e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entseben stV. (VI) entsebunge stF. entsëhen stV. entseilen swV. entsein stV. entsenden swV. entsenften swV. entsërwen swV. entsetzen swV. entsetzunge stF. entsieden stV. 1entsigelen swV. 2entsigelen swV. entsîgen stV. entsîn V. entsinken stV. entsinkunge stF. entsinnen stV. entsiten swV. entsitzen stV. entslâfen stV. entslæfen swV. entslahen stV. entsleuden swV. entslîchen stV. entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
entseben
stV. (VI)
auch entseven,
selten sw. Prät. (
NvJer
7259
) und Part. Prät. (
Albert
625;
Lanc II
298,1
).
1
‘wahrnehmen, bemerken, empfinden’
1.1 oft mit Gen.-Obj. 1.2 mit Akk.-Obj. 1.3 mit abh. Satz 1.4 refl. mit Gen.d.S. 1.5 intr. 2
‘schmecken’ oder ‘fühlen’ als einer der fünf Sinne, mit denen Wolfram an
anderer Stelle auch rechnet (
1
‘wahrnehmen, bemerken, empfinden’
1.1
oft mit Gen.-Obj.:
ein vêde harte scharf / undir in sich dô irhûb, / in der dî cristinheit
intsûb / dêswâr jâmerlîchir nôt NvJer
1563;
im wart ser wol zuͦ muͦt da er ir bloßen hant an der
synen enzuͦb Lanc
139,27;
ich han entsebet der minne sin Albert
625;
Tr
847;
KvWLd
25,52
1.2
mit Akk.-Obj.:
ez ne mohte nehein zunge / nimmer vore bringen / mit deheinen dingen / daz
ungemach daz ich entsebe En
10121;
gnediger herre, ich entsebe an mir sulche kraft unde macht, der ich noch
ni entsub Köditz
22,28;
sin zeldende phert sanfte schreit, / daz er ez niewen
entsup, / wen ez den fuz vf hup Herb
5643.
2129.
5491;
Lanc
639,11.
– verhüllend für den Geschlechtsakt, (vgl. das biblische
cognoscere
‘erkennen’):
die sterck des giffts was vergangen, dwil er die jungfrauw so entsebt
hett Lanc II
298,1
1.3
mit abh. Satz:
sie entsuben alle wol da, / daz Hector in dem strite reit
Herb
10230.
6655;
der kunic hâte schiere entsaben, / war sie die rede karten EbvErf
784;
GrRud
Hb 9;
PrLpz (L)
132,15.
– und mit Korrelat im übergeordneten Satz:
zujungist sî ouch zu mir quam / und dô sî des intsebete, / daz ich
dennoch lebete, / mit alsulchim trôste / sî lîblîch zu mir kôste
NvJer
7259;
StatDtOrd
90,8.
30,24;
Herb
741
1.4
refl. mit Gen.d.S.:
er tet, als der weise tuot, / der sich liebes niht erhevet / vnd sich
leides niht entsevet Krone
7280
1.5
intr.:
got vil genaden mit im treib, / als er nu wol hat entsaben Pass III
43,97
2
‘schmecken’ oder ‘fühlen’ als einer der fünf Sinne, mit denen Wolfram an
anderer Stelle auch rechnet (
Parz
488,26
), von denen er hier aber nur vier nennt; entweder ‘fühlen’ oder
‘schmecken’ fehlt in der Aufzählung:
ir kunnet hœren unde sehen, / entseben unde dræhen
Parz
171,23
MWB 1 1704,46; Bearbeiter: Richter
entsebunge
stF.
‘Wahrnehmung’
da sich der mensche mit sime bekentnisse etwar uf kerit und etwaz irfindit da
groiz troist und wollust ane ligit, des intsebunge ist doch vil me uzzir dan innir
Parad
139,20;
Eckh (Pf)
682,13
MWB 1 1705,20; Bearbeiter: Richter
entsëhen
stV.
1
‘jmdn. mit dem Blick verzaubern’
2 refl. ‘sich fürchten’ (aus mnl. ontsien ), z.T. mit Gen.d.S.
1
‘jmdn. mit dem Blick verzaubern’
von den elben wirt entsehen vil manic man, / sô bin ich von
grôzer liebe entsên / von der besten, die ie dehein man ze vriunt gewan MF:
Mor
5: 1,1.
– mit Dat.d.P.:
iuwers kindes
[Parides] ungemach / kan ich
[Morphea] wol vertrîben. / hie geredet undr uns
wîben, / ich hân in gsegent, im was entsehen Eracl
3431
2
refl. ‘sich fürchten’ (aus mnl. ontsien), z.T. mit
Gen.d.S.:
her Gerart, ir endurft uch neit entsein, / uch ensal gein arch van myr
geschein HagenChr (G)
1933;
des sich der greve van Cleve intsaich ebd.
