e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen ephimera F. ephot Subst. ephöu stN. epiphanie F. epistelære stM. epistele swF. epistîtes Subst. epistrates Subst. epitafum stN. epizikel stM. eppe ëppen swV. eppurlis M. eptissin, ebbetissinne stF. ër Pron. ër stswM. êr Adv., Adj., Konj., Präp. êr stN. eraffen swV. erahten swV. eralde swM. eralten swV. eraltenen swV. erarbeiten swV. erargen swV. erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ephimera
F.
eine (kurze) fiebrige Erkrankung:
effimera daz ist ein swer. vnde
[...] geschit etwenne uon der sunnen hitze. so wirt daz
houbit heizer denne ander teil des libes. vnde tut uil we SalArz
66,53;
swenne di effimera ist uon der sunnen hitze ebd.
67,16.
67,27
MWB 1 1773,27; Bearbeiter: Runow
ephot
Subst.
(hebr., vgl. Glr.z.St.) ‘Gewand des Hohepriesters’
Jeronimus heizzet die alben [weißes liturgisches
Gewand] ephot Lucid
87,7
MWB 1 1773,33; Bearbeiter: Runow
ephöu
stN.
auch ebehou; zu ahd. ebah, mit pseudoetymol. Anlehnung an
ahd. howi
‘Heu’ (vgl. 2DWB 7,90 (s.a. AWB 3,1).
‘Efeu’
edera quod arboribus reptando hereat: ephoͮ SummHeinr
1:191,269
u.ö.;
ad capitis dolorem. nim wormatun. rutam. ebehoͮe. daz an der
erde wahsset Ipocr
7.
15.
52;
mule daz ephoͮwe cum uino InnsbArz
5
MWB 1 1773,36; Bearbeiter: Runow
epiphanie
F.
‘Epiphanias, Tauffest Christi; Dreikönigstag’
dis beschach [...] an dem fritage nach der epiphanie
UrkCorp (WMU)
503,4;
dur daz began wir des in epiphania niht. der toͮf, den wir ze
osteren begant, der ist vnsers herren Ihesu Cristi Lucid
115,13;
[Überschrift:] in epyphania. an dem zwolften tage
Tauler
16,20
MWB 1 1773,43; Bearbeiter: Runow
epistelære
stM.
Bez. für den Kleriker, der in der Liturgie die erste Lesung (aus den
Apostelbriefen) abhält:
[Bildüberschrift:] accolite episteler vnd ewangilier
Pilgerf
814 (App.)
MWB 1 1773,50; Bearbeiter: Runow
epistele
swF.
1
‘Brief’
2 bezogen auf die apostolischen Briefe der Bibel
1
‘Brief’
da von so sprichet St. Augustinus in einer epistelen ‘zuo
Volysianum.’ ThvASu
38,15.
52,25;
[Kapitelüberschrift:] von der episteln Aristotilis, die
gesantt ward ze der pet [auf Ersuchen] des grossen
chüniges Alexannders von Macedony HvHürnh
Reg. 3.
1,11
2
bezogen auf die apostolischen Briefe der Bibel:
also leret uns sant Paulus in der selben epistel wie wir uns beklaident mit
tugenden PrGeorg
241,5;
alliz daz geschribin stat [...] in einir epistiln zcu
den Romer PfzdHech
161,3;
sancte Peters epistole Tauler
91,2;
Seuse
347,27;
Eckh
1:161,3
u.ö.;
mit lat. Flexionsendung:
er hiez machen alle stunt / die wîsen prophêten kunt, / diu
vünf buoch von Moysê, / die alten und die niuwen ê, / die boten, die epistolas, /
den salter RvEBarl
13585.
– in der Liturgie ‘erste Lesung’ (aus den Apostelbriefen, vgl. LexMA
3,2069f.):
an den sunnetagen sal man in die epistelen unde daz
ewangelium lesen StatDtOrd
32,29;
Sente Stephan und Sente Laurentius lasen das ewangelium und di epistelen
HlReg
67,6
MWB 1 1773,54; Bearbeiter: Runow
epistîtes
Subst.
ein Edelstein:
karfunkl unt silenîtes, / [...]
cerâuns unt epistîtes Parz
791,6;
epistutes ist ain scheinent stain rôtvar. der den pei dem
herzen tregt, den macht er sicher und senftigt urleug oder krieg BdN
446,8
MWB 1 1774,11; Bearbeiter: Runow
epistrates
Subst.
ein Edelstein:
crisopassus und cristall, [...]
epistrates, galactide HvNstAp
18156
MWB 1 1774,16; Bearbeiter: Runow
epitafum
stN.
auch epitafium.
‘Grabschrift’
dar an [am Grabstein] stunt
[...] / sîn [Pallas]
epitaphium gescriben / und wie her tôt was gebliben / und wie her hiez und wer her
was En
8333;
ich vant drî und zweinzec bâre, / alsô manegen tôten künec dâ
ligen / gekrœnt. ir namen sint unverswigen: / ze ende ieslîcher bâre drum / hât ir
eppitafîum / an breiten tavelen Wh
464,20;
dar zu, du werde frawe, kum / und schrib daz epitaphum: /
‘hie ligt tot durch mynne / und von getruwem synne / mines diners freude selig’!
