Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   erdarben - ërdeslunt    


erdarben swV. 1 ‘etw. entbehren’
2 ‘Mangel leiden; hinschwinden’
   1 ‘etw. entbehren’ swaz an im was ervollet / dâ vor mit guoter spîse, / daz hete nu der wîse / und der vil sælden rîche / erdarbet jâmerlîche KvWPart 592    2 ‘Mangel leiden; hinschwinden’ swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter lie Seuse 273,31; der usser mensch des kúnges, der da an dem krúz erdarbete ebd. 368,12. 441,20; und nement war, wie schier verblichen, erdorret und erdarbet ist der bluͦme ebd. 212,2

MWB 1 1832,3; Bearbeiter: Tao

ërde stswF. s. a. ere stF. 1 ‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’ , besonders in den Wendungen ûf (der) erde(n), hie in erde (enerde)
2 ‘Erdboden, fester Boden’ , auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw. verborgen ist’
2.1 allg.
2.2 mit Präp.
2.3 in präp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebäude zuo der erde, ûf die erde brechen (slahen) ‘dem Erdboden gleichmachen’
3 ‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser)
4 ‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’
5 ‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstück’
6 ‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’
7 ‘Erde, Lehm, Staub’
8 die Erde als jungfräuliche Mutter Adams
9 ‘Erde’ als eines der vier Elemente
10 im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’
   1 ‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’, besonders in den Wendungen ûf (der) erde(n), hie in erde (enerde): wan sich gesament ûf der erde / bî niemens zîten anderswâ / sô manec guot ritter alsô dâ Iw 40; in wirde niemer wîp / ûf erde decheines man, / wan den ich umbevangen hân Parz 199,27; ûf erde niht sô guotes was, / der helm, von arde ein adamas / dicke unde herte ebd. 53,3; SM:Tu 2: 7,4; solt ieman ûf der erden / von triuwen halben werden / künic oder künigîn Tr 1811; Rennew 2028; in lüften noch ûf erde noch in allen grüenen ouwen Walth 27,19; dû brinnend minne über elliu lant, / ez wart bekant / nie lieberz ûf der erde LobGesMar 64,4. dô er [Gott] mensche hie enerde was Aneg 2153; Walth 11,18; KvFuss 796; wâne ich und dîn muoter jouch dîne bruoder / noch hie in erde dîn durftig werden? Gen 1770; dô diu gotinne Pallas / rîchsete hie en erde Er 8204. – dem Himmel entgegengesetzt: dâ ze himel ist niemen gar / ê ouch der lîp chumet dar, / der dannoch hie enerde ist Aneg 2170; daz ez ie wurde gesungen / in stimmen oder von zungen / ûz allen ordenungen / ze himel und ûf der erde Walth 7,31; swer ûf der erde rehte tuot, / daz dunket ouch ze himele guot Freid 31,24; swaz iender lebe / enzwischen himel und erden, / der aller leben ist dir bekant LobGesMar 71,7. 72,4. kint der ~ : dien gotes minne vrömde sint, / [...] diu selben kint / diu heizent kint der erde. / die aber gotes minne hant, / diu kint sint gotes kint genant LobGesMar 3,4. – bildl.: diu geburt [Christi] was wunterlich, / [...] duo trante sih der alte strit, / der himel was ze der erde gehit VEzzo 170; und der hailige adem entswebete ir [Maria] den lichnamen / von den vuozen unze an den wirbel, do gihite der himel zuo der erde AvaLJ 7,3    2 ‘Erdboden, fester Boden’, auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw. verborgen ist’    2.1 allg.: diu erde erbibete uberal VAlex 108; AvaJG 10,1; die erde inslôz sich, dâ die nagele lâgin PrMd (J) 346,7; vnde ob du unrechte sweris, daz dich di erde virslinde ErfJud 5; daz dû mich niht verslindes – / ich meine dich, breitiu erde –, / daz ich bezîte werde / dir gelîch: ich kom von dir Wh 60,29; HvNstGZ 7445; sô wê im, der den werden fürsten habe erslagen / von Kölne! ôwê, daz in diu erde mac getragen! Walth 85,11; UvLFrb 214; EckenlE2 143,12; des morgens [...] sô mac er ir [der Ehefrau] gegeben [...] einen kneht und eine maget [...] unde ziune unde gezimber ob der erde. und als ir man stirbet, sô sol si daz ertrîche [das Grundstück, auf dem das zur Morgengabe gehörige Gebäude steht] rûmen inner sehs wochen [...] unde sol ez alsô rûmen daz si die erde niht verwunde [aufgrabe] SpdtL 95,14 (vgl. SSp (W) 1:20,2 ).    2.2 mit Präp. an: von dem bette sie dô gienk / nider an die erden En 1361; der gote werde boug sich unz an die erde Gen 873; unde zu iklichem male spi her an di erde Macer 52,13; do screip der gotes werde mit den vingeren an der erde AvaLJ 113,4. in: so grebet denne diu asida [der Strauß] in die erde unde berichet diu eier mit dem sante JPhys 24,9; daz selbe vaz solt dv begrabin in der erde nivn tage Ipocr 311. 