e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwëgen swV. erwegenheit stF. erwegunge stF. erweichen swV. auch erwêchen. erweiden swV. erweigen swV. erweinen swV. erwelære stM. erwëlken swV. erwellen swV. erweln swV. erwelt Part.-Adj., zu erweln. erwelunge stF. erwenden swV. erwênigen swV. erwenken swV. erwërben stV. erwërberin stF. erwërbunge stF. erwërden stV. erwërfen stV. erwërgen stV. erwerigen swV. erwërken swV. erwermen swV. erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erwëgen
swV.
‘jmdm. einen Weg bereiten’, mit Akk.:
ir sit kumen in daz lant, / herre, durch gotis ere / zu
irwegene uwer sele GrRud
Bb 28
MWB 1 2163,51; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwegenheit
stF.
‘Verwegenheit, Vermessenheit’
daz her von der gotheit des heilandes hôer scrîbe und daz von ime ûz breche
das wort gotis: und daz ich alsô spreche nicht mit einer irweginheite, sundern mit
einer sêligen getorst EvBeh
5
MWB 1 2163,54; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwegunge
stF.
‘Überlegung, Denken’
daz man nicht geslaffen mac, daz geschit etwenne uon des
hirnes erwegunge SalArz
32,20
MWB 1 2163,59; Bearbeiter: Pfefferkorn
erweichen
swV. auch erwêchen.
1 intr. ‘aufweichen, weich werden’
2 tr. 2.1
‘etw. weich machen’
2.2
‘jmdn. milde/ gewogen machen, jmdn. rühren’
2.3
‘jmdn./etw. schwächen, verweichlichen’ , passivisch 2.4
‘jmdn. religiös bekehren, aufrütteln, erbauen’
1
intr. ‘aufweichen, weich werden’
der lip al begarwe, / vnt div lit erwæichent [im
Tod] , / div ougen erblæichent Warnung
131;
in den vodern [
leib
] legent si [
tier, die hörner auf dem haupt habent
] daz ezzen des êrsten unz ez dar inn derwaicht BdN
13,29;
dô wolt daz eisen von feur nie derwaichen ebd.
82,30.
– übertr.:
es [Herz] muͤz erweichen und
erhitzen in diner suͤssen minne Seuse
227,11;
die [Tränen] du vergusse von
der bitteren not dines zarten kindes under dem ellenden krúze, daz es erweiche
ebd.
268,11;
also ist der herr gestalt: / swann er derwaicht in
sorgen grozzen, / so begint er sich zu stozzen / in di chelt der
stamney [unnützer Zeitvertreib]
Teichn
378,21.
– mit possessivem Dativ:
swer got zeimmâl reht erreichet, / alsô daz im daz herz erweichet, / der
sol die gerunge alsô füeren, / daz er in dicke müge rüeren LvRegSyon
3752
2
tr.
2.1
‘etw. weich machen’
diz fuir irwêchit daz harte alse golt und andir metal Parad
21,18;
kunde sie herweichen / einen stein ader einen hertten stael Krone
28111;
swer ein hûs ûf einen stein bûwet, daz mac der wint niht umb gestôzen noch
der regen niht erweichen PrBerth
1:44,36.
– medizinisch: ‘entkrampfen, heilend weich machen’
daz pulver mischen mit vaiztem wazzer, daz entsleuzt
und erwaicht den leip BdN
392,19
2.2
‘jmdn. milde/ gewogen machen, jmdn. rühren’
also tuͤ, fraw, ein zeichen / an mir, laß dich derweichen
Minneb
2650;
disú fúrinú wort schussen ir glich dur ir herze und
erweichten si also gar, daz si geswind irú ogen uf huͦb Seuse
137,32.
–
mit etw. ~ :
sus wolte er mit den zeichen / erlinden unde erweichen / die küneginne
spæhe KvWTroj
22460.
–
daz herz
~ :
got muoz ir herze erweichen, / sît ez noch / der mîner
swaere niht bevilt MF:Wolfr
8: 3,4;
ich weiz ein dinc, daz des mannes herze aller schiereste erweichet:
daz ist diu frouwe PrBerth
2:134,3;
BdN
307,27.
–
den sin
~ :
daz er mit bete, noch mit gebote, / noch mit
dröuwenne, von gote / kunde erweichen sînen sin RvEBarl
8525;
do unser lieber herre got / [...] iren herten
sin / mit manigen grozen zeichen / nicht enkunde erweichen Pass I/II
268,53.
267,5.
–
den muot, daz gemüete
~ :
wan under allen dingen sô ist kein dinc, daz des mannes muot alsô
gæhes erweichen müge PrBerth
2:133,28;
swelher meide gemüete man schiere erweichet Renner
12088.
–
die liebe
~ :
diu lieb [...] wirt doch
niht zeprochen noch wirt mit smaichendem lob erwaicht BdN
439,4
2.3
‘jmdn./etw. schwächen, verweichlichen’, passivisch:
das manlicher mût von wîplicher heimeliche schedelîche
dicke wirt erweichet StatDtOrd
52,7;
da manig stoltze hirtze nach hitzigem ernste sich hat
nider gelan und da erweichet und unmehtig worden ist Seuse
435,11;
BrHoh
1
2.4
‘jmdn. religiös bekehren, aufrütteln, erbauen’
cristener mensche, nu sich: / vil me sal die martir dich
/ Jhesu Cristi irweichen Daniel
3255;
we dir, daz dich [
du blinder jud’
] des nieman kan erweichen Regenb
353b.
–
we das her [
konnich Karl dher gute
] bekerte / dhe harten Saxen mit dhem swerte, / dhe nie von
predigere munden / irweychet werdhen kunden BraunschwRchr
214.
–
zu etw. ~ :
so blint was die valsche diet / als in ir tump herze riet, / daz si
diz groze zeichen / nicht enkonde erweichen / zu des gelouben reinekeit
Pass III
29,76
MWB 1 2163,62; Bearbeiter: Pfefferkorn
erweiden
swV.
‘weiden lassen, ergötzen’
so sint die andern vrawen. / swer die kan rehte shawen, /
sin augen der so erweidet / daz leit gar von im sheidet Rennew
24255
MWB 1 2165,1; Bearbeiter: Pfefferkorn
erweigen
swV.
