e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbieten stV. enbildelich Adj. enbilden swV. enbinden stV. enbinnen Adv., Präp. enbir Subst. enbîten stV. enbîʒen stV. enblæjen swV. enblanden stV. enblâsen stV. enblecken swV. enblenden swV. enblenken swV. enblîben stV. enblîchen stV. enblœʒen swV. enblœʒunge stF. enblüejen swV. enblüemen swV. enblüemunge stF. enbobene Adv., Präp. enbor- enborbinnen Adv. enbore Adv. enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
enbieten
stV.
‘(jmdm.) etw. (Nachricht, Botschaft, Auftrag, Gruß etc.) ausrichten, zukommen
lassen’, häufig mit Dat.d.P. und Akk.d.S. bzw. Obj.-Satz.; durch präp. Erg.
mit bî kann der Überbringer gekennzeichnet werden, vgl. z.B.:
bî [durch] deheinem andern boten /
wolde si iuz enbieten Wig
1754;
eine präp. oder adv. Erg. zur Angabe der Zielrichtung kann das Dat.-Obj.
präzisieren oder ersetzen, vgl. z.B.
waz der dô sînen friunden hin ze Rîne enbôt, / daz ist mir
niht gewizzen NibB
1427,3;
al daz ich dar enbiete, des sult ir niht verdagen ebd.
734,2
1
‘eine Nachricht/ Botschaft überbringen lassen; etw. ausrichten (lassen)’
1.1 häufig in Grußformeln ‘jmdm. etw. (gute Wünsche, Segen etc.) wünschen,
ausrichten’
1.2
‘etw. bestätigen, versichern’
2
‘etw. ankündigen, verkündigen’
3
‘etw. (untertänig) anbieten, zusichern’
4
‘etw. gebieten, zu etw. auffordern’
1
‘eine Nachricht/ Botschaft überbringen lassen; etw. ausrichten (lassen)’
er inbôt sînem bruoder alle sîne nôt, / in welihemo leide er
wâre mit sînem ôheime zweinzich jâre Gen
1487.
2493;
Kartanensen er enbôt, / sie ne chômen unt wurden ime undertân,
/ er hiez si alle an daz crûce slahen VAlex
651;
den sînen konemâgen enbôt er an den Rîn, / er wolde harte
gerne dâ z’ir hôchgezîte sîn NibB
763,3;
daz enbôt er in den palas Parz
813,23;
diu vrowe enbôt ir mannen / bî dem abbte zehant, / daz si
burc unde lant / behielten wol nâch êren UvZLanz
4638.
5488;
UrkCorp (WMU)
2138,31
1.1
häufig in Grußformeln ‘jmdm. etw. (gute Wünsche, Segen etc.) wünschen,
ausrichten’
edile keisir Constantin, / dir intbutit din muͦter holden
muͦt, / heil unde allis liebis gnvͦc TrSilv
474.
530;
vnserm getriwen vrivͦnt [...] enbivt ich
[...] vnser gebet mit ganzzen triwen UrkCorp
(WMU)
761,7;
wir Rudolf von gots genaden pfalenczgraf bi dem Rein vnd herczog ze Bayern
enbieten [...] dem rat der stat ze Nuͤrenberg vnsern
gruͦz vnd allez guͦt ebd.
2370,41;
GrRud
βb 22;
Rol
734
1.2
‘etw. bestätigen, versichern’
und sol auch der rihter ze hof enbieten uff sinen aid, daz diu anlaitin
geschehen si aun gevaerde mit sinen offenen briefen MGHConst
4:30,33
(a. 1298)
2
‘etw. ankündigen, verkündigen’
ez ist zweierleie wizzen in disem lebene des êwigen lebens:
daz ein ist, daz ez got dem menschen selber sage oder ez im bî einem engel enbiete
Eckh
5: 240,3;
do wolte er in aller erste enbietin sine kvnft
Spec
6,9.
– mit präp. Erg. zur Angabe des Empfängers:
Perses [...] inbot sin uolcwich
in daz Krich lant Elmend
B 154.
– mit Übergang zu 4:
der engel chünigîn / sol über drî tage vervarn, / ir
bivilde sul wir bewarn. / alsô hât uns got enboten / bî Gabriêle sînem boten
KvHeimHinv
453
3
‘etw. (untertänig) anbieten, zusichern’
si enbietent dir die toufe, / den cins uon ir houbte
Rol
739;
ih enbôt ir [der Amazonen]
kuninginnen / mîne holde minne SAlex
6473.
– häufig dienest
~ :
die enbuten alle ir dienest in Sîfrides lant
NibB
737,2.
1497,3;
er enbôt ze Löver in daz lant / Artûse unt des wîbe /
dienst von sîme lîbe Parz
625,16;
sîn herze enbôt sîn dienst dâ her / der küneginne ebd.
650,1;
SAlex
5529;
ReinFu
K,1873;
Wig
10028.
–
al diu werlt [...] diu enbiete
[richte, wende] niuwan ôre her, / betrahte und
sehe daz wunder an Tr
9222
4
‘etw. gebieten, zu etw. auffordern’
ze Kalabre er enpôt, / daz sim hulfen zû der nôth
VAlex
599;
so sol er [der Richter] dem selben lantmanne
enbieten, daz er soliche missetat bezzere UrkCorp (WMU)
372,37;
haben wir entboten disen brief schreiben DRW
2,1541
(SteirGBl.; a. 1298);
Rol
2025;
Parz
731,13;
StRAugsb
93,12.
– mit Ersparung des Akk.-Obj. oder Ersparung eines Nebensatzes (vgl.
2DWB 8,1348):
Merses [...] inbot sinem volke in
daz Crichinlant [kommandierte sie nach Griechenland]
Elmend
A 154
MWB 1 1594,42; Bearbeiter: Runow
enbildelich
Adj.