Minneb
2638;
Parz
107,30;
Wig
8256;
UvEtzAlex
4936.
– allg. ‘Inschrift’
die aber zem grâle sint benant, / hœrt wie die werdent
bekant. / zende an des steines drum / von karacten ein epitafum / sagt sînen namen
und sînen art Parz
470,24.
781,15
MWB 1 1774,18; Bearbeiter: Runow
epizikel
stM.
‘Epizykel’ (kleinere Kreisbahn, auf der sich die Planeten innerhalb ihres
Umlaufs um die Erde scheinbar bewegen; zur Erklärung der Unregelmäßigkeit der
Planetenbewegung innerhalb des geozentrischen Weltbildes; vgl. LexMa
6,2202):
ez hat auch ein igleich planet an dy sunne einen chraizz, der haist
‘epiciclus’. und ‘epiciclus’ ist ein chlainer zirchel, durich dez selben umbchraizz
wirt des mones leichnam gefueret, und dez epycikels center alle zeit wirt gefuret in
dem umbchraizz deferenter Sphera
93,33
MWB 1 1774,34; Bearbeiter: Runow
eppe
→
ephich
MWB 1 1774,45;
ëppen
swV.
‘wegströmen, absinken’ (vom Meer in Bezug auf die Gezeiten):
daz lant [Galiläa] vmme vehit ein sêe den heizit
daz heilige ewangelium ein mere. wan er breit vnd lanch ist.
[...] vnd vndit vnd eppit [hat Flut und
Ebbe] sere als daz mer tuͦt PrLpz (L)
68,18
MWB 1 1774,46; Bearbeiter: Runow
eppurlis
M.
→
aberëlle
MWB 1 1774,52;
eptissin, ebbetissinne
stF.
auch abtisse, abtissin, ep-/ebetischin; selten
eppetisse.
‘Äbtissin, Vorsteherin einer klösterlichen oder klosterähnlichen Gemeinschaft’
so man den [Nonnen] git ain
maisterin, / ain priolin, ain abtissen SHort
4924;
ain aptie, der pflac / schon und gewaltecliche / ain
fúrstinne riche, / der stift, der richen oͮwe / æpitischen RvEWh
11800;
ein ebtißinne und zwo nuͦnnen Lanc
14,34;
wir Elizabeth von Wezinkon ebetischin des gotteshuses der heiligen martirer
Felicis vnd Regule ze Zúrich in Konstenzer bischtome UrkCorp (WMU)
1068,7
u.ö.;
der eppetissen bruͦder / unde der furstinne muͦder Elis
5389;
ReinFu
K,2130;
PrBerthKl
3,124;
SpdtL
83,17.
– bildl.:
hie nach sach ich ein geistlich closter, das was mit tugenden
gebuwen. die eptischin ist die ware minne Mechth
7: 36,10
MWB 1 1774,53; Bearbeiter: Runow
ër
Pron.
‘er’ Das Pers.-Pron. weist ein heteroklitisches Deklinationsparadigma auf; im
Folgenden werden nur der Sg. Mask. ër und die zugehörigen Formen behandelt,
vgl. →
sie
und →
1ëʒ
. Die vom Refl.-Pron. übernommene Form sîn im Gen. ist nicht immer vom
Poss.-Pron. zu scheiden, zur Formüberschneidung vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 41-43.
1 Formales 1.1 der einzelne Kasus (zur sprachlandschaftlichen Verteilung der Varianten vgl.
WMU 1,482f. und 2
5 Mhd. Gr. § M 41 mit Anm. und Lit.) 1.1.1 Nom. 1.1.2 Gen. 1.1.3 Dat. 1.1.4 Akk. 1.2 Abschwächung unter satzphonetischen Bedingungen 1.2.1 Enklise 1.2.2 Krasis 2 Besonderheiten der Verwendung 2.1 innerhalb komplexer Sätze kann das Pron. seinen Bezug auf verschiedene
Personen (mehrfach) wechseln (vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 111) 2.2 ein folgendes Subst. vorwegnehmend 2.3 ein vorausgehendes, freistehendes Subst. im Nom. (Nominativus pendens, vgl.
2
5 Mhd. Gr. § S 56) aufnehmend 2.4 an die Stelle eines nach der Konj. und zu wiederholenden Rel.-Pron.
tretend (vgl. 2
3 Mhd. Gr. § 496) 2.5 deiktische Bedeutung annehmend (vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 112) 2.5.1 mit präd. Nomen 2.5.2 mit präd. Nomen und Rel.-Satz 2.5.3 mit explizierendem Rel.-Satz, der auf das Pers.-Pron. bezogen ist 2.6 durch Modalsatz mit daʒ expliziert (vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 178) 2.7 neben Antwortpartikel (ohne verbale Aussage, vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 116) 2.8 subst. (stswM.) zur Bezeichnung eines männlichen Exemplars einer Gattung (auch
von Pflanzen) ‘Er, Mann, Männchen’
3 im Dat. das Refl.-Pron. vertretend (vgl. 2
5 Mhd. Gr. § M 42) 4 im Gen. das Poss.-Pron. vertretend oder zum Poss.-Pron. übergehend (vgl.
sîn
Pron.)
