Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   ebgründe - eckelîn    


ebgründe stN. → abegründe

MWB 1 1482,10;

eblich Adv. ëbenlich

MWB 1 1482,11;

ebor stM. oder N. ‘Elfenbein’ (zu lat. ebur): rotir dem ebore drilch [Anm.z.St.: ‘dreimal röter als Elfenbein’ (Fehler der Vulgata: statt Koralle)] Daniel 2276

MWB 1 1482,12; Bearbeiterin: Baumgarte

êbrëchære stM. ‘Ehebrecher’ rouber und unrehte lute und ebrecher HlReg 16,12; unzimlich minne stêt niht wol: / wenne manic êbrechêre / machent fröuden lêre / die frouwen Renner 11927

MWB 1 1482,16; Bearbeiterin: Baumgarte

êbrëchærinne stF. ‘Ehebrecherin’ wir haben ouch ofte wol gehôrt / wie Troye mit fiure wart zestôrt, / [...] / daz kam von einer êbrecherinne, / von hôchferte und unrehter minne Renner 15867; welher man well wizen, ob sein fraw ain êprechærinn sei oder niht, der leg ir den stain [den Magneten] under daz haupt, wenn si slâf BdN 451,27; ist aber [...] ein eprecherin, so sol man den man, der mit jr gesundet hat, pessern vmb xxv lb, ob er nit frid hat von dem man der frauen StatTrient 122

MWB 1 1482,20; Bearbeiterin: Baumgarte

êbrëchec Adj. ‘ehebrecherisch’ div böse gepvrte vnd eprechigiv [ generatio mala et adultera Mt 12,39] svchet zeichen EvAug 27,8

MWB 1 1482,30; Bearbeiterin: Baumgarte

êbrëchen stV. ‘Ehebruch begehen’ swelicher der da laet sin husvrawen dann von sache der vnküscheit vnd ein andriv nimet der eprichet EvAug 45,1; subst.: daz er heymelich sine genge / und sin ebrechen vol brenge Hiob 9714; was schaden und was súnden beschehent alleine von ebrechende MerswSend 191

MWB 1 1482,33; Bearbeiterin: Baumgarte

êbrëchunge stF. ‘Ehebruch’ wer sîne hûsvrowe lêzit und nimet eine andere, der tuͦt eine êbrechunge ubir sie EvBeh Mc 10,11 u.ö.; di sunde der ebrechunge Köditz 21,19

MWB 1 1482,40; Bearbeiterin: Baumgarte

êbrêisch Adj. , êbrêischen Adv. ‘hebräisch’ daz er sineme sune gewunne / ein wip uon deme ebreisken chunne VMos 19,27; alle arzete die schívheten in, / wen ein ebreis man TrSilv 53; daz ist ein ebreisch wort PrOberalt 152,9; der dritte [...] buchstab e, / des name clar ist so hel, / bezeichent ebreschen Hemanuel / und bedutet uns den sun Brun 2252

MWB 1 1482,44; Bearbeiterin: Baumgarte

Êbrêisch swSubst. ‘das Hebräische’, die hebräische Sprache: ‘sag an, wie hâstû daz vernomen?’ / sprâchen die juden zehant, / ‘dir ist ebræisch unbechant.’ KvHeimUrst 370; ir sprâch was ebraisch genant EnikWchr 27385; der sprâch under den heiden / was ein und sibenzic bekant / über al in der heiden lant. / die juden habent ouch eine / und ouch mê deheine: / ebraisch ist si genant ebd. 3385; a bezeichent in ebreschen [auf hebräisch] alma / und bezeichent uns zu dutze sa / eine unbewolne maget Brun 4560

MWB 1 1482,52; Bearbeiterin: Baumgarte

ebreze F. ‘Eberraute, Eberreiß’ (Artemisia abrotanum, vgl. Marzell 1,412f., s.a. ëberwurz ): abrotanum heiset zu dute ebreze Macer 2,1. 2,9 u.ö.

