Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   echîtes - edele    


echîtes, etîte M. auch achitas (vgl. Suolahti 1,44; Krone 15713; Engelen, Edelsteine, S. 187) und entices [La. echites, ethites ] HvNstAp 18155; afrz. echite, lat. echitis; zur Mischung von echitis und aetites vgl. Rosenqvist 1,101. ein Edelstein: Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest, der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im BdN 166,32. 445,11; ein stein ist etîte genant, / [...] der ist dicke und rôter var. / den hât niwan der adelar / hôhe ûf sîme neste Volmar 373; Parz 791,14; VocOpt 52.038

MWB 1 1483,21; Bearbeiterin: Baumgarte

ëcht êhaft , → eht

MWB 1 1483,32;

echtec Adj. êhaftec

MWB 1 1483,33;

echten swV. ehten

MWB 1 1483,34;

ecidemôn stN. auch zedamon und dezedemon. ein (Fabel?-)Tier; vor allem bei Wolfram und Texten unter seinem Einfluss; vermutlich aus ichneumon (eine Schlangen tötende Tierart), vgl. A. Groos, Wolframs Schlangenliste (‘Parzival’ 481) und Pseudo-Apuleius, in: Licht der Natur, hg. von J. Domes, 1994, S. 129-148; veraltet ‘Hermelin’ (vgl. J. Siebert, Ecidemôn, ZfdPh 62 (1937) S. 248-264). 1 das Tier
1.1 als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.)
1.2 als Schlangentöter
1.3 als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes. S. 136-139)
2 das Fell des Tieres
2.1 als repräsentativer Fellschmuck
2.2 als das Denken verstärkende Kopfbedeckung
   1 das Tier    1.1 als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.): durch der minne condwier / ecidemôn daz reine tier / het im ze wâpen gegebn / [...], / diu küngîn Secundille Parz 741,16; ezsydemôn, ein tier, dîn pflac, daz was gar sunder galle Loheng 27. 68. 432; Wartb Rs 5,7. – i.d.R. als Wappentier: ich trage ein ecidemôn / ûf dem schilde, als si mir gebôt Parz 768,24. 739,16. 756,24; Tedalûn, / [...] vuorte ecidemôn daz tier, / des Feyrafîz ze wâppen pflac Wh 379,26. 444,8; der eren hoch geselle, [...] / von Tasme hat ein pfelle. dar inne vert gebilde nach dem tiere / ecidemon JTit 3010,3. 3363,3 u.ö.    1.2 als Schlangentöter: er truog ouch durch prîses lôn / ûf dem helme ein ecidemôn: / swelhe würm sint eiterhaft, / von des selben tierlînes kraft / hânt si lebens decheine vrist, / swenn ez von in ersmecket ist Parz 736,10; (und wohl jünger: Kolm (B) Verz. Nr. 616 (¹Bop/1/524a) vgl. Siebert, S. 250)    1.3 als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes. S. 136-139): gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz 481,8    2 das Fell des Tieres    2.1 als repräsentativer Fellschmuck: der claider underzug sol sin / vech, zedemon und hermin GTroj 3786 u.ö. – adj. (?): GTroj 24051    2.2 als das Denken verstärkende Kopfbedeckung: eins dezedemôns hût er umbe bant, / diu gît dem hirne kraft Wartb (S) 159,7; er [ Samlon, der wîse man ( V. 827)] satztt och uff daz hobett sin / ain hüttlin gar über lutt, / daz was ains zedemones hutt, / die was im gütt für trurekaitt. / suss vand er den underschaid GTroj 820

