e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil estel, estelîn stN. estelle Subst. 1esten swV. 2esten swV. estenspitz stM. esterîch stM., este|rîche Adj. esterîchen, estrichen swV. esterîcher stM. estrîcher esterîchmeister stM. ê|stiure stF. ê|strâʒe stF. estrîchen swV. estrîcher stM. ê|stunt Adv. s.a. stunde stF. ê|sun stM. ê|tætic Adj. ê|tavërne swstF. ëte- ê|teidinc stN. ëtelich Indef.-Pron., Pron.-Adj. ëtenâher Adv. Komp. ëter stM., stN. ëterzëhende swM. ëtevil Adj. ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
estel, estelîn
stN.
→ ästel
MWB 1 2210,40;
estelle
Subst.
aus afrz. esteile
‘Stern’ in Anlehnung an die lat. Form stella gebildet (Suolahti
1,88).
In dem Klosternamen a l’estelle sente Mariâ:
ein clôster stiften aldâ: / a l’estelle sente Mariâ, / sus wart
daz clôster genant HvFreibTr
6804
MWB 1 2210,41; Bearbeiter: Gärtner
1esten
swV.
‘Äste bekommen’
man iah ir an allen sachen / ie der tugende besten; / die
begunden oͮh esten / vnde vil witen umbevahen Wernh
D 1452.
– refl. ‘sich verzweigen’
die selben âdern estent sich überal zuo den andern glidern
reht als die est BdN
24,27.
36,16.
37,10
u.ö.
– subst. ‘Verästelung’
vür min truren sunnen glesten / ist si, miner vröuden esten NeunMänner
A:3,9
MWB 1 2210,46; Bearbeiter: Gärtner
2esten
swV.
tr. ‘versorgen’
di vinde si [die Menschen] do esten / mit vure
[= vuore
‘Nahrung’
] unde mesten / leider gar nach disem leben TvKulm
635.
–
‘bewirtschaften’
auch haben die merkher solches recht und freyheit zu ihren hofen und gütern,
welcher dasselbe esset [La. ästet
] und bauet uf seinen costen und nicht selber druf sitzet
WeistGr
3,413
(a. 1354)
MWB 1 2210,54; Bearbeiter: Gärtner
estenspitz
stM.
zum Genus vgl. SchweizId 10,690.
‘Spross’
cima: estenspitz VocOpt
48.034
MWB 1 2210,62; Bearbeiter: Gärtner
esterîch, estrîch
stM.,
stN.
(HvNstAp )
auch est(e)rich (z.B. Serv ,
RvEBarl ),
hesderich
GlHvB .
– aus lat. astricus (Germ. Rom. 2, 101-103; Etymol.Wb. d.Ahd. 2,
1164-1166).
1
‘Estrich, Fußboden’
1.1 eigentl. 1.2 häufig mit Hervorhebung der Kostbarkeit des Materials, der Beschaffenheit oder des Belags 1.3 Wendungen 1.4 übertr. 2
‘Straßenpflaster’
1
‘Estrich, Fußboden’
1.1
eigentl.:
pavimentum: esterich SummHeinr
1:267,248;
pauimentum: hesderich GlHvB
393,66;
die estrîch man zebrach [bei der Beschießung
der Burgen] , / die die liute solden schirmen
Ottok
30313;
Melôt sîn mel ze handen nam: / den estrîch er besæte, /
ob ieman bî getræte / dem bette dar oder dan, / daz man in spurte ab oder an
Tr
15147.
15240;
mit bluote was betouwet / der kemenâten estrîch
Parz
573,27;
die brûdere sulen iren vlîz legen daran, daz die gotes
hûsere des ordenes [...] von deme stoube an den wenden
oder von deme miste an deme esteriche [...] iht werden
verstellet, mêr daz man sie ciere unde halde reineclîche
StatDtOrd
72,11;
der selben megde orden was / daz sî heten allez daz / in ir huote daz dâ
was / [...] ouch kerten sî den esterich: / des tempels
phlâgens reineclîch Philipp
536;
daz riche gewant do manigen melm / erflaugt von dem
estrich WhvÖst
5899
1.2
häufig mit Hervorhebung der Kostbarkeit des Materials, der Beschaffenheit oder
des Belags:
– Marmor, Alabaster:
di wenti warin marmilstein vil wiz, / daz himiliz undi
der estirich LobSal
120;
UvZLanz (K)
4104;
unden was der esterîch / glat unde lûter unde rîch, /
von grüenem marmel alse gras Tr
16713;
KvWTroj
17530;
der estreich und das phlaster [der
Kemenate] / von weisem allabaster Seifrit
7201.