‘aller Bildhaftigkeit entledigt’
wan aber dú sele von dez sweren libes krankheit dem lutern
guͦt in entbiltlicher wise [ohne Phantasiebilder, in rein geistigem
Schauen, s. Anm.z.St.] nit mag blosseklich alle zit an gehaften,
so muͤsse si etwas biltlichs haben, daz si wider in leite Seuse
391,2
MWB 1 1595,48; Bearbeiter: Runow
enbilden
swV.
‘jmdn. seiner gewohnten Erscheinung entledigen, berauben’
wer hât gelêret dich den list, / daz dû bist sus enbildet? / dîn antlitze ist
erwildet / der forme UvTürhTr
2385.
– meist in myst. Texten:
und dar umbe, als sich der mensche mit minne ze gote blôz vüegende ist, sô
wirt er entbildet und îngebildet und überbildet in der götlîchen einförmicheit, in
der er mit gote ein ist Eckh
2:278,5;
der sehste grât ist, sô der mensche ist entbildet und
überbildet von gotes êwicheit ebd.
5: 112,19
u.ö.;
Tauler
68,39.
159,22.
– mit Refl.-Pron.:
her umbe sol der mensche gar vlîzic sîn, daz er sich entbilde
sîn selbes und aller crêatûren Eckh
5: 12,22;
Tauler
257,34
MWB 1 1595,55; Bearbeiter: Runow
enbinden
stV.
1
‘jmdn./etw. losbinden, aufbinden, befreien’
2 übertr. ‘jmdn./etw. (von etw.) erlösen, befreien’
2.1 meist mit präp. Erg., überw. von , vereinzelt ûʒ 2.1.1 bes. bei Liebenden, von sorgen/ herzeleit/ nôt etc.
2.1.2
‘jmdn. (von Sünden) freisprechen, Absolution erteilen’
2.1.3 in der Paarformel binden unde ~
2.2 mit Gen.d.S. 3 bildl. 3.1
‘etw. lösen, lockern’
3.2
‘etw. beenden’
3.3 bezogen auf die Geburt 3.4
‘(jmdm.) etw. erklären, verständlich machen, Aufschluss über etw.
verschaffen’
1
‘jmdn./etw. losbinden, aufbinden, befreien’
den scatz den wir funten duo wir unsere secche enbunten, /
den brâhte wir widere ze mînes hêrren chamere Gen
2340;
dâ hieng ich [Gunther] angestlîchen
die naht unz an den tac, / ê daz si [Kriemhild] mich
enbunde NibB
650,2;
der vuchs dô zuo dem slangen sprach, / do er in als gebunden sach: / ‘enbint
dich selben; nicht enbît [...]!’ Boner
71,49;
En
8243;
Eracl
1195.
– mit Dat.d.P.:
so sal min umi sieni hendi zu rechti inpindi
Mühlh
112,6;
dîniu bant ich dir enbinde / dâ mite dû gebunden wære
KvHeimHinv
790;
die vrouwen im enbunden / die riemen alle sâ zehant
Wig
2739.
7992.
– refl. ‘sich lösen’
dô sich diu starke wide enbant / und im enbunden wart sîn
hant Wig
6508
2
übertr. ‘jmdn./etw. (von etw.) erlösen, befreien’
Helena die daz cruce uant / dar got die werlt ane intbant /
nach der ufferstande Roth
4404;
[der] heilant, / der allez manchunne enbant
SüklV
22;
wol mir iemer me, so bin ich denne entbunden!
Mechth
7: 35,40;
minne, mîn dich underwint, / [...]. /
nu bint die guoten oder mich enbint KLD:GvN
2: 4,3;
SM:HvS
5: 3,3.
1: 22,3.
– mit Refl.-Pron.:
tuon ich niht den willen dîn, / sô hâstû dich enbunden wol / und muoz ich
eine schuldic sîn Winsbeckin
12,9.
– die Seele ~
‘in Freiheit (vom Leib) setzen’ (euphem. für ‘sterben’):
dim knecht geruͦch sin lon geven, / als he wandelt dit
dötlich leven! / du [Maria] muͤzs in bedenken in der
stunden, / als sin sele wirt entbunden! MarlbRh
133,6;
ein mensche begerte lange úber alle gabe und úber alle
pine, das got sine sele entbunde mit eime heligen ende Mechth
7: 16,3;
hierher auch:
ob mich der tôt enbindet Wh
68,22.
– rechtsspr. ‘(von einer Verpflichtung) freisprechen’
wenne die selben zwo persone ersterbent, so sin wir embunden und lidig,
diz lipding fúrbaz ze werenne old ze richtenne UrkBern
5,166
(a. 1320)
2.1
meist mit präp. Erg., überw. von, vereinzelt ûʒ:
got der sende an mînen leiden man den tôt, / daz ich von
dem ülven [alberner Mensch, Tölpel] werde enbunden!
MF:Reinm
64: 3,2;
von ungemache / uns hât enbunden iuwer hant
KvWSchwanr
1265;
so wart die magt besant / vnd dar braht so zuhant. / der rat sie von der
klage entbant Krone
25672.
– mit Refl.-Pron.:
von den groszen arbeiten, / [...] man sich
entbinden / nit enmöhte Krone
27299.
–
[Christus] wart versêret und
du [Maria] swanger durch den menschen funden:
/ der liebe urkünde sol uns dort von leide tuon enbunden
KvWLd
32,43
2.1.1
bes. bei Liebenden, von sorgen/ herzeleit/ nôt etc.
~ :
dîn lachen mich enbinde / von den sorgen KLD:
GvN
3: 2,11.