316; umbe solich gût, da mich dirrer man umbe hat beclaget, daz enweiz ich noch enhan es nit noch [...] in erden verborgen noh in muren vermuret PfJud 14. gegen: der zügel gein der erden seic Parz 445,14. obe: sam die buhile obe der erde Gen 2959. ûf: daz ich ûf der erde gelac Iw 652; so nemach niwiht des gestan, des uf der erde sol gan AvaJG 10,3; zu beiden sîten sich erbôt [erstreckte] / der mantel ab dem pferde / vaste hin ûf die erde HvFreibTr 4498. under: mir wâre lieber unter der erde denne er in deme âmer irsterbe Gen 2406; unde der dracho uuiret [wird] so vorhtal, daz er liget, alsor tot si, under der erdo ÄPhys 2,10. von: dô sah er eine leiteren fon der erde in den himel gên Gen 1240. zuo: jmdn. zuo der erde werfen VAlex 543; slahen ebd. 1266; stechen En 7537; si hânt ir schildes breite / nâch jâmers geleite / zer erden gekêret [als Zeichen der Trauer] Parz 92,3; dô seic si zuo der erden, daz si niht ensprach NibB 1009,1; Iw 3942; der helt lussam / zû der erden bequam [zu Boden fiel] En 7836; dô half der mâre wîgant / der frouwen zû der erden [half ihr absteigen] ebd. 1831. ob erde unde under erde u.ä., formelhaft in Urkunden: den maierhof vnde zw hvbe fvr ein frîges eigen in holz vnde in velde, an wisen vnde an akkern, gesvͦchet vnde vngesvͦchet, ob erde vnde vnder erde, mit allen den vallen vnde dem rechte, daz ze dem selben gvͦte horet UrkCorp 1803,41. 2050,9. 2333,37; UrkHohenz 3,174 (a. 1348)    2.3 in präp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebäude zuo der erde, ûf die erde brechen (slahen) ‘dem Erdboden gleichmachen’ dâ brâchen sie die besten mûre zû der erde, / diu der ie dehein solte werden VAlex 917; oder man breche in div hævser avf di erde UrkCorp (WMU) 1209,28. 615,7; er sol die burg vf die erde brechen SchwSp 114a; wand er si [Burgen] ûf die erde brach / und vertilgte si sô gar Ottok 11720; daz hus [...] sol man vf die erde slahen SchwSp 115a. zuo der erde(n) erbeizen, getreten, komen: ‘vom Pferd absteigen’ do erbeizte zuo der erden vil manic ritter gemeit NibB 1527,4; do rebeizte der werde / nider zuo der erde Parz 516,26; zu der erde si chomen baide Rol 8917; unz er getrat ze der erde StrDan 7267. under die erde gân, komen ‘sterben’ nv mvz ich vnder die erden gan / oder ich gereche minen haz Herb 5205; ich weiz wol daz niht bejaget / min clage daz er lebende werde, / swer kumet under die erde, / daz nymmer me der erstat / biz daz diu welt gar zergat Rennew 25746. – jmdn. (zuo) der erde bevelhen/  enphelhen, (zuo) der erde(n) bestaten, zuo/  in der erde begraben: dô man den ritter werde / bevolhen hât der erde UvTürhTr 3300; Ottok 1216; der nam den heiligin lîchamin unt bivalch in zû der erdin PrMd (J) 349,31; vnd suln mich fuͤrn hinz Reͣun vnd da der erden bestatten UrkCorp (WMU) 3229,40; sîn hôchgeborne lîch / wurd nâch sîner werde / bestatet zuo der erde Ottok 22083; do liez er sinen lichnamen zuo der erde begraben AvaLJ 159,2; sol ez iemer dâ zuo komen, / [...] daz triuwe und êre werde / begraben in der erde, / sô ligent si beidiu hie begraben Tr 18658. – jmdn. in/  under die erde legen ‘begraben’ si legent dich under di erde Glaub 2525; daz in deheine phaffen / getorsten gelegen niht / in die erd, als man noch siht, / die dâ hânt verdient den ban Ottok 16994; ‘töten’ ern müez iwer man werden, / od ich legen under di erden StrKarl 2348; daz ouch ich in die erd / geleget wird in kurzer frist Ottok 46828    3 ‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser): gêt an die erde unde îlet daz ûwer vile werde Gen 713; er wolte mere unt erde / cinshapht bringen, / unter des kaiseres uanen dingen Rol 3694; êr ir komet zer erden / jenehalp uber mere En 3708; ir [Frau Minne] sît gewaldec ob der wer. / bêde ûf erde unt in dem mer / waz entrinnet iwerm kriege [...] ? Parz 293,2; zweier krône rîcheit / stêt vorhteclîche in sîner pflege / ûf dem wazzer und der erden wege ebd. 328,8; dich minnet erde und ouch daz mer, / viur, luft und ouch die winde LobGesMar 61,9; ein michel her / nâch ir füeren solte erde unde mer [zu Lande und zu Wasser, über Land und Meer] Kudr 594,2; vil suͤzer reiner spise gnuͦc, / swaz daz wazzer und die erde truͦc Rennew 3334    4 ‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’ sus reit er mit den werden / sîns lands und anderr erden Parz 280,6; swaz er gesach der werden / ûf kristenlîcher erden, / ez wære magt wîp oder man, / der ist iu hie vil undertân ebd. 659,12; Wh 313,24; daz si den gotes werden fuorten widere in die israhelisken erde AvaLJ 35,7; erslehes du Rolanten, / [...] elliu palwischiu erde / si iemir din aigen Rol 3678; thaberiske erde / han ich hie mit gewunnin, / cinsis bedwungin ebd. 3734; tiuscher erde Parz 4,29; StrAmis 1732; rœmischer erden Wh 225,16; über al kriechische erden / ist kein sô rîche bistuom StrAmis 1656; sît mîn sündic ouge siht / daz hêre lant und ouch die erde [gemeint: Palästina] Walth 15,1    5 ‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstück’ mit der breidin erdin / musten [ muste