e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertouwen swV. ertöuwen swV. ertraben swV. ertragen stV. ertrahten swV. ertrenken swV. ertrennen swV. ertrëten, ertreten stswV. ërtrîche stN. ërtrîchgerüste stN. ertriegen stV. ërtrinc stM. ertrinken stV. ertropfen swV. ërtrouch stM. ërtrouchsaf stN. ërtrouchsôt stM. ertruckenen swV. ertrüeben swV. ertrûren swV. (vgl. ane ertrûren) ërtscholle swM. ërtsnëcke swM. ërtstadelec Adj. ërtstift stMN. ertücken swV. ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ertouwen
swV.
‘(wie von Tau) feucht werden’
diu heide muoz von bluote rôt / erfiuhten und betouwen [La.
ertǒwen
]
KvWTroj
12165
MWB 1 2118,27; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertöuwen
swV.
‘ersterben’
vor læide ertotet [La. ertöute
] ir der mvͦt Warnung
3898
MWB 1 2118,30; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertraben
swV.
→ ertropfen
MWB 1 2118,32;
ertragen
stV.
1
‘etw. (eine Last) tragen, ertragen, aushalten’ ; Gegenständliches 2
‘etw./jmdn. wohin tragen’
3 von Gütern ‘etw. (einen Ertrag) erwirtschaften’
1
‘etw. (eine Last) tragen, ertragen, aushalten’; Gegenständliches:
dar an ist kleinôt genuoc, / daz si der kiel kûm ertruoc
EnikWchr
15332.
25500;
lât mich gewinnen ein kalpfel, [...]
ohsîn [Fell] mac er niht ertragen EnikFb
1009.
– Leid, Kummer usw.:
wen ein dinc han ich kvͦme ertragen,
[...] daz du geloubis ane Krist
TrSilv
478;
daz er durch si ertrüege / leit unde grôszes ungemach KvWEngelh
1952;
daz ez [
ungemach
] mîn herze kûm ertreit EnikFb
4130
2
‘etw./jmdn. wohin tragen’
an sinen arm er sie hup / in sin huͦs ers retrûc
VMos
21,11
3
von Gütern ‘etw. (einen Ertrag) erwirtschaften’
die selben fuͤnf [...] sollen vf ir truͤwe vnd eyde
[...] die vnbesatzten guͤt anslahen an guͤlt, die sie
wol ertragen muͤgen, one geuerde UrkHohenz
3,197
(a. 1349)
MWB 1 2118,33; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrahten
swV.
1
‘(sich) etw. ausdenken, ersinnen’
2
‘etw. völlig ergründen, erwägen, bedenken’
3
‘nach (umbe) etw. streben’
1
‘(sich) etw. ausdenken, ersinnen’
swaz ieman kunde ertrahten, / ze wunschlebene gahten /
[...], / daz hætens allez Tr
16871;
nieman kund es ertrachten / wie seltzen er anders was
GTroj
6756;
swaz man ouch hôher witze kan / ertrahten und erdenken KvWTroj
1965;
ich wil iz [
ein mere von des cruzes kraft
] kurzlich abehouwen; / ich enhan iz nicht irtrachtet
Brun
9787;
ein gewant Marjâ ertrahte [entwarf] / daz sî irme
kinde machte Philipp
3638;
ich wil [...]din leben lazen leiten / in allen den
arbeiten, / die ich mit pine ertrachten kan Pass III
122,5.
–
‘etw. durch Nachdenken erreichen’
alliu wîsheit ist enwiht, / die herzen sin ertrahten kan, / hât er ze gote
minne niht Winsb
5,2
2
‘etw. völlig ergründen, erwägen, bedenken’
si hat so vil der triwen, die nieman kan ertrahten JTit
5508,1;
alsus gedâhte sî in ir / herzen mange stunde, / nu hin, nu har, und kunde /
daz wægest niht ertrahten Reinfr
5683;
avch waz die leibe merer / die sv vnd vnser herre / zv samen trvgen vnder in /
dan menshen herze vnd sin / immer mohte irtrahten, / irdenken vnd irachten
MarHimmelf
387
3
‘nach (umbe) etw. streben’
der milde sal mit arbeit / in tagen und in nachten / umme
reine gift irtrachten HeslApk
12428
MWB 1 2118,49; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrenken
swV.