MWB 1 1483,35; Bearbeiterin: Baumgarte

ecke, egge stswF., stN. (z.B. HvNstAp 19570 s.u. 3 und HvNstGZ 131 ), eck stN. (stM. WeistÖ s.u. 2.1) Aufgrund der Vieldeutigkeit des Wortes bleibt die Zuordnung und Deutung zahlreicher Belege diskussionsbedürftig (vgl. 1.2 , 2.3 , 3 , 4.2 ). 1 ‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1 häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den Epitheta → scharpf und brûn ; vgl. aber auch 2.2 )
1.2 hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von crepido ) oder zu 2.1 ‘Ecke’
2 spitzer/ hervorstehender Teil von etw.
2.1 ‘Ecke’ , aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
2.2 ‘Spitze’
2.3 ‘Gipfel’ , übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
2.4 hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
3 zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und 2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId 1,156f.])
4 in Wendungen
4.1 an allen ecken ‘überall’
4.2 über ecke(n) : unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras. ‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke [erst frnhd.] gesichert)
4.2.1 bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB 61 und Seelbach, Helmbr., S. 74)
4.2.2 im Helmbr wohl ‘querfeldein’
   1 ‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’    1.1 häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den Epitheta → scharpf und → brûn ; vgl. aber auch 2.2): speres ort, swert bare / wurden da gevrbort, / daz in beide ecke vnd ort, / [...], / entweder in dem libe blieben / oder, [...], / des mannes lip namen / Herb 6702; Wig 7356; einen gêr vil scharpfen, [...] / der ze sînen ecken harte vreislîchen sneit NibB 440,4; Rol 3310; Er 9259. – auch für das ganze Schwert: dô griffen di recken / zô den scarfin ecken / und vohten mit nîde SAlex 3273    1.2 hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von crepido) oder zu 2.1 ‘Ecke’ die tavel [der Tafelrunde] houbt noch ende / hât nicht weder hie noch dort, / nindert ecke noch kein ort [nirgendwo Seitenkanten (?) noch Ecken] HvFreibTr 1342; der tigel hat dri ecke, / die gar ein fletze [Boden] han [die Öffnung ist ein gleichseitiges Dreieck] Mügeln 343,1; umbe den wurf der sorgen / wart getoppelt [ ‘gewürfelt’ oder ‘ein Pasch geworfen’ (Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z.St.)] , do er den grâl vant, / mit sînen ougen, âne hant / und âne würfels ecke Parz 248,13 (würfels ecke pars pro toto [Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z.St.]; vgl. das frnhd. Kompositum eckenwürfel [Tauber, Würfelspiel, S. 75]; s.u. 2.3 )    2 spitzer/ hervorstehender Teil von etw.    2.1 ‘Ecke’, aber auch der dazugehörige ‘Winkel’ wüehse das spitze egge, dâ das A stêt, êweklich, es enwurde niemer alsô grôs als das stumpfe egge, das hinder im stât dâ das B stât, wand dis wêre allezît spiz wie sêre es wüehse unde genes stumpf Vorsmak 1,445; KvMSph 13,2; ain ekke der gruntueste daz ist diu diemuͦt die wir habin sulen umbe den lîp TrudHL 49,17; RvEWchr 1282; di sewl hette acht ecken HvNstAp 12000. 