33: 2,8;
SM:JvW
1: 3,2;
wil sî mich niht von herzeleide enbinden, / daz kan ich
âne tôt niht uberwinden SM:WvT
4: 3,6;
von herzesêre enbinden RvEBarl
11797
2.1.2
‘jmdn. (von Sünden) freisprechen, Absolution erteilen’
uor gote birt ir inbunten / uon allin werltlichen
sunden Rol
3931;
ûz niuwen sünden uns enbint! KvWLd
1,157;
ain iegleich pâbst oder priester, der dâ zuo geweiht
ist, daz er enpinden mag den sünder von allen seinen panden
BdN
217,8;
AvaLJ
85,2;
TrSilv
246;
PrMd (J)
354,27
2.1.3
in der Paarformel binden unde ~
:
vnd von der gewalt der heiligen vursten von himelriche sancti Petrj et
sancti Pauli, an der stat wir gewalt haben, di svndere binden vnd enbinden
von irne svnden, so geben wir allen den, die dc crvce enpfahent
[...], applaz aller der svnden UrkCorp
(WMU)
93,3.
– auch ohne präp. Erg.:
man sol in [den Papst] lân
geniezzen, daz er wol die kristenheit / mag binden und enbinden
SM:We
1: 1,6.
– und mit Ersparung des Obj.:
sie [Priester] hant
gewalt ze enbindende vnde zuͦ bindende Lucid
89,1;
von priester wirde vindet man in dem tempel grales / wie er bindet
vnd enbindet JTit
6143a (App.)
2.2
mit Gen.d.S.:
ich wil uns des enbinden Parz
717,18;
swelch meister wêre, / der in der note enpunde /
[...], / den wolt er wol ergetzen
StrKD
2,7;
Rennew
15415
3
bildl.
3.1
‘etw. lösen, lockern’
do daz chint [Johannes] wart
besniten [...], / an den selben stunden sin zunge wart
enbunden AvaJo
12,2;
dû kanst herzeleit vertrîben / und enbinden sorgen bant
SM:St
2: 2,4;
sî hât mir den strik noh niht enbunden / und die wunden
ungeheilet SM:Ta
2: 5,5;
SM:HvS
4: 2,1;
in trunkenheit wirt manig sache enbunden [aus der
Verschwiegenheit gelöst (FrlWB 79)]
Frl
9:7,10;
Rennew
32291.
– refl.:
owê, mîns hertzen wunden enbunden sich
hânt [sind aufgebrochen] , / die mir
wân [l. wâren
] verheilet SM:Tu
5: 1,1
3.2
‘etw. beenden’
obe ir rôter munt mir gunde daz sîn kus die nôt enbunde
KLD:GvN
16: 3,2;
wolde fröide sorge enbinden, / sît daz fröide ie sorge
enbant, sô wurd ich von sorgen frî ebd.
6: 1,9;
ein wîp ich gesehen hân, / ist diu niht ân wandel gar, / sô wæn ich lange
irre var, / ê ich mîn frâg [mein Nachfragen] enbinde,
/ daz ich die rehten vinde Helbl
1,1171.
–
eit/ gelübede
~
‘einlösen, erfüllen’
des han ich mine truwe gegeben. / wellent siz denne
wider reden, / [...], / minen ait ich enpinde
Rol
2798;
din geluͤbde solt du enbinden Rennew
5043
3.3
bezogen auf die Geburt:
ich sach [...] ein vrouwen
[Maria] , die was swanger. /
[...] sie wolte wesen enbunden [von
Kindesnöten befreit (FrlWB 79)]
Frl
1:1,5;
von dem engel nit wart vermiten, / er entroste sie zu
hant, / sa daz er von noͤten sie enbant, / und des kindes sie genas
Rennew
32612
3.4
‘(jmdm.) etw. erklären, verständlich machen, Aufschluss über etw.
verschaffen’
juncherre, nu ruͦche uns enbinden / ob du bist von hoher
art Rennew
17832;
sol ich ditz den kunden untbinden Brun
2767;
kein tor entbint die glose [kein Narr kann die Geheimnisse
der Natur erklären (FrlWB 79)]
Frl
7:41,19;
Pilatus
1,145.
–
Orias de wort entbant [verkündete] , / hey
heysch den sperwer weder KarlGalie
11976
MWB 1 1596,5; Bearbeiter: Runow
enbinnen
Adv., Präp.
auch inbinnen, selten enbinne.
‘innerhalb, innen, in’
1 Adv. 2 Präp. 2.1 lokal (meist mit Dat.) 2.2 direktional mit Akk. ‘(hinein) in’
2.3 temporal mit Dat.
1
Adv.:
dô ich ir ougen unde munt / sach wol stên und ir kinne, / dô wart mir daz
herze enbinne / von sô süezer tumpheit wunt MF:Veld
1:3,5;
etteswa hie enbinnen, / in turmen oder in zinnen
Herb
9851;
ein mantil wol mit sinnin, / bezogin wol inbinnin / mit
herminin uedirin Athis
D 142;
Mechth
7: 48,17;
En
10257.
– in der Paarformel enbûzen unde ~
:
si [die Lilie] is wiz enbuzen
ind enbinnen MarlbRh
127,17;
die burgere, die [...] uzer irme rechte sin
gedain, die suͦlen vort me in iren renten inde erue sitzen in buzen inde
enbinnen UrkCorp (WMU)
61,45
2
Präp.
2.1
lokal (meist mit Dat.):
di gotis kint, / di enbinnen diser mûren sint
SAlex
6912;
als Iohannes hat beschriben / [...] / enbinnen
dirre lere Pass I/II
58,50;
enbinnen lande UrkCorp (WMU)
83,5;
in binnin der stat ebd.
255,36;
TrSilv
59.
–
~ jmds. brôte sîn
‘zur Hausgemeinschaft gehören’
ein man der mac sinen son wol vz zen
[ziehen]
[...], der in binnen sinem brote ist UrkCorp
(WMU)
2265,45.
– mit Gen.:
dit sint diͤ wort, diͤ bit sim geiste / got, aller
wisheit aneginne, / lerd enbinnen dins herzen sinne MarlbRh
76,26
2.2
direktional mit Akk. ‘(hinein) in’
vort so sal vͦnse herre von Kolne [...] enbinnen
die stat [...] senden den proist van Achge
UrkCorp (WMU)
83,34;
dit koren [Korn, Getreide]
[...] suͦlen wir der [...]
vrouwen gelden inde antwerden aller iarlichs [...] ze
Colne in binnen die stat ebd.