1
‘etw. zum Schwanken bringen’
2 refl. ‘wackeln’
1
‘etw. zum Schwanken bringen’
tu wir daz, sone muͦgen uns winde noch wazzer bewegin [La.
erwaigen
]
PrLpz
328,1
2
refl. ‘wackeln’
sin [Moses] lip in solhir vrische
was / das sih im nie irweigte zan / noh vliezende ouge nie gewan
RvEWchr
15700
MWB 1 2165,5; Bearbeiter: Pfefferkorn
erweinen
swV.
1 intr. ‘zu weinen beginnen, in Tränen ausbrechen’
2 tr. 2.1
‘jmdn. zum Weinen bringen’
2.2
‘etw. durch Weinen erreichen’
3
‘sich ausweinen, sehr weinen’ , refl.
1
intr. ‘zu weinen beginnen, in Tränen ausbrechen’
als diu frouwe vernam, / daz er von got vrâgen began, / si
erwainte vil sêre Kchr
737;
dem kaiser wurden di ougen naz; / da erwainte allez daz da
was Rol
3134.
2737;
von jamer er erwainde RvEWh
2366;
Greg
1017.
– subst.:
ir wängel rôt mit wîzer hant / begundes underleinen: / ersiuften unde
erweinen / die rede ir ûz dem munde nam KvWPart
8036
2
tr.
2.1
‘jmdn. zum Weinen bringen’
swie schœne sî sîn lîp, / er möhte wol erweinen vil
wætlîchiu wîp NibB
415,2;
ir kunft mange amîe / in Franchrîche erweinde
Wh
29,5;
die Frantzois in sturme habent wibes ougen vil erweinet JTit
4685,4;
RvEGer
6644
2.2
‘etw. durch Weinen erreichen’
solt’ ich erweinen guot, daz wære ein groz unbilde; / daz ist ein arme
kunst, da man der herren guot erweinet Rumelant
3,59a
3
‘sich ausweinen, sehr weinen’, refl.:
swann sie sich erweinen wolte, sô liez sie nieman zuo ir în OrtnC
172,4;
do er nit wolt komen, do vie si an mit einem betruͤpten
herzen ze weinen, und gie ellendeklich enweg in einen winkel sizzen und erweinet
sich da vil wol Seuse
175,6.
122,22
MWB 1 2165,11; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwelære
stM.
‘Wähler’
ê danne die erwelere [
des kunftigen meisters
] darzu gesitzen, daz sî welen StatDtOrd
94,7.
94,35
MWB 1 2165,35; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwëlken
swV.
1
‘welk / trocken werden, verwelken’
2 übertr. ‘matt, schwach, schlaff werden’
1
‘welk / trocken werden, verwelken’
div linde rot weizze hout / [...] erwelchet als ein
chrovt, / dem div gruse ist entwichen / vnt fivchtelos erblichen Warnung
140;
div lilie vnt div rose / vnt div schoͤne ceitlose / ligent blæich vnt val, /
beide erwelchet vnt sal ebd.
1924
2
übertr. ‘matt, schwach, schlaff werden’
swa so der hohe edel man / gemachet unde enruochet, / an dem beliget hoher
muot, / erwelket vrechiu tat FvSonnenburg
64,4
MWB 1 2165,38; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwellen
swV.
1
‘etw. zum Wallen bringen, etw. aufkochen’
2 übertr. ‘in Wallung geraten’
1
‘etw. zum Wallen bringen, etw. aufkochen’
ein brunnen hiez er erwellen MargAntioch II
575;
von nature der regen wiel / vnd brant so vngehùre, / als ob er von starckem
fùwre / mit flijsze were erwellet Krone
16028;
wazzer hât natiure [Subj.] / kalt gestellet. / man
betwinget ez mit viure, / daz sîn walm erwellet Rumelant (R)
1:4,4;
er liez im bli erwellen / und uf ir houbet giezen Pass III
188,44.
279,23.
–
in dem condimente erwelle die darme vnd fuͤlle sie mit dem
condimente BvgSp
22;
gip im win da di nater [...]
inne si erwellet SalArz
77,25;
snide daz [
semelin brot
] wuͤrfeleht vnd tuͦ daz in die mandelmilch vnd erwelle daz
BvgSp
70
2
übertr. ‘in Wallung geraten’
da hett er großen jamer inn sym herczen, und das blut erwelt im úber dem heubt
und under dem antlicz Lanc II
377,8;
mîn herze vröude gar vergaz, / ez was in zorne erwellet Virg
412,6
MWB 1 2165,48; Bearbeiter: Pfefferkorn
erweln
swV.
1
‘jmdn. / etw. (aus einer größeren Menge) auswählen (für eine Aufgabe)’
2
‘jmdn. (vor anderen) auszeichnen, (aus-)erwählen’ ; häufig in religiösen Kontexten, nicht immer deutlich von 1 zu unterscheiden 3
‘jmdn. in ein Amt wählen’
4
‘jmdn. als Partner (Ehe, Minne) erwählen’ , 4.1 allgem. 4.2 relig. 5
‘jmdn. adoptieren’ , Part.-Adj.
1
‘jmdn. / etw. (aus einer größeren Menge) auswählen (für eine Aufgabe)’
Maria di hat daz beste teil irwelt [hat sich
richtig entschieden]
Litan
1153;
alsam erwelt er [Jesus] auch ein
stat, daz ist Jerusalem, da er umb daz hail diser werlt gemartert wolt werden
PrOberalt
7,1.
17,23;
Rol
1021.
– mit Dativ der Pers.:
die schonisten hinden / die irgen wesin mochte, / die da
min trechten / sineme heiligen truͦte / da irwelit hete Ägidius
356;
erwelt ir mir zwelf man / di guͦten willin dar zvͦ han
Rol
3575.
– mit refl. Dativ:
dô diu cheiserinne, / [...], / ir
den sal erwelte / dâ si wolte erschînen / bî den heiligen wîben
Wernh
1418;
er [Jesus)] erwelt im ein
armeu muter PrOberalt
31,31;
Rol
7871;
Tr
12808;
Konr
20,45.
–
zuo jmdm. / etw. ~ :
den [Paulus] min trehtin ze
êinime trûte erwelte Spec
84,9;
waz diu nû sagen, / die zuo dem lesen sint erwelt, / daz
muget ir hœren ob ir welt KvHeimUrst
1695;
Wig
4347;
wan ez ist bi dem menschen gewon, daz die, die da zuo
etwaz erwelt werdent, die werdent geschriben in daz buoch; alse die ritter oder
die ratgeben ThvASu
288,21.