18000; HvNstGZ 131. – z.T. übertr. Teil eines Raumes/ Gebietes (auch mit dem Nebensinn der Abgeschiedenheit) : dâ het er bî im einen kruoc, / den er von ecken ze ecken truoc / in der zelle hin und her Renner 22920; da saß einer in eym eck, der het gesellenn nit Alph 306; dô er die schrift gelas in einer ecken Wartb Rs 16,6; Lanc 235,9; vnd in ainem ekk der stat was gepawn der turn, der hies Babel Schachzb 113,37; [des Erzbischofs Holz] des 7 eck sind [sieben turnusmäßig wechselnde Waldgebiete zum Holzschlag] , daz churtz eck, [...], Haimbuͦchech [...] daz si ie zuͦ dem jar einen ekk abnemen WeistÖ 9,384 Anm. (a. 1331). – ‘Straßenecke’ (?): her Eberhart der schvlthaiz von Rotwil, [...] her Hainrich der wirt ander egge UrkCorp N178,19    2.2 ‘Spitze’ sumeliche namen [...] krumme isen / [...] / in sinen lib si slugen / die scharfe ecken überal Pass III 122,69. – im Ggs. zu snîde: jglicher sin swert gewan / von der scheiden; mit nijde / das eck vnd die snijde / jglicher sinem gesellen bot Krone 15512    2.3 ‘Gipfel’, übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’ da im sin [des Berges Oreb ] egge allir nehste lag, / da nieman ufe weidennes pflag / durh der wilde ungeleginheit; / [...] / er [Moses] treip zuͦ dem berge dar / nahir RvEWchr 9398. – höchster Stand des Schicksalsrades: wene daz geding in eren gatt / und an der höchsten egken stat, / daz ist uns dik worden kund, / es weltzett gern hin in den grund GTroj 24774. – hierher (?) ‘höchste Punktzahl der ougen auf den Würfeln bei einem Wurf, der höchste Wurf (bei mehreren mögl. Würfen)’ ir [Frau Minne] habt mir mangel vor gezilt / und mîner ougen ecke alsô verspilt / daz ich iu niht getrûwen mac Parz 292,10 (andere Deutungen zu 292,10: ecke als ‘Würfelspiel’ [BMZ 2,2:507b,34ff.] und ‘Wurf’ [Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z. St.]). – ‘höchste Punktzahl, gewinnender Punktestand’ vielleicht auch Parz 248,13; (s.o. 1.2), dann etwa ‘‘ohne dass jmd. (die) Würfel in die Hand genommen hätte und ohne einen guten Wurf’’)    2.4 hervorstehendes Endstück, ‘Ende’ zwêne man sint nû dâ / an eine tür gegangen / und tragent eine stangen / alles twerches [quer] vor in / und koment doch nimmer dar in, / si kêren danne ein ecke für SpdtL 106,22; sînen tribelwegge [des Böttchers Schlegel (euphemistisch)] den nam si in die hant / mit sîner slehten egge KLD:GvN 39: 4,3; die vier ecke an deme crúce betútent die geloͮbe vnde die zuͦuersiht vnde die ware minne vnde verendunge guͦter werke Lucid 112,10    3 zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und 2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId 1,156f.]): den steik hin bis an daz ekke der wuesthub UrkCorp (WMU) 462,4; ein acher an Sêhaltv̂n, ligent an dem velde vnd an der egge ze Horgen ebd. 395,27; zwo hvͦbe am langen ekke ebd. 2328A,16; von sime guͦte, daz da lit an Buͦcholter egge ebd. 1120,29,22 u.ö.; mir ist der tewrist man erslagen / [...] / das det ain ungetrewer man: / er habt auff dem ecke dort HvNstAp 19570    4 in Wendungen    4.1 an allen ecken ‘überall’ vnd swer vnreht wirbit / ane libe an sele stirbit / vnselic an allen eggen Martina 108,29    4.2 über ecke(n): unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras. ‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke [erst frnhd.] gesichert)    4.2.1 bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB 61 und Seelbach, Helmbr., S. 74): wol gezieret stât diu grüene heide: / daz loub uber eggen / kiuset man bî den tolden wunneklîche SM:Go 3: 1,2; jârlang gruonet loup über egge / vil schône ze walde ebd. 2a: 3,1    4.2.2 im Helmbr wohl ‘querfeldein’ über velt [La. vber ecke ] wil ich draven / âne angest mînes verhes / und alle welt dwerhes Helmbr 416; ez müezen rinder vor mir lüen / die ich über ecke trîbe ebd. 367; daz ich niht ensnurre / mit den andern über ecke / und die gebûren durch die hecke / niht enfüere bî dem hâre, / daz ist mir leit zewâre ebd. 371 (vgl. auch ‘kreuz und quer’ [2DWB 7:45,45], ‘hin und her’ [Seelbach, Helmbr., S. 74], ‘beiseite, davon’ [Lambel, Helmbr. Anm.z.  St., so auch Übers. Tschirch])

