Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
      erbietunge stF.
      erbilden swV.
      erbildunge stF.
      erbillen swV.
      erbinden stV.
      erbiten stV.
      erbîten stV.
      erbittern swV.
      erbiuwen V.
      erbîʒen stV.
      1erblæjen swV.
      2erblæjen swV.
      erblant Part.Prät.
      erblappen stV.(?)
      erblâsen stV.
      erblateren swV.
      erblecken swV.
      erbleichen swV.
      erblenden swV.
      erblenken swV.
      erblîchen stV.
      erblicken swV.
      erblinden swV.
      erbliugen swV.
      erblœʒen swV.
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   erbietunge - erblœʒen    


erbietunge stF. 1 ‘das Erweisen, Bezeigen’
2 ‘Darreichung (von Heilmitteln)’
   1 ‘das Erweisen, Bezeigen’ daz der vater dem kinde zartet daz meinet unvolkomenheit des kindes; aber sô ez zuo nimet an bekantnüsse des vaters willen, sô ist er ime minr an schîne, daz ist an erbietunge ûzwendiges zartes, unt daz meinet vollekomenheit der gewahsenheit des kindes Eckh (Pf) 642,7; unde dar umbe so behöret dekeiner lutern creaturen zuo die anbettunge in der dienstlicher wise, sunder allein die anbettunge in einer erbietung der eren ThvASu 118,5    2 ‘Darreichung (von Heilmitteln)’ wehalltenn [= behalten, hier wohl subst. Inf. für lat. curatio ‘Heilung’ ] von [durch] der erpietunge der widerwärrtigkait [Gegenmittel] HvHürnh 46,16

MWB 1 1814,17; Bearbeiter: Tao

erbilden swV. 1 ‘jmdn. erschaffen’
2 refl. ‘sich zu etw. entwickeln’
3 tr. und refl. ‘etw./sich abbilden, spiegeln’
4 Part.-Adj. ‘abgebildet, dargestellt’
   1 ‘jmdn. erschaffen’ ih geloube, / daz mih ain wârer got / von niehte hât gebildôt [La. irbilidot ] Kchr 2978    2 refl. ‘sich zu etw. entwickeln’ di wil iz [der Mensch] ist kindelîn, / so nemach dâ sinnes sîn. / sô ziuhet man iz tanne, / unz iz sih piledet [La. sich irbilidet ] ze manne Kchr 3348    3 tr. und refl. ‘etw./sich abbilden, spiegeln’ wie mag daz sin in der natur, daz ein grozes hus sich erbildet in einem kleinen spiegel und in iedem stuke, ob er geteilt wirt? Seuse 292,8; swenne daz antlite geworfen wirt vür den spiegel, sô muoz daz antlite dar inne erbildet werden [...]: der munt und diu nase und diu ougen und alliu diu gestaltnisse des antlites daz erbildet sich in dem spiegel Eckh 1:266,3; zum spezielleren myst. Sprachgebrauch, der sich hier anschließt, vgl. Largier, Eckh.1, 907-911    4 Part.-Adj. ‘abgebildet, dargestellt’ zwey antlitze hatte eyn cherub, eynis menschin antlitze by einir palmen eynsit und eynis lewin antlitze by eynir palmen andirsit, irbildit [ expressus ] obir al daz huys alumme von der erdin bis an daz obirste teil Cranc Ez 41,19. – ‘bildhaft’ nu dy uzlegunge dis irbildetin [ imaginarius ] gesichtis volbracht ist nach uzsirn sinne, so sulle wir vort geen czu vorschene, was by dysin selbin gesichte bedutit Cranc Uzl 252,1

MWB 1 1814,31; Bearbeiter: Tao

erbildunge stF. ‘das Abbilden, Bild’ war an sich ein götlich mensche üeben sol. er sol sîn herze unde sîn ûswendigen sinne besliessen vor allen ûsseren dingen [...]. er sol swîgen unde hœren was got ime spreche. er sol sich über sich selber erheben. er sol sîn ein spiegel der götlîcher erbildunge PrJvSterng 255

MWB 1 1814,57; Bearbeiter: Tao

erbillen swV. 1 ‘etw. behauen’
2 ‘etw. aus etw. herausschlagen, -hauen’ , hier übertr.
   1 ‘etw. behauen’ halt dich zu den frawen reyn, / wann ir truͤwe ist alz ein stein / den nyͤman mag erbillen MinneR 410 475    2 ‘etw. aus etw. herausschlagen, -hauen’, hier übertr.: swen er dan rehte sach den mort, / den dâ worhten diu bluotigen swertes ort / und man dâ prîs ûz stahel muost erbillen Loheng 5526; dw gewizzen chan erpillen / nicht aus mir ein zacher chlain. / ez stet allez an dir [Gott] ain Teichn 205,42. 424,120; [welche Gabe] man so chaum erbilt, / [...] da wær schande bei Krone 5943

