e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erklupfen
swV.
s.a.
erklepfen
.
1 intr. 1.1
‘erschrecken (vor etw.)’
1.2
‘in Staunen geraten’
2 tr. ‘jmdn. in Schrecken versetzen’
1
intr.
1.1
‘erschrecken (vor etw.)’
do daz horta sant Pêter, do erclûft er PrWack
18,22;
ich sah enmitten dur den plan / [...] / einen
roten see von blvͦte gan, / dez vͥnden waren so grvͥlich, / daz ich erklupfte
sicherlich JvKonstanz
174.
1650.
– mit Gen.d.S.:
des erclupften die geste, / wan er zwei scharpfiu
mezzer truoc UvZLanz
1118.
– mit Präp.-Gruppe (von, durch):
ich von der red erklufte SHort
4120;
der minne strâle, / von der ich zie [= ze ie
] dem mâle / erklupfe und erschricke, / swenn sî mit sendem
blicke / mich girdeclîchen schiuzet Reinfr
3441.
24062
1.2
‘in Staunen geraten’
durch sînen wünneclichen schîn / vil maneger dâ begunde / erklupfen an der
stunde, / der in ze wunder ane sach KvWPart
17266
2
tr. ‘jmdn. in Schrecken versetzen’
daz herze ist ze herte daz nit gelindret wirt von únsers herren guͤti noch nit
erklupphet von der ewigen wisse PrGeorg
56,23
MWB 1 1959,21; Bearbeiter: Tao
erknëllen
stV.
‘erschallen’
dô was daz getemere grôz, / dicker dan ûf anebôz / der smide
slege erknellen, / hôrte man dô hellen / die slege ûf helme herte
RvEAlex
12361;
werdest underdrungen gar, / sô lâ swertes knopf ûf brust
erknellen; / slah die stahelbîzzen dar, / daz die kolmerhüete ûf köpfe erhellen
SM:Go
1: 3,8.
1a: 3,8
MWB 1 1959,40; Bearbeiter: Tao
erknûren
swV.
‘hart, zu Stein (knûr) werden’, als göttliche Strafe (vgl. DWB
5,1366 s.v. knauern):
manegem ritter wonent mit / vil kint unde nœtikeit, / der sîn tohter niht
verseit / dem selben gebûren [dem bäurischen
Emporkömmling] . / sô er müez erknûren! / des wünsch ich
Helbl
8,228
MWB 1 1959,47; Bearbeiter: Tao
erkoberen
swV.
vgl. lat. recuperare, afrz. recovrer (Palander, S.
110).
1 tr. 1.1
‘etw. (zurück)gewinnen, (gerichtlich) erlangen, zugesprochen erhalten’
1.2
‘sich für einen erlittenen Schaden Entschädigung verschaffen’
1.3
‘etw. wiedergutmachen, sich von etw. erholen’
1.4
‘eine Schar zusammenhalten’
2 refl. 2.1
‘sich (von etw.) erholen, etw. überwinden’
2.2
‘sich bessern’
3 intr. 3.1
‘sich erholen (von etw.)’
3.2
‘sich sammeln zu etw.’
1
tr.
1.1
‘etw. (zurück)gewinnen, (gerichtlich) erlangen, zugesprochen erhalten’
daz daz [das Haus] der erber man, her Sifrit
Kvssephenning, [...] erkoberte mit rechtem vrteile vor
gerichte UrkCorp (WMU)
611,17;
wanne Conrad erkoberd vnd behalten habe vor deme riche
[...] alle sine gewer vnd sin reth ebd.
N408,27;
gewinnen und erkobern
UrkWürzb
40,342
(a. 1340);
die burg was syn trost, das er alles syn lant da mit solt
erkobern Lanc
12,17.
18,2;
die ere die ir verlorn hant und die byderbekeit die ir
versumet hant, die mogent ir nymer me wiedder erkobern ebd.
537,3.