MWB 1 1484,12; Bearbeiterin: Baumgarte

eckeht Adj. 1 ‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1 )
2 ‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2 )
   1 ‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1): die stain ir gestalt in der erden nemen nâch der stete schickung, [...], sei aber diu stat ekkot, sô werd der stain auch ekkot BdN 427,24. 428,1; doch ist daz gersten korn / alumme eckecht, unde vorn / spitz Daniel 2320; die wunden waren vrisch und bluͦtig, und etlich waren sinwel und etlich eggeht Seuse 199,5    2 ‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2): ez ist ein eckechter grat [Fischgräte] , / o we, der sich leit entwer / als man in wil slinden! Pass III 673,68

MWB 1 1486,10; Bearbeiterin: Baumgarte

eckehûs stN. ‘Eckhaus’ swer von des Schoͤnnecgaeris eckehaus untz an daz Taltor uf dem marcte lat [...] mist oder holtz ligen StRMünch 278,12; einen rechten myst an eyme eckehuͤse Pilgerf 10800

MWB 1 1486,20; Bearbeiterin: Baumgarte

eckel stM. ‘Stahl’ nâch lêr der meister wîsen / wart er [der Rammbock] beslagen mit îsen / und an dem orte über al / mit wehsem [scharfem] eckel unde stâl Ottok 31185; von dem hvndert echkels V pfenn[ing] UrbBayJ 480; wann man das wasser auf silber geusset, / so wirt es hertter an der frist / dann stachl oder ekchel ist Seifrit 4974; ErnstB 3676; Teichn 10,91. – auch für das Schwert: dâ liezen sie vil drâte / die liehten ekkel schînen. / den künic mit den sînen / valten sie mit swerten ErnstB 3443

MWB 1 1486,25; Bearbeiterin: Baumgarte

eckelîn stN. Dimin. zu ecke 1 ‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1 )
2 ‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4 )
3 Geländemerkmal (vgl. ecke 3 )
   1 ‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1): von dem schrenken komen ungleicheu und schilhendeu winkelein oder eklein [ angulos impares et obliquos ] KvMSph 29,9. 51,28    2 ‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4): und sament sich alliu eklein des widerprechends in ain dicke des scheins zuo ainem stuck ains kraizes BdN 98,20    3 Geländemerkmal (vgl. ecke 3): von sime guͦte, daz da lit hinder dem egglin UrkCorp (WMU) 1120,26

MWB 1 1486,36; Bearbeiterin: Baumgarte

eckeln swV. ‘stählen’ er meint sîn zunge. nû hüet iu / vor dem swert [...] / daz gehertet und geeckelt ist / mit valscheit und mit untriwen Ottok 77083

MWB 1 1486,46; Bearbeiterin: Baumgarte

1ecken swV. eine Reihe (z.T. okkasioneller?) verbaler Ableitungen zu → ecke 1 zu ecke 1.2 ‘schärfen’
2 zu ecke 2
2.1 ‘eckig machen’ (vgl. ecke 2.1 )
2.2 ‘jmdn. mit etw. Spitzem verletzen’ (vgl. ecke 2.2 )
   1 zu ecke 1.2 ‘schärfen’ keiner hande ecken / kan si [die Sinne] so scharf gesliͤfen / daz si da icht begriͤfen / waz mugen ader inphaen, / sint sich di sinne nahen / czu im [Christus] nicht mugn gemachen TvKulm 5088    2 zu ecke 2    2.1 ‘eckig machen’ (vgl. ecke 2.1): wanne under allen leiben, [...] ist die sinbel form aller uͤmbgreiffigst, als du maht versuchen an ainem wehseinem vazz, daz von ersten sinbel ist, ob du ez darnach ekest KvMSph 12,18    2.2 ‘jmdn. mit etw. Spitzem verletzen’ (vgl. ecke 2.2): do wart her [Christus] geecket an vumf hu [Hieben (5 Wunden Christi, vgl. Gl.z.St.)] Brun 1257

MWB 1 1486,49; Bearbeiterin: Baumgarte

2ecken swV. zu ecke 1 (Schärfe) oder von anderer Herkunft? (vgl. 2DWB 7:48,70ff. 2ecken). ‘stinken, unangenehm (beißend, scharf ?) riechen’ er hât ouch zwâr eins gîres muot, / dem der smac sô sanfte tuot, / der von den fûlen âsen ecket, / daz er in harte verre smecket LvRegSyon 2314. – wohl hierher (es geht um einen Backenzahn) oder ‘eckig oder spitz hervorstehen’ ( 1ecken): owe, truter man, / dir ecket lasterlich ein zan, / des dich nieman mac erliden Zahn 64