1
Formales
1.1
der einzelne Kasus (zur sprachlandschaftlichen Verteilung der Varianten vgl.
WMU 1,482f. und 2
5Mhd. Gr. § M 41 mit Anm. und Lit.)
1.1.1
Nom.:
–
er:
Tr
5649;
Lanc
67,3;
Vateruns
176.
–
ir:
SpJesu
526;
EngelbGeb
58;
UrkCorp
892,45.
–
ier:
PrSchw
1,52.
–
he:
Macer
96,3;
MarldA
321;
Roth
3143;
Mühlh
100,5.
–
her(e):
Herb
12577;
Macer
50,6;
Roth
1704.
–
hei:
UrkNiederrh
3,34
(a. 1306);
UrkCorp
1913,20.
–
hie:
MinneR 484
86;
Tobias
17,4;
UrkKöln
3,475
(a. 1300);
UrkNiederrh
2,236
(a. 1257).
–
er auf langen Vokal reimend:
er [: gêr
]
Rol
870.
8194;
er [: hêr
]
Wig
11239;
er [: mêr
]
Athis
E 15;
er [: mær
]
HvFreibTr
3594.
3984.
–
he auf langen Vokal reimend:
he [: nimme = nie mê] Schampiflor
173;
he [: ieman me] ebd.
194.
– mit graphemischer Längung:
hee UrkMeissen
1,306
(a. 1319)
1.1.2
Gen.:
–
ës (selten klar vom Gen.N. zu trennen):
Iw
2105.
5246.
6004;
UrkCorp
35,21.
–
sîn:
Herb
3912;
Eckh
5: 113,9;
Konr
2 O,207.
–
sien:
Mühlh
122,13.
–
sîner:
EvBerl
10,2;
JenMartyr
6
1.1.3
Dat.:
–
im:
Roth
4710;
Iw
110;
PrBerthKl
5,47.
–
ime:
Roth
2697;
SiebenZ
3;
Tr
2335.
–
imo:
Rol
617.
704;
Gen
848;
LobSal
89;
MemMori
98.
–
imu:
UrkCorp
2433,7.
–
himo:
UrkCorp
9,7.
–
imn:
UrkCorp
345,22.
–
imme:
Roth
4795;
MarldM
39;
SM:EvS
1: 14,3.
–
imi:
Spec
59,5.
73,19.
–
em(e):
SalArz
50,39;
Roth
903;
Athis
Ae 12.
–
ieme:
Herb
4262;
Macer
32,15;
UrkCorp
1616B,16.
–
hieme:
UrkCorp
N536,25.
–
iemj:
UrkCorp
N53,12.
–
iheme:
UrkCorp
N817,35.
– reimend auf langes -æme:
eme [: bequeme] Karlmeinet
295,53;
eme [: vngezeme] ebd.
317,16.
–
om(e):
Köditz
2,5;
EbvErf
2835(La.);
Schampiflor
360.
–
(h)ume:
Roth
1052.
1107;
Mühlh
141,7;
JenMartyr
36.
–
umi:
Mühlh
101,3.
140,19.
–
am(e):
UrkMühlh
307
(a. 1314)
1.1.4
Akk.:
–
in:
VAlex
1375;
KLD:BvH
10: 3,9;
HimmlJer
353.
–
ine:
Roth
1171.
904;
Lanc
93,9.
–
inen:
Gen
577.
2649;
JPhys
13,5;
UvZLanz
4244.
–
ien(e):
Lanc
634,12.
157,28.
–
inn:
SM:Tu
1: 1,4.
–
en(e):
SalArz
23,43.
71,31;
Roth
1150;
UrkCorp
962,11.
–
ein:
UrkErf
1,418
(a. 1316);
UrkCorp
N548,37.
–
ien:
UrkHenneb
1:101,34
(a. 1325).
2:8,14
(a. 1333).
– reimend auf langen Vokal:
in [: sîn] NibA
1191,4.
–
on:
Mühlh
102,9;
Köditz
5,4;
UrkCorp
21A,47.
–
(h)un:
Anno
2,14.
4,2.
41,13;
Mühlh
113,21.
132,10;
UrkCorp
54,22
1.2
Abschwächung unter satzphonetischen Bedingungen
1.2.1
Enklise:
Tristan begunde wenken; / und iedoch wancter niht
alsô Tr
16025;
er hetem den schilt nâch genomn Parz
571,23;
da uon der tuujl muze clagen, / swenner dih den vanen
sehet tragen Litan
799;
dazn kunderm [
kunde er im
] anders niht gesagen Iw
3890;
wandern [
wande er in
] ouch dernider stach ebd.