1
‘jmdn. ertränken’
2
‘ertrinken’
3
‘etw. (Schiff) im Wasser versenken’
4
‘etw. überschwemmen, überfluten (und damit vernichten)’
1
‘jmdn. ertränken’
dar umb ich [Hagen] in
[Kaplan] wolde so gerne hiut’ ertrenket hân
NibB
1589,4;
ouch sluoc er ir den vater tôt / und ertrancte ir die muoter ErnstD
2673;
an demselben tag [...] wart das kint
ertrencket Lanc
96,6;
des ertrenk iuch beid ein wolkenbrust Reiher
400;
da newas dehein man, / in hette der regen na ertranct
Herb
17100;
BdN
106,26.
–
ze tode
~ :
man solt dich werfen in den rîn / und dar in versenken /
und dich ze tôd ertrenken EnikWchr
26946.
– in einem Gewässer:
ich wille dich heizen Rother / ir trenkin in deme mere
Roth
3966;
swas israhelscher wibe da / súne gebere, das man die sa /
ertranchte in dem pflume RvEWchr
8578.
10943;
wir súllen in ertrenken in dem Rine Seuse
77,9;
suaz dâ wurde degene, / die scolten si ersterben,
[...] / ze wazzere ertrenchen Exod
194.
– Tiere:
die würm sament man des nahtes umb den augst und ertrenkt
si in ezzich BdN
300,3;
wenn diu sternslang ertrenket wirt in wein und dar inne
erstirbt ebd.
280,30.
– refl.:
swie ir denne vunden werdet, ir ivch ervallet, ir ivch
ertreinchet Spec
2,11;
si wolten sich ertrenchen / in daz mer versenchen
VMos
45,11;
si ertrancten sich selben in dem wazzer
Rol
5020;
solt ich an dir die triu mîn / zerbrechen, ich wolt in
dem Rîn / mich wærlîch [...] versenken / und mich selb
ertrenken EnikWchr
19284;
UvLFrd
366,1;
WernhMl
7406.
– übertr.:
sin mütt waz im versenkett, / alle sin sine ertrenkett
GTroj
17482;
so werdent si [Sünden] mit der
pihte uirsenket / in der riwe all ertrenket VMos
49,25;
si wolt irs libes minne / in jamers wage ertrenken
WhvÖst
9929;
Vät
16710
2
‘ertrinken’
div herte gink hin iehlinge in den se vnd ist dertrenket
EvAug
150,14.
– meist refl.:
3
‘etw. (Schiff) im Wasser versenken’
dâ Sirtes, Caribde, Cillen / mit gewalt die schif ertrenken / und in des wâges
tiefe senken UvEtzAlex
9817;
daz dur myn valsch gemute / und dur myne sunde / die
tobenden wazzers unde / daz schif nicht gar ertrencte / und uf den grunt ersencte
Vät
34557.
–
‘jmdn. zum Ertrinken bringen’
das si [
Sẏrenen
] noh ligen indem mer / und die lúte an alle wer / mit ir gedoͤne
irtrenchen RvEWchr
26667
4
‘etw. überschwemmen, überfluten (und damit vernichten)’
got sluoc daz mere zesamen und ertrancte liut unde guot
BuchdKg
32,11;
got die stete irtranchte, / virdarpte und virsanchte / in den
ewigin tot RvEWchr
3742;
Tauler
304,31.
–
mit etw. ~ :
er [Gott] wolte si
[Welt] mit der sinvluote irtrenchen
Gen
689;
wirt die erde ertrenket mit dem miste, so enbringet sie
deheinen wuͦcher Lucid
60,11.
– übertr.:
die sîdenen strâze [auf dem
Gewand]
[...] wâren [...] sô mit dem
golde ertrenket / und in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme sach
Tr
11111
MWB 1 2119,11; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrennen
swV.