MWB 1 1486,63; Bearbeiterin: Baumgarte

ecker, ecker(e)n stM. ackeram

MWB 1 1487,9;

eckerich N. ackerach

MWB 1 1487,10;

eckerlîn stN. äckerlîn

MWB 1 1487,11;

eckern swV. ‘(Schweine) zur Mast mit Eicheln und Bucheckern in die Wälder treiben’ (vgl. ackeram): das ein iegelicher [...] burger oder inwoner zuͦ Sletzstatt die swine [...] mag slahen und eckeran StRSchlettst 7

MWB 1 1487,12; Bearbeiterin: Baumgarte

eckestein stM. ‘Eckstein’ (kantig gearbeiteter Stein für Gebäude- und Mauerecken, mit stützender oder strukturgebender Funktion): unt mûrit danne dar ûf. dar zû hôrit danne mortere unt vullesteine unt ekkesteine PrMd (J) 352,17; HvNstAp 11987. – übers. biblisches caput anguli und lapis angularis (vgl. Ps 117,22; Is 28,16; Mt 21,42; Eph 2,20; I Pt 2, 4.8) bzw. nimmt Bezug auf diese Stellen: den steyn den dy muwerere vorsmeten der ist gemachet czu eyme eckesteyne EvBerl 28,27; ich wil senken in di gruntvesten Syon eynen vorsucheten tuwirn ecksteyn, gevestet in di gruntvesten Cranc Jes 28,16. Jer 51,26. si [die Apostel] sint die zwelf eckesteine, die sante Iohannes in deme gotes rîche an der gruntueste der himelisscen Ierusalem geleit sach Spec 124,17; EnikWchr 12108; Tauler 95,32. – in bildl. Übertragung der Stützfunktion: alsô soltû fliehen ze einem eksteine, daz ist der almehtige got PrBerth 1:558,21; er [Roland] was ein rechter ecke stain, / want in wafen nehain / in der werlt nie geseret Rol 5175; her was [...]ein ekkestein der êren En 12621; aller tugend ein eckestein EbvErf 3247. – für die innere Ecke eines Bauwerks: dô nu der liehte morgen schein / in des sales eckestein Bit 9634

MWB 1 1487,17; Bearbeiterin: Baumgarte

eckewëc (?) stM. eggewëc

MWB 1 1487,42;

edekouwen swV. itekouwen

MWB 1 1487,43;

edel stN. durch Apokopierung mögliche Überschneidungen mit edele stF. ‘Adel, hohe Abstammung’ (vgl. adel ): an edel und an leybe / ist sy ain kunigin genoß HvNstAp 12922; du vellest wurtzen unde stam / des edels bernder fruͤchte Suchenw 6,39; Er 4455; diu geswister teilent niht mit im [dem Geistlichen bei der Erbschaft] daz varnde guot. wie vil er gülte sülle hân von geistlîcher gâbe, dâ sol man an des mannes edel sehen und an sîn êrbærkeit SpdtL 86,14. – edle innere Haltung (?) (vgl. edele 3.1): der lewe des zornz gar vergaz, / sin edel geriet im daz, / daz er ir [der Maus] vergap FabelCorp 3,28

MWB 1 1487,44; Bearbeiterin: Baumgarte

edelarm Adj. – überw. in der Verbindung von attr. edel mit subst. arm (vgl. z.B. Freid 40,16; RvEBarl 14453; Er 432 ). ‘von Geburt und/  oder innerer Haltung edel, aber arm’ du solt dich alle zîte / von herzen lân erbarmen / den frumen edelarmen, / der dîner helfe ruoche KvWPart 2888; aber nu ist manig edel arm mensche der dis nút enhet Tauler 31,8

MWB 1 1487,57; Bearbeiterin: Baumgarte

edelbrôt (?) stN. Lexemstatus unklar, attr. edele 2 (?). ‘feingemahlenes Brot, Weißbrot’ (vgl. schœneʒ brôt 1.2 und → derpbrôt , d.i. ‘ungesäuertes Brot’): da ist der aller peste wein / der auff erden mag gesein, / obs vil und edelprott: / da enleydet nieman hungers not HvNstAp 8872; Melchisadech, [...]der bracht in dem opfer sin / daz edel brot und och den win / dem patriarch Abraham KvHelmsd 1116

