Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   ermundern - ernennen    


ermundern swV. 1 ‘jmdn. (auch: seinen Geist) wach machen, aufwecken; einen Toten auferwecken’
2 ‘jmdn. zu etw. ermuntern’
3 refl. ‘aufwachen’
   1 ‘jmdn. (auch: seinen Geist) wach machen, aufwecken; einen Toten auferwecken’ sô er [Gott] die tôten ermundert / und die übelen gesundert / von den sînen chinden Aneg 527; experrecti: ermunterte PsWindb 102,Oratio; der einest eines nahtes lac / in einem troum, biz in der tac / mit sînem glast ermundert HvBer 135; ParzRapp 197,7; (bildl.:) dâ was der wîteste tanz [...]. / man mohte daran schouwen / ritter unde frowen / mê denne zweinzic hundert. / dô wart Fröude ermundert, / daz si lützel geslief StrDan 8200. swenn man dicz getrahte wil anheben, so schol der mensch ain churz gepet vorsprechen damit er seinen gaist ermunter und erweche MvHeilFr 26    2 ‘jmdn. zu etw. ermuntern’ eya, wie ist so menig mensch, daz ein kint waz des ewigen toͮdes und entschlafen waz den tieffen schlaf, daz daz liden hat erkicket und ermúndert in ein guͦt leben! Seuse 251,10    3 refl. ‘aufwachen’ in der selbin nachte, / dô er nâch dem gebete / sîn rû genumin hête / und sich darnâch irmundirte, / er vûlte, des in wundirte, / sîn har, daz im was benumin NvJer 18908; dine toden sullen leben, herre, dine totten sullen irstan. irmundirt uch und lobet, di ir wonet in deme stoube Cranc Jes 26,19

MWB 1 2018,44; Bearbeiter: Tao

ermunderunge stF. ‘Ermunterung’ (?): des gemuͤtes ein ermundrung [Kapitelüberschrift] Seuse 538,1

MWB 1 2019,5; Bearbeiter: Tao

ermuoʒen swV. ‘Zeit für etw. aufwenden’ zvͦ den wêgen, / dier nv varen wold vnd ermvͦzt StiftZwettl 5

MWB 1 2019,8; Bearbeiter: Tao

ermürden, ermorden swV. ‘jmdn. umbringen, ermorden’ 1 eigentl.
2 übertr. ‘etw. (Heil, Glück, Freude) verderben, zerstören, jmdn. um das ewige Leben bringen’
   1 eigentl.: wirt ez dem lantvolke kunt, / si ermürdent in zestunt Er 6847; wolt ir slâfende uns ermordet hân? NibB 1847,3; KlageB 4049; der truhsæze der hât in / mortlîche ermordet unde erslagen Tr 9397. 12874; went ir sus mich ermürden hie / und rêren iuwer sippebluot KvWTroj 11116; und wær alle die welt ermort, / ich enshiede niht von Alysen Rennew 6510; des sind si och gelich Chaÿn, / der Abel, sinen bruͦder guͦt, / ermordt umb nút uss falschem muͦt KvHelmsd 1332; iener, den er ermordet hat StRZürich 155; RbRupr 40; ich bat vúr ein sele, der licham wart ermordet in einem súndigen lebenne Mechth 6: 10,3; dû morder der rehten buoze, dû hâst uns die rehten buoze ermordet, diu der siben heilikeit einiu ist [...]. die habent uns die pfennincprediger alse gar ermordet, daz nû lützel ieman ist, der sünde welle büezen PrBerth 1:394,10.11; jmdn. ze tôde ~ KvWTroj 14464; HvNstGZ 5573; (von jmdm.) ermordet ligen Herb 16864; KvWHvK 191. – Part.-Adj.: daz sie einen ermortem menschen da gesehen haben StRBamb 42. – subst.: der armer man [...] getorste nit wol hin noh her wandlen von vorten eins ermúrdens von dem verruͦchten menschen Seuse 148,1. – mit Refl.-Pron.: und laßent uns dißen kampff fechten vor dem konig Artus! schlúge unser keyner den andern zu tode alhie, man sprech, wir hetten uns ermordet underwegen oder einer den andern verraten Lanc 32,27. – in Verbindung mit heizen, lâzen, tuon: do hiezer in dar zuͦ ermuͥrden PrSchw 1,9; daz her den keiser liz hermorden, alsô daz man ime sîne kele abe stach HvFritzlHl 175,6; er hett yn underwegen thun ermorden, wann er ie ein morder was gewesen Lanc 414,13. 216,2. 209,30. 384,5    2 übertr. ‘etw. (Heil, Glück, Freude) verderben, zerstören, jmdn. um das ewige Leben bringen’ wie die mit sunden groz ir selde ermordent! JTit 2023,2; dû [ pfennicprediger ] morder gotes unde der werlte unde maniger kristensêle, die dû ermordest mit dînem valschen trôste, daz ir niemer mêr rât wirt PrBerth 1:117,12; di selen vil irmorden / der tuvel und di werld alsam TvKulm 4378; aller unser vrœuden hort / ist uns gar mit ir [durch ihre Ermordung] ermort Mai 205,4. daz [Brot des Lebens] ist ús nun gemaine / mit in [den Engeln] von minnen worden, / die [Relativpron. im Akk., auf ús = uns bezogen (vgl. Anm.z.St.] sunde moͤhte ermorden SHort 1112

