e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlêhenen swV. erleiben swV. erleiden swV. erleinen swV. erleisten swV. erleiten swV. erlemeden swV. erlemen swV. erlenden swV. erlengen swV. erlengeren swV. erlenken swV. erlenstam stM. erlêren swV. erlërnen swV. erlërzen swV. erleschen swV. erlëschen stV. erlescherin stF. erleschunge stF. erlësen stV. erlesten swV. erlëswen swV. erlich Adj. êrlich Adj. erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erlêhenen
swV.
1
‘etw. leihen, borgen’
2
‘etw. als Lehen haben’ (vgl. DRW 3,244)
1
‘etw. leihen, borgen’
ain hohfertigen arm man [vgl. Sir
25,4f.] , / bi dem wir sollint nu verstan / dez vil armen hohfart,
/ dez libes, des er nit hat von art / wan daz er erlenen muͦs / von dem hopt untz an
den fuͦs / in sich, um sich, an sich SHort
167;
(Part.-Adj.:)
mit erlenten gewanden ebd.
5301
2
‘etw. als Lehen haben’ (vgl. DRW 3,244):
wer vnder vns dehein guͦt in genomen het oder erlehent UrkRapp
316,15
(a. 1331)
MWB 1 1981,16; Bearbeiter: Tao
erleiben
swV.
1
‘jmdn. verschonen’
2
‘jmdm. etw. überlassen’ (vgl. DRW 3,245), hierher oder wie PfälzWB 2, 940 zu
erlouben ( ‘zugestehen’ )?
1
‘jmdn. verschonen’
ein ubel herre riche / der ein geslehte vertriben wil. / so erhebt er daz
nitspil / an dem swachesten manne. / verzagent die andern danne / und lazent den
vertriben, / daz si dester senfter beliben, / so vertribet er ir aber einen / und
erleibet ir keinen, / untz sie alle daz selbe erkiesent Erz III
154,68
2
‘jmdm. etw. überlassen’ (vgl. DRW 3,245), hierher oder wie PfälzWB 2, 940 zu
erlouben ( ‘zugestehen’)?:
wir veriehen vns auch, wer iz, daz wir dirre vorgeworte [=
vorworte
] , die do vorgeschriben sint, nit endeden, so erleiben wir ime vnser
pant ane zorn UrkOtterb
219
(a. 1299)
MWB 1 1981,25; Bearbeiter: Tao
erleiden
swV.
1 intr. ‘jmdm. unangenehm, verhasst sein, werden’
2 tr. ‘(jmdm.) jmdn./etw. verhasst machen, verleiden’
2.1 mit Dat. und Akk.d.P. 2.2 mit Dat.d.P. und Akk.d.S. 3 refl. ‘sich bei jmdm. unbeliebt machen’
1
intr. ‘jmdm. unangenehm, verhasst sein, werden’
si sal mir râten her zû, / mit welhen dingen ich daz tû, / daz mir Ênêas
erleide / unde ich mîn herze scheide / von sînen minnen En
2289;
do wart ez so geschaffen, / daz si den selben phaffen / so
sere minnen began, / daz ir erleidet der rehte man StrKD
27,170;
mir hânt diu wîp vil gar verzigen, / daz mir dur nôt daz
singen muoz erleiden SM:UvS
6: 1,4.
–
swenne in [den
Wucherer] bestet des libes tot, / daz ist sin iungisteu
[La. minnestev, ringeste
] not, / daz er von den luten scheidet; / die warn im doch erleidet
StrKD
138,20;
fy, fy! [...] du bist mir erleit
Pilgerf
10803
2
tr. ‘(jmdm.) jmdn./etw. verhasst machen, verleiden’
2.1
mit Dat. und Akk.d.P.:
ich kund dir in erleiden niht EnikWchr
16177;
er woldes von dem libe / han getan vor zorne. / ‘du bist es diu
verlorene’, / sprach er, ‘sint ich niht enkan / dir erleiden vremde man’
Frauenlist
588;
diu liebe liebet sich san [= sam
] mir, / daz mir die lieben nieman kan erleiden SM:
UvS
6: 5,2;
KLD:RvB
4:4,8;
BuchdRügen
1008.
– mit Ersparung des Dat.d.P.:
wer chan sey [personif.
Unkeuschheit] erleiden / das sy auf den purgen nicht hab
tail? / in den stetten ist sy wol vail, / dew dorffer sy nicht vermeyden wil
HvBurg
290
2.2
mit Dat.d.P. und Akk.d.S.:
die er hie laze, / den
irleide [versperre] du die straze
Rol
560;
durch daz sî tugende ist volkomen, / [...] so
enmac mir dehein nôt / âne den gemeinen tôt / den willen erleiden / noch mînen
muot gescheiden / hinnen fürder von ir HartmKlage
1533;
ich [Teufel] kan im niht
erleiden / rehticheit und guottæt EnikWchr
13376;
der gelust ist daz ubel wip, / diu daz gotes hus, des
menschen lip, / dem grozen got erleidet, / daz er gar von dannen scheidet
StrKD
122,131;
walt und ouwe, daz gevilde / hât bedecket rîfe und anehanc, / daz erleidet
in der wilde / kleinen vogelînen ir gesanc KLD:KvK
4:1,3;
ich kund im hoher vreuden vil erleiden JTit
5272,2.