–
in etw. ~ :
der sanctum Matheum uon sinen sunden loste unde in in
siner heiligen zwelfpoten genozscaft erwelte Spec
106,4.
–
unter / ûz jmdm. / etw. ~ :
der heilige man / got pitten er began / daz er uf tate /
wen er irwelt hete / under in allen zeren / ime selben zeineme forderen
VMos
79,29;
dô sprach die kunigin: irwelit ûz û, die die allir
wîsistin sîn, unt die kumin vur mich PrMd (J)
343,20;
swiligen heiligen ih minen armute [La. ce
miner armuͦte
] / vz allin choren hete irwelt, / so were dv je zu den uorderen
gezelt Litan
545;
Konr
8,4.
–
von, vor jmdm. ~ :
mîn uuíne íst uuîz unte rôt. íst eruuélet uóne mánigen
dûsonton Will
87,1;
die [Petrus und Paulus] got
erwelte vor andirin ivngerin Spec
83,16
2
‘jmdn. (vor anderen) auszeichnen, (aus-)erwählen’; häufig in religiösen
Kontexten, nicht immer deutlich von 1 zu unterscheiden:
ez sprichet einer der heiligen zwelfpoten:
[...] vns het got erwelt, ê er diu werlt beschuͤf
Konr
19,16;
in dem himmelriche wil ich
[Gott] si machen lúhtende spiegele, also alle, die si
gesehen, das si bekennen, wie ich si erwelt habe Mechth
7: 14,10.
– mit refl. Dat.:
diu [
edele fürstinne
] mit herzen sinne / ir mit lachen hât erwelt / der âne liegen ist
gezelt / mit wârheit für den hôhsten prîs Parz
221,23.
–
gegen
‘vor’ jmdn. ~ :
wand er vuorte manegen helt, / die gein vîenden wâren
erwelt Wh
98,24.
–
zuo etw. ~ :
wan der [
sant Stephan
] nach unsers herren marter der erst martrær waz. zuͦ so getanen
ern und genaden het in got erwelt PrOberalt
19,28;
die diemuͤtigen suͤndær die sint ze den genaden erwelt
ebd.
123,2;
wande dich got selbe zu dem liehte wolde erwelen
SüklV
123;
alle die, min uil lieben, die ze dem himelriche erwelt
sint, die sint geheizzen lider des heiligen Christes Spec
118,26;
du bist ein uz irwelet helt / zo allin trowin irwelt
Roth
4699
3
‘jmdn. in ein Amt wählen’
von dem capitele ze haltene, sô man ein meister erwelt
StatDtOrd
91,8.
94,12;
alse der kivnig vf den stvͦl ze Ache gesetzet wirt mit dem merren teile der
fúrsten die in erwelet hant, so sol er niemer mere deheinen eit gesweren
SchwSp
60b.
–
zuo etw. ~ :
Agomennon was ein helt, / den daz her hette erwelt / zv
eime richtere Herb
2948;
daz sî alle glîch den brûder N. haben erwelt zu eineme
meistere StatDtOrd
95,13;
das dis alsus geschlihtet si [...], dar umbe han
wir vorgenanten schidelüte, Hainrich v. Schellenberc, Gunhalm v. Schwarzenhorn
riter, des vorgenannten gozhuses halp ze schildelüten erwellet UrkGraub
(M)
2,155
(a. 1299);
swen die vürsten alle zu kunge erwelen, den suln sie aller êrst bie namen
kiesen SSp (W)
3:57,2;
sît daz mich got ûf erden / zeime rihter hât gezelt / und
ich ze künge bin erwelt KvWSchwanr
654;
do wart sant Siluester ze pabest erwelt
Konr
5,27.
–
der kelnere des clostris der werde irwelit von der samenvnge der da si
wise BrHoh
31;
WeistGr
1,9
(a. 1338)
4
‘jmdn. als Partner (Ehe, Minne) erwählen’,
4.1
allgem.:
ich erkôs mir selbe einen man, / den erwelten mîniu ougen MF:Eist
4:1,11;
Eracl
2260.
– refl.:
doch hab ich sî mir selb erwellet / und wil genâden
gern von ir. SM:Had
23: 5,1;
du hast dir einen man erwelt / an dem vil grozer
eren lit Rennew
29422.
–
ich hân iuch vür älliu wîp / erwelt mir ze lône
Wig
8765.
– mit Dat. d. P.:
daz ist ein wîser junger man, / der vil wol erkennen
kan / ir ieslicher herze unde lîp, / sie sî maget ode wîp. / der erwelt dem
keiser eine Eracl
2249.
– jmdn. ze vrouwen
~ :
wer ist daz wip / die du ze vrawen hast erwelt / und
dich fuͤr eigen ir verselt Rennew
24811.
– jmdn.ze liebe / minne
~ :
mîn herze daz hât iuch erwelt / für alle man ze liebe
noch, / und ir verbergent mir iedoch / ze tougenlichen iuwer dinc
KvWSchwanr
1420;
si hete zuo ir minne erwelt / weizgot einen stæten helt Greg
871
4.2
relig.:
vroͮwe sele, got hat úch erwelt ob allen dingen, ir sint
min vroͮwe und min kúneginne Mechth
2: 19,20;
do erwelte mich der vatter zuͦ einer brut ebd.
1: 22,45.
–
‘sich einem Partner zuwenden, hingeben’
do reckete únser herre sine hant und gab in sinen
segen und sprach: ‘ich segenen úch mit mir selben, erwelent mich in allen
úwern gedenken.’ Mechth
7: 14,11;
die únsern herren erwelent in allen iren gedenken,
das sint die seligen ebd.
7: 14,12
5
‘jmdn. adoptieren’, Part.-Adj.:
der [
kinder di dy eltern hattin vorwurfin
] gap her [König] eczlichis den richin und
den ediln di do keyne kint hattin, in irwelte kindir iris erbis [xx milia puerorum a
parientibus projektorum, quorum alios faciebat a divitibus et nobilibus filiis
carentibus in filios adotari] MarcoPolo
40,7
MWB 1 2166,1; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwelt
Part.-Adj., zu erweln.