in (den Vasallen)] gelonet werden Roth 4857; er gap in ze eigen dâ zehant / daz breite geriute, / die erde und die liute AHeinr 1444; wir [...] sein gewert des selben guͦtes baidev mit beraitem silber vnd ouch mit gulte vf der erden UrkCorp (WMU) N367,7; daz si dar vmb solden chouffen ainen weingarten oder ain ander erte ze ainem ewigen selgeret UrkHeil 2,104 (a. 1324). – als Flächenmaß: tria jugera, quae fuerunt vulgariter dicta ein erde DRW 3,166 (Würdtwein, DioecMogunt; a. 1311)    6 ‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’ ebehoͮe [Efeu] , daz an der erde wahsset Ipocr 7; er hiez die erde allez daz neren / mit dem wuochere unde si bâre Gen 82; dô besaz [ruhte] diu erda, dâ newolt nieht ane werden ebd. 800. 2115; die bârigin erde ebd. 2837; ube diu erde wurt umbâre / unte lange lâge wuoste ebd. 2606; von erden fruht Adâm genas Parz 464,11; dâ honiget diu tanne, / dâ balsemet der scherlinc, / der nezzelen ursprinc / der rôset ob der erden Tr 17985; Rennew 3334 (s. u. 3)    7 ‘Erde, Lehm, Staub’ uber dîne brust solt tû gên, die erde muost tû ezzen Gen 407; ir scult iz [ gebeine ] mit iu fuoren, heime mit erde bitrôrin ebd. 3032. 1703. 2526; sine speichelen er nam, / dar zuo nam er erde, er temperote si werde AvaLJ 92,2; der [Löwe] kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw 6748; in eime gademe, daz was von erden gemachet HvFritzlHl 244,17; so bewillet si [der Fuchs] sich in der roten erde und ligit also si tôt si noch neâtemot nieht JPhys 15,3; MillPhys 108,3. – als Stoff, aus dem Gott den Menschen erschaffen hat: ûz hertem leime tet er gebeine, / ûz brôder erde hiez er daz fleisk werden, / ûz letten deme zâhen machôt er die âdare Gen 196; wie die roten erde got hiez lebentich werden / mit sinem adem den er in in begunde blasen GenM 7,18 Bildüberschrift; sît daz Adâm von dîner hant / gebildet wart von erden LobGesMar 69,10; nâch unser bêder lebtagen / wirt er mir aber sô gelîch: / ich vil arm und er rîch / geligen bêd in einem wert, / gelîch der ungetânen ert Helbl 8,700. der erden ze teile werden, ein erde, zu erde werden: sô mûst dû der erden / hie ze teile werden, / dîn fleisch und dîn gebeine En 12039; der lîp wirt ein erde / und lît dan unwerde / unz an die jungesten zît RvEBarl 3297; wirde ich wider danne zu erde, / so hat diu sele doch gemach Rennew 2182; Unverzagt 1:8,5    8 die Erde als jungfräuliche Mutter Adams: diu erde ist verflûchet diu ê was rein unt maget, / diu [...] dînes bruoderes [Abels] bluot hât verslunten Gen 637; und unser vater Âdâm, / diu erde in magetlîche gewan Kchr 9557. 9568; diu erde Adâmes muoter was: / von erden fruht Adâm genas. / dannoch was diu erde ein magt Parz 464,11; unde erkenne wol dâ bî / daz unverwert diu erde was / dô si des menschen êrst genas / und drûz Adam gebildet wart. [...] si was ein maget dannoch, / wan kein schrunde noch kein loch / dar în von starkem bûwe gie / und was dar ûz kein dorn nie / gewahsen noch gegangen. / ouch was sie dem slangen / dannoch zeim ezzen niht gegeben, / der sît ir gnâden muoste leben / und mit ir wart gespîset hie. / ouch was dar în begraben nie / kein tôter mensche dannoch KvWSilv 3471. 3466; VMos 10,26; Aneg 1572; Freid 7,10; Pass III 79,2; Martina 117,65. 119,17    9 ‘Erde’ als eines der vier Elemente: der iunger sprach: wele warent die uier elementa? do sprach der meister: daz waz daz fúr vnde daz wasser vnde der lufth vnde die erde Lucid 6,3; SalArz 1,6; BdN 68,28; der al die crêatiure / geschuof, daz wazzer und daz viure, / dar zuo den luft unt die erden Wh 215,13; OvBaierl 2,1; HvNstGZ 14; die erde, das vierde elementum, ist kelder unde trokener nature Macer Prosavorr. 10; ein igelich mensch der ist geschaffen ûz den vier elementis: ûz der erde, von dem lufte, von dem wazer, von dem fiure Barth 127,25; melancolici. die artent nach der erden, unde sint sorghaft, gerne truric, gitic unde habende, ungetruwe, zahe unde swarzir varwe MNat 1,18    10 im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’ dise welt ist sinewel vnde ist vnbeslozen mit dem wendelmer. da inne suebet die erde alse der duter in dem wisem des eiges Lucid 17,8; MNat 1,24; wan diu erde ist rehte geschaffen alse ein bal PrBerth 1:392,22; diu [Erde] ist kugeleht MNat 1,2; [Gott] vmbekreizet himel vnde erden Pilatus 1,47; si jehent, der himele der sîn drî / und diu erde mitten drinne sî. / deist ein michel wunder, / daz himel ist obe und under, / und doch diu erde stille stât, / sô der himel umbe gât Freid 11,5-10. – als Schöpfung Gottes: er begunde scaffen, himel unde erde machen Gen 49; got, der scephære ist himels unde der erde Spec 99,31; uon deme lebendingen gote, / der himel unde erde / uon nichte hieze gewerden Rol 715; got himel und erden umberinc / geschuof und dar in alliu dinc Freid 6,1