– mit Ersparung des Dat.d.P.:
sumelih prunno irleidit winis wunne Merig
28,1
3
refl. ‘sich bei jmdm. unbeliebt machen’
fröide ist süeze, sorge ist sûre. / ich was sorgen nâchgebûre:
/ diu hât mir erleidet sich KLD:UvL
24: 3,7;
nu weiz got wol das ich an dir / nie nit gesach wande das
dich mir / leipte und erleidet nie, / sit das ich kunde din gevie
RvEWchr
25993
MWB 1 1981,38; Bearbeiter: Tao
erleinen
swV.
refl. ‘sich an jmdn. lehnen, auf jmdn. stützen’
sin geselle, an den er sich ie erleinde Seuse
138,30
MWB 1 1982,22; Bearbeiter: Tao
erleisten
swV.
‘etw. vollbringen’
daz min kraft geleisten [La. erleisten
bei Lexer 1,649] mac / einen so gepristen slac / da von daz leben
dem tode wirt Rennew
11687
MWB 1 1982,25; Bearbeiter: Tao
erleiten
swV.
‘(Pferde in den Kampf) führen’
darczu wil ich im senden dru schön roß groß und starck
[...]. wil er noch hut syn macht daroff thun, er erleit
sie alle vier Lanc
267,31
MWB 1 1982,29; Bearbeiter: Tao
erlemeden
swV.
‘jmdn. lähmen’, hier übertr.:
des manger wirt an ganzem pris erlemdet JTit
1442,2
MWB 1 1982,33; Bearbeiter: Tao
erlemen
swV.
1
‘jmdn. (auch ein Glied, Organ) / ein Tier lähmen, bewegungsunfähig machen’
2
‘jmdn./ein Tier schwächen, kraftlos machen’
3 übertr. 3.1
‘etw. (Ruhm, Ehre usw.) schädigen, zerstören’
3.2
‘etw. unmöglich machen’
1
‘jmdn. (auch ein Glied, Organ) / ein Tier lähmen, bewegungsunfähig machen’
daz vergit daz ist der nature, daz ez den mennisken erlemt. alsam ist ouch er
wol von rehte erlamt, swer den lip unde den sin, den im unser herre got da zuo
verlichen hete, daz er im da mit dienen solte, daz er denne da mit dem vil ubeln
tivel dient Konr (Sch)
161,1;
mit welher hande listen / hâstû die knehte mîn erlemet / KvWPant
1275;
KvWPart
5862;
StRMünch
374,15;
die [Arme] möhten sîn erlammet Virg
161,10;
die clefsche zvngen / die mach nieman irlemen / vnd mit tugenden gezemen / der
sich ir lange hat gewent Pass I/II
117,21;
manic ors erbüeget, / erstôzen und erlemet wart / ûf der ritterlîchen vart
Reinfr
7389;
umb vich, daz er mit dem wagen erlempt oder geschedigt hab oder getoͤt
StRMünch
360,9;
(Part.-Adj.:)
daz man den truhsæzen siht / von iu ze tôde erlempten
[getötet]
KvWHvK
201.
– in geistl. Sinne:
vor got vntugent smekint, / die sinen zorn weckint / und vnsir sel
vertremment [l. wohl vertemment
] , / lip vnd sel erlemment / vnd hant vns selden vil vertriben
Martina
23,96.
26,63;
die in dez todiz vallen / sint alhie beclemmet, / an libe an sele erlemmet
ebd.
11,50;
hœrent vmbe den verschampten / in sunden den erlampten ebd.
94,10
2
‘jmdn./ein Tier schwächen, kraftlos machen’
der müeste ir hôhen kraft erlemen / und die pfarren beide zemen / sô gar mit
strîtes fuoge KvWTroj
8171;
die grimmen ohsen und daz êr / wurden an ir kraft erlemet ebd.
9743.
– Part.-Adj.:
an kreften den erlempten / hætens an den stunden / von im
vil gerne enbunden KvWHvK
306
3
übertr.:
3.1
‘etw. (Ruhm, Ehre usw.) schädigen, zerstören’
tavelrunder prîses kraft / hât erlemt ein geselleschaft /
die drüber gap hêr Parzivâl Parz
315,8;
nu muoz dîn freude sîn verzagt, / unt al dîn hôher muot
erlemt ebd.
441,27;
wie wildû dich verswachen / mit sô smæhen sachen / und dîn êre alsus
erlemen! Mai
68,5
3.2
‘etw. unmöglich machen’
den [
turnei
] hât ein vesperîe erlemt Parz
95,17;
der winter [...] och die vogil klemmet, / ir
hohin sanc irlemmet [zum Verstummen bringt] , / div
tier vnd alliv stolzin hirz, / die trüebet er Martina
44,48
MWB 1 1982,35; Bearbeiter: Tao
erlenden
swV.
‘zu etw. hingelangen’
dû scolt bûwen an des meris stade / dâ dei scef lentin,
[...] daz dâ zi dir gnâde findin die ûz des meris
freisan intrinnin, / unt swen der tiefel jage daz der zuo dir fluht habe, / unt an
deme ente dâ zi himil erlente Gen
2831;
Noe einen raben ûz sante: an eineme âsa er erlante
[oder erlamte (sank matt nieder)? vgl. Diemer, Anm.z.
GenM 28,24 ]
ebd.
707
MWB 1 1983,16; Bearbeiter: Tao
erlengen
swV.