1
‘ausgesucht, auserlesen, besonders hervorstechend’
2
‘(vor anderen) ausgezeichnet, auserwählt’ , vor allem in religiösen Kontexten 3
‘gewählt’
1
‘ausgesucht, auserlesen, besonders hervorstechend’
vrouwe, als ich gedenk an dich, / waz dîn reiner lîp erwelter tugende pfliget
Walth
42,24;
du [Maria] irwelte mirre
MarldM
73;
er ist ein erwelter artzat ReinFu
K,2226;
wanne sî [Brüder des
Ritterordens] sint rittere unde erwelte strîtere
StatDtOrd
25,29;
LvRegSyon
1635;
HeslApk
16599;
‘wer ist div’, sprach der heilige geist, ‘div da uor gêt als
ein morgenrôt, scone als div maninne, erwelt als div sunne [
electa ut sol HL 6,3.9] , egeslich Spec
93,33;
der künec in alles werte, / [...] /
fünf ors erwelt und erkant, / de besten über al sîn lant Parz
10,1;
Will
106,2;
VAlex
1490.
–
antonius der gotes helt, / gar an tugenden erwelt, / zu
eim kinde got erkorn, / uz von egypte was geborn Vät
242;
do erwarp der wâre strîtes helt / siben ors ze kampfe
erwelt Parz
335,18;
SAlex
2030
2
‘(vor anderen) ausgezeichnet, auserwählt’, vor allem in religiösen
Kontexten:
an den erwelten mennesscen unde an den uerworfen suntaren
sint mislichiv gedwengesâl Spec
121,30;
er [Gott] irhvͦb Paulum, einen
meintatigin, im selbim zeinim erweltim trûte ebd.
85,34;
wan si den gotis irweltin man / nit gesehin mohtin an
RvEWchr
12416.
– subst.:
wan div ware minne unde der goͮte gedinge bringent die
erwelten zoͮ dem himelriche Spec
121,12;
daz geschihit wol daz got eime offinbarit daz he der irwelitin si
Parad
64,38.
72,36;
daran sol man bekennen daz underscheit zwúschent den
erwelten und den nút erwelten, wanne die erweleten enkunnent keine ruͦwe
Tauler
394,2;
DvAPatern
346
3
‘gewählt’
alle recht, welche icz zcur zceit erwelte ratherrn oder andere vornehmische
[...] gehabt UrkArnst
36
(a. 1302).
– subst.:
wir Albrecht von gotes gnaden erwelter vnd bestetigter zuͦ einem byschof
ze Wirczburg bekennen und tuͦn kunt UrkWürzb
45,152
(a. 1345);
sô sal man doch offenlîche dâ sîne erwelunge
[zu einem Meister] kunden unde
[...] sal in nennen den erwelten
StatDtOrd
95,33
MWB 1 2167,52; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwelunge
stF.
1
‘Auswahl, das Auswählen’
2
‘Auserwählung, Auserwähltsein’
3
‘Wahl einer Person in ein Amt’
1
‘Auswahl, das Auswählen’
dar umbe so ist die erwelunge niht ein getat der
bescheidenheit substencilichen, sunder dez willen, wan die erwelung wirt volmachet
in der bewegung der sele zuo etwaz guotes, daz er erwelt ThvASu
146,2;
so ist notdürftig ein ervorschunge der bescheidenheit vor dem
urteile von der erwelunge ebd.
146,13.
146,16
2
‘Auserwählung, Auserwähltsein’
wan der himmelsch vatter beschirmde dine kintheit mit der
vordahtekeit siner alten erwelunge Mechth
3: 4,12;
ich danke dir, herre, an mir diner langen erwelunge und ich
lobe dich, herre, nu in dirre qwelunge ebd.
6: 15,78.
5: 8,32;
dis ist wol ein offen zeichen daz got uns gegenwertig ist in
der worheit in diser erwelunge Tauler
60,2;
von der erwellung dez mentschen [durch Gott]
PrGeorg
119,1.
119,6;
vor geordente irwelunge [praedestinata electio]
EvBeh
72
3
‘Wahl einer Person in ein Amt’
wanne daz minner teil under den weleren sal nâchvolgen âne
widerrede deme grôzen teile, daz die erwelunge [
des meisters
] alsô einmûteclîchen geschehe StatDtOrd
94,15;
wêre aber, daz ir dikeiner dânâch daz spreche, daz er selbe
oder ein ander die erwelunge gehete widersprochen unde wider ime geschehen wêre
ebd.
94,19.
95,1
MWB 1 2168,29; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwenden
swV.
, Part. Prät. auch erwant.
1 tr. 1.1
‘etw. abwenden, aufhalten, verhindern’ , mit Akk. d. S. 1.2
‘etw. beenden’
1.3
‘etw. zu etw. umwandeln, umwenden’
1.4
‘etw. / ein Tier umwenden, umdrehen’
1.5
‘jmdn. umstimmen, jmds. Meinung / Verhalten ändern’
1.6
‘etw. jmdm. benehmen, von ihm entfernen’ , mit Dat. d. P. 1.7
‘sich von jmdm./ etw. abwenden’ , mit Gen. 2 intr. (vgl. erwinden stV.) ‘aufhören, enden’
1
tr.
1.1
‘etw. abwenden, aufhalten, verhindern’, mit Akk. d. S.:
daz aver scol werden daz nemach nieman erwenten
Gen
1084;
niemen ez [das Alter] erwenden
kan, / ez sî wîp oder ez sî man RvEBarl
1275;
den tac nieman erwenden kan KLD:BvL
1:3,7;
der bâbst dâ niht erwenden mac / stelen, rouben naht und tac Freid
154,14;
ReinFu
K,1639.
–
an jmdm. ~ :
owî, welich leit diu arm sêl danne gewinnet! daz erwende an uns diu
gotliche bärmde PrStPaul
131,30
1.2
‘etw. beenden’
dô was mit sînem
[Gunthers] leide ir
[Kriemhilds] sorgen vil erwant NibB
2362,3;
winter hât vorbotten ûzgisendet, / die hânt vogel süezzen
sang erwendet SM:Had
28: 1,2;
si quamen zuwandern / und wolden im des nicht gestaten, / daz er den
heiligen schaten / an irem boum erwente Pass III
600,69;
Parz
600,18.
–
des morgens, do daz riche gut / der man alda ligen vant, / vil sines
leides wart erwant Pass III
8,40.