MWB 1 2019,11; Bearbeiter: Tao

ermurderen, ermorderen swV. ‘jmdn. umbringen, ermorden’ jâ hât diu vâlandîn / daz chint ermurderet Kchr 12269. 12469; nu ist dir dîn schilt / mit swerten niht verhouwen; du lîst ermorderôt NibB 1012,3; Ottok 29376. 51226. 80901. 83061.

MWB 1 2019,61; Bearbeiter: Tao

ermurren swV. ‘erdröhnen’ der hertte plon ermürtte / von ieren starken yssen [Hufeisen der Pferde] GTroj 1036

MWB 1 2020,1; Bearbeiter: Tao

ern, eren V. sw. erte, geeret/  gert oder st. (VIIa, vgl. 2 3Mhd. Gr. §253f.) ier, gearen/  garn; st. Präs. arn nicht belegt. Part.Präs. auch irend ( EvAug ). 1 mit Akk.-Obj.
1.1 ‘Land, ein Feld beackern, pflügen’
1.2 ‘etw. (Furchen) durch Pflügen entstehen lassen’
2 ohne Akk.-Obj.: ‘ackern, pflügen’
   1 mit Akk.-Obj.:    1.1 ‘Land, ein Feld beackern, pflügen’ in waren ir acker gearn Herb 1860; ich wil mich gegen der süezen minne brütten, / [...] würd mîns meisters acker nimmer garn Neidh WL 6:6,3; HeslApk 18813; irend [Part.Präs.] sinen acker [Lc 17,7] EvAug 182,9; daz lant, / daz von den ohsen wære gert KvWTroj 8223; daz si [die Stiere] mit einem pfluoge / den wert zehant begünden ern ebd. 8175; die erde, dar inn is wart gesait, / wart nie gearen odir gearbeit Pilgerf 2690; (Part.-Adj.:) die ecker gearn EvStPaul 418 (Mt 19,29); von geerten velden ParzRapp 44,43. – in Vergleichen: Syon sal geeret werdin als eyn ackir, und Jherusalem sal werdin eyn steynhufe Cranc Jer 26,18. Mi 3,12. – bildl.: er tunget uns, sô wir mit girde gotes wort hôren. er erget uns, sô uns der wille unserre girde zebrochen wirt TrudHL 123,4; die erde dez baumes sol mit gerden / wislich zwor gebawet werden, / mit hubschem synne gute, / [...] und sol getunget und gearn / werden mit rechtem willen Minneb 2281; ir habet geeret ungute und habet gemehet bosheit Cranc Os 10,13. – in der Redensart den sant (Sandstrand) ~ ‘vergebliche, nutzlose Arbeit tun’ (vgl. TPMA 8, S. 131f.): swer mir nu leidet disiu bant, / der sündet sich und ert den sant MF:UvG Leich 2b,21. – übertr.: Engelhart an sînen helm / sô gar geswinde wart dô garn [gestreift] / daz im dar abe muoste varn / sîn borte guot mit deme sper KvWEngelh 2607    1.2 ‘etw. (Furchen) durch Pflügen entstehen lassen’ die [Drachenzähne] warf er [Iason] unde sâte / in manic furch vil drâte, / diu von den pfarren in den wert / was vil schône und ebene gert KvWTroj 9964. – bildl.: du heizest Parzivâl. / der nam ist rehte enmitten durch. / grôz liebe ier solch herzen furch / mit dîner muoter triuwe: / dîn vater liez ir riuwe Parz 140,18; Rennwart die tôtlîchen vurh / mit sîner grôzen stangen ier Wh 327,23; dâ von warder lebns blôz: / vornân în und hindan durch, / er ier durch in des tôdes vurch UvTürhTr 3272; Ottok 62129    2 ohne Akk.-Obj.: ‘ackern, pflügen’ sô niemen eret noh sât noh niemen insnîdet Gen 2436; TrudHL 123,2; Parz 124,28; RvEWchr 7857; LvRegFr 2437; wo man dy lant verheret, / da von daz volk nicht eret / und blibt der acker ungesat Hiob 1962; aver der da wurcht und ert, / dem wiͤrt auch beschaffen lon Teichn 421,132; daz si [die Stiere] zehant beginnent ern KvWTroj 9275; dy ochsen yren Hiob 849; (subst. Inf.:) arm laut die sullen neren / mit iͤr hawn und mit iͤr eren Teichn 452,56. – mit Präp.: erende uf dem velde [Lc 17,7] EvBerl 105,6. – bildl.: [Simson:] dú retsche [das Rätsel] wer nouh unervarn, / hetint ir nah ir niht gearn / mit minir kalbin, dú den funt / iu rehte hat gemachit kunt [Idc 14,18] RvEWchr 20659; [Frau Ehre zu Frau Schande:] iuwe lasters phluoch ert nû durch mîne klûse Kelin 3:3,10