– Edelsteine:
des sales estrich ist mit vehen steinen gestrowet
Himmelr
4,9;
den estrîch muoz ich iu lobn: / von jaspis, von
crisolte, / von sardîn, [...] der estrîch was gar
sô sleif, / daz Gâwân kûme aldâ begreif / mit den fuozen stiure
Parz
566,20;
das estereich was also güt / das ich es nit geraitten
mag. / manig edel stain da lag, / jaspis, safyr und rubein, / capasius,
alabadin HvNstAp
8228.
13084.
13286;
WhvÖst
15429;
im Vergleich:
sam von dem wîzen esterîche / glîzent swarziu steinelîn
[getäfelter Steinboden]
LvRegFr
4095.
– Kristall, Spiegel(glas):
an dem estriche / schinen da riliche / die lutern
cristalle Herb
7217;
der esterich, der muose sîn / lûter von kristallen / und von edelen
korallen UvZLanz (K)
4120;
ein spiegel was der esterîch Erlös
467;
der estrich was als ein glas / lûter, grüene,
spiegelvar Wig
8315;
RvEAlex
15095;
JTit
6269,1.
–
der estrich ist guldin Hochz
460;
der estreich was gezirret / und schon gepolieret / zu wunsch und zu
fleiss Seifrit
3818;
uber al der palas unden geschach zabelt uf dem estriche JTit
6226,4.
– Teppiche:
nidene was der esterîch / mit tepichen gespreitet, / hêrlîche bereitet
En
12932;
Er
8599;
Eracl
300;
GTroj
13756.
– Blumen, Gras usw.:
den estrîch al übervienc / niwer binz und bluomen wol
gevar / wâren drûf gesniten dar Parz
549,12;
vil kurtz, clein, gruͤnes gras / was uf den estrich
gestræut Rennew
7889;
HvFreibTr
888;
KvWTroj
14582
1.3
Wendungen:
–
ûf den ~ vallen:
mit dem mezzer er im bevalch / einen vreislîchen stich, / daz er viel
ûf den esterich / und nie kein wort ersprach UvZLanz (K)
1182;
an den blôzen estrich / viel er nider und strahte
sich Eracl
3135;
Dagonis bilde lag / gevallen uf den esterich
RvEWchr
22267;
KvWHvK
154;
EnikWchr
11867;
WolfdA
123,1.
– (sich/ jmdn./etw.) ûf den ~ werfen, legen, knien
usw.:
ûf sînen estrich er sih warf. / er clagete, daz er
niet ne starb SAlex
3394;
er warf sie nider alzehant / ûf den herten estrich LBarl
14594;
er warf uf den esterrich / die phenning und gieng
henken sich WernhMl
9421;
Lanc
607,31;
Serv
3216;
Schrätel
277;
vil andâhtlîche ûf sîniu knie / liez er in dem gebete
sich / vor im ûf den esterich RvEBarl
12338;
dô diu vrouwe an ir gebete lac, / dô knietes ûf den esterich
GFrau
2301.
2705.
–
ûf den ~ sitzen, treten, springen usw.:
Tristandes cumpanjûne, / die sâzen ûf den esterîch
Tr
11189;
er trat ûf den estrich Eracl
312;
er [der Löwe] spranc ûf den
estrîch Parz
571,17;
gâhes zeime sprunge / spranc er [
Clârîs
] ûf den esterich Flore (G)
5833.
–
ûf dem ~ ligen:
dannoch lac der künic rîch / allez ûf dem estrîch /
ungetrunken und ungezzen EnikWchr
11884;
Lanc
607,22.