–
mit etw. ~ :
wand ich durch iuch den lîp mîn / wâgen wil unz in
den tôt, / ob ich dâ mit iuwer nôt / erwenden mac und iuwer leit
Wig
4909.
– subst.:
samenen ich ûf sî wil / ubils unde jâmirs vil / unde wil ân irwendin
[unaufhörlich] / nûn strâlin in in endin [
congregabo super eos mala et sagittas meas conplebo in eis Dt
32,23]
NvJer
2674.
11802
1.3
‘etw. zu etw. umwandeln, umwenden’
daz in ir übermüeten werde in sorgen erwant
NibB
175,4;
daz unser herzenleit / mit vreuden wirt erwendet
Wh
251,15
1.4
‘etw. / ein Tier umwenden, umdrehen’
als er nuͦ vf den maul gesasz, / Sgoydamur verbot yme das, / das er den
maul icht erwande, / zü wasser nach zü lande, / wa er hin wolte keren
Krone
12741
1.5
‘jmdn. umstimmen, jmds. Meinung / Verhalten ändern’
her liez in vngerne / dannoch uon ime uaren, /
[...]. / do her in abir mit nichtte / irwenden
nemochte, / do hiez her ime uor tragen / die uiel herlichen gebe
Ägidius
1276;
die vil scharffen strazzen / vn̄ die vil herten staine /
die mohten die vil reinen [Maria] / denheinen weis
erwenden [von der Reise]
Wernh
A 2357;
ir welt in den gewissen tôt. / sît ich iuch niht erwenden
kan, / sô nemt ein ors daz ich hân Wig
6062;
EnikWchr
28235.
–
und wolte hân gevangen / mînen vogel dâ zehant. / dô wart ich von iu
zwein erwant / alsô daz ich sîn niht envienc KvWEngelh
3922.
–
‘jmdn. von etw. abbringen, abhalten’, mit Gen. d. S. oder
Präp.-Obj.:
ich bringe ez iu an ein ende / [
nach iuwerme willen
] , ez ensî daz michs der tôt erwende Kudr
240,4;
der uns da gerne wil geschenten, / der genaden
erwenten Hochz
615;
jâ wold’ ich in mîn lant. / des hât mich her
Gîselher mit grôzen triuwen erwant NibB
322,4;
wir heten anders dîne hant / disses kampfes wol erwant Parz
708,12;
dô sîn vater Prîamus / vernam, daz im wart ernest, / dô het er aller
gernest / des kampfes in erwendet KvWTroj
3559.
21429.
–
von etw. ~ :
betrûbit er zu herzin nam, / daz mit sulchir plâge nôt / in bevaldin
hatte got / darumme, daz er wolde, / [...] irwendin
sînis herrin mût / von dem vorsatze gût NvJer
9535
1.6
‘etw. jmdm. benehmen, von ihm entfernen’, mit Dat. d. P.:
wen daz der gotis holde / mineme trechtene niene wolde /
die ere da irwenden Ägidius
796;
wem welt ir lâzen liute und ouch diu lant? / daz niemen
kan erwenden iu recken iuwern muot NibB
1518,3;
er [Iwein] rihte sich ûf und
saz / unde erwante dem lewen daz / daz er sich niht ze tôde stach
Iw
3958;
ir minne hât gepfendet / an freuden manegen rîter guot /
und in erwendet hôhen muot Parz
769,14;
ErnstB
1061
1.7
‘sich von jmdm./ etw. abwenden’, mit Gen.:
ein licht also schone quam / vf den heiligen licham / daz sin die
iuncfrowē / mochten nicht beschowē / ir ougen waren des erwant Pass I/II
130,24.
–
von jmdm. / etw. ~ :
daz wir gedenchen, wes unsich der regenboge manet, /
so sin diu gehuht von anderen sachen erwanet Himmelr
5,32.
–
‘von jmdm. abfallen’
so widersprich dinen got. / wiltu sus halden min [des
Königs] gebot, / an dime gote sin erwant Pass III
283,67
2
intr. (vgl. erwinden stV.) ‘aufhören, enden’
dv machitis di carmbendigen fri; / zu sehene gebe du den
blinden; / uon diner segene mose irwenden / allirslachte siechtum
Litan
917;
Zara grobeliche erschrac, / wand er wol bekante, / daz da sin kunst erwante
Pass III
88,69.
– refl.:
‘manige suze zunge / wiset dich an die rechten straze / und in welcher
maze / sich din not erwende’ Pass III
374,25
MWB 1 2168,55; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwênigen
swV.
‘wenig, gering sein’
daz er was ein got frier kor / und nam doch an sich menschen mor, / daz ime
die niht irwenigte HeslNic
3431
MWB 1 2170,16; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwenken
swV.
1
‘zum Wanken bringen’
2
‘zu schwanken beginnen’ , an etw.
1
‘zum Wanken bringen’
daz ist diu rehte minne, / die der viende sinne / mit nihte erwenden [
La.: erwenken
] kunnen StrFra
321
2
‘zu schwanken beginnen’, an etw. ~ :
geschach dir ie von wîbe guot / des solt du wol gedenken / und niht an triuwe
irwenken UvTürhTr
2860
MWB 1 2170,19; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwërben
stV.
1
‘etw. (durch Tätigkeit/ Handeln) erlangen, erringen, erhalten’ , Dinge, Waren 2
‘etw. (als Belohnung, Gnadenerweis Gottes) erhalten, empfangen’
3
‘etw. Unerwünschtes erhalten, etw. erleiden, erdulden’
4
‘jmdn. für sich gewinnen’ , mit Akk. d. P. 5
‘etw. hervorbringen’
6
‘etw. erreichen, bewirken, erwirken’
7
‘etw. (eine Botschaft) ausrichten’
8 rechtsspr. 8.1
‘etw. vor Gericht erstreiten’ , mit klage
8.2
‘etw. gerichtlich zugesprochen bekommen’
1
‘etw. (durch Tätigkeit/ Handeln) erlangen, erringen, erhalten’, Dinge,
Waren:
des ezzin was ârmichlich, also erz in der einôde erwerbin
mahte Spec
82,17;
Eckewart der grâve der hiez an der stunt / vrouwen kleider
suochen, diu besten, diu man vant / oder iender kunde erwerben über al daz Sîfrides
lant NibB
765,4;
hêr, nu hœret sprechen, / wâ mit erwarp Clinschor / den
rîchen krâm [Waren] vor iwerm tor Parz
617,5;
si hêt erworben an der vart, / [...]
