e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ertlich
Adj.
→
artlich
MWB 1 2115,39;
ërtlîm
stM.
bitumen: ertlim SummHeinr
2:48,287
u.ö.
MWB 1 2115,40; Bearbeiter: Plate
ërtnuʒ
stF.
"unterschiedliche Pflanzen mit am oder im Erdboden wachsenden, essbaren Knollen
oder Fruchtkörpern" (2DWB 8,1677):
tubura: ertnuz SummHeinr
1:194,293;
vgl. AWB 3,381f. mit weiteren Glossenbelegen des 12./13. Jh.s
MWB 1 2115,42; Bearbeiter: Plate
ertoben
swV.
‘in Raserei geraten, den Verstand verlieren’, intr. und refl.:
ich was irtoret unde irtobet, / daz ich des ie vergaz, / der da
scephære was / uber himel unde uber erde SüklV
363;
swer iemer des getürre jehen, / er [Paris] künne vihes
hüeten, / der müeze sich erwüeten / und iemer êweclîche ertoben KvWTroj
3091;
UvZLanz (K)
5890.
– besonders vor Zorn, Begehren:
Gunther was sô sêre erzürnet und ertobt, / wand’ er nâch
starkem leide sîn herzevîent was NibB
2358,2.
2206,2;
nu hêt sich jener nâch ertobet / vor zorn unt vor leide KvFuss
1636;
Wernh
A 4192;
mîn lîp von liebe mac ertoben, / swenne ich daz aller beste wîp / sô gar ze
guote hœre loben MF:Rugge
6:3,1;
ob er sich ertobet / nâch ir minne unde erwunne Neidh
WL 35:4,12;
ir herce daz ertobt sich, / ob si ir tage also vertribe, /
daz si immer ane man belibe StrKD
119,400;
KvWTroj
18850
MWB 1 2115,47; Bearbeiter: Plate
ertoln
swV.
‘
tol werden, zu Rasen beginnen’
Lucifer irtolite [nach dem Höllensturz] /
daz er di genade ne dolete [erfuhr] / di ime got
[zuvor] getan hete VMos
5,1
MWB 1 2116,1; Bearbeiter: Plate
ertoplen
swV.
‘im Würfelspiel gewinnen’
si alle im [Abt Bernhard] bekanden, / daz er an vrien
handen / den knappen hete ertoplet gar [als Mitbruder]
Pass III
408,89.
– übertr.:
sîn hant, sîn swert, sîn lanze / het im die drî schanze / dicke
ertoppelt sêre / und anders manec êre. / ein schanze, daz was miltekeit; / diu ander
ellen swâ er streit; / diu dritte manlîch güete Wh
368,15
MWB 1 2116,5; Bearbeiter: Plate
ertôren
swV., intr.
1
‘ein tôre, gehörlos werden’ , auch übertr. ‘nicht hören wollen,
verstockt werden’
2
‘den Verstand verlieren’
3
‘sich zum Toren machen’ , Part.Adj.
1
‘ein tôre, gehörlos werden’, auch übertr. ‘nicht hören wollen,
verstockt werden’
da wart fuͤr in [Jesus] bracht ein
mensch der waz stumm und tore und gerte genade. diser tore und stumme, der
bezaichent alles manchuͤnne daz erstummot und ertorte an dem ersten menschen Adam.
[...] er [...] wart unserm
herren ungehorsam, an der stet ertort er PrOberalt
150,24.
– Part.Adj.:
nv habet ir vernomen, wie Adam tôre wart, halz, blint vnte
stvmme. in dei selbin lastir viel alliz manchvnne, ê daz der heilige Christ in
dise werlt chôme. si ŵrtin alle so blint, daz si div apgot anpettin. si warn so
ertôrt, daz [...] Ysaias [...]
sprach [...] ‘herre, wer gloͮbet vnser brêdige?’
