 1 1588,54; Bearbeiter: Runow
emʒecheit
stF.
‘Eifer, Fleiß, Beharrlichkeit’
des gebetes emzicheit da mit wir antloz unser suͤnt schuͤln
erwerben PrOberalt
32,19;
dâ [zum seitspil
] kêrte er spâte unde vruo / sîn emezekeit sô sêre zuo, / biz er es
wunder kunde Tr
2098;
lernunge muoter ist emzikeit Renner
17487
u.ö.;
ämzichait oder stætichait vil vermag BdN
302,1;
Teichn
311,112.
–
ein tropfe [...] machet durch den stein ein loch /
[...] / von der emzekeit [stetigen
Wiederholung] ez geschiht / daz er dicke vellet dar
HartmKlage
1624;
Erz III
112,9.
–
ze aller jungest nam erz im ze ainer
emzechait [beharrliche Gewohnheit] , / daz er dikke ze
Biterne rait Kchr
4355;
sünden tegelich emzikeit / bringet uns in ein gewonheit, / daz wir sünde vür
sünde niht haben Renner
17073
MWB 1 1589,4; Bearbeiter: Runow
emʒeclich
Adj., Adv.
auch emizclich, entzichlich; adv. auch -lîchen.
‘beständig, fortdauernd’
an lietkerze emizclic in der selbvn celle brinne vnzi morgin
BrZw
22;
mit rewe, mit chlage, mit emtzichlichem weinen unser suͤnde
PrOberalt
46,37;
aber das sol nichtt emssigklichen geschehen, nur tzwir oder
dreistunt in dem jare HvHürnh
15,4;
PsM
H 44,8;
Seuse
205,19.
–
‘eifrig, beharrlich’
mit emziclicher bet Ottok
1651;
mit einem emzeklichen flisse Tauler
383,9;
stætes und ämzicleich BdN
289,8;
mit entzichleicher arbait Teichn
357,25;
SalArz
4,9.
–
‘wiederholt, oft’
die da emzichlichen swerent, die werdent vil dikch maneide
PrOberalt
57,32;
Ihesus was empziklichen dar komen mit sinen ivngern
EvAug
264,12;
darvͤber han ich an gesehen den rainen gotesdienst, der da emtzichlichen
[regelmäßig (?)] geschiht UrkCorp
(WMU)
N174,36
MWB 1 1589,20; Bearbeiter: Runow
emʒege
Adv.
zu
emʒec
Adj., auch emzegen, enzic.
‘beständig, eifrig’
man nimit eine magit unte leittet sie in die stat, da der
einhurn emzige wisit JPhys
3,7;
da hin chert er allir emzigisti sin gemvͦte
Spec
67,25;
darumbe sante er in uil empzigen sine boten ebd.
149,4
u.ö.
–
‘wiederholt, oft’
also ir êmizige uernomin hâbt, wie Maria Magdalena unde ein
enderiv Maria sint [...] ze deme grâbe chomin
Spec
56,3.
– allg. Intensität ausdrückend ‘sehr’
duo sprach er [Gott] deme wîbe
manech leit. / [...] swenne si swanger wurte, / ê si
gebâre, daz der sêre vile wâre / dei si ane ire lîbe emzege muose lîden
Gen
471;
requies ist ein opiate. [...] swer
si nemen wil der sal enzic [üppig] ezzen. vnde sal si dar
nach nemen SalArz
105,29;
Ottok
86415
MWB 1 1589,38; Bearbeiter: Runow
emʒegen
swV.
1
‘etw. eifrig/ stetig tun’
2
‘jmdn./etw. häufig aufsuchen’
1
‘etw. eifrig/ stetig tun’
emzeget iwer chirechgenge, iwer gebete, iwer almoͮsen unde
ander goͮtiv werch Spec
99,14;
das here gotes dienist emczigen Konr
1,12;
so emtzig wir daz gesanch der hiligen engel mit lesen und mit
singen PrOberalt
108,35;
TrudHL
133,23.
–
unde gedahtec bin nathes mit herzen mime unde gemizzegethe
[prüfte eingehend] unde scub geist min [
et meditatus sum nocte cum corde meo et excercitabar et scopebam
spiritum meum
]
PsTr
76,6.
–
‘etw. stetig wiederholen’
den namen Jhesus Cristus den emsegot ich dick anander EbnerMarg
28,25;
drei puͤchstaben, die ich alle tag emptzig in meinem muͦt vnd in meinem
herzen GestRom
42
2
‘jmdn./etw. häufig aufsuchen’
ze Bâbenberch was ain biscof, / der emzigete dike des
chuniges hof Kchr
16461;
der chünig sol sich entziehen das er nichtt vil emssig die
gesellschafft seiner undertan und aller maist schwacher leüt HvHürnh
11,2.
74,2
MWB 1 1589,54; Bearbeiter: Runow
emʒegunge
stF.
‘Beständigkeit, Beharrlichkeit’
so heizet volhertun [l. volhertunge
‘Beharrlichkeit’
] ein empzigunge [
continuatio
] dez guotes bis an daz ende des lebennes ThvASu
208,19;
daz wîrrouch smeket wol und riuchet wol [...]. alsô
sol ouch unser gebet widersmeken oder widerriechen mit emzigunge, sô daz wir ez
emziclîchen tuon sülen PrHermet
349
MWB 1 1590,10; Bearbeiter: Runow
emʒlîche
Adv.
auch -lichen.
