êrenbilder
stM.
‘Vorbild der êre
’
ein eren bilder eren vol, ein minner der zucht, der tugent ein ubervluzzich
brunne, / dar mac man schepfen richeit vil, wisheit, warheit, manheit, truwe unde
manige wunne Meissner
17:9,1
MWB 1 1860,1; Bearbeiter: Tao
êrenblôʒ
Adj.
‘ohne êre, ehrlos’
swâ diu rebe sich blüemet, / dâ fliuhet daz gewürme dan. / des
wînes blüete mag ez niht gedræhen noch gelîden: / alsô muoz êrenblôzer schalc der
frumen lop vermîden, / wan der bœse nîden / wil iemer tugentrîchen man
KvWLd
32,246.
– subst.:
die bittern, vulen, suren, kargen, erenblozen / ir herren namen, / die wænent,
sich den suezen, milten herren gelich genozen Rumelant
3,58a
MWB 1 1860,6; Bearbeiter: Tao
êrenborte
swM.
‘Schmuckgürtel’
der werde singer Dietrich [...], / der als ein êren
borte / mit zühten ist gesteinet; / vor schanden ist gereinet / sîn herze alsam ein
lûter golt KvWTroj
248
MWB 1 1860,15; Bearbeiter: Tao
êrenbote
swM.
‘Bote in ehrenvoller Mission’ oder ‘Bote mit hohem Ansehen’
sô sult ir sie [Maria] flîzeclîchen an ruofen, daz
sie iuwer êrenbote sî an unsern herren, daz er iu gnædic sî PrBerth
1:499,5.
– als Dichtername (vgl. 2VL 2, 387ff., Art. Ehrenbote):
von Suneburg, der Erenbot, bruder Wernher / sungen geschlehtes
reht [sangen natürlich und kunstgemäß, vgl. Anm.z.St.]
Hornb
5:1,12;
des Erenboten sang was slecht ebd.
5:3,19
MWB 1 1860,19; Bearbeiter: Tao
êrenboum
stM.
‘Ehrenbaum’, das geläufigere Bild blüendez zwî (rîs) u.ä.
überbietend:
der den von Rifenberc alrest ze eime zwie maz, / daz snoede lop
[...] was vil gar ze laz: /
[...] sit daz man sine hohe tugent ze holze mezzen sol,
/ so mac man in gelichen zeime ganzen eren boume wol FvSonnenburg
41,6
MWB 1 1860,28; Bearbeiter: Tao
erende
stN.
→
ârant
stM.
MWB 1 1860,35;
er|enden
swV.
‘etw. zu Ende bringen, aushalten’
so muͦss denn die lút wundren, so si sehent daz gaischlich lút so vil arbaiten
mugent und geliden an dem libe, wie si daz erenden mugent; so wissent sú niht daz
got ze aller zit in ir hertzen brinnet PrGeorg
25,30
MWB 1 1860,36; Bearbeiter: Tao
êrendiep
stM.
‘Ehrenräuber’
her loterritter, [...] ir eren dieb, / schande ist
uch lieb, / ir zuchte dieb, ich wil uch dieben gelichen Meissner
20:2,12;
der pfennink ist ein eren diep, / [...] er kan ere
rouben unde steln, / unt krenken manigen man. / swer in da hat mit sünden liep, /
den vueret er in die helle Damen
4,8;
vgl.
die lôser sint den hêrren liep, / doch stelent s’ ir êre als ein diep
Freid
49,23;
ein Adam habe sîn Êven liep / unt doch sô liep, daz Êve iht werde sîner êren
diep: / ez mac sich lîhte gevüegen, daz man vrôn Êven manne sprichet ‘phî!’
RvZw
101,5
MWB 1 1860,42; Bearbeiter: Tao
êrengërnde
Part.-Adj.
→
êregërnde
MWB 1 1860,54;
êrengir
Adj.
auch êregir.
‘nach êre begierig, strebend’.