4690;
swenners gerte Wh
429,13;
ir frô herze missewende, diu ’m niht mag genâhen,
niender hât berüeret KLD:BvH
5: 3,9
1.2.2
Krasis:
est [
er ist
] überladen / mit tummer liute raten / der
[...] / sin törschez singen üben wil Frl
5:118G,8;
dô gedâhten si [...] deir [
daʒ er
] komen waere / umb ander boese maere Vät (K)
544;
ez wart jenen swære, / an den si daz erkanten, dêr [
daʒ er
] in schedelîch in strîte wære Kudr
1122,4
2
Besonderheiten der Verwendung
2.1
innerhalb komplexer Sätze kann das Pron. seinen Bezug auf verschiedene
Personen (mehrfach) wechseln (vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 111):
duo negetorst er [der Teufel] den man
[Adam] an chomen, forht daz er
[A.] in [T.]
negeruochte fernemen, / ob er [T.] im
[A.] ieht geriete daz er
[A.] is niene tâte Gen
319-20;
nû was der lewe sô starke wunt / daz er [Iwein]
michel arbeit / ûf dem wege mit im [dem Löwen] leit.
/ dô er [L.] niht mêre mohte gân, / dô muoser
[I.] von dem orse stân, / und las zesamne mit der
hant / mies und swaz er lindes vant: / daz leiter allez under in
[L.] / in sînen schilt und huop in hin / ûf daz
ors Iw
5564-73;
dô er [Heinrich] si [das
Mädchen] volbrâhte / hin als er gedâhte / dâ er sînen meister
vant, / dô wart ime [dem Arzt] dâ zehant / wærlîchen
gesaget, / er [H.] hete brâht eine maget / die er
[A.] in [H.] gewinnen
hiez. / dar zuo er [H.] in
[A.] si sehen liez AHeinr
1055-64
2.2
ein folgendes Subst. vorwegnehmend:
mit hurte vlouger under sie, / der valke
Parz
282,15.
382,6;
sîn houbet her ûf rihte / der wol gelobete wîgant En
226;
nu was er komen über mêr / der grôze künec von Persiâ StrKarl
8604;
ErnstD
1394;
UvZLanz
2213
2.3
ein vorausgehendes, freistehendes Subst. im Nom. (Nominativus pendens, vgl.
2
5Mhd. Gr. § S 56) aufnehmend:
der tûrlîche wîgant / under sîn here er dô spranc
SAlex
4521;
unser vater Adâm, / die kunst er von gote nam
Parz
518,2;
VMos
79,28;
StrKarl
9316;
Neidh
WL 31:4,8(La.).
– das Pers.-Pron. steht in einem anderen Kasus (vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 114):
Noę der guͦte / got ime offenote / wi sin sun Cham /
wider ime hete getan VMos
14,14.
der hêrre des landes, ir fröude dûht in niht ze guot NibA
593,4;
der junge wirt der lande, / der degen Hartmuot, die rede was im ande
Kudr
992,1
2.4
an die Stelle eines nach der Konj. und zu wiederholenden Rel.-Pron.
tretend (vgl. 2
3Mhd. Gr. § 496):
swem er daz swert undergienc / unt in mit armen zim
gevienc, / den twanger swes er wolde Parz
538,12;
diz bîspel ûf den menschen gât, / der keine witze z’êren hât, / und aber
ze bœser kündekeit / im al die sinne sint bereit Freid
144,8;
den sî ze gesellen kiesent / unde in ze liebe erwelent HartmKlage
1577
2.5
deiktische Bedeutung annehmend (vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 112)
2.5.1
mit präd. Nomen:
er bluome an mannes schœne! Parz
39,22;
er tôre, er dunket mich niht wîse Walth
22,28;
daz kom von im, er hellehunt Georg
5199
2.5.2
mit präd. Nomen und Rel.-Satz:
er gouch, swer für die zwei [
gotes hulde und êre
] ein anderz kiese, / der ist an rehten witzen blint
Walth
22,31;
er sælic man, der iuwer lêre hât! ebd.
46,34.
28,21;
er zage, der hie den rücke vlühtic wende Loheng
120
2.5.3
mit explizierendem Rel.-Satz, der auf das Pers.-Pron. bezogen ist:
er was ir noch vil vremde, dem si wart sider undertân
NibB
46,4;
man giht, er sî sîn selbes bote / [...], /
swer vür des andern schulde bite AHeinr
26
2.6
durch Modalsatz mit daʒ expliziert (vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 178):
si funden in, daz er slief Serv
3106;
man solt in wol erkennen, / daz er den prîs übr manegiu
lant / hete Parz
21,30
2.7
neben Antwortpartikel (ohne verbale Aussage, vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 116):
‘hat er ein wunde, herre?’ sprach sie. ‘ja er, ein vil
groß’, sprach er Lanc
514,27
u.ö.;
Eracl
441;
ein klôsenære, ob erz vertrüege? ich wæne, er nein Walth
62,10;
der künic sprach: ‘ [...] / ouch
ist sô grimme stark der wundernküene man [Siegfried] :
/ ob er sîn innen wurde, sô torste in niemen bestân.’ / ‘nein er’, sprach dô
Hagene NibB
873,1;
Tr
6247.