N223,10
2.3
temporal mit Dat.:
des solen wir sagen vnsen wille in binnen zuein mainden UrkCorp
(WMU)
61,35;
in binnen fvnf iaren ebd.
1000,20
MWB 1 1597,58; Bearbeiter: Runow
enbir
Subst.
zu
enbërn
.
‘was man nicht hat’
irbarmen, vride ist ir [sündhafter
Menschen] enpir HeslApk
23066
MWB 1 1598,27; Bearbeiter: Runow
enbîten
stV.
1
‘warten, zögern’
2
‘auf etw./ jmdn. warten, etw./ jmdn. erwarten’
2.1 mit Gen. 2.2 mit Obj.-Satz
1
‘warten, zögern’
hie enbitens ouch nimêre: / Tristan und sîn vriunt Rûal / die
schiffeten [...] heim wider ze Parmenîe Tr
5172.
2466;
niht enbîtet, / zû dem her ir rîtet / und sêt, daz sie unfûgen
niht Kreuzf
845.
3876
2
‘auf etw./ jmdn. warten, etw./ jmdn. erwarten’
2.1
mit Gen.:
dâ [in der einœde
] sol ich zallen zîten / sîner
[Christi] gnâde enbîten LBarl
569;
ist daz ich under wegen sî / vier tage oder drî, / zehant
enbîtet mîn nimê, / entrinnet wider über sê Tr
8721;
dône chunden die argen schalche niht / der rehten zît
enbîten KvHeimUrst
261;
MarlbGr
539;
Serv
3501.
–
ôwê wie kûme ich des enbîte! [ich kann es
kaum erwarten]
Eracl
892.
–
nû vernemt [...], / wâ got vor allen tagen
was / und vor aller geschefte: / [...] / in im
selben er was. / enbor truoc in sîn gotheit. / owê, wie sanfte er enbeit /
dirre werlde gruntveste! [s. Anm.z.St.: ‘wie bequem kam er
doch ohne diese Welt aus’ (wörtl.: ‘konnte er auf die Schöpfung
dieser Welt warten’)]
Aneg
96
2.2
mit Obj.-Satz:
ia enbait er uil chume / daz er Turpin uant
Rol
4382
MWB 1 1598,30; Bearbeiter: Runow
enbîʒen
stV.
auch inbizen (vgl.
ínbîʒ
); sw. Prät. EvBeh
Lc 11,37.
1 intr. ‘essen, eine Mahlzeit zu sich nehmen’
2 mit Gen.-Obj. ‘Nahrung (Essen und/ oder Trinken) zu sich nehmen, (von) etw.
kosten’
3 in der Wendung enbizzen sîn
‘gespeist haben, verköstigt sein’
1
intr. ‘essen, eine Mahlzeit zu sich nehmen’
des anderen tages dô man enbaiz, / dô brâht er si, gotewaiz,
/ ze hove Kchr
11948;
snellîche dâ enbizzen wart Parz
803,27;
daz ich dem botten ze enbîssenne geben sol, der mir den zins da bringet
UrkCorp (WMU)
2654,40;
kuͦmit und inbizzet! EvBeh
Io 21,12;
NibB
944,2;
StatDtOrd
32,22.
–
dô bat en etlîcher Pharisêus daz her inbizzete bî ime EvBeh
Lc 11,37
2
mit Gen.-Obj. ‘Nahrung (Essen und/ oder Trinken) zu sich nehmen, (von) etw.
kosten’
duo bevalech got deme manne [...] daz
er sîn ouge chêrte von eineme boume, / noch des inbizze des dâ ûfe wuohse
Gen
279.
388;
swanne ein brûder beginnet zu sîchene, sô mac er uffe sînem
bette zu drîn mâlen ezzen unde doch alsô, daz er dâ vleisches, eiere, keses, vische
unde wînes iht enbîze StatDtOrd
68,25;
ich enbeiß nie eßens noch trinckens dort innen
Lanc
469,6;
KvWHerzm
445.
–
ich sag eu daz ze war daz ir deheiner miner wirtscheft
enbizzet [Lc 14,24: gustabit coenam meam
] die her geladen waren PrOberalt
121,20;
der [
napf vol wines
] was vil heiz. / do des der arm man enbeiz, / do bruͦt ez in an
den munt StrKD
62,24;
der allerpeste / prunne deß ye man enpayß
HvNstAp
18005;
Kchr
7556;
Tr
11458.
– mit Akk.-Obj. (?):
der marcrâve alêrst enbeiz / gâhes pitît mangeiz
Wh
103,23
3
in der Wendung enbizzen sîn
‘gespeist haben, verköstigt sein’
er was noch nicht enbizzen ReinFu
K,861;
dô si enbizzen wâren, si wolden dannen varn
NibB
1688,1;
des morgens, so der voit enbizzen ist vnd an sin gerihte sitzet, so sal er von
erst rihten vber alle die clage der schultheizen UrkCorp (WMU)
29,30;
Parz
45,20.
– übertr.:
sæch aber ich die stunde, / daz mir von ir munde / wurt
ein küssen, wol wær ich enbizzen! SM:Ro
8: 1,10
MWB 1 1598,52; Bearbeiter: Runow
enblæjen
swV.
refl. ‘abkoten’
welch ros won dem futir ist czu
rehe [starr] , daz bleit sich unde kerit alle vire of.
dem sal man seyfe in den lip stoßen: zo enbleit is sich Albrant
3,25
MWB 1 1599,25; Bearbeiter: Runow
enblanden
stV.