‘beständig, eifrig’
die stat, / da der einhurne emzlichen wiset nach der sinnen spise
MillPhys
28,2;
sein gebet er emzlichen las Serv
3272;
nv ist reht vnde brudirlih, / daz wir umbeinander gemeinlih /
diner irbarmunge / herre keiser allir kuninge / vil emzliche cloppen
Litan
1397;
Lilie
36,36;
Tauler
423,9
MWB 1 1590,18; Bearbeiter: Runow
en
Negationspartikel
→
ne
MWB 1 1590,25;
en
Präp.
→
in
MWB 1 1590,26;
en-
→ ent-
MWB 1 1590,27;
en|a-
s.a. enta-
MWB 1 1590,28;
enalgerihte
Adv.
‘sogleich’
dû salt ez [den Zweig] ûz der erden / geziehen vile
lîhte, / sô sal enalgerihte / rehte ein alsô getân / an der selben stat stân
En
2818;
do chom der spiritus sanctus / [...] / in einer tuben
pilde / von himele nal grihte / ze der liute gesihte ArnoltSieb
1,5;
er machte enalgerihte / undern frouwen einen grôzen schal
Eracl
2152.
3891;
Kchr
1338;
PrLpz (L)
70,25
MWB 1 1590,29; Bearbeiter: Runow
enallengâhes
Adv.
‘unversehens, plötzlich’
daz vaz [...] zerais dem havenaere
[Töpfer] en allen gahes under den handen Konr
(Sch)
179,26;
vgl. die häufige Wendung in allen gâhen ( →
gâhe
swF.) sowie mit al (aller/ allen/ alles) verstärktes →
gâhes
Adv.
MWB 1 1590,37; Bearbeiter: Runow
enallenthalben
Adv., Präp.
‘auf allen Seiten, überall’
1 Adv. 2 Präp. mit Gen.
1
Adv.:
dô besanter sîne man / in allenthalben bî dem mere. / er hête
gerne ein grôz here SAlex
2189.
2441;
[Jesus] geruͦch min dürre herze salven, / dat ich ouch
entgruͦn in allen halven! MarlbRh
2,8;
in allenthalben hie und dar Brun
1715.
–
‘genau, aufmerksam’
waz diu buhse bedûte, / [...] / merke in
allenthalben: / sie bezeichent die salben, / die diu minne ie hât gereit
En
9941.
– wohl hierher:
den heln er im do ab gebrach. / [...] / das bluͦt
begunde rinnen / an allenthalben durch das golt EckenlE2
140,7
2
Präp. mit Gen.:
di toten lagen in allenthalben sin Rol
4146
MWB 1 1590,43; Bearbeiter: Runow
enallezît
Adv.
‘zu jeder Zeit, immer’
si [Rolands Krieger] furten uaile
den lip. / si gerechten sich in alle zit / durch den heiligen gelouben ersterben
Rol
3252;
do uachten wol des kaiseres man /
[...]. / ir herze stunt in alle zít / also in da uon
gehaizen was [danach, was ihnen dafür verheißen war]
ebd.
4520
MWB 1 1590,56; Bearbeiter: Runow
enalmitten
Adv.
auch nalmitten
Rol
4803,
(vgl.
enmitten
).
‘ganz in der Mitte, mitten’
1 lokal 2 direktional
1
lokal:
do gesach ich sitzen einen man / in almitten under in
Iw
419;
Genelun gestunt in almittin Rol
1194;
ûf ainer brucken / da gesamenten si sich in almitten
Kchr
11273
2
direktional:
er stach Oliuirin [...] in nalmitten
durch den lip Rol
6376.
5181;
alsô er kom in almitten Kchr
5670;
dô kom Lanzelet geriten / durch daz volc in almiten
UvZLanz
5188;
En
7779;
StrKarl
626;
Eracl
1268
MWB 1 1590,63; Bearbeiter: Runow
enalrihte
Adv.
‘geradewegs, mitten’
durch schilt unt durch satelpogen, / durch den lip nal richte
/ den spiez zuchter uf mit chrefte Rol
4415
MWB 1 1591,9; Bearbeiter: Runow
enalverte
Adv.
‘geradewegs’
si fuoren enalverte / daz mos joch die herte, / beidiu berc
unde tal Wernh
933
MWB 1 1591,12; Bearbeiter: Runow
enanderhalp
Adv.
‘auf der anderen Seite’
daz sie bewarten die tor. / einenthalben saz Antenor, / in
anderthalp Troylus, / andersit Deiphebus, / einsit Polidamas, / andersit Eneas. /
alsus teilten sie sich Herb
4099
MWB 1 1591,15; Bearbeiter: Runow
enandersîte
Adv.
auch -sîten.
‘auf der anderen Seite’
er het inandir sit irkorn / den helit Dionisin
Athis
B 108;
Aimon in ander sitin / ge varin quam ebd.
A** 53
MWB 1 1591,20; Bearbeiter: Runow
enantworten
swV.
→ în antwürten
MWB 1 1591,24; Bearbeiter: Runow
ê|narre
swM.
jmd., der sich in Bezug auf das Gebot der Unauflöslichkeit der Ehe töricht verhält
(und Ehebruch begeht):
got wolde des niht günnen / sant Pêtern und der pfaffheit, / daz diu ê würd
abgeleit, / wand er sie ze triuwen bant / mit sîner götlîcher hant: / ich mein die
kristenlîchen ê / [...]. / nû ist manic ênarre, / der in
sîner pharre / um strîchet nach wîben Helbl
2,995
MWB 1 1591,25; Bearbeiter: Runow |