1 refl. ‘sich entzweien’
2
‘etw. aufheben, brechen’
1
refl. ‘sich entzweien’
kúngin, gern het ich das landt. / nu hand sich mein raͤt ertrant: / ainer rät
hin, der ander her FrSchw
5528
2
‘etw. aufheben, brechen’
der zauberer wol erkannt / das sein zaubry was ertrant / mit der gifft an dem
trincken FrSchw
6240;
solt meinem her’n misselingen, / deß ich wenig hab gedingen, / so wer ich
geschannt / unnd mein froͤd ertrannt ebd.
7640
MWB 1 2120,3; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrëten, ertreten
stswV.
‘jmdn. niedertreten und töten (meist zu Pferde im Kampf)’
daz ros er [
vogit
] mit den sporn twanc / unt wolte sumeliche [
armen
] ertretten Serv
2985;
er [
Philemenis
] hette sie [
crichen
] benotet, / gewunt vnd ertotet / vnde ertrat vzzer mazzen
Herb
12933;
ir hettent nehelich dißen verwunten ritter ertrettet
Lanc
362,2;
SAlex
4442;
StrKarl
10120.
– wohl sprichwörtlich gense
~ :
so du gedienes an daz zil, / des wære zit, daz man dir helfen solte, / so
hastu gense ertrettet vil, / unt zihent dich, du sis ein man, der nieman volgen
wolte Stolle
39,11.
–
welicher da nider wart gerant, / der ward ertret alczu handt Seifrit
3365.
–
der lac erschozzen; / der lac erstochen, / dirre zv broch, /
dirre zv bletzet, / ienre zv quexet, / dirre ertruncken, der ertrat
Herb
5863;
dô lac ertret der werde / wol geborne sarrazîn
Kreuzf
4414.
– häufig erslahen unde
~ :
do wurden erslagen vnde ertrat / tusent an eime houfe
Herb
7042.
7819;
die cristen suochten ze Babylonie / vast unz an daz burgetor.
/ die haiden dâ vor / wurden retret unt reslagen Kchr
16756.
–
erdringen unde
~ :
da wart solich gedrenge, / daz die swachen und iungen /
ertreten und erdrungen / vil nach zetode warn StrKD
70,82.
–
ze tode
~ :
er wart ze tôd ertreten sâ EnikWchr
25219
MWB 1 2120,12; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrîche
stN.
1
‘die (gesamte bewohnte) irdische Welt, Erdkreis, Gottes Schöpfung’
2 die Erde als Himmelskörper ‘Erdkugel’
3
‘Gebiet, Territorium auf der Erde’
3.1
‘Reich, Herrschaftsgebiet, Land’
3.2
‘Grundstück, Grundbesitz, Grund und Boden’
4
‘Erdoberfläche, Erdboden’
4.1 allgem. 4.2
‘Ackerboden, Ackerland, fruchtbarer, bewirtschafteter Boden’
4.3
‘Festland, trockener Boden (im Ggs. zum Meer)’
5
‘Erde, Lehm, Ton (als Material, Stoff)’
6
‘Erde als eines der vier Grundelemente’
1
‘die (gesamte bewohnte) irdische Welt, Erdkreis, Gottes Schöpfung’
ich kerde mich zuͦ den riviͤren, / diͤ ich sach al erdrich
ziͤren MarlbRh
98,24;
di daz ertrich minnent mit aller minne, di mvzzen hin abe in
die helle PrBerthKl
4,94;
ich hatte willen, wenne ich dich [
herre
] gesehe, das ich dir von dem ertrich vil woͤlti clagen
Mechth
3: 1,27;
dis ertrich ist maniger strikke vol ebd.
1: 44,77.
3: 1,26;
si [
chüniginne von Osterland
] kom von den enden des ertriches ze hörn div wisheit Salomonis
EvAug
163,10.
– häufig in den Wendungen in (allem) ërtrîche, ûf (dem/ allem)
ërtrîche
‘in der Welt, auf Erden’
die wîle daz sanctus Nicolâus hie in ertrîche was, dô tet
er manic ceichin in dem wazzere PrMd (J)
346,28;
ie du [Gott] mich langer minnest
ie ich heliger wirde hie in ertrich Mechth
1: 23,5.
7: 34,6.
