e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
êgruobe
stswF.
‘vorgeschriebene, vertragsgemäß angelegte Abwasser-, Sickergrube’
das das hus [...], in swes hant es iemer kumet, sin ê
gruobe haben sol vnschedeliche UrkCorp
3053,15;
ein weg [...] zer ê grvoben UrkCorp (WMU)
1459,6
MWB 1 1501,24; Bearbeiterin: Baumgarte
egunge
stF.
‘das Eggen’
occatio: egunga vel brachunga SummHeinr
2:88,23.
1:232,463
MWB 1 1501,29; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaft, eht
Adj.
auch eehaft, eapht; Rechtswort (vgl. 2HRG 1,1177f. und
1,1191, sowie ausführlich in WMU 1,419f. und DRW 2,1221-1223).
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
1.1 meist in der Wendung
~ nôt
‘gesetzlich anerkannte Notsituation’ , die eine Ausnahme vom sonst geltenden Recht gestattet 1.2
~ (oder êrbære) sache
‘Sachverhalt, der als rechtmäßiger Grund anerkannt ist’
2
‘dem Recht entsprechend, rechtlich vorgeschrieben’
2.1
~ kampf
‘Gerichtskampf’
2.2
~ (tage-) dinc/ teidinc
‘ungebotene (Gerichts-)Versammlung, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten
stattfindet und zu der die Dingpflichtigen deshalb nicht extra geladen
werden müssen’ (vgl.
dinc
1.1.1.1 ) 3
‘rechtskräftig’
4 Subst. zur nd. Bedeutung ‘ehelich’
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
1.1
meist in der Wendung
~ nôt
‘gesetzlich anerkannte Notsituation’, die eine Ausnahme vom sonst geltenden
Recht gestattet:
swer deme andrin icht geheiz [wer einem
anderen gegenüber eine Verpflichtung einging] / daz her dat
war liet / iz ne beneme ime der tot / oder ehast [l.
ehaft
] not Roth
4926;
ouch swuor er [Iwein gegenüber
Laudine] , [...], / er kæme wider,
möhter, ê, / esn latzte in êhaftiu nôt, / siechtuom vancnüsse ode der tôt
Iw
2933;
Tr
8201;
twinget in [den Ehemann] aver
êhafte nôt, er wirt ez [das Vermögen seiner Frau] wol
âne mit rehte SpdtL
97,25;
das ich [...] durch rechter ehafter not willen
verkauft han [...] meins rechten freyen aigens zwo
hofstet UrkEnns
6,531
(a. 1345).
– i.d.R. in Bezug auf eine Verhinderung, vor Gericht erscheinen zu
können:
vier sache sint die êhafte nôt heizent: daz ist vancnüsse
unde siechtuom unde gotes dienst ûz dem lande unde herren nôt
SSpAug
192,10;
hi vindit min vir eapht not [mit genauen
Erläuterungen]
Mühlh
149,5
u.ö.;
SpdtL
192,10.
192,18
u.ö.;
StRAugsb
167,11;
Iw
6042.
– übertr. auf Ausnahmen von anderen Regeln und Bräuchen:
durch ehafte not mac man si [die
Medikamente] geben bi dem tage fur di uallende sucht
SalArz
102,12;
zwelff gruben hieß er beraitten, / da wurden gar ein
getragen / di auff dem velde wurden erslagen. / das was eehafte nott: /
[...] / der gestanck war da so groß gewesen /
das wenig yemand war genesen HvNstAp
3978
1.2
~ (oder êrbære) sache
‘Sachverhalt, der als rechtmäßiger Grund anerkannt ist’
ob ein person waffen faustet oder zucket ân ehaft sach, der sol gepeinigt
vnd gestraft werden StatTrient
127;
vnd muegent die sehsse wol daz zil lengen
[hinausschieben] / ob si sehent
[...] / daz ehaft oder erbær sache / den pischolf /
oder den hertzogen irrent UrkCorp
787,32
u.ö.