Spec
7,25;
dô wârn dîn ôren vervallen und ertôret, wan dû mîniu wort under wegen
lieze und niht merchen woltest, waz ih dir verboten het PrStPaul
14,5
2
‘den Verstand verlieren’
do erschrac er und ertôrte / sô harte in sîme sinne
[...], / daz er sin selbes vergaz Flore (S)
3120;
si erschrâken unde ertôrten / vor zorne und vor leide Mai
167,6;
ir beider sin ertôren / begunde von der minne. / krank unde tumbe sinne / von
liebe si gewunnen KvWTroj
7892.
– als Part.Adj. ‘verrückt (geworden) sein’
ich was irtoret unde irtobet, / daz ich des ie vergaz, /
der da scephære was / uber himel unde uber erde SüklV
363;
wie ist ein menshe so berlich ertoret, / der von ir bosen leben sagen
hoͤret, / [...] / daz er ir iemer ze goͤten vergihet
Cäc
1419
3
‘sich zum Toren machen’, Part.Adj.:
daz ich sô gar ertôret bin [als Tor dastehe] / mit
mîner zuht [...]! / mit den getriuwen alten siten / ist man
nû ze der welte versniten Walth
90,25
MWB 1 2116,13; Bearbeiter: Plate
ertœren
swV., tr.
1
‘jmdn. (durch Lärm) taub machen’
2
‘jmdn. zum Toren machen, betören, verführen, betrügen’
1
‘jmdn. (durch Lärm) taub machen’
der in den ôren siech von ungesühte sî, / [...] der
lâz den hof ze Düringen frî, / wan kumet er dar, dêswâr er wirt ertœret.
[...] / grôz wunder ist, daz ieman dâ gehœret
Walth
20,6
2
‘jmdn. zum Toren machen, betören, verführen, betrügen’
ir lachen und ir schoene ansehen / und ir guot gebaerde hânt
betoeret [La. gelesse (= gelæze) hat ertoͤret
B] lange mich MF:Mor
7: 4,2;
die [Zuhörer] tœret sî
[Sirene] , biz daz sî gar / in voller lust ertrinkent
/ [...] swer ir stimme hœret / wirt alsô ertœret / daz er
niemer dannen mac / komen Reinfr
22034.
22048;
dû wirst vor mangem manne / gekapfet an dur dînen schîn. / nâch der vil werden
minne dîn / wirt manic wîp ertœret KvWTroj
29129;
nu gie daz wip Herode na, / [...] bis daz si in
ertorte / daz er ir gevolgig wart, / ich wene, nach der frowen vart SHort
2602.
5744;
SM:UvS
16: 1,7;
wa hast du den zoverlist / gelernet da mit du so bist /
verkeret und ertoͤret WernhMl
5453.
–
wer gap dir disen valschen rât, / daz du den fride stœrest / und dich
selbe ertœrest / an sô vertânem meine KvWPart
6328
MWB 1 2116,46; Bearbeiter: Plate
ertôtegen
swV.
‘sterben’
dar zuͦ soltu dinen lîp als grôz kestegunge anleggen. dc er reht ertotege un̄
ersterbe an allen suͥnden PrSchw
2,94
MWB 1 2117,5; Bearbeiter: Plate
ertôten
swV.
‘totengleich werden, sterben, absterben’, in der synon. Formel erbleichen unde
~
, auch erdorren unde ~
:
ûf dirre erde dû nimmer benachtest [findest du keine
(dauernde) Herberge] , / dû mûzest ertôten unt erbläichen
Erinn
499;
ab diser rede und geberden des morders erbleichet und ertodet er als gar, daz im
der kalte totsweis úber daz antlút und dur den buͦsen ab ran Seuse
80,13;
dú schoͤnen ogen, die lichten wangen, den zartten mund so erbleichet und ertoͮdet
ebd.
208,14.
208,6;
wie ellú sinú kraft erdorret und sin natur ertodet ebd.
35,18.
