ege|lich
Adj., Adv.
auch eige-.
‘schrecklich, furchterregend’ (vgl.
egeslich
):
égilich bíst du sámo uuóle gedrángeta zélt
scára [dichtgedrängte Schlachtreihe] . uuante dú
nehêina lúkkon ne lâzes dén malignis spiritibus Will
101,8
u.ö.;
sumeliche flurn begarewe ir scônen varwe: / si wurten swarz
unt egelîch Gen
656;
so wil er an dc iungest geriht hin nider gan gruͥlich und eglich PrSchw
1,136;
Tund
1291;
so scriet er [der Pfau] vil eigeliche vnd weckit
sich selben PrWack
56,68
MWB 1 1498,49; Bearbeiter: Diehl
êgëlt
stN.
‘anlässlich einer Eheschließung aufgebrachter Geldbetrag’ (vgl. die zahlreichen
späteren Belege DRW 2,1217f.):
dedit donavit suo dilecto filio [...] et
[...] sponse sue pro sponsaliciis seu matrimoniali
pecunia, id est czu egeylde vulgariter, unum marcellum liberum DRW
2,1217
(StArchBresl.; a. 1284);
ab eyn man synem wibe eyn gelt gelabete, unde er vorborgete das gelt: wenn man
em die metegifft mete gebe, so solde er dem wibe ire morgingabe, ader daz êgelt
vorschriben vor die metegifft RbMagdeb
278,8.24.29
MWB 1 1498,59; Bearbeiterin: Baumgarte
êgelübnisse
stN.
‘Eheversprechen’
e geluͤbnuͤzz ist also: welicher mensch siben iar hat oder mer, vnd gelobt
einem andern ein e, [...], so sol er dar nach chain andrew
nemen RechtssA
E10,3
MWB 1 1499,6; Bearbeiterin: Baumgarte
êgemechede
stN.
‘Ehepartner’ (Mann oder Frau):
ist auch daz sich zwai egemaechide gesament mit der e
StRAugsb
153,18;
wenne denn sein egemächit [...] von
todes wegen abgienge ebd.
259,28
u.ö.
MWB 1 1499,10; Bearbeiterin: Baumgarte
egen
swV.
auch ekken.
‘eggen’
alse sulin wir gotis chint den garten puewen:
[...] wir sulin sâgin [säen]
mit ten gotes worthen, wir sulin ekken miter undirschidunge TrudHL
57,33;
si begunden sæn, dar nâch egen Parz
124,29;
wenne ein garte oder ein acker geeget wurt von dem unkrute,
so blibet do ettewenne ein wurtzelin von dem unkrute in dem tieffen grunde
Tauler
398,18.
63,32
MWB 1 1499,14; Bearbeiterin: Baumgarte
êgenant, êgenamt
Adj.
‘vorher bereits genannt’
hie werdin gerefsit [getadelt] die ê
genanthin magide TrudHL
7,23;
der egenant hof datz Harthaym UrkCorp
3186,24;
Tauler
97,2;
Mügeln
42,5
u.ö.
–
die banwarten gebruͤder oder únser erben oder wer daz egenempt in hett
UrkHeiligkreuztal
182,6
(a. 1333)
MWB 1 1499,22; Bearbeiterin: Baumgarte
êgenôʒe
swM.
‘Ehemann’
nv wolde si ouch hie besehen / ob si deme egenozen / in den suchten
[Krankheit] grozen / icht zv staten mochte kumen
Pass I/II
41,61
MWB 1 1499,29; Bearbeiterin: Baumgarte
egerde
swF.
‘nach mehrjähriger Beackerung als Wiesen- oder Weideland genutztes Flurstück’,
auch ‘ungenutzter Weinhang’ (vgl. LexMA 3,1399f. s.v. Driesch 1 und
4,337 s.v. Feldgraswirtschaft):
dirre hof het och das reht, das er sol haben ahte rinder, die sollent gon uff
die egerden zu weide WeistGr
1,674
(a. 1320);
ich sol vͦch, waz egerdan in daz gvͦt hórent, in rehten bu bringen
UrkBebenh
20,115
(a. 1322);
UrkCorp (WMU)
853,36.
– hierher oder gleichbedeutendes gerte (vgl. Anm.z.St.):
wan dô si zu himele fur, dô quam Kristus ir selber zugegen mit allen heiligen
und engelen, und dô bleip der himel wuste und niman dar inne alsô ein gerte
HvFritzlHl
178,9.
– in der Wendung in egerden
‘unbeackert, nicht bearbeitet’
ein acker nebent deme stivbenwege in westermaten, drie in egerdin
UrkCorp
N101,18;
ein ander jâr er sich vermaz, / daz erz ein [La. en
] egerde lieze MF:Her
5:5,5;
übertr.:
der beider stuonden die tische vol, / wan man ir alsô ze vlîze phlac, / daz ir
niht vil in egerden lac KvFuss
2428;
[er tat nicht] als der keiser wolde, / dez wille lac in
egerdon Martina
177,85
MWB 1 1499,33; Bearbeiterin: Baumgarte
eges-
s.a. → eis-
MWB 1 1499,55;
ege|sam
Adj.