–
‘ist doch Claudas dot?’ ‘nein er nicht’, sprach
Lyonel, ‘aber ich wil wenen das der suͦne dot sy’ Lanc
84,16
2.8
subst. (stswM.) zur Bezeichnung eines männlichen Exemplars einer Gattung (auch
von Pflanzen) ‘Er, Mann, Männchen’
si sâhen, daz ez [das Neugeborene] was ein er
Mai
190,20;
ist minne ein si oder ein er? Tit (BH)
H 65,1;
er spricht auch, daz kain ai perhaft sei denn der
gevogelten sien [Gen. Pl. des subst. Pron. sie
] air, dâ des ern [Gen. Sg.] sâm zuo
gemischet ist BdN
195,10;
der sien [des weiblichen
Palmbaums] zwên este druckent sich zesamen und umbvâhent des
ers ainen ast ebd.
337,14.
182,33;
RvEWchr
745;
JPhys
6,6;
Exod
2460
3
im Dat. das Refl.-Pron. vertretend (vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 42):
swer daz nû vür ein wunder / ime selbem saget
Iw
6575;
ter leo hebit triu dinc ann imo ÄPhys
1,6;
daz er uz minen cleidern sneit im cleider an Frl
1:14,9
4
im Gen. das Poss.-Pron. vertretend oder zum Poss.-Pron. übergehend (vgl. →
sîn
Pron.):
ein sîn lantman Tr
3935;
daz sin hus VEzzo
306;
der uader sin Roth
3619
MWB 1 1775,6; Bearbeiter: Richter
ër
stswM.
→
ër
Pron. 2.8
MWB 1 1777,43;
êr, ê
Adv., Adj., Konj., Präp.
überw. ê; auch eb hier verbucht, s. 5.
1 Adv. ‘früher, vorher, eher’
1.1 temporal 1.2 mit abgeschwächter temporaler Bed., tendenziell modal ‘eher, lieber’
1.3 in der Wendung wîlen ~
1.4 in disjunktiven Formeln zusammen mit sît, sîder, sint, nâch 1.5 etw. in einem Text vorher Erwähntes wieder aufnehmend 2 adj. als Komparativ flektierend ‘früher, vorig’
3 Konj. ‘bevor, ehe’
3.1 einen Temporalsatz einleitend 3.2 modal (mit abgeschwächter temporaler Bed.), die Möglichkeit oder Gültigkeit
der übergeordneten Aussage einschränkend ‘ehe dass’
3.3 korrelierend mit adv. ê im übergeordneten Satz (vgl.
1.2 ) 3.4 in Verbindung mit einer weiteren Konj. 3.4.1
ê danne (s.a. 1.2 ) 3.4.2
ê daʒ 4 Präp. ‘vor’
4.1 mit Gen. 4.1.1 in der Verbindung ê(r) dës 4.1.2 in der Verbindung ê mâles (
êmâles
) 4.2 mit Dat. 4.3 bei Fem. meist nicht entscheidbar, ob mit Gen. oder Dat. 4.4 vereinzelt mit Akk. 5 als Konj. (vgl. 3.1 ) in der Form eb(e) ; unklar, ob hierher
(vgl. 2 DWB 7,2 : entweder ê mit labialem
Übergangslaut oder aus der frnhd. bezeugten Verbindung ê ob
‘bevor’ entstanden)
1
Adv. ‘früher, vorher, eher’
1.1
temporal:
dizze sageten uns e / di alten prophete
VEzzo
311;
der ê hochvertich was, der ist nu diemutic worden
Konr
21,61;
mir ist vil unsanfter nu dan ê MF:Reinm
29: 1,3;
sô werdent die früht dester êr zeitig BdN
337,19;
Iw
2943.
7170.
–
vor sibenzehen jâren ê Greg
3299;
vor einem jâre / oder ê Tr
4437.
–
diu driu enhabent geleites niht, diu zwei enwerden ê gesunt
Walth
8,27;
daz mac nicht sîn, / zwâr ir müezet enbîzen ê
HvFreibTr
5943.
–
sus sint diu alten wâpen mîn / ê dicke und aber
[früher oftmals und jetzt wieder] worden schîn
Parz
689,2
1.2
mit abgeschwächter temporaler Bed., tendenziell modal ‘eher, lieber’
dich [Maria] horet got e dan mich
MarHimmelf
884.
– korrelierend mit einem durch ê (Konj.) oder
danne eingeleiteten abh. Satz (vgl. 3.3):
dem tiefen sê / bevel ich ê / mîn houbet und mînen
fuoz, / ê ich der frowen mîn / iemer guoten hulden enbære SM:
Gl
1: 6,6;
do sprachen si [...], sie liezein in ê die
helse ab stozen [...], ê si dc iemer getetin
UrkCorp (WMU)
902,19;
NibB
1155,1;
ich ließ mir ee myn heubt abeslagen dann ichs uch
sagte Lanc
259,25.
