e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
enalverte
Adv.
‘geradewegs’
si fuoren enalverte / daz mos joch die herte, / beidiu berc
unde tal Wernh
933
MWB 1 1591,12; Bearbeiter: Runow
enanderhalp
Adv.
‘auf der anderen Seite’
daz sie bewarten die tor. / einenthalben saz Antenor, / in
anderthalp Troylus, / andersit Deiphebus, / einsit Polidamas, / andersit Eneas. /
alsus teilten sie sich Herb
4099
MWB 1 1591,15; Bearbeiter: Runow
enandersîte
Adv.
auch -sîten.
‘auf der anderen Seite’
er het inandir sit irkorn / den helit Dionisin
Athis
B 108;
Aimon in ander sitin / ge varin quam ebd.
A** 53
MWB 1 1591,20; Bearbeiter: Runow
enantworten
swV.
→ în antwürten
MWB 1 1591,24; Bearbeiter: Runow
ê|narre
swM.
jmd., der sich in Bezug auf das Gebot der Unauflöslichkeit der Ehe töricht verhält
(und Ehebruch begeht):
got wolde des niht günnen / sant Pêtern und der pfaffheit, / daz diu ê würd
abgeleit, / wand er sie ze triuwen bant / mit sîner götlîcher hant: / ich mein die
kristenlîchen ê / [...]. / nû ist manic ênarre, / der in
sîner pharre / um strîchet nach wîben Helbl
2,995
MWB 1 1591,25; Bearbeiter: Runow
enbarmen
swV.
‘sich erbarmen, Mitleid haben’
inbarmet uch alle die oren havent Lilie
19,29
MWB 1 1591,33; Bearbeiter: Runow
enbarn
swV.
1 tr. 1.1
‘etw. entblößen, zeigen, zu erkennen geben’
1.2
‘(jmdm.) etw. kundtun, offenbaren, anvertrauen’
2 refl. 2.1
‘sich (jmdm.) zeigen, zu erkennen geben’
2.2 mit Gen.-Obj. 2.2.1
‘jmdm. etw. zeigen, zu erkennen geben, an den Tag legen’
2.2.2
‘etw. loswerden, ablegen’
1
tr.
1.1
‘etw. entblößen, zeigen, zu erkennen geben’
manig mundel rosenvar / sin wizze zende enbarte
WhvÖst
2409;
Brandan so lange mvoste varn, / vnz daz ym got syne hohen guote wolte
vmbarn Wartb
Rs 50,5;
wa ich in die welt var / und mein chunst also enpar /
schon gen aller menschen sin Teichn
183,18.
– in der Verbindung daz swërt ~
‘zücken’
div swert si enbarten, / den herten tot si garten
Wernh
A 4279;
daz swert von siner siten wart do schier enbart WolfdD
484,1;
GTroj
6522
u.ö.
1.2
‘(jmdm.) etw. kundtun, offenbaren, anvertrauen’
swie ungerne duz enbarest, / und swie dû lougenende varest, / dû minnest
einen man iedoch En
10567.
4510;
ich lîde sanfter vil den tôt / dan ich die sache dir enbar
KvWEngelh
5971;
der wil und kan [...] die
warhait wol enbarn WernhMl
8747;
KvWTroj
5244.
1875;
LobGesMar
12,3.
– mit Präp.-Obj. umbe/ von:
dannoch hete er [der Abt] im
[Gregorius] niht enbart / umbe sîn tavel und
umbe sîn golt Greg
1650;
dô ich daz mære enbarte / von dem guoten Gêrharte
RvEBarl
16131.
– mit Obj.-Satz:
ir sult iuch wider si [
die iuwers landes walten
] enbarn / daz ir zehant wellet varn / durch got ze dem
heiligen grabe Greg
571;
Wâlwein [...] begunde
Lanzelete enbarn, / wie ez umb den mantel was gevarn UvZLanz
6621.
– mit Ersparung des Obj.:
ez stêt dâ von geschriben dort, / als ein prophête
hât enbart: / [...]
RvEBarl
2683;
Marien vnde daz kint er nam / vnd machte sich vil drate also / vf den
wech gen Egypto / als im der engel hete enpart Pass I/II
28,42
2
refl.
2.1
‘sich (jmdm.) zeigen, zu erkennen geben’
an daz mere sluͦc er [Moses] di
ruten / der grunt sich inbarte [wurde sichtbar]
VMos
46,12.
68,6;
der gottes lerëre, / [...], /
fuer durch ler in Venedi, / da pede ene, dis und dy / gemain haydenn warn: / er
torst sich nicht wol enparn Märt
5572;
lat iuwer singen varn, / ir gugelgiegen
[Narren] , sinnes arn! / gat iuch enbarn / der
künste scharn [zeigt euch in eurer Blöße vor den künsten
(FrlWB 79)] / und sitzet an die sunnen warn Frl
5:118G,15.
–
‘sich jmdm. anvertrauen, seine Liebe gestehen’
die sich helent under in, / sît daz si sich enbârent
/ und danne ir schame vârent / und gestent sich an [Abstand
nehmen von] liebe, / die sint ir selber diebe
Tr
12381;
sî hât herze und al die sinne, / der muoz ich mich gar enbarn
KLD:SvL
3:1,6
2.2
mit Gen.-Obj.
2.2.1
‘jmdm. etw. zeigen, zu erkennen geben, an den Tag legen’
er hât sich zuht gein mir enbart Parz
189,3;
wilt dû dichs gegen mir niht enbarn, / Nasion der tiufel muoz ez mir
ervarn Wartb
Rs 14,4;
und wær mir daz hertz unwis, / sit sich diu raine hat
enbart / gein mir so suͤzzer wort zart? WhvÖst
2059;
nieman sich enbart / sins wapens daz er fuͦrt ebd.