– attr.:
der êregire Tristan Tr
5001;
das man sal syn gar erin gir / und dair an haben keinen
vir [man damit nicht zögern soll]
MinneR 481
627.
– subst.:
unz daz er [Riwalin] aber einer vart
/ durch banekîe in eine wart / und er sich aber ûz reite / mit grôzer rîcheite, /
alsô der êrengire tuot Tr
415;
sluoc der herzoge Samsôn / einen heiden, [...] daz
der selbe êren gîre / des slages wart vil ungemuot StrKarl
6156
MWB 1 1860,55; Bearbeiter: Tao
êrengîtec
Adj.
→
êregîtec
MWB 1 1861,1;
êrengrüeʒec
Adj.
‘durch Gruß Ehre erweisend’
er [der König] süenet unde vridet
[...]. / sîn herze unt ouch sîn muot sint selten
müezec, / sîn munt ist zallen zîten êrengrüezec RvZw
148,8
MWB 1 1861,2; Bearbeiter: Tao
êrenheie
swM.
‘jmd., der die êre hegt und pflegt’
in hât gekrœnet fürsten art, / des milten Fruotes tugende sind an in gespart;
/ in hât gekrœnet Salomôn der wîse, / in hât gekrœnet der vil tugende ê des pflac, /
Artûs, der werde leie. / der drîer lop treit âne scharte unt âne krac / Watzlab, der
êren heie – / daz ist der die krône in Bêheim lande hât Sigeher
8,10
MWB 1 1861,6; Bearbeiter: Tao
êrenhort
stM.
umschreibend für den Inbegriff der êre:
Marîâ [...] dû êren hort, got selbe dich êrte / dô er
ze dir nâch sîner menscheit kêrte Helbl
11,61.
– für Sieg beim Kampf:
daz si nâch êren hort / gestriten heten sêre Bit
12418
MWB 1 1861,14; Bearbeiter: Tao
êrenhüetære
stM.
‘Hüter der êre
’
swâ ein muotmacherinne / und ein êren hüetære / sich mit gelîchem sinne /
gereht vereinent, daz sint liebiu mære Hadam
298,2
MWB 1 1861,19; Bearbeiter: Tao
êrenhüge
stF.
‘respektvolles Erinnern’
er süenet unde vridet unt ist bî liuten wol in êren hüge RvZw
148,6
MWB 1 1861,23; Bearbeiter: Tao
êrenhûsgerüste
stN.
‘Hausgerät, das zur Ehre gereicht’, bildl.:
diu vrouwe min / ist ein erenhusgerüste, / mines herzen muot gelüste / hat mir
got an ir gegeben NeunMänner
A:1,5
MWB 1 1861,26; Bearbeiter: Tao
êrenkempfe
swM.
‘jmd., der nach êre strebt’
her [Markgraf von Brandenburg Otto V.] eren kempfe
unvurzaget, der zucht unde der truwen leitestab in rechter vuͦre Meissner
17:8,4;
erren kampffe, gefürster lib, /
soltu [Paris] nun all hie genessen, / daz müss von
diner manhaitt wesen! GTroj
6676
(vgl. der êren kempfe
8320.
9798.
10675)
MWB 1 1861,30; Bearbeiter: Tao
êrenkleit
stN.
‘Gewand, mit dem jmd. geehrt, ausgezeichnet wird’, meist bildl.:
dîn frône almehtekeit, / starkiu wort mit êweclicher stæte, /
barc sich in êren cleit, / daz wol zierent reiner tugent næte KvWLd
1,179;
ob mir din helfe stiure birt, / [...] so schir
[schneide] ich tumber Cuonrad / ab einvaltigem sinne
/ die rede uz der ich spinne / dir ein richez erenkleit KvWGS
893;
zuht ist ein süeze êrenkleit, / wan ez diu Tugent selbe sneit / weder ze lanc
noch ze wît. / wan man da vor noch sît / nie kleit sach sô wol gestalt Georg
5825;
tugent, guͦte site, zwei eren kleit, / hie an geleit, / machent dich himel
erben Meissner
4:7,15;
als er [der irdische Leib] uns hie ein härsenier
gewesen ist swærer unde versmæhter, daz er uns dort alsô werde ein hôhe êrenkleit
unde ein kristallîn venster DvASchr
381,18;
DvAOff
25;
Damen
3,9;
JTit
4162,4.