1
‘etw. lang, länger, größer machen, verlängern’
2
‘etw. in die Länge ziehen, hinauszögern, verzögern’
1
‘etw. lang, länger, größer machen, verlängern’
– räuml.:
mit guldîn schellen kleine / vor iewederm beine / wârn
die stegreife erklenget / unt ze rehter mâze erlenget Parz
122,6;
er nam das roß mit den sporn und schlug in jhens waßer
und erlenget syn glene [legte seine Lanze ein] und
wolt den konig stechen Lanc
170,32;
und Hestor reyt zu der barbekanien wert sin jost
erlengen [um einen längeren Anlauf für seine Tjost zu
haben]
ebd.
386,22.
– refl.:
wer under uns sei, der sich selben, ob er churtzes libes
ist, erlengen muͤg ein ellen oder ein spannen, daz ist uns allen chunt, daz iz
niemant getuͦn mach PrOberalt
160,4.
160,7;
PrLpz
130,39.
– zeitl.:
also irlenge ouch sundir var, / hirre, mine jar und mine
zit Brun
10351
2
‘etw. in die Länge ziehen, hinauszögern, verzögern’
des erbalch sich Ênêas / dorch daz der kamph erlenget was / zwischen im und
Turnûm, / den her gerne wolde tûn En
11866;
(wortspielend:)
nu hât mîn schamndiu wîpheit / sîn lôn erlenget
[hinausgeschoben] und mîn
leit [verlängert]
Parz
27,10;
so bit ich dich veterlicher got, / also du koning Ezechias
tot / irlengetest durch bete vunfzen jar Brun
10350.
– refl.:
so stostu erlechen als ein kra / an eines taches troeffe / nach
schedelichem kovffe. / vil lihte es sich erlenget, / daz man dich ersprenget /
vnd dir zerstrichet dine lide MinneR 418 (M)
55
(vgl. verlenget in
MinneR 418
55 )
MWB 1 1983,24; Bearbeiter: Tao
erlengeren
swV.
‘etw. verlängern’
das wir únser verbúntnisse[...] erlengert und
gestrecket hant hinnant untz zuͦ dem selben sante Martins tag und dannent hin úber
zwei gantze jare UrkStraßb
5,1:186,1
(a. 1349)
MWB 1 1983,53; Bearbeiter: Tao
erlenken
swV.
refl. ‘sich wenden’
si [die Seligen] ne arbeitent mit
fuozzen noch mit hanten, / si ne erlenchent sich niener an den anewanten
Himmelr
10,12
MWB 1 1983,58; Bearbeiter: Tao
erlenstam
stM.
‘Stamm der Erle’
wiltu pfroppin eynen boum, der do brenge gar rote eppil, so
nym eyn ris von eyme appilboume vnd pfroppe das vf eyne erlin stam
Pelzb
122,29
MWB 1 1983,62; Bearbeiter: Tao
erlêren
swV.
‘jmdn. lehren, unterrichten’
daz paradyse zeicte ich [Gott] dir
[...], / irlêrte dich wislîche VMos
8,16;
Wig
3704
(La.).
– Part.-Adj.:
erleerte: eruditi PsWindb
18,Oratio
MWB 1 1984,1; Bearbeiter: Tao
erlërnen
swV.
1
‘etw. zu Ende lernen’ oder ‘sich etw. durch Lernen aneignen’
2
‘etw. aus einer Quelle erfahren’
1
‘etw. zu Ende lernen’ oder ‘sich etw. durch Lernen aneignen’
wer mac so mengen spehin list / erschriben vnd erlernen, / als er
[Gott] mit den sternen / gewundert an dem himil hat
Martina
2,27
2
‘etw. aus einer Quelle erfahren’
dez zwelften tages zit, / an dem groz iamer lit, / als wir von schrift
erlernen, / wan so vallent die sternen / uon dem himel her nider Martina
190,67
MWB 1 1984,5; Bearbeiter: Tao
erlërzen
swV.
‘aufheitern, erfreuen’
leg yegleichen / an ain pett besunder, / vnd yedem zway fräwlein / nein! /
sein / muͦt sol er erlertzen, / schertzen / damit die nacht Hätzl
1:91,233
MWB 1 1984,13; Bearbeiter: Tao
erleschen
swV.
tr., ‘etw. (aus)löschen’
1 eigentlich 1.1 Feuer, Brennendes, Licht 1.2
‘etw. Glühendes abkühlen’
1.3
‘etw. (die innere Hitze) abkühlen; (die Temperatur) senken’
2 vielfältig übertr. 2.1
‘(den Durst) stillen’
2.2
‘jmdn. erblassen lassen, jmds. Schönheit, Glanz in den Schatten stellen’
2.3
‘etw. (Begierden) abtöten; etw. tilgen, beseitigen, zunichte machen; jmdn.
töten’
2.4
‘(den Zorn) besänftigen’
1
eigentlich
1.1
Feuer, Brennendes, Licht:
daz fûre an die were flouch, / sine mohtenz niht erleschen En
7009;
Lucid
127,15;
Wig
4305.
6960;
EnikWchr
22771;
Ottok
49234;
Minneb
2834.
2839;
er laschte daz liht gar StrKD
59,84;
den sunnenschîn diu gotheit / mit ir kraft erlaste / an
sînem liehten glaste RvEBarl
12885;
diu flamme an der kerzen wirt erleschet von dem wind
BdN
72,16;
wan daz viurine swert da daz tor mit behuͦt was des heiligen paradyses,
daz hat der heilige Christus erlescet mit dem wazer, daz da floz uze siner
gotlichen siten Konr (Sch)
205,18.
