enklœʒen
swV.
‘etw. abtrennen’
sin houbet wart enbloͤzet, daz wunder was im ande [machte ihn
besorgt] , / wie er sust enkloͤzet von witzen [des
Verstandes beraubt] wer, daz er sin niht erkande JTit
5809,2
MWB 1 1649,48; Bearbeiter: Runow
enklüegen
swV.
‘jmdn./ etw. des Anstandes, der Feinheit berauben’
Nôê: [...] / der von des wînes überkraft / sich zuo
des swîns geselleschaft / mit allen werken füeget, / entsûbert und entklüeget / sîn
reinikeit und ouch sîn zuht HvBer
4273
MWB 1 1649,53; Bearbeiter: Runow
enklûsen
swV.
‘etw. aufschließen’ (hier bildl.):
di toten und die bi lebene, der het da vil gehuset / uf regenbog unebene, biz
dise kluse [gemeint: das Gedränge auf dem Schlachtfeld]
wart alsus encluset JTit
4116,2
MWB 1 1649,58; Bearbeiter: Runow
enknoten
swV.
‘einen Knoten lösen’, hier übertr. ‘eine schwierige Frage beantworten’
die [
vrage
] bite ich, daz du mir entknotes, / [...] ob
er [Gott] si ein geist, / oder ein mensche Pass
III
547,89
MWB 1 1649,63; Bearbeiter: Runow
enknoufen
swV.
in der Verbindung jmdn. des houptes
~
‘köpfen, enthaupten’
nû woldin hî intknoufin / dise zwêne Mertîne [Akk.]
/ des houbetis mit pîne NvJer
14488
MWB 1 1650,3; Bearbeiter: Runow
enknüpfen
swV.
‘etwas losbinden, lösen’
den [Helm] traf er mit dem swerte / sô vaste, daz
er viures blic / dar ûz brâhte und im der stric / der riemen wart enknüphet
KvWPart
5731;
ich wol gerne wolte, / daz ich nach werde solte / inknuppen ime
[Christus] die riemelin, / die vme sine schuhe sin
PassSpM
69;
PrHess
31,17
MWB 1 1650,7; Bearbeiter: Runow
enkomen
stV.
1
‘davonkommen’
2
‘ausbleiben, aufhören’ (?)
1
‘davonkommen’
daz er sich karte uf sulchen vuc, / wi er heimlich entqueme MarLegPass
7,79;
wilt got, wir mogen scheire intkomen HagenChr (G)
1772.
5508.
– mit Dat.-Obj. oder präp. Erg. ‘(vor) jmdm. entkommen’
Herodes de uch woulde / ur kint nemen ind hey id soulde / harde haven
levende gelaissen, / durch den trost den [l. dat, vgl.
Anm.z.St.] yr mit maessen / eme entquamet ind entgenget
[...], / so troestet mich KarlGalie
10062;
wer von der nôte dô entquam, / den wec er zû lande nam / an manchen enden
durch den walt LivlChr
7339;
dat in der greve alsus intquͦam HagenChr (G)
4559.
– mit pleonast. refl. sich (vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 92):
er [der Abt] sol sich oͥch nv̂t
inchomin ob er greche minre gvͦtis het [soll nicht geringe Einkünfte
als Ausrede benutzen]
BrEng
2.
– phras. mit dem lîbe ~
‘mit dem Leben davonkommen’
eme en is der sege neit al benomen, / die [l. der
] myt dem live hie maich intkomen HagenChr (G)
4787
2
‘ausbleiben, aufhören’ (?):
daz von Egyptenlant / diu narung wære verlorn / an weize,
habern und an korn, / [...] / daz was geschehen selten. /
dannoch diu flust niht enkam: / daz lant, darûz ê nam / manic lant sîn lîpnar, / daz
was verdorben nû sô gar Ottok
53223
MWB 1 1650,14; Bearbeiter: Runow
enköpfen
swV.
‘jmdn. köpfen, enthaupten’
pald zeuch dein swert auz vnd enchoͤpf mich GestRom
113.