–
von dem ~ ûf stân:
als er ûf gestanden / was von dem esteriche wider, /
dô gieng er aber sitzen nider / ûf sînen stuol KvWHvK
349
1.4
übertr.:
sît daz man vreude ie trûrens jach / zeinem esterîche und
zeinem dach, / neben, hinden, vür, zen wenden. / grôz trûren sol niemen
schenden [der e. als Teil des Hauses der
Freude]
Wh
281,12;
daz wir, die nidere sîn gemuot, / der muot sich allez
nider tuot / und an dem esterîche swebet, / der weder swebet noch enclebet: /
wir kapfen allez wider berc / und schouwen oben an daz werc, / daz an ir
tugenden dâ stât, / daz von ir lobe her nider gât [in der allegor.
Deutung der Minnegrotte]
Tr
16951.
16969.
17117;
der esterich der ewigen minne vnsers herren SalHaus
30,21.
30,7;
HeslApk
3307
2
‘Straßenpflaster’
sô lûterbære und alsô glat / was ir [Trojas] gazzen
esterich, / daz man ersach dar inne sich / reht als in eime spiegel KvWTroj
17409;
daz [
gelt
] man alle wochen gewoͤnlich git zuͦ der stette buwe und zuͦ dem
estrich UrkStraßb
4,2:167,28
(a. 1322).
4,2:168,1
(a. 1322)
MWB 1 2211,1; Bearbeiter: Gärtner
este|rîche
Adj.
‘reich an Ästen’
ûzen stuonden obe der tür / esterîcher linden drî
Tr
16731
MWB 1 2212,43; Bearbeiter: Gärtner
esterîchen, estrichen
swV.
‘pflastern’
eine strâze er dô gevienc, / [...]
diu was gestrîcht [La. ge estrichet
] unde breit Parz
142,5;
die strâze mit gesteine / wâren gesterichet [:
sprichet
]
KvWPart
863;
daz [
gelt
] man in [den Handwerksmeistern] alle
wochen git zuͦ buwende und zuͦ estrichende UrkStraßb
4,2:167,31
(a. 1322)
MWB 1 2212,45; Bearbeiter: Gärtner
esterîcher
stM. →
estrîcher
MWB 1 2212,52;
esterîchmeister
stM.
‘Pflastermeister’
so sol ein ieglich lonherre und ein estrichmeister alle jare entwúrten unsern
herren, waz in dez jares geúbert ist von dem gelte UrkStraßb
4,2:167,34
(a. 1322)
MWB 1 2212,53; Bearbeiter: Gärtner
ê|stiure
stF.
‘Aussteuer, Mitgift’
das ver Jvnte [...] hat verkoͮft
[...] das guͦt / [...] das ir
ze rehter ê stúre geben wart / den frowen von sante Claren UrkCorp (WMU)
2319A,38;
MerswKn
81;
si hat [...] ein teil ze êstuͥr und ein teil ze
phande fuͥr ir mannes dienst UrbHabsb
1:45,16;
die guͤtere, daruffe mir minre muͦter seligen estiùre geslagen wart
UrkRapp
373,25
(a. 1338)
MWB 1 2212,57; Bearbeiter: Gärtner
ê|strâʒe
stF.
‘Landstraße’
ez sol auch der prukgraf vor dem hertzogen reiten alle êstraze UrbBayJ
530;
einiv wivͤste hovestat [...], div entzwischen der
selbin mîvli rehter vnd offenner ęstraze vnd dem mivliwasser ist inbevangen vnd v̂f
von der mivli lenget vntz an die lantstraze bi des wazers brvcge UrkCorp
(WMU)
364,12
MWB 1 2213,1; Bearbeiter: Gärtner
estrîchen
swV.
→
esterîchen
MWB 1 2213,8;
estrîcher
stM.
‘Pflastermeister’
so git man einem smide, einem murer [...] dem heger
und dem estricher ir ieglichem 14 eln tuͦches und einen beltze UrkStraßb
4,2:166,4. 167,38
(a. 1322)
MWB 1 2213,9; Bearbeiter: Gärtner
ê|stunt
Adv. s.a.
stunde
stF.
‘ehemals’
ich bin Cristus genant, / der iu ê stunt gelobet wart Antichr
477
MWB 1 2213,13; Bearbeiter: Gärtner
ê|sun
stM.