MWB 1 1482,63; Bearbeiterin: Baumgarte

êbruch stM. ‘Ehebruch’ ebruch benymt gewisheit noch / des worhaften erbekindes Hiob 11702; meister, diz wip ist begriffen an dem e bruche [Hs. bruche ] EvBerl 35,2

MWB 1 1483,1; Bearbeiterin: Baumgarte

ecclesie swF. ‘Kirche’ die gesihte bezeichent uns, daz die ecclesie etteliche rittere nû sal haben, der begerunge sie der ecclesien vîende mit craft ze vertrîbene StatDtOrd 24,10 u.ö.; Spec 133,17; UrkCorp (WMU) 93,40; Thomas der erzebischof, / der durch siner ecclesien hof / begriffen wart und erslagen Pass III 53,2

MWB 1 1483,5; Bearbeiterin: Baumgarte

ech swM. ein Seeungeheuer: echinus [heute fachspr.: ‘Seeigel’ ] haizt ain ech. der visch ist halpfüezig, [...], und ist sô kreftig, daz er ain schef still helt BdN 251,5; die echen sint der krebzen geslähtes, [...], wan si habent auch dorn an der füez stat ebd. 251,21

MWB 1 1483,12; Bearbeiterin: Baumgarte

echisch Adj. ‘aus Aachen, Aachener’ so sal si nemen echsche penninge, zweilf schillinge vor die marc UrkCorp (WMU) 255,29

MWB 1 1483,18; Bearbeiterin: Baumgarte

echîtes, etîte M. auch achitas (vgl. Suolahti 1,44; Krone 15713; Engelen, Edelsteine, S. 187) und entices [La. echites, ethites ] HvNstAp 18155; afrz. echite, lat. echitis; zur Mischung von echitis und aetites vgl. Rosenqvist 1,101. ein Edelstein: Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest, der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im BdN 166,32. 445,11; ein stein ist etîte genant, / [...] der ist dicke und rôter var. / den hât niwan der adelar / hôhe ûf sîme neste Volmar 373; Parz 791,14; VocOpt 52.038

MWB 1 1483,21; Bearbeiterin: Baumgarte

ëcht êhaft , → eht

MWB 1 1483,32;

echtec Adj. êhaftec

MWB 1 1483,33;

echten swV. ehten

MWB 1 1483,34;

ecidemôn stN. auch zedamon und dezedemon. ein (Fabel?-)Tier; vor allem bei Wolfram und Texten unter seinem Einfluss; vermutlich aus ichneumon (eine Schlangen tötende Tierart), vgl. A. Groos, Wolframs Schlangenliste (‘Parzival’ 481) und Pseudo-Apuleius, in: Licht der Natur, hg. von J. Domes, 1994, S. 129-148; veraltet ‘Hermelin’ (vgl. J. Siebert, Ecidemôn, ZfdPh 62 (1937) S. 248-264). 1 das Tier
1.1 als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.)
1.2 als Schlangentöter
1.3 als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes. S. 136-139)
2 das Fell des Tieres
2.1 als repräsentativer Fellschmuck
2.2 als das Denken verstärkende Kopfbedeckung
   1 das Tier    1.1 als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.): durch der minne condwier / ecidemôn daz reine tier / het im ze wâpen gegebn / [...], / diu küngîn Secundille Parz 741,16; ezsydemôn, ein tier, dîn pflac, daz was gar sunder galle Loheng 27. 68. 432; Wartb Rs 5,7. – i.d.R. als Wappentier: ich trage ein ecidemôn / ûf dem schilde, als si mir gebôt Parz 768,24. 739,16. 756,24; Tedalûn, / [...] vuorte ecidemôn daz tier, / des Feyrafîz ze wâppen pflac Wh 379,26. 444,8; der eren hoch geselle, [...] / von Tasme hat ein pfelle. dar inne vert gebilde nach dem tiere / ecidemon JTit 3010,3. 3363,3 u.ö.    1.2 als Schlangentöter: er truog ouch durch prîses lôn / ûf dem helme ein ecidemôn: / swelhe würm sint eiterhaft, / von des selben tierlînes kraft / hânt si lebens decheine vrist, / swenn ez von in ersmecket ist Parz 736,10; (und wohl jünger: Kolm (B) Verz. Nr. 616 (¹Bop/1/524a) vgl. Siebert, S. 250)    1.3 als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes. S. 136-139): gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz 481,8    2 das Fell des Tieres    2.1 als repräsentativer Fellschmuck: der claider underzug sol sin / vech, zedemon und hermin GTroj 3786 u.ö. – adj. (?): GTroj 24051    2.2 als das Denken verstärkende Kopfbedeckung: eins dezedemôns hût er umbe bant, / diu gît dem hirne kraft Wartb (S) 159,7; er [ Samlon, der wîse man ( V. 827)] satztt och uff daz hobett sin / ain hüttlin gar über lutt, / daz was ains zedemones hutt, / die was im gütt für trurekaitt. / suss vand er den underschaid GTroj 820