MWB 1 1815,1; Bearbeiter: Tao

erbinden stV. 1 ‘erlösen’ mit Gen.
2 refl. ‘sich zu etw. verpflichten’
   1 ‘erlösen’ mit Gen.: dein [Gottes] sün wart gesant, / daz er [Konjekt.] der welt vol erwant [= erbant ] Märt 20184    2 refl. ‘sich zu etw. verpflichten’ darzû sî sich vorbundin [La. irbundin ] , / daz sî zu allin stundin / [...]woldin gotis vrûndin, / den brûdrin, wesin undirtân NvJer 10071

MWB 1 1815,12; Bearbeiter: Tao

erbiten stV. 1 ‘etw. durch Bitten (von jmdm.) erlangen’
2 ‘jmdn. durch Bitten bewegen, etw. zu tun, etw. bei jmdm. durch Bitten erreichen’
2.1 mit Akk.d.P. und Gen.d.S.
2.2 mit Akk.d.P. und daz -Satz (mit oder ohne Korrelat im übergeordneten Satz)
2.3 mit Akk.d.P. und Präp.-Erg. ( umbe )
2.4 mit Präp.-Erg. ( umbe ) und daz -Satz
2.5 mit Ersparung eines der beiden Obj.
2.6 in Verbindung mit lâzen
3 rechtsspr. ‘jmdn. zu etw. laden’
4 ‘etw. befehlen’
5 ‘jmdn. los-, freibitten’
   1 ‘etw. durch Bitten (von jmdm.) erlangen’ dô Antênor erbat / daz bilde, kêrte er gegen der stat / zuo den kriechen wieder hein / und seite disen fürsten zwein, / daz er daz bilde hete erbeten KvWTroj 47627; wiste ich vürwâr, daz alle mîne steine solten verwandelt werden in golt, [...] ich erbæte steine und erwürbe sie Eckh 5: 27,14; uf der gred en miten ist man ein werk da lobende. / erwunschen noch erbitten mohtez nieman JTit 6237,2; manig schon schaf und rind, / die alle genomen sind / vil gewaltikleichen / oder erpeten droleichen HvBurg 5594. – mit abe, umbe ( ‘von’): swaz ich friwentlîche niht ab in erbit, / daz mac sus erwerben mit ellen dâ mîn hant NibB 55,2; si irbaten in dén selben tagen / umbe die lant lúte richen solt, / gewant, silbir unde golt RvEWchr 10565    2 ‘jmdn. durch Bitten bewegen, etw. zu tun, etw. bei jmdm. durch Bitten erreichen’    2.1 mit Akk.d.P. und Gen.d.S.: wan lebete nuo ritter dehein, / der mich kust an mînen munt, / sô würde ich schœne und sâ gesunt. / ich enmoht es aber nieman nie erbiten, / si envlühen gar mit unsiten, / alle di mich ie gesâhen UvZLanz (K) 7913; sît daz ich durch dîn êre / dich vlêgen began, / sît hete ich mînen lantman / sînes schaden ê erbeten [eher hätte ich von meinem Nachbarn erlangt, dass er wider seinen eigenen Vorteil handelte] HartmKlage 907; ein gast der alsô spâte / und alsô müeder kumt geriten, / den mac man lîhte des erbiten, / ob er niht grôze unmuoze hât, / daz er des nahtes dâ bestât Iw 5808; Tr 13998; kvnde ich ioch die guten / erbite samfter gruzze, / ez queme mir zv buzze Herb 9430; ah, daz ichs ir minne erbæte, / wol litte ich darumbe kîb! SM:HvT 2: 4,9; die [Übeltäter] habent erliten den tôt / mit jâmer und mit nôt, / wan ich sîn [Gen.] got erbeten hân EnikWchr 8965. – jmdn. der bete ~ : mahtu mich leren / wie ich gote [l. got ] der bete erbite / daz er erkante was ich lite Rennew 3463; der guote Gêrhart, / dô er der bete erbeten wart RvEGer 1118    2.2 mit Akk.d.P. und daz-Satz (mit oder ohne Korrelat im übergeordneten Satz): des erbat in sin [Gottes] heilige deumuͦt, / daz er loste wip unt man, / do er sich an daz cruce li slahen Rol 5796; durch got sult ir erbeten sîn [die Bitte gewähren] / daz dirre schimph belîbe Er 545; ze jungest man in kûme / erbat und überkam, / daz er daz bistum nam, / ob im darzuo gæbe / der bâbst sîn urlæbe Ottok 23472; do chom er [Jesus] in Bethaniam: zwei wip erbaten in da, / daz ir bruoder gnas, der dri tage begraben was AvaLJ 102,2; (übertr.:) ein vlins von donrestrâlen [einen Meteorstein, vgl. Anm.z.St.] / möht ich zallen mâlen / hân erbeten, / daz im der herte entwiche ein teil MF:Wolfr 8: 3,10. – mit Inf.-Konstr.: vnd haben disen brief erbêten ze besigelen vnsern liben herren UrkCorp (WMU) N509,21    2.3 mit Akk.d.P. und Präp.-Erg. (umbe): durch die bete sîne / tuon ich ez als ich beste kan. / [...] der mich hier umbe alsus erbat, / der hât ze Basel in der stat / ze deme tuome pfrüende KvWSilv 91; der înen gelten sol ir lon vmbe ir antwerch vnd des nith giltet, so er guͦtlich dar umbe erbetten vnd ermant wirt, deme sol decheîn sin zunfgiselle dienen UrkCorp (WMU) 155,19    2.4 mit Präp.-Erg. (umbe) und daz-Satz: sanctus Egidius warp genote, / daz her umme [von] got irbete / daz her die lute gewerte / des sie zvͦ ime gerten Ägidius 34    2.5 mit Ersparung eines der beiden Obj.: sô wil ich selbe gân / zuo mîner lieben muoter, ob ich erbitten kan, / daz uns ir scœnen meide helfen prüeven kleit, / diu wir tragen mit êren für die hêrlîchen meit NibB 345,2; hey, wie lichte man erbiten / mochte den vil guten man! Pass III 394,64    2.6 in Verbindung mit lâzen: das mine geste blibin vri / des grozen meilis und ouh ih: / des land iuh irbitten mich! RvEWchr 4785; ich bit dich ainer bett, / der la du, lieber herre, mich, / din dienerin, erbitten dich, / ald ich bin endlichen tot SHort 2660; der bâbest sich erbitten liez, / daz er verkôs den geniez Ottok 5259    3 rechtsspr. ‘jmdn. zu etw. laden’ die Swâbe werten wol ir lant, / unz si Juljus mit minnen / rebat ze aim teidinge. / ir lant si dâ gâben / in sîne genâde Kchr 284. – Part.-Adj.: erbetene geziuge ‘vorgeladene Zeugen’ an dirre getat vnd an diseme koͮfe warent gegenwirtige erbetene gezvͦge: [...] UrkCorp (WMU) N143A,32    4 ‘etw. befehlen’ herverte und reise / die gein Oransche sint erbeten, / die hânt Franchrîche erjeten / von der guoten rîterschaft Wh 141,25    5 ‘jmdn. los-, freibitten’ einen kvnic er nider sluc, / der ir baniere truc: / den erbaten die von Troyge / vnde die von Pafagoie Herb 14467; cumit he vur girichti undi wirt he da irbeitin edir mit phennigin widir gicopht Mühlh 115,11; disen [heidnischen] keiser irbat Gregorius ûz der helle HvFritzlHl 104,31