7: 35,43;
MarlbRh
20,14;
der langeste gîgant, / der ie mit wârheit wart bekant / ûf allem ertrîche
UvZLanz (K)
7537;
ez ist ûf dem ertrîche / âne dîn muoter dehein wîp, / der
dîn êre und dîn lîp / lieber sî Eracl
3272;
got múß uch [
Kónig Artus
] mynnen als den besten konig der off ertrich lebet
Lanc
128,35;
dirre înganc [der Seele in die göttliche
Natur] enist ûf ertrîche niht anders dan lûteriu
abegescheidenheit Eckh
5: 428,6;
daz tuot kain vogel noch kain tier auf ertreich mêr
BdN
189,26.
– seltener über allez ërtrîche, von ërtrîche:
von der sechsten weil sint vinsternüsse worden über allez
ertriche biz zv der stvnnde der non EvAug
73,12;
die besten riter, die man vant / uber allez ert riche
StrKD
30,11;
in sinen [Jesu] namen hoffent di
heiden von allem ertriche EvAug
26,1;
an dem andern stúck [
des schiltes
] was die schönst frau von ertrich gemalet Lanc
342,31.
– die irdische Welt im Ggs. zum Himmel:
daz der schephær der himels und ertrichs geweltich ist
PrOberalt
39,10;
daz seil bezeichent die gotis minne, die in von himele
her in ertriche zoch Lucid
86,1;
dc [Wort von Christus] wart
uirnomin in ertrîche unde in himilrîche̜ TrudHL
10,23;
die aber des ertriches nihtesniht minnent, di varent vber
sich ze himelrich PrBerthKl
4,99.
– übertr. für die auf der Erde lebenden Menschen:
do [im Gebet] kam diser selbe
túfel in dem lufte gevaren und nam des súndigen ertriches vil grosse war
Mechth
4: 2,79.
5: 23,161
2
die Erde als Himmelskörper ‘Erdkugel’
di vinster [...] geschach
[...] von dem underval / des mânes, der dô legte sich /
zwischen sunne und erdrîch JvFrst
9834;
wan ez ist in [
in oriente
] e naht dan uns. daz en mohte niemer geschen, enwere daz ertriche niht
kugeleht unde enmitten hoch MNat
1,7;
daz aber daz ertreich sinbel sei als ain kugel
KvMSph
14,9;
daz daz halptail dez ertreichs alle zeit derleuht werde von
der sunnen ebd.
58,19;
daz si [Sonne] verr grœzer ist wann
daz ganz ertreich BdN
60,23;
daz der môn under allen planêten dem ertreich aller næhst ist
ebd.
67,24
3
‘Gebiet, Territorium auf der Erde’
3.1
‘Reich, Herrschaftsgebiet, Land’
sine [
die buͦch
] zaigent dir [Roland] nehain gelichin, /
noch nelebet in allen ertrichen, / noch newirt niemir mere Rol
7520;
der kunic het lâzen / verwüesten den von Ôsterrîche / ir
ungerischez ertrîche Ottok
39805;
daz ertreich der morn [
Ethyopia
] wuͤrde von kainem reich gedruͤket KvMSph
47,13;
MarlbRh
28,27
3.2
‘Grundstück, Grundbesitz, Grund und Boden’
als ir man stirbet, sô sol si daz ertrîche rûmen inner
sehs wochen SpdtL
95,12;
ein stuck ertreich ob dem wege gen Eppan haizt der Traenter
UrkSüdtirol
3,2:212
(a. 1330);
das holz in dem Teufenpache mit samt dem ertereiche UrkCorp
(WMU)
1548,11
4
‘Erdoberfläche, Erdboden’
4.1
allgem.:
doch ging er furter, und ducht yn wie der berg uff yn
viel und wie sich das ertrich allumb kert Lanc
212,29;
die sunne bark irn schin, / die steine worden zer cluben,
/ daz ertrich muste toben HvNstGZ
4254;
ie langer er [Vogel] vlúget, ie
er wunnenklicher swebet, kume als vil, das er das ertrich beruͤret, das er sich
labe Mechth
7: 61,6;
ouch liezen dâ zusamne gân / die helde sô nîtlîche, / daz
man daz ertrîche / sach biben von ir orse louf HvFreibJoh
252;
KvMSph
53,5;
BdN
77,4.