1
‘jmdm./ sich etw. zur Aufgabe machen, auferlegen, aufbürden’
1.1 mit Akk.-Obj. 1.2 mit Gen.-Obj. 1.3 mit Obj.-Satz 2 in Wendungen 2.1
ëʒ dem lîbe/ den (armen unde) handen
‘sich anstrengen, etw. in Angriff nehmen’
2.2
den ougen/ den handen etc. jâmer/ leit (o.ä.) zum Ausdruck von Trauergesten (Weinen, Kleider vom Leib reißen, Händeringen) 3 als Part.-Adj. ‘mühselig, widerwärtig, lästig’
3.1 in der Verbindung
~ wësen
‘sich bemühen’
3.2 in der Wendung sich etw. ~ lâʒen (wohl elliptisch für
~ sîn lâʒen ) ‘etw. mit Eifer betreiben’
1
‘jmdm./ sich etw. zur Aufgabe machen, auferlegen, aufbürden’
1.1
mit Akk.-Obj.:
der ditze hât getihtet, / [...] /
er heizet Wirnt von Grâvenberc. / der werlte ze minnen / enblient erz sînen
sinnen Wig
143;
ob [...] si iender dehain arzât
vunde / in allen den landen, / der im [sich] daz wolte
inblanden, / ob er ir hêrren mahte gehailen Kchr
12422.
11557;
got eine mac iu helfen hin, / ob er imz enblanden wil: /
wand im ist nihtes ze vil Iw
6343;
der knabe enblient dem rosse daz / (mit sporn ruorte erz deste baz) / daz
ez deste wîter spranc Bit
2953;
JTit
3741,4
1.2
mit Gen.-Obj.:
misch daz allez ze samen unde soufe daz siben tage
[...]. mügestû dir des niht enblanten, sô nim
louterz regenwazer [...] und trinchez
Barth
158,7;
ee nün dye lerer ain not / litenn in fromden landenn /
und in predigens da enplanden, / sy peleibent hie haim pey mir
Märt
9748;
dez wold er in nicht enplanden Teichn
40,65
1.3
mit Obj.-Satz:
wie mugt ir iu enplanden / daz ir so ungelaubehaft seit?
GvJudenb
3480;
möht ich dâmit bringen / mîn sun ûz den banden, / darumb
ich mir enplanden / wolt, daz ich immer arm wære Ottok
4982
2
in Wendungen
2.1
ëʒ dem lîbe/ den (armen unde) handen
~
‘sich anstrengen, etw. in Angriff nehmen’
noch muoste erz enblanden / grimme den handen, / esn wære anders niht
geschehen Er
2688;
wir müezenz starke enblanden / den armen unde den handen
Iw
6391;
swer mit schilt sich decken wil vor schanden, der sol ez
dem lîbe wol enplanden KLD:UvL
38: 4,2.
16: 2,1;
iwer iegelicher wirt ein helt, / ob irz dem libe enblanden
welt TürlArabel
*A 23,4.
–
einen [Räuber] er
[Erec] schiere / ouch tôten von dem rosse
stach / unde daz sîn sper zebrach. / dô enblient erz dem swerte
[kämpfte mit dem Schwert weiter]
Er
3396
2.2
den ougen/ den handen etc. jâmer/ leit (o.ä.) ~ zum
Ausdruck von Trauergesten (Weinen, Kleider vom Leib reißen, Händeringen):
si begunde ir leit enblanden / den ougen unt den handen KvFuss
2151;
Swämmelîn [als Überbringer der Todesbotschaft]
anders niht ensach, / wan mit wintenden handen / den jâmer vaste enblanden / den
ougen und der waete KlageC
3760.
–
ëʒ den ougen/ handen ~
:
swaz in [den Frauen] ze leide geschiht, /
dâ wider tuont die guoten niht, / wan daz siz phlegent enblanden / ougen
unde handen / mit trehenen und mit hantslegen Er
5766;
dâ wart geweinet unt geschrît / ûf dem palase wît: /
daz volc von drîzec landen / möhtz den ougen niht enblanden
Parz
231,26
3
als Part.-Adj. ‘mühselig, widerwärtig, lästig’
der hunger wuohs ze Rôme in dem lande, / daz jâr wart harte
enblanden, / daz liut hête michel ungemach Kchr
10402.
14127
u.ö.;
der kampf dûht in enblanden UvZLanz
2087;
unser leben ist enblanden, / suͤl wir ez lange liden
Rennew
684.
30862.
– mit Dat.d.P.:
wurde iz in enplanden, / des fruͦte sich min sele
Rol
2450.
7987;
ir [der Seelen] leides was genuoc, / man was in
vaste enblanden [quälte sie sehr]
Tund
1131;
Gâwâne wart enblanden / daz er den swæren schilt getruoc
Parz
567,4
3.1
in der Verbindung
~ wësen
‘sich bemühen’
nuo wis niht enblanden, / daz verdiene ich gern ze aller zît
UvZLanz (K)
2472
3.2
in der Wendung sich etw. ~ lâʒen (wohl elliptisch für
~ sîn lâʒen) ‘etw. mit Eifer betreiben’
lât iu den reien wol enblanden [tanzt nach
Kräften!]
Neidh (HW)
13,23;
si liezen in strit enblanden [Anm.z.St.: ‘sie ließen den
Streit mühselig werden (strengten sich sehr an)’]
Rab
441,1
u.ö.;
wie daz wurd understanden, / daz liez er im enplanden, /
daz daz geschæhe mit îlen Ottok
22997;
Kudr
718,4.
– mit präp. Erg. anstelle des Obj.:
swaz herren mohten gesîn / in Swâben oder an dem Rîn, /
die schuofen nâch ir muote / mit des rîches guote. / ouch liezens in
enplanden / in welhischen landen [bemühten sich, ihren Einfluss
in Frankreich auszuweiten] / nâch keiser Fridrichs tôt
Ottok
113
MWB 1 1599,29; Bearbeiter: Runow
enblâsen
stV.
‘anblasen, blasend entfachen’
dar vnder hiezen sie machen / fur
[...]. / do enwolde ez vnden noch obe / brinne
[...]. / sie waren im vil vaste mite, / daz sie ez
enpliesen Herb
15760.