/ [Dinge im Wert von] baz danne ze tûsent marken
Wig
3275.
– Land, Besitz:
kum wider, und nim von mîner hant / krône, zepter unde
ein lant. / [...] / daz hât dîn minne erworben
Parz
77,4;
Athis ot sine trutin / Rome uil scedeliche irwarb
Athis
B 121;
wirn wellen die juncvrouwen mîn / ân daz lant ze Korntîn
/ nieman geben ze wîbe, / wan der mit sînem lîbe / daz guote lant erwerben mac
Wig
3790.
– Ehre, Lob, Preis, Ruhm u. ä.:
doch wæne et Gahmuretes tât / den hœsten prîs derworben
hât Parz
82,4;
gelückes unde linge / an manlîchem dinge / und âventiure
erwarber vil Tr
18457;
erwirbe ich fröide und êre, / waz bedarf ich sælden mêre
KLD:UvL
24: 2,5;
MF:Reinm
30: 2,4.
–
mit etw. ~ :
der welte lop erwirbt der man / mit triuwe und ouch mit
stæte KLD:Kzl
2: 6,11;
êren unde guotes vil / hêt er erworben mit sîner hant
Wig
2868.
– Sieg:
al hie wil ih ê sterben / oder sige irwerben
SAlex
2695;
unser herre got gebe iu daz / ir den sic erwerbet hie
Wig
4854.
–
sige an
‘über’ jmdn. ~ :
den sic gedâht’ erwerben der helt von Niderlant / an den
küenen Sahsen NibB
214,2.
–
âventiure ~
‘eine âventiure erfolgreich bestehen’
daz süeze wîp [...] vlêget got
vil tiure / daz er die âventiure / in dâ lieze erwerben Wig
6179;
durch die vrouwen Lârîen er reit / die âventiure erwerben
ebd.
9103.
2457.
– Liebe:
er ist geheizen Gunther unt ist ein künic hêr. / erwurbe
er dîne minne, sone gert’ er nihtes mêr NibB
422,2;
gen dir, sît minne uns beiden / gesellicliche liebe erwarp
SM:UvS
12: 4,5;
sol ich niht den rôten kus erwerben und den triutelehten
lîp, sô wirde ich fröiden bar KLD:GvN
32: 3,8.
– Trost, Hilfe:
lâ mich trôst erwerben, / ald ich bin an fröiden kranc
SM:KvL
9: 4,5;
dar umb wainet si hintz dem almæchtigen got, daz si sein
hilf erwerve PrOberalt
96,31.
– ein Amt:
Maurîn het erworben / sîns vater ambet
Parz
662,24.
– mit Dat. d. P.:
erwiruest du deme riche dehein ere, / al din chunne
uroͮwit sichs iemmir mere Rol
1414;
lât mich iu erwerben êre unde frumen NibB
159,3;
doch erwarp er in des küniges hulde Wh
209,21.
–
an
‘von’ jmdm. ~ :
hêr, dort stêt ein runzît: / daz erwarb an mir sîn strît
Parz
545,14;
swaz ich zimierde [Schmuck der
Ausrüstung] phlige, / die erwarp mîn hant mit eime sige / an
dem künige von Persîâ Wh
203,20;
laz mich an dir dis bed erwerven MarlbRh
73,7
2
‘etw. (als Belohnung, Gnadenerweis Gottes) erhalten, empfangen’
ôb der schachâre garnit in daz paradys hiute ze chomin, umbe
waz solti denni ein cristin antlaz niht erwerven Spec
61,18;
diu sêle, dô der lîp erstarp, / die êwigen freude erwarp
Eracl
850;
wir muͤgen hail und genade ze disen zeiten baz erwerwen
PrOberalt
14,33.
–
mit
‘durch’ etw. ~ :
daz ir daz gotes rich daz eu ze disen ziten nahen ist
muͤget erwerben mit der helf des almæchtigen gotes PrOberalt
57,37;
di [Märtyrer] mit ir tode / di
ewigen genade / habent erworven umbe got HimmlJer
284;
von der [Ehefrau] lief er [
sant Alexius
] und wolte gote dienen unde daz êwige leben erwerben
PrBerth
1:11,13;
Wh
37,20.
– mit Dat. d. P.:
mit sînem tôde er uns erwarp / ein leben, daz des tôdes
nôt / hât ertœtet und den tôt RvEBarl
10834;
sîn hinevart im dort erwarp / mit vreuden êweclîche / daz
wernde gotes rîche ebd.
15856;
ich erwerbe dir aplaz aller diner suͦnden zv gote wert PrLpz (L)
81,4.
–
vor jmdm. ~ :
vil liebiv Maria, ia hastu hulde vnd genade erworven vor
dem almehtigen got Konr
8,14
3
‘etw. Unerwünschtes erhalten, etw. erleiden, erdulden’
do hetin ir svester irworfen scande unde laster
VMos
30,14;
manic irwarb dâ den tôt SAlex
4594;
swaz ich erwerbe schande, die lât mîn eines sîn
NibB
514,3;
der knappe erwarp dâ niht wan haz Parz
204,13.
616,23;
SM:UvS
32: 4,3.
– mit Dat. d. P.:
so erwarp da manges heldes tôt / den wîben dâ heime jâmers
nôt Wh
15,17
4
‘jmdn. für sich gewinnen’, mit Akk. d. P.:
ob mîn vater ieman erwürbe / der mit den andern stürbe, / unde sîn dâ beitet
StrDan
4653.
– meist ‘einen (Ehe-)Partner für sich gewinnen’
ih râte dir, daz dû daz selbe wîp erwirvist
Kchr
4674;
er trûwet wol erwerben ein alsô schœne magedîn
NibB
424,4;
nu hân wir iemer wunnen vil, / erwerben wir daz beste wîb
SM:UvS
26a: 3,2;
Tristan erwarp die künegin / von Marroch, als wir hoeren
sagen Tannh
4,59.
–
si [Kriemhild] mac wol sus
erwerben dâ mîn [Siegfrieds] eines hant
NibB
59,1;
da erwarp si Gahmuretes hant Parz
494,30.