MWB 1 1483,35; Bearbeiterin: Baumgarte

ecke, egge stswF., stN. (z.B. HvNstAp 19570 s.u. 3 und HvNstGZ 131 ), eck stN. (stM. WeistÖ s.u. 2.1) Aufgrund der Vieldeutigkeit des Wortes bleibt die Zuordnung und Deutung zahlreicher Belege diskussionsbedürftig (vgl. 1.2 , 2.3 , 3 , 4.2 ). 1 ‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1 häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den Epitheta → scharpf und brûn ; vgl. aber auch 2.2 )
1.2 hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von crepido ) oder zu 2.1 ‘Ecke’
2 spitzer/ hervorstehender Teil von etw.
2.1 ‘Ecke’ , aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
2.2 ‘Spitze’
2.3 ‘Gipfel’ , übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
2.4 hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
3 zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und 2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId 1,156f.])
4 in Wendungen
4.1 an allen ecken ‘überall’
4.2 über ecke(n) : unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras. ‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke [erst frnhd.] gesichert)
4.2.1 bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB 61 und Seelbach, Helmbr., S. 74)
4.2.2 im Helmbr wohl ‘querfeldein’
   1 ‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’    1.1 häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den Epitheta → scharpf und → brûn ; vgl. aber auch 2.2): speres ort, swert bare / wurden da gevrbort, / daz in beide ecke vnd ort, / [...], / entweder in dem libe blieben / oder, [...], / des mannes lip namen / Herb 6702; Wig 7356; einen gêr vil scharpfen, [...] / der ze sînen ecken harte vreislîchen sneit NibB 440,4; Rol 3310; Er 9259. – auch für das ganze Schwert: dô griffen di recken / zô den scarfin ecken / und vohten mit nîde SAlex 3273    1.2 hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von crepido) oder zu 2.1 ‘Ecke’ die tavel [der Tafelrunde] houbt noch ende / hât nicht weder hie noch dort, / nindert ecke noch kein ort [nirgendwo Seitenkanten (?) noch Ecken] HvFreibTr 1342; der tigel hat dri ecke, / die gar ein fletze [Boden] han [die Öffnung ist ein gleichseitiges Dreieck] Mügeln 343,1; umbe den wurf der sorgen / wart getoppelt [ ‘gewürfelt’ oder ‘ein Pasch geworfen’ (Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z.St.)] , do er den grâl vant, / mit sînen ougen, âne hant / und âne würfels ecke Parz 248,13 (würfels ecke pars pro toto [Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z.St.]; vgl. das frnhd. Kompositum eckenwürfel [Tauber, Würfelspiel, S. 75]; s.u. 2.3 )    2 spitzer/ hervorstehender Teil von etw.    2.1 ‘Ecke’, aber auch der dazugehörige ‘Winkel’ wüehse das spitze egge, dâ das A stêt, êweklich, es enwurde niemer alsô grôs als das stumpfe egge, das hinder im stât dâ das B stât, wand dis wêre allezît spiz wie sêre es wüehse unde genes stumpf Vorsmak 1,445; KvMSph 13,2; ain ekke der gruntueste daz ist diu diemuͦt die wir habin sulen umbe den lîp TrudHL 49,17; RvEWchr 1282; di sewl hette acht ecken HvNstAp 12000. 