14462.
1318;
Wh
114,11
2.2.2
‘etw. loswerden, ablegen’
es hant vil frowen och den muͦt / zesamende sich
gesellen, / Marien gesechen wellen / und alle warhait selb ervarn, / da
mitte zwivels sich enbarn WernhMl
13368
MWB 1 1591,35; Bearbeiter: Runow
enbeidenthalben
Adv.
→
beide
Num. 1.1.1
MWB 1 1592,31;
enbeinzen
Adv.
‘einzeln’ (aus en bî einzen, vgl.
einez
):
diu [Messer] mag er wol verkaufen
enbeinzen unde sament StRAugsb
42,34
MWB 1 1592,32; Bearbeiter: Runow
enbeiten
swV.
1
‘auf jmdn./ etw. warten, jmdn./etw. erwarten’
1.1 mit Akk. 1.2 mit Gen. 1.3 mit Ersparung des Obj. 2 unklar ob hierher oder zum Simplex mit proklitischer Negationspartikel
1
‘auf jmdn./ etw. warten, jmdn./etw. erwarten’
1.1
mit Akk.:
ich [David] inbeitote minen
trehtin. unt er anscǒwote mich JPhys
8,24;
in allen unseren arbeiten sculn wir in demo gedingen gotes helfe enbeiten
Alkuin
68
1.2
mit Gen.:
si enbaite sîn [
ir lieben hêrren
]
[...], / unz in ir got sande ze lande
Kchr
11673;
do ouch wier des iungisten tages enpeiten wellen UrkAltenb
71
(a. 1293);
dw solt ir nicht enpeiten HvBurg
3343
1.3
mit Ersparung des Obj.:
daz tuͦt allez Roͮlant, [...]
enbeitet uile chume [kann es kaum erwarten]
Rol
2266
2
unklar ob hierher oder zum Simplex mit proklitischer Negationspartikel:
den guten Durndarten [Rolands
Schwert] , / den uorchten si harte, / daz sin da niemen enbaite
Rol
6597.
7738;
ich enbeite ir vil chawme! / ich vircht das sy sich sawme
HvBurg
1229
– ohne Obj. ‘warten, zögern’
[Gurmûn] enbeite ouch dô niemêre: / er vuor mit eime
starken her / über lant und über mer, / biz daz er zÎrlande kam
Tr
5912.
7732
MWB 1 1592,35; Bearbeiter: Runow
enbellec
Adj.
‘schräg, quer hindurch’ (Terminus der Heraldik, s.a.
bellunge
,
billungs
; vgl.
enbellen
):
Lancelot, der sich in den walt verborgen hett, sah sie komen vnd hett ein
roten schilt vmb sin hals mit einr wißen barren in bellig [afrz.
de bellinc
]
LancKarr
210
MWB 1 1592,56; Bearbeiter: Runow
enbellen
Adv.
‘quer über, quer hindurch’ (Terminus der Heraldik; wohl zu afrz. en
belin(e), vgl. Rosenqvist 2,230f.; s.a.
enbellec
); nur WhvÖst in Beschreibungen von Wappen:
von siden riche swengel / sah man da dem banier bi; / silber
wizzer lewen dri / da durch gestrecket warn / enbellen WhvÖst
16824;
ain banier [...], / durch daz sich
ain wurm bog / in bellen nach des wapens kri ebd.
14571
u.ö.
MWB 1 1592,62; Bearbeiter: Runow
enbërn
stV.
1
‘nicht oder zu wenig haben, ohne etw./ jmdn. sein’ , meist mit Gen., vereinzelt
mit Akk. ( PrBerthKl ; Mechth ) 1.1 von Sachen und Abstrakta 1.2 auf Personen bezogen 2
‘verzichten (können) auf, (gut) auskommen ohne’
2.1 von Sachen und Abstrakta 2.2 von Personen 3
‘etw. nicht tun, unterlassen; von etw. abstehen’
3.1 unverneint 3.1.1 mit Gen. 3.1.2 mit negiertem Obj.-Satz. ‘auf etw. verzichten’
3.2
niht/ niene ~ wellen/ mügen
‘nicht auf etw. verzichten, etw. unbedingt wollen’
3.2.1 mit Gen. 3.2.2 mit Akk. 3.2.3 mit Obj.-Satz 3.2.4 ohne Obj.
1
‘nicht oder zu wenig haben, ohne etw./ jmdn. sein’, meist mit Gen., vereinzelt
mit Akk. ( PrBerthKl ; Mechth )
1.1
von Sachen und Abstrakta:
swie gar ich nû ir hulde enbir, /
[...], / sî müese ir zorn allen lân / und mich in
ir herze legen Iw
1634.
6811;
swelich man dar quam / vnd die spil vernam, / mochte man
der stat enporn han, / er hette immer da gestan Herb
9320;
wa wart iͤ creature so erhaven, /
[...], / dat si godes muͦder hiͤz ind were / ind
doch des magtduͦms niͤt enbere? MarlbRh
60,36;
der enbirt / des gelouben, der ist verlorn / und zuo der
helle geborn KvHeimUrst
1156;
div chleinen chindelin, div vntauft von hinnan schæident,
div mvzzen gotes antlutz enbern PrBerthKl
3,44;
Tr
19371;
Eracl
1705;
EbnerMargBr
63,17.
– mit Ersparung des Obj.:
eigenlîcher nimet man got enbernde dan nemende
Eckh
5: 23,8
1.2
auf Personen bezogen:
waz sol ich, swenne ich dîn enbir? Iw
1466;
ei wiͤ arm is he, de sin
[Gott] enbirt! MarlbRh
103,14.
121,10;
wie sol ich dich, lieb, alsus lange enberen?