‘schrecklich, furchtbar’ (vgl.
eissam
):
die jungen wurme egesan GTroj
11858;
mitt ainem schlage egesan ebd.
12127
MWB 1 1499,56; Bearbeiter: Diehl
eges|bærec
Adj.
→
eisbærec
MWB 1 1499,59;
eges|bærecheit
stF.
‘Furcht, Sorge’
egschberkeit vor der pine kumt von der schulde
Mechth
2: 14,4
MWB 1 1499,60; Bearbeiter: Diehl
eges|bærlîche
Adv.
‘schrecklich’ (vgl.
egebærlich
):
aller gezierde bist du blôz, / dar zuo bistu gar varwelôs; / du bist gar
egsbærlîch gestalt Boner
81,15
MWB 1 1499,62; Bearbeiter: Diehl
egese
stF.
→
2eise
MWB 1 1500,1;
êgeselle
swM.
‘Ehemann’
ein romisch wibisnam [Frau] /
[...], / di ir zcu egesellin nam / Saturnium, dem daz
gezcam PfzdHech
296,11
MWB 1 1500,2; Bearbeiter: Diehl
eges|lich, eislich
Adj., Adv.
auch eiges- ( Mechth ) und eist- (
Lanc ), adv. auch -lîchen (vgl.
egelich
).
‘schrecklich, furchterregend’
nu habet ir vernomen, wie egeslich urtêile uber ivch getan
ist Spec
41,17;
Iw
450;
von grôzer übermüete muget ir hœren sagen, / und von
eislîcher râche NibB
1003,2;
zwúschent dem túfel und siner brut, der verdampneten sele,
sint alle ding eigesclich und also grúwelich Mechth
3: 11,4.
– adv.:
vil schiere sach der küene man / den ungevüegen wurm Pfetân /
vor im eislîche gên Wig
5014;
sein laüd was unmassen groß, / das eß aysleichen erschall /
in der stat uberall HvNstAp
19110;
nochdann was er im lib sere geqwetscht, als es kein wunder
was: er was ein groß ritter und schwere und was eistlich gevallen
Lanc
484,24
MWB 1 1500,5; Bearbeiter: Diehl
eges|ôt
stFM.
‘Schrecken, Furcht’
gotes muͦter [...] lose mik fon aller der forkte unde
der egesode Sathane̜ EngelbGeb
95;
MuriGeb
593
MWB 1 1500,21; Bearbeiter: Diehl
egesprochen
Adj.
‘oben genannt’
gesche aber daz, daz ymant die egenanten vrawen [...]
an der egesprochen wisen ansprech UrkMähren
8:2
(a. 1350)
MWB 1 1500,24; Bearbeiter: Diehl
êgëster
Adv.
auch egesteren(t) ( SummHeinr ).
‘vorgestern’
perendie: ubermorgene vel egesteren SummHeinr
2:69,44;
nudius tercius nunc die tercio id est egesterent ebd.
2:381,97;
si enweiz von gester noch êgester, von morne noch von übermorne, wan ez ist in
der êwicheit weder gestern noch morne, dâ ist ein gegenwertigez nû Eckh
1:183,1
u.ö.;
ich wonde uch eegestern so vil han geseit das irs nicht me
bedorfftet Lanc
536,33.
239,30
MWB 1 1500,28; Bearbeiterin: Baumgarte
eges|var
Adj.
‘furchterregend, schrecklich aussehend’
ez [das Wasser im Sturm] waz so rehte eigis var /
daz mir beguͦnde grusen MinneR 410
6
MWB 1 1500,37; Bearbeiter: Diehl
êgeverte
swM.
‘Ehepartner’ (Mann oder Frau):
die sêlen si wol ernerten, / die lieben êgeverten, / nâch disem kranken lîbe
Frauentrost
622
MWB 1 1500,40; Bearbeiterin: Baumgarte
ege|wîs
Adv.
‘schrecklich, furchtbar’ hier in der Verbindung jmdm. ~ ligen
‘schrecklich auf jmdm. lasten’
aber in den jungern syn [Christi] / leit ein ander
leye pyn: / als trubnis und slafernis [Schläfrigkeit] , /
di én lagen agewis TvKulm
3930
MWB 1 1500,43; Bearbeiter: Diehl
egge
stswF.stN.
→
ecke
MWB 1 1500,48;
eggewëc
stM.
Bed. unklar (möglicherweise zu
egen
‘eggen’ als Bezeichnung einer bestimmten Art von Weg in einer Feldmark; auch
eine Anbindung an
ecke
3 ist möglich):
matten vnd aker an dem anewender [Pflugwende, vgl.
anewendære
] an dem eggewege UrkCorp (WMU)
1852,42;
als der eggeweg obenan hin gat UrkWürtt
8,*371
(a. 1283)
MWB 1 1500,49; Bearbeiterin: Baumgarte
egilope
Subst.
Geschwür im Augenwinkel:
swer hat egylopas, egylope ist ein suche, in dez ougen
winkele weschet ein vleisch Macer
39,15.
61,7
MWB 1 1500,57; Bearbeiterin: Baumgarte |