218,2
4.2
‘Ackerboden, Ackerland, fruchtbarer, bewirtschafteter Boden’
man gab in allis des genuoc / des daz ertriche truoc
Athis
C* 150;
als ein sûzer regen des meien / fröut daz ertrîche und
fruhtbêre tût Kreuzf
1015;
kein ertrîche nie getruoc / baz korn unde wîn Bit
13308;
daz ertreich ist gar fruhtpær, wann ez mag kain fruht
gewahsen dann auf der erden BdN
106,32.
57,7.
378,10;
der kirsboum wil habin kalde luft vnd vucht ertriche
Pelzb
126,21.
128,19.
130,8
4.3
‘Festland, trockener Boden (im Ggs. zum Meer)’
in vier und zweinzec wîlen / überloufet si
[Sonne] gelîche / wâge unt ertrîche Georg
2964;
da er zu der pfuczen kam, da enfand er da nicht dann
slecht ertrich Lanc
213,36;
bi dem dritten tag, do geschvf got daz dvͤrre ertrich vnd
sampt daz wazzer an ein stat PrBerthKl
1,38;
daz wazzer ist kalt und fäuht und gêt umb und umb daz
ertreich, ân als vil daz ertreich enplœzt ist von dem wazzer an den steten, dâ
die läut wonent und andreu tier BdN
100,34.
101,7
5
‘Erde, Lehm, Ton (als Material, Stoff)’
ist aber daz ertreich sweflik, als do die haizzen pad
enspringent KvMSph
17,27;
daz wazzer ist daz pest ze trinken, daz durch velse fleuzt
und durch sandigz ertreich BdN
103,36.
83,27
u.ö.
–
daz dw hefen [Töpfe] sind
geleich / dw aus ainem erdreich / sind getempert und geprant
Teichn
441,10
6
‘Erde als eines der vier Grundelemente’
vier element in dîner hant / sint eigenlîch betwungen, / luft
wazzer viur ertrîche KLD:Kzl
2: 1,15;
daz ertreich ist dem menschen daz aller gemachsamst element
BdN
106,20;
daz sych dy hycze dez fuͤrez myt der keldene dez wazzerez, vnde
dy dorde dez hertrykez myt der fuͦchtnysse der lucht glych getemperyrt vnde gemenget
OvBaierl
2,14;
KvMSph
10,4
MWB 1 2120,38; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrîchgerüste
stN.
‘Erdgebäude’
er [Gott] mahte daz himelgerüste und daz
ertrîchgerüste mit einander PrNvStr
297,9
MWB 1 2122,29; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertriegen
stV.
1
‘etw. durch Betrug erlangen’
2
‘jmdn. durch Betrug zu etw. bewegen’
1
‘etw. durch Betrug erlangen’
mit der [Verwandtschaft zwischen Marke und
Tristan] verkouften si [Tristan und
Isolde] vil, / mit der ertrugens ir minnenspil Tr
13004;
daz ei brâht im daz vogelîn: / der vogel muoz gelîchet sîn /
dem wîsen zouberære, / des zouberlîchiu mære / im einen erben hânt ertrogn
RvEAlex
1189
2
‘jmdn. durch Betrug zu etw. bewegen’
und hât mich got gehaizzen dc ich dich mit mier hain fuͤre, dc du mit mier
essest und also ertrôg er den wissagen dc er mit im wider hain fuͦr PrSchw
1,53
MWB 1 2122,32; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrinc
stM.
‘Erdkreis’
wir giloubin ani den Crist, / der gischuf alliz daz dir ist, /
der dir hiz werdin / den himil joch di erdin; / sin ist al der ertrinc
ÄJud
55;
den himel unt den ertrinc / machit diu goteheit wise / ze eim eweclichin
paradise LAntichr
1178
MWB 1 2122,43; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrinken
stV.
1
‘ertrinken’
1.1 eigentl. 1.2 in vielfältiger Weise übertr. 2
‘in einer Flut untergehen, versinken’
3 von Schiffen ‘untergehen’
4
‘etw. trinken’
1
‘ertrinken’
1.1
eigentl.:
daz wazzer flôz uber al, iz fulte berg unde tal. / dei
gebirge dô sunchen, dei lûte elliu ertrunchen Gen
705;
daz sîner [Alexanders] scephe
ein hundert versunchen / unt sîne helde all ertrunchen VAlex
772;
also di haiden di da intsamt waren / alle ertrunchen unt
ertwalen Rol
7071;
der die rüder nicht beweget in der czeyt des vngewitters,
[...] ein sölher ertrincket oft Gnadenl
3:M1,175;
Seuse
78,12.