MWB 1 1815,18; Bearbeiter: Tao

erbîten stV. 1 absol. ‘warten, ausharren’
2 ‘auf jmdn./etw. warten, jmdn./ etw. erwarten’ , häufig mit Negation oder kûme u.ä.
3 militär. ‘jmdm. standhalten, sich jmdm. entgegenstellen’ mit Gen.d.P.
4 ‘etw. bestehen, ertragen’ mit Gen. d. S.
   1 absol. ‘warten, ausharren’ Heimrîch was dannen geriten, / und het der marcrâve erbiten / bî der künegin sîner vrouwen Wh 186,24. – mit Angabe der zeitl. Erstreckung: wie mohte danne erbeiten / disev magt zeme, / vnze ich wider chæme? Wernh A 1888; soͤlten wir da heime erbiten / biz daz gewuͤhse daz kint, / so wærn wir an eren blint Rennew 10084; swer vierzehen tage erbîtet Iw 921; des nachtes pflac si ufstan / [...] und wolde nicht erbiten, / unz si slafes wurde sat Pass III 619,30    2 ‘auf jmdn./etw. warten, jmdn./ etw. erwarten’, häufig mit Negation oder kûme u.ä.: – mit Gen.: daz wir ir in der bürge niht erbîten hie NibB 784,3; dâ von muoste Ludewîc des grimmen tôdes [...] erbîten Kudr 1445,4; wie sol ich dîn erbîten, / mîn vil lieber Tristan? UvTürhTr 826. – mit Obj.-Satz (daz-Satz) und Korrelat im übergeordneten Satz: vil stolzer rîter [...], / die ouch des vil kûme erbiten / daz si ir vrouwen solden sehen Wig 8941; si twanc diu minne und ir gewalt, / daz [...] si des kûmelîche erbeit, / daz der tac ein ende enpfienc KvWTroj 8536. – mit Obj.-Satz (daz-Satz) ohne Korrelat im übergeordneten Satz: vil chûme erbait der kunic hêre, / daz im der tagesterne / fruo kunte den tach Kchr 7864; minn allen senden herzen ist / vil gar ein strenger überlast, / dâ von diu maget und der gast / vil kûme erbiten under in, / daz der tac geflüzze hin KvWTroj 8525. – mit Präp. ze (wohl abhängig von einem Verb der Bewegung, das ausgespart ist): si [die Recken] sint hie heime gerne; sô erbîte ouch ich ze mînen landen kûme [kann es kaum erwarten, in mein Land zu kommen] Kudr 1693,4    3 militär. ‘jmdm. standhalten, sich jmdm. entgegenstellen’ mit Gen.d.P.: Rômæren nemeget ir niht gestrîten, / noch an dem velde geturret ir ire niender rebîten Kchr 13734; die heiden huben selbe den brant, / selbe si sich wuͦsten, / wande sine getorsten / des keiseres nicht irbiten Rol 279. 6551; Herb 16716; swâ unser zehen rîten, / ob unser zweinzec erbîten, / daz ist umb alle ir êre, / ob ir noch wære mêre Helmbr 1254    4 ‘etw. bestehen, ertragen’ mit Gen. d. S.: Nînus leirti sîni man / aribeiti lîdin, / in gewêfinin rîtin / (daz si vreisin gidorstin irbîdin) Anno 9,4; manic ritter wær gerner tôt, / dan er des lasters het erbiten, / daz die wîgande liten UvZLanz (K) 6863