– bildl.:
swaz mir Alysen minne tuͦt, / untz daz ich sie minne,
/ wie sere ich von ir brinne, / ir gnade mich wol erleshet
Rennew
3613.
– Part.-Adj.:
daz der frawen daz kindlein ab gê von dem gestanch
ainr erleschten kerzen BdN
42,9
1.2
‘etw. Glühendes abkühlen’
der wein, dâ goldes plechel inn erlescht sint, ist den
milzsühtigen guot BdN
475,4;
der nem wein, dâ stahel inn erlescht sei ebd.
475,5
1.3
‘etw. (die innere Hitze) abkühlen; (die Temperatur) senken’
[
burzeln
] sint gut uor den smerzin [...] vnde
erleschent di biuerlichen hitzen SalArz
11,36;
krichen vnde kirschen sin kalt an deme erstin gradu. vnde
vuchte an dem andirn. di suren [...] irleschint di
hitze ebd.
14,26.
46,31;
daz der reif von gar behendem dunst ist und gar kalt, und
dâ von durchgêt er diu klainen luftlöchlein an den frühten und erleschet die
nâtürleichen hitz dar inn BdN
85,14
2
vielfältig übertr.
2.1
‘(den Durst) stillen’
er tranc wazzers selten sô vil, / daz er relaschtes durstes zil
LvRegFr
2166
2.2
‘jmdn. erblassen lassen, jmds. Schönheit, Glanz in den Schatten stellen’
der vünften [Frau] er des prîses jach, / unz er
die sehsten ersach: / diu sibende erlaschte dise gar, / unz er der ahten tete
war Er
8268;
mit ir enist kein ander wîp / erleschet noch geswachet, /
als maneger mære machet: / ir schœne diu schœnet, / si zieret unde crœnet / wîp
unde wîplîchen namen Tr
8295;
ir grôziu schœne erlaschte gar / aller wîbe schœne
Wig
9194;
Pentesilien liehter shin / so clare von ir glaste / der
nach [fast] ir [der anwesenden
Frauen] shoͤne erlaste Rennew
32206
2.3
‘etw. (Begierden) abtöten; etw. tilgen, beseitigen, zunichte machen; jmdn.
töten’
daz wir alle die gelust unrehtir dinge erleschin muͦzzin
an unsirme lîbe, die uns ze sundin unde ze unrehte lâitint Spec
88,12;
das wir alle wertlichiu bosheit an uns selben so
erleschen, daz wir wirdich werden sines hiligen brotes zessen
PrOberalt
69,24;
ez ist gescriben, daz daz almoͮsen die sunde erlescet,
als daz wazzer toͮt daz uiwer Spec
116,13;
daz si [
schelle, das Zauberglöckchen] niemer mê / erlaschte
noch zestôrte, / swie vil man si gehôrte, / dekeines herzen swære
Tr
16395.
– den Geschmack:
er az selten daz man sôt: / swenne sô erz aber az, / sô mischet er mit
aschen daz / oder gôz kalt wazzer drin. / daz rüttelt er her unde hin, / unz
er erlaschte den smac, / der an guoter spîse lac LvRegFr
2143.
–
‘(ein Gift) zerstören’
der stain [
amandinus
] erlescht all vergift BdN
435,30.
–
menig edel griffe [gemeint: der Kämpfer
als Träger der mit diesem Vogelbild ausgeschmückten
Rüstung] zartt / von schrentzen do erlöschet ward
GTroj
24378
2.4
‘(den Zorn) besänftigen’
dô daz reine chindelîn, / daz êwige magedîn, / in dise
werlt wart geborn, / dô wart erleschet der zorn / der gotes
unwirde [Unwille]
Wernh
1056
MWB 1 1984,17; Bearbeiter: Tao
erlëschen
stV.
1 intr., ‘erlöschen’
1.1 eigentl., ‘aufhören zu brennen, zu leuchten’ , von Feuer, Brennendem, Licht 1.2 übertr. 1.2.1
‘nachlassen, schwinden, vergehen, (zu bestehen) aufhören’
1.2.2
‘aufhören zu bellen, zu jagen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 51b) 2 tr. ‘etw. auslöschen’
1
intr., ‘erlöschen’
1.1
eigentl., ‘aufhören zu brennen, zu leuchten’, von Feuer, Brennendem,
Licht:
uon dem ewigen helleuivre, daz nimmer erliscet
Spec
114,11;
Ägidius
1024;
von sînem bluote begunde / daz viur erleschen
Wig
7011;
EnikWchr
23963;
Ottok
9167;
Eckh
2:342,3;
die tumben magide sprachen zuͦ den wisen: gebent uns
iuweres oles unseriu lieht sint irlosken JPhys
17,8;
Spec
128,27;
RvEBarl
3567;
EvAug
62,21;
do erlasch ez [das Licht im Grab] von dem winde
En
8405;
vrou Herzeloyde gap den schîn, / wærn erloschen gar die
kerzen sîn, / dâ wær doch lieht von ir genuoc Parz
84,14;
der liechte sunne der relasc Rol
6936;
Iw
638;
diu liehte sunne / erlöschet in den ougen mîn, / swanne ich
den rôsen schowe, / der blüet ûz einem mündel rôt / sam die rôsen ûz des meien
towe SM:KvT
1: 4,5;
so er [Mond] denne uon der
sunnen cumet, so erloͤschet ime daz lieht vnde nimet abe Lucid
52,8.