– übertr.:
du solt [...] dinen begirden erbleichen und allen
dinen gelústen ertoden Seuse
209,10
MWB 1 2117,8; Bearbeiter: Plate
ertœten
swV.
1
‘jmdn. / sich töten’
2 übertr.
1
‘jmdn. / sich töten’
die warhten ein criuce, / da si den guoten vil grimme an
ertoten AvaLJ
148,2;
er hette sie benotet, / gewunt vnd ertotet
Herb
12932;
und erslugen ir vil und ertotten ir vil mit hunger
PrOberalt
144,35;
die äffer legent ir hant an die archen der hailichait, sam
Osa tet, den got dar umb ertôt BdN
217,35;
ê lieze ich mich ertœten KLD:GvN
30: 3,6.
–
er versuchet mit mangen noten, / ob er sich moht ertoten
StrKD
138,50;
diu melancoli macht die läut tœrocht, alsô daz manig
mensch sich selber ertœtt BdN
326,12;
dô zeprach ez [Pferd] im selber
sein gailn [Hode] und ertôt sich selber ebd.
137,25;
WhvÖst
9228;
EnikWchr
11629.
–
do wart im schiere geseit, der slange hete Fortunatum
auer ertotet Konr
12,79;
er [Löwe] dertœtt den menschen
nümmer mit willen, in hunger dann gar sêr BdN
143,21.
124,33.
168,2.
–
daz der plitzen oder der donr niht alle zeit den menschen
ertœd, wenne er ez trift BdN
94,3;
Ambrosius spricht, daz ains nüehtarn menschen spaichel
die slangen ertœt ebd.
261,4
2
übertr.:
ein lügn ûz dînem herzen rouch, / diu hât dich ertœtet nû
RvEAlex
2027.
–
do mit dem selben tode der tot ertoͤtet wart
PrOberalt
25,20;
der prophezierte sîne kunft, / der des tôdes sigenunft /
sît ertôte RvEBarl
2309.
10836.
–
unser manig suͤnte und unser unrein girde die habent uns
ertoͤtet an der sele PrOberalt
163,22;
iedoch mügent si si niht ertœten an der sêle, ob si si
tœten an dem leib BdN
166,3.
–
daz diu menscheit [Christi] unde ir art /
gepînet unde ertœtet wart KvWSilv
4120
MWB 1 2117,22; Bearbeiter: Plate
ertœter
stM.
‘Mörder’
du [Maria] hattest dines kindes
ertoͤtere [Laa.ertoͤten, ersterben
] ein pinlichs ansehen Seuse
318,28
MWB 1 2117,54; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertouben
swV.
1
‘jmdn. gehörlos machen’
2
‘jmdn. betäuben, benommen machen’
3
‘jmdn./etw. bezwingen, verderben, vernichten’
4 refl. ‘aufhören, enden’
1
‘jmdn. gehörlos machen’
der übel singt, der singet vil; / menglîchen er ertouben wil Boner
82,60
2
‘jmdn. betäuben, benommen machen’
der jüden schal min [Maria] herz
erdouvet MarlbRh
22,28;
da mit [mit einem
Wunderschwindel] sij die welt erdeubet / und dut die phaffen gewynnen
Pilgerf
10056;
sicher er do in sinen oͮgen / durch ir minne gevangen ward. / da von die kluͦg
und och die zart / den selben mit troͮm ertoͮbt KvHelmsd
2607.
–
ertoubet sin:
ir rôter munt / hât mich verwunt, / daz ich in rehter liebe
bin ertoubet SM:WvT
2: 1,9;
dennocht was er als gar ertopt / und also in ir minne erlaffen / das er sÿ
ze mal muͦst angaffen KvHelmsd
1680;
im was so vbil gelungen / an der megde iungen / daz er was so ertovbit /
rehter sinne berovbit Martina
220,95
3
‘jmdn./etw. bezwingen, verderben, vernichten’
einen gewaldigen herzogen / bat er kumen alzuhant / zu Clementi in daz lant, /
daz er mit leide ertoubete, / swaz an Christum geloubete Pass III
664,5;
under yme helt er dich, wo du yme geleubes, / wo du yn [
den lyb
] mit crefften nit erdeubes Pilgerf
5951.