MWB 1 1832,14; Bearbeiter: Tao

ërde- s. a. → ërt-

MWB 1 1836,22;

ërdec Adj. ‘irdisch’ also sundic und als erdic / ich waz vons vleisches brode HeslApk 9366; al were daz vleisch erdic / daz im von Marien quam ebd. 9802

MWB 1 1836,23; Bearbeiter: Tao

erdecken swV. refl. ‘sich aufdecken’ alle di diser blosheit nit war nement, daz sich diser verborgen grunt nút mag erdecken noch erbilden, di sint alle kúchin dirnen, und den ist dis joch bitter Tauler 26,21

MWB 1 1836,27; Bearbeiter: Tao

ërdelîn stN. ‘Plätzchen’ (?): ez ist weder mer noch myn / sam drey die ain mantel han. / dw zwen dw ziehent hin und dan; / der dritt der in der mitt leit / der hat da mit chain streit, / und wirt sein dennoch paz gephlegen / denn dw ausen sein gelegen, / dw da ziehent uber nacht. / daz ist recht zu geleicher acht / dem chellner und dem herren sein: / dew muezzen an dem ertlein [Laa. oͤrt(e)lein, ortlin ] / sorgenthalben ligen staet. / yeder man sein sorgen laet; / nur dw zwen muͤzzent sorgen, / wie sew ez auz gewinn und porgen / dez dw andern muezzen leben Teichn 181,16

MWB 1 1836,32; Bearbeiter: Tao

erdempfen swV. ‘jmdn. ersticken’ sîner heizen flammen tigel / wolte uns hân mit rouche erdemphet KvWLd 1,59