18000; HvNstGZ 131. – z.T. übertr. Teil eines Raumes/ Gebietes (auch mit dem Nebensinn der Abgeschiedenheit) : dâ het er bî im einen kruoc, / den er von ecken ze ecken truoc / in der zelle hin und her Renner 22920; da saß einer in eym eck, der het gesellenn nit Alph 306; dô er die schrift gelas in einer ecken Wartb Rs 16,6; Lanc 235,9; vnd in ainem ekk der stat was gepawn der turn, der hies Babel Schachzb 113,37; [des Erzbischofs Holz] des 7 eck sind [sieben turnusmäßig wechselnde Waldgebiete zum Holzschlag] , daz churtz eck, [...], Haimbuͦchech [...] daz si ie zuͦ dem jar einen ekk abnemen WeistÖ 9,384 Anm. (a. 1331). – ‘Straßenecke’ (?): her Eberhart der schvlthaiz von Rotwil, [...] her Hainrich der wirt ander egge UrkCorp N178,19    2.2 ‘Spitze’ sumeliche namen [...] krumme isen / [...] / in sinen lib si slugen / die scharfe ecken überal Pass III 122,69. – im Ggs. zu snîde: jglicher sin swert gewan / von der scheiden; mit nijde / das eck vnd die snijde / jglicher sinem gesellen bot Krone 15512    2.3 ‘Gipfel’, übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’ da im sin [des Berges Oreb ] egge allir nehste lag, / da nieman ufe weidennes pflag / durh der wilde ungeleginheit; / [...] / er [Moses] treip zuͦ dem berge dar / nahir RvEWchr 9398. – höchster Stand des Schicksalsrades: wene daz geding in eren gatt / und an der höchsten egken stat, / daz ist uns dik worden kund, / es weltzett gern hin in den grund GTroj 24774. – hierher (?) ‘höchste Punktzahl der ougen auf den Würfeln bei einem Wurf, der höchste Wurf (bei mehreren mögl. Würfen)’ ir [Frau Minne] habt mir mangel vor gezilt / und mîner ougen ecke alsô verspilt / daz ich iu niht getrûwen mac Parz 292,10 (andere Deutungen zu 292,10: ecke als ‘Würfelspiel’ [BMZ 2,2:507b,34ff.] und ‘Wurf’ [Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z. St.]). – ‘höchste Punktzahl, gewinnender Punktestand’ vielleicht auch Parz 248,13; (s.o. 1.2), dann etwa ‘‘ohne dass jmd. (die) Würfel in die Hand genommen hätte und ohne einen guten Wurf’’)    2.4 hervorstehendes Endstück, ‘Ende’ zwêne man sint nû dâ / an eine tür gegangen / und tragent eine stangen / alles twerches [quer] vor in / und koment doch nimmer dar in, / si kêren danne ein ecke für SpdtL 106,22; sînen tribelwegge [des Böttchers Schlegel (euphemistisch)] den nam si in die hant / mit sîner slehten egge KLD:GvN 39: 4,3; die vier ecke an deme crúce betútent die geloͮbe vnde die zuͦuersiht vnde die ware minne vnde verendunge guͦter werke Lucid 112,10    3 zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und 2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId 1,156f.]): den steik hin bis an daz ekke der wuesthub UrkCorp (WMU) 462,4; ein acher an Sêhaltv̂n, ligent an dem velde vnd an der egge ze Horgen ebd. 395,27; zwo hvͦbe am langen ekke ebd. 2328A,16; von sime guͦte, daz da lit an Buͦcholter egge ebd. 1120,29,22 u.ö.; mir ist der tewrist man erslagen / [...] / das det ain ungetrewer man: / er habt auff dem ecke dort HvNstAp 19570    4 in Wendungen    4.1 an allen ecken ‘überall’ vnd swer vnreht wirbit / ane libe an sele stirbit / vnselic an allen eggen Martina 108,29    4.2 über ecke(n): unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras. ‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke [erst frnhd.] gesichert)    4.2.1 bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB 61 und Seelbach, Helmbr., S. 74): wol gezieret stât diu grüene heide: / daz loub uber eggen / kiuset man bî den tolden wunneklîche SM:Go 3: 1,2; jârlang gruonet loup über egge / vil schône ze walde ebd. 2a: 3,1    4.2.2 im Helmbr wohl ‘querfeldein’ über velt [La. vber ecke ] wil ich draven / âne angest mînes verhes / und alle welt dwerhes Helmbr 416; ez müezen rinder vor mir lüen / die ich über ecke trîbe ebd. 367; daz ich niht ensnurre / mit den andern über ecke / und die gebûren durch die hecke / niht enfüere bî dem hâre, / daz ist mir leit zewâre ebd. 371 (vgl. auch ‘kreuz und quer’ [2DWB 7:45,45], ‘hin und her’ [Seelbach, Helmbr., S. 74], ‘beiseite, davon’ [Lambel, Helmbr. Anm.z.  St., so auch Übers. Tschirch])