‘ehelicher Sohn’
wir Godefert von Seyne [...], Engilbreith unde
Salintin, sine esune, dun kunt UrkDOKobl
1,397
(a. 1336);
ir möht sîn sun [Konjekturir êsun
] niht gesîn Parz
317,19
MWB 1 2213,16; Bearbeiter: Gärtner
ê|tætic
Adj.
‘vorschriftsmäßig’
er [
der mayger
] sol oͮuch der etaͤtigen geriht ains haben uf sant Johans tag
WeistGr
4,277
(14. Jh.)
MWB 1 2213,20; Bearbeiter: Gärtner
ê|tavërne
swstF.
zu →
tavërne
.
‘gesetzlich erlaubte, herrschaftliche Schenkwirtschaft’
swer win oder dehein trinchen verchouffet, an
[außer] in der ê tafern, der ist fridebræche
UrkWittelsb
1,146
(a. 1255);
ez sol nieman dhein trinchen veil haben dann datz den rehten etabern
[La. êtæuern
]
UrkCorp (WMU)
475A,43
(=
UrkWittelsb
1,341
(a. 1281)
);
UrkCorp
2383,37;
ez sol niemen dehein trinchen vail haben wan in der rehten êtafer
MGHConst
4:1222,30
(a. 1300)
MWB 1 2213,23; Bearbeiter: Gärtner
ëte-, ët-, ëtes-
Präfix zum Ausdruck der Unbestimmtheit vor -lîch; -wër, -waʒ; -wâ, -war,
-wanne/-wenne, -wie; -vil, -nâher
MWB 1 2213,33; Bearbeiter: Gärtner
ê|teidinc
stN.
‘rechtmäßiges, ordentliches Gericht’
legale iudicium sive êtaidinc debet esse annuatim UrkTirol
1:3,142
(a. 1239);
swan der apt von Maͤnnse stift, taidinch vnd étaidinch hat, so sol der rihttær
bei dez apttez amptmann sitzen UrbBayS
4,53;
vncz in pedenthalben ein gemezzener tag gegeben wardt in das etaiding
UrkKlostern
1,258
(a. 1336);
daz [...] vrow Chunigunt
[...] fuͤr vnsern chellner
[...] vnd fuͤr vnsern hofmaister
[...] choͤm in ainem rechten etayding, da ier tag hin
gegeben ward, da sev sazzen an vnser stat an vnserm perchtayding UrkEnns
7,61
(a. 1348)
MWB 1 2213,36; Bearbeiter: Tao
ëtelich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
auch ette(s)-, et(s)-, etsch-. Auch subst. als Pl. zu den Indef.-Pron.
ëtewer, ëtewaz. gebraucht, von denen kein Pl. gebildet werden
konnte.
1 bezogen auf eine unbestimmte Menge oder Anzahl von Personen und Sachen ‘mancher;
der eine oder andere’ , Pl. ‘manche, einige; viele’ (nicht klar
abgrenzbar von 2 und 3) 1.1 subst. 1.2 attr. 2 bezogen auf eine bestimmte, aber nicht näher benannte Größe, bes. auf Abstrakta
‘ein gewisser, einig’ , Pl. ‘einige, etliche’
2.1 subst. 2.2 attr. 3 bezogen auf eine beliebige Größe ‘irgendein, irgend jemand/ etwas,
irgendwelch’ (nicht klar abzugrenzen von 1 und 2) 3.1 subst. 3.2 attr. 4
‘jeder’
1
bezogen auf eine unbestimmte Menge oder Anzahl von Personen und Sachen ‘mancher;
der eine oder andere’, Pl. ‘manche, einige; viele’ (nicht klar
abgrenzbar von 2 und 3)
1.1
subst.:
daz [Drohen] galt etlicher sint
Roth
3962;
nu hat der koninc Constantin / ethelicheme gemachet
moͮ [viele in Not gebracht]
ebd.
3371.
381;
etelîcher hât armuot, / sô ist der ubel, sô ist der guot
Kchr
3405;
sô sprach ettelich: / ‘aller triwen man ich dich,
[...] ’ ebd.