MWB 1 1816,50; Bearbeiter: Tao

erbittern swV. 1 intr. ‘bitter werden, schmerzen’
2 tr.
2.1 ‘etw. bitter machen’
2.2 ‘jmdn. zornig machen, kränken’
   1 intr. ‘bitter werden, schmerzen’ swen ein man der not entsebet, / [...] im erbittert sin buch [Auslegung zu Apc 10,9] HeslApk 15404; do daz Mattathias irsach, / in ime daz irbitterte, / aller sin lib irzitterte, / unde enzundet wart sin zorn [vgl. I Mcc 2,24: et vidit Mathathias et doluit et contremuerunt renes eius et ascendit furor eius ] Macc 1801. – refl. ‘von Zorn und Hass erfüllt werden’ nu vugete sichz in der zit, / daz beide haz unde nit / brou do an zwein ritteren, / daz sich ir herze erbitteren / wart gegen dem kunige sere Hester 438    2 tr.    2.1 ‘etw. bitter machen’ ein engel sprach [...] : / ez Johann nim und vriz daz buch, / accipe et devora librum istum et amaritabit ventrem / tuum et erit postea in ore tuo dulce quasi mel [Apc 10,9] . / daz sal irbitteren dinen buch, / dar nach wirt iz an dime sluch / suze als eines honiges tran Brun 926    2.2 ‘jmdn. zornig machen, kränken’ si aue erbitterten, leidigten [Laa. erbolgeten, erzvrneten ] in [Gott] in rate ire [ exacerbauerunt eum in consilio suo ] PsWindb 105,43; dem keisere wart ummazen zorn / uf dise nuwe lere. / [...] mit isene liez er in besmiden, / wand er in an grozer not / vellen wolde in leiden tot / und in also erbittern Pass III 163,24

MWB 1 1817,33; Bearbeiter: Tao

erbiuwen V. erbûwen

MWB 1 1817,58;

erbîʒen stV. von Tieren, ‘einen Menschen / ein Tier durch Beißen töten, tot beißen, zerfleischen, ein Tier reißen’ 1 allg.
2 von Ameise, spinnenartigem Tier und Schlange
3 bildl.
   1 allg.: daz Hercules / ein wunderlîch tier dâ erslûch [...]: / der lûte ez vile erbeiz En 6047; ein lasterberes, boses dier / hat Joseph [...] zerzerret und erbißen HvNstGZ 3195; HistAE 185; so diu iungen [Pelikane] wahsen beginnent, so bizzent si den alten sisegoum unt ir muͦter. darwidere bizzent si, unze si die iungen irbizzent JPhys 20,6; was wenet ir daz den schaffen gesche di die wolue bewarn suln? leider die sie niht geezzen muͦgen die erbizen sie doch PrLpz (L) 109,24; der ouch hie lit irbizzen Vät 24197. – mit verdeutlichendem ze tôde, tôt, von leben: daz tier warf er [Hund] unter sich, / ze tode er iz erbaiz Rol 7122; Seifrit 6634; daz er [Löwe] durch sines hungers not / den esel hete erbizzen tot Pass III 511,17; der wolf was in die schafe kumen, / da er von leben vil erbeiz ebd. 668,43    2 von Ameise, spinnenartigem Tier und Schlange: der ameyze zv im [dem Löwen] lief / mit einem grimmigen mvte. / er gedachte: ‘ [...] wie sol ich gerechen mine kint? / erbize ich in, ichn trage hinnen sint / nicht.’ ReinFu K,1298; ein wurm [...], / geschaffin als ein spinne: / der ist genant Solifuga, / der vil lúte irbizzit da RvEWchr 2983; der selben jungen kinde ains / ain schlange gifteklich erbais, / das es vil balde gross geschwal / und wolte sterben [...]. / das machte Ihesus [...] / an sinem libe wol gesund WernhMl 4426. – mit verdeutlichendem tôt: daz si [die Schlangen] die bosen lute / tot erbizen hute Pass I/II 310,2. – mit Refl.-Pron.: swer ein rinc von batenien [Betonien] machet umme natern oder slangen, si irbissen sich e selber under ein ander, e si uber den rinc gein Macer 38,30    3 bildl.: der zwaiger [Strafen] wil ich [David als Sünder] niht wellen. ich wil rehte den sterben und den tôt [die Pest] . [...] der erbîzet mich als schier als ainen armen PrSchw 2,28 (vgl. II Sm 24,12ff.)