MWB 1 1484,12; Bearbeiterin: Baumgarte

eckeht Adj. 1 ‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1 )
2 ‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2 )
   1 ‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1): die stain ir gestalt in der erden nemen nâch der stete schickung, [...], sei aber diu stat ekkot, sô werd der stain auch ekkot BdN 427,24. 428,1; doch ist daz gersten korn / alumme eckecht, unde vorn / spitz Daniel 2320; die wunden waren vrisch und bluͦtig, und etlich waren sinwel und etlich eggeht Seuse 199,5    2 ‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2): ez ist ein eckechter grat [Fischgräte] , / o we, der sich leit entwer / als man in wil slinden! Pass III 673,68

MWB 1 1486,10; Bearbeiterin: Baumgarte

eckehûs stN. ‘Eckhaus’ swer von des Schoͤnnecgaeris eckehaus untz an daz Taltor uf dem marcte lat [...] mist oder holtz ligen StRMünch 278,12; einen rechten myst an eyme eckehuͤse Pilgerf 10800

MWB 1 1486,20; Bearbeiterin: Baumgarte

eckel stM. ‘Stahl’ nâch lêr der meister wîsen / wart er [der Rammbock] beslagen mit îsen / und an dem orte über al / mit wehsem [scharfem] eckel unde stâl Ottok 31185; von dem hvndert echkels V pfenn[ing] UrbBayJ 480; wann man das wasser auf silber geusset, / so wirt es hertter an der frist / dann stachl oder ekchel ist Seifrit 4974; ErnstB 3676; Teichn 10,91. – auch für das Schwert: dâ liezen sie vil drâte / die liehten ekkel schînen. / den künic mit den sînen / valten sie mit swerten ErnstB 3443

MWB 1 1486,25; Bearbeiterin: Baumgarte

eckelîn stN. Dimin. zu ecke 1 ‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1 )
2 ‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4 )
3 Geländemerkmal (vgl. ecke 3 )
   1 ‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1): von dem schrenken komen ungleicheu und schilhendeu winkelein oder eklein [ angulos impares et obliquos ] KvMSph 29,9. 51,28    2 ‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4): und sament sich alliu eklein des widerprechends in ain dicke des scheins zuo ainem stuck ains kraizes BdN 98,20    3 Geländemerkmal (vgl. ecke 3): von sime guͦte, daz da lit hinder dem egglin UrkCorp (WMU) 1120,26

MWB 1 1486,36; Bearbeiterin: Baumgarte