Mechth
7: 31,10;
ReinFu
K,431.
–
‘jmdn. vermissen’
morgine, so man sin inbirt / vnd bi mir vundin wirt, /
so sprech ich daz ich in hab irslagin / vnd zuͦ mir in daz hol getragin
Athis
A 81;
der wirt [...] hiez si [seine
Frau] her zuo mir gân, / [...] /
swie er ir dort enbære Craun
1224
2
‘verzichten (können) auf, (gut) auskommen ohne’
2.1
von Sachen und Abstrakta:
der prister [...] wolte der habe
niht enpern Herb
15871;
Wig
3239;
liep haet ich gerne, leides enbaere ich wol MF:
Mor
11a: 3,4;
swanne min herre [...] vnsers dienstes enberen
wolt UrkCorp (WMU)
2180,35;
der ist vil sæliger, der aller dinge mac enbern und ir
niht enbedarf, dan der alliu dinc besezzen hât mit nôtdurft Eckh
5: 300,6;
Parz
521,7;
UvZLanz
7776.
–
der werlde und ir wunne enpir [entsage] , /
daz ist dir êwiclîche guot LvRegSyon
346
2.2
von Personen:
ich wil aller der enbern, die mîn enbernt MF:
Reinm
17: 3,1.
25: 5,7;
der tumben man dâ wol enbirt KvHeimUrst
1328;
du solt mir des gelouben, / daz ich kûme dîn enbir
[es kaum ohne dich aushalte]
KvWLd
15,58;
dis ertrich mag din
[Maria] noch nit enbern Mechth
3: 23,15;
Tr
19545;
UvZLanz
2771
3
‘etw. nicht tun, unterlassen; von etw. abstehen’
3.1
unverneint
3.1.1
mit Gen.:
iwers diens wil ich enbern: / ich ensol niwan hulde
gern Parz
554,15;
mir entouc niht zenberne / swes ir an mich gesinnent
UvZLanz
516;
wachter, dîns sangis imbir, / unz daz âne zwîvel komn
sül der tag SM:Had
33: 2,9;
so twinget liebe mîn gemüete, / sô daz ich des niht
enber, / ich enhabe vür guot, swaz si mag an mir begên SM:
UvS
15a: 3,4;
vil dicke von heimlîch geschiht / daz [d.i. daz,
des
] man vil wol enbære, / ob diu heimlîch niht enwære
PleierTand
3303;
Lanc
361,20.
–
welt ir uns iuwerr helfe wern, / so muge wir
trûrens wol enbern [sein lassen]
Wh
247,22
3.1.2
mit negiertem Obj.-Satz. ‘auf etw. verzichten’
vrischez obez enbere / wol, daz ein obez von vuler art bi im nicht
enwere Frl
5:35,10
3.2
niht/ niene ~ wellen/ mügen
‘nicht auf etw. verzichten, etw. unbedingt wollen’
3.2.1
mit Gen.:
nv er es niht wil enpern, / so svllen wir in des
gewern Herb
12309;
dû solt mich einer bete gewern, / dern wil ich niht
von dir enbern Tr
3368;
ich mohte niht der rede enbern RvEBarl
11870;
Eracl
1819;
Iw
4444
3.2.2
mit Akk.:
ab he iz nichit inperi wil Mühlh
99,21.
174,10;
wil ez der voget niht enbern UrkCorp (WMU)
1953,31
3.2.3
mit Obj.-Satz:
daz her doch niene wolde intberen / daz her sine
brudere bete / daz sie die gnade teten / mit ir gebete ingegin gote
Ägidius
1614.
– mit konjunktionslosem konjunktivischen Satz (mit oder ohne
Negation, vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 147,3):
do enwolt vrowe Ade niht enbern, / siu enfüer mit
ir gesellen UvZLanz
2812;
vnd [der vitztum
] wolt niht enbern, man solt daz reht des ersten dar vmb
sprechen UrkCorp (WMU)
2284,18;
PrStPaul
106,5
3.2.4
ohne Obj.:
vindet ein man urteile, unde wirt si im widerworfen,
unde si ist niht reht, wil der rihter niht enbern unde
ener [jener] dem diu urteile schade was, si
sprechent in wol dar umbe an SpdtL
199,6
MWB 1 1593,7; Bearbeiter: Runow
enbesten
swV.
1
‘etw. abstreifen, entblättern’
1.1 mit Gen.-Obj. 1.2 refl. 2 jägerspr. ‘enthäuten, abziehen’ (vgl.
bast
3
)
1
‘etw. abstreifen, entblättern’
1.1
mit Gen.-Obj.:
sin herze was versnitten / mit des zornis strale / und hiez alda zemale /
die heren maget engesten [entkleiden] / ir cleider
vnd enbesten / ir reines libes gewande [Gen. Pl.]
Martina
108,108
1.2
refl.:
so wart daz grune loub / in kurzen ziten also toub, / daz ez sich von den
esten / zumale muste enbesten HeinzelRitt
16
2
jägerspr. ‘enthäuten, abziehen’ (vgl.
bast
3
):
man enbestet dâ den hirz Tr
2813;
vil kündeclîche enbaste er / beidiu sîniu hufbein ebd.
2898
u.ö.;
ich tuon ein hût von einem rinde enbesten Kolm (B)
119,13
(¹KonrW/7/509)
MWB 1 1594,26; Bearbeiter: Runow
enbicobe
stSubst.
eine Stoffart (s.a.
cambicolor
):
hutten und gezelt, / di waren reich von samitt, / enbicobe
und capit HvNstAp
3630
MWB 1 1594,39; Bearbeiter: Runow
enbieten
stV.