MWB 1 1836,44; Bearbeiter: Tao

erdempfunge stF. ‘das Ersticken’ suffocatio: erdempfunga SummHeinr 2:490,01.88

MWB 1 1836,47; Bearbeiter: Tao

ërden swV. ‘zu Erde werden’ daz ouch daz vleisch vorwerdet, / daz in der erden erdet HeslApk 2520 als min vleisch irpinet, / daz hir noch erden erdet / und wider zu erden werdet ebd. 3385. 10434. 12038. 16086

MWB 1 1836,49; Bearbeiter: Tao

ërden-, ërtmëʒʒer stM. s.a. wërltmëʒʒer . ‘einer, der die Erde, die Welt misst, Geometer’ geometer: erdmesser VocOpt 38.019; [Berechnung des Erdumfangs:] darnach ge der erdenmezzer [ cosmometra ] gerihts von mittemtag gegen dem himelwagen [von Süden nach Norden] also lang, piz daz [...]. darnach mezze er seinen wek, den er uͤbergangen hat KvMSph 18,19

MWB 1 1836,54; Bearbeiter: Tao

ërden-, ërtvruht stF. ‘Frucht, die die Erde hervorbringt’ ez solte in harte wol irgan / mit allerleie erden fruht, / swanne sie mit erlicher zuht / den apgot erten hie mite Vät 6803; der den [Edelstein] pei dem herzen tregt, den macht er sicher und senftigt urleug oder krieg, und twingt den häuschricken [...] und den schaurn und die pœsen wint von den erdfrüchten BdN 446,12

MWB 1 1836,62; Bearbeiter: Tao

ërdenbodem stM. ërtbodem

MWB 1 1837,6;

ërdenbû stM. oder stN. ‘Landbau’ in dem puch Virgily, daz er macht von dem erdenpaue, do er lert seen pon und hirs und ander getraid in dem lentzen, so deu sunne in dem ohsen ist KvMSph 34,4. 45,27

MWB 1 1837,7; Bearbeiter: Tao

erdenen swV. 1 ‘(aus)dehnen, spannen’
2 ‘etw. (Schwert) zum Schlag erheben; (zu einem Schlag) ausholen’
   1 ‘(aus)dehnen, spannen’ – ‘etw. (den Bogen) spannen’ er erdenet, spannit [ intendit ] bogen sinen, unze si unchreftich werden, ersiechen PsWindb 57,8; swer den bogen gespannen siht, / der senewen er der slehte giht, / man welle si zer biuge erdenen / sô si den schuz muoz menen Parz 241,19. – ‘etw. ausdehnen’, bildl.: dô elliu girde erdenet was in sîneme âmer [im Verlangen nach ihm] TrudHL 73,13. – ‘jmdn. dehnen’ sumeliche wart erdenen [auftreiben] / die gicht oder ein ander sucht, / daran si [...] mit harte quelender not / zu iungest namen iren tot Pass III 60,54; er [ein Mensch mit einer losen Zunge] muz mit leide sin erdent [wie auf einer Folterbank?] , / vnz daz im gots gute / bevestent sin gemute / an der zvngen reinicheit Pass I/II 117,24    2 ‘etw. (Schwert) zum Schlag erheben; (zu einem Schlag) ausholen’ mit macht erdende hey syn swert / ind gaff dem konynge eynen slach KarlGalie 13137. 5732. 13163; MorantGalie 4364; ind als der schencke do gesach / dat der slag so styve / erdenet was zo syme lyve / so zuckte hey do achter wert KarlGalie 5340; dô erdente balde genuoc / den dritten slac her Dietrich Bit 8060

