e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ebgründe
stN.
→ abegründe
MWB 1 1482,10;
eblich
Adv.
→
ëbenlich
MWB 1 1482,11;
ebor
stM. oder N.
‘Elfenbein’ (zu lat. ebur):
rotir dem ebore drilch [Anm.z.St.: ‘dreimal röter
als Elfenbein’ (Fehler der Vulgata: statt Koralle)]
Daniel
2276
MWB 1 1482,12; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchære
stM.
‘Ehebrecher’
rouber und unrehte lute und ebrecher HlReg
16,12;
unzimlich minne stêt niht wol: / wenne manic êbrechêre / machent fröuden lêre
/ die frouwen Renner
11927
MWB 1 1482,16; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchærinne
stF.
‘Ehebrecherin’
wir haben ouch ofte wol gehôrt / wie Troye mit fiure wart zestôrt, /
[...] / daz kam von einer êbrecherinne, / von hôchferte
und unrehter minne Renner
15867;
welher man well wizen, ob sein fraw ain êprechærinn sei oder
niht, der leg ir den stain [den Magneten] under daz haupt,
wenn si slâf BdN
451,27;
ist aber [...] ein eprecherin, so sol man den man,
der mit jr gesundet hat, pessern vmb xxv lb, ob er nit frid hat von dem man der
frauen StatTrient
122
MWB 1 1482,20; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchec
Adj.
‘ehebrecherisch’
div böse gepvrte vnd eprechigiv [
generatio mala et adultera Mt 12,39] svchet zeichen
EvAug
27,8
MWB 1 1482,30; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchen
stV.
‘Ehebruch begehen’
swelicher der da laet sin husvrawen dann von sache der
vnküscheit vnd ein andriv nimet der eprichet EvAug
45,1;
subst.:
daz er heymelich sine genge / und sin ebrechen vol brenge
Hiob
9714;
was schaden und was súnden beschehent alleine von ebrechende MerswSend
191
MWB 1 1482,33; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchunge
stF.
‘Ehebruch’
wer sîne hûsvrowe lêzit und nimet eine andere, der tuͦt eine êbrechunge ubir
sie EvBeh
Mc 10,11
u.ö.;
di sunde der ebrechunge Köditz
21,19
MWB 1 1482,40; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrêisch
Adj. , êbrêischen
Adv.
‘hebräisch’
daz er sineme sune gewunne / ein wip uon deme ebreisken chunne
VMos
19,27;
alle arzete die schívheten in, / wen ein ebreis man
TrSilv
53;
daz ist ein ebreisch wort PrOberalt
152,9;
der dritte [...] buchstab e, / des
name clar ist so hel, / bezeichent ebreschen Hemanuel / und bedutet uns den sun
Brun
2252
MWB 1 1482,44; Bearbeiterin: Baumgarte
Êbrêisch
swSubst.
‘das Hebräische’, die hebräische Sprache:
‘sag an, wie hâstû daz vernomen?’ / sprâchen die juden zehant,
/ ‘dir ist ebræisch unbechant.’ KvHeimUrst
370;
ir sprâch was ebraisch genant EnikWchr
27385;
der sprâch under den heiden / was ein und sibenzic bekant /
über al in der heiden lant. / die juden habent ouch eine / und ouch mê deheine: /
ebraisch ist si genant ebd.
3385;
a bezeichent in ebreschen [auf
hebräisch] alma / und bezeichent uns zu dutze sa / eine unbewolne
maget Brun
4560
MWB 1 1482,52; Bearbeiterin: Baumgarte
ebreze
F.
‘Eberraute, Eberreiß’ (Artemisia abrotanum, vgl. Marzell 1,412f., s.a.
ëberwurz
):
abrotanum heiset zu dute ebreze Macer
2,1.
2,9
u.ö.
MWB 1 1482,63; Bearbeiterin: Baumgarte
êbruch
stM.
‘Ehebruch’
ebruch benymt gewisheit noch / des worhaften erbekindes
Hiob
11702;
meister, diz wip ist begriffen an dem e
bruche [Hs. bruche
]
EvBerl
35,2
MWB 1 1483,1; Bearbeiterin: Baumgarte
ecclesie
swF.
