Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   erbelant - erbenôʒ    


erbelant stN. ‘ererbtes Land, angestammter Grundbesitz’ 1 auf Weltliches bezogen
2 auf Glaubenswahrheiten bezogen
2.1 das Himmelreich als Erbland der Kinder Gottes
2.2 das Heilige Land als irdische Heimat Christi
   1 auf Weltliches bezogen: der junge fúrste von Brabant / hatte botschaft gesant / sinem erbelande RvEWh 14913; im wurden wüeste / sîniu erbelant Ottok 17453 u.ö.; vnd geloben fuͤr vns, vnser erben vnd nachkomen am kuͤnigriche von Beheim vnd vnsere erblande UrkHohenz 3,233 (a. 1351); En 5915. ez [Kanaan (Gn 13,14f.)] waz ouh ir erbe lant, / das gotis geheiz in hate benant RvEWchr 13594    2 auf Glaubenswahrheiten bezogen    2.1 das Himmelreich als Erbland der Kinder Gottes: die engel fuͤrten sie zu hant / gein himel in ir erbelant HvNstGZ 5909; daz [der Kreuzestod Christi] gab uns friliche widervart / in unser alt erbelant VEzzo 352; Litan 882    2.2 das Heilige Land als irdische Heimat Christi: wes wilt dû verhenge, / daz dû dîn rehtez erbelant [Galiläa] , / darin dû, wârer heilant, / bist gezogen und geborn, / wilt lâzen werden verlorn Ottok 49417; rich, hêrre, dich und dîne muoter, der megde kint, / an den, diu iuwers erbelandes viende sint Walth 10,10

MWB 1 1799,52; Bearbeiter: Richter

erbelêhen stN. ‘erbliches Lehen, in Erbleihe vergebenes Gut’ mîn urbor und mîn êre, / die ich in disen landen hân, / die wil ich lîhen unde lân / mînem vater Rûâle, / [...] / daz ez sîn erbelêhen sî Tr 5803; so lech si mir dc selbe gvͦt wider ze rechtem erbe in erbelens rechte UrkCorp (WMU) 92,28; ez enerbet nieman lehen. wan der vater vf den svn. daz heizet erbe lehen SchwSp 183b; UrkAargau 2:1,466,6 (a. 1307); StRAugsb 155,21

MWB 1 1800,10; Bearbeiter: Richter

erbelêhenschaft stF. ‘(Recht über ein) Erblehen’ sol die erblechenschaft sinen kinden [...] vorbehalten sin UrkZürich 8,145 (a. 1306 kopial); die erblenschaft und dz erblen, dz wir da har gehebt hein an dien guͤtern UrkBern 7,99 (a. 1345)

MWB 1 1800,19; Bearbeiter: Richter

erbelêhenunge stF. ‘Erbleihe’, Vereinbarung über ein Lehen mit erblichem Nutzungsrecht: daz div erbelehenvng stæte belibe, dar vber gebe wir in disen brive UrkCorp (WMU) 461,43

MWB 1 1800,24; Bearbeiter: Richter

erbelgen swV. auch erbalgen ( Gen 1051 ); s.a. erbolgen swV. 1 ‘jmdn. erzürnen, erbosen’
2 ‘etw. an etw. stoßen, verletzen’
3 ‘jmdn. strafen’
   1 ‘jmdn. erzürnen, erbosen’ daz sie die lieben gotes brut / erbelget hæten uber lvt Wernh D 3430; daz wir in [Gott] erbalgen Gen 1051; unser got ist sô erbalget von den sunden JJud 1278; solti [...] ein geweltigir vriwent zvͦ iwerme hûse chomin, mit allim vlizze wrde iwer hûs gechert unde gereinit, daz iwet da ware, daz dei oͮgin iwers vriwendis irbêlgiti Spec 73,25; PsM H 53,6; PrOberalt 128,15. – refl. ‘zornig werden’ des irbelget der schalk [der Antichrist] sich / und lezet sie zu tode slan HeslApk 16006    2 ‘etw. an etw. stoßen, verletzen’ got der hat sinen engeln geboten daz si dich behuͤten, daz du dinen fuz iht erbelgest an dem stein [ ne forte offendas ad lapidem pedem tuum Lc 4,11] PrOberalt 60,5. 60,7. 60,12    3 ‘jmdn. strafen’ sie [ die leiden zoͮberâre ] nemohten dô nieht mêre / gestên wider die gotes scalche, / wande er [Gott] si erbalchte / mit siechtuͦme Exod 1754