‘(jmdm.) etw. (Nachricht, Botschaft, Auftrag, Gruß etc.) ausrichten, zukommen
lassen’, häufig mit Dat.d.P. und Akk.d.S. bzw. Obj.-Satz.; durch präp. Erg.
mit bî kann der Überbringer gekennzeichnet werden, vgl. z.B.:
bî [durch] deheinem andern boten /
wolde si iuz enbieten Wig
1754;
eine präp. oder adv. Erg. zur Angabe der Zielrichtung kann das Dat.-Obj.
präzisieren oder ersetzen, vgl. z.B.
waz der dô sînen friunden hin ze Rîne enbôt, / daz ist mir
niht gewizzen NibB
1427,3;
al daz ich dar enbiete, des sult ir niht verdagen ebd.
734,2
1
‘eine Nachricht/ Botschaft überbringen lassen; etw. ausrichten (lassen)’
1.1 häufig in Grußformeln ‘jmdm. etw. (gute Wünsche, Segen etc.) wünschen,
ausrichten’
1.2
‘etw. bestätigen, versichern’
2
‘etw. ankündigen, verkündigen’
3
‘etw. (untertänig) anbieten, zusichern’
4
‘etw. gebieten, zu etw. auffordern’
1
‘eine Nachricht/ Botschaft überbringen lassen; etw. ausrichten (lassen)’
er inbôt sînem bruoder alle sîne nôt, / in welihemo leide er
wâre mit sînem ôheime zweinzich jâre Gen
1487.
2493;
Kartanensen er enbôt, / sie ne chômen unt wurden ime undertân,
/ er hiez si alle an daz crûce slahen VAlex
651;
den sînen konemâgen enbôt er an den Rîn, / er wolde harte
gerne dâ z’ir hôchgezîte sîn NibB
763,3;
daz enbôt er in den palas Parz
813,23;
diu vrowe enbôt ir mannen / bî dem abbte zehant, / daz si
burc unde lant / behielten wol nâch êren UvZLanz
4638.
5488;
UrkCorp (WMU)
2138,31
1.1
häufig in Grußformeln ‘jmdm. etw. (gute Wünsche, Segen etc.) wünschen,
ausrichten’
edile keisir Constantin, / dir intbutit din muͦter holden
muͦt, / heil unde allis liebis gnvͦc TrSilv
474.
530;
vnserm getriwen vrivͦnt [...] enbivt ich
[...] vnser gebet mit ganzzen triwen UrkCorp
(WMU)
761,7;
wir Rudolf von gots genaden pfalenczgraf bi dem Rein vnd herczog ze Bayern
enbieten [...] dem rat der stat ze Nuͤrenberg vnsern
gruͦz vnd allez guͦt ebd.
2370,41;
GrRud
βb 22;
Rol
734
1.2
‘etw. bestätigen, versichern’
und sol auch der rihter ze hof enbieten uff sinen aid, daz diu anlaitin
geschehen si aun gevaerde mit sinen offenen briefen MGHConst
4:30,33
(a. 1298)
2
‘etw. ankündigen, verkündigen’
ez ist zweierleie wizzen in disem lebene des êwigen lebens:
daz ein ist, daz ez got dem menschen selber sage oder ez im bî einem engel enbiete
Eckh
5: 240,3;
do wolte er in aller erste enbietin sine kvnft
Spec
6,9.
– mit präp. Erg. zur Angabe des Empfängers:
Perses [...] inbot sin uolcwich
in daz Krich lant Elmend
B 154.
– mit Übergang zu 4:
der engel chünigîn / sol über drî tage vervarn, / ir
bivilde sul wir bewarn. / alsô hât uns got enboten / bî Gabriêle sînem boten
KvHeimHinv
453
3
‘etw. (untertänig) anbieten, zusichern’
si enbietent dir die toufe, / den cins uon ir houbte
Rol
739;
ih enbôt ir [der Amazonen]
kuninginnen / mîne holde minne SAlex
6473.
– häufig dienest
~ :
die enbuten alle ir dienest in Sîfrides lant
NibB
737,2.
1497,3;
er enbôt ze Löver in daz lant / Artûse unt des wîbe /
dienst von sîme lîbe Parz
625,16;
sîn herze enbôt sîn dienst dâ her / der küneginne ebd.
650,1;
SAlex
5529;
ReinFu
K,1873;
Wig
10028.
–
al diu werlt [...] diu enbiete
[richte, wende] niuwan ôre her, / betrahte und
sehe daz wunder an Tr
9222
4
‘etw. gebieten, zu etw. auffordern’
ze Kalabre er enpôt, / daz sim hulfen zû der nôth
VAlex
599;
so sol er [der Richter] dem selben lantmanne
enbieten, daz er soliche missetat bezzere UrkCorp (WMU)
372,37;
haben wir entboten disen brief schreiben DRW
2,1541
(SteirGBl.; a. 1298);
Rol
2025;
Parz
731,13;
StRAugsb
93,12.
– mit Ersparung des Akk.-Obj. oder Ersparung eines Nebensatzes (vgl.
2DWB 8,1348):
Merses [...] inbot sinem volke in
daz Crichinlant [kommandierte sie nach Griechenland]
Elmend
A 154
MWB 1 1594,42; Bearbeiter: Runow
enbildelich
Adj.
‘aller Bildhaftigkeit entledigt’
wan aber dú sele von dez sweren libes krankheit dem lutern
guͦt in entbiltlicher wise [ohne Phantasiebilder, in rein geistigem
Schauen, s. Anm.z.St.] nit mag blosseklich alle zit an gehaften,
so muͤsse si etwas biltlichs haben, daz si wider in leite Seuse
391,2
MWB 1 1595,48; Bearbeiter: Runow
enbilden
swV.
‘jmdn. seiner gewohnten Erscheinung entledigen, berauben’
wer hât gelêret dich den list, / daz dû bist sus enbildet? / dîn antlitze ist
erwildet / der forme UvTürhTr
2385.