‘Kirche’
die gesihte bezeichent uns, daz die ecclesie etteliche rittere
nû sal haben, der begerunge sie der ecclesien vîende mit craft ze vertrîbene
StatDtOrd
24,10
u.ö.;
Spec
133,17;
UrkCorp (WMU)
93,40;
Thomas der erzebischof, / der durch siner ecclesien hof / begriffen wart und
erslagen Pass III
53,2
MWB 1 1483,5; Bearbeiterin: Baumgarte
ech
swM.
ein Seeungeheuer:
echinus [heute fachspr.: ‘Seeigel’
] haizt ain ech. der visch ist halpfüezig,
[...], und ist sô kreftig, daz er ain schef still helt
BdN
251,5;
die echen sint der krebzen geslähtes,
[...], wan si habent auch dorn an der füez stat ebd.
251,21
MWB 1 1483,12; Bearbeiterin: Baumgarte
echisch
Adj.
‘aus Aachen, Aachener’
so sal si nemen echsche penninge, zweilf schillinge vor die marc
UrkCorp (WMU)
255,29
MWB 1 1483,18; Bearbeiterin: Baumgarte
echîtes, etîte
M.
auch achitas (vgl. Suolahti 1,44;
Krone
15713;
Engelen, Edelsteine, S. 187) und
entices [La. echites, ethites
]
HvNstAp
18155;
afrz. echite, lat. echitis; zur Mischung von
echitis und aetites vgl. Rosenqvist 1,101.
ein Edelstein:
Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest,
der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im
BdN
166,32.
445,11;
ein stein ist etîte genant, / [...]
der ist dicke und rôter var. / den hât niwan der adelar / hôhe ûf sîme neste
Volmar
373;
Parz
791,14;
VocOpt
52.038
MWB 1 1483,21; Bearbeiterin: Baumgarte
ëcht
→
êhaft
, →
eht
MWB 1 1483,32;
echtec
Adj.
→
êhaftec
MWB 1 1483,33;
echten
swV.
→
ehten
MWB 1 1483,34;
ecidemôn
stN.
auch zedamon und dezedemon.
ein (Fabel?-)Tier; vor allem bei Wolfram und Texten unter seinem Einfluss;
vermutlich aus ichneumon (eine Schlangen tötende Tierart), vgl. A. Groos,
Wolframs Schlangenliste (‘Parzival’ 481) und Pseudo-Apuleius, in: Licht der
Natur, hg. von J. Domes, 1994, S. 129-148; veraltet ‘Hermelin’
(vgl. J. Siebert, Ecidemôn, ZfdPh 62
(1937) S. 248-264).
1 das Tier 1.1 als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.) 1.2 als Schlangentöter 1.3 als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes. S. 136-139) 2 das Fell des Tieres 2.1 als repräsentativer Fellschmuck 2.2 als das Denken verstärkende Kopfbedeckung
1
das Tier
1.1
als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.):
durch der minne condwier / ecidemôn daz reine tier / het
im ze wâpen gegebn / [...], / diu küngîn Secundille
Parz
741,16;
ezsydemôn, ein tier, dîn pflac, daz was gar sunder galle Loheng
27.
68.
432;
Wartb
Rs 5,7.
– i.d.R. als Wappentier:
ich trage ein ecidemôn / ûf dem schilde, als si mir
gebôt Parz
768,24.
739,16.
756,24;
Tedalûn, / [...] vuorte
ecidemôn daz tier, / des Feyrafîz ze wâppen pflac Wh
379,26.
444,8;
der eren hoch geselle, [...] / von Tasme hat
ein pfelle. dar inne vert gebilde nach dem tiere / ecidemon JTit
3010,3.
3363,3
u.ö.