MWB 1 1817,59; Bearbeiter: Tao

1erblæjen swV. 1 ‘aufblähen’
2 ‘aufgeblasen sein, sich großtun’
   1 ‘aufblähen’ do ward fraw Metzen widerlait [als widerlege gegeben] / zwo juchart ackers wol gesät, / dreu malter haberns recht erplät MeierBetz 50 (vgl. Anm.z.St.)    2 ‘aufgeblasen sein, sich großtun’ ettelich sint mit vbelem geiste der hohuart erblæt [ inflati ] BrAsb 65; sich wie der tuvel sich erblet, / als er sie wolle betriegen / und von dir [Gott] zu im biegen! Vät 32560

MWB 1 1818,34; Bearbeiter: Tao

2erblæjen swV. ‘blöken’ [nach dem Heereszug] in einem jâr ein lamp / in dheins gebûren hov erblæt, / gans erschrît noch huon erkræt Helbl 1,578

MWB 1 1818,42; Bearbeiter: Tao

erblant Part.Prät. erblenden swV.

MWB 1 1818,45;

erblappen stV.(?) ‘dumpf niederfallen’(?): waz ich gesinge, sprich, vergihe – / min kunst ist tot erblappen / und get in maniges oren nicht JMeissn A3:1,18 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 1 1818,46; Bearbeiter: Tao

erblâsen stV. 1 tr. ‘das Feuer in etw. durch Blasen anfachen’
2 refl. ‘sich verschnaufen’
3 Part.-Adj. ‘aufgeblasen, überheblich’
   1 tr. ‘das Feuer in etw. durch Blasen anfachen’ die [Ritter] bronnen als ein esze, / die ein smidt erblosen hat Krone 27423    2 refl. ‘sich verschnaufen’ sü schiedent sich ein clein sicherlich, / daz sü eht erbliesent sich ParzRapp 213,36; er hielt still und ließ syn roß sich wol erblasen Lanc II 653,6    3 Part.-Adj. ‘aufgeblasen, überheblich’ js daz ir [der Dechanten] dechein von schichte, irblasen [ inflatus ] mit der hohferte, bvzwirdic wirt fvndin BrHoh 21. 65

MWB 1 1818,50; Bearbeiter: Tao

erblateren swV. ‘erschrecken’ dô man den brief gelas, / ez erblaterte wîp unde man / und sâhen vaste einander an Schlegel 1150

MWB 1 1818,60; Bearbeiter: Tao

erblecken swV. 1 ‘sichtbar, bloß werden’
2 ‘etw. sichtbar machen, sehen lassen’
3 wie erblicken ‘aufblitzen, erglänzen’
   1 ‘sichtbar, bloß werden’ siv [Maria] sach in [Jesus] cronin mit dornon [...] siv sach in erblechen [sah, wie er der Kleidung beraubt wurde] PrWack 8,63; wart etslîcher verruct ir schôz, / daz ir daz diehel erblecte blôz UvEtzAlex 6878    2 ‘etw. sichtbar machen, sehen lassen’ wann er daz schwert erblecket [zückt] , / so leücht es wie der mones schein Virg (St) 96,10; ir zene in dem munde erblecken sÿ began WolfdD 1427,1 (vgl. enblecken WolfdD (H) 1427,1 ). – refl.: reht alsam des himels blitz vor doner sich erblecket Loheng 4977. sich ~ lân: geeder [= ge-æder ] , / daz durch ir veles duͤnnes leder / sich [...] let ein wenig erblecken Minneb 2446    3 wie erblicken ‘aufblitzen, erglänzen’ vil maniges schildes glaste / sach man dâ erblecken EnikFb 2313

