ërtrouchsaf
stN.
‘Erdrauchsaft’
vurbe im di vuchte mit nezzil windech saffe, oder mit
ertrouch saffe SalArz
55,51
MWB 1 2124,1; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtrouchsôt
stM.
‘Erdrauchsud’
der sal si zu triben in einem ciginem kesewazzer oder in
ertrouche sot SalArz
82,55
MWB 1 2124,4; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertruckenen
swV.
‘trocken werden’
do al dú erde irtruchint schein, / Noe zoh uf die erde widir
RvEWchr
832;
daz sin geselle bi dem fúre wol ertruchnet were
Seuse
76,19.
– Part.-Adj.:
das si [die Taube nach dem Rückgang der
Sintflut] vant irtruhchent lant RvEWchr
828
MWB 1 2124,7; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrüeben
swV.
‘jmdn. traurig, betrübt machen’
geniuzet es mîn wîp, / daz si
[Kriemhild] hât ertrüebet den Prünhilde lîp
NibB
861,2;
weinen si began. / des hete michel wunder die Ezelen man, / waz ir sô snelle
ertrüebet het ir hôhen muot NibC
1804,3;
ez wirt ertrüebet, / der mit gemach wænt sein Krone
1327
MWB 1 2124,13; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertrûren
swV. (vgl. ane ertrûren)
‘jmdn. traurig machen’
edil jonffrou czairt, / ich moicht uch ommer dienen voirt / went an myns
levens oirt, / sint uch myn liden hait erdrocht [La. erdrurt
]
MinneR 497
1043.
–
er svl etswenne von vblen vnsern werchin irtrurit werden
BrZw
Prolog
MWB 1 2124,20; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtscholle
swM.
‘Erdklumpen’
einen rappen man dô sach / vliegen ob dem herren hin, / der
lie vallen hin ûf in / einen ertschollen sâ RvEAlex
10205;
swâ ein ertscholle hin vellet, dâ vellet diu erde alzêmâle hin, wan ein
ertscholle bewîset, daz diu erde sîn rehtiu ruowestat ist Eckh (Pf)
236,37;
wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daz man si vâhen
well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füezen und verpergent sich dar under
BdN
215,26
MWB 1 2124,26; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtsnëcke
swM.
‘Erdschnecke, Landschnecke’
limax haizt ain erdsneck, wan limus ist ain zæh erdreich sam
laim, dar auz wechset der sneck BdN
302,33;
ez sei ain wazzersneck oder ain ertsneck ebd.
308,20
MWB 1 2124,35; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtstadelec
Adj.
Bed. unklar, wohl: ‘in der (unterirdischen) Vorratskammer lagernd’ (vgl.
Schiller/ Lübben 1, 717)
swô ein gût erbelôs erstirbet von manne oder von wîbe, daz ertstatelêge korn
ist sîn [des Fronboten]
SSp (W)
3:56,3
MWB 1 2124,40; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtstift
stMN.
‘auf der Erde errichtetes Bauwerk’
dâ lac ein burc, diu beste / diu ie genant wart ertstift
Parz
403,19
MWB 1 2124,45; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertücken
swV.
‘etw. mit List erlangen’
er wolt ein brievelin schriben, / ob im diu sælde triben /
wolt daz geluͤck / so daz er moͤht ertuͤck / die stunde daz er wuͤrde / der diu des
jamers buͤrde / uf in geladen hæte WhvÖst
6682
MWB 1 2124,48; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertumben
swV.
‘völlig unverständig, unbesonnen werden’
si was ertumbet als ein kint / von herzesüezer minne KvWTroj
8870
MWB 1 2124,53; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtval
stM.
‘Schlag, der jmd. zu Boden wirft’
swer in der stat ze Gewiler [...] in dem ertvalle
schuldig wirt [...] âne den tod WeistGr
5,344
(a. 1310)
MWB 1 2124,56; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtvar
Adj.
‘erdfarben’
melancolici, die leute, / sint ertfar Physiogn
90;
wan sô er [
regenvisch
] sich nâch der praiten an daz ertreich smucket, sô ist er oben auf dem
ruck erdvar BdN
247,8;
daz ein pfluoges schar [...] ertvar wirt als ander
mist / von roste, swenne ez müezic lît Renner
21054
MWB 1 2124,59; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtvellec
Adj.
in der Wendung jmdn.
~ machen: ‘jmdn. zu Boden schlagen, niederschlagen’
swelch burger den andern ertvellic machet, oder der den andern mit gewaffenter
hant ubellichen anloufet UrkEls
2,56
(a. 1293);
wer auch den andern sleht mit gewaffenter hand und jn pluetruns und herdfellig
machet DRW
3,167f.
(a. 1313)
MWB 1 2125,1; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtvluc
stM.
‘bodennaher Flug’, von der Schwalbe:
die swalewe vêt die mücken, vor dem valken des sie bâget. / den ertvluc unde
den swippersweif kan sie baz üeben Rumelant (R)
4:18,2
MWB 1 2125,8; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtvruht
stF.