– in Vergleichen:
sô moht man êrste kiesen / Lanzeletes pavilûn, /
[...] sô hêrlich über die ander, / als ein
brinnder zander / für ein erloschen kol UvZLanz
9084;
sîn barmunge alsam ein kol / was, daz gar erloschen
ist Wig
7633;
was sîn hôchvart als ein kol / mit dem lîbe erloschen
gar ebd.
8322.
– von Hautfarbe, Augen:
swie schœne ir varwe ê wære, / diu erlasch nu gar und
wart bleich Wig
9986;
als an dem hohen aste des krúzes dinú klaren ogen
erlaschen und wurden verkeret Seuse
316,2
1.2
übertr.
1.2.1
‘nachlassen, schwinden, vergehen, (zu bestehen) aufhören’
swen der slaf vindit materge in dem magin, der mere
ist den naturlicher werme zu maze kume, so irlischit naturliche werme von ir
manicvaldicheit, wan si ir nicht angesigen mac mit der deuwe
SalArz
23,26.
–
swenne der mennische wirt alt, / aller sin lip ist
im chalt, / ze den chreften ime gebristet, / alliu sin tugente erlischet
HimmlJer
80;
Rol
6426;
do erlasc im sin craft, / der helt uiel in
ummacht ebd.
6751;
swenne ich des gedenke, das min licham erloͤschen
sol also mit dem tode, das ich nit me liden sol noch loben minen lieben
Jhesum, so ist mir also we Mechth
6: 15,4.
–
nû sehet wie unser lachen / mit weinenne erlischet. / unser süeze
ist gemischet / mit bitterer gallen AHeinr
107;
von leide ir liep erlischet; / ir wol verkêret sich in wê
KvWTroj
2256;
sin vnfroͤde nv gar erlasch
TürlArabel
*A 129,31;
Ottok
15682;
senfter muot im erlasch ebd.
20516;
daz er gedenken began, / mit swelher slahte
dingen / erz möhte vollebringen, / daz al sîn herzeswære / dermite
erloschen wære Tr
19084.
–
der Tiuschen prîs erloschen / ist an êren hiute, /
gesigent welsche liute / an dem rîchen künge wert KvWTurn
970;
êre ist alsô lûterlich geverwet und sô rehte clâr,
/ ob man tiure als umbe ein hâr / valschheite drunder mischet, / daz ir
durliuhteclicher schîn sich trüebet unde erlischet KvWLd
32,72.
–
dem man, der niht wol reden kan, / kumt dem ein
rederîcher man, / im erlischet in dem munde / daz selbe, daz er kunde
Tr
4837.
–
zehant erlischet ir der sin, / daz sie sich niht als ê versinnet
LvRegSyon
2738
1.2.2
‘aufhören zu bellen, zu jagen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt,
51b):
der hunt kan nimmer mêr erleschen Hadam
118,4;
man siht bî heizer sunnen si [die Hunde]
erleschen ebd.
164,5.
117,1.
130,5
2
tr. ‘etw. auslöschen’
an der selben wile wart daz fúrine swert erloschen
Lucid
80,16;
(im Bild des brennenden Dornbusches:)
ir [Marias] rainikait nie erloschen ward
KvHelmsd
338
MWB 1 1985,23; Bearbeiter: Tao
erlescherin
stF.
‘eine, die den Zorn besänftigt’
liden ist mines zornes ein erloͤscherin und miner hulde ein
erwerberin Seuse
250,24
MWB 1 1986,29; Bearbeiter: Tao
erleschunge
stF.
‘Auslöschung’, hier ‘Abtötung (der Begierden)’
an der vierden erkennung lit an [= ein
] erloͤschung boͤser girde und gelúste PrGeorg
255,17
MWB 1 1986,32; Bearbeiter: Tao
erlësen
stV.
auch erlœsen (im Reim auf bœsen (
EnikWchr
3950
).
1
‘etw. aufsammeln, auflesen’
2
‘etw. auslesen, etw./jmdn. auswählen, erwählen’
2.1 mit Akk.d.S. 2.2 mit Akk.d.P. 3
‘etw. (Ackerfeld) in Ordnung bringen’
4
‘etw. aus einem Text herauslesen, lesend erfahren, erforschen’
5
‘vor jmdm. etw. verlesen’
6 jmdm. etw. zu teile ~
‘zuteil werden lassen’
1
‘etw. aufsammeln, auflesen’
wes stet ir hie, / daz ir nicht grifet zu dem grabe / und rumet vaste so hin
abe, / unz man daz heilictum muge erlesen? Pass III
614,21
2
‘etw. auslesen, etw./jmdn. auswählen, erwählen’
2.1
mit Akk.d.S.:
die vremden würzen reine / diu schœne sûbert und erlas KvWTroj
10637;
der woͤlle machen ein guͦt gesoten ris, der erlese ez
schone vnd wasche ez schone BvgSp
74a;
Pilgerf
8577;
die stafel suln ganz wesen, / dar zuo sol man guot steine erlesen
WälGa
5790;
daz man von zwein bœsen / daz wægest sol erlœsen
EnikWchr
3950;
zu jungist ich einen [Vogel]
mir derlaz Minneb
5128.