– meist in myst. Texten:
und dar umbe, als sich der mensche mit minne ze gote blôz vüegende ist, sô
wirt er entbildet und îngebildet und überbildet in der götlîchen einförmicheit, in
der er mit gote ein ist Eckh
2:278,5;
der sehste grât ist, sô der mensche ist entbildet und
überbildet von gotes êwicheit ebd.
5: 112,19
u.ö.;
Tauler
68,39.
159,22.
– mit Refl.-Pron.:
her umbe sol der mensche gar vlîzic sîn, daz er sich entbilde
sîn selbes und aller crêatûren Eckh
5: 12,22;
Tauler
257,34
MWB 1 1595,55; Bearbeiter: Runow
enbinden
stV.
1
‘jmdn./etw. losbinden, aufbinden, befreien’
2 übertr. ‘jmdn./etw. (von etw.) erlösen, befreien’
2.1 meist mit präp. Erg., überw. von , vereinzelt ûʒ 2.1.1 bes. bei Liebenden, von sorgen/ herzeleit/ nôt etc.
2.1.2
‘jmdn. (von Sünden) freisprechen, Absolution erteilen’
2.1.3 in der Paarformel binden unde ~
2.2 mit Gen.d.S. 3 bildl. 3.1
‘etw. lösen, lockern’
3.2
‘etw. beenden’
3.3 bezogen auf die Geburt 3.4
‘(jmdm.) etw. erklären, verständlich machen, Aufschluss über etw.
verschaffen’
1
‘jmdn./etw. losbinden, aufbinden, befreien’
den scatz den wir funten duo wir unsere secche enbunten, /
den brâhte wir widere ze mînes hêrren chamere Gen
2340;
dâ hieng ich [Gunther] angestlîchen
die naht unz an den tac, / ê daz si [Kriemhild] mich
enbunde NibB
650,2;
der vuchs dô zuo dem slangen sprach, / do er in als gebunden sach: / ‘enbint
dich selben; nicht enbît [...]!’ Boner
71,49;
En
8243;
Eracl
1195.
– mit Dat.d.P.:
so sal min umi sieni hendi zu rechti inpindi
Mühlh
112,6;
dîniu bant ich dir enbinde / dâ mite dû gebunden wære
KvHeimHinv
790;
die vrouwen im enbunden / die riemen alle sâ zehant
Wig
2739.
7992.
– refl. ‘sich lösen’
dô sich diu starke wide enbant / und im enbunden wart sîn
hant Wig
6508
2
übertr. ‘jmdn./etw. (von etw.) erlösen, befreien’
Helena die daz cruce uant / dar got die werlt ane intbant /
nach der ufferstande Roth
4404;
[der] heilant, / der allez manchunne enbant
SüklV
22;
wol mir iemer me, so bin ich denne entbunden!
Mechth
7: 35,40;
minne, mîn dich underwint, / [...]. /
nu bint die guoten oder mich enbint KLD:GvN
2: 4,3;
SM:HvS
5: 3,3.
1: 22,3.
– mit Refl.-Pron.:
tuon ich niht den willen dîn, / sô hâstû dich enbunden wol / und muoz ich
eine schuldic sîn Winsbeckin
12,9.
– die Seele ~
‘in Freiheit (vom Leib) setzen’ (euphem. für ‘sterben’):
dim knecht geruͦch sin lon geven, / als he wandelt dit
dötlich leven! / du [Maria] muͤzs in bedenken in der
stunden, / als sin sele wirt entbunden! MarlbRh
133,6;
ein mensche begerte lange úber alle gabe und úber alle
pine, das got sine sele entbunde mit eime heligen ende Mechth
7: 16,3;
hierher auch:
ob mich der tôt enbindet Wh
68,22.
– rechtsspr. ‘(von einer Verpflichtung) freisprechen’
wenne die selben zwo persone ersterbent, so sin wir embunden und lidig,
diz lipding fúrbaz ze werenne old ze richtenne UrkBern
5,166
(a. 1320)
2.1
meist mit präp. Erg., überw. von, vereinzelt ûʒ:
got der sende an mînen leiden man den tôt, / daz ich von
dem ülven [alberner Mensch, Tölpel] werde enbunden!
MF:Reinm
64: 3,2;
von ungemache / uns hât enbunden iuwer hant
KvWSchwanr
1265;
so wart die magt besant / vnd dar braht so zuhant. / der rat sie von der
klage entbant Krone
25672.
– mit Refl.-Pron.:
von den groszen arbeiten, / [...] man sich
entbinden / nit enmöhte Krone
27299.
–
[Christus] wart versêret und
du [Maria] swanger durch den menschen funden:
/ der liebe urkünde sol uns dort von leide tuon enbunden
KvWLd
32,43
2.1.1
bes. bei Liebenden, von sorgen/ herzeleit/ nôt etc.
~ :
dîn lachen mich enbinde / von den sorgen KLD:
GvN
3: 2,11.
33: 2,8;
SM:JvW
1: 3,2;
wil sî mich niht von herzeleide enbinden, / daz kan ich
âne tôt niht uberwinden SM:WvT
4: 3,6;
von herzesêre enbinden RvEBarl
11797
2.1.2
‘jmdn. (von Sünden) freisprechen, Absolution erteilen’
uor gote birt ir inbunten / uon allin werltlichen
sunden Rol
3931;
ûz niuwen sünden uns enbint! KvWLd
1,157;
ain iegleich pâbst oder priester, der dâ zuo geweiht
ist, daz er enpinden mag den sünder von allen seinen panden
BdN
217,8;
AvaLJ
85,2;
TrSilv
246;
PrMd (J)
354,27
2.1.3
in der Paarformel binden unde ~
:
vnd von der gewalt der heiligen vursten von himelriche sancti Petrj et
sancti Pauli, an der stat wir gewalt haben, di svndere binden vnd enbinden
von irne svnden, so geben wir allen den, die dc crvce enpfahent
[...], applaz aller der svnden UrkCorp
(WMU)
93,3.