MWB 1 1837,12; Bearbeiter: Tao

erdenken swV. 1 ‘(sich) etw. ausdenken, etw. ersinnen’
1.1 allgemein
1.2 bezogen auf Dingliches
1.3 mit pejorativem Nebensinn des Unwahren
1.4 ‘sich etw. vorstellen’
1.5 ‘etw. (Neues) erfinden, hervorbringen’ , auch ‘jmdn./etw. erschaffen’
2 ‘etw. ausdenken und ausführen’
3 ‘etw. verstehen, ergründen, herausfinden’
4 ‘auf den Gedanken an etw. kommen, an etw. denken’
5 ‘an etw. zurückdenken, sich an etw. erinnern’
6 ‘etw. bedenken, überlegen’
7 ‘etw. beschließen, sich zu etw. entschließen’
8 ‘jmdm. etw. zudenken, etw. für jmdn./etw. bestimmen’
   1 ‘(sich) etw. ausdenken, etw. ersinnen’    1.1 allgemein: einen list er erdâhte, / den er ouch vollebrâhte UvZLanz (K) 5651; RvEBarl 1069; durch dise vorhte dâhten sie / mit vil manigen listen, wie / sie der witze erdæhten sô, / daz der künec belibe alvrô / gewonlîch zem opher dâ ebd. 11347; durch elliu diu wiͤcze [Peinigungen] , der der tiufel vnd siniu chint mohten erdenchen, durch diu not alle entwichen si niht Konr 19,59; den salm [Lobgesang Simeons, vgl. Lc 2,29ff.] er dâ niuwen sanc, / [...] iedoch erdâhte er des eine niht. / der heilige geist hæte die phliht, / der im die wîsheit în stiez / und in im ze êren sprechen hiez KvHeimUrst 2113; Pilatus 1,138. – unsicher, ob hierher oder zu 7: waz si [die Bürger] gesetzt erdenken kuͤnnen und muͤgen, di redlich sein, di [durch die] uns und des richs stat ze Ulme und ouch in da von frid, zuͦht und gnade komen mag, daz si daz wol tun sullen und muͤgen MGHConst 8:401,6 (a. 1347); eine gewonheit was alhie, / [...] swer da schifbruche wart, / [der wurde zum Sklaven des Landesherrn gemacht] . dit recht alda was erdacht Pass I/II 269,18. – refl.: diu frouwe enwesse rehte, wie / daz si ir den list erdæhte / unde in von dem willen bræhte Parz 126,17; Ottok 3765; wand er sich darûf het geflizzen, / wie er im des erdæhte, / dâmit er ze guote bræhte / die vîntschaft und den haz ebd. 3499. – Part.-Adj.: daz ir mîn ze meister gert, / daz ist ein erdâhter spot Greg 3541    1.2 bezogen auf Dingliches: mit grozzen sinnen / wart daz werc [das Trojanische Pferd] vollenbracht, / als er [Crises] vor hette erdacht Herb 15933; alles des werkes, des ieman / ze gesæze [Belagerung] erdenken kunde, / daz man des dâ begunde, / doch ez lützel töhte UvZLanz (K) 6791; den estrîch muoz ich iu lobn: / von jaspis, von crisolte, / von sardîn, als er wolte, / Clinschor, der des erdâhte Parz 566,23; dô kôs man ûf dem gevilde / manec zimier wilde, / der diu rîterschaft erdâhte Wh 29,29; vnd nach dirre manunge erdenke auch ander spise BvgSp 29; erdachte [auserlesene] speis HvBurg 143    1.3 mit pejorativem Nebensinn des Unwahren: nu ist leider in disen zîten / ein gewoneheit wîten: / manege erdenchent in lugene / unt vuogent si zesamene / mit scophelîchen worten Kchr 29; TrSilv 19; WernhMl 9039; ditz reht hân ich niht erdâht; / ez habent die künige an uns brâht / mit wîser meister lêre SpdtL 77,11; ist diu lêre von gote brâht / oder hâstû es erdâht / und ander die genôze dîn? RvEBarl 5314; der arge tuvel Satanas / des guͦten mannes selde neit / und irdahte ein trugeheit Vät 5090. – Part.-Adj.: das enkain alter noch erdahtiu akust dis dinc [die rechtl. Vereinbarung] in zwivel ziehe UrkCorp (WMU) 1870,30; im was um die von herzen leit, / die durh erdâhte [eingebildete] frîheit / liezen ir guot êrstez leben LvRegFr 3691. – mit Präp. ûf zur Angabe der Absicht, des Ziels: vnd wissent, dc si diz dar vf irdaht hant, zi wendenne vns helfe vnd gvnst der stette vnd der lantlivte, dc doch niht mag gesin, wand si vnser warheit wol bevunden hant UrkCorp N2A,18. ûf jmdn. etw. ~ ‘jmdm. etw. andichten’ dar umb erdachtent sú vil lúgen / wie sú mit allen valschen zúgen / irn willen volbræchtint / und sache uf in [Jesus] erdæchtint / an den er schuldig soͤlte sin / und da von liden todes pin WernhMl 9042    1.4 ‘sich etw. vorstellen’ ougen wunne, herzen spil, / swes ein herze erdenken unde erwünschen wil, / des hât guoter wîbe güete vil KLD:UvL 22: 2,6; [Pallas:] swaz man ouch hôher witze kan / ertrahten und erdenken, / daz muoz ich allez schenken / ûz mîner gnâden vazze, / dâ von dû niht enhazze, / ob mir der apfel wol gezeme KvWTroj 