5606
u.ö.
– mit refl. Dat.:
et syn vele lieden nochtien / der [l.
de
] ym der nyter cleyn ontsien MinneR 336
436
MWB 1 1705,25; Bearbeiter: Richter
entseilen
swV.
‘vom Seil losmachen, befreien’
lâz uns [...] / zû unserm herren wider nân, / der
vêhet und entseilet, / der slehet unde heilet Erlös
1601
MWB 1 1705,39; Bearbeiter: Richter
entsein
stV.
→
entsëhen
MWB 1 1705,42;
entsenden
swV.
‘Boten zu jmdm. schicken’
sie ensanden nâch ir frouwen, / sie müese ir spil schouwen
Eracl
3775
MWB 1 1705,43; Bearbeiter: Richter
entsenften
swV.
1
‘jmdm. etw. sanfter, erträglicher machen’
2
‘jmdn. sanft stimmen, besänftigen’
1
‘jmdm. etw. sanfter, erträglicher machen’
die bruder die sich twingen / und mit tugenden ringen, / den
muz man under wilen doch / wol entsenfeten ir joch Vät
1702
2
‘jmdn. sanft stimmen, besänftigen’
idoch got den vater baz / nymand entsemften [...] als
der groze prister kan TvKulm
3582.
– mit Dat.d.P.:
ir sult werlich daz verstan / daz dem vater nicht so wol / entsemftet
czwar sam riwen vol / daz gebet uz herczen grunt, / wo iz vlust durch suzen munt
TvKulm
3578
MWB 1 1705,46; Bearbeiter: Richter
entsërwen
swV.
‘vergehen’
myn hertze bornt in heisser gloet, / der sin ist mer zu mael
ontsaift [l. ontsairft (?), vgl.
Anm.z.St.] , / al myn begern mer zu dem born wairft MinneR
497
961
MWB 1 1705,57; Bearbeiter: Richter
entsetzen
swV.
1 vom Sitz entfernen 1.1
‘jmdn. absetzen, aus einem Amt entfernen’
1.2
‘jmdn. vom Pferd stoßen, herabhelfen’
1.3 refl. ‘sich erheben’
1.4 in der rechtsspr. Formel (be)setzen unde
zur Bezeichnung der Verfügungsgewalt ‘einsetzen und absetzen (von
Verwaltern, Amtspersonen), erlassen und aufheben (von Verfügungen)’
2
‘etw. veräußern, weggeben’
3
‘jmdn./sich berauben, frei machen von etw.’ (meist mit Gen.d.S.) 4
‘jmdn./ etw. aus der Fassung bringen’
5
‘jmdn.(sich)/etw. aus Bedrängnis befreien’
6
‘etw. setzen, bestimmen’
1
vom Sitz entfernen
1.1
‘jmdn. absetzen, aus einem Amt entfernen’
der tivel hete gehetzet, / daz der bischof was entsetzet / des stuoles ane
seine schult Serv
794;
sô er des amtes wirt entsazt Ottok
24376;
swenne sich der prester so missehaltet, daz man in
entzezen sol, so brichet men ime die leppen [Kragenlappen,
Beffchen] abe Lucid
87,14;
SAlex
449;
Lanc
49,23.
–
‘jmdn./etw. entfernen, entmachten’
got wider stat dien hoch fertigen und entsetzet si von sinr ewigen
gloria PrEngelb
208,254;
in der menge eren diner entsaztest du die widerwarten min
[interl. zu deposuisti adversarios meos
]
PsM
C 4,7.
58,12;
Cranc
Ez 36,35.
Ez 6,14
1.2
‘jmdn. vom Pferd stoßen, herabhelfen’
dâ wurden tjoste gewetzet, / manc werder man entsetzet /
hinderz ors ûfn acker Parz
379,24;
Er
2694;
her, entsetzet / von dem rosse den wunden nider [hebt ihn
herunter] . / ich tuon in snelle gesunden wider Heidin
III
1710.
– übertr.:
und wirde ich dâ [im Kampf]
geletzet, / mit wârheit ist entsetzet / al mîn werltlîcher prîs
Parz
350,6
1.3
refl. ‘sich erheben’
zu essen wan du yn [den
Körper] haist gesatzt, / spade und ungerne er sich hait
entsatzt Pilgerf
6371
1.4
in der rechtsspr. Formel (be)setzen unde
~ zur Bezeichnung der Verfügungsgewalt ‘einsetzen und absetzen (von
Verwaltern, Amtspersonen), erlassen und aufheben (von Verfügungen)’
daz die vorgenanten kilchen Martha [...] vnd
Verena [...] haben vnd niezen, besetzen vnd enzezen
sunt UrkFürstenb
2,150
(a. 1341);
StatDtOrd
49,18;
du herschaft mag [...] setzen und entsetzen den
schultheitzen und den rat UrbHabsb
1:487,5;
UrkWittelsb
2,209
(a. 1312);
vnd sv́ln die selben [...] gewalt han
[...], ze sezzende vnd ze entsezzende an allen
dingen, die dv̂ stat ze Friburg angânt UrkCorp (WMU)
1797AB,42.