36;
wan sô si [die
Fischer] in [d.i. die Meerschlange]
gevangen habent, sô enköpfent si in BdN
259,20;
ElsLA
252,30
MWB 1 1650,40; Bearbeiter: Runow
enkreftegen
swV.
‘jmdn./ etw. der Kraft berauben’
sol got eigenliche in dir wúrken, so
[...] muͤssent alle dine krefte also gar entsast sin
aller ir wúrklicheit [...] und muͤssent ir selbes
enkreftiget werden Tauler
314,15
MWB 1 1650,45; Bearbeiter: Runow
enkreften
swV.
‘etw. kraftlos machen, als wirkungslos erweisen’
ir kraft ich gar enkreften sol, / die koment gein uns uͤber
mer / mit eime kreftigen her Rennew
16822
MWB 1 1650,50; Bearbeiter: Runow
enkriechen
stV.
vgl. auch md. krûfen
→
kriechen
.
‘davonkriechen’
hie intkrouff up henden ind up voissen HagenChr (G)
3520
MWB 1 1650,54; Bearbeiter: Runow
enkriuzestal
Adv.
‘mit ausgebreiteten Armen, in kreuzförmiger (Gebets-)Haltung’ (vgl.
kriuzestal
):
si bedditin ci gote in crûcestal Anno
47,28.
– meist in der Verbindung
~ vallen
‘mit ausgebreiteten Armen niederfallen’ (zum Gebet oder zur Bitte):
der bâbes viel in crûcestal, / sam tâten di cristen uberal
Kchr
10333;
dô si daz gebet tâten / ûf der erde enchriuzestal / mit reinem
herzen KvHeimHinv
441;
dâ vant si von Kärlingen / den künec biderb unde wert, / für den si nider ûf
den hert / vil drâte viel enkriuzestal KvWPart
6807;
Roth
376;
ErnstB (W)
4159;
Mai
173,2
MWB 1 1650,57; Bearbeiter: Runow
enkrœnen
swV.
‘jmdn./ etw. der Krone berauben’, übertr. ‘in seiner königlichen Würde
herabsetzen’
min lip mit im erhebet den bag: / da mit ich in gehoͤne /
und lasterliche enkroͤne Rennew
25208;
swa man des kuͤnges luͤge vernimt, / da ist diu kron
enkroͤnet, / sin hoher pris gehoͤnet ebd.
1625
MWB 1 1651,5; Bearbeiter: Runow
enkroten
swV.
‘jmdn./ etw. von Bedrängnissen befreien’
daz der alde lantgrave sol incruͦden vnde incummeren siner ersten kinde deil,
von weme oder wa iz becummeret ist oder viranderet UrkCorp
2462,28
MWB 1 1651,11; Bearbeiter: Runow
enkrûfen
stV.
→
enkriechen
MWB 1 1651,16;
enkücken
swV.
→
enquicken
MWB 1 1651,17;
enkumbern
swV.
1
‘jmdn. von Kummer befreien’
2 rechtsspr. ‘jmdn./ etw. (von Schulden) entlasten’
1
‘jmdn. von Kummer befreien’
swer got van herzen minnen wil, der muͦz sin herze inkummeren und reinigen
HlReg
59,30.
– mit Refl.-Pron.:
nu tut durch got des ich uch bite, / unde entkumert uch
da mite Vät
11134
2
rechtsspr. ‘jmdn./ etw. (von Schulden) entlasten’
daz der alde lantgrave sol incruͦden vnde incummeren siner ersten kinde deil,
von weme oder wa iz becummeret ist oder viranderet UrkCorp (WMU)
2462,28.
– hierher oder unkumbern:
daz er vlizekliche half, daz vnser gotzhvs, do ez verkv́mbert was mit
grozer gv́lte, vnkvmbert wart UrkCorp (WMU)
1721,14.
– spez. ‘etw. von Beschlagnahme frei machen’
so sol des schvͦlmeisters kinden ir gvͦt lidig sin vnde svn êz die Mv́lner
enkv́mberren lideklich, swa êz von ir wêgen haft ist UrkCorp (WMU)
2671,39
MWB 1 1651,18; Bearbeiter: Runow
enl-
s.a. entl-
MWB 1 1651,35;
enlachenes
Adv.
auch inl-.