MWB 1 1488,1; Bearbeiterin: Baumgarte

edele Adj. 1 ‘adelig, von hoher Abstammung’ (auch von der göttlichen Abstammung Christi); übergehend zu ‘von hohem Rang, hoch angesehen’ (vgl. auch DRW 2,1190-93 und WMU 1,416f.; Lit. s. Ehrismann, Ehre und Mut, S. 64)
1.1 in der Anrede, auch übergehend zur höflichen Floskel
1.2 bezogen auf die legitime, eheliche Abstammung (vgl. auch adelkint )
1.3 typische Kollokationen sind vrî und rîche sowie hêr , das mit e. in allen Verwendungen kombiniert wird
2 von idealtypischer Beschaffenheit
3 bezogen auf Seelen- und Verstandeskräfte ‘edelmütig, untadelig, feinsinnig’ (s.a. TPMA 1,34-38)
3.1 ‘von edler, von ethischen Werten geleiteter, innere Haltung’
3.2 ~ sêle
3.3 ~ muot
3.4 ~ hërze , programmatische Wendung im Tr
   1 ‘adelig, von hoher Abstammung’ (auch von der göttlichen Abstammung Christi); übergehend zu ‘von hohem Rang, hoch angesehen’ (vgl. auch DRW 2,1190-93 und WMU 1,416f.; Lit. s. Ehrismann, Ehre und Mut, S. 64): ouch nante her in [er ihnen] daz sin lant / vnd sagete in daz sin geslechte: / daz was edile vnd mechtec Ägidius 604; einem edelme manne, hern Chvͦnen von Rv́milingen, eim rittere UrkCorp (WMU) 1783,45; daz sú nach edeler lúten sitte vnd reht lehen suln enpfahen vnd haben vnd ander belehennen nach lehens reht ebd. 2596,33 u.ö.; Parz 419,17; NibB 28,2. 103,2. 1806,2; also tet únser herre, do er wider siner edelen art in eime vihestalle also herte gebettet wart Mechth 5: 23,62; Galilea daz ist ein teil des lantes, da waren diu edeln geslæcht diu von Juda geborn waren PrOberalt 156,30; der in [den Amethyst] treit, der wirt geminnet von den edelen vrowen unte wirdet fersmahet von den diuwen [Mägden] PrüllS 12,3; dem erwærn vnd dem edeln herren, meinem liben herren dem apt von Alderspach UrkCorp (WMU) N267,39; dô was ze den selben stunden / ze Rôme ein vil rîcher man, / dâ von ich wol gesagen kan, / ein edel burgære Eracl 167; NibB 1036,4. daz er [der Adler] der edelst vogel sei und sei ain küng aller vogel BdN 166,7. wir wellen, liebiu swester [sagt Gunther] , tragen guot gewant. / daz sol helfen prüeven iuwer edeliu hant NibB 357,2    1.1 in der Anrede, auch übergehend zur höflichen Floskel: dir, edeler got, sich nie kein ding entseite SM: JvR 1: 3,13; o wol du keiser edele Rol 733; ir sult in lân genesen, / edeliu küneginne NibB 2355,2; nu zieren helde, edelen rittere von tivtscheme lande, gedenkent, dc vch der sige behalten ist UrkCorp (WMU) 93,19; edeler schribere ReinFu K,2203; waz nv, Agomennon, / vil edel richtere Herb 7731. 11533; ach edel vatter, heißet dißen ritter nit dot slagen! Lanc 399,1. ich gebiute dir, edeliu wurz verbena, in nomine patris et filii et spiritus sancti [...], daz dû neheine tugende in dirre erde verlâzest Barth 150,17    1.2 bezogen auf die legitime, eheliche Abstammung (vgl. auch adelkint ): bi miner devwe [Magd] ich in [Ismael] han / ich han lange gegert / [...] daz mir min wip Sâra / einen edelen sun gebare VMos 18,14; die bruder alle gemeine, / groz vnd kleine, / ez were der basthart / oder von der edeln art Herb 6730    1.3 typische Kollokationen sind vrî und rîche sowie hêr, das mit e. in allen Verwendungen kombiniert wird: – (vgl. edelvrîe ): vnd waͤz da gegenwertj der eͤdele vrige herre Walther von Esschi UrkCorp (WMU) 295,1; der ritter edel unde frî KvWWelt 242; vröw dich, vrowe, rein Marie, / edel vrowe, maget vrie MarlbRh 47,14; Gen 767; VMos 14,27; Mechth 2: 19,22. ein kvnic, der hiez Peleas, / edel vnde riche Herb 101; vil edel unde rîche / was er ie bî sînen tagen RvEBarl 5500; PrOberalt 83,32; UvZLanz 1392; Iw 3170. 