1.2
als Schlangentöter:
er truog ouch durch prîses lôn / ûf dem helme ein
ecidemôn: / swelhe würm sint eiterhaft, / von des selben tierlînes kraft / hânt
si lebens decheine vrist, / swenn ez von in ersmecket ist Parz
736,10;
(und wohl jünger:
Kolm (B)
Verz. Nr. 616
(¹Bop/1/524a)
vgl. Siebert, S. 250)
1.3
als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes.
S. 136-139):
gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt
mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz
481,8
2
das Fell des Tieres
2.1
als repräsentativer Fellschmuck:
der claider underzug sol sin / vech, zedemon und hermin
GTroj
3786
u.ö.
– adj. (?):
GTroj
24051
2.2
als das Denken verstärkende Kopfbedeckung:
eins dezedemôns hût er umbe bant, / diu gît dem hirne kraft Wartb
(S)
159,7;
er [
Samlon, der wîse man ( V. 827)] satztt
och uff daz hobett sin / ain hüttlin gar über lutt, / daz was ains zedemones
hutt, / die was im gütt für trurekaitt. / suss vand er den underschaid
GTroj
820
MWB 1 1483,35; Bearbeiterin: Baumgarte
ecke, egge
stswF., stN. (z.B.
HvNstAp
19570
s.u. 3 und
HvNstGZ
131
), eck
stN.
(stM. WeistÖ s.u. 2.1)
Aufgrund der Vieldeutigkeit des Wortes bleibt die Zuordnung und Deutung
zahlreicher Belege diskussionsbedürftig (vgl.
1.2
,
2.3
,
3
,
4.2
).
1
‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1 häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den
Epitheta → scharpf und
brûn
; vgl. aber auch 2.2 ) 1.2 hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von
crepido ) oder zu 2.1
‘Ecke’
2 spitzer/ hervorstehender Teil von etw. 2.1
‘Ecke’ , aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
2.2
‘Spitze’
2.3
‘Gipfel’ , übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
2.4 hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
3 zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und
2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId 1,156f.]) 4 in Wendungen 4.1
an allen ecken
‘überall’
4.2
über ecke(n) : unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras.
‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke
[erst frnhd.] gesichert) 4.2.1 bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB
61 und Seelbach, Helmbr., S. 74) 4.2.2 im Helmbr wohl ‘querfeldein’
1
‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1
häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den
Epitheta → scharpf und →
brûn
; vgl. aber auch 2.2):
speres ort, swert bare / wurden da gevrbort, / daz in
beide ecke vnd ort, / [...], / entweder in dem libe
blieben / oder, [...], / des mannes lip namen /
Herb
6702;
Wig
7356;
einen gêr vil scharpfen, [...] /
der ze sînen ecken harte vreislîchen sneit NibB
440,4;
Rol
3310;
Er
9259.
– auch für das ganze Schwert:
dô griffen di recken / zô den scarfin ecken / und
vohten mit nîde SAlex
3273
1.2
hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von
crepido) oder zu 2.1
‘Ecke’
die tavel [der Tafelrunde]
houbt noch ende / hât nicht weder hie noch dort, / nindert ecke noch kein
ort [nirgendwo Seitenkanten (?) noch Ecken]
HvFreibTr
1342;
der tigel hat dri ecke, / die gar ein
fletze [Boden] han [die Öffnung ist
ein gleichseitiges Dreieck]
Mügeln
343,1;
umbe den wurf der sorgen / wart getoppelt [
‘gewürfelt’ oder ‘ein Pasch geworfen’ (Bartsch/ Marti, Parz.
u. Tit. z.St.)] , do er den grâl vant, / mit sînen ougen, âne
hant / und âne würfels ecke Parz
248,13
(würfels ecke pars pro toto [Bartsch/ Marti, Parz. u.
Tit. z.St.]; vgl. das frnhd. Kompositum eckenwürfel [Tauber,
Würfelspiel, S. 75];
s.u.
2.3
)
2
spitzer/ hervorstehender Teil von etw.