‘innerhalb, im Innern’
dîu scône ist an dír âne dáz, daz nóh ínlachenes [
intrinsecus Ct 4,1] an dír uerhólan íst
Will
54,11.
57,2;
schœne wât ziert ofte manic wîp, / diu inlachens hât unwerden lîp
Renner
12700
MWB 1 1651,36; Bearbeiter: Runow
enlandes
Adv.
‘im Lande, zu Hause’
des suln si ainn dag machvn, vnd suln mir den enbieten in aht dagen, bin ich
enlandes, daz ich minen tail verstande vnd verspreche UrkBebenh
14,382
(a. 1296)
MWB 1 1651,41; Bearbeiter: Runow
enlant
Adv.
‘im Lande’, nur in der Verbindung dar ~
‘dort in jenem Land’
vil bescheidenlîchen / sagt er im [...] wie rehte
wünniclîchen / die recken lebten dar enlant Bit
715;
etelîche tôten si liezen dar enlant NibB
312,3
MWB 1 1651,45; Bearbeiter: Runow
enlende
Adj., stN.
→
ellende
MWB 1 1651,50;
enlenge
Adv.
‘in der (bzw. die) Länge’
ein geworke [Mauerwerk] , daz sich breite / al umbe
in allen sîten / enlenge unde enwîten / ze iegelîchem steine / gûter spannen eine
En
9450
MWB 1 1651,51; Bearbeiter: Runow
enlîbe
Adv.
‘am Leben’
in aller der wîle / unde dû vrouwe was enlîbe / sô stunt daz lant vridelîchen
zewâre JJud
1819;
frowe Anna div wart oͮch erwelt / unt entikliche gezelt / ze
dem allerbesten wibe / div iender wæ̂re enlibe Wernh
D 964.
– auf die körperliche Erscheinung bezogen:
nu erschæin im ein schöner iüngelinc / enleibe unde in gewande
[von schöner Gestalt und Kleidung]
Serv
1963
MWB 1 1651,55; Bearbeiter: Runow
enmitten
Adv., Präp.
auch inmitten, (vgl.
enalmitten
).
1 Adv. 1.1 lokal ‘in der Mitte, mittendrin’
1.2 temporal ‘(mitten) während’
2 Präp. mit Gen. oder Dat.
1
Adv.
1.1
lokal ‘in der Mitte, mittendrin’
daz centrum, also der puncte der enmitten in eime
umbecreise ist MNat
3,18;
Achilles fast / en mite stunt Herb
8879;
in mitten in der strase UrkCorp (WMU)
N224,43;
Rol
845;
PrBerthKl
4,96;
bildl.:
enmitten in mînem herzen Wig
11562.
– direktional ‘mitten hinein’
si drungen inmitin unter si / mit ir scarphen
echen [Schwertern]
Rol
6227;
sî [...] sleich zuo in sô lîse
dar / daz es ir deheiner wart gewar, / [...] / und
viel enmitten under sî Iw
104;
alsus vuorten sî in / durch die liute enmitten hin
ebd.
2386;
Wig
8109
1.2
temporal ‘(mitten) während’
des muge wir an der kerzen sehen / [...], / daz
sî zeiner aschen wirt / iemitten daz [La. en mitten do
] si lieht birt AHeinr
104;
hierher oder zu 2 (postpositional):
des nahtes wol enmitten NibB
1837,1;
des andren tags enmitten GTroj
8289.
–
‘währenddessen, inzwischen’
gibet sich ein vrauwe ze eigen diu vrî ist, und
treget si enmitten kint: weder diu kint eigen sîn oder vrî, des vrâgen wir
SpdtL
134,6;
enmittent lief der rise zuo / (daz was der ander morgen vruo) / mit
einer stahelstange ÄSigen
14,1
2
Präp. mit Gen. oder Dat.:
in mitten dirre menige / so was groz gesemede / di hizen
leuite VMos
78,15
MWB 1 1651,63; Bearbeiter: Runow |