MWB 1 1818,63; Bearbeiter: Tao

erbleichen swV. 1 intr. s.a. erblîchen stV.
1.1 ‘bleich, blass werden’
1.1.1 von Personen
1.1.2 von Dingen: ‘verblassen’
2 tr. ‘etw. blass, bleich machen’ (? möglich auch zu 1.1.1 )
   1 intr. s.a. erblîchen stV.    1.1 ‘bleich, blass werden’    1.1.1 von Personen: do erblaichete der alte man, / er begunde nider sîgen, / des lebenes gezwîvelen, / des âtmen im zeran Kchr 3908; Genelun erbleichte, / er wart uile uͦble geuare Rol 1431; erbleichet unde erblichen / was er von herzen leide KvWPart 14834; der schilt ist ein dach daz niht schande kan decken. / sîn blic læt enblecken an êren die weichen [Feiglinge] , / von vorhten erbleichen: diu varwe ist ir zeichen KLD:UvL 16: 4,5; [der Antichrist] wirket so getane tat / an wundern und an zeichen, / so daz da vor irbleichen / gots irwelten und wanken / binnen an iren gedanken HeslApk 19218. erblaichet was der ir lîp / in ougen joch in hâre Kchr 12055; sin durchlúhtig antlútz erblaichet PrGeorg 105,27; Seuse 88,6; als des todes zæichen wirt schein / in swarz gelwer varwe, [...] / der lip al begarwe, / vnt div lit erwæichent, / div ougen erblæichent Warnung 132; wie din rosen farwer mund / so dik erblaichot zuͦ der selben stund KvHelmsd 2184; sinú rosvarwen wangen erblaichetent PrGeorg 313,5; min erbleichtú wangen und mund Seuse 270,26. – umschreibend für ‘sterben’ ûf dirre erde dû nimmer benachtest, / dû mûzest ertôten unt erbläichen Erinn 499. – übertr. mit Dat.d.S.: du solt [...] vroͤmdes úbel willeklich liden, verschmeht begeren, dinen begirden erbleichen und allen dinen gelústen ertoden Seuse 209,10    1.1.2 von Dingen: ‘verblassen’ da muosten sich drvmen / jr beder sper begarbe / vnd div vil lieht varbe / an den schilten erbleichen, / da si sich erreichen / mohten mit den spern Krone 6497; swie vil da von [durch die Schweißtropfen] erblaicht daz golt WhvÖst 12402    2 tr. ‘etw. blass, bleich machen’ (? möglich auch zu 1.1.1): min gemeitú kele waz vil ungezogenlich gestreichet, min reines antlút mit speichel gar verunreint, min lutrú varw erbleichet Seuse 208,6

MWB 1 1819,15; Bearbeiter: Tao

erblenden swV. Prät. erblante, Part.Prät. erblendet, erblant. 1 ‘jmdn. (jmds. Augen)/ein Tier blind machen, (auch vorübergehend) blenden’
2 übertr.
2.1 ‘jmdn. (ver)blenden, täuschen, verwirren’
2.2 ‘etw. verdunkeln, verschwinden lassen’
   1 ‘jmdn. (jmds. Augen)/ein Tier blind machen, (auch vorübergehend) blenden’ si [Märtyrer] sint gesoten vnd gebrant / [...], / an daz chrivce genagelot, / [...] erslagen vnt erblendet Warnung 1235; do Sampson irblendit wart RvEWchr 21088; SchwSp 20a; SHort 734; wenne man den pern væht, sô erplent man in alsô. man nimt ain glüend eisen oder glokspeis und habt im daz für, sô erplint er zehant BdN 163,4; (als gerichtl. Strafe:) das der von Zúrichern mit gerichte erblendet wart UrkCorp (WMU) 2163,24; huobens an [den Kalk] ze werfen dar / und erblenten si sô gar, / daz si nihtes gesâhen Ottok 4488; luͤte und ors erblenden wolt der selbe melme JTit 4155,1. diu [Kerze] hât unser hâr gâr besenget an den brân / unde hât ouch uns der ougen vil erblendet Walth 84,35. – bildl., in geistlichem Sinne (übergehend zu 2): die [Geistlichen] solden hinden unt vorne / der ougen alsô wesen vol, / daz si allenthalben wol / die vînde gesæhen, / wâ si sich wolden næhen / ze den die in bevolhen sint. / wellent si nû bêdenthalben wesen blint, / sô werdent si êwichlîchen erblendet Erinn 253; swer die werlt gerne siht / und an sie sîn leben wendet, / der mac got erkennen niht, / wand im diu ougen sint erblendet, / bî den man siht daz wâre lieht LvRegSyon 314; ain iegelicher suͥnder, den die suͥnde an den oͮgen sinez herzen hânt erblendet PrSchw 2,64; dc dir der [Teufel] diu oͮgen dinez herzen ûz stichet, dc ist dc er dich also erblendet, dc du got niht gesehen maht ebd. 2,65    2 übertr.    2.1 ‘jmdn. (ver)blenden, täuschen, verwirren’ des tievels trugenere / die waren erblendet, / gehonet vn̄ geschendet Wernh A 4221; die selben trugenære [...] habent mit ir listen / erblendet die kristen Ottok 46854; swenn si [die Seele] sich aber her nider keret engegen der creatur, so wirt si erblendet und wirt geboͤsret und wirt zerstoͤret PrGeorg 209,2. – mit sachl. Subj. (girde, sunde, zouber etc.): div girde in irblante / daz recht gotes er nerkante VMos 72,27; die [Priester] läider sô ir sunde erblendent, / daz si ûf sînen [Gottes] zorn sô balde ernendent Priesterl 441; wie in diu hôhvart hete erblendet PrBerth 1:398,35; PrSchw 1,128; entriuwen daz erblante mich, / daz was daz zouber, dâ von ich / mîn selber sus vergezzen hân Tr 1039; daz mich ir süezen minne bant / an den sinnen hât erblant MF:Mor 23: 3,7. – mit Gen.: siner witze was er erblant Martina 218,101. – Sprichw. (vgl. TPMA 2,34): swer blinden volget, der ist wol erblendet: / waz wunders ist, obe den sîn blintheit schendet? SM:UvS 28: 3,7    2.2 ‘etw. verdunkeln, verschwinden lassen’ so wir daz [teuflische] werc geschenden / und wir die ere erblenden, / die ez velschlichen treit Pass III 107,42; mit ir zovber fiure / het si ez [den Tempel] gar geswendet, / der göte lop erblendet Martina 173,56