–
sô wol dir, hôchgeloptez adel, [...]
du bist ein hôh gewürhter wadel, / mit dem man sich vor laster nert. / du
unversnitenz êrenkleit, / du tugentrîcher schatz KLD:Kzl
16: 1,7;
wip, eren kleit, / din wirde ist breit, / wip, engeles genoz
Frl
8:20,19;
wîp, hôher fröuden êrenkleit / und aller sælekeit ein stam, wîbes lîp und
wîbes nam / wart nie mit êren überzilt Reinfr
10958
MWB 1 1861,37; Bearbeiter: Tao
êrenknolle
swM.
Spottname für einen Sänger:
ich weiz noch zwên ungefüeg, / den Argenhaz, den Lasterrüeg. / und der
Êrenknolle, / wînes der volle! / sin wîp diu Êrenknollin / trinket vil in gotes minn
Helbl
2,1373
MWB 1 1861,62; Bearbeiter: Tao
êrenknollin
stF.
‘Frau des êrenknollen
’
Helbl
2,1375
MWB 1 1862,3; Bearbeiter: Tao
êrenkranz
stM.
‘(Blumen-)Kranz als Kopfschmuck’
was nie von [seit] siner jugent /
hat gehoͤrt was tugent si, / ist daz disem eren crantz bi, / ez muͦz dest werder
wesen, / kan ez mit sin in hertzen lesen / die kostrichen buͦchstaben / die uf dem
krantz warn erhaben WhvÖst
13916.
13991.
14011;
(im Vergleich:)
sîn hant in [den Drachen] werdeclîchen sluoc: / daz
houbet als ein êren kranz / gerœset er von dannen truoc Virg
176,12;
ey, hertzen trut gepriset! / du bluͦm in eren crantz! / du
lieht in tugenden glantz! WhvÖst
7061.
– bildl. umschreibend für êre:
bring ich den schilt sus hinnen ganz, / sô vliust der hof sîn êrenkranz
Georg
1698.
– auszeichnend von einer Person:
des wart der Grahardois unvreudebære, / ob sus von sinen handen der minne
solch erenkranz [gemeint: der im Kampf besiegte Theserat]
verderbet wære JTit
1327,4
MWB 1 1862,5; Bearbeiter: Tao
êrenkreftec
Adj.
‘zu kraftvoller Wahrung der êre imstande’ (FrlWB, S. 88):
die sullen sich hie neigen, / wil ieman erenkreftig / sich niden lazen sin
Frl
12:6,17
MWB 1 1862,23; Bearbeiter: Tao
êrenkrône
F.
1
‘Siegeskranz’
2
‘Krone der Herrlichkeit’ , bildl. von Gott gesagt
1
‘Siegeskranz’
wan da niht streites ist, da ist ovch niht siges, da ist ovch
niht des siges ern chron DvAPatern
317;
oder er setzet sich ze wer wider die svnde mit aller siner
chraft, vnd div chraft ist der sele tvgent, vnd der
sich [Sieg] der sel ern chron ebd.
315
2
‘Krone der Herrlichkeit’, bildl. von Gott gesagt:
an deme tage wirt der herre der engil eyne erencrone und eyn
wunnenzepil [
corona gloriæ et sertum exsultationis
] den obirblewenen sines volkis Cranc
Jes 28,5
MWB 1 1862,27; Bearbeiter: Tao
êrenlôs
Adj.
→
êrelôs
MWB 1 1862,37; |