–
do wart im also zorn / daz er gar wolde ertouben / an in den gelouben
Pass I/II
205,48
4
refl. ‘aufhören, enden’
Iustina die junge / ouch als ir vater geloubete [an die
heidnischen Götter] , / daz sich doch schiere ertoubete Pass
III
492,12
MWB 1 2117,57; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertoufen
swV.
‘etw. (vollständig) in etw. eintauchen’
dâ wirt diu sêle ertoufet in gote und getoufet in götlîcher natûre Eckh
3:23,1.
3:25,4
MWB 1 2118,21; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertougen
swV.
‘etw. verheimlichen’
ir [Dietlindes] muoter diu was tôt /
[...] / sine mohte niht ertougen die klage
KlageC
4300
MWB 1 2118,24; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertouwen
swV.
‘(wie von Tau) feucht werden’
diu heide muoz von bluote rôt / erfiuhten und betouwen [La.
ertǒwen
]
KvWTroj
12165
MWB 1 2118,27; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertöuwen
swV.
‘ersterben’
vor læide ertotet [La. ertöute
] ir der mvͦt Warnung
3898
MWB 1 2118,30; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertraben
swV.
→ ertropfen
MWB 1 2118,32;
ertragen
stV.
1
‘etw. (eine Last) tragen, ertragen, aushalten’ ; Gegenständliches 2
‘etw./jmdn. wohin tragen’
3 von Gütern ‘etw. (einen Ertrag) erwirtschaften’
1
‘etw. (eine Last) tragen, ertragen, aushalten’; Gegenständliches:
dar an ist kleinôt genuoc, / daz si der kiel kûm ertruoc
EnikWchr
15332.
25500;
lât mich gewinnen ein kalpfel, [...]
ohsîn [Fell] mac er niht ertragen EnikFb
1009.
– Leid, Kummer usw.:
wen ein dinc han ich kvͦme ertragen,
[...] daz du geloubis ane Krist
TrSilv
478;
daz er durch si ertrüege / leit unde grôszes ungemach KvWEngelh
1952;
daz ez [
ungemach
] mîn herze kûm ertreit EnikFb
4130
2
‘etw./jmdn. wohin tragen’
an sinen arm er sie hup / in sin huͦs ers retrûc
VMos
21,11
3
von Gütern ‘etw. (einen Ertrag) erwirtschaften’
die selben fuͤnf [...] sollen vf ir truͤwe vnd eyde
[...] die vnbesatzten guͤt anslahen an guͤlt, die sie
wol ertragen muͤgen, one geuerde UrkHohenz
3,197
(a. 1349)
MWB 1 2118,33; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrahten
swV.
1
‘(sich) etw. ausdenken, ersinnen’
2
‘etw. völlig ergründen, erwägen, bedenken’
3
‘nach (umbe) etw. streben’
1
‘(sich) etw. ausdenken, ersinnen’
swaz ieman kunde ertrahten, / ze wunschlebene gahten /
[...], / daz hætens allez Tr
16871;
nieman kund es ertrachten / wie seltzen er anders was
GTroj
6756;
swaz man ouch hôher witze kan / ertrahten und erdenken KvWTroj
1965;
ich wil iz [
ein mere von des cruzes kraft
] kurzlich abehouwen; / ich enhan iz nicht irtrachtet
Brun
9787;
ein gewant Marjâ ertrahte [entwarf] / daz sî irme
kinde machte Philipp
3638;
ich wil [...]din leben lazen leiten / in allen den
arbeiten, / die ich mit pine ertrachten kan Pass III
122,5.