– hierzu wohl auch:
sie [die Geistlichen] suln
[...] binden und entpinden, / setzen unde
entsetzen, / laden unde ouch hetzen / daz volk in gotes dienist
HeslApk
6705;
weitere Belege s. DRW
3,6f. und WMU
1,473
2
‘etw. veräußern, weggeben’
daz si ez [das Vogtrecht] iemerme
[...] mvgen vnd svln besizzen, enderen vnd entsezzen
nach irme willen UrkCorp (WMU)
266,34
3
‘jmdn./sich berauben, frei machen von etw.’ (meist mit Gen.d.S.):
si vorhten daz sîn tôt / si sêre solde letzen / und vil gar entsetzen / êren
unde guotes AHeinr
362;
ich wil an prise in letzen, / oder prises mich entsetzen
Rennew
14364.
8024;
PrOberalt
65,25;
Lanc
137,33.
– mit abh. Satz:
si wurden gar entsetzet, / swaz si vreuden solden hân, / den ez kunt wart
getân KlageB
2616.
– mit präp. Erg.:
vurkeret sich sin spil, so daz er wirt untsetzet / von eren unde von
wirdicheit, sin wisheit wirt geletzet Meissner
1:6,9
4
‘jmdn./ etw. aus der Fassung bringen’
so er den lip gar beginnet entsezzen [...] / und in
verhungern und friesen lat Trost
9;
[der Teufel bietet dem fastenden Jesus Brot an,] als wolde
her Crist entsetzen, / daz her sich dar an vorgeze, / swen her iz girlichen eze
HeslApk
5976;
Cranc
Kl. Jer 1,9;
Tauler
209,5.
330,18.
– mit Refl.-Pron. ‘sich beeinflussen lassen’ oder ‘Scheu, Ehrfurcht
empfinden’?:
sôgetân [ehrvergessene] herren,
[...] / die billich als ein bilde sêzen, / vor den
sich junge und alte entsêzen / und bilde bî iren bilden nêmen, / wie si ze guot
und ze êren kêmen Renner
16630
5
‘jmdn.(sich)/etw. aus Bedrängnis befreien’
sine burch er gerne wolde / mit grozer craft intsezzen
GrRud
Fb 4;
Troiære sûmten des niht mê, / si ensasten sich wîslîche KvWTroj
42767.
– wohl hierher:
he reit uff tage unde entsazte rittere unde knechte unde richte der lande
not uz als ein wise getruwe vormunde Köditz
30,16
6
‘etw. setzen, bestimmen’
daz virde [die vierte Tugend] ist: daz sich der
mensche turre gote zu mâle lâzen und nicht intsetzen in sîner lâzunge weder diz noch
daz HvFritzlHl
238,19
MWB 1 1705,61; Bearbeiter: Richter
entsetzunge
stF.
1 Zustand des Außer-sich-geratens 2
‘Absetzung, Amtsenthebung’
1
Zustand des Außer-sich-geratens:
untugende di der sêle ungesunt sint, alse grellichkeit des gemutes und
unstêtikeit des willen und zorn ader entsetzunge des herzin ader der siten
HvFritzlHl
59,12.
– (physische) ‘Verrückung, Versetzung’
daz di unordenunge und di untsetzunge der gelide an deme geseligiten libe
Christi nicht mochte geschehin Parad
60,22.
– myst. ‘Entäußerung alles Eigenen’ (als Voraussetzung der Einheit mit
Gott):
das erste ist in eime lutern entsetzen und entwerdende
aller eigenheit unde sinsheit. der ander grat daz ist das indewendige getrenge
das geborn wurt von der entsetzunge Tauler
314,4;
daz vor gesprochen ist, daz ist nit ze verstenne nach
einer insetzunge sin selbs in got, als es gemeinlich hillet, es ist ze nemenne
nach entsetzunge sin selbs, wan der mensch wirt so gar vereinet, daz got sin
grunt ist Seuse
350,19
2
‘Absetzung, Amtsenthebung’
salvo [...] iure obventionum, quod ius apud eos
vulgariter dicitur settinge inde intsettinge UrbPantKöln
173,9
(a. 1254)
MWB 1 1707,11; Bearbeiter: Richter
entsieden
stV.