– mit ûf ( ‘auf etw., gegen jmdn.’):
alle die erkoverunge [...], die er vf den hof
erkouert hete UrkCorp (WMU)
785,35.
3222,6.
3391,1;
alle ander vorderunge vnd ansprach, die wir
vf [gegen] în vnd vf sinu guͦt erkobert hetten vor
gerihte ebd.
3222,10.
–
ane, von jmdm.:
daz wir dise [...] vnser manne der manschaft
ledig sagen sollen, wanne ein ercebyschof [...] daz
[die Lehensübertragung] erkoberet an den herren,
da die lehen her rurent UrkCorp (WMU)
1919AB,24;
swanne wir [...] die eygenschaft Rotingen burg
vnd stat [...] von dem stifte ze Fulde gehaben vnd
erkobern mugen UrkWürzb
41,161
(a. 1345)
1.2
‘sich für einen erlittenen Schaden Entschädigung verschaffen’
mag er sich niht gerechen an deme, der die getat het bigangen, mag er vnd
wirt ime statte, er erkobert sinen schaden an [von]
gines magen den nehisten innewendig vnd v̂zsewendig dirre stat UrkCorp
(WMU)
N238A,12
1.3
‘etw. wiedergutmachen, sich von etw. erholen’
han ich myner frunde keinen verlorn, da mit han ich
schaden genomen den ich nymer erkobern mag; han ich aber gut verlorn,
[...] ich mag es me wiedder gewinnen
Lanc
490,4.
485,18
1.4
‘eine Schar zusammenhalten’
die degen unervorht / Pârîs und der bruoder sîn, / Dêîfebus
[...] erkoverten daz her, / daz si strackes fluhen
niht KvWTroj
45072;
wist, wo junge welffe / nach einem hirtzen schone / her
jagen in sußem done, / daz den gar dick bruchig wirt, / ob ir meister daz
verbirt, / daz er sie niht erkobert Minneb
1641
2
refl.
2.1
‘sich (von etw.) erholen, etw. überwinden’
dâ bekoberten [La. erkoberten
] sî sich Iw
3733;
[von den guten Speisen] er schiere wider kam / und
erkovert sich an sîner kraft UvZLanz (K)
1857;
doch erkobert ez [das Pferd]
sich schier WhvÖst
11811;
do erkoberten sich die sine Herb
10029;
KvWTroj
43586;
hey hadde verloren also / van guden luden [...],
/ dat hey sich erkoueren neit enmochte Karlmeinet
534,66.
– mit Gen.:
die herren ouch dâ gebeten / varendem volk
[...]. / der êt durch êre guot nam, / der wart
mit rîcheit geladen / und erkovert sich alles schaden, / des im armuot ie
getet UvZLanz (K)
9196;
sie haben e den shaden genomen / des sie sich nit
erkobern muͤgen Rennew
22751
2.2
‘sich bessern’
mer doch endarf der mensche umb susliche
ding [solche lässliche Sünden] nút zuͦmole
lossen [nicht ganz und gar darauf verzichten, zum Empfang der
heiligen Kommunion zu gehen] ; get man zuͦ, man ensúndet nút
domitte, so es deme menschen leit ist, moͤhte sich wol erkobern des nehsten
tages Tauler
128,26
3
intr.
3.1
‘sich erholen (von etw.)’
vil dik vielent sú da nider / und erkovertent des wider
WernhMl
7064
3.2
‘sich sammeln zu etw.’
alsus erkoberte daz her / der brûdere aber zû der wer LivlChr
7925
MWB 1 1959,53; Bearbeiter: Tao
erkoberunge
stF.
‘(auf dem Rechtsweg erworbener) Anspruch, Rechtsanspruch’
vnde gap minem herren [...] sine clage wider vnde
alle die erkoverunge wider, die er vf den hof erkouert hete UrkCorp (WMU)
785,34;
wan im her Johannes von Loͮbegassun alles daz reht vnde die erkouerunge wider
hete geben, die er erkouert hete vor gerihte ebd.