–
‘etw. durch Nachdenken erreichen’
alliu wîsheit ist enwiht, / die herzen sin ertrahten kan, / hât er ze gote
minne niht Winsb
5,2
2
‘etw. völlig ergründen, erwägen, bedenken’
si hat so vil der triwen, die nieman kan ertrahten JTit
5508,1;
alsus gedâhte sî in ir / herzen mange stunde, / nu hin, nu har, und kunde /
daz wægest niht ertrahten Reinfr
5683;
avch waz die leibe merer / die sv vnd vnser herre / zv samen trvgen vnder in /
dan menshen herze vnd sin / immer mohte irtrahten, / irdenken vnd irachten
MarHimmelf
387
3
‘nach (umbe) etw. streben’
der milde sal mit arbeit / in tagen und in nachten / umme
reine gift irtrachten HeslApk
12428
MWB 1 2118,49; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrenken
swV.
1
‘jmdn. ertränken’
2
‘ertrinken’
3
‘etw. (Schiff) im Wasser versenken’
4
‘etw. überschwemmen, überfluten (und damit vernichten)’
1
‘jmdn. ertränken’
dar umb ich [Hagen] in
[Kaplan] wolde so gerne hiut’ ertrenket hân
NibB
1589,4;
ouch sluoc er ir den vater tôt / und ertrancte ir die muoter ErnstD
2673;
an demselben tag [...] wart das kint
ertrencket Lanc
96,6;
des ertrenk iuch beid ein wolkenbrust Reiher
400;
da newas dehein man, / in hette der regen na ertranct
Herb
17100;
BdN
106,26.
–
ze tode
~ :
man solt dich werfen in den rîn / und dar in versenken /
und dich ze tôd ertrenken EnikWchr
26946.
– in einem Gewässer:
ich wille dich heizen Rother / ir trenkin in deme mere
Roth
3966;
swas israhelscher wibe da / súne gebere, das man die sa /
ertranchte in dem pflume RvEWchr
8578.
10943;
wir súllen in ertrenken in dem Rine Seuse
77,9;
suaz dâ wurde degene, / die scolten si ersterben,
[...] / ze wazzere ertrenchen Exod
194.
– Tiere:
die würm sament man des nahtes umb den augst und ertrenkt
si in ezzich BdN
300,3;
wenn diu sternslang ertrenket wirt in wein und dar inne
erstirbt ebd.
280,30.
– refl.:
swie ir denne vunden werdet, ir ivch ervallet, ir ivch
ertreinchet Spec
2,11;
si wolten sich ertrenchen / in daz mer versenchen
VMos
45,11;
si ertrancten sich selben in dem wazzer
Rol
5020;
solt ich an dir die triu mîn / zerbrechen, ich wolt in
dem Rîn / mich wærlîch [...] versenken / und mich selb
ertrenken EnikWchr
19284;
UvLFrd
366,1;
WernhMl
7406.
– übertr.:
sin mütt waz im versenkett, / alle sin sine ertrenkett
GTroj
17482;
so werdent si [Sünden] mit der
pihte uirsenket / in der riwe all ertrenket VMos
49,25;
si wolt irs libes minne / in jamers wage ertrenken
WhvÖst
9929;
Vät
16710
2
‘ertrinken’
div herte gink hin iehlinge in den se vnd ist dertrenket
EvAug
150,14.
– meist refl.:
3
‘etw. (Schiff) im Wasser versenken’
dâ Sirtes, Caribde, Cillen / mit gewalt die schif ertrenken / und in des wâges
tiefe senken UvEtzAlex
9817;
daz dur myn valsch gemute / und dur myne sunde / die
tobenden wazzers unde / daz schif nicht gar ertrencte / und uf den grunt ersencte
Vät
34557.
–
‘jmdn. zum Ertrinken bringen’
das si [
Sẏrenen
] noh ligen indem mer / und die lúte an alle wer / mit ir gedoͤne
irtrenchen RvEWchr
26667
4
‘etw. überschwemmen, überfluten (und damit vernichten)’
got sluoc daz mere zesamen und ertrancte liut unde guot
BuchdKg
32,11;
got die stete irtranchte, / virdarpte und virsanchte / in den
ewigin tot RvEWchr
3742;
Tauler
304,31.