– übertr.:
daz sint die ubelin blasbelge des ubilin smides des tuvelis die entblasin den
zorn PrLpz (L)
140
(Glossar. s.v. blâsbalc)
MWB 1 1600,43; Bearbeiter: Runow
enblecken
swV.
selten Prät. -blahte ( Helbl
4,417).
1 tr. 1.1
‘etw./ jmdn. entblößen, aufdecken’
1.2 mit präp. Erg., hier mit Refl.-Pron. ‘etw. ablegen’
1.3 bildl. 1.4
‘etw. zu erkennen geben, zeigen’
2 refl. ‘sich zeigen, zutage treten’
1
tr.
1.1
‘etw./ jmdn. entblößen, aufdecken’
mit manegem dicken umbevanc / was ir antlütze verdecket
/ und niht ze sehen enblecket Parz
778,30.
818,22;
er enplect daz houbet über al / unde zeigt, dâ er was
kal Ottok
87184;
der den vater decket / do er lag und waz enplecket, / da
sint edel luͤt von worden Teichn
517,18;
owê daz nû der selbe list [das Verhalten der
Aspis, sich die Ohren zu verschließen] / niht mangen herren
decket, / der bœser rede sîn ôre enblecket [sein Ohr öffnet für
…]
KvWLd
25,9;
KvWPant
1605.
– von den Zähnen:
an allen disen dingen sol sich der gaischlich mentsche flisseklich
huͦten [...]: lachen ane zen embleken; sehen ân
ogen steken [starren, fixieren] ; reden ân hende
streken PrGeorg
334,7
als Drohgebärde ‘blecken’
ez ist noch ein bewæret dinc, / sô man den fremden hunt ze vil /
streichen unde triuten wil, / daz er enblecket sînen zan KvWEngelh
3537;
[der Hund] enblaht die zend unde grein
Helbl
4,417;
KLD:Schulm
2:2,11
1.2
mit präp. Erg., hier mit Refl.-Pron. ‘etw. ablegen’
wan er [der Mensch] hât der sunden dorn / alsus
an sich gestecket / und hât sich ouch enblecket / von der wirdekeide
Erlös
500
1.3
bildl.:
diz sint diu goukel hüetelîn / mit den der tiufel unkust bedecket, / die
er doch hin nâch enblecket Renner
4074;
si künnen ir schande wol bedecken / und ein kleine unzuht enblecken / eins
andern und gar wîten ströuwen ebd.
22592.
–
[Der Körper verhüllt die Seele wie eine Wolke die
Sonne] were aber der wolke davon
entplecket [weggezogen] , / so hette die sele
so clar gesichte Pilgerf
6014
1.4
‘etw. zu erkennen geben, zeigen’
daz wolde dir entecken / der alle dinc entplecken / kan
mit siner ceswen hant / die dir waren umbekant Daniel
748;
do wart ir vreud enblecket in sunnen varwer glenze JTit
165,1.
– übertr. ‘etw. bloßstellen, bekanntmachen’
der schilt ist ein dach daz niht schande kan decken. /
sîn blic [Blitzen] læt enblecken an êren die
weichen KLD:UvL
16: 4,4;
swer sines bruder missetat / im zu deheiner smacheit
/ saget unde machet breit / unde sie also enplecket Vät
19675
2
refl. ‘sich zeigen, zutage treten’
ûz der vinster gein dem liehte / het er sich enblecket
Parz
613,13;
wer mac des heizen fiures rôst / verbergen und verdecken? / ez kan sich wol
enblecken / und öugen mit dem glanze sîn KvWTroj
21016;
swâ gegen der sunnen sich enplect / der glast von den helmen
Ottok
30025.
15752
u.ö.
–
also kumt her [Christus] mit
den wunden / vrischen an daz gerichte, / so daz an nimmer nichte / got vater
sich entblecket, / wen in der sun bedecket / mit
angenomener menscheit HeslApk
8947
MWB 1 1600,50; Bearbeiter: Runow
enblenden
swV.
‘blenden’
mîn tumber sin vermîde daz, / daz mîn kunst niht enlêre, / daz
männeglîch sîn vlîz dar zuo kêre, / wie man daz buoch bescheide. / ist daz durch
liebe noch durch leide / noch zorn noch gâbe enblende, / daz man iuch von dem rehten
wende, / swer daz tuot, der verliuset gotes hulde SpdtL
77,7
MWB 1 1601,40; Bearbeiter: Runow
enblenken
swV.
‘etw. enthüllen’
do im Sigun enblenken solt ir lip biz dar sich leit der borte. / daz ander was
verhullet JTit
4159,2
MWB 1 1601,47; Bearbeiter: Runow
enblîben
stV.
1
‘von etw. fern bleiben’ mit Dat.d.S. 2
‘zurückbleiben, übrig bleiben’
1
‘von etw. fern bleiben’ mit Dat.d.S.:
alle menschen die och gerne guͦte menschen weren, beginnent
dis und des und gont alles mit den sinnen umbe und entblibent also der luter worheit
und enkoment in sich selber nút Tauler
236,28;
wie wir der worheit entbliben ebd.
75,26
u.ö.
2
‘zurückbleiben, übrig bleiben’
ja werden si, di do entbliben sin, sich machen uz Jherusalem
Cranc
Jes 37,32;
so sicht der geist [...], obe ime do
út entbliben si Tauler
88,6
MWB 1 1601,50; Bearbeiter: Runow
enblîchen
stV.
‘bleich werden’
man zuckt sy [die in Ohnmacht Gefallene] uff
zehannd: / ir farb was ir enblichen, / ir krafft von ir gewichen FrSchw
7945
MWB 1 1601,60; Bearbeiter: Runow
enblœʒen
swV.