MWB 1 1800,28; Bearbeiter: Richter

erbëlgen stV. 1 tr. ‘jmdn. erzürnen, erbosen’
2 refl. ‘sich ärgern, zornig werden, zürnen’
3 meist als Part.Prät., häufig mit Dat.d.P. ‘erzürnt, aufgebracht, verärgert’
   1 tr. ‘jmdn. erzürnen, erbosen’ die ime [dem Antichrist] denne gevolgent, got si erbelgent; / die ave an dem geloube gestênt, vile wole der ding ergêt Gen 2874; he bidde och vor die on havent erbolgen Lilie 20,28; Spec 131,7. – mit Gen.d.S.: die [Engel] niht des newellent, / des dich, herre, mug erbelgen Vateruns 118    2 refl. ‘sich ärgern, zornig werden, zürnen’ erbilget er sich wider mich, / sciere bin ich erslagen Exod 556; do erbalc sich der degen / Roͮlant mit zorne Rol 5058; Kchr 1494; TrSilv 799. – mit Gen.d.S.: des irbalch sich got uone himele VMos 47,20; der engel sprach, er wolte got sîn, / des erbalc sih mîn trehtîn Kchr 2410    3 meist als Part.Prät., häufig mit Dat.d.P. ‘erzürnt, aufgebracht, verärgert’ er was erbolgen harte Rol 8225; swelch wip mir ist erbolgen / durch disen rat, diu tut wol schin, / daz si ir mannes meister wil sin StrKD 86,210; umbe disiu wort waren ime die iuden erbolgen JPhys 27,5; Märt 8066; KLD:UvL 16: 6,1; PrOberalt 19,13. – mit Gen.d.S.: des wârens im erbolgen / und truogen im vil grôzen haz Eracl 412; mines muͦtes was ich ime irbolgen Rol 2172; ReinFu K,1256; StrKD 130,12. – Part.-Adj. (attr. nur mit muot): mit erbolgem muote / daz volc uber den berch saich Kchr 14602. 7367; dô liezens dar riuschen / mit erbolgenme muote UvZLanz 2547; sô wizzet daz er uns ist / erbolgenes muotes / und deheines guotes / wider uns gedenchet KvHeimUrst 1247