MWB 1 2020,4; Bearbeiter: Tao

1ern stM. eren

MWB 1 2021,1;

2ern stM. s.a. 2arn stM. und erne stswF. ‘Erntezeit’ nu was ez vor dem erne, / sô diu liute gerne / ir vîenden schaden tuont. / daz korn ûf dem velde stuont: / daz wolten si in hân genomen GFrau 581. – in der Datierung: nach v́nser vrowen tult ze dem erne [Mariae Himmelfahrt, 15. August] UrkCorp (WMU) 2768,18

MWB 1 2021,2; Bearbeiter: Tao

ernacken swV. ‘jmdn. entkleiden’ Jesus der wart ernacket / und vor den juden gestracket, / mit geislen gevillet HeslNic 1653

MWB 1 2021,9; Bearbeiter: Tao

ernaʒʒen swV. ‘nass werden’ wie billich da von ellú ogen ernassen soͤltin und ellú herzen ersúfzen soͤltin Seuse 35,19

MWB 1 2021,12; Bearbeiter: Tao

ernde stF. zu erne stswF. mit epithetischem d (Etymol.Wb.d.Ahd. 1,305). 1 ‘das Ernten’
2 ‘Erntezeit’
3 ‘eingebrachte Ernte’ , bildl.
   1 ‘das Ernten’ diz ist ein ernde zit, / die got allen liuten git. / swer nv die vermidet / vnd niht tugende insnidet, / e daz wir hie ersterben, / der muoz dort verderben / haben durst vnd hunger Martina 269,15; so ist der ernde zit bereit / vnd der wercliute schar ebd. 269,26    2 ‘Erntezeit’ nach óstern kómint die phíngestín. nach der érnde herbest PrAlemann 193,133; merkent an die kleine âmeiz: / sô si den winter vor ir weiz, / si samnet in des sumers ernde kündeclîche ir spîse Marner 1,3. – in der Datierung, für den Zeitraum von Ende Juli bis August: jn dem jare, do man zalte von gotz gebuͤrte [...] nah der ernde UrkCorp (WMU) 2558,18; an dem zîstage vor v́nsirre vroͮwen ernde [Mariae Himmelfahrt, 15. August] ebd. 2149,18; an sante Peters tage in der ernde [1. August] ebd. 3045,31 u.ö.    3 ‘eingebrachte Ernte’, bildl.: uon dem himilschlichin adel / in den tugenden richen stadel / hastv selden vil gesnitten / und der richin ernde erbitten Martina 79,84

MWB 1 2021,15; Bearbeiter: Tao

erndegarbe F. die zur Erntezeit als Abgabe zu liefernde Garbe (vgl. SchweizId 2,412 und DRW 3,256. 259): darumb sol der arme man dem herren sin vasnahthuͦn geben vnd dem kneht sin erndgarb WeistGr 4,498 (a. 1315)

MWB 1 2021,37; Bearbeiter: Tao

ernden swV. oder ist êrnden mit langem anlautenden Vokal anzusetzen? s.a. ârant . ‘bei jmdm. (Gott) Fürbitte für jmdn. tun’ sich, diu ruͦfte und schrai als lange, hinz [bis] sich die iunger unsers herren uͥber si erbarmoton, und dc si ier erndoton umbe got, dc er sich uͥber si erbarmete und dc er ier genade tête PrSchw 2,96 (vgl. Mt 15,22ff.)