– Part.-Adj.:
von irlesenen [ausgewählt
guten] kernen HeslApk
3251;
von tugenden alz uz irlesen ebd.
17610
2.2
mit Akk.d.P.:
an minem lebene / wil ich Cristes ritter wesen. / zu herren han ich in
erlesen Pass III
391,58;
wen swaz dar kumt, daz ist irlesen / und irwelt vor gotes
ougen HeslApk
11222;
amme juͦngistin tage so werden sie gescheiden: bonos in vasa sua eligent
et malos foras projicient. man sol die guͦten danne erlesen in sine vas zu sinen
heiligen in daz ewige himelriche und die bosin sol man hin werfen in die ewige
helle PrLpz
109,39
3
‘etw. (Ackerfeld) in Ordnung bringen’
wie mohte ez joch gewesen, / daz ich den acker solde irlesen
/ beide durch roden und durch ern? Vät
19036.
19064
4
‘etw. aus einem Text herauslesen, lesend erfahren, erforschen’
do daz teidinch ergat, / dehein gebet ferre stat. / den got da
verteilet / unde in der viant geseilet, / daz chan nieman erlesen, / wie der
deheiner sol genesen Hochz
759;
an welen buochen hânt si daz erlesen, / daz sich sô maniger flîzet, wâ er ein
schœnez wîp vervelle? Walth
34,2;
daz en moͤchte ein pfaffe niht erlesen StrKD
4,195;
dar zuo hât iuwer meisterschaft / der gote namen unde ir
kraft / rehte erlesen unde erkant RvEBarl
8973;
Ottok
436
5
‘vor jmdm. etw. verlesen’
ein urteil man im drate erlas, / daz im sin leben neme Pass III
63,43;
wie daz von altter har komen si, dz man des erstten den rodel erlesse vor der
gemeind UrkAargau
1:4,34,24
(1. H. 14. Jh.)
6
jmdm. etw. zu teile ~
‘zuteil werden lassen’
o dirre guten stunde, / daz si mir ie kunde / und zu teile wart erlesen
Pass III
122,15
MWB 1 1986,36; Bearbeiter: Tao
erlesten
swV.
‘jmdn. mit etw. belasten’
aldus so lychte ich [Frau
Hoffnung] eme die borde / da met hem Czwivel hait herlest MinneR
497
365
MWB 1 1987,19; Bearbeiter: Tao
erlëswen
swV.
Ansatz unsicher (vgl. Grimm, Dt. Gr. 1,357).
‘schwach werden’ (?):
rîlichen dû dar inne stâst / zuo dînes kindes zeswen. / erdorren und erleswen
[Laa. erzleswen, ersweswen
] / lâz unser fiuhtic herze wol, / daz valschiu minne, unkiusche vol,
/ mit brœdekeite netzet. / dû bist dar zuo gesetzet, / daz dîn genâde manicvalt, /
dem argen tiuvel mit gewalt / verschriet sîner krefte lit KvWGS (G)
1576
MWB 1 1987,22; Bearbeiter: Tao
erlich
Adj.
‘beackerbar, bebaubar’
ewiclich zcu besizene dry huͦffe erlichs landis UrkCorp (WMU)
N407,17
MWB 1 1987,31; Bearbeiter: Tao
êrlich
Adj. , êrlîche(n)
Adv.
1 Adj. 1.1
‘angesehen, ehrenwert, ruhmreich, vortrefflich’ (in unsicher Abgrenzung zu
1.3.1 ) 1.2
‘erhaben’ , von Gott und Gottesmutter gesagt 1.3
‘schön, herrlich, stattlich’
1.3.1 bezogen auf die äußere Erscheinung von Personen und Bildwerken 1.3.2 bezogen auf Tiere 1.3.3 bezogen auf Dingliches (Obst, Bäume, Bauwerke, Licht usw.) 1.3.4 in Umschreibungen mit dinc, wîse 1.4
‘Ehre bringend, zur Ehre gereichend; ehrenhaft’
1.5
‘jmds. Stand, Stellung entsprechend, angemessen’ , präd., meist mit Dat.d.P. 1.6
‘ehrenvoll, feierlich’
1.7
gote ~
‘für Gott angenehm, gottgefällig’
1.8
êrliche zît
‘lange Zeit’
2 Adv. 2.1
‘in/ mit Ehren, ehrenvoll’
2.2
‘ehrenhaft’
2.3
‘aufrichtig’
2.4
‘in ehrerbietiger Weise’
2.5
gote ~
‘gottgefällig’
2.6
‘herrlich, prunkvoll’
2.7 Einzelnes
1
Adj.
1.1
‘angesehen, ehrenwert, ruhmreich, vortrefflich’ (in unsicher Abgrenzung zu
1.3.1):
der selbe altiskche was ein êrlich reche
Gen
2567;
er wart sâ des hers chunich. / sî dînten im mit êren / unde hîzen in alle
ir hêrren. / er was ein helt êrlîch JJud
233;
do huͦp sich daz gesinde, / manc helt erlich
Rol
6691;
zvei hundert ritar erlich Roth
751;
ich han ave erliche svn Wernh
D 1978;
des ersten zvgent daz die erliche lute, die burgermeistere beide in der
stat UrkCorp (WMU)
777,26
1.2
‘erhaben’, von Gott und Gottesmutter gesagt:
o Maria, erlichú keyserinne, gottes muͦter und vroͮwe
min! Mechth
3: 4,3;
únser herre und sin erlich muͦter ebd.