–
mit etw. ~ :
jenes landes künegîn / Feirefîz Anschevîn / mit herter
rîterschefte erwarp Parz
317,5;
si was ein maget, niht ein wîp, / und wolde des rîters
lîp / mit ir schœne erworben hân Wig
9189;
ich hân erworben iuch mit sige / und wil iuch imer liep hân UvZLanz
(K)
4570.
– mit Dat. d. P.:
wer der bote mochte sin / de ime ir wrbe daz megetin
Roth
89;
iu hât erworben iuwer hant / ein schœne wîp unde ein lant
Iw
2781;
daz dâ wære manec scœne magedîn. / der gedâht’ im eine
erwerben Gunther der künec guot NibB
325,3.
–
ze amien / wibe
~ :
sliuz ûf dîn gemüete, / lâ liebe darîn, / diu mir dich ze
amîen erwerbe SM:UvB
1: 3,4;
die [Boten] dem künige sageten,
daz im Rüedegêr / ze wîbe het’ erworben die edeln küneginne hêr
NibB
1289,4
5
‘etw. hervorbringen’
ist daz er [Samen in der
Erde] irstirbit, / michel woͮcher errewirbet Rol
7888;
des dritten sâmen korn erwarp / hundertvaltes nutzes vruht
RvEBarl
1600;
das selb wucher, das ist stetic, wande die dem almehtigen got
von ir predigen gewunnen sint, vmb die pitent si vnd erweruent in, das si vnser
herre in sinem dinst gestetigt Konr
21,67.
– speziell ‘ein Kind bekommen, empfangen’
swenn aber alle, die nu sint, / diu mære sagent, ich habe
ein kint / erworben kebeslîche Tr
1495;
so das si [Joachim und Anna]
kint erwurbind / und aͮne fruch nit sturbind WernhMl
195;
von dem duz [Kind] hâst erworben, der hât ez
ouch zuo im genomen WolfdA
126,4;
Wh
272,16.
– Part.-Adj.:
mit rehter kiusche erworben kint, / ich wæn diu smannes
sælde sint Parz
743,21
6
‘etw. erreichen, bewirken, erwirken’
ez ensal dekein brûder phaffe noch leige iemanne ûzewendic
des ordenes bîhten, er enhabe ê des urlop von sîme obersten erworben
StatDtOrd
72,5.
– mit Dat. d. P.:
dô ich [Jesus] selbe an dem
chriuze erstarp / und dem menschen daz leben erwarp KvHeimHinv
518.
– mit Obj.-Satz (auch mit Korrelat im HS):
owi we salich, sprach die kuningin, / irwerbe vmbe den
vater min / daz wer den selven herren / gesien mit vnsen eren
Roth
1532;
do rewarf der briester Eusêbîus, / daz der bâbes Ignâtîus
/ wîhete die sûl Kchr
13359;
si bræhte ein arzætinne, / und erwarp, daz man si zuo zim
liez Tr
1279;
daz er erwurbe von dem pâbeste Celestino, daz er daz
vorgesagete spitâl stêtigete StatDtOrd
22,33;
wiͤ din lif in erdrich dat erwarf, / dat du bit recht
solds werden gesat / üver alle engel in diͤ overst stat MarlbRh
52,6;
der [Papst] erwarf daz dem
cheisere [von ihm] , daz er gote ze dieneste daz
selbe sal [Pantheon] uerlech Spec
129,21.
– mit etw. ~ :
daz er wider ir willen nie / deheiner slahte dinc getet /
ern erwürbez ê mit sîner bet Wig
2202;
er rewarf ze jungest mit pete, / daz si ze Rôme in der
stete / lobeten ain rihtære Kchr
13831;
er [Karl] erwarp mit maneger
hervart / daz er ze keiser gewîhet wart Eracl
4477
7
‘etw. (eine Botschaft) ausrichten’
hie [Jesus] bescetwet diu
mennischait / sîne vil hêren gotehait, / unz er durch den mennischen restarb / und
sîne botescaft erwarf Kchr
9067;
ich han willichliche / erworue dine boteschapht, / alse ich uz
gesendet wart Rol
2006;
stritt ich mit uch, so hett ich myner frauwen bottschafft
bößlich erworben Lanc
141,6
8
rechtsspr.
8.1
‘etw. vor Gericht erstreiten’, mit klage
~ :
swaz ein man mit klage vor gerihte erwirbet unde mit dem
rehten behebt oder ûf in geerbet wirt, daz bedarf er niht besitzen
SSpAug
228,12
8.2
‘etw. gerichtlich zugesprochen bekommen’
dar umbe schuof Ruolant, / daz er dâ her wart gesant / und wænet er sul
hie sterben / und wil er sîn erbe erwerben StrKarl
2706;
wullent wir sie laszen bleiben bei allen freiheiten, rechten und guten
gewonheiten, als sie diͤ redelichen erworben und behalden haben StRColmar
110;
nieman en mag erwerben ander recht, wen als im angeborn ist SSp (W)
1:16,1;
swenne ouch sie die lehenschaft umme ein riche dir werben des vorgenanten
huses MGHConst
5:193,3
(a. 1315)
MWB 1 2170,25; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwërberin
stF.
‘Erwerberin von etw.’
liden ist mines zornes ein erloͤscherin und miner hulde ein
erwerberin Seuse
250,25;
nu stand uf und bis ein mitlerin, ein gnade erwerberin gegen
dinem zarten kinde, gegen der ewigen wisheit ebd.
267,10
MWB 1 2173,12; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwërbunge
stF.
‘Gewinnung von jmdm.’
‘uff myn truw’, sprach sie, ‘[...] das mich fast sere
beschwert das ir durch myn erwerbung verlorn hant zu end zu bringen die hoen
abenturen umb mynen willen’ Lanc II
438,16
MWB 1 2173,17; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwërden
stV.
1
‘entstehen, zu sein / werden beginnen’
2
‘vergehen, verderben, zugrunde gehen’
1
‘entstehen, zu sein / werden beginnen’
disu werilt al irwart durch in [Gott]
SuTheol
78
2
‘vergehen, verderben, zugrunde gehen’
got weiz min unschulde, / unde han ich sine hulde, / so muz
min rat werden: / erne lat mih niht erwerden Wernh
D 3392;
pacientia pauperum non peribit in finem: div gedulte der armen niht erwirdet
unz an daz ente PsM
9,19.
82,18;
bezzer ist, daz ih aine resterbe, / ê sô manich menniske von
mînen sculden rewerde Kchr
7839.