‘(anfangen zu) kochen’
vuwer man darunder truc / und tet im also herte not, / unz die pfanne wol
entsot Pass III
641,98.
–
‘erhitzen, zum Kochen bringen’
he untsût abir ein groppelîn [Kochtopf] / und kocht
einem anderen wol / swaz he des morgens ezzin sol Demantin
7284
MWB 1 1707,33; Bearbeiter: Runow
1entsigelen
swV.
‘davonsegeln’
di roubir [...] slon das schif us, in der wys mak yn
keyn schif entsigiln MarcoPolo
67,7
MWB 1 1707,39; Bearbeiter: Runow
2entsigelen
swV.
‘entsiegeln, öffnen’
er [Johannes] sach ein buoch da
gescriben, / bisigilit waiz mit insigelen siben, / daz niemen torste insigilen /
[...], / e daz gotes lamb
irslagen wart, / daz irstente ein lewe wart SiebenZ
7;
der sin swert bloß foret, / es ist auch der der entsiegelt
hait / die slussel und entbloßet hait [vgl. dazu 1177ff.]
Pilgerf
1326.
1267
MWB 1 1707,42; Bearbeiter: Runow
entsîgen
stV.
‘schwinden, abnehmen, versiegen’
im was sein kraft entsigen HvNstAp
6979;
ich mag nit essen, noch schlauffen, / gesitzen, noch geligen, / mein crafft
ist mir entsigen / zu tal hinuff die füsz! MinneR 213
38;
an der rede si gesweic, / wand ir des mundes stimme entseic Pass III
628,36;
er stunt und sweic, / want im alle antwurde entseic
Vät
38652;
Brun
2418.
–
‘niedersinken’
sîn houbit lîz er nîgin / und daz antlitze intsîgin / als ein betrûwit rûwic
man NvJer
8497
MWB 1 1707,49; Bearbeiter: Runow
entsîn
V.
‘etw. entbehren, ohne etwas sein’ (mit Gen.):
daz er der lieben muoter sin / dikeine wile mochte entsin Pass I/II
96,75;
so vlie ich [Augustinus] nicht isa herabe / von
sines smackes [Geruch] suzekeit, / swie ich doch stete si
bereit / daz ich des ruches muge entsin Pass III
432,25
MWB 1 1707,59; Bearbeiter: Runow
entsinken
stV.
1 myst. ‘(jmdm.) entgleiten, entschwinden’
1.1
‘etw. loslassen, sich von etw. befreien’ , mit Dat. 1.2 subst. ‘das Versinken’
2
‘versagen’
1
myst. ‘(jmdm.) entgleiten, entschwinden’
sú [die Menschen, die ganz zu sich selbst
gefunden haben] sinckent und entsinckent in den grunt, rehte also
ein wasser daz uf eime ertrich gestunde und insincket in daz ertrich
Tauler
55,15.
204,6;
von dem inblike entsinket der geist im selben und aller siner
selbsheit Seuse
189,19;
o herre, ich kan dir in der tieffi der ungemischeten
diemuͤtekeit nit entsinken Mechth
4: 12,106
1.1
‘etw. loslassen, sich von etw. befreien’, mit Dat.:
dv solt alzemal entzinken diner dinisheit vnd solt zer fliesen in sine
sinesheit vnd sol din din vnd sin sin ein min werden Eckh
3:443,5;
ein mensch [...] sol im selb
[...] entsinken, und ellú ding von got nút von der
creatur nemen, und sich in ein stille gedultkeit sezzen Seuse
23,10.
336,18
u.ö.;
aber die minnekliche menschen die sleht sint und gelossen
sint, der ding gat recht selber zuͦ, und do wurden also minnekliche menschen us
geborn, und entsunken und enpfielen allem dem do sich die nature an enthalten
mochte Tauler
145,18
u.ö.
– mit Gen.:
si [die Seele] sinket und entsinket; si
entsinket ir selbes ihtes Eckh (Pf)
523,18
1.2
subst. ‘das Versinken’
hie lit es alles an, an einem grundelosem entsinkende in
ein grundelos nút Tauler
256,31;
in einem entsinkende [...] sins
selbs ebd.
155,29;
ein entsincken in ime selber ebd.
422,35
2
‘versagen’
er wart so sere gewunt, / daz er in dem blute stunt / als in
einen brunnen. / im was der craft zv runnen. / [...] / so
daz im daz herze entsanc Herb
13657
MWB 1 1708,1; Bearbeiter: Runow
entsinkunge
stF.
myst. ‘das Entgleiten’ (der Seele):
sie [die Seele] sinket êwiclîche und enkan doch den
grunt niemer begrîfen. disiu entsinkunge offenbâret ir zwei dinc. si entsinket ir
selber, dâ ist sie got mê dan crêatûre Eckh (Pf)
632,10
MWB 1 1708,32; Bearbeiter: Runow
entsinnen
stV.