MWB 1 1800,48; Bearbeiter: Richter

erbelich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. ‘erblich’ 1 Adj.
1.1 ‘erbberechtigt’
1.2 ‘vererbbar, erblich’ (für alle Zeiten, unwiderruflich)
2 Adv.
2.1 als Erbschaft
2.2 ‘dauerhaft’
   1 Adj.    1.1 ‘erbberechtigt’ stete ze habenne iemer me fivr mich vnd mine erbelichen nahkomen ælliv div reht UrkCorp (WMU) 834AB,39; ire kindere, erbin ofe erfliche naykomelinge UrkSiegen 203 (a. 1350). – ‘durch Erbfolge bestimmt’ (vgl. erbehërre ): erbliche herren, ir sit / schuldic im [dem Bauern] zu aller zit / vride, genade schaffen Daniel 1823    1.2 ‘vererbbar, erblich’ (für alle Zeiten, unwiderruflich): vmbe vnse erfliche reit [Rechte] in deme dorp zuͦ Lynse UrkCorp (WMU) 146,8; Nikil Mölstein hat gekauft eyn halbe mark czinses erblich auf Remel baders erbe UrkGlatz 74 (a. 1342); UrkSiegen 81 (a. 1313); UrkWürzb 45,133 (a. 1338). – ‘dauerhaft, ewig’ [der Teufel] alliz menschlich kvnne fraz / dvͦrch sinen erbelichen haz PrHess 57,62    2 Adv.    2.1 als Erbschaft: were iz sache daz der junge marcgrave von Missen ane libis erben abe ginge, daz daz lant erblichin an on [l. in (seinen Vormund)] solde gevalle Köditz 30,22; min vater des hate ahte, / daz er ez vil wol bedahte, / wer nach im hie erbeliche / solde besitzen daz riche Macc 9539; nieman hat recht, des riches gut zu besitzen erblich, dan des riches dinstman KlKsr 3,5; NvJer 18088; StiftStBernh 247    2.2 ‘dauerhaft’ dat wir inde vnse nakuͦmelinge, die na der zit ze Guleghe greuen sint, ze Kolne burgere worden sin inde wesen suͦlen erffliche UrkCorp (WMU) 69AB,38. – in der Wendung ~ verkoufen: unter Ausschluss des Rückkaufrechtes, d.h. für alle Zeiten ‘als erbliches Gut verkaufen’ das wir [...] unser dorff [...] erblichen vorkoufft haben und in krafft desis brieffs erbelichen und ewiglichen vorkouffen DRW 3,102f. (BürgelUB.; a. 1333); wir [...] hant virkauft den juncfrauwin zu Keppele erfligin an daz geluchte [zur Beschaffung der Beleuchtung] al unsir gut UrkSiegen 190 (a. 1348). – in der Paarformel ~ unde êwelîche ‘für alle Zeiten, unwiderruflich’ wijr [...] herren zo Burensheim doyn kunt [...] dat wijr [...] verkouffen ind verkoufft hayn [...] deyme kapittele van sent Gereone zu Collen erffligen ind eweligen, fredeligen ind vrij zo halden ind zo besitzene [...] unse vadye [Vogtei] zo Huͦsen UrkGerKöln 363 (a. 1336 kopial); UrkDOKobl 1,408 (a. 1348); UrkKaisersw 252 (a. 1348). unde geloben [...] den selben kauf erffeliche eweliche unde ummer me stede veste unde unverbrucheliche zo handinne UrkDOKobl 1,408 (a. 1348)

MWB 1 1801,14; Bearbeiter: Richter

erbelinc stM. ‘Erbe’ ab sein gut czugehore adir gebore sienen erbeling ader sienen herren DRW 3,105 (Stobbe,Beitr.; a. 1338)

MWB 1 1802,1; Bearbeiter: Richter

1erbellen swV. von Tierstimmen ‘schreien, brüllen’ ein tiêr heizzit onager daz ist ein tanesil der nerbellot nîh ÄPhys 7,1. 7,3; do sach sÿ [das Drachenweibchen] die iungen tot vnd irn lieben man. / sÿ erbellet also ein osse, der wurm freisan WolfdD 1848,3

MWB 1 1802,4; Bearbeiter: Richter

2erbellen swV. ‘den Ballen (des Fußes) verletzen, verdrehen’ zwo dick solen lait er an / daz hat er vmb daz getan / das er die fuͤezze nit erbelle Barfüsser 85. – übertr.: von dez tunren schal / der so vorhteclich erhal / wart ir frovde gar erbellet Martina 159,43

MWB 1 1802,10; Bearbeiter: Richter

erbëllen stV. ‘zu bellen anfangen, bellen’ dar nach ein hunt erbal, / daz alle liute, die do lebten, horten sinen schal Tannh 16,9; an einer stat ein hunt erbal, / daz ez über al die werlt erschal Freid 109,10; di tier liessen stymme / senfften und grymme; / di hunde pellen [La. pollen; konjiz. erpullen ] / das di perg erhollen HvNstAp 13127; Erz III 90,29. – übertr. ‘erschallen, erklingen’ die erde ouch erbal / von deme lobelicheme done Pass I/II 131,46; nu vugete sichz daz in irdoz / ein stimme als eines menschen lut. / uber stoc unde uber crut / lugeten sie do uberal / wa von in die stimme irbal Vät 25402. 39925

MWB 1 1802,16; Bearbeiter: Richter

erbelôn stMN. ‘dauerhafter, ewiger Lohn’ sa wil vns Krist dan senden / in sin faderlichiz lant, / daz er deme menschen hat benant / zvͦ eime erbelone / dort in des hymmelis throne PrHess 23,49. 11,186