2
‘dem Recht entsprechend, rechtlich vorgeschrieben’
elliu burcreht diu in den ehaften zol niht hoerent, daz sin
huser, garten, baumgarten StRAugsb
181,12;
swo ein lantstrazz oder ein ehafter wagenweck durch ein velt oder neben einem
veld get OberBairLdr
141
2.1
~ kampf
‘Gerichtskampf’
so biuͦtit iene man sine vnschult, daz ist ein eit
[...] vnd ein echt kamph, ob her in zvͦ rechte
gegruͦzet hat UrkCorp (WMU)
51,25;
SSp
54,21
2.2
~ (tage-) dinc/ teidinc
‘ungebotene (Gerichts-)Versammlung, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten
stattfindet und zu der die Dingpflichtigen deshalb nicht extra geladen
werden müssen’ (vgl.
dinc
1.1.1.1):
daz si deheinen des gotshavses man niht betwingen noch gebiͤten ze choͤmen
vͦf dehein ehaft taidinch noch vͦf dehein besvnder taidinch UrkCorp
(WMU)
2087,6.
51,5
u.ö.
3
‘rechtskräftig’
vnd wart div gabe vnd daz opher volle brath mit gelerthen worten, div so
creftinch sint vnd so ehaft vnd als endelich, das sie nach gaisselichem vnd nach
welteclichem reht socdán gabe vnd socdan ophér volle bringen mugen UrkCorp
1624,30
4
Subst. zur nd. Bedeutung ‘ehelich’
in suͤsser anschowunge lassen si [die
witwen
] sich begnuͤgen uf das hoͤhste, so si das muͤssent ansehen, wie sich
das lamp zuͦ den megden fuͤget. die ehte soͤllent das oͮch minnenklich ansehen
Mechth
3: 1,133
(vgl. Anm.z.St. und zu
1: 22,67
)
MWB 1 1501,31; Bearbeiterin: Baumgarte
êhafte
stswF.
auch eehäffty. Vgl. 2HRG 1,1191, DRW 1,1223f. und WMU
1,420f..
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ i.d.R. Nutzungsrechte (meist für die natürlichen Vorkommen wie z.B. Ackerland, Wasser, Weide, Wald), (Vor)rechte und Pflichten, die auf ein bestimmtes Gebiet, ein Dorf, einen Hof o.Ä. bezogen sind, und ihr Gültigkeitsbereich 2 Sammlung der örtlichen Satzungen, Rechte und Pflichten, sowie auch deren einzelne Bestimmungen
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ i.d.R. Nutzungsrechte (meist für die natürlichen
Vorkommen wie z.B. Ackerland, Wasser, Weide, Wald), (Vor)rechte und Pflichten, die
auf ein bestimmtes Gebiet, ein Dorf, einen Hof o.Ä. bezogen sind, und ihr
Gültigkeitsbereich:
item eehäffty des hoffs zu Buchs die gat vntz an den Wirtz zu Bolatingen, vnd
sond ir vich trinken zu Bongarten in dem brunnen, vnd gat vntz in dem múlibach zu
Fünstetten wunn [Ertrag] vnd weid, vnd sond vnser schwin
gan in ir holtz wenn sy äckerit [Bucheckern und Eicheln zur
Waldmast] hand WeistGr
1,815
(o.J.);
StRBern
1:6,3;
das siv [...] disen vorgenanten acker vnd weg ze
rechter ehafti mit allen rehten han vnd niessen sv́ln UrkCorp (WMU)
1554,32;
wære aber der abeganch an guͤtern oder an hoͤven, da getwinge, ban vnd ander
ehafti zuͦhorti ebd.
2021,16.
– bei Eigentumsübertragungen in der Formel mit aller ~
:
[wir] habin im siv [die
Güter] geben mit allem dem rehte alse wir siv haton in vnser
aigenlichen gewer, mit holze vnd mit velde, mit wasen
[Wiesen] vnd mit zwige, gesvochiz vnd vngesvochez
mit aller ehafti UrkCorp
239,22;
vnd geben daz vorgenant hus mit aller ehafti,
[...], dem appete vnd dem convent ebd.
N370,31
u.ö.;
hierher oder ‘unter Wahrung aller entsprechenden Vorschriften, der
Rechtsform genügend’ (?):
das [...] her Peter Senftli und vro Gerdrut
[...] offenlich vor únserm gerichte vrilich gaben
mit aller ehafti und mit gemachten worten und geberden alles ir guͦt
[...]dem gotshuse von Wettingen UrkBasel
2:395,7
(a. 1290)
2
Sammlung der örtlichen Satzungen, Rechte und Pflichten, sowie auch deren einzelne
Bestimmungen:
hie hebent sich an die ehaftin unde elliu diu reht als si disiu
stat ze Auspurch von ir herschefte mit rehte unde mit guͤter gewonheit herbraht hat
StRAugsb
2,3;
unde swaz diu stat rehtes hat gen dem burggrafen, daz vindet
man da vorn in der ehaeftin ebd.