1965; von aller der wirtschaft / der iemen kan erdenken Flore (S) 7591; daz ist der beste wîstuom / des wir mugen erdenchen Wernh 1627; daz allerbœste [...] des iuwer herze erdenken kan Iw 841; zv paradise han aber ich / michels mere wunne, / danne man irdenken kvnne ReinFu K,900    1.5 ‘etw. (Neues) erfinden, hervorbringen’, auch ‘jmdn./etw. erschaffen’ ein stat heizet Persidâ, / dâ êrste zouber wart erdâht Parz 657,29; in sîme lande man noch weiz / daz pusînen dâ wart erdâht Wh 360,11; kunig Davit [...], / der vor der alten Troige / herdacht das erste seitenspil SalMor 468,6; ir habt rechte vernomen / wanne di tavelrunde ist komen: / ir erdacht Appolonius / mit diser messeney suß HvNstAp 18765. 18777; wær zuht und êr der minne slac, / sô wære erdâht nie minne KLD:Kzl 17: 3,4. die selben nôtgestallen / von gedanken muosen vallen: / got enliez si niht zen werken komen [...]. / dar umbe des mennischen wart erdâht Wh 308,13; wen du [Jesus Christus] noch [= nâch ] dines willen mugent / alle geschefnis irdachtes [ creasti omnia, Apc 4,11] / und ie die werk volbrachtes, / und sin in diner vater craft / na dinem willen geschaft HeslApk 8983    2 ‘etw. ausdenken und ausführen’ her vmbe was sin gedanc / manigen kvrtzen tag vil lanc, / wie er daz erdechte, / daz ern zvme tode brechte Herb 185; daz er des rât nême dô / mit dem keiser Friderîche, / [...] wie man daz erdêhte, / daz man zu grabe brêhte / die tôten Kreuzf 4603    3 ‘etw. verstehen, ergründen, herausfinden’ diz vliegende bîspel / ist tumben liuten gar ze snel, / sine mugens niht erdenken: / wand ez kan vor in wenken / rehte alsam ein schellec hase Parz 1,17; got ist güt also vol / das sein güt niemant mag / erdenkchen uncz anden leczten tag Märt 14547; erdenken noch ervinden / mac unser deheiner wer daz [der angekommene Ritter] sî Wh 128,6    4 ‘auf den Gedanken an etw. kommen, an etw. denken’ do irdahten si ein lant, / daz was Pontus genant / uon Rome harte uerre Pilatus 2,331; Antenor hete ouch erdach [l. erdacht ] , / daz an den vorderen tagen / sin son Glancus was erslagen Herb 15362; wie megt ir des erdenken, / daz ir gein sîner swester suon / solch ungenâde wellet tuon? Parz 684,2; het ir selbe vrâgens niht erdâht, / nimmer wært irs innen brâht / von mir, waz hie mæres ist ebd. 559,27; daz ich den tôt / habe mir darumbe erdâht SM:Gl 1: 3,6    5 ‘an etw. zurückdenken, sich an etw. erinnern’ sô si dâ getrinken [vom Fluss Oblîvîô ] , / sone kunnen sie gedenken [La. erdenken ] / der dinge neheine, / [...] der in geschehen was dâ bevoren: / die gedanke habent sie verloren En 3162; got weiz wol, ich erdenkez nît, / daz ich ie icht getête / des sie billîche zorn hête Eilh (L) 2924    6 ‘etw. bedenken, überlegen’ der sehste [Lehrer] [...] lartin ze dinge sitzen / und lartin, wî er daz irdêhte, / wî er von dem unrehten beschiede daz rehte SAlex 247; Agomennon erdachte zv hant, / wer zv boten dar gezam Herb 13862 (oder zu 7?); swer der ist der nach richtum wirvet, dez hertz hat manige stund erdenchet tag und naht wie er iht gewinne mit reht PrOberalt 51,10; dô sazter die glævîn / vorn ûf des satels vilzelîn, / des Gâwân vor het erdâht Parz 537,7; Artûs was frouwen milte: / sölher gâbe in niht bevilte. / des was mit râte vor erdâht ebd. 730,13    7 ‘etw. beschließen, sich zu etw. entschließen’ ich wil und hân mir des erdâht, / daz ich manege unkunde nôt / Arâbeln gæbe und smæhen tôt Wh 108,18; man wænet daz mîn widervart / sî durh zageheit erdâht ebd. 318,13    8 ‘jmdm. etw. zudenken, etw. für jmdn./etw. bestimmen’ sîn herze jach, / im wære alsolhiu mære brâht, / der sælde gein im het erdâht Parz 720,30; den [Parzival] ich [Wolfram von Eschenbach] hân brâht / dar sîn doch sælde het erdâht ebd. 827,18; dem kindeline wart erdacht / der name als sin vader hiez [der Name des Vaters (nämlich Zacharias) gegeben, vgl. Lc 1,59] Pass I/II 347,73; einen guten, einen leiden [Engel] / ein iechelich mensche bi im hat. / dit hat der wise gotes rat / dem menschen zv nutze erdacht ebd. 337,51; vor die [Sünden] wart vegevur irdacht, / daz die zu gnaden worden bracht HeslApk 20301; von Agatyrsjente / wart nie bezzer pfelle brâht / dan dâ zer zimier wart erdâht Parz 687,14