MWB 1 1802,29; Bearbeiter: Richter

erbelôs Adj. 1 ‘ohne Erben, erbberechtigte Nachkommen’
2 ‘von der Erbschaft ausgeschlossen’
   1 ‘ohne Erben, erbberechtigte Nachkommen’ diu frouwe was wol siben jâr / [...], / daz sie kindes niht wart swanger. / [...] / sie wânden belîben erbelôs Eracl 204; [das Königreich war] niht erbelôs beliben doch, / wan ez lebte dannoch / sîn vrecher sun Achilles KvWTroj 11175; si klagten beidiu tiure daz ir lant wurde erbelôs OrtnAW 170,4; AlexiusF 269; UrkCorp (WMU) 1816,16. swaz sô sus getânes dinges erbelôs erstirbt, herwête [männl. Ausrüstung] , erbe oder gerâde [weibl. Gebrauchsgegenstände] , daz sal man antwerten deme richtêre SSp (W) 1:28,1    2 ‘von der Erbschaft ausgeschlossen’ der keiser hat den vettern virboten, daz sie die kint nicht vnrecht erbeloz machen KlKsr 2,11; dû muost ein basthart sîn êlôs und erbelôs PrBerth 1:413,29; des himeles machet er unsih erbelos Glaub 622; UrkCorp (WMU) 1368,24; SSp (W) 1:17,2. – übertr.: getichtes des gar spêhen, / [...] / bin ich ein erbelôser man / und hân mich doch genumen an / zu volbringene diz mêr HvFreibTr 9. – ‘in ererbten Rechten beeinträchtigt’ alle schullen sweren ze dem heyligen, das sy an alle argelist einer iglichen mul geben ir mazz, di si zv recht haben schol, also das nymant do von erblos werde StRPrag 59

MWB 1 1802,33; Bearbeiter: Richter

erbelôse stF. ‘Erbschaftssteuer’ viginti octo solidos prenotatos et sex denarios cum bonis ipsis, de quibus idem solidi solvebantur, ac omnia iura, utpote bettemunde, erbelose [...] tradidimus UrkErf 1,33 (a. 1210). 1,276 (a. 1290)

MWB 1 1802,58; Bearbeiter: Richter

erbelôsunge stF. ‘Erbschaftssteuer’ waz gutis in dem vorgenantin dorfe zu Mewirsburg [...] vorkouft adir gekouft wirt [...], darvone sal di erbelosunge den obgenantin burgern und der stat [...] gevallin UrkErf 2,233 (a. 1348)

MWB 1 1802,63; Bearbeiter: Richter

erbeman stM. ‘erblicher Dienstmann, Dienstmann auf Erblehen’ (vgl. erbeeigen 2): er was für wâr mîn erepman, / er was mir heinlîch, ich im holt UvLFrd 537,19; ich pint auch mich vnd mein erbn vnd all mein nachkomen zu aller der vordrung vnd zu allem dem recht, es sey an stewr oder an wandel, der ein annder erbmann gepuntn ist, der erb von dem gotzhaus hat UrkEnns 5,516 (a. 1328)

MWB 1 1803,4; Bearbeiter: Richter

erbemarschalk stM. Inhaber eines erblichen Marschallamtes: das marschalkrecht, daz er vnser erbmarschalk ist von seiner altvordern wegen 2DWB 8:1620,75 (a. 1351)

MWB 1 1803,13; Bearbeiter: Richter

erbeminne stF. ‘Erbminne, angestammte Liebe’ Tristan was aber mit muote komen / wider an sîn erbeminne Tr 19179; vgl. Steinmetz, Tristans erbeminne, in: ZfdA 129 (2000), S. 388-408.