194,12
MWB 1 1502,36; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaftec, ehtec
Adj.
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
2
‘dem Recht entsprechend’ (vgl.
êhaft
2 ) 2.1
‘vorschriftsmäßig, vorgeschrieben’
2.2
‘rechtskräftig, rechtsgültig’
2.3
‘rechtmäßig, bevollmächtigt’
2.4
‘in den Bereich der Rechtssprechung fallend’
2.5 übertr. ‘mit den Geboten des christlichen Glaubens in Einklang ’
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
in den Wendungen
~ nôt/ sache
‘gesetzlich anerkannte Notsituation’, die eine Ausnahme vom sonst geltenden
Recht gestattet (vgl.
êhaft
1; weitere Belege DRW 2,1227f., WMU 1,421):
er ensol oh weder huͤser noh eigen noh enhein ander guͦt virkofen noh
virsezzen ân unsirs conventen willen und âne êhaftige not sins libez UrkBasel
2:164,7
(a. 1280);
ist daz, daz uns ehaftigú not von armuͦt wegen,
[...], angienge, [...], so múgen
wir beidú old unser einez von deshin den wingarten und boͮngarten angrifen und
verkoͮfen UrkBern
5,620
(a. 1328);
WeistGr
1,31
(a. 1347).
–
beschehe aber daz, daz uns irte ehaftige sache, das sun wir die burger
lasen wissen mit unserm boten UrkBern
3,588
(a. 1294);
UrkCorp (WMU)
1993,26
2
‘dem Recht entsprechend’ (vgl.
êhaft
2)
2.1
‘vorschriftsmäßig, vorgeschrieben’
ist oͧch, das sie dekein ehaftigen bu dar an leiten mit unser wissende,
den sullen wir, [...], in abe toͧn UrkBasel
3:195,39
(a. 1297);
wann da ein rechte ehehaftige hofstadt ist UrkFürstenb
5,357
(a. 1322 kopial).
–
~ tagedinc (vgl.
êhaft
2.2):
daz die rihter drev ehaftigev taidinch svllen haben in dem jar
UrkCorp (WMU)
3305,2
2.2
‘rechtskräftig, rechtsgültig’
daz disiv sazzunge vnd disiv richtunge mit disen ehaftigen vorgenanden
gedingen war si vnd stete belibe UrkCorp (WMU)
3054,16
2.3
‘rechtmäßig, bevollmächtigt’
so sol man im alde sinime ehaftigen ammanne den win bieten UrkCorp
(WMU)
1453ABC, 30,31,44
2.4
‘in den Bereich der Rechtssprechung fallend’
gesche ouch eyn totslag addir echtige wunden StRHeiligenst
27
2.5
übertr. ‘mit den Geboten des christlichen Glaubens in Einklang ’
got wil dir eine wîle sparn / des lîbes leben, ein kurzez
zît, / daz dîn êhaftiger strît / den lôn neme von gotes hant / ze rehte
RvEBarl
15532
MWB 1 1503,13; Bearbeiterin: Baumgarte
êhafteclîche
Adv.
‘rechtsgültig, rechtmäßig’
swer nahtes mit messern oder mit andern waffen gat
[...], von deme sol man rihten, ern mvge sich denne
rehte vnd eheftecliche entreden UrkCorp (WMU)
N238AB,6
MWB 1 1503,51; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaftege
stF.
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ (vgl.
êhafte
1 , vgl. WMU 1,421 und DRW 2,1228) i.d.R. Nutzungsrechte (z.B. für Ackerland, Wasser, Weide, Wald) und ihr Gültigkeitsbereich 2
‘Rechtskraft’
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ (vgl.
êhafte
1, vgl. WMU 1,421 und DRW 2,1228) i.d.R. Nutzungsrechte (z.B. für
Ackerland, Wasser, Weide, Wald) und ihr Gültigkeitsbereich:
der selbv Vͦlrich old sin erbvn [...], die svn han
ehefigi holtzes vnd veldes, wazzerz vnd weidv UrkCorp (WMU)
1843,19.
3243,10;
UrkBern
5,335
(a. 1323);
possessiones [...] cum omni utilitate sive usagiis
que ehehaftigi dicuntur ebd.
3,485
(a. 1290).