4927;
etleich sprechent, daz [...]
BdN
138,8
u.ö.;
ja getûon ich etelîchem noch die ringe naz
NibB
1943,2;
etlich sein hilig urstende nicht gelaubten
PrOberalt
89,13.
46,17;
PrBerthKl
6,29;
etlich ez nû westen, / etlichen was ez unerkant
Ottok
1692.
931
u.ö.;
etliche sint so vrazlich gar, / si ezzent, also dünket
mich, / daz si niht nement ir mundes war / und bizent in die vinger sich / und
in die zunge TannhHofz
145.
62
u.ö.;
daz beweinet eteslîches amîe Wh
336,11.
– reihend und steigernd, z. T. im Wechsel mit synonymem sumelich,
genuoge, manige:
durch sine liebe litten si vil manich vnsemfte.
etlich wurden erslagen mit den swerten, etlich wurden verprennet, genug
wurden uz der mazz mit den gaiseln geslagen, [...]
sumelichen wurden ir pain zu den paumen gepunden
[...], vil manige wurden den tyren geworfen,
vil manige wurden den slangen fuͤrgeleit Konr
20,25;
iegelicher durch daz rechte, / etlicher durch sin
geslechte, / ettelicher durch frutschaft, / etlicher durch ritterschaft, /
etlicher durch minne / warenn sie zv Troyge inne Herb
4084.
6045
u.ö.;
ettelichen ersleht
er [Gewaltherrscher] , ettelichen beraubet er,
ettelichen bewillet er daz wip, ettelichen brennet er daz haus
PrOberalt
93,16;
Gen
652;
Spec
31,5;
Lucid
61,1;
di minne ist driir slachte: etlich ist naturlich,
etlich ist unnaturlich, etliche vzerhalp der nature SalArz
24,33.
– als Korrelat: eines Rel.-Satzes:
daz weiz der waldindiger got, / er
[eher] geligit ettelicher tod / der aller
turist wil sin Roth
1011;
rehte alse etlicher, der einen campf geuohten hat
Lucid
145,11;
ez sint ettelich die unserm herren dient
PrOberalt
92,34.
– mit part. Gen.:
duo sprach der Rômære ettelîcher Kchr
4431;
der andern junger etlich KvHeimHinv
303;
manege stat er dâ gewan, / der ich etlîche wol
genennen kan Eracl
4446;
si sehent uns noch begegene in strîte ir etelîchen
[mancher unter ihnen] stân NibB
2121,4
u.ö.
1.2
attr.:
ettelichen man îlet der Satanas bewellen, / chêren ab der
guote mit starchem ubermuote, / etslichen mit gîre, den anderen mit nîde. /
etlichen er inzundet daz er lîhte zurnet Gen
444;
ich getuͦn lichte ueigen / etlichen heiden
Rol
2082;
Litan
423;
daz comet uon etlicher heiliger gebete
Lucid
133,10;
etelîche tôten si liezen dar enlant NibB
312,3;
etleich maister sprechent, daz
[...]
BdN
20,3.
120,26
u.ö.;
etlich same vellet auf den stein PrOberalt
51,1.
–
eteslîch mîn zolnære / iuch sol machen fröuden lære
Parz
531,17.
297,17
u.ö.;
ich muoz im antlützes jehen / als eteslîch mîn
geslehte hât Wh
272,27.
292,28.
441,23
2
bezogen auf eine bestimmte, aber nicht näher benannte Größe, bes. auf Abstrakta
‘ein gewisser, einig’, Pl. ‘einige, etliche’
2.1
subst.:
per interualla temporum so schêine mít éteslîchemo
bôichene [Zeichen] dînero chréfte. daz du mîn nîe ne
uergézzan nehábest Will
47,12;
Lucid
75,2;
manechfalte sunte er [der
Teufel] ime râtet, an etliche er in verleitet
Gen
420
2.2
attr.:
koufliute sprâchen, sine wolten es niemer gelouben, / sine
sæhen sîn etelîchen teil mit den ougen Kchr
1787;
daz zuker ist wol getempirt. jdoch hat iz etlich teil
[etwas] werme SalArz
16,35;
KvHeimUrst
1655;
tuo mir ettilîche gnâde. / bescere mir ettelîchen rât
Kchr
2763.