785,37
MWB 1 1960,58; Bearbeiter: Tao
erkoln
swV.
→
erqueln
MWB 1 1961,1;
erkome
stF.
‘Schrecken’
formido et pavor: diu vorhte unde diu erchôme WindbCant
126
MWB 1 1961,2; Bearbeiter: Tao
erkomeclîchen
Adv.
‘erschrocken’
vil erchomechlichen si do sprach AvaLJ
38,3
MWB 1 1961,4; Bearbeiter: Tao
erkomen
stV.
1
‘plötzlich von einer heftigen Gemütsregung ergriffen werden’
1.1 von Schrecken, Furcht, Angst: ‘erschrecken’ , intr., auch refl. 1.1.1 intr. 1.1.1.1 ohne Gen. 1.1.1.2 mit Gen. 1.1.1.3 mit Präp. 1.1.2 refl. ‘sich erschrecken’
1.2 von Freude, Liebe, Zorn; intr. und refl. 1.2.1 mit Gen.: 1.2.2 mit Präp. ( von, mit ) 2
‘sterben’
3
‘herankommen’
1
‘plötzlich von einer heftigen Gemütsregung ergriffen werden’
1.1
von Schrecken, Furcht, Angst: ‘erschrecken’, intr., auch refl.
1.1.1
intr.
1.1.1.1
ohne Gen.:
die herren alle erquamen AvaLJ
117,4;
Wernh
A 3533;
RvEWchr
27861;
HvBurg
2414;
Ysaac erchom sô harte daz er negewielt sîner
worte Gen
1183;
Kchr
4703;
Wernh
A 2125;
hei wi sere er rechom VMos
28,27;
sîn herze alsô sêre erkam, / daz im die hœhsten
vreude nam / der schric der leiden mære RvEBarl
7607;
EnikWchr
16980.
– in der Paarformel mit erschrecken:
si erschrac sô sêre unde erkam, / daz ez ir
alle ir craft benam / und wart reht alse ein tôte var
Tr
11689.
3226;
StrKD
55,95;
Flore (G)
5607;
Eracl
3317;
LvRegSyon
1426;
HeslApk
13025;
HvNstGZ
6806;
Philipp
2136.
– Part.-Adj.:
vnd also erstuͦnd er erchomner vnd erschrochner, daz im daz
hantuͦch auz seiner hant viel, vnd im zittert die hand
GestRom
156;
die erchomen und vorchten in hart und lobten
den almæchtigen got PrOberalt
162,38;
vil sere werden irkumen / di engel unde
vorchten sich Hiob
15294
1.1.1.2
mit Gen.:
michel wunter in habete daz der fisk in deme
wazzere spilete, / dere wurme freissam er nieweht erchom
Gen
212;
sô wunderlîcher geschiht / erquâmen si vil sêre
KvHeimUrst
1421;
der hêrre rechom sô harte / sîner chuneclîchen
worte / newolt er niht vergezzen Kchr
12787;
Aneg
2448;
der gotes widerwarte, / der rede erkom er harte,
/ elliu sîn varwe / verwandelte sih garwe Kchr
2574;
Wernh
A 2832;
JvKonstanz
2307;
nu was Gawein erkomen / der chlag, die div magt tet Krone
9682;
der vrâge erkom der meister dô
RvEBarl
1027;
unde alsô der chunich diz fernam, / harte sêre er
sîn erchom VAlex
456;
Wig
4640;
EnikWchr
1366;
RuprvWü
266
1.1.1.3
mit Präp.
–
von:
von dem selben warte erchomen si harte
AvaLJ
131,5;
HvBurg
1646;
die tumben ewarte / die erkomen harte / uon
der rede Wernh
D 3216;
Krone
22799;
von dem gebresten [Zerbrechen des
Götzenbildes] si erkomen Wernh
A 3753;
sie erkomen uon dem gaste ebd.
D 4049;
do der heilige man das gesach, do erchom er
der vone Konr
9,37;
Wig
6138;
Krone
20840;
Philipp
1555.