–
in dem mer, see, wag, wazzer
~ :
in dem grundelosen mere ist er ertrunken
Tauler
176,11;
siben hundert oder me [...]
ertruncken in dem se Herb
4250;
der visch mag in dem wasser nit ertrinken
Mechth
1: 44,69;
si [Juden] müezen vor uns
sinken / und in dem wâg ertrinken EnikWchr
8304.
– subst.:
der [Stein] ist guot wider
diu pœsen tier und wider ertrinken in wazzer BdN
471,2.
–
uf dem mer
~ :
sam er [
mergans
] sich fräw der läut, die auf dem mer ertrinkent
[Schiffbruch erleiden]
BdN
205,16.
–
in dem blute
~ (oft hyperbolisch in Kampfschilderungen):
die helede gûte / wûten in den [=
dem
] blûte / vaste biz an di knî. / [...]
/ vil manich in den blûte ertranc SAlex
2149;
da was die slachte so groz, / daz daz blut als ferre
floz, / swelchen man von dem rosse dranc, / daz er in dem blute ertranc
Herb
1486;
es [Kind bei der Geburt]
ertrunke och in dem bluͦte / das von der wunden kæme, / e das man es us næme
WernhMl
13054
1.2
in vielfältiger Weise übertr.:
er [Heinrich] was trûric und unvrô. / sîn
swebendez herze daz verswanc, / sîn swimmendiu vreude ertranc AHeinr
150;
von sînem hazze ich nâch versanc, / und ouch versunken wære, / des half
mir, daz ich niht ertranc, / gedinge ûf liebiu mære HartmKlage
1717.
–
in etw. (Dat.) ~ :
daz ist daz süeze gebet, / dâ diu sêle inne / ertrinket in der minne
LvRegSyon
1127;
das si [
únsere magen
] des pfuͦles alze kleine haben, da si doch leider inne
versinken und in den súnden ertrinkent Mechth
7: 27,18;
von allem luste daz oberste wipfelîn der sêle niht enwirt geneiget her
abe, daz ez niht ertrinke in dem luste Eckh
3:482,10;
durh daz was herzenhalp sîn brust / wol hende breit
gesunken / und sîn vreude in riuwe ertrunken Wh
177,14;
la minne in unminne nicht ertrinken JTit
1906,4
2
‘in einer Flut untergehen, versinken’
ich vurhte mir uile sêre / daz guͦt ist uirsunchen / dev werlt
allev irtrunchen VMos
13,21;
die stete waren virsunchin, / lút und lant irtrunchin
RvEWchr
4869;
ein so groz isil [...], / dú an des
mers grunt versanch, / mit lútin und mit guͦte irtranch ebd.
3015.
–
in dem wâge, wazzer
~ :
diu hiuser, daz si sunken / und in dem wâg ertrunken
EnikWchr
4176.
4096;
swedir ez [
daz der man gewinnet
] versinchet, / in dem wazzir ertrinchet, / oder sus chumet ein
unheil / unde enleibet im sin deheinen teil VRechte
81
3
von Schiffen ‘untergehen’
zwelve kiele al dâ ertrunken / und alzemâl versunken ErnstD
1955;
von danne furt er ainen̄ pracken / wol mit dreyssig tausent
marcken̄: / das ertranck mitten in dem wilden mer HvNstAp
1716;
ob âne meisterschefte vert / ein schef, [...], / daz
muoz durch nôt ertrinken / und vil gar ersinken LBarl
6535
4
‘etw. trinken’
er [Holofernes] wart des schônen wîbes
[Judith] alsô vrô, / daz er mêre ertranch dô / in mete
jouch in wîne / danne er deheines tages î getrunche ze sînem lîbe JJud
1430.
–
‘etw. völlig austrinken, leer trinken’
ein wurm wuchs dar inni [
in Hiersalem
] , / der irdranc alli di brunni, / di dir in der burch warin
LobSal
60
MWB 1 2122,49; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertropfen
swV.