MWB 1 1819,54; Bearbeiter: Tao

erblenken swV. 1 tr.
1.1 ‘etw. hell, weiß (blanc) machen, erleuchten’
1.2 ‘(den Körper) entblößen’ , subst.
2 intr. ‘erschallen, bellen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 49b)
   1 tr.    1.1 ‘etw. hell, weiß (blanc) machen, erleuchten’ di naht erluͤht karfunkel und kan von art erblenken / ir swarzen truͤbe tunkel JTit 1688,1; daz die sunn die ecken blaͤt [bescheint] , / gar erplenkt [Konjektur; Hs. erplent ] und machet tac / und ist haitern ogen gut Teichn 581,82; der toͮf die sele erblenket hoh uͥber snewes varwe JTit (Sch) 31,1    1.2 ‘(den Körper) entblößen’, subst.: durch daz begund er denken in herzen sunder krie / an daz vil suͤze erblenken, als in do sehen lie diu wandels frie, / und daz diu væle von Teserat bedachte JTit 4775,2 (vgl. 4159,2 enblenken )    2 intr. ‘erschallen, bellen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 49b): do hort ich erblencken / Lieben [Allegorie eines Jagdhundes] mit luter stimme MinneR 505 234

MWB 1 1820,48; Bearbeiter: Tao

erblîchen stV. s.a. erbleichen swV. 1 ‘blass, bleich werden’
2 ‘schwinden, vergehen’
3 ‘sterben’
   1 ‘blass, bleich werden’ vil hart er irbleich Gen 625; erbleichet unde erblichen / was er von herzen leide KvWPart 14834; ir nent mir wol iuwer geslehte und iuwern namen, / ich wæn, sîn kein iuwer kint von scham erblîche Loheng 6990. sîn varwe was erblichen, des tôdes zeichen truoc / Îrinc der vil küene NibB 2069,1; Er 5722; Parz 299,23; EnikWchr 11676; sîn ougen trüebe wâren / und sîn antlitze erblichen KvWTroj 15575; MinneR 37 102; ir liehten wengel erblichen EnikWchr 2479; ir dicker munt heiz rôt gevar / was dô erblichen unde bleich, / sît werltlîch freude ir gar gesweich Parz 435,27; Tund 247; MinneR 476 403. dâ wurden die helme missevar, / diu swert von bluote erblichen Wig 11089; WhvÖst 3089; die pluͦmen erplichen Wernh A 4603; JTit 5636,3. – refl.: die [ varwe ] sich also erblichet Pass I/II 112,48    2 ‘schwinden, vergehen’ ir hiufeln was vor leide / diu rôsenvarwe entwichen, / diu schœne garwe [korr. aus varwe ] erblichen Greg 2546; ez wart nie bezzer nâchgebûr, / denn ein bewærtiu friuntschaft. / sô niuwez trût an sîner kraft / erblîchet als ein bluome glanz, / sô mac ein altiu liebe ganz / belîben an ir glaste KvWTroj 11255; alsus wirt erblichin / div frovde dirre welte Martina 143,24    3 ‘sterben’ daz mein kint erplichen ist, / warer got vnd warer krist, / daz muz mich immer reven Kirchenl 509,8