2.1
‘Ecke’, aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
wüehse das spitze egge, dâ das A stêt, êweklich, es enwurde niemer alsô
grôs als das stumpfe egge, das hinder im stât dâ das B stât, wand dis wêre
allezît spiz wie sêre es wüehse unde genes stumpf Vorsmak
1,445;
KvMSph
13,2;
ain ekke der gruntueste daz ist diu diemuͦt die wir habin
sulen umbe den lîp TrudHL
49,17;
RvEWchr
1282;
di sewl hette acht ecken HvNstAp
12000.
18000;
HvNstGZ
131.
– z.T. übertr. Teil eines Raumes/ Gebietes (auch mit dem Nebensinn der
Abgeschiedenheit) :
dâ het er bî im einen kruoc, / den er von ecken ze ecken truoc / in
der zelle hin und her Renner
22920;
da saß einer in eym eck, der het gesellenn nit Alph
306;
dô er die schrift gelas in einer ecken Wartb
Rs 16,6;
Lanc
235,9;
vnd in ainem ekk der stat was gepawn der turn, der hies Babel
Schachzb
113,37;
[des Erzbischofs Holz] des 7 eck
sind [sieben turnusmäßig wechselnde Waldgebiete zum
Holzschlag] , daz churtz eck,
[...], Haimbuͦchech
[...] daz si ie zuͦ dem jar einen ekk abnemen
WeistÖ
9,384 Anm.
(a. 1331).
–
‘Straßenecke’ (?):
her Eberhart der schvlthaiz von Rotwil, [...]
her Hainrich der wirt ander egge UrkCorp
N178,19
2.2
‘Spitze’
sumeliche namen [...] krumme isen /
[...] / in sinen lib si slugen / die scharfe ecken
überal Pass III
122,69.
– im Ggs. zu snîde:
jglicher sin swert gewan / von der scheiden; mit nijde / das eck vnd
die snijde / jglicher sinem gesellen bot Krone
15512
2.3
‘Gipfel’, übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
da im sin [des Berges Oreb
] egge allir nehste lag, / da nieman ufe weidennes pflag / durh
der wilde ungeleginheit; / [...] / er
[Moses] treip zuͦ dem berge dar / nahir
RvEWchr
9398.
– höchster Stand des Schicksalsrades:
wene daz geding in eren gatt / und an der höchsten
egken stat, / daz ist uns dik worden kund, / es weltzett gern hin in den
grund GTroj
24774.
– hierher (?) ‘höchste Punktzahl der ougen auf den Würfeln
bei einem Wurf, der höchste Wurf (bei mehreren mögl. Würfen)’
ir [Frau Minne] habt mir
mangel vor gezilt / und mîner ougen ecke alsô verspilt / daz ich iu niht
getrûwen mac Parz
292,10
(andere Deutungen zu 292,10: ecke als
‘Würfelspiel’ [BMZ 2,2:507b,34ff.] und ‘Wurf’ [Bartsch/
Marti, Parz. u. Tit. z. St.]).
–
‘höchste Punktzahl, gewinnender Punktestand’ vielleicht auch
Parz
248,13;
(s.o. 1.2), dann etwa ‘‘ohne dass jmd. (die) Würfel in
die Hand genommen hätte und ohne einen guten Wurf’’)
2.4
hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
zwêne man sint nû dâ / an eine tür gegangen / und tragent
eine stangen / alles twerches [quer] vor in / und
koment doch nimmer dar in, / si kêren danne ein ecke für SpdtL
106,22;
sînen tribelwegge [des Böttchers Schlegel
(euphemistisch)] den nam si in die hant / mit sîner slehten
egge KLD:GvN
39: 4,3;
die vier ecke an deme crúce betútent die geloͮbe vnde die
zuͦuersiht vnde die ware minne vnde verendunge guͦter werke Lucid
112,10
3
zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und
2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und
Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId
1,156f.]):
den steik hin bis an daz ekke der wuesthub UrkCorp (WMU)
462,4;
ein acher an Sêhaltv̂n, ligent an dem velde vnd an der egge ze Horgen ebd.
395,27;
zwo hvͦbe am langen ekke ebd.
2328A,16;
von sime guͦte, daz da lit an Buͦcholter egge ebd.