MWB 1 2021,42; Bearbeiter: Tao

ernder stM. oder ist êrnder mit langem anlautenden Vokal anzusetzen? ‘Fürbitter’ da von gewan si mit ir scrigende und mit ier ruͤfende vil ernder und vil bitter. und da von, saligen kint, erkanden wir [...] die vigende und die êrnder und die bitter PrSchw 2,92; zem dritten mal son wir ruͤfen und scrigen hinz got, dc wir unser êrnder und unser bitter erwegen und ûf bringen ebd. 2,92. 2,96

MWB 1 2021,49; Bearbeiter: Tao

erne stswF. z.T. von 2ern stM. nicht zu unterscheiden. ‘Ernte’ 1 ‘das Einbringen der Ernte, Erntearbeit’
2 ‘Erntezeit’
3 ‘die einzubringende Ernte’
   1 ‘das Einbringen der Ernte, Erntearbeit’ ich wil in die erne oder anderswâ KLD:UvW 4:5,14; SM:Had 22: 1,1; Elis 3738; von eime dorfmanne, der hate gesniten in der erne daz her mude was HvFritzlHl 206,34; in der erne / pfligt man gerne / fröide und wilder sinne, / wan da huote ist nit ze vil SM:Had 43: 2,1; ir sult iuwer swenzel / krispen, dirne guot / (êst erne zît!), krenzel / machen ouch ûf die vîrtage ebd. 24: 1,3; abir lâzit si beide wachsin bis zuͦ der erne und in der zcît der erne sage ich den snitêren: [...] EvBeh Mt 13,30; wissest, wen die zit kummet der ernen, daz er sin korn samnet Tauler 42,14. – bildl.: gar zitig waz irr freuden eren Minneb 80; so wirt din freude danne zytig / von ir genaden erne ebd. 3567; du freuden stern, der salden ern, du bist der kern, da minn uß sprüßt Mügeln 397,2. 122,11; (unklar, ob hierher oder zu 2:) ir singet dan sô vil süezzeklîche hô, / ouch ist erne [zur Erntezeit (vgl. Anm.z.St.)?] recht fröide ûf dem strô SM:Had 24: 1,13.    2 ‘Erntezeit’ si [Ameise] samenet in der erne also vile, / daz si al daz iar lebit mit spile Elmend A 27; swer der nezzel samen in der ernne gewinnet, der ist guͦt zu manichen dinge Macer 4,22; sam ob got ein mel butilte / von irlesenen kernen / gerifet wol in der ernen, / also [...] HeslApk 3252; nu sprechit ir daz doch daz noch vire manden synt, unde denne wirt erne adir ouwist? [Io 4,35] EvBerl 34,18; zu welchir zit daz were vor der ernen UrkCorp 3569,20; ze aneganden ernen ebd. N 816,36. – in der Datierung für den Zeitraum von Ende Juli bis August: diz geschach ze Nvͤwenburg in Briscoͮwe in den ernen UrkCorp (WMU) 2222,35; an sant Jacobs abende in ernen ebd. 1447,3; UrkWürzb 40,504 (a. 1343); nach sant Jacobes tage der da gevellet in die eren ebd. 41,172 (a. 1345); an santhe Pethers dage in der ernen [1. August] UrkCorp (WMU) 3438,43; vor sancte Stephanes tage in den ernen [3. August] ebd. N406,8    3 ‘die einzubringende Ernte’ groz ist ein erne erstanden ie / und ist der snyder lutzel hie EvStPaul 7706 (Lc 10,2); so die fruht ist follenkumen, / zu handen wirt die sychel genumen / und an daz korn er sie geleget, / so die erne sich zu nutze erweget ebd. 2957 (Mc 4,29); sicherlîchen der erne ist vile, abir der werclûte wênik EvBeh Mt 9,37; darumme bittet den herren der erne daz her sende werclûte in sînen snit ebd. Mt 9,38

MWB 1 2021,57; Bearbeiter: Tao

ernëcken swV. ‘(Eier) ausbrüten’ (?): Jacobes tohter Dina tet sam diu getelôse henne / diu in dorf gêt lekcen [= legen ] dei eier dei si spâte scol ernecchin [ oͮz nichen GenM 68,5] , / giench after gouwe dei lantwîb scowen Gen 1595

MWB 1 2022,42; Bearbeiter: Tao

ernehten swV. ‘etw. ergründen, durchdringen’ ernehten und erkirn / begund er [...] des landes site unde phâht Ottok 18818

MWB 1 2022,47; Bearbeiter: Pfefferkorn

erneiʒen swV. ‘jmdn./etw. bedrängen, (be-)schädigen’ so beschebt er [ schatzer ] witiben und waisen. / wie ers immer mag dernaisen, / er macht als daz arm und ploz, / daz da ist sein haus genoz Teichn 408,20; daz sint die misgemuten, / [...] / die gotes hus irneisen, / ir eben cristen vreisen HeslApk 13305