1 tr. ‘jmdm. den Verstand rauben’ (nur als Part. Prät.) 2
‘von Sinnen kommen, den Verstand verlieren’
2.1 intr. 2.2 refl. 3 refl. ‘sich auf etw. besinnen’
3.1 mit Gen.-Obj. 3.2 mit präp. Erg. 3.3
sich baʒ
‘sich eines Besseren besinnen’
1
tr. ‘jmdm. den Verstand rauben’ (nur als Part. Prät.):
erst entsinnet: / do er si erst an sach, / ich
[Frau Minne] schuͦf daz in ir minne stach
WhvÖst
15628.
–
entsinnet wërden
‘besinnungslos werden, den Verstand verlieren’
der jamer ir wart brechen / den muͦt daz si entsinnet
wart WhvÖst
10645;
Wildhelm entsinnet / was worden und also cranc / daz er
vor unmaht nider sanc ebd.
12244.
15326
2
‘von Sinnen kommen, den Verstand verlieren’
2.1
intr.:
ir juncvraun aine mit witzen / lief nach der kuͤnginne: /
‘min vræwelin wil entsinne!’ / schrai si mit manigem zæher haiz
WhvÖst
10652;
um uwen wille moes ich ontsynnen MinneR 336
490
2.2
refl.:
ich weiz vil wol daz Rennewart / Alysen also sere minnet,
/ ob sich sin sin entsinnet, / bi namen so muͦs diu kristenheit / doln
herzebæriu leit Rennew
3414;
mir enwerde Alysen minne, / so entsinnent sich mine sinne
ebd.
3602.
3
refl. ‘sich auf etw. besinnen’
3.1
mit Gen.-Obj.:
den getruwen reinen man, / der sich rechtes wol entsan Elis
6446;
der sache ich mich entsinne, / daz ich bescheidenliche var / wa ich sunden
ruͦch bewar ebd.
2140;
zuhant sie sich der dinge entsan Erlös
3240.
3113
3.2
mit präp. Erg.:
di frouwe sich iedoch entsan / umme ir furbrachtes leben Elis
6846
3.3
sich baʒ
~
‘sich eines Besseren besinnen’
nit baz entsan der junge sich Elis
4932;
zu hant der godeliche man / iebaz der dinge sich entsan ebd.
8072
MWB 1 1708,37; Bearbeiter: Runow
entsiten
swV.
‘etw. des ihm eigenen Anstandes berauben’
als wise so du, vater, bist, / daz du so ungefuͤge bitest, /
dine zuht du gar entsitest, / du wær iedoch vil guͦter site Rennew
4204;
der sine huͤbesheit ensitet ebd.
12336
MWB 1 1709,1; Bearbeiter: Runow
entsitzen
stV.
1
‘sich entsetzen vor etw., jmdn./etw. fürchten, befürchten’
1.1 mit Akk. 1.2 mit Obj.-Satz 1.3 mit Gen. 1.4 mit Dat.d.S. 1.5 refl. ‘sich erschrecken, sich fürchten (vor etw.), sich entsetzen (über
etw.)’
1.5.1 mit refl. Akk. 1.5.2 mit refl. Dat. 1.6 intr. ‘zurückschrecken, erschrecken’
2
‘trotzen, standhalten, widerstehen’
3
‘jmdm. etw. wegnehmen, rauben’
4
entsëʒʒen sîn
‘entfernt, entlegen wohnen’
5 die gewohnte/ ordnungsgemäße Lage verlassen
1
‘sich entsetzen vor etw., jmdn./etw. fürchten, befürchten’
1.1
mit Akk.:
lât bœse rede und tuot diu werc: / ode ich entsitze ein
getwerc / harter dan iuwern grôzen lîp Iw
5010;
kein vîent ich entsitze KLD:Kzl
2: 3,17;
Silvester der gute man / entsaz die vorchte
[Bedrohung] kleine Pass III
63,65;
SpitEich
39,27;
StrKD
86,109.
– und mit präp. Erg.:
mînes vater grôzen haz / ich vil sêre an dir entsaz;
/ ich vorhte, er tæte dir ein leit RvEBarl
11092;
ob ich ze sêre entsæze / an iu diz wunderlîche dinc
KvWSchwanr
936.