– auch ohne präp. Erg.:
man sol in [den Papst] lân
geniezzen, daz er wol die kristenheit / mag binden und enbinden
SM:We
1: 1,6.
– und mit Ersparung des Obj.:
sie [Priester] hant
gewalt ze enbindende vnde zuͦ bindende Lucid
89,1;
von priester wirde vindet man in dem tempel grales / wie er bindet
vnd enbindet JTit
6143a (App.)
2.2
mit Gen.d.S.:
ich wil uns des enbinden Parz
717,18;
swelch meister wêre, / der in der note enpunde /
[...], / den wolt er wol ergetzen
StrKD
2,7;
Rennew
15415
3
bildl.
3.1
‘etw. lösen, lockern’
do daz chint [Johannes] wart
besniten [...], / an den selben stunden sin zunge wart
enbunden AvaJo
12,2;
dû kanst herzeleit vertrîben / und enbinden sorgen bant
SM:St
2: 2,4;
sî hât mir den strik noh niht enbunden / und die wunden
ungeheilet SM:Ta
2: 5,5;
SM:HvS
4: 2,1;
in trunkenheit wirt manig sache enbunden [aus der
Verschwiegenheit gelöst (FrlWB 79)]
Frl
9:7,10;
Rennew
32291.
– refl.:
owê, mîns hertzen wunden enbunden sich
hânt [sind aufgebrochen] , / die mir
wân [l. wâren
] verheilet SM:Tu
5: 1,1
3.2
‘etw. beenden’
obe ir rôter munt mir gunde daz sîn kus die nôt enbunde
KLD:GvN
16: 3,2;
wolde fröide sorge enbinden, / sît daz fröide ie sorge
enbant, sô wurd ich von sorgen frî ebd.
6: 1,9;
ein wîp ich gesehen hân, / ist diu niht ân wandel gar, / sô wæn ich lange
irre var, / ê ich mîn frâg [mein Nachfragen] enbinde,
/ daz ich die rehten vinde Helbl
1,1171.
–
eit/ gelübede
~
‘einlösen, erfüllen’
des han ich mine truwe gegeben. / wellent siz denne
wider reden, / [...], / minen ait ich enpinde
Rol
2798;
din geluͤbde solt du enbinden Rennew
5043
3.3
bezogen auf die Geburt:
ich sach [...] ein vrouwen
[Maria] , die was swanger. /
[...] sie wolte wesen enbunden [von
Kindesnöten befreit (FrlWB 79)]
Frl
1:1,5;
von dem engel nit wart vermiten, / er entroste sie zu
hant, / sa daz er von noͤten sie enbant, / und des kindes sie genas
Rennew
32612
3.4
‘(jmdm.) etw. erklären, verständlich machen, Aufschluss über etw.
verschaffen’
juncherre, nu ruͦche uns enbinden / ob du bist von hoher
art Rennew
17832;
sol ich ditz den kunden untbinden Brun
2767;
kein tor entbint die glose [kein Narr kann die Geheimnisse
der Natur erklären (FrlWB 79)]
Frl
7:41,19;
Pilatus
1,145.
–
Orias de wort entbant [verkündete] , / hey
heysch den sperwer weder KarlGalie
11976
MWB 1 1596,5; Bearbeiter: Runow
enbinnen
Adv., Präp.
auch inbinnen, selten enbinne.
‘innerhalb, innen, in’
1 Adv. 2 Präp. 2.1 lokal (meist mit Dat.) 2.2 direktional mit Akk. ‘(hinein) in’
2.3 temporal mit Dat.
1
Adv.:
dô ich ir ougen unde munt / sach wol stên und ir kinne, / dô wart mir daz
herze enbinne / von sô süezer tumpheit wunt MF:Veld
1:3,5;
etteswa hie enbinnen, / in turmen oder in zinnen
Herb
9851;
ein mantil wol mit sinnin, / bezogin wol inbinnin / mit
herminin uedirin Athis
D 142;
Mechth
7: 48,17;
En
10257.
– in der Paarformel enbûzen unde ~
:
si [die Lilie] is wiz enbuzen
ind enbinnen MarlbRh
127,17;
die burgere, die [...] uzer irme rechte sin
gedain, die suͦlen vort me in iren renten inde erue sitzen in buzen inde
enbinnen UrkCorp (WMU)
61,45
2
Präp.
2.1
lokal (meist mit Dat.):
di gotis kint, / di enbinnen diser mûren sint
SAlex
6912;
als Iohannes hat beschriben / [...] / enbinnen
dirre lere Pass I/II
58,50;
enbinnen lande UrkCorp (WMU)
83,5;
in binnin der stat ebd.
255,36;
TrSilv
59.
–
~ jmds. brôte sîn
‘zur Hausgemeinschaft gehören’
ein man der mac sinen son wol vz zen
[ziehen]
[...], der in binnen sinem brote ist UrkCorp
(WMU)
2265,45.
– mit Gen.:
dit sint diͤ wort, diͤ bit sim geiste / got, aller
wisheit aneginne, / lerd enbinnen dins herzen sinne MarlbRh
76,26
2.2
direktional mit Akk. ‘(hinein) in’
vort so sal vͦnse herre von Kolne [...] enbinnen
die stat [...] senden den proist van Achge
UrkCorp (WMU)
83,34;
dit koren [Korn, Getreide]
[...] suͦlen wir der [...]
vrouwen gelden inde antwerden aller iarlichs [...] ze
Colne in binnen die stat ebd.