– selten abe, ane, durch, obe:
und erkomet niht darab Ottok
15900;
dâ erkom der bischolf harte an ebd.
63411;
der iuden vientlicher bag / was so groz vf Barnabam / daz ir
iechelich sere erquam / durch des herren zukumen Pass I/II
323,52;
so ist niemant so vestes mutes, er erchom dar
obe PrOberalt
108,14
1.1.2
refl. ‘sich erschrecken’
– ohne Gen.:
daz íh míh erquám in mînen gedánkon unte in mînemo
sínne Will
79,6;
sin stimme was vil heilichlich, vil harte
erchomen si sich AvaLJ
182,1.
197,10.
– mit Gen.:
Moyses erchom sich harte / susgetâner worte Exod
317;
harti irquâmin si sich des ubiral, / si bedditin ci gote in
crûcestal Anno
47,27;
des erkom sih himel vnde erde, daz der herre der
engele sih so gedevmvͦte Spec
21,3;
AvaLJ
11,2;
UvZLanz (K)
6722;
frouwe Minne, [...] dem
gelîch, als ich nit müede wære, / hâst du aber al ze balde ûf mich
geleit, / des sich erkumet mîn lîb, mîn herze und al mîn sin: / ich
meine eins reinen, süezzen wîbes niuwen minnelast SM:Te
8: 1,6.
– mit Inf. mit ze:
si hatt ain kuͤnes herze. dú minne hatt si stark gemachet, daz si
sich grosser dinge nit erkam durch únsers herren minne ze tuͤnne und ze
lidenne PrGeorg
41,28
1.2
von Freude, Liebe, Zorn; intr. und refl.
1.2.1
mit Gen.:
swel man sicht frowen minnenklich, / der mag des wol
erkomen sich / in sînes herzen grunt SM:Had
52: 4,8;
eya, wie minnenklich si es do erkam
Mechth
3: 1,13
1.2.2
mit Präp. (von, mit):
als er diu mære vernam, / dô was er frô und erkam / von fröuden sô
harte, / daz [...]
Flore (G)
3454;
ich bin vf der minne rost / also gar von dir erkomen, / das mir niemer
wirt benomen / herzlicher sorgen last JvKonstanz
2283;
seht, wa si quamen alzuhant / hin wider vur Lysiam, / der mit allem
zorne erquam, / do er die guten gesach Pass III
501,24
2
‘sterben’
di drinni warin, / des hungiris nach irchomin
ÄJud
114;
damit wolt er seines vater vnd seiner müeter fräwd myschen, das in icht v̈bels
geschäch von fräwden, das sy erchömen scholten Schachzb
97,63
3
‘herankommen’
di wîl was he om vil nâ irkomen Demantin
8359
MWB 1 1961,6; Bearbeiter: Tao
erkomenlich, erkumelich
Adj., Adv.
1
‘schreckenerregend, schrecklich’
2
‘erschrocken’
1
‘schreckenerregend, schrecklich’
ein erkumelich dunreslac Pass I/II
227,77;
erkumelich / duhte sine antlutze mich Vät
23461.
29652
2
‘erschrocken’
mit erchomenlîchem muͦte Exod
760;
si irschrach do si in sah, / irchomenliche si do sprah
RvEWchr
31874;
erkomenlîche sach an in / der künec RvEBarl
1092
MWB 1 1962,29; Bearbeiter: Tao
erkôsen
swV.
refl.
1
‘sich mit jmdm. (über etw.) unterhalten, mit jmdm. (über etw.) sprechen’
2
‘über sich selbst sprechen’ (?)
1
‘sich mit jmdm. (über etw.) unterhalten, mit jmdm. (über etw.) sprechen’
sô wold ich mich sô mit ir erkôsen Walth
112,5;
swer den [himmlischen] kv́nik
heinliche gesprechen wil, der enziehe sich die wile von allen vnmvͦzen, das er sich
mit ime deste bas erkose DvAStaff
32;
mit dem ich leider niht getar / mich erkôsen nâch mînem muote / vor der leiden
merker huote Renner
385.