–
mit etw. ~ :
er [Gott] wolte si
[Welt] mit der sinvluote irtrenchen
Gen
689;
wirt die erde ertrenket mit dem miste, so enbringet sie
deheinen wuͦcher Lucid
60,11.
– übertr.:
die sîdenen strâze [auf dem
Gewand]
[...] wâren [...] sô mit dem
golde ertrenket / und in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme sach
Tr
11111
MWB 1 2119,11; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrennen
swV.
1 refl. ‘sich entzweien’
2
‘etw. aufheben, brechen’
1
refl. ‘sich entzweien’
kúngin, gern het ich das landt. / nu hand sich mein raͤt ertrant: / ainer rät
hin, der ander her FrSchw
5528
2
‘etw. aufheben, brechen’
der zauberer wol erkannt / das sein zaubry was ertrant / mit der gifft an dem
trincken FrSchw
6240;
solt meinem her’n misselingen, / deß ich wenig hab gedingen, / so wer ich
geschannt / unnd mein froͤd ertrannt ebd.
7640
MWB 1 2120,3; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrëten, ertreten
stswV.
‘jmdn. niedertreten und töten (meist zu Pferde im Kampf)’
daz ros er [
vogit
] mit den sporn twanc / unt wolte sumeliche [
armen
] ertretten Serv
2985;
er [
Philemenis
] hette sie [
crichen
] benotet, / gewunt vnd ertotet / vnde ertrat vzzer mazzen
Herb
12933;
ir hettent nehelich dißen verwunten ritter ertrettet
Lanc
362,2;
SAlex
4442;
StrKarl
10120.
– wohl sprichwörtlich gense
~ :
so du gedienes an daz zil, / des wære zit, daz man dir helfen solte, / so
hastu gense ertrettet vil, / unt zihent dich, du sis ein man, der nieman volgen
wolte Stolle
39,11.
–
welicher da nider wart gerant, / der ward ertret alczu handt Seifrit
3365.
–
der lac erschozzen; / der lac erstochen, / dirre zv broch, /
dirre zv bletzet, / ienre zv quexet, / dirre ertruncken, der ertrat
Herb
5863;
dô lac ertret der werde / wol geborne sarrazîn
Kreuzf
4414.
– häufig erslahen unde
~ :
do wurden erslagen vnde ertrat / tusent an eime houfe
Herb
7042.
7819;
die cristen suochten ze Babylonie / vast unz an daz burgetor.
/ die haiden dâ vor / wurden retret unt reslagen Kchr
16756.
–
erdringen unde
~ :
da wart solich gedrenge, / daz die swachen und iungen /
ertreten und erdrungen / vil nach zetode warn StrKD
70,82.
–
ze tode
~ :
er wart ze tôd ertreten sâ EnikWchr
25219
MWB 1 2120,12; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrîche
stN.
1
‘die (gesamte bewohnte) irdische Welt, Erdkreis, Gottes Schöpfung’
2 die Erde als Himmelskörper ‘Erdkugel’
3
‘Gebiet, Territorium auf der Erde’
3.1
‘Reich, Herrschaftsgebiet, Land’
3.2
‘Grundstück, Grundbesitz, Grund und Boden’
4
‘Erdoberfläche, Erdboden’
4.1 allgem. 4.2
‘Ackerboden, Ackerland, fruchtbarer, bewirtschafteter Boden’
4.3
‘Festland, trockener Boden (im Ggs. zum Meer)’
5
‘Erde, Lehm, Ton (als Material, Stoff)’
6
‘Erde als eines der vier Grundelemente’
1
‘die (gesamte bewohnte) irdische Welt, Erdkreis, Gottes Schöpfung’
ich kerde mich zuͦ den riviͤren, / diͤ ich sach al erdrich
ziͤren MarlbRh
98,24;
di daz ertrich minnent mit aller minne, di mvzzen hin abe in
die helle PrBerthKl
4,94;
ich hatte willen, wenne ich dich [
herre
] gesehe, das ich dir von dem ertrich vil woͤlti clagen
Mechth
3: 1,27;
dis ertrich ist maniger strikke vol ebd.