2661;
RvEBarl
1351;
Rol
936;
wi ob dir ettelîch genâde mach gescehen
Kchr
12446;
si hæten doch gereche bejaget / etesliche werdicheit UvZLanz (K)
6253.
UvZLanz (K)
7524;
er ist binamen tôt / oder aber in alsô grôzer nôt, / daz
ich in mag gewinnen / mit eteslîchen sinnen [mit einiger
Geschicklichkeit]
Tr
9106;
vrouwe, ez solt ouch iu sîn leit / daz ich bin trûrens
unrelôst, / und gæbet mir etslîchen trôst Wh
166,30;
er mug danne fuͤrgeziehen daz er etlich reht an der want
hab StRAugsb
149,36;
ein sôgetân mensche ist sô einwillic mit gote, daz er
allez daz wil, daz got wil und in der wîse, sô ez got wil. und dar umbe, wan got
etlîche wîs wil, daz ich ouch sünde hân getân, sô enwölte ich niht, daz ich sie
niht enhæte getân Eckh
5: 22,6.
– in Zeitangaben:
var zuo dînem ôheime! / wis etteliche
[einige Zeit] wîle dâ Gen
1225;
Roth
2358;
ettewenne her nider spranc / vnd sluc vnd dranc; / zv
etlicher wile [hin und wieder] / schoz er sine
phile Herb
5513;
daz vil arme clagen, / daz hie bî zetelîcher
zît [bisweilen] / verborgen in dem herzen lît
Tr
199;
MemMori
141;
Wh
249,12.
327,5;
[Riwalin] kuste ie zeteslîcher
stunt [wieder und wieder] / ir wange, ir ougen
unde ir munt Tr
1445;
Ottok
65533
u.ö.;
[er] bat / daz her ettelichen tac / mit ime ruͦwen
wolde Ägidius
1388;
ganzer tage drî / unde eteslîche naht MF:
Mor
5: 2,6;
wolde sie etlîche frist / hie belîben, waz hülfe daz?
Eracl
3060;
Litan
347;
Ottok
65749
u.ö.
3
bezogen auf eine beliebige Größe ‘irgendein, irgend jemand/ etwas,
irgendwelch’ (nicht klar abzugrenzen von 1 und 2)
3.1
subst.:
mîne bürge unde mîniu lant / iu müezen ledec werden von
ir etelîches hant [durch die Hand von irgendeinem von
ihnen]
NibB
2164,2.
– mit part. Gen.:
so sprechent sumliche daz, du sist Jeremias / oder
etlicher der wissagen AvaLJ
74,4;
Spec
98,31
3.2
attr.:
er sprach, ob er wârer got wære, /
[...] und hête ettelîch wunder getân
Kchr
9652;
mit ettelichen
dingen [irgendwie]
Ägidius
986;
Iw
1763;
etwenne coment si [Träume] uon
gote durch etliche cunftige dinc Lucid
133,18;
SüklV
598;
ich sere forcht das er villicht etschlich ding
[irgend etwas] verneme darumb ich yn verliesen muß
Lanc
287,27;
mit ettelicheme sinne [auf irgendeine
geschickte Art]
Roth
2299;
manech mensch ist, daz den sin verliuset von ettelîchem
siehtuom Barth
137,9;
da di cheniz [Ursache für
Ohrentzündung] vunden wirt, so ist der sichtum uon etlicher
vuchte SalArz
39,27;
er befünde etelîchen list, / ob er hie heime wære, / der
dir ze dîner swære / wol kæme unde rehte Eracl
3168;
kêr her, [...] vüere mich an
etslich gemach RvEBarl
471
4
‘jeder’
möhte etlîcher tuon als ich / und hete wert sîn liep und
lieze loben mîne vrouwen mich MF:Reinm
51b: 4,5;
doch wil ich die planeten nennen / durch daz ir si mogit
irkennen / und geben itslichem sine stat Brun
1433.
1516.