5: 32,11.
7: 1,30;
durch diss widermüet rueftenn die unndertan gen dem hohen
und dem erlichen got HvHürnh
5,5;
genade ze sagenn dem erlichen got ebd.
11,7
1.3
‘schön, herrlich, stattlich’
1.3.1
bezogen auf die äußere Erscheinung von Personen und Bildwerken:
scône bist tu wíne mîn unt êrlich [
decorus Ct 1,15]
Will
23,1;
do geshuf er einen man / uil harte erlîchen / uz
wazzere unde uz erde VMos
6,17;
scône er ze tale wert scein / peidiu uber fûz unt uber
pein. / unt uber allen sînen lîp / sô was er als êrlîh VAlex
150;
wârumbe betruge dû mich mit dînem wîbe êrlich ?
Gen
812;
VMos
7,4;
dar stat Rotheres wif / vnde quelit den erlichin lib:
/ van herceleide daz ist Roth
3821;
diu [
maget
] habet alle guotin, / die rehten diemuotin, / ir varwe was ir
also lieht – / ja newart nie so erliches niht Hochz
205.
–
duo er [Gott] daz bilede
êrlich gelegete fure sich [...]. / sînen geist
er im în blies, michelen sin er ime friliez Gen
200;
SuTheol
20;
auff dem syms was erhaben / von gold ain pild
erlich / dem kunig Appolonio geleich HvNstAp
1213
1.3.2
bezogen auf Tiere:
Abraham blichte hinter sih, dâ sach er einen ram
êrlich, / der haftôte in den brâmen Gen
936;
ain ruͦde fur ab dem palas, / der was starc unt
erlich Rol
7120;
er worte [= vôrte
] an sime schilde / ein tier samt iz spilde / vz deme golde
erlich, / eime capelune gelich Roth
4942;
ûf des boumes esten / sâzen mit resten / manic vogel êrlîch
Tund
1919
1.3.3
bezogen auf Dingliches (Obst, Bäume, Bauwerke, Licht usw.):
daz obez was êrlich an ze sehen zîrlich
Gen
347;
fagus haizt ain puoch. daz ist gar ain êrleich paum
und tregt früht BdN
323,26;
eine harfin die was erlich Roth
2510;
bi deme uvere vant ich sa / ein erlich munster alda
Vät
34942;
ein êrlîch bruck lange / was über das wazzer geslagen
EnikFb
2700;
der estrich ist guldin – / wie moht er erlichir sin?
Hochz
461;
Constantin der riche / saz mit grozin creftin / zo
einir wirtschefte / vf einim erlichen sal Roth
3840;
ein gecelt erlich ebd.
2781;
er worhte in uzzir nihte, / er worhte
in [Luzifer] zeinem
erlichem [strahlenden] liehte, / daz er vor im
wære / unde im lieht bære VRechte
200;
der steine allir iegelich / treit ein lieht also
erlich / widir den andiren besundir Hochz
444.
467
1.3.4
in Umschreibungen mit dinc, wîse:
erlichiv dinch gesaget sint uon dir stat gotes [
gloriosa dicta sunt de te: ciuitas dei
]
PsM
86,3;
got hat mir ein also erlich ding gewiset und gelobet
ze leistende Mechth
5: 29,13;
dv bist die mandelrute, / vf der wider rechter art / daz obz in voller
vrucht gewart / in erlicher wise Pass I/II
146,10
1.4
‘Ehre bringend, zur Ehre gereichend; ehrenhaft’
swâ ir danne die arbeit an grîfet, diu der werlte nütze ist und êrlich
ist, diu ist ouch gote lobelich PrBerth
1:562,7;
sú huͤtent sich vor der maintaͤtigen hôhfart, und swaz aber inen êrlichs
und lobes wirt, daz ziehent si an sich PrGeorg
12,14;
swaz dich dunke missetat / daz ieman vor dir tribe, / so
went dich und schibe / da von, so tustu loͤblich; / swaz aber erlich dunke dich,
/ dem volge nach gedrat WhvÖst
2738.
–
ouch als iz geschriben stêt, / daz ein êrlich leben
âne schamen, / dâ mite zerwerben ein gûten namen, / ist bezzer vor tûre
salben vil, / die man zum lebene haben wil Kreuzf
8131;
werder held, tuͦ hút als ein frumer man und gebar
kechlich und wer dich frischlich! [...] es ist
besser erlich sterben, denn unerlich leben Seuse
370,26
1.5
‘jmds. Stand, Stellung entsprechend, angemessen’, präd., meist mit
Dat.d.P.:
allewege vor dem tissche vnd nach sol man ieslichem
siechem erwerclichen, az [= als
] den herren erlich ist wazer gewen, daz si die hende waschen vnd
hanttwehelen SpitEich
40,27;
vnd des selben tages so sol man ieglichem herren
[...] ein prot geben von semelen, daz eines
phenninges wert sei, vnd der besten vische [...] vnd
einen chraphen, der erlich si UrkCorp
487,14;
auch schol er vns berait sein vnd auch vnsern chapplanen vnd vnserm erbern
gesinde mit pettegewant, als vns erlich sei, vnd auch im UrkKlostern
1,145
(a. 1314);
dar zvͦ ist gerett / daz ich kainer miner swester sol han dekainen shaden
/ wan daz si mine brvͦder berihten [ausstatten] suln /
als erlich ist vnd wolstat UrkCorp
2356,35
1.6
‘ehrenvoll, feierlich’
diu bivildi wart êrlich Gen
3009
1.7
gote ~
‘für Gott angenehm, gottgefällig’
nullus haizt ain kainvisch. der hât den namen dar umb
[...], daz er waich ist und gar unlustich ze ezzen.