23873;
UvEtzWh
1730;
Frl
1:3,12;
Hiob
554;
Minneb
4865;
HvFritzlHl
245,26;
Seuse
443,1.
– mit Gen.:
die selige cristenheit, / der kundete
her [Christus] sin arbeit / und irkoste sich mit
ir beides / sines liebes und sines leides / mit suzen worten
HeslApk
4357.
– mit von:
du schoͤne guldine thron der ewigen wisheit, erloͮbe mir
armen súnder joch von minen gebresten ein klein sich mit dir ze erkosenne!
Seuse
263,21.
– subst. Inf.:
dur eins lieplichen erkosens willen Seuse
113,11
2
‘über sich selbst sprechen’ (?):
e ich nu gar betichte / daz letzte capitel und gerichte, / so
wil ich vor erkosen mich / mit underbunden suberlich, / die da min leben treffen an
Minneb
3189
(vgl. V. 2299ff. am Anfang des zweiten Einschubs)
MWB 1 1962,37; Bearbeiter: Tao
erkosten
swV.
‘die Kosten für etw. bezahlen’, nur JTit , in der Überl.
abwechselnd mit verkosten, stets im Reim mit gebrosten:
zehen kunige mochtens [
si = glockehûs
] nicht erkosten [La. verkosten
] . / aller richeit uber kraft was da niht ein siden groz gebrosten
JTit
425,3.
1993,2.
4466,1
MWB 1 1962,61; Bearbeiter: Tao
erkoufen
swV.
1 mit Akk.d.S. 1.1
‘etw. durch Kauf erwerben’
1.2
‘etw. durch Bestechung erlangen, erreichen’
1.3
‘etw. gewinnen, erwerben’
2 mit Akk.d.P. 2.1
‘jmdn. (von jmdm.) los-, freikaufen’
2.2
‘jmdn. für etw. anwerben’
1
mit Akk.d.S.:
1.1
‘etw. durch Kauf erwerben’
swaz di samnvng erchavffen oder ze recht gewinnen mag solher lehen, di
avzwendich vnsern hofmarhen gelegen sint UrkCorp
1861,9;
wazzer unde luft ist uns gemeine. / swer die solte erkoufen gar, der
müeste dingen kleine [müsste sorgfältig verhandeln, feilschen
(damit er nicht sein ganzes Vermögen verlöre; vgl. Anm.z.St.)]
KLD:Namenlos
h 28,10.
– Part.-Adj.:
vnsers erchavften aygens UrkCorp
2929,24.
– in geistlichem Sinne (vgl. 2.1):
[Jesus Christus, ] nu hilf mir, daz ich so gevar, /
daz du an mir iht fliesest gar! / ich bin din tiwer erchoufet gut
StrKD
156,27.
– übertr.:
swaz du hie has gewunnen, / daz hastu
harte [teuer] erchoͮfet: / du bis sere
bestroufet Rol
5357;
dâ mit [mit dem
Unterwerfungsgelöbnis] erkoufte ich dô mîn lebn
Parz
276,6;
daz manz ze got [durch
Almosengeben] erkoufen wil / daz man
[ungestraft] begê unrehtes vil WälGa
6155
1.2
‘etw. durch Bestechung erlangen, erreichen’
so sol dehainer vnser aller ambtman dehain getzevch von im erchovffen noch
ermieten lazzen bi vnser aller hvlden UrkCorp
1100AB,26,23;
die da habent gutez vil, / die erchauffent mit irem guͤt
/ daz man ennem chain recht nicht tuͤt, / wie gar recht er ist bechant / der
nicht zu smerben hat dew hant Teichn
83,49;
erkouften si [Annas und
Caiphas] alle jâr, / diser nâch, jener vor, /
[...] des bischofs amtes wirdikeit / von den
Rômêren JvFrst
4401
1.3
‘etw. gewinnen, erwerben’
sus sol man [...] mit kumber sælde
koufen [La. erchavfen
]
Greg
1706;
der [der, welcher] pris da kund erkoufen
JTit
2751,2
2
mit Akk.d.P.:
2.1
‘jmdn. (von jmdm.) los-, freikaufen’
ê daz uns Tybalt / Gyburge næme mit gewalt / oder si ab
uns erkoufte / und des prîses uns bestroufte Wh
260,21.