– in unklarem Zusammenhang:
von dem Turn her Heinrich
[...] niht entsaz / gegen got die
vorhte [er scheute sich nicht vor einem Verstoß gegen das,
was die Gottesfurcht von ihm verlangte?] , / daz er alsô
entworhte, / den der bâbst mit sîner hant / wîhte unde her sant
Ottok
8231
1.2
mit Obj.-Satz:
Olybrius do sere entsaz, / daz noch me lute vurbaz / an den gelouben
quemen Pass III
332,29;
darvmme entsitze ich grobelich / daz er [
min herre
] zornich werde vf mich Pass I/II
49,33
1.3
mit Gen.:
der rede nu di frouwe entsaz. / vor leide ir ougen wurden naz Elis
4815;
mîn lieber friunt [sagt der Fuchs zum Hahn] , du
darft mîn niht entsitzen Kolm (B)
16,25
(¹Frau/2/515.2)
1.4
mit Dat.d.S.:
volget den Loadizen [Gemeinde in
Laodizea] / die mime [Gottes] gebot
entsitzen HeslApk
7280
1.5
refl. ‘sich erschrecken, sich fürchten (vor etw.), sich entsetzen (über
etw.)’
1.5.1
mit refl. Akk.:
do die burger sohent, daz süs unweger do hettent [dass
sie im Nachteil waren]
[...], do erschrockent sü und entsoßent sich und
zogetent widerumbe heim ClosChr
78,12;
sie gebâren der gelîch, / sam sie unser niht
entsitzen sich Kreuzf
5120.
5136
1.5.2
mit refl. Dat.:
di heiden intsazcen in daz / daz in der keiser so nahe
was Rol
389.
7461;
der jude im die rede entsaz, / daz sich der
bâbes [Silvester] ûf die wîssagen vermaz
Kchr
8960;
RvEBarl
1430;
Pass III
57,1
1.6
intr. ‘zurückschrecken, erschrecken’
si [...] lageten im [dem Bischof
Felix] mit aller kraft, / daz der gute man entsaz / und weich
ein teil vurbaz / zu einer guten witwen hus, / die in behielt in ir clus / unde
da wol drie mande in barc Pass III
96,79
2
‘trotzen, standhalten, widerstehen’
daz vur dem borggrêben intsat / der junge dâ von Angorant, dâ von wart ime
zarn [
zorn
] bekant Crane
4345.
– mit Akk.:
sô heize steine houwen, / einen hôhen turn bouwen, /
[...] / daz wir dar ûf entsizzen / der Romære zorn
CrescC
152;
ich were und hiez ein man, / want ich deste baz entsaz /
kein mir der valschen werlde haz Vät
36165.
– mit Dat.:
mit sime sper quam
er [Menestheus] gerant /
[...]
[Miceres] entsaz dem schafte Herb
5169.
16950
3
‘jmdm. etw. wegnehmen, rauben’
ich lâz ez hiute werden schîn, / oder mir muoz der tôt mîn leben entsitzen
Loheng
4830
4
entsëʒʒen sîn
‘entfernt, entlegen wohnen’
swie sie in entsezzin werin, / ungerne sie verberin / sie
woldin sin gehorsam gote RvEWchr
17170
5
die gewohnte/ ordnungsgemäße Lage verlassen:
der furste von Lalander von erst begund entsitzen [aus dem Sattel
fallen] , / do Ekunat so glander die strangen fuͦrte von so richen
witzen JTit
5894,1;
die huf [Hüfte] im dâr ein teil entsaz
[renkte sich aus] , / er muoste hinken immer mêr
EbvErf
2856;
[ob das Meer] von des vures hitze / siner tufe glich
entsitze [sich so hoch erhebt, wie es tief ist]
HeslApk
20488
MWB 1 1709,6; Bearbeiter: Richter
entslâfen
stV.
1
‘einschlafen’
2
‘entschlafen, friedlich/ sanft sterben’ ; in verdeutlichenden Wendungen 3 übertr. ‘müde werden, untätig sein, ruhen’
4
‘schlafen’
5
‘ausschlafen’ (zu ent-1
, Mhd. Gr. Wortb. § V 27) 6 sprichw. ‘den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf’ (vgl. Ps 126,2 und TPMA 10,102)
1
‘einschlafen’
als er intslief got in ane rief Gen
1671;
er ging off syn bett und was gar schier entschlaffen
Lanc
277,18;
daz was Johannes evangelista, / der uber die gotes bruste /
vile suze linete unz er inslif [vgl. Io 13,23; zum ikonogr. Motiv der
‘Johannesminne’ s. LCI 7,126]
HimmlJer
37;
JPhys
5,10;
EnikWchr
7812
2
‘entschlafen, friedlich/ sanft sterben’; in verdeutlichenden
Wendungen:
–
~
ane/ in dem tôde:
so daz ich an der sunde brode / nimmer entslafe an dem
tode Brun
2517;
Litan
756;
daz ih ieht entslafe in dem tode PsM
12,4;
HeslApk
9515.
–
~
in got:
alsô ob er entsliefe in got, / sô gar senfter was sîn tôt
Kreuzf
8113;
in gode er selecliche entslief Elis
4692.