1
‘etw. bloßlegen, frei machen; jmdn. entblößen’
1.1 allg. 1.2 bes. ‘etw./ jmdn. entkleiden’ (überw. in Passivkonstr.) 1.3 von Waffen ‘zücken’
2
‘jmdn./ etw. von etw. befreien’
2.1 mit Gen.-Obj. 2.2 mit präp. Erg. von 3 refl. ‘sich entblößen, entkleiden’
4
‘(jmdm) etw. zu erkennen geben, offenbaren, zeigen’
1
‘etw. bloßlegen, frei machen; jmdn. entblößen’
1.1
allg.:
man snyde von eyme czwige eynis boumis eyn stucke vnd
entplose das stucke, das do blebin ist an dem boume Pelzb
121,14;
enblœzet iwer houbet Parz
746,27;
als wir mit enblœztem antlütze aneschouwen den glanz und die klârheit
gotes Eckh
1:397,3;
dô intblôzetin [deckten ab, öffneten] si daz
dach dô her was, unde machten iz offin und si lîzen nider daz bette in dem der
gichtige lac EvBeh
Mc 2,4;
JTit
5809,1.
– mit präp. Erg.:
er enblôzt imz houbet schier / von helme und von
herssenier Parz
212,27.
748,3
1.2
bes. ‘etw./ jmdn. entkleiden’ (überw. in Passivkonstr.):
ir brüste lûter unde klâr / stuonden ouch endecket, / enblœzet unde
enblecket / ir sîten wâren unde ir lîp KvWSilv
974;
nacket unde enblœzet gar KvWEngelh
3085;
nû wart diu magt enbloezet schier. / an sich dructe sie der degen stolz
und fier Loheng
2364;
GTroj
6439
1.3
von Waffen ‘zücken’
Hen das swert aber entblost myt elenthaffter hant Alph
1204;
jst daz zwen man oder mer in zorn gegeneinander auf wischten, vnd dhein
wer enplosten StRVilsh
86
2
‘jmdn./ etw. von etw. befreien’
2.1
mit Gen.-Obj.:
den herzeric [Luftröhre des erlegten
Wildes] er [Tristan] dô gevienc /
[...] / und enblôztin aller sîner
habe [streifte alles ab, was daran hing]
Tr
2973.
– meist in Passivkonstr.:
dô wart enblœzet sîner habe / vil manec werder
Franzeis KvWTurn
1024;
er wirt enbloͤßet aller wat HvNstGZ
2889;
diu sêle muoz als gar enblœzet werden alles des, daz zuogevallen ist
Eckh
2:549,6.
5: 41,20;
GTroj
20802;
Boner
51,27.
–
wer sein [des
Maulwurfs] pluot streicht an die stat, dâ ainz enplœzt ist
seins hârs [wo einer keine Haare mehr hat] , sô
wehst im daz hâr wider BdN
160,31
2.2
mit präp. Erg. von:
[der Strauß] hât ain sô dick haut, daz in niht
freuset, wenn er von den federn enplœzt wirt BdN
223,29;
daz ertreich enplœzt ist von dem wazzer an den steten, dâ
die läut wonent und andreu tier, die ân luft niht geleben mügent ebd.
100,34;
KvMSph
10,5;
enbloͤs mich von aller unlidekeit Seuse
318,16;
Eckh
3:266,1
3
refl. ‘sich entblößen, entkleiden’
ez sol kain brvͦder pie dem fivr sich vnerlich vnd vngeistlich
nach wertlicher lvte gewonhait enblozen, wan daz zimet niht geistlich lvte
SpitEich
40,8;
als sich div keyserinne habe / enbloͤzet, so suͤlt ir abe /
den slayer tuͦn vnd kuͤssen sie TürlArabel
*R 270,4.
–
sende swære ein sendebære vinden kan, / swenne enblœzet
sich der tan / und die winde stôzent dran KvWLd
5,13.
– mit Gen.-Obj. ‘sich einer Sache entledigen’
jârlanc wil diu heide mit leide / vrîjen unde enblœzen
sich / liehter bluomen wünneclich, / die der süeze meie kunde bringen
KvWLd
17,2
4
‘(jmdm) etw. zu erkennen geben, offenbaren, zeigen’
sîn rôtez bluot er [Christus] uns ze
schaden vor gerihte enblœzet KvWLd
32,35;
wan nichtes nicht ist bedackit daz nicht intblôzet werde, noch vorborgen daz
man niht wizzen werde EvBeh
Mt 10,26.
– übertr.:
do rief er eime knappen dare / vnd enblozzete im gare /
sin leit vnde sine swere Herb
11252;
[wenn] sein [des
Anklägers] botwaren [Verleumdung]
vor dem gerihte enbloͤzzet wirt, dem botwarer sol man div zvnge auz dem halse
sneiden UrkCorp (WMU)
2345,3;
so enbloͤz ich min herz Seuse
174,7.
–
merket gar ebene: der geschrift ist gar rehte, der sie entdecket
[auslegt, erklärt] und sie entblœzen wil
Eckh
2:288,2
MWB 1 1602,1; Bearbeiter: Runow
enblœʒunge
stF.
1
‘Offenbarung’
2
‘Entäußerung, Verzicht’
3
der ~ stat , übers. calvariae locus
‘Schädelstätte’ als lat. Bezeichnung für den Berg Golgatha (pseudoetymol. zu
lat. calvus
‘kahl’ ?)
1
‘Offenbarung’
von der entblœzunge des bildes [Gottes] in dem
menschen sô ist sich der mensche gote glîchende Eckh
2:276,7;
daz bekentnisse entgeistet den geist. diu entgeistunge des geistes ist ein
entblœzunge aller wîse der einekeit, die die persône beslozzen hânt in rehter wîse
Überschall (Pf)
519,39
2
‘Entäußerung, Verzicht’
aller vollekomenheite hœster grât [
lît
] an enplœzunge des geistes von allem anevalle der unglîchnisse unde
von trôste der crêâtiure PrEkkewint
232;
‘unde mîn sêle wart minnelôs’: daz ist diu entplœzunge aller mîner krefte unde
mîner sinne Eckh (Pf)
507,37
3
der ~ stat, übers. calvariae locus
‘Schädelstätte’ als lat. Bezeichnung für den Berg Golgatha (pseudoetymol. zu
lat. calvus
‘kahl’?):
dô si quâmen an di stat di da heizet Golgatâ: daz ist der intplôzunge stat
EvBeh
Mt 27,33.