3357. der ritter edel unde hêr KvWSchwanr 1590; er hiz werdin viurin eingili, / geisti heri joch vil edili SuTheol 38; martirære / edil unde here Hochz 1057; fröide ist also tiure / und als edel und so hêre SM:KvL 17: 4,2    2 von idealtypischer Beschaffenheit: lavf nach mir, ich laz dich sehen / edele [besonders hohe] sprvnge ReinFu K,347; Libanus der edil berch [der erhabene Berg] der bezêchenôt got TrudHL 88,22; uz dem vischære der nie von menschen lere puchstab gelerent, auz dem machet er [der Hl. Geist] einen edeln predigær PrOberalt 113,20. – ‘erlesen, kostbar’, oft von wertvollen Dingen und Tieren zur Repräsentation adeligen Reichtums: sie brâhten im [...] einen mantel alsô edele, / sô chunich under dieseme himele / von phelel noch von gimme / nie neheinen mohte gewinnen VAlex 629; im was sîn edel kocher vil guoter strâle vol NibB 956,2; der esterich der muose sîn / lûter von cristallen / und von edelen kôrallen UvZLanz 4122. 3896; Parz 790,19. ein hac, / des man mit edelen boumen pflac. / vîgen boum, grânât, / öle, wîn und ander rât, / des wuohs dâ ganziu rîcheit Parz 508,10. 483,17; SAlex 5250; eins edelen valken ougen brûn SM:Wi 9: 6,1; Eracl 4971; im Sprichw. (?): ie edeler hunt ie vester halsbant! Mechth 3: 1,173. – ‘von besonders hochwertiger Qualität’ vil der edelen spîse si von ir müede sciet NibB 37,2; merke daz boum ole, win, vnde honic, also uil si edeler sint, also uil sint si bezzer zu der ercenie SalArz 27,37; BdN 284,14; Barth 146,9; Iw 3475. – übertr.: ein hohes Gut bezeichnend ‘hochgeachtet, kostbar’ si gap ir edelen magetuom / und ir magtuomlîchen ruom / dem wîsen wîgande RvEAlex 18449; daz Cristus dye marter hat geleden [...] und gegossen sin edele blut vil tuͤre MarSp 462. – ‘hervorgehoben, außergewöhnlich’ ich vroͤwe mich des, das du komen wilt in also edeler wise, das ein magt din muͦter wesen sol Mechth 5: 23,16; der slange wart verwandelôt / in eine gerte, [...] / daz was ein zeichen edele Exod 718. vnde mugent ir [der Edelsteine] die swin doch deheinen nuz haben, wen si wissent der edelen tugent [besonderen Eigenschaften] niht, die an den steinen ligent Lucid 76,3; der stern hât aht edel aigenchait BdN 62,26. – in Reihung mit anderen Adj. (oder Komposita ?): edil groze pfert MarcoPolo 12,5; nu zogt ûz, ritter edel guot UvLFrd 82,11; edel rîch gesteine KLD:WvB 3:2,12; ein edel süeze wîp Er 4176    3 bezogen auf Seelen- und Verstandeskräfte ‘edelmütig, untadelig, feinsinnig’ (s.a. TPMA 1,34-38)    3.1 ‘von edler, von ethischen Werten geleiteter, innere Haltung’ – in Bezug gesetzt zu adeliger Abstammung: er sî eigen oder vrî / der von geburt niht edel sî / der sol sich edel machen / mit tugentlîchen sachen Freid 54,9; hie bî möht ir merken wol / daz niemen edel heizen sol / niwan der der rehte tuot WälGa 3902. 3924; ûf disem huse [...] ein brûdir was / [...] / edil an geburt irkant, / noch edilre an mûte NvJer 13184; Helmbr 501; RvZw 81,8; Mechth 3: 24,14. – in Bezug auf tugent: sol ich den edel heizen / der niender tugende pfligt? KLD:Kzl 1: 2,11; ein Hademar / an tvgenden auh edel gar StiftZwettl 11; Herb 166. – ‘feinsinnig’ (s.u. 3.4): der edele senedære / der minnet senediu mære Tr 121; swem ist mit edlem [s.o. 2 ] sange wol, / des herze ist vol gar edler sinne SM: Had 8: 3,1    3.2 ~ sêle: die mit in selben fehtent daz si sich unrehtes geloubent, / daz sint chunige an der sêle edele Gen 2901; also er da ze Ierusalem die êdelin herren sluͦch, sâm derbit ubirâzze unde ubirtrunchenheit ûnser edele sêle Spec 40,14; Will 103,6; Eckh 5: 119,5; Mechth 1: 22,47. 5: 23,71    3.3 ~ muot: an der an gebornen wât, / diu von des herzen kamere gât, / die si dâ heizent edelen muot Tr 4995. 201; milte zieret edeln muot KvWLd 18,1; KvWTurn 80. 69; KvWHerzm 558; KvWHvK 96    3.4 ~ hërze, programmatische Wendung im Tr : ich hân mir eine unmüezekeit / der werlt ze liebe vür geleit / und edelen herzen zeiner hage, / den herzen, den ich herze trage Tr 47; ir triuwe, ir triuwen reinekeit, / ir herzeliep, ir herzeleit, / deist aller edelen herzen brôt ebd. 233. 1074 u.ö. wîplîch güete, schœne und êre, / dâ bî reinen muot, / diz gewant treit diu vil hêre; / daz ir edelem herzen sanfte tuot KLD:GvN 38: 1,8; der junge reine gotes kneht, / begie dô sîner zühte reht, / als ie diu edeln herzen tuont RvEBarl 13381; KvWHerzm 588; Mügeln 55,10. 55,14; Lanc 488,15