– in geistlichem Sinne (vgl. I Cor 6,20. 7,23):
min erbe wolt ich gerne besitzin
[...], / dar [für
das] mich der heilige Christ / mit sinem tiuren bluͦte
erkuͦfet hat Rol
8483;
nu hastu [Gott] in [den armen
Menschen] als tiur erkoͮfet und gearnet als
mich [den reichen]
PrSchw
1,59
2.2
‘jmdn. für etw. anwerben’
die von Paveie Irmenschart / het erkoufet ûf die vart
Wh
323,4
MWB 1 1963,3; Bearbeiter: Tao
erkrachen
swV.
‘anfangen zu krachen, krachend fast zerbrechen’
1 eigentl. 2 bildl., zum Ausdruck von Sorge, Leid, Trauer, Freude usw. 2.1 häufig mit herz als Subj. 2.2 mit anderen Subj.
1
eigentl.
– von Gebäuden, Mastbäumen, Waffen, Rüstungen usw.:
secht wie daz hus erchrachte / von eime dunrslage vil groz / der in allen
erdoz / mit einem starken suse Pass I/II
127,93;
ir masboume erkrachten, in kom ein rehter wint, / vil segele sich
erstrahten Kudr
1119,1;
ez muoz in ir dienste erkrachen / beide schilt und ouch daz sper
KLD:HvSt
3:2,3;
KLD:UvL
38: 7,3;
Rennew
19277;
daz [Horn] wart geblâsen ûf dem wal / sô starke,
daz die ringe sîn / [...] von dem gedœne erkracheten
KvWTroj
12203.
– von Blasinstrumenten:
dô si sich ûf machten, / busûne vil erkrachten Mai
118,36;
Bit
5532.
– von Körpergliedern:
dô wert’ ez sô sîn hant, / daz ir diu lit erkrachten
unt ouch al der lîp NibB
677,3;
Wh
429,27;
KvWTroj
4237;
JTit
4614,3;
Daniel
1792;
mit den starken armen er in umbevie / und druct in, daz im rip und rücke
erkrachet Loheng
2203.
– von Berg, Tal, Wald usw.: ‘erdröhnen, widerhallen’
der scaft prast zestucken: /
[...] di berge alle der uon erchracheten
Rol
3046;
dâ von wart der stôz sô ungevüege genumen, / daz von dem hurte möhte berg
und tal erkrachen Loheng
4863;
si sprach sô vrevelîchiu wort / von zouberlichen sachen, / daz der walt
erkrachen / begunde von ir sprüchen / und sich ze wîten brüchen / vil herter
vlinse dô zercloup KvWTroj
10538;
da ward ain schal / das der wald erkrachte / und das wild
erwachte HvNstAp
13123;
dâbî cleine vogel singent / alsô fröuderîchen sanc, / daz
diu heide ercrachet / und der wünneclîche walt KvWLd
3,7;
der plân der mohte erkrachen / von der snellen rosse louf
KvWSchwanr
1094;
KvWTroj
12561;
Loheng
4580
2
bildl., zum Ausdruck von Sorge, Leid, Trauer, Freude usw.