1: 44,77.
3: 1,26;
si [
chüniginne von Osterland
] kom von den enden des ertriches ze hörn div wisheit Salomonis
EvAug
163,10.
– häufig in den Wendungen in (allem) ërtrîche, ûf (dem/ allem)
ërtrîche
‘in der Welt, auf Erden’
die wîle daz sanctus Nicolâus hie in ertrîche was, dô tet
er manic ceichin in dem wazzere PrMd (J)
346,28;
ie du [Gott] mich langer minnest
ie ich heliger wirde hie in ertrich Mechth
1: 23,5.
7: 34,6.
7: 35,43;
MarlbRh
20,14;
der langeste gîgant, / der ie mit wârheit wart bekant / ûf allem ertrîche
UvZLanz (K)
7537;
ez ist ûf dem ertrîche / âne dîn muoter dehein wîp, / der
dîn êre und dîn lîp / lieber sî Eracl
3272;
got múß uch [
Kónig Artus
] mynnen als den besten konig der off ertrich lebet
Lanc
128,35;
dirre înganc [der Seele in die göttliche
Natur] enist ûf ertrîche niht anders dan lûteriu
abegescheidenheit Eckh
5: 428,6;
daz tuot kain vogel noch kain tier auf ertreich mêr
BdN
189,26.
– seltener über allez ërtrîche, von ërtrîche:
von der sechsten weil sint vinsternüsse worden über allez
ertriche biz zv der stvnnde der non EvAug
73,12;
die besten riter, die man vant / uber allez ert riche
StrKD
30,11;
in sinen [Jesu] namen hoffent di
heiden von allem ertriche EvAug
26,1;
an dem andern stúck [
des schiltes
] was die schönst frau von ertrich gemalet Lanc
342,31.
– die irdische Welt im Ggs. zum Himmel:
daz der schephær der himels und ertrichs geweltich ist
PrOberalt
39,10;
daz seil bezeichent die gotis minne, die in von himele
her in ertriche zoch Lucid
86,1;
dc [Wort von Christus] wart
uirnomin in ertrîche unde in himilrîche̜ TrudHL
10,23;
die aber des ertriches nihtesniht minnent, di varent vber
sich ze himelrich PrBerthKl
4,99.
– übertr. für die auf der Erde lebenden Menschen:
do [im Gebet] kam diser selbe
túfel in dem lufte gevaren und nam des súndigen ertriches vil grosse war
Mechth
4: 2,79.
5: 23,161
2
die Erde als Himmelskörper ‘Erdkugel’
di vinster [...] geschach
[...] von dem underval / des mânes, der dô legte sich /
zwischen sunne und erdrîch JvFrst
9834;
wan ez ist in [
in oriente
] e naht dan uns. daz en mohte niemer geschen, enwere daz ertriche niht
kugeleht unde enmitten hoch MNat
1,7;
daz aber daz ertreich sinbel sei als ain kugel
KvMSph
14,9;
daz daz halptail dez ertreichs alle zeit derleuht werde von
der sunnen ebd.
58,19;
daz si [Sonne] verr grœzer ist wann
daz ganz ertreich BdN
60,23;
daz der môn under allen planêten dem ertreich aller næhst ist
ebd.