MWB 1 1488,10; Bearbeiterin: Baumgarte

edele stF. durch Apokopierung mögliche Überschneidungen mit edel stN. 1 ‘adelige Abstammung, Zugehörigkeit zu einem angesehenen Geschlecht’ (vgl. edele Adj. 1 )
2 ‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen’
   1 ‘adelige Abstammung, Zugehörigkeit zu einem angesehenen Geschlecht’ (vgl. edele Adj. 1): ir waz vil, die sine genoz / wol an der edel hiezen. / ich beginne iu noch entsliezen / ir namen und ir witiu lant Rennew 21757; diu edele ist ein hôher nam; / wol im, der si behaltet sunder lasterlîche scham RvZw 79,1; ime got mit gewalte / hête behalten / edele und urîtuͦm Exod 1219. – ‘edle Art, Gattung’ dem leibe er ez [die duftende Pflanze] nahen leit, / durch seine edel er ez treit, / daz gut smac von im ge, / swa er sitze oder ste Warnung 1944; des vunftin dagis beginnint sich leichin / an den veldin daz gevugele, / iegelichis nach siner edile LAntichr 902 (vgl. Petrus Damiani: omnia volatilia celi contionabuntur in campis, unumquodque genus in ordine suo [FünfzZeich Einl. S. 62]); Kchr 5782    2 ‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen’ dô der bœse engel mit sînen genôzen geviel von der übermüete die er hête von sîner edel DvASchr 380,39; dar ane [durch die Gott nachgebildeten Verstandeskräfte] ist der mensche vor aller der welte creaturen geedelt an der sele vnde sol ŏch her nach geedilt werden an deme libe, ob si ir edele niht ze vnwerde verswechet mit den sv́nden DvAStaff 476

MWB 1 1490,31; Bearbeiterin: Baumgarte