1120,29,22
u.ö.;
mir ist der tewrist man erslagen /
[...] / das det ain ungetrewer man: / er habt auff dem
ecke dort HvNstAp
19570
4
in Wendungen
4.1
an allen ecken
‘überall’
vnd swer vnreht wirbit / ane libe an sele stirbit / vnselic an allen eggen
Martina
108,29
4.2
über ecke(n): unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras.
‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke
[erst frnhd.] gesichert)
4.2.1
bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB
61 und Seelbach, Helmbr., S. 74):
wol gezieret stât diu grüene heide: / daz loub uber
eggen / kiuset man bî den tolden wunneklîche SM:Go
3: 1,2;
jârlang gruonet loup über egge / vil schône ze walde
ebd.
2a: 3,1
4.2.2
im Helmbr wohl ‘querfeldein’
über velt [La. vber ecke
] wil ich draven / âne angest mînes verhes / und alle welt
dwerhes Helmbr
416;
ez müezen rinder vor mir lüen / die ich über ecke trîbe ebd.
367;
daz ich niht ensnurre / mit den andern über ecke / und die gebûren
durch die hecke / niht enfüere bî dem hâre, / daz ist mir leit zewâre ebd.
371
(vgl. auch ‘kreuz und quer’ [2DWB 7:45,45], ‘hin und
her’ [Seelbach, Helmbr., S. 74], ‘beiseite, davon’ [Lambel,
Helmbr. Anm.z. St., so auch Übers. Tschirch])
MWB 1 1484,12; Bearbeiterin: Baumgarte
eckeht
Adj.
1
‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1 ) 2
‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2 )
1
‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1):
die stain ir gestalt in der erden nemen nâch der stete
schickung, [...], sei aber diu stat ekkot, sô werd der
stain auch ekkot BdN
427,24.
428,1;
doch ist daz gersten korn / alumme eckecht, unde vorn / spitz
Daniel
2320;
die wunden waren vrisch und bluͦtig, und etlich waren sinwel
und etlich eggeht Seuse
199,5
2
‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2):
ez ist ein eckechter grat [Fischgräte] , / o we, der
sich leit entwer / als man in wil slinden! Pass III
673,68
MWB 1 1486,10; Bearbeiterin: Baumgarte
eckehûs
stN.
‘Eckhaus’
swer von des Schoͤnnecgaeris eckehaus untz an daz Taltor uf dem marcte lat
[...] mist oder holtz ligen StRMünch
278,12;
einen rechten myst an eyme eckehuͤse Pilgerf
10800
MWB 1 1486,20; Bearbeiterin: Baumgarte
eckel
stM.
‘Stahl’
nâch lêr der meister wîsen / wart er [der
Rammbock] beslagen mit îsen / und an dem orte über al / mit
wehsem [scharfem] eckel unde stâl Ottok
31185;
von dem hvndert echkels V pfenn[ing] UrbBayJ
480;
wann man das wasser auf silber geusset, / so wirt es hertter an der frist /
dann stachl oder ekchel ist Seifrit
4974;
ErnstB
3676;
Teichn
10,91.
– auch für das Schwert:
dâ liezen sie vil drâte / die liehten ekkel schînen. / den künic mit den sînen
/ valten sie mit swerten ErnstB
3443
MWB 1 1486,25; Bearbeiterin: Baumgarte
eckelîn
stN.
Dimin. zu
ecke
1
‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1 ) 2
‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4 ) 3 Geländemerkmal (vgl. ecke 3 )
1
‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1):
von dem schrenken komen ungleicheu und schilhendeu winkelein
oder eklein [
angulos impares et obliquos
]
KvMSph
29,9.
51,28
2
‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4):
und sament sich alliu eklein des widerprechends in ain dicke
des scheins zuo ainem stuck ains kraizes BdN
98,20
3
Geländemerkmal (vgl. ecke 3):
von sime guͦte, daz da lit hinder dem egglin UrkCorp (WMU)
1120,26
MWB 1 1486,36; Bearbeiterin: Baumgarte |