N223,10
2.3
temporal mit Dat.:
des solen wir sagen vnsen wille in binnen zuein mainden UrkCorp
(WMU)
61,35;
in binnen fvnf iaren ebd.
1000,20
MWB 1 1597,58; Bearbeiter: Runow
enbir
Subst.
zu
enbërn
.
‘was man nicht hat’
irbarmen, vride ist ir [sündhafter
Menschen] enpir HeslApk
23066
MWB 1 1598,27; Bearbeiter: Runow
enbîten
stV.
1
‘warten, zögern’
2
‘auf etw./ jmdn. warten, etw./ jmdn. erwarten’
2.1 mit Gen. 2.2 mit Obj.-Satz
1
‘warten, zögern’
hie enbitens ouch nimêre: / Tristan und sîn vriunt Rûal / die
schiffeten [...] heim wider ze Parmenîe Tr
5172.
2466;
niht enbîtet, / zû dem her ir rîtet / und sêt, daz sie unfûgen
niht Kreuzf
845.
3876
2
‘auf etw./ jmdn. warten, etw./ jmdn. erwarten’
2.1
mit Gen.:
dâ [in der einœde
] sol ich zallen zîten / sîner
[Christi] gnâde enbîten LBarl
569;
ist daz ich under wegen sî / vier tage oder drî, / zehant
enbîtet mîn nimê, / entrinnet wider über sê Tr
8721;
dône chunden die argen schalche niht / der rehten zît
enbîten KvHeimUrst
261;
MarlbGr
539;
Serv
3501.
–
ôwê wie kûme ich des enbîte! [ich kann es
kaum erwarten]
Eracl
892.
–
nû vernemt [...], / wâ got vor allen tagen
was / und vor aller geschefte: / [...] / in im
selben er was. / enbor truoc in sîn gotheit. / owê, wie sanfte er enbeit /
dirre werlde gruntveste! [s. Anm.z.St.: ‘wie bequem kam er
doch ohne diese Welt aus’ (wörtl.: ‘konnte er auf die Schöpfung
dieser Welt warten’)]
Aneg
96
2.2
mit Obj.-Satz:
ia enbait er uil chume / daz er Turpin uant
Rol
4382
MWB 1 1598,30; Bearbeiter: Runow
enbîʒen
stV.
auch inbizen (vgl.
ínbîʒ
); sw. Prät. EvBeh
Lc 11,37.
1 intr. ‘essen, eine Mahlzeit zu sich nehmen’
2 mit Gen.-Obj. ‘Nahrung (Essen und/ oder Trinken) zu sich nehmen, (von) etw.
kosten’
3 in der Wendung enbizzen sîn
‘gespeist haben, verköstigt sein’
1
intr. ‘essen, eine Mahlzeit zu sich nehmen’
des anderen tages dô man enbaiz, / dô brâht er si, gotewaiz,
/ ze hove Kchr
11948;
snellîche dâ enbizzen wart Parz
803,27;
daz ich dem botten ze enbîssenne geben sol, der mir den zins da bringet
UrkCorp (WMU)
2654,40;
kuͦmit und inbizzet! EvBeh
Io 21,12;
NibB
944,2;
StatDtOrd
32,22.
–
dô bat en etlîcher Pharisêus daz her inbizzete bî ime EvBeh
Lc 11,37
2
mit Gen.-Obj. ‘Nahrung (Essen und/ oder Trinken) zu sich nehmen, (von) etw.
kosten’
duo bevalech got deme manne [...] daz
er sîn ouge chêrte von eineme boume, / noch des inbizze des dâ ûfe wuohse
Gen
279.
388;
swanne ein brûder beginnet zu sîchene, sô mac er uffe sînem
bette zu drîn mâlen ezzen unde doch alsô, daz er dâ vleisches, eiere, keses, vische
unde wînes iht enbîze StatDtOrd
68,25;
ich enbeiß nie eßens noch trinckens dort innen
Lanc
469,6;
KvWHerzm
445.
–
ich sag eu daz ze war daz ir deheiner miner wirtscheft
enbizzet [Lc 14,24: gustabit coenam meam
] die her geladen waren PrOberalt
121,20;
der [
napf vol wines
] was vil heiz. / do des der arm man enbeiz, / do bruͦt ez in an
den munt StrKD
62,24;
der allerpeste / prunne deß ye man enpayß
HvNstAp
18005;
Kchr
7556;
Tr
11458.
– mit Akk.-Obj. (?):
der marcrâve alêrst enbeiz / gâhes pitît mangeiz
Wh
103,23
3
in der Wendung enbizzen sîn
‘gespeist haben, verköstigt sein’
er was noch nicht enbizzen ReinFu
K,861;
dô si enbizzen wâren, si wolden dannen varn
NibB
1688,1;
des morgens, so der voit enbizzen ist vnd an sin gerihte sitzet, so sal er von
erst rihten vber alle die clage der schultheizen UrkCorp (WMU)
29,30;
Parz
45,20.
– übertr.:
sæch aber ich die stunde, / daz mir von ir munde / wurt
ein küssen, wol wær ich enbizzen! SM:Ro
8: 1,10
MWB 1 1598,52; Bearbeiter: Runow
enblæjen
swV.
refl. ‘abkoten’
welch ros won dem futir ist czu
rehe [starr] , daz bleit sich unde kerit alle vire of.
dem sal man seyfe in den lip stoßen: zo enbleit is sich Albrant
3,25
MWB 1 1599,25; Bearbeiter: Runow
enblanden
stV.