– in der Wendung dëste(r) ê:
ich han es also viel dester ee gethan
Lanc
161,30;
dvr dc er [...] des kvniges vnd der hertzogin
hvlde dest e irwerbe UrkCorp (WMU)
920,34
1.3
in der Wendung wîlen ~
:
dere geslehte dare quam wîlin êre / von Armenie der hêrin Anno
20,15;
ezn stât nu niht als wîlent ê Tr
19479.
16689;
warumbe ich swîge und nit ensinge als wîlent ê SM:
Te
6: 1,3;
Walth
120,9
1.4
in disjunktiven Formeln zusammen mit sît, sîder, sint, nâch:
die schœnesten ouwe, / die keines ougen schouwe / ie
überlûhte ê oder sît Tr
545.
2092.
– v.a. negiert (wëder) ê noch sît u.ä. ‘niemals’
ern erkunte sît noch ê / âne sîn selbes wîp / nie
süezer rede noch schœnern lîp Iw
6514;
grœzer êre erbôt man nie, / weder ê noch sît,
deheinem man Wig
4288;
weder sit noch er Roth
4874;
Rol
3236.
–
deweder e noch sint / enwart er nie me so fro
Herb
17939;
weder e noch sider / wart da grozzer ruwe ebd.
13268.
12386.
–
deweder nach noch e / quam ir zv samne nie me
Herb
3419.
14646
1.5
etw. in einem Text vorher Erwähntes wieder aufnehmend:
als ê geschriben ist UrkCorp (WMU)
1800A,26.
– in der Verbindung ê genant ( →
êgenant
; s.a.
êgedâht
):
die selben segs, die e genant sin, die tailten des tags alle die hab
UrkCorp (WMU)
2694,20
2
adj. als Komparativ flektierend ‘früher, vorig’
ezn wac ir erriu rîterschaft / engegen dirre niht ein strô
Iw
7256;
wie iz des errin tagis irgienc Ägidius
439;
[Christus] lâite dannin die geuangin [die in
der Erbsünde gefangene Menschheit] wider in den êrrn vritvͦm
Spec
59,1.
15,26.
– subst.:
Heimrîches marschalc kom gevarn, / zuo den vor komenden
scharn / leit er sînen herren, / die kumenden zuo den êrren Wh
238,14;
er was mit mir der êrre / hiute morgen ebd.
273,28;
KvHeimUrst
838
3
Konj. ‘bevor, ehe’
3.1
einen Temporalsatz einleitend:
dez morgens, e di sunne uf ge Macer
30,11;
diu tischlachen wâren ab genomn / ê si inz poulûn wære
komn Parz
83,6;
daz wort ist vleisch worden, / daz got in siner minne /
vor dem ersten beginne / gebar in siner vorbesicht, / er da wurde geschaffen
icht / und er der himel wurde HeslApk
544;
VAlex
497;
Spec
110,5.
– brachylogisch zur Anknüpfung eines Satzgliedes:
koment sie her, e wir dar, / so entshumpfiernt sie
uns gar Rennew
29957;
kumd it och also, dat wir sterven ê de grievinne UrkCorp
(WMU)
59,16
3.2
modal (mit abgeschwächter temporaler Bed.), die Möglichkeit oder Gültigkeit
der übergeordneten Aussage einschränkend ‘ehe dass’
si wolten sich ertrenchen / in daz mer versenchen / ê si
daz dulten wolten / daz si in dienen solten VMos
45,12;
si wolten den grimmigen tot dolen, / e si haim wolten
chom / ane sige unt ane ere Rol
5460.
7326;
ê ich dîn abe gestê, / jâ enist in der welte sô guotes
niht, / ich enversprechez ê MF:Reinm
41: 2,7;
Iw
2328;
Rennew
24292
3.3
korrelierend mit adv. ê im übergeordneten Satz (vgl.
1.2):
ê si den knappen rîten lieze, / si vrâgte in ê wie er
hieze Parz
140,3;
ee ich uch hinweg laß geen, ee wil ich uch allen mynen
willen sagen Lanc
54,25.
588,7;
dem tiefen sê / bevel ich ê / mîn houbet und mînen fuoz, /
ê ich der frowen mîn / iemer guoten hulden enbære SM:Gl
1: 6,8
3.4
in Verbindung mit einer weiteren Konj.
3.4.1
ê danne (s.a. 1.2):
e denne sie sich liezzen vertriben, / wolten sie
gefangen bliben Herb
4617;
wand er [Gott] übel unde
guot / erkennet ê dan ez geschiht Wig
5153;
unde als die muter hie gebar / lutter sunder vlecken
gar / daz gemischete gotes wort, / also gebar iz der vater dort / in
eweclicher vorbesicht / er dan wurde geschaffen icht HeslApk
702;
MNat
2,13.