– in weiteren Formulierungen:
unser vrouwe zuo ir bette gie, / den geist si von dem lîbe
lie / sunder alle swernde swære / als si samfte entslâfen wære
KvHeimHinv
544;
wie ist so menig mensch, daz ein kint waz des ewigen
toͮdes und entschlafen waz den tieffen schlaf Seuse
251,9;
Himmelr
7,9;
Spec
128,10;
Mechth
4: 23,7.
– für gewaltsam auf dem Schlachtfeld Gestorbene:
do schriren die hie ‘wafen!’ / vast ouf dem wal. / so waren die
entslaffen, / die ahten chleine ouf den schal Rab
745,3
3
übertr. ‘müde werden, untätig sein, ruhen’
Reinhart vmbe die hvnde lief, / der rabe ovch die wile niht
enslief, / er wiset die hvnde vf sinen zagel ReinFu
K,302;
ir güete und ir bescheidenheit / ist leider gar gen mir
entslâffen SM:JvW
3: 3,8;
die sache ein weil entschlief StiftStBernh
132;
PrStPaul
10,18;
MF:UvG
Lied:2,8
4
‘schlafen’
also entschlieffen sie beide ein lang wil lieblich gehalset
und ir mund an einander Lanc
429,25;
die naht entslief sie nie, / harte erkâmen si alle des
Eracl
3128
5
‘ausschlafen’ (zu ent-1
, Mhd. Gr. Wortb. § V 27):
der ritter was entschlaffen und warff die augen uff
Lanc
203,3;
entslâfen unde enbizzen was, / unt
[...] / mit kleidern wol bereitet / was des hôhsten
wirtes lîp Parz
45,20
6
sprichw. ‘den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf’ (vgl. Ps 126,2 und TPMA
10,102):
so sine lieben entslafent, so git er in ir erbe
Lucid
124,7
MWB 1 1710,11; Bearbeiter: Richter
entslæfen
swV.
‘jmdn. einschläfern, schläfrig machen’
du entsluzis vnde uersperris, / du enslefes vnde weckes, / du
enthullis vnde deckes Litan
151;
der túfel hat uch wol entschleffet! Lanc
362,11
MWB 1 1710,54; Bearbeiter: Richter
entslahen
stV.
1
‘etw. (Fesseln u.a.) lösen, abnehmen’
1.1 mit Dat.d.P. 1.2 mit präp. Erg. ‘etw. ablegen, sich befreien von etw.’
2
‘(jmdm.) enteilen, sich losreißen’
3
‘sich von etw. freimachen, lossprechen, entlasten’ (mit Refl.-Pron.) 3.1 meist mit Gen.d.S. 3.2 mit Präp.-Obj. 3.3 ohne Obj. 4
‘im Streit liegen, nicht übereinstimmen, sich uneinig sein, zerstreiten’
4.1 mit präp. Erg. 4.2 mit Refl.-Pron. 5
‘etw. (ein Lied, einen Ton) anschlagen, anstimmen’
6
‘jmdn. erschlagen’ (mit Gen.d.P.) 7 unklar, wohl mit Hs. S ensluc ( = Simplex mit Negationspartikel) zu lesen
1
‘etw. (Fesseln u.a.) lösen, abnehmen’
1.1
mit Dat.d.P.:
der kunec da mildeclichen tut / [...] / den
gevangen er die bant entslet, / vil guter werc er da beget Secret
725;
do er im ouch daz seil entsluc, / do vloch er vaste hin isa Pass
III
459,24.
–
hat er [der Verleumder] im
sein er entslagen [ihn um seine Ehre gebracht] , /
dw muez er im hin wider tragen / vor der chirchen, daz ist recht, / daz ez
horent ritter und chnecht Teichn
78,51.
– in der Wendung jmdm. den ban
~
‘jmdn. vom Bann befreien’
dir entslahe mîn trehtîn den pan Kchr
12620;
des kam er mit ime überein, daz erm den ban entschluͦg ClosChr
37,20;
FabelCorp
37,244;
Pass I/II
132,83
1.2
mit präp. Erg. ‘etw. ablegen, sich befreien von etw.’
Stephan an sime tage ensluc / mit harte grozer bitterkeit / von im daz
vleischine kleit, / des er durch Cristum sich tet abe Pass III
46,56;
wiltu noch / von dir entslan [...] daz ioch, /
daz du mit leide uf dir hast ebd.
385,30
2
‘(jmdm.) enteilen, sich losreißen’
dirre jumpfrauwen [Parzivals Freundin, vgl. Felder, Krone
z.St.] hat gefrumt, / das ir Parcifal entslug, / wann sie vil kume
das vertrug, / das er sie so lang wert Krone
23881;
daz er ot uf die werlt gaft / und nicht entslet mit aller kraft / so hin zu
gotes ritterschaft, / an den ewigen gewin Pass III
223,23
3
‘sich von etw. freimachen, lossprechen, entlasten’ (mit Refl.-Pron.)