MWB 1 2022,50; Bearbeiter: Pfefferkorn

ernelîn stN. Dimin. zu erne, eine Var. von ârant stM. ‘kleines Geschäft, Kleinigkeit’ do sante er umme ein ernelin Vät 21676

MWB 1 2022,57; Bearbeiter: Pfefferkorn

ernelôn stM. ‘Erntelohn’ swem ze muote / nâch dem guote / sî der ernelœne, / der bereite sich, des ist zît SM:Had 43: 1,3

MWB 1 2022,60; Bearbeiter: Pfefferkorn

ernëmen stV. 1 ‘etw. vernehmen’
2 ‘etw. (Berg) aushöhlen’
3 refl. ‘sich zusammennehmen’
   1 ‘etw. vernehmen’ ‘da gedench ich zuͦ diner milt, / dattuͦ mich [ vrouwe ] , willes nemen.’ – / ‘und ließ ich dich dan dyn vrunt ernemen, / en were hen lichte lief nyt.’ MinneR 239 120    2 ‘etw. (Berg) aushöhlen’ dô er in den berc was kumen / der was erhouwen und ernumen / über des risen lenge JSigen 162,2    3 refl. ‘sich zusammennehmen’ so grimmet [La. ernimit ] sich ze ware der arme suntare AvaJG 9,6

MWB 1 2022,63; Bearbeiter: Pfefferkorn

ernen swV. ‘ernten’ do es was drú jar und sechs manode das es nút enregente und man weder seien noch ernen enmochte Tauler 305,7; so erteilich in iares viercehen naht zuͦ howenne, viercehen naht zuͦ ernenne vnde viercehen naht zuͦ herbstenne UrkCorp (WMU) 360,14

MWB 1 2023,8; Bearbeiter: Pfefferkorn

ernenden swV. 1 ‘(zu etw.) Mut fassen / haben, sich (etw.) trauen’ .
2 refl. mit Gen. ‘etw. wagen’
   1 ‘(zu etw.) Mut fassen / haben, sich (etw.) trauen’. – ohne Erg.: sô si [Eva] ez [ obez ] ze dem munde bôt oft siz wider zôch. / ze lezzest si ernande Gen 353; die cristen dô renanten, / die haiden si an ranten Kchr 11258; helde, ir sult ernenden Wh 44,20; Ottok 98506; Krone 11080. – mit Gen.: Bertram dô strîtes ernande Wh 42,1; nu muoz ich vrâgen [...] / wer vehtens welle ernenden ebd. 320,9; Ottok 26518. an jmdn./etw. ~ : dô diu küneginne Secundille / [...] / mit minne an in ernante Wh 279,19; vil choume sin überwunden, / daz er an die vart ernande Serv 965; als einem herren töhte, / der daran ernande, / daz er sich fremder lande / underwinden wolde Ottok 1677. in etw. ~ : do er [Jesus] uze sines uater lande / vil gestorticliche irnande / in daz sware ellende Litan 849; daz er sîne triuwe erkante / und in mîne helfe ernante Wh 460,10; Ottok 980. uf jmdn./etw. ~ : do ernande der Dietrîches man, / [...] / ûf Sindolt den wîgant Bit 10346; wie harte / die gotes êwarte / ir recht geturren brechen / [...], / daz si ûf sînen zorn sô balde ernendent Priesterl 442. – mit Inf. (ze): dar ab mîn Herze erschricket, / sô daz ich ze sprechen kûme ernante Hadam 60,4; Wernh D 2599. – mit Obj.-Satz (daz): die [Fürsten] iuch [König] bekanten / und ungern ernanten / daz si iuch ze herren in erkürn Wh 145,24    2 refl. mit Gen. ‘etw. wagen’ ein ieglich man ist geleites vrî, wil er sich sînes guotes ernenden SchwSp (W) 167,1

MWB 1 2023,14; Bearbeiter: Pfefferkorn

ernennen swV. 1 ‘etw. völlig aufzählen, anführen’
2 ‘jmdn. benennen, nennen’
   1 ‘etw. völlig aufzählen, anführen’ wer mac irnennen / unde irkennen / die wunder halb, die got der wunderere / gewundert hat an den vier elementen Meissner 5:4,1    2 ‘jmdn. benennen, nennen’ ain engel drug von liechtem gold ain kronne, [...] Luczifer / ist er ernand Kirchenl 434,4

MWB 1 2023,44; Bearbeiter: Pfefferkorn