‘abtropfen’
als er nu̇ den staden gefie, / sin rosz er hertropfen lie Krone
21339;
Scholls Konjektur ertraben ist unnötig, siehe Anm.z.St.
MWB 1 2123,55; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrouch
stM.
‘Erdrauch’ (Fumaria officinalis, vgl. Marzell 2,50f.)
vurbe dich [...] mit dem saffe fumi
terre daz ist ertrouch SalArz
78,6;
si [Tamarinde] ist ouch gut vur
den grint di da ist uon der colera, so man si gibet mit ertrouch ebd.
82,35
MWB 1 2123,59; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrouchsaf
stN.
‘Erdrauchsaft’
vurbe im di vuchte mit nezzil windech saffe, oder mit
ertrouch saffe SalArz
55,51
MWB 1 2124,1; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrouchsôt
stM.
‘Erdrauchsud’
der sal si zu triben in einem ciginem kesewazzer oder in
ertrouche sot SalArz
82,55
MWB 1 2124,4; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertruckenen
swV.
‘trocken werden’
do al dú erde irtruchint schein, / Noe zoh uf die erde widir
RvEWchr
832;
daz sin geselle bi dem fúre wol ertruchnet were
Seuse
76,19.
– Part.-Adj.:
das si [die Taube nach dem Rückgang der
Sintflut] vant irtruhchent lant RvEWchr
828
MWB 1 2124,7; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrüeben
swV.
‘jmdn. traurig, betrübt machen’
geniuzet es mîn wîp, / daz si
[Kriemhild] hât ertrüebet den Prünhilde lîp
NibB
861,2;
weinen si began. / des hete michel wunder die Ezelen man, / waz ir sô snelle
ertrüebet het ir hôhen muot NibC
1804,3;
ez wirt ertrüebet, / der mit gemach wænt sein Krone
1327
MWB 1 2124,13; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrûren
swV. (vgl. ane ertrûren)
‘jmdn. traurig machen’
edil jonffrou czairt, / ich moicht uch ommer dienen voirt / went an myns
levens oirt, / sint uch myn liden hait erdrocht [La. erdrurt
]
MinneR 497
1043.
–
er svl etswenne von vblen vnsern werchin irtrurit werden
BrZw
Prolog
MWB 1 2124,20; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtscholle
swM.
‘Erdklumpen’
einen rappen man dô sach / vliegen ob dem herren hin, / der
lie vallen hin ûf in / einen ertschollen sâ RvEAlex
10205;
swâ ein ertscholle hin vellet, dâ vellet diu erde alzêmâle hin, wan ein
ertscholle bewîset, daz diu erde sîn rehtiu ruowestat ist Eckh (Pf)
236,37;
wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daz man si vâhen
well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füezen und verpergent sich dar under
BdN
215,26
MWB 1 2124,26; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtsnëcke
swM.
‘Erdschnecke, Landschnecke’
limax haizt ain erdsneck, wan limus ist ain zæh erdreich sam
laim, dar auz wechset der sneck BdN
302,33;
ez sei ain wazzersneck oder ain ertsneck ebd.
308,20
MWB 1 2124,35; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtstadelec
Adj.
Bed. unklar, wohl: ‘in der (unterirdischen) Vorratskammer lagernd’ (vgl.
Schiller/ Lübben 1, 717)
swô ein gût erbelôs erstirbet von manne oder von wîbe, daz ertstatelêge korn
ist sîn [des Fronboten]
SSp (W)
3:56,3
MWB 1 2124,40; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtstift
stMN.
‘auf der Erde errichtetes Bauwerk’
dâ lac ein burc, diu beste / diu ie genant wart ertstift
Parz
403,19
MWB 1 2124,45; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertücken
swV.
‘etw. mit List erlangen’
er wolt ein brievelin schriben, / ob im diu sælde triben /
wolt daz geluͤck / so daz er moͤht ertuͤck / die stunde daz er wuͤrde / der diu des
jamers buͤrde / uf in geladen hæte WhvÖst
6682
MWB 1 2124,48; Bearbeiter: Pfefferkorn |