MWB 1 1803,17; Bearbeiter: Richter

erben swV. Prät. auch arpte ( UvZLanz 9376, GTroj 2536 ). ‘erben, beerben, vererben, als Erbe zufallen’ (auch übertr.) 1 vom Erben
1.1 ‘(etw.) erben’
1.2 ‘jmdn. beerben’
2 vom Erblasser
2.1 ‘(jmdm.) etw. vererben’
2.2 ‘jmdn. als Erben einsetzen, mit einem Erbe ausstatten’ (meist als Part. Prät.)
3 vom Erbgut
3.1 ‘als Erbe zufallen, durch Erbschaft an jmdn. gelangen’
3.1.1 intr.
3.1.2 mit Dat.d.P.
3.1.3 mit Akk.d.P.
3.1.4 mit präp. Erg.
3.1.5 refl.
3.2 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5): Weisheit, Kunst, Tugend vererben sich nicht
3.3 mit präp. Erg. zuo ‘zu einem Erbe gehören’
   1 vom Erben    1.1 ‘(etw.) erben’ – ohne Obj.: sô der man ie næchner sippe ist, sô er ie schierer erbet SpdtL 85,5; ze Künis erbent ouch diu wip und niht die man Tannh 5,29; man sol auch wizzen: swan chint geerbent StRAugsb 141,8; SchwSp 121b; UrkCorp (WMU) 1262,31. – mit Akk.d.S.: das arbtte er wol von kunne GTroj 2536; der künec giht, sîniu lant / well ich im gerbn RvEAlex 19761; swaz danne schaden oder laistung darauf gieng, den musest du und dein undertan erben und gelten UrkÖsterrErbl 165,24 (a. 1315 kopial); du maht vil prîses erben Parz 543,7. 803,13; SM:KvL 6: 5,5; UrkCorp (WMU) 2597,42. – mit Gen.d.S.: swelch man von ritters art niht enist, der hât des herschiltes niht, der erbet doch swaz er erben sol, âne tôtleibe, der mac er niht geerben SpdtL 109,8. 91,1. – mit präp. Erg.: diu vier kint mit wârheit / diu arpten, sô man uns seit, / an ir [der Eltern] habe und an ir guote, / an tugenden und an muote UvZLanz 9376    1.2 ‘jmdn. beerben’ ditz enmac den töhter kinden niht widervarn, daz si ir enin [Großmutter] mugen geerben SpdtL 85,15; jn der stat ze Colmere sol ein ieglich frowe irn elichen man erben vnd der man sin eliche husfrowe UrkCorp (WMU) 1695,16; sî unde ir künne, / die ich erbe mit unheile Flore 1193; GFrau 2153. 2146; Freid 59,17    2 vom Erblasser    2.1 ‘(jmdm.) etw. vererben’ – mit Akk.d.S. und Dat.d.P.: daz rîche her uns geerbet hât Crane 2899; mîme kinde wil ich erben dise nôt MF: Mor 3: 3,1; leide [...], / die du [Minne] hast geerbet mir Frl 14:10,7; vil schiere du irstirbis, / san daz alliz erbis / lachendigen erben Glaub 2520; RvEBarl 3903. – mit Akk.d.S. und präp. Erg. ane/ûf jmdn.: wil dû an den Troiân / dîn rîche gerben, / sô mûzestû êr sterben En 4166. 13420; des vater erbe ist din, / daz erbe an uns, hilf, gotes trut [Maria] , / daz wir din erben sin Frl 9:1,21; Tr 5195; ich muoz doch laster erben / ûf alle mîne nâchkumn Parz 213,18; aller der vogetie, die er iach, div vf in geerbet were UrkCorp (WMU) 2293,20; Frl 14:9,2; Lanc 28,14    2.2 ‘jmdn. als Erben einsetzen, mit einem Erbe ausstatten’ (meist als Part. Prät.): got den tot gesterbete, / den menschen wider geerbete / aber an den selben stam / dar in der tuvel abe nam HeslApk 17554; der vater [...] sîn chint geerbet hât / mit liuten und mit lande Aneg 550; Rûal unde sîniu kint / belêhent unde gerbet sint / von ir hêrren Tristandes hant Tr 5846; lehen [...], die er inne hat, zu den er auch geerbet ist, vnd zu den er reht hat UrkWürzb 41,359 (a. 1348); her sy geerbit [erbangesessen] adir ungeerbit DRW 3,57 (LiegnitzUB.; a. 1328); En 4384; Tauler 206,15    3 vom Erbgut    3.1 ‘als Erbe zufallen, durch Erbschaft an jmdn. gelangen’    3.1.1 intr.: ist das, das es [das Reich] erbt, so tzewcht man den erben von jugent dartzwe, das er güet sey Schachzb 36,16; [die Prussen wollten Königsberg zerstören] ûf daz dâ nicht geerbin / gotis lob mochte an der stat [nicht ansässig werden konnte] NvJer 11644. – unklar: er [der Ritter] muoz ouch haben rechtez adel / und lûtere triuwe sunder tadel, / die erben zu dem schilde HvFreibTr 1373    3.1.2 mit Dat.d.P.: daz kleit [der Schande] manigem erbet Frl 5:47,4    3.1.3 mit Akk.d.P.: der was von Burgonde lant / und was geheizen Ortwîn; / ez erbte in von den mâgen sîn / daz er ouch von Metzen hiez Bit 8680; den pfaffen [Sg.] erbet eigen mit ander sînen geswistern SpdtL 86,14; UrkCorp (WMU) 346,15    3.1.4 mit präp. Erg.: ane jmdn. ~ : von des rîches hant / ditze kunicrîche / erbt an die von Ôsterrîche Ottok 90718; swaz in borgschafte ste vnd daz der selbe schol [Schuldner] nicht gebn hab vnd doch burgen dar vmb laisten vnd sten [...], daz daz ledich sei, vnd sol der schad an den erben [die Schuld auf den übergehen] , der in dar zuͦ braht hat UrkCorp (WMU) 935,31. 1340,41; KLD:GvN 1: 3,11. ûf jmdn. ~ : sturbin dan demi eldirvatiri alle sine kint. so erbiti daz gut uf di kindiskint Mühlh 148,11. 131,7; der ist dot, so leb ich: / ditz land das erbet auff mich HvNstAp 5602; UrkCorp (WMU) 2715,3; Märt 17357    3.1.5 refl.: dô er in werdekeit erstarp, / dô erbte sich daz rîche ûf mich / mit rehtem erbe RvEGer 3873; [Christus] den tot da sterbete, / der sich uf uns erbete / von Adames ubertriten HeslApk 7986    3.2 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5): Weisheit, Kunst, Tugend vererben sich nicht: owê, daz wîsheit unde jugent, / des mannes schœne noch sîn tugent / niht erben sol, sô ie der lîp erstirbet! Walth 82,26; daz nieman wîsheit erben mac / noch kunst, daz ist ein grôzer slac Freid 79,7; wisheit erbet niht und edeliu tugent Stolle 41,14; Suchenw 19,5    3.3 mit präp. Erg. ~ zuo ‘zu einem Erbe gehören’ kummet derselbe [Erbstollen] an ein burgerlehen, das do buwehaftig ist unde nicht geerbit czu dem stollen, das burgerlehen mag im nicht geweren BgRIglauD 22