3.1
meist mit Gen.d.S.:
wirt aber er geschuldiget umbe fridebraeche
[...], des sol er sich entslahen mit sinen zwain
vingern mit dem eide StRAugsb
122,6.
92,18;
dô man in [Jesus] harte vil
gesluoc / und Pylâtus die hende twuoc, / – dâ enzôch [La.
entsluͦg
] er sînes tôdes sich KvHeimHinv
765;
und entslehet er sich der schulde niht
SpdtL
185,1;
UrkHohenz
2,245
(a. 1297);
Mügeln
375,17.
–
‘sich einer Sache enthalten, auf etw. verzichten’
entslagent ir uch der verretery nit als ir durch
recht solt Lanc
498,24
3.2
mit Präp.-Obj.:
wer sich dez wil machen frey / und sich von dem neid
entslahen, / der ge nur in einer plahen [grobes
Leinen] / under ein stieg und leg sich nider, / so beneit in
niemen sider Teichn
438,21
3.3
ohne Obj.:
kumt aber ir einer fur unde wil sich entslahen als man in
schuldiget StRAugsb
94,19
4
‘im Streit liegen, nicht übereinstimmen, sich uneinig sein, zerstreiten’
wie mac sich gefüegen daz / du und der ritter alsô sint / entslagen, mîn vil
liebez kint? Reinfr
6070;
UrkCorp (WMU)
2247AB,11
4.1
mit präp. Erg.:
– mit ane:
were aber dc si vnsliegent an der vrteil, so ist vnser herre der
vrwelte von Basile obeman UrkCorp
N49,21;
vgl. (mit Ersparung d. Erg.):
wêr aber dc si ensluͤgent, so ist vnser herre her Heinrich der vrwelte
von Strazburg obeman ebd.
N47,1.
– mit umbe:
entsleht aber man vmb die sache [...], div
vrtail [...] sol man auch schreiben, ê daz man von
den teidingen schaide UrkCorp (WMU)
2247AB,43;
zuo eime tage komen / die künge beidesament sint / und sint entslagen
umb diu kint Reinfr
24168.
– mit Pron.-Adv. dâ(r)/ da(r) über:
so sol man div vrtail, dar vber entslagen ist,
[...] schreiben vnd im [dem
Obmann] geschriben senden UrkCorp (WMU)
2247AB,41
4.2
mit Refl.-Pron.:
wer auch, daz wir vnd er, oder sein erben, vns daruͤmbe entslugen
UrkHohenz
3,46
(a. 1338)
5
‘etw. (ein Lied, einen Ton) anschlagen, anstimmen’
jâ bin ich in dem munde leider ninder sô gevüege: / bezzer wære, daz ich
niuwes nimmer niht [La. niemer núwes liet
] entslüege Neidh
WL 17:2,11;
dô Alberîch diz lît inslûc, / dô heter ein Salemones pûch
VAlex
19
6
‘jmdn. erschlagen’ (mit Gen.d.P.):
ey edel ritter, entschlahent sin nicht! er ist der beste
ritter von der welt Lanc
82,23.
–
‘etw. bezwingen’ (mit Akk.d.S.):
in der hant [soll der
Meister] die gerten unde den stab tragen nâch des prophêten worten,
die wachenden gerten, dâmit er [...] den tôtlichen slâf
der trêgen [...] enslâhe genendeclîche
StatDtOrd
54,18
7
unklar, wohl mit Hs. S ensluc ( = Simplex mit Negationspartikel) zu
lesen:
si [die Eltern des hl. Nikolaus] waren rich von
gute, / daz doch ir herze nicht vertruc [verführte] , /
noch mit hochvart entsluc Pass III
6,12
MWB 1 1710,58; Bearbeiter: Richter
entsleuden
swV.
vermutlich zu →
sliude
swF. ‘Hülle, Schwertscheide’.
‘aus der Scheide ziehen’, hier refl. mit Dat.d.P. in übertr. Bed. ‘jmdm.
zustoßen, widerfahren’
doch ist mir daz kunt: / swer sich zaller stunt / des andern
leides freut, / daz dem sich entsleut / leit unde ungemach Ottok
95319
MWB 1 1712,13; Bearbeiter: Richter
entslîchen
stV.
‘heimlich entweichen, davon schleichen’
die herren man sach / balde heim strîchen. / si liezen in
niht entslîchen, / swaz zêren geziuht Ottok
15070;
dar abe si gar lise entsleich Elis
1526;
Baldem
497
MWB 1 1712,20; Bearbeiter: Richter |