→
ërdenvruht
MWB 1 2125,12;
ertwahen
stV.
‘jmdn. durch Abwaschen von etw. reinigen’, übertr.:
des wart der keiser Constantîn / gereinet unde wol getwagen [La.
ertwagen
] / von sünden und von siechtagen KvWSilv
1849
MWB 1 2125,13; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtwaʒʒer
stN.
‘Erdwasser’ als Etymologie des griech. Schlangennamens
cylidros:
cilydros ist in kriechisch sô vil als ertwazzer, wan citron
haizt erd in kriechischen, sô haizt ydros wazzer BdN
267,7
MWB 1 2125,17; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtweige
F. (?)
‘Erdbeben’
ie sâ mit disem worte / ein ertweige sich erbôrte WvRh
12361
MWB 1 2125,21; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertweln
swV.
‘jmdn. kraftlos, betäubt machen’
des schuzzes beide [Gunther und
Siegfried] strûchten, die vil starken man. / si
[Prünhild] ertwelte si sô sêre, daz si den lîp nâch
heten lân NibC
468,4
MWB 1 2125,23; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertwëln
stV.
‘die Lebenskraft verlieren, zugrunde gehen, sterben’
alle di an dem sceffe wâren / di retrunken unt ertwâlen
Kchr
2910;
si beuielen daz geuilde / unt fluhen an di perge. / si
erstichten unt ertwalen Rol
5187.
7071.
– mit Gen.:
suln wir des hungers ertweln hinne? / oder ze tôde
verbrinnen? Kchr
4627;
daz si so getânes tôdes retweln solten? ebd.
10526
MWB 1 2125,27; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertwingen
stV.
1
‘etw. (von jmdm.) erzwingen’ , mit Akk. 2
‘jmdn. (im Kampf) bezwingen’
3
‘sich jmdn. unterwerfen’
1
‘etw. (von jmdm.) erzwingen’, mit Akk.:
ist daz ich [Paligan] in selbe
ersihe, / daz er unter minem swerte gelige, / oder flucht erdwingen
Rol
8381;
swer solhe helfe ertwinge / mit sîner ellenthaften hant, /
den mac man hân für prîs Parz
676,20;
swer mit leide wil ertwingen liep, der tœret sich vil gar
KLD:BvH
15: 4,1.
–
an jmdm. ~ (vgl. ane ertwingen):
vaste riefe du mich an: / waz woltste an mir ertwingen?
Parz
49,29;
ich [Siegfried] trouwe an in
ertwingen beide liute unde lant NibB
55,4;
ist daz iemen liep oder leit: / ich wil an iu ertwingen,
swaz ir muget hân ebd.
110,3;
HvdHageMarg
946
2
‘jmdn. (im Kampf) bezwingen’
dâ mit [
hervart
] ich [Siegfried] solde ertwingen die vil
wætlîchen meit NibB
58,4.
115,2;
der tiefel hat gesait / [...] / in
chünne niemand ertwingenn Märt
9005;
ob Orilus ertwunge die rotte groz, da mit er hie urliuget JTit
4525,2.
–
‘eine Stadt erobern’
Terramêr vil rehte ersach / daz deheines sturmes ungemach
/ Oransche möht ertwingen Wh
111,3;
Raben unde Meilan / han ich [Dietrich] wider
ertwngen Dietr
7442
3
‘sich jmdn. unterwerfen’
ich wilz sus versuochen, ob ich ertwingen kan / dich mir ze
einem gîsel NibB
2351,3
MWB 1 2125,35; Bearbeiter: Pfefferkorn
ertwungenlich
Adj.
‘erzwungen’
âne ertwungenlîche nôt / rîte er [Biterolf] swar in
dunket guot Bit
598
MWB 1 2125,60; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtwuocher
stMN.
‘Ertrag des Bodens, Feld-, Ackerfrucht’
sînen wuocher, der von sînem lîbe kom, der sî gesegent; unde sîn ertwuocher
unde sînes vihes wuocher sîn gesegent SchwSp (W)
172,136;
daz ich [Jacob] got wil einen mit allem muͦte meinen
/ unde im minen zehenten gibe uon ertwͦchir und uon uihe GenM
55,3;
si [Juden] musten geben primitias,
daz waz daz ertwuocher, daz musten si dem ewart bringen PrOberalt
49,19;
dô kâmen diu siben übeln jâr, unde wart niht ertwuochers
BuchdKg
17,9.
20,15;
dû verderbest uns den ertwuocher, wan dû gote widersagest alle sîne helfe
PrBerth
1:27,22.
1:258,29
MWB 1 2125,63; Bearbeiter: Pfefferkorn
ërtwurm
stM.
‘Regenwurm’
ain regenwurm oder ain ertwurm BdN
310,9
MWB 1 2126,12; Bearbeiter: Pfefferkorn |