1
‘jmdm./ sich etw. zur Aufgabe machen, auferlegen, aufbürden’
1.1 mit Akk.-Obj. 1.2 mit Gen.-Obj. 1.3 mit Obj.-Satz 2 in Wendungen 2.1
ëʒ dem lîbe/ den (armen unde) handen
‘sich anstrengen, etw. in Angriff nehmen’
2.2
den ougen/ den handen etc. jâmer/ leit (o.ä.) zum Ausdruck von Trauergesten (Weinen, Kleider vom Leib reißen, Händeringen) 3 als Part.-Adj. ‘mühselig, widerwärtig, lästig’
3.1 in der Verbindung
~ wësen
‘sich bemühen’
3.2 in der Wendung sich etw. ~ lâʒen (wohl elliptisch für
~ sîn lâʒen ) ‘etw. mit Eifer betreiben’
1
‘jmdm./ sich etw. zur Aufgabe machen, auferlegen, aufbürden’
1.1
mit Akk.-Obj.:
der ditze hât getihtet, / [...] /
er heizet Wirnt von Grâvenberc. / der werlte ze minnen / enblient erz sînen
sinnen Wig
143;
ob [...] si iender dehain arzât
vunde / in allen den landen, / der im [sich] daz wolte
inblanden, / ob er ir hêrren mahte gehailen Kchr
12422.
11557;
got eine mac iu helfen hin, / ob er imz enblanden wil: /
wand im ist nihtes ze vil Iw
6343;
der knabe enblient dem rosse daz / (mit sporn ruorte erz deste baz) / daz
ez deste wîter spranc Bit
2953;
JTit
3741,4
1.2
mit Gen.-Obj.:
misch daz allez ze samen unde soufe daz siben tage
[...]. mügestû dir des niht enblanten, sô nim
louterz regenwazer [...] und trinchez
Barth
158,7;
ee nün dye lerer ain not / litenn in fromden landenn /
und in predigens da enplanden, / sy peleibent hie haim pey mir
Märt
9748;
dez wold er in nicht enplanden Teichn
40,65
1.3
mit Obj.-Satz:
wie mugt ir iu enplanden / daz ir so ungelaubehaft seit?
GvJudenb
3480;
möht ich dâmit bringen / mîn sun ûz den banden, / darumb
ich mir enplanden / wolt, daz ich immer arm wære Ottok
4982
2
in Wendungen
2.1
ëʒ dem lîbe/ den (armen unde) handen
~
‘sich anstrengen, etw. in Angriff nehmen’
noch muoste erz enblanden / grimme den handen, / esn wære anders niht
geschehen Er
2688;
wir müezenz starke enblanden / den armen unde den handen
Iw
6391;
swer mit schilt sich decken wil vor schanden, der sol ez
dem lîbe wol enplanden KLD:UvL
38: 4,2.
16: 2,1;
iwer iegelicher wirt ein helt, / ob irz dem libe enblanden
welt TürlArabel
*A 23,4.
–
einen [Räuber] er
[Erec] schiere / ouch tôten von dem rosse
stach / unde daz sîn sper zebrach. / dô enblient erz dem swerte
[kämpfte mit dem Schwert weiter]
Er
3396
2.2
den ougen/ den handen etc. jâmer/ leit (o.ä.) ~ zum
Ausdruck von Trauergesten (Weinen, Kleider vom Leib reißen, Händeringen):
si begunde ir leit enblanden / den ougen unt den handen KvFuss
2151;
Swämmelîn [als Überbringer der Todesbotschaft]
anders niht ensach, / wan mit wintenden handen / den jâmer vaste enblanden / den
ougen und der waete KlageC
3760.
–
ëʒ den ougen/ handen ~
:
swaz in [den Frauen] ze leide geschiht, /
dâ wider tuont die guoten niht, / wan daz siz phlegent enblanden / ougen
unde handen / mit trehenen und mit hantslegen Er
5766;
dâ wart geweinet unt geschrît / ûf dem palase wît: /
daz volc von drîzec landen / möhtz den ougen niht enblanden
Parz
231,26
3
als Part.-Adj. ‘mühselig, widerwärtig, lästig’
der hunger wuohs ze Rôme in dem lande, / daz jâr wart harte
enblanden, / daz liut hête michel ungemach Kchr
10402.
14127
u.ö.;
der kampf dûht in enblanden UvZLanz
2087;
unser leben ist enblanden, / suͤl wir ez lange liden
Rennew
684.
30862.
– mit Dat.d.P.:
wurde iz in enplanden, / des fruͦte sich min sele
Rol
2450.
7987;
ir [der Seelen] leides was genuoc, / man was in
vaste enblanden [quälte sie sehr]
Tund
1131;
Gâwâne wart enblanden / daz er den swæren schilt getruoc
Parz
567,4
3.1
in der Verbindung
~ wësen
‘sich bemühen’
nuo wis niht enblanden, / daz verdiene ich gern ze aller zît
UvZLanz (K)
2472
3.2
in der Wendung sich etw. ~ lâʒen (wohl elliptisch für
~ sîn lâʒen) ‘etw. mit Eifer betreiben’
lât iu den reien wol enblanden [tanzt nach
Kräften!]
Neidh (HW)
13,23;
si liezen in strit enblanden [Anm.z.St.: ‘sie ließen den
Streit mühselig werden (strengten sich sehr an)’]
Rab
441,1
u.ö.;
wie daz wurd understanden, / daz liez er im enplanden, /
daz daz geschæhe mit îlen Ottok
22997;
Kudr
718,4.
– mit präp. Erg. anstelle des Obj.:
swaz herren mohten gesîn / in Swâben oder an dem Rîn, /
die schuofen nâch ir muote / mit des rîches guote. / ouch liezens in
enplanden / in welhischen landen [bemühten sich, ihren Einfluss
in Frankreich auszuweiten] / nâch keiser Fridrichs tôt
Ottok
113
MWB 1 1599,29; Bearbeiter: Runow |