2.1
häufig mit herz als Subj.:
des sîn herze dicke erkrachete Wh
70,30;
des morgens so ich bin erwaht, / min herze mir vil dicke erkraht / umbe
die wochen spise Erz III
40,44;
man siht mich vil frœlîch lachen, / daz mîn herze muoz
erkrachen, / machet mich diu liebe in fröiden tôt KLD:GvN
29: 5,6;
SM:Ta
2: 4,2;
sîn herze in leide erkrachete / nâch ir minne reine KvWPart
5236;
da von [aus Trauer] ir herz erkrachet
JTit
4455,2;
geschah diser guͦten frowen och als we von erbermde, daz
ir herz neiswi erkrachete enpfintlich in ir libe, daz si von amaht nider seig an
die erde Seuse
143,5;
daz sind unrecht neydaer. / der eins andern schaden
lachet / und sein hertz dar umb erchrachet / wa er siecht eins andern gewinn, /
daz ist ein teufelischer sin Teichn
74,44
2.2
mit anderen Subj.:
uon dem laide unt uon dem grimme / so erchrachte Roͮlant
inne, / daz er sich genaicte uf den satelpogen Rol
6443;
mîn lîp vor leid erkrachte, / dô ich vant daz kint tôt
EnikWchr
12298;
sin lib von laide erkrachtt GTroj
1358;
in schœnem hâre manec hant / erkrachete ofte sêre. / waz mac ich sagen
mêre, / wan daz ir klage nie gelac KlageB
3717;
himel unde heben [(nd.) Himmel] / von vreuden
muͦz irkrachen Reinolt
2:1,15
MWB 1 1963,47; Bearbeiter: Tao
erkræjen
swV.
‘krähen’
die ab her von der Teie varnt, / arme liut si wênic sparnt; / die von der
Lüesniz, von dem Kamp, / nâch den in einem jâr ein lamp / in dheins gebûren hov
erblæt, / gans erschrît noch huon erkræt Helbl
1,579;
furwar furwar sage ich geschiht / dir, daz der hane erkrewet niht, / e du
verleukenst dristunt min [Io 13,38]
EvStPaul
13535
MWB 1 1964,44; Bearbeiter: Tao
erkrallen
swV.
‘jmdn. mit Krallen ergreifen’
in [den Sünder] der lew erkrallet
SHort
1868
MWB 1 1964,52; Bearbeiter: Tao
erkrâmen
swV.
‘etw. erkaufen’
den [Mittellosen] solt man daz
uͤbrig geben, / wolt man daz himelreich erchramn Teichn
53,31.
300,31.
245,70
MWB 1 1964,54; Bearbeiter: Tao
erkrammen
swV.
→
erkremmen
MWB 1 1964,57;
erkrammen
swV.
1
‘etw. (mit der Hand, mit Klauen) fassen, packen’
2
‘die Füllung von etw. (Wurst) herausdrücken’
1
‘etw. (mit der Hand, mit Klauen) fassen, packen’
den valken si ergramt [: erlamt
]
WhvÖst
7399.
– Part.-Adj.:
mir ist beschehen als einem ergremten voͤgellin, daz under
eins krimvogels klawen lit und von sterbender not sinnelos worden ist
Seuse
282,9
2
‘die Füllung von etw. (Wurst) herausdrücken’
mit pardris und lampriden vil manigen da genuͦgte. /
[...] etlichen andern fuͦgte / ein
intestin [Darm, Wurst (lat. intestinum)] uf
einem kol erkrammet / mit assurelare [Bed.?] . lat sin, der
lute sin ist ungesammet [uneinheitlich]
JTit
631,3
MWB 1 1964,58; Bearbeiter: Tao
erkrapen
V.
‘etw. an sich ziehen’
ich sage dir das ich da mit [mit der
Hand] an mich ziehen / das aller beste und das erkrapen, aen liegen
Pilgerf
9609
MWB 1 1965,6; Bearbeiter: Tao
erkratzen
swV.
1
‘jmn./etw. zerkratzen’
2
‘etw. zusammenscharren’
1
‘jmn./etw. zerkratzen’
die hânt die zwêne mir geslagen / und dise zwêne erkratzet KgTirol
G 3,6;
si [...] rauft auz ir har vnd
[...] zart ab ir gewant vntz auf den nabel vnd
erchratzt ir antluͤtz GestRom
107
2
‘etw. zusammenscharren’
nu wil ich [personifiz. Habgier]
dir sagen von mynen henden, / da mit ich den metal [das Edelmetall,
Münzen] zu samen brengen / und erkratzen Pilgerf
9504;
bis das sij hait erkratzet / das sij wolde, und in gesacket
ebd.