MWB 1 1821,1; Bearbeiter: Tao

erblicken swV. Prät. erblihte. 1 tr.
1.1 ‘etw./jmdn. wahrnehmen, erblicken’
1.2 ‘etw./jmdn. anschauen, betrachten’
2 intr. ‘erglänzen, aufleuchten, strahlen’
   1 tr.    1.1 ‘etw./jmdn. wahrnehmen, erblicken’ eteswaz si an im erblicte, / dâ von ir herze erschricte Wh 290,17; den engel er dô erblicte, / vor vorhten er erschricte EnikWchr 17635. 22085; die vrowe hette einen elichen man, / der was allez valschez an. / die vrowe wart des erblichen: / ir wer der wirt entwichen, / zehant wart des der pfaffe gewar StrKD 58 (H),7; als er in erblihte ErnstB 5943; Minneb 2442; wo er [der Engel] des [Kreuzzeichens] nicht erblickte, / er schrickte des huses freuden dach Mügeln 346,11    1.2 ‘etw./jmdn. anschauen, betrachten’ vil lieplîcher unmuoze / schuof er in wîbes ougen, / diu in erblihten tougen Reinfr 984; dô ich si [die Fährte] beschouwet und erblicket Hadam 59,4. swer mit den inren ougen / erblicken wil daz wâre lieht LvRegSyon 3712    2 intr. ‘erglänzen, aufleuchten, strahlen’ helm und panier vîntlîch von in erblicket / und dar zuo diu blôzen swert Loheng 4246; nâch irn slegen sach man viur / lieht ûf der hôhe erblicken / ûz ir helmes randen dicken UvEtzAlex 11879; ein schone liecht sach man do, / daz ob dem toufe erblicte Pass III 69,67; daz vinstere ungelucke / warf ich gar zurucke, / do mir daz liecht erblicte, / daz minem herzen schicte / volle kunst. seht, daz ist / [...] Iesu Crist ebd. 677,29

MWB 1 1821,30; Bearbeiter: Tao

erblinden swV. 1 ‘das Augenlicht verlieren, erblinden’
2 übertr.
   1 ‘das Augenlicht verlieren, erblinden’ so diu lacerta [Eidechse] eraltet, so erblintet si in beiden ougen JPhys 12,3; vnde swel diep sin getrinket, der muͦz ze hant erblinden Lucid 38,3; RvEWchr 2997; BdN 483,5; herre Tobias, dem da die swalwa den mist in diu oͮgen hant geworfen, dc er erblindet ist PrSchw 1,128; PrGeorg 47,12; der weinete, daz er nâch erblindet was PrBerth 2:27,4. – ‘(wie ein Blinder) nicht sehen (können)’ [dass] ir sî seht bî iu stân / unde drônde umbe iuch gân, / und sî doch sô erblindent / daz si iuwer niene vindent Iw 1243    2 übertr. – ‘verblendet, uneinsichtig sein, werden’ wie möcht er sô erblinden, / daz er anbette diu abgot Priesterl 153; diser blint bezeichent alles manchuͤnne daz an unserm ersten vater Adam erblint PrOberalt 53,20; wie gar sîn herze an hôhvart erblindet was unde wie gar diu hôhvart einen wîsen man zer werlte machte ze einem îteln tôren PrBerth 1:399,11; wie si erblindet sint / diser werlde vreuden kint Erz III 36,407; WernhSpr 29,10; HeslApk 7114; di alten juden di wârn erblindet und ersteinet [verstockt] PrStPaul 73,24. – ‘blind gegenüber etw. sein’ swer nâch gotes liebe trahtet, / gar lützel er ûf die werlt ahtet: / swer aber gein himel ist erblindet / der kratzet, der krouwet, der schabt, der schindet / üm irdisch guot Renner 3735; gein allen tugenden ist er [der gîtige ] erblindet ebd. 4851

MWB 1 1821,56; Bearbeiter: Tao

erbliugen swV. 1 intr. ‘zahm werden’
2 tr. ‘jmdn. schwächen’
3 refl. mit Gen. ‘sich einer Sache schämen’
   1 intr. ‘zahm werden’ erzamen und erblûgen / muost allez wilt KvWTroj 6038    2 tr. ‘jmdn. schwächen’ do verlôs grâve Ritschart / sîner gesellen ein michel teil. / man liez in niht sô vil sô ein seil. / des wart der grâve erbliuget [vgl. Lexer z.St.: einschüchtern] UvZLanz (K) 3263. – ‘jmdn. beschämen’ und dar umb rürt mich aber die vorcht gotz und erplügt mich dar umb, das ich blinder dem wol gesehenden den weg wis HvNördlBrf 16,54    3 refl. mit Gen. ‘sich einer Sache schämen’ des erblugte sich der holde WhvÖst 9642; alsô Buzival [Pferdename] gegen im ûz wolte varn / unt ez Alexander ane begunde starn, / ez erblûcte [Hs. erbluͦte ] sich aller sîner maht [seiner Wildheit] / unt wolte ime wesen dienesthaft VAlex 309

MWB 1 1822,21; Bearbeiter: Tao

erblœʒen swV. 1 ‘etw. bloß machen’ , hier ‘das Schwert aus der Scheide ziehen’
2 ‘ein Land der Herrschaft berauben’
   1 ‘etw. bloß machen’, hier ‘das Schwert aus der Scheide ziehen’ Hen [Heime] das schwert erbloßet, an lieff er den degen Alph 1066. 1027; den heiz man [...] / diu starken swert erblœzen Virg 744,6    2 ‘ein Land der Herrschaft berauben’ ôwê, daz dîn lant / von dir nû erbelôsez [La. erblozet D] lît! KlageB 1793

MWB 1 1822,37; Bearbeiter: Tao