[...]. pei dem visch verstên ich den menschen, der
weder im selber noch der werlt nütz ist noch got êrleich BdN
256,3
1.8
êrliche zît
‘lange Zeit’
got [...] begonde in seren / mit einer suche
vollen scharf, / die Franciscum niderwarf / unde erliche zit in hielt
Pass III
516,11
2
Adv.
2.1
‘in/ mit Ehren, ehrenvoll’
Otte, des koninges Otten son, / deme got di ere wolde don / dat he dat
rike / harde erlike / besat ende berichte HvVServ
4802;
welcher chünig machet sein reich undertan der götlichen
ee, der ist wirdigk ze reichsen und ze herschen erlich HvHürnh
9,3;
lâz mich den werden man / bestaten êrlîche
EnikWchr
15873;
êrlich wart er bestetet sâ, / als einem kunic wol gezimt
Ottok
2508;
HistAE
3405;
ainen er [Alexander] sy [Darius’
Boten] fuern hies / in sein gezelt neben sich / und gewirte sy
gar erlich Seifrit
2110;
es ist ain kunig reiche; / nu hab in erleiche
HvNstAp
9172;
si hetten in so schone / das nie furste auff solcher vart
/ so erleich enpfangen wart ebd.
11057;
HvFritzlHl
24,39;
under heme so stunt bit eren / geistlic gestichte, / ende wereltlic
gerichte / dat hilt he erlike HvVServ
4435;
der lantgrâve êrlich gar / hiez den boten halden, daz man
war / sîn mit flîze nême Kreuzf
7855
2.2
‘ehrenhaft’
ich habe nu mîne jâr / dâr her sô êrlîchen bracht Demantin
11613;
swer inne hât daz rîch, / daz er êrlich / witiben und
weisen / beschirmen sol vor freisen Ottok
94605;
wir enfliehen vernames von strîte niht, / noch wir wellen
des verzagen, / ob wir dâ werden gar erslagen / êrlich, an der marter nôt, / den
sic beheldet uns der tôt Kreuzf
1587;
daz êrbêre und frumme lûte di tun gerne êrlîchen; aber gebûr di tun
gebûrlîchen HvFritzlHl
31,4;
der fursten er scheinet daran, [...] daz si
erlich lewen und also gueter alter gewanhait volgen StRBrünn
341
2.3
‘aufrichtig’
dû hâst mir êrlîche / gerâden zô aller stunt Crane
620;
die suͥnde da der heilige geist dise welte umbe refset unde an sprichet,
daz ist daz daz si so garlichen noch so erliche niht gloubet an den waren gotes
sun Konr (Sch)
85,17;
der menschen zuht erlichen heldet, / der hat got gewunnen z’eime vründe
Rumelant
3,62b
2.4
‘in ehrerbietiger Weise’
alsus als wir uns selber wol gepruͤfet hant engegen
diser goͤtlicher spise, und wir in erlichen und wirdeklichen essen, so isset er
uns, und wir werden von im geslunden und gekochet und getoͤwet
Tauler
295,20;
wenn man den stain raincleichen tregt und êrleichen, sô
vertreibt er daz vallent lait BdN
459,18
2.5
gote ~
‘gottgefällig’
wer nu dise [...] lere verstan
wil und gotte erlichen und ime selber nútzlichen leben, der sol sich mit innigem
ernst und mit demuͤtiger uͤbunge und gebetten innewendiclichen zuͦ gotte keren
Tauler
424,1.
423,6
2.6
‘herrlich, prunkvoll’
dô was ouch daz gesinde ze strîte êrlîchen gar NibA
195,4;
der koninc von Ispanjen lant / die quam dar ouch êrlîche / mit manegem
ritter rîche / gezimêrt Crane
1431;
si kômen rîchlîche [La. erlich H] ûf
den hof geriten WolfdB
218,1;
ez sol auch ein ieclich burger oder burgerin, die hohzeit haben wollen,
die praut dez morgens, als si dez ersten nahstes [l.
nahtes
] beigelegen ist, ze kirchen fuͤren, ob er wil, und als erlich,
als er wil NüP
182
2.7
Einzelnes:
–
‘ansehnlich, reichlich’
ich gib dirz [
betenbrôt
] alsô êrlîch, / daz dû wirst freuden rîch
EnikWchr
11053;
Ludewic nâch sîner werdicheit, / als er was milde,
rîche, / den boten êrlîche / er begâbte Kreuzf
7966.
–
‘in hohem Maße, sehr’
die Cristes e nam erlich auf: / vil manig lant nam
den dauf HvNstGZ
4936;
gote [...] irhub er lute einen ruf / unde
schrei zu lobe deme / in siner zungen geneme / einen lobesanc erlich hoch
Macc
10445.
–
‘sicher’
so kummet der sieche, daz ist der ussewendige mensche
mit sinen ussern kreften gentzlichen und grúntlichen in disen tich und
weschet sich rechte in cristo in sime hochguldigen bluͦte; usser disem
grunde diser begerunge so wurt er erlichen gesunt Tauler
38,14
MWB 1 1987,34; Bearbeiter: Tao |