9604
MWB 1 1965,10; Bearbeiter: Tao
erkreften
swV.
‘stärken’
sie erkanten an siner geberde, daz er forhte sich. / sie rieften alle gliche,
‘gnade Wolf her Dieterich.’ / sie erkreften im sin gemüte
[...]: / ‘got durch sine güte hab uch helt so zart.’
WolfdD (H)
1437,1
MWB 1 1965,20; Bearbeiter: Tao
erkreischen
swV.
‘zum Kreischen, Aufschreien bringen’
swie lancseim gotes gerichte komt, sin zorn doch swinde erkreischet
[gemeint: bringt die Sünder zum Aufschreien (FrlWB
91)]
Frl
5:44,19
MWB 1 1965,25; Bearbeiter: Tao
erkrellen
swV.
‘jmdn. mit Krallen ergreifen’
so der danne minnist wænit der tot im nahet: / sin ubirmuͦt vellit, der tot in
erchrellit GenM
111,17
MWB 1 1965,29; Bearbeiter: Tao
erkriegen
swV.
teilweise nicht von erkrîgen stV. zu unterscheiden.
1
‘etw. durch Kampf gewinnen, erobern’
2
‘etw./jmdn. durch Anstrengung gewinnen, erlangen, erreichen’
3
‘jmdn. fassen, ergreifen’ , bildl. 4
‘jmdn. bekriegen’
1
‘etw. durch Kampf gewinnen, erobern’
als er wolde ercriegen die [
der vînde banier
] / und den heiden zu laster sie / zû der erden bringen, / den sic
alsô erringen Kreuzf
2029.
6228;
die hôhe êrste ercriegeten die / cristen ebd.
6675;
[weltliche Fürsten,] die sich hie lazen dursten / nach
eren unde landen, / striten mit iren handen, / uf daz sie vil ircriegen
Daniel
1131;
wêr von der welt hî mîn rîch, / di dînêr mîn sicherlîch / mir
erkrîgten wol daz heil, / daz ich den juden icht zû teil / wurde und ze handen
kême [Ioh 18,36]
JvFrst
6319
2
‘etw./jmdn. durch Anstrengung gewinnen, erlangen, erreichen’
was der mensche gewalteklich gewinnen sol, das muͦs er mit
arbeiten erkriegen und mit flisse Tauler
361,8;
diu gnâde, die si erkrieget mit sunderlîcher wîsheit und vlîze Eckh
2:144,6;
Tauler
269,4;
senftmuͤtikeit und gedult dise zwei muͤssent iemer erkrieget
werden mit widerwertikeit ebd.
381,20;
wanne wiltu flis haben, so mahtu got erkriegen und das edel
luter guͦt in allen wisen und wesende do du inne bist ebd.
120,4.
342,30;
Seuse
140,6.
170,19.
515,21;
nû wænent unser guoten liute erkriegen [es dahin bringen zu
können] , daz gegenwürticheit sinnelîcher dinge den sinnen niht
ensî [für ihre Sinne nichts mehr bedeute] . des engât in
niht zuo. daz ein pînlich gedœne mînen ôren als lustic sî als ein süezez seitenspil,
daz erkriege ich niemer Eckh
3:491,18
3
‘jmdn. fassen, ergreifen’, bildl.:
ich meine dich, junges mannes mut, kein spürn dich mac erkriegen Frl
5:29,19
4
‘jmdn. bekriegen’
yedoch hab wir fur bar vernomen / das sy schullen her aus kumen / noch vor des
jungisten tages frist / und schullen mit dem anterchrist / erchriegen die
christenhait Seifrit
4294
MWB 1 1965,32; Bearbeiter: Tao |