67,24
3
‘Gebiet, Territorium auf der Erde’
3.1
‘Reich, Herrschaftsgebiet, Land’
sine [
die buͦch
] zaigent dir [Roland] nehain gelichin, /
noch nelebet in allen ertrichen, / noch newirt niemir mere Rol
7520;
der kunic het lâzen / verwüesten den von Ôsterrîche / ir
ungerischez ertrîche Ottok
39805;
daz ertreich der morn [
Ethyopia
] wuͤrde von kainem reich gedruͤket KvMSph
47,13;
MarlbRh
28,27
3.2
‘Grundstück, Grundbesitz, Grund und Boden’
als ir man stirbet, sô sol si daz ertrîche rûmen inner
sehs wochen SpdtL
95,12;
ein stuck ertreich ob dem wege gen Eppan haizt der Traenter
UrkSüdtirol
3,2:212
(a. 1330);
das holz in dem Teufenpache mit samt dem ertereiche UrkCorp
(WMU)
1548,11
4
‘Erdoberfläche, Erdboden’
4.1
allgem.:
doch ging er furter, und ducht yn wie der berg uff yn
viel und wie sich das ertrich allumb kert Lanc
212,29;
die sunne bark irn schin, / die steine worden zer cluben,
/ daz ertrich muste toben HvNstGZ
4254;
ie langer er [Vogel] vlúget, ie
er wunnenklicher swebet, kume als vil, das er das ertrich beruͤret, das er sich
labe Mechth
7: 61,6;
ouch liezen dâ zusamne gân / die helde sô nîtlîche, / daz
man daz ertrîche / sach biben von ir orse louf HvFreibJoh
252;
KvMSph
53,5;
BdN
77,4.
218,2
4.2
‘Ackerboden, Ackerland, fruchtbarer, bewirtschafteter Boden’
man gab in allis des genuoc / des daz ertriche truoc
Athis
C* 150;
als ein sûzer regen des meien / fröut daz ertrîche und
fruhtbêre tût Kreuzf
1015;
kein ertrîche nie getruoc / baz korn unde wîn Bit
13308;
daz ertreich ist gar fruhtpær, wann ez mag kain fruht
gewahsen dann auf der erden BdN
106,32.
57,7.
378,10;
der kirsboum wil habin kalde luft vnd vucht ertriche
Pelzb
126,21.
128,19.
130,8
4.3
‘Festland, trockener Boden (im Ggs. zum Meer)’
in vier und zweinzec wîlen / überloufet si
[Sonne] gelîche / wâge unt ertrîche Georg
2964;
da er zu der pfuczen kam, da enfand er da nicht dann
slecht ertrich Lanc
213,36;
bi dem dritten tag, do geschvf got daz dvͤrre ertrich vnd
sampt daz wazzer an ein stat PrBerthKl
1,38;
daz wazzer ist kalt und fäuht und gêt umb und umb daz
ertreich, ân als vil daz ertreich enplœzt ist von dem wazzer an den steten, dâ
die läut wonent und andreu tier BdN
100,34.
101,7
5
‘Erde, Lehm, Ton (als Material, Stoff)’
ist aber daz ertreich sweflik, als do die haizzen pad
enspringent KvMSph
17,27;
daz wazzer ist daz pest ze trinken, daz durch velse fleuzt
und durch sandigz ertreich BdN
103,36.
83,27
u.ö.
–
daz dw hefen [Töpfe] sind
geleich / dw aus ainem erdreich / sind getempert und geprant
Teichn
441,10
6
‘Erde als eines der vier Grundelemente’
vier element in dîner hant / sint eigenlîch betwungen, / luft
wazzer viur ertrîche KLD:Kzl
2: 1,15;
daz ertreich ist dem menschen daz aller gemachsamst element
BdN
106,20;
daz sych dy hycze dez fuͤrez myt der keldene dez wazzerez, vnde
dy dorde dez hertrykez myt der fuͦchtnysse der lucht glych getemperyrt vnde gemenget
OvBaierl
2,14;
KvMSph
10,4
MWB 1 2120,38; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrîchgerüste
stN.
‘Erdgebäude’
er [Gott] mahte daz himelgerüste und daz
ertrîchgerüste mit einander PrNvStr
297,9
MWB 1 2122,29; Bearbeiter: Pfefferkorn |