604;
ie zwô neben einander / riten [...]
bî etlîcher ein ritter reit HvFreibTr
4410
MWB 1 2213,48; Bearbeiter: Gärtner
ëtenâher
Adv. Komp.
‘annähernd’
uon div scult ir lutterlichen hiute alle gotes heiligen ane
roͮfen, daz si iv wegende sîn, unde scult ettenaher leben, als si hie lebeten
Spec
130,20
MWB 1 2215,57; Bearbeiter: Gärtner
ëter
stM., stN.
( UvZLanz (K) ), auch ëtter;
vorwiegend im Obd. verbreitet, vgl. Schmeller, BWB 1,174f.; SchweizId
1,597f.
1 ursprüngl. ‘Zaun aus Flechtwerk’ zur Abgrenzung und zum Schutz, vgl.
Etterzaun
‘Grenzzaun’
DRW
3,333
2 umzäunter, eingegrenzter Raum, auch Gerichtsbezirk 2.1
‘Garten’
2.2
‘Dorf- oder Gemeindebezirk’
3
‘Saum, Rand’
4 zur Bezeichnung des Himmelsraums
1
ursprüngl. ‘Zaun aus Flechtwerk’ zur Abgrenzung und zum Schutz, vgl.
Etterzaun
‘Grenzzaun’
DRW
3,333
–
‘Rohrgeflecht’ der Fischreuse:
herren gunst, abrillen weter, / frouwen gemüete und riusen eter, / würfel,
ros und vederspil / triegent ofte, swer ez merken wil Renner
12516
2
umzäunter, eingegrenzter Raum, auch Gerichtsbezirk
2.1
‘Garten’
inrenhalp dem etter / saz duͥ liebe frowe min JvKonstanz
1644;
inrethalp dem eter / stuont ein schœniu linde DreiFrauen
246
2.2
‘Dorf- oder Gemeindebezirk’
swele burger sinú guͤter verkoͧfen wil, dú in únsirm ether liegent
StRÜberl
9;
infra septa sive eter predictorum bonorum UrkWürtt
8,97
(1278);
ebd.
8,258
(a. 1281);
UrkHohenz
1,167
(a. 1346).
–
die liste alle werden getan inrhalp dim ethre dis
chlostirs BrEng
66
3
‘Saum, Rand’
daz gezelt stuont unervorht / vor aller slaht wetere. / guldîn was daz etere,
/ dâ mit zesamene was genât / der samît und der tribulât UvZLanz (K)
4824
4
zur Bezeichnung des Himmelsraums:
trîbe einn turn durch den luft / daz er stôze unz an den eter
[Himmelsrand] , / dâ sich das bitterlîche weter / mit
donerslegen hebt Georg
759;
von des heissen sunnen eter / sich hub gar ein starkes weter
Minneb
127
– relig.:
swie [Gott, der Schöpfer] er so wil so stat daz
wetter: / er sitzit vf dez himils etter / und hat die erde in siner hant /
beslozzin Martina
10,58;
da die liehten bluomen clar / uber hundert tusent iar / niht salwent von
keinem wetter / in dez himels hohem etter ebd.
249,50
MWB 1 2215,61; Bearbeiter: Gärtner
ëterzëhende
swM.
Zehnt, der innerhalb des Etters entrichtet wurde:
alle eigen güter und alle erbegüter in Rufachbanne
[...] zehenden süllent in der eptissen hof von
Eschouwe, da ouch der kirchensatz zuo Rufach in höret und der etterzehende
WeistGr
5,386
(a. 1349);
umbe den etterzehenden zu Rufach innewendig der ringmuren ebd.
5,386
(a. 1349)
MWB 1 2216,30; Bearbeiter: Gärtner
ëtevil
Adj.
subst. Adj. mit part. Gen. ‘ein gewisses Maß an’
vóne mînes uuínes gnâdon. hábon íh éten uílo [
éttenuílo Laa.] rûouuon Will
76,2.
– attr.:
wan in aller der werlte ist niendert sünder sô arger, er geruowe etewie vil [
ette viel La.] wîle [eine gewisse Zeit
lang] mit sînen sünden, wan dû PrBerth
1:271,30
MWB 1 2216,38; Bearbeiter: Gärtner |