8729
(La.);
Rol
5147;
dû [Maria] gelîchest wol dem schrîne,
/ übergüldet nâch dem liehten schîne, / wol gewürket von sethîne [Holz
von S.-Baum] , / daz man niht erwerden siht SM:EvS
1: 9,4;
si brâhten einen wagen dar [...] / ûz ebenô dem holze
quec, / daz niemer kan ûf erden / erfûlen noch erwerden KvWTroj
30016.
– mit Gen. d. Ursache:
ich erwird aver hie des hungers PrOberalt
65,14.
–
von etw. ~ :
nordert ist ez alsô kalt / daz ez deheine vruht gebirt /
wan diu von kelte gar erwirt RvEAlex
20754.
–
leget [Mäusekinder] iuwer vröude nidere, / und
gât ir [Katze, die schwarz wie eine Nonne geworden
ist] niht ze nâhe, / daz si iuch niht gevâhe: / diu regel ist
an ir erworden [die Ordensregel gilt für sie nicht] : /
si kan baz dan ê morden Katze
2031.
– Part.-Adj.:
swer lit erworden unde ful / in alten houbetschulden, / den bringest du ze
hulden, / und machest im die sele frisch KvWGS
546
MWB 1 2173,22; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwërfen
stV.
1
‘jmdn. (mit einem Wurfgeschoss) töten, erschlagen’
2
‘jmdn. plötzlich wohin treiben, bewegen’
3 von Tieren ‘Junge gebären, werfen’
1
‘jmdn. (mit einem Wurfgeschoss) töten, erschlagen’
do Abimalech den lip / virlos und in irwarf ein wip
RvEWchr
19325;
der rapp flog für das schülerlin. / ez lait daz brot vnd den käsz hin / vnd
wolt den rappen erworffen han FuchsRabe
25.
–
ze tode
~ :
einen stein ungefüegen den stiez er [ein Heide]
in den graben. / dâ wolte er den kleinen ze tôde erworfen haben OrtnAW
278,4.
– häufig passivisch:
der keiser nîtlîchen / die stat anfehten gebôt. / von der mûren manger tôt
/ erschozzen und erworfen wart ErnstD
1315;
eins andern tages hub sich ein batellen von den Romern und des keisers
dienern, do wart erworfen der bischof von Lutech und der appet Giels von
Wiszenburg ClosChr
66,11;
Kreuzf
2927.
– Part.-Adj.:
man saget grôziu mære: / Grandengrûs der lîge tôt / mit einem steine
erworfen Virg
808,8;
vil unde âne mâzen / lac ir erworfen und erslagen / von
allem teile Kreuzf
3175.
2958
2
‘jmdn. plötzlich wohin treiben, bewegen’
sych hub ain sturmwetter groß: / der wint pließ, des meres
doß / erwarf sy in ainer weyl / hin dan wol hundert meyl, / das der
mornere [Schiffsherr] / enwest nicht wa er ware
HvNstAp
14776
3
von Tieren ‘Junge gebären, werfen’
daz diu lewin daz welf totez erwirfet JPhys
1,25.
8,9;
do die juden daz rote chalp / opferten als ez solde sein, /
du erwarf daz chalp ein læmpelin / under der diaken handen GvJudenb
3970;
izzet diu wild varchmuoter vil aicheln wenne si tregt, sô
derwirft si BdN
121,29.
127,29;
MillPhys
59,2
MWB 1 2173,51; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwërgen
stV.
‘erwürgen, ersticken’, in den Belegen passivisch verwendet:
der angel was diu gotes chraft, / da der tot wart ane irworgen
MarldM
33;
wa fraist ir ie uon luten / also ummazen craft, / daz si den
langen haizen tác / in ir wafen waren, / unt di geroͮweten uor in lagen, / in ir
aigen pluͦte erworden [La. erworchen
] ? Rol
5147
MWB 1 2174,18; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwerigen
swV.
→
erwern
MWB 1 2174,26;
erwërken
swV.
1
‘auf jmdn. einwirken’
2
‘etw. bewirken, erwirken’
1
‘auf jmdn. einwirken’
unser herre ruͤffet driger hande lúten. den einen mit
offenbaren schanden, umbe daz er ime den grunt behalte und in in [La.
hie
] nochmoles erwerke Tauler
65,18
2
‘etw. bewirken, erwirken’
die trûwe lônet manegen man, / die trûwe dat irwerken kan, / dat der sêle heil
geschiht Crane
4877
MWB 1 2174,27; Bearbeiter: Pfefferkorn
erwermen
swV.
‘etw. erwärmen, warm machen, erhitzen’
dîner frouwen tuo der winter wê / an ir linden füezelîn. / sîts ir sô /
smerzent, diu wil ich erwermen KLD:VdK
2:6,9;
swane der svdenwint wehit so erwermet er die erde PrLpz (L)
92,28;
Job, du irwermes nicht / des struzen eyger in der schicht /
des sandes Hiob
14497;
der stain mag nümmer erwermt werden von dem feur, er beleibt
allzeit kalt BdN
448,1;
HvBurg
4827.
–
‘jmdn. erwärmen’
unde vor grozin wetagin nam iz [Kind] di mutir in
den schoz unde meinte si wolde iz erwerme Köditz
96,28;
so er daz getut, so wirt sin herze irzuͦndet von dem heiligen geiste und ist
im, als der da vrostich get zu einem vuͦre und da von wirt er irwermit PrLpz
316,25.
– refl. ‘sich erhitzen’
swer sich sere erwirmit hat zcu rosse.
[...] der sal kaldiz wazzer midin SalArz
19,43.
– übertr., in religiösen Texten ‘jmdn. (die Seele) erwärmen, entzünden’
herzenlieber hêrre, nû begiuz mit dînem minneheizen bluote die dürre mînes
herzen, daz ez tugende vruhtbær werde, und erkücke und erwerme mîne erloschene
gerunge DvASchr
379,2;
die selen die durch milden rat / gotes geist erwermet hat / an willen vnde an
gemute Pass I/II
118,15;
gene di von sunden kalt / sint und an misseteten balt / di
irwermet si [Sonne als Metapher für Maria] mit ir hitzen /
daz si an gotis libe switzen / und brinnen sam ein vur Brun
4887;
Vät
20245
MWB 1 2174,34; Bearbeiter: Pfefferkorn |