–
Johannes baptista wart drîe mânden geheiliget in sîner muter lîbe
vore êr danne her geborn wart HvFritzlHl
144,5
3.4.2
ê daʒ:
e daz ir trinkt, so wischt den munt
TannhHofz
93;
ê daz ich mîn ritterlîche stæte bræche an guoten
wîben, / ich wolde ê immer valscher wîbe hulde frî belîben KLD:
UvL
25,67;
ez vrâgent vil liute: waz tete got, ê daz er
himelrîche und ertrîche beschuof Eckh
5: 418,2;
NibB
311,2;
SM:Had
35: 5,5.
–
ê danne daʒ:
ein mensche [...], der
[...] als edel was als Adam und als
vollekomen, ê danne daz er die sünde begie PrBerth
1:291,37
4
Präp. ‘vor’
4.1
mit Gen.:
swaz ich die ziͤt mit dem gvt geschaft han ê mines gevertes minen chinden
UrkCorp (WMU)
898,40;
KlageB
3625.
– in der Wendung ê tages u.ä. ‘vorzeitig, zu früh’
der tot der wil uns twingen, / daz wir sterben e
tages Rennew
25917;
den tugendelôsen wolt ich swache spîsen, / daz er ê sîner tage müeste
grîsen RvZw
163,8;
nu welt ir [...] mich tœten ê
mînes zils BuchdKg
20,13
4.1.1
in der Verbindung ê(r) dës:
– als Adv. ‘vormals, früher’ (vgl.
êdës
):
iz [das Glas] is alinc
unde luter sint, als iz e des was MarldA
19;
als ir mich êrdes hôrt sage [l. sagen
]
Kröllwitz
2161;
PrOberalt
63,6.
– korrelierend mit einem mit ê eingeleiteten abh.
Temporalsatz:
die ê des, ê si den hiligen gelauben enphiengen,
die hunte waren, do si gelaubich wurden, do wurden si diu chint
gehaizzen PrOberalt
63,4.
– als Konj.:
ê des niht ensüle geschehen, / ich lâze mir ê
nemen den lîp Iw
2230
4.1.2
in der Verbindung ê mâles ( →
êmâles
):
ich [...] kam vil vridelîche
/ her in disiu rîche, / als ich ê mâles hân getân Tr
6399
4.2
mit Dat.:
mit dem selben bejage / huop er sich danne ê tage StrAmis
1028;
e mitten tage Herb
7933;
si bat ir herren kusses e irme ende Stolle
17,10;
des blizzens schuz, / wie sich der e dem dunre rege Damen
5,4;
MfrkReimb
396;
Rumelant
2,367b
4.3
bei Fem. meist nicht entscheidbar, ob mit Gen. oder Dat.:
e der widerkare / ir werdet baz enphangen
Herb
1398;
ich kume her wider noch vor naht [La. e nacht
]
Eracl
3600;
off jhener burg, die morn ee vesperzytt uwer sol syn
Lanc
159,24.
– in der Wendung ê (der) zît
‘vorzeitig’
hailiger gaist, des bewar mich, / daz ich ê zît /
iemen haize benemen den lîp Kchr
13405;
daz ich erfürhte werden grâ / ê zît KLD:RdSchr
1:1,7;
muoz der mensch oder daz tier ê der zeit sterben und
gar unkreftig werden BdN
139,26.
–
gewinnet si [die Frau] kint
ê ir rehten zîte SpdtL
117,1
4.4
vereinzelt mit Akk.:
ich sende uweren geslechten / Elyam den propheten, / den
uwer vordern heten / an libe bi den erren, / er den tac unses herren
HeslApk
18416
5
als Konj. (vgl. 3.1) in der Form eb(e); unklar, ob hierher
(vgl. 2DWB 7,2: entweder ê mit labialem
Übergangslaut oder aus der frnhd. bezeugten Verbindung ê ob
‘bevor’ entstanden):
also er [Christus] uns vorgegangen
ist drú und drissig jor durch manigvaltig gros liden, ebe er wider zuͦ dem vatter
kummen moͤhte Tauler
80,23;
var hin wider, Sathanas, und nim ze helfe
[...] die meistere von den juden und lere si, wie si
in [Jesus] toͤten in siner kintheit, eb das er in die
schuͦle gat Mechth
5: 23,99
MWB 1 1777,44; Bearbeiter: Runow
êr
stN.
‘Erz, Metall (bes. Bronze, Kupfer, Messing)’ (s.a.
ërze
):
die gloken uon starkem ere Lucid
85,14;
er sach, daz er daz êr / verschrôten niht enkunde KvWTroj
9720;
wære ein werc gegozzen / von êre oder von golde, / ezn dorfte
noch ensolde / niemer baz gevüeget sîn Tr
18209;
swaz von ere oder von kupher oder von ysen oder von blie oder
von zin gemaht ist StRAugsb
151,12;
dâ ist ein man von êre / ûf dem pfîlære gegozzen Flore (S)
4256;
der [Altar]
[...] waz mit êri uzzan und innan besclagen PrSchw
2,118;
VMos
62,10;
Kchr
218;
Wig
7074
MWB 1 1780,13; Bearbeiter: Runow
eraffen
swV.
‘zum Affen werden, sich lächerlich machen’
der alte vil geclaffet / da von er eraffet Martina
125,52;
gein dez [Gottes] hohin liste / elliv wisheit
eraffet ebd.