Mc 15,22
MWB 1 1603,6; Bearbeiter: Runow
enblüejen
swV.
auch ontpluychen.
‘erblühen, aufblühen’ (übertr.):
sîn herze ime enblüete; / wan in dô der Minnen bolz / hât alsô sêre troffen
Virg
1000,6;
daz dirde casteel hies ruychendale; / in dem casteel roecht
also wale. / Amor beguͦnde syn hertz tzontpluychen, / so dedent dair die lieben
ruychen. / nyen roese, fyole noch muͦschaet MinneR 496
231;
von dem werke in gotte vnd von der gebvrt, da der vater gebirt sinen
eingebornen svn, vnd von dem vs flvsse entblvͤget der heiliger geist Eckh
2:456,9;
so ist got die erste sach / on dez wesen nichtz enpluͤt, /
weder rich noch ander guͤt Teichn
581,93
MWB 1 1603,24; Bearbeiter: Runow
enblüemen
swV.
‘entjungfern’ (Lehnübers. zu lat. deflorare):
des legirs der Brûnhavin pflac / mit der magit alvorwâr / volliclîch en ganziz
jâr / alsô îdoch, als sî darnâch / mit geswornem eide jach, / und mit meitlîchim
zeichin, / [...], / sich offinlîch berûmete, / daz er sî nî
intblûmete, / joch nî unkûschlîch angewant NvJer
19071;
doch tet diu schœne dem gelîch, / als ob si leidic wære /
[...], / daz ir enblüemet was der lîp KvWTroj
17059.
–
Partonopier, getriuwer man, / wirde ich keines mannes wîp / für dînen werden
süezen lîp, / sô muoz ich sîn vertüemet, / der mich hât enblüemet / an allen sælden
iemer, / wand ich enwirde niemer / frî noch fröudenhaft als ê: / mir ist nâch dir ze
tôde wê KvWPart
15670
MWB 1 1603,37; Bearbeiter: Runow
enblüemunge
stF.
‘Entjungferung’
das eine [...] heißet geweldikeit, /
das ander der unkuscheit mit sime geslechte deit, / das dritte der jungfrauwen
entblumonge, / das vierde mit eins andern wibe umb gan Pilgerf
10819
MWB 1 1603,52; Bearbeiter: Runow
enbobene
Adv., Präp.
auch enboven, inbofen.
‘oben, oberhalb’
1 Adv. 2 Präp. 2.1 lokal mit Dat. ‘über’
2.2 direktional mit Akk. ‘über … hinaus’
1
Adv.:
dih ruͦme vnde lobe, / herre Crist, hie enboven / al din creatura Glaub
1496;
an dem gewelbe hoch enboben Pass III
280,17;
der heilige geist kummet von inbofen in den menschen
Tauler
38,5;
Eckh
2:161,7.
– in der Verbindung
~ tragen
‘überlegen sein’
gelouben, hoffen, minnen, / die buzen und enbinnen /
glich sin an irme tuene / kegen der gotes suene, / daz ir niekein in gotes loben
/ treit under noch enboben HeslApk
21216
2
Präp.
2.1
lokal mit Dat. ‘über’
du [Maria] bis enboven in
allen, / wand, wiͤ wal si god bevallen, / si muͤzen under dinen vuͤzen sin
MarlbRh
110,35;
vil hôhe enboven der erde En
9394;
ei nu vreut uch alle in gote / der den gescheffeden ist enboben
Pass I/II
98,31
2.2
direktional mit Akk. ‘über … hinaus’
die suͦlen varin wonnen ce Numegin ove da beniedene; in boven
[(flussaufwärts) nach oberhalb von] Numegin
[Neumagen] ensuͦlen si niemer kuͦmin
UrkCorp (WMU)
78,45.
– übertr.:
so suͦlen wir ire schuldich sin ze geldene in boven dat hovet guͦt
hundert malder half weizze inde half rocge UrkCorp (WMU)
N223,33
MWB 1 1603,57; Bearbeiter: Runow
enbor-
→
bor- Präf.
MWB 1 1604,17;
enborbinnen
Adv.
‘oben darin’
des selbin jâris ouch geschach, / [...] / ein
ertbibunge sêre grôz, / dî drîes gab sô harten stôz / mit schutte dem gebuide, / daz
kuime sich dî luide, / dî impor binnen wârn, / mochtin vallis bewarn NvJer
22744
MWB 1 1604,18; Bearbeiter: Runow
enbore
Adv.
‘hoch’
1 lokal ‘oben, in der Höhe’
2 direktional ‘nach oben, in die Höhe’
1
lokal ‘oben, in der Höhe’
nû hienc ein tavel vor dem tor / an zwein ketenen enbor
Iw
300;
Pînel der kurteys, / [...], / den lîp
verlôs, des prîs embor / noch hiut in hôher wirde swebt Wh
45,12;
do die uf der wer enbor / vernament vientlichen krie
RvEWh
1386;
Lucid
45,9;
KvWTurn
40
2
direktional ‘nach oben, in die Höhe’
er sluc, daz daz houbet enbor / flouc Herb
5766;
sîne hende habter enbor / und sach vil tiure hin ze got
Wig
7113;
die lute die da waren vor, / dahten daz ieman enpor / zu im
gestigen were Vät
1398;
Barth
149,4;
Iw
4672.
– bildl.:
ir herze daz vuor rehte enbor, / als ez gevidert wære
Tr
5244;
sîn [des Meißners] adellichez
dœnen, daz dâ klinget hôhe enbor KvWLd
32,294;
witiben und waisen [...] /
trügen ïr gemüt enpor / und nïeten rechter frewden sich Märt
15143;
Parz
649,27;
RvEBarl
2354
MWB 1 1604,23; Bearbeiter: Runow |