MWB 1 1803,21; Bearbeiter: Richter

erbenëmære stM. ‘Erbe’ das [...] meyn erbin und erbnemer sulch [...] 30 geschock grossen [...] nicht außrichten DRW 3,112 (WasungenUB.; a. 1343)

MWB 1 1804,57; Bearbeiter: Richter

erbenëme, erbenæme swM. ‘Erbe’ welde en [ den dinstboten ] der erbneme des lones louken RbMagdeb 300,14; un sal Arnolde den Schelen vorschreven un sine erfnamen in lenescher weer halden UrkNiederrh 3,38 (a. 1317); ich enpfilhe dir an dinen eit / Hugedieterichen, den erbenemen min WolfdD (H) 11,1

MWB 1 1804,61; Bearbeiter: Richter

erbenisse stN. ‘erbliche Abgabe, Erbzins’ auch sollen die vorgenanten keufer und ire erben von den vorgenanten vierczehen huben geben ierliche [...] zu eyme rechten erbenuͦsse ye vor die hufe sechs pfennig UrkErf 2,222 (a. 1347)

MWB 1 1805,4; Bearbeiter: Richter

erbenît stM. ‘überkommener, ererbter Hass’ immer mêre für die zît / durch ir valscher êren gît / und ir alten erbenît / hât ir chünne [die Juden] noch den strît, / daz ez sich got niht ergît KvHeimUrst 2151

MWB 1 1805,9; Bearbeiter: Richter

erbenôt stF. ‘überkommene, ererbte Not’ ein immer wernde erbenôt / und einen endelôsen tôt / wurben si [die Juden] KvHeimUrst 1091; Tristanden und die schœne Isôt / begonde twingen ir erbenôt. / ir nôt was die minne HvFreibTr 2718

MWB 1 1805,14; Bearbeiter: Richter

erbenôʒ stM. erbegenôʒ

MWB 1 1805,19;