120,77
MWB 1 1780,25; Bearbeiter: Runow
erahten
swV.
1
‘etw. (nach Zahl und Maß) bestimmen, ermessen’
2
‘jmdm. etw. bestimmen, zuteil werden lassen’
1
‘etw. (nach Zahl und Maß) bestimmen, ermessen’
got hiez in [Abraham] oͮf sehen an den himil und
hiez in zelen / die sterne [...] / unde also uil so erz
mohte getoͮn, daz als uil ieman [...] / moht erahten den
samen der uon sînem libe chome GenM
35,11;
ein man sol erahten niht / wie lange im ze leben geschiht WälGa
5457;
valscher werk und valscher ræte / die Unger habent sô vil, /
daz ez niemen ûf ein zil / mac erahten noch erzeln Ottok
31334;
Wh
256,3;
Georg
5424.
–
niemen die genâde erahten chan / die got an mir begangen
hât KvHeimUrst
2074.
2036;
ir smerze wart so wehe, / daz daz nimant kunde irachten
Brun
6016
2
‘jmdm. etw. bestimmen, zuteil werden lassen’
herre, mir hât ez eht niwan got erahtet: ez kunde mir anders niht geschehen
sîn PrBerth
1:348,30;
ez ist hie din mâck Raguel. der hât niuwen ain tohter un diu ist dier erahtot
mit allem iers vaters guͦt PrSchw
2,18;
ist iu daz erbe sin eraht, / so sit ir sælig her komen
WhvÖst
4118
MWB 1 1780,29; Bearbeiter: Runow
eralde
swM.
→
heralt
MWB 1 1780,49;
eralten
swV.
st. Part. Prät. eralten
Konr (Sch)
159,21.
‘alt werden’
dô Ysaac eraltôte daz
gesûne [Sehkraft] ime tunchlôte Gen
1115;
iraltet [interl. zu inveteraverunt
] sint div gebæine min PsM
31,3;
so diu lacerta eraltet. so erblintet si in beiden ougen
JPhys
12,3;
also ist der mensch eralltet / und auch erwynttert und
verlan Teichn
714,62;
Spec
9,18;
Priesterl
577;
WälGa
12873.
– übertr. ‘ermüden, nachlassen’
joch enwil ich niemer des eralten, / swenne ich si sîhe, mir ensî von herzen
wol MF:Mor
11b:5,7.
– phras. in sünden ~
:
und alle die alsô eraltent unde versteinent in den sünden PrBerth
1:205,1;
vil treip des dô Theodas, / der in den sünden eraltet was LBarl
13125.
–
induite novum hominem. [ Eph 4,24] der selbe sin
der ist nu leider vil harte eralten unde ervernt in den alten sunden, den sult ir nu
wider niwen Konr (Sch)
159,21
MWB 1 1780,50; Bearbeiter: Runow
eraltenen
swV.
1 intr. ‘alt werden’
2 tr. ‘etw. alt machen, alt werden lassen’
1
intr. ‘alt werden’
do Ysaac eraltenote und im dei oͮgen tunchiloten GenM
48,25;
sint eraltenet / eraltenoten [Doppelglossierung zu lat.
inveteraverunt
] gebeine miniu PsWindb
31,3;
also wir selbe sehen wie sich diu werlt genaiget hat ze dem
valle, wie si eraltent ist PrOberalt
9,23.
9,26
2
tr. ‘etw. alt machen, alt werden lassen’
[Gott] sein selbes bilde an dem menschen erniuet daz der
tiufel an im eraltent und vertunchelt het PrOberalt
4,25
MWB 1 1781,4; Bearbeiter: Runow
erarbeiten
swV.
‘etw. (durch Mühe, Anstrengung) erwerben, erreichen’
ein iclich man demi sin huisvrowi stirbit· undi umi kindir
leizit· [...] die sal sine kindiri mit demi gute zie, daz
umi sien huisvroiwe gilazin heit· unde he mit uri irerbeitit heit
Mühlh
140,20;
swaz sie [die armen Arbeitenden] derarbeiten, daz
gêt den gîtigen hin hein PrBerth
1:258,3;
wo mit hast du so grozz guͦt gewunn, oder wo mit hast du ez er arbait
GestRom
39;
vnser zwen weingarten, die wir mit ein ander erarbeitet haben, vnd die vns von
dehainem vnserm freunte nicht anerstarben sint UrkHeil
2,142
(a. 1331);
SchwSp (W)
15,10;
BdN
302,28.
–
ob wir daz vor unser broͤde niht eraribeiten muͤgen, daz wir
denn erschinen in der schar der heiligen PrOberalt
172,37;
Seuse
98,20
MWB 1 1781,14; Bearbeiter: Runow
erargen
swV.
‘bösartig, geizig werden’
die hêrren sint erarget. / swer dâ heime niht enhât, / wie maneger guoter
dinge der darbet MF:Her
2:4,5
MWB 1 1781,30; Bearbeiter: Runow |