MWB 1 1837,36; Bearbeiter: Tao

ërdenklôʒ stMN. 1 ‘Erdklumpen’
2 ‘Erdkugel, Erde’
   1 ‘Erdklumpen’ daz her [Amor] als ein erdenkloz / stet gemalet nacket und bloz, / bezeichent sine soldener samen [zusammen] , / di do leben sunder schamen Brun A 5,23; ei selecliches erdencloz, / dan uz [woraus] in ganzer wirde groz / zu einer seleclichen vart / daz corperlin geschaffen wart Elis 10091. – zur Bezeichnung des Menschen: unt was daz niht ein wunder grôz, / daz erz [der Mensch das Spiegelglas] von aschen worhte, unt was doch selbe ein erdenclôz? RvZw 189,5; vür alle wunder ist wunder groz, / daz erden kloz / des scheffers ist geselle Meissner 4:2,16. 4:3,2; Boppe 1:11,1; got [...] ist selber mensche worden vnt ist mit eigener craft ce himele geuarn vnt do von han wir an ime einen erdencloss ce himele gesant PrWack 65,64; wir, eyn armir erdincloz Cranc Vorr. 42    2 ‘Erdkugel, Erde’ erbeben sehe wir ’n erdenklôz WernhSpr 58,7; biben muz der erdenkloz, / swie er ist kreftec unde groz Pass III 329,9

MWB 1 1840,4; Bearbeiter: Tao

erdenkunge stF. ‘Trug, Täuschung’ durch erdenckonge und lugenheit, / [...] mag ich [personifiz. Habgier] nit laßen, ich muß myn zonge ußziehen / so mir gelt werden sal und ich daz sehen Pilgerf 10179

MWB 1 1840,24; Bearbeiter: Tao

ërdenlast stF. ‘Gewicht der Erde’, hier für ‘Erde’ din gotelichez kunden, / deme nie witze gebrast, / geschuf himel und erdenlast Pass III 1,20

MWB 1 1840,29; Bearbeiter: Tao

ërdenmëʒʒerinne stF. ‘Geometrie, Feldmesskunst’ ez ist ain lere in der kunst, die man geometriam oder erdenmezzerinne haizzet KvMSph 19,14. 29,27

MWB 1 1840,32; Bearbeiter: Tao

ërdenplân stM. ‘Erdboden’ doch rurte er [ rêchboc ] nindert an / die erde noch erden plan, / vaste wart er sich rischen Daniel 6022 (Dn 8,5)

MWB 1 1840,36; Bearbeiter: Tao

ërdenschate swM. ‘Erdschatten’ so wirt daz ertreich gesatzt zwischen den mon und die sunnen, und so velt deu spitz dez erdenschaten auf den monn KvMSph 59,3

MWB 1 1840,39; Bearbeiter: Tao

ërdensippe swM. ‘Verwandter der Erde (Menschheit)’ Jêsus, dû gotes underbot, / Jêsus, dû menschenkint unt got unt ebenmehtic got, / dû himelsippe vaterhalp, dû erdensippe muoterhalp RvZw 8,3

MWB 1 1840,43; Bearbeiter: Tao

ërdentuom stN. oder stM. ‘irdische Welt’ hat er gewalticlich ælliu rich / gehabt und aller wirde ruͦm, / hat er den wunsch uf erden tuͦm / gehabt, nach allem leben / so wirt im nime gegeben / denne notdurft sines libes WhvÖst 19352

MWB 1 1840,48; Bearbeiter: Tao

erderren swV. ‘etw. ausdörren’, bildl.: sver ditze uncrût nieht ûzgitet, der erderret die gotis minne TrudHL 58,11; nu ledige mich von dem fluoche / der mich hât erderret, / mine wambe besperret: / die scholtu herre entsliezen, / daz ich dîner heilicheite genieze Wernh 525

MWB 1 1840,53; Bearbeiter: Tao

ërdeslunt stM. ‘Kluft der Erde’ und si [Götzen] werden geen in di grufte der steinberge und in die erdeslunde [ voragines terrae ] vor deme antlitze der vorchte des herren und der eren siner achberkeit, wen er sich irhebet di erde zu slan Cranc Jes 2,19

MWB 1 1840,59; Bearbeiter: Tao