– bei Eigentumsübertragungen in der Formel mit aller ~
:
unsern teil der vogteie ze Wirnelingin vnde swaz dar zvͦ horet mit allem
nvze vnde mit aller eheftige vnde mit allem rechte UrkCorp (WMU)
553,21.
2915,26;
UrkBern
3,192
(a. 1272 kopial)
2
‘Rechtskraft’
das der selbe kouf volle kraft und êheftige hette UrkBasel
4:26,4
(a. 1314)
MWB 1 1503,56; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaften
swV.
‘etw. (eine Stadt) mit Rechten versehen’
wir [...] verjehen offenbar an disem brief, daz wir
[...] ehaften und frigen von unserm cheyserlichen
gewalt [...] die stat ze Chanelstatt, also daz si alle diu
reht, ere und guͦt gewonheit haben suͤlle und muͤge als unser und dez richs stat ze
Esselingen MGHConst
6,1:739,19
(a. 1330);
daz wir [...] die stat ze G. geehaft und gefreyt
haben DRW
2,1227
(TrierZ.; a. 1330)
MWB 1 1504,8; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaftlîche
Adv.
‘rechtmäßig’ (vorschriftsmäßig, formal korrekt ? vgl.
êhafte
1):
das dú gift also redelich vnd ehaftlich beschehen were UrkCorp (WMU)
1337AB,34,33
MWB 1 1504,17; Bearbeiterin: Baumgarte
êhalte
swM.
(vereinzelt st. StRAugsb
244,24)
auch eehalte ( HvBurg
643).
‘Dienstbote’
ez sol auch fuͤrbaz dehain man noch frawe,
[...], ze den wihennehten nieman nihtz geben
[...], ez sei danne ob ain man oder frawe irin kinde
oder ir ehalt in irem hus begaben [beschenken] welte
StRAugsb
244,24.
220,4
u.ö.;
swer den andern rovffet oder in an daz movl sleht
[...], der sol im ein pfunt geben
[...] ân div chint, div hinder fierzehen iaren sint vnd
ân ob ein man oder ein frowe ir ehalten slahent ân mezzersleg vnd swertessleg vnd ân
wvnden UrkCorp (WMU)
475A,25.
2521,27;
SchwSp
118b;
wan Abyron und Dathan / mit allem das sy want an, / chint,
ehalten, viche und ir weip, / verluren gahes den leip HvBurg
2593.
643.
– übertr.:
jâ, heizest dû dar umb ein êhalte, daz dû disen liuten die in der heiligen ê
sint ir êre und ir guot getriuwelîche behalten solt PrBerth
1:479,15
MWB 1 1504,21; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaltec
Adj.
‘gehorsam’
goti gihorsam undi ehaltig SuTheol
180;
vnde alle cristinliche orden, / di mache einualdic, / in dime
gebote éhaldic Litan
1410.
–
‘bevollmächtigt’ (vgl.
êhaftec
2.3):
so sol man im [dem Herren] alde sinem ehaldigim
ammanne den win biettin UrkCorp (WMU)
173,12
MWB 1 1504,39; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaltecheit
stF.
‘Gehorsam’
do nam ern ab deme cruce mit Nychodemo unde mit andern seligen mennischen, die
an jn geloubet heten mit micheler ehalticheit PrMill
527;
son ist aver uͥserm herren got iuwer êhaltechait anders niht ainpfanclich, irn
sit och beidiu chuͥsche unde raine Konr (Sch)
86,36;
ích bin scúldig [...] an der uirsúmide aller
christinlicher éhaldigheite unde giwoniheite BambGlB
146,22.
– interl. Übers. zu religione in ita tres deos ac dominos dicere
catholica religione prohibemur:
also uon dere allichen ehalticheite werde wir beweret sprechen drie gote oder
herren WindbCant
143;
PsM
C 11,19
MWB 1 1504,45; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaltege
stF.
‘Gehorsam’
ih han gesundot in uppigero guotlichi, [...], in
allero losheite, in uppigero ehaltige [in Übereifer]
WessobrGlB I
143,32
MWB 1 1504,58; Bearbeiterin: Baumgarte
eher
stN.
‘Ähre’
eine garb [...] mit eheren jouch mit
agenen [Grannen]
Gen
612;
er sehe an eime halme stan / sibin eher dú geladin wol /
chornnis waren RvEWchr
7342;
EvBerl
14,10;
Will
69,15;
BdN
419,14
u.ö.
MWB 1 1504,61; Bearbeiterin: Baumgarte
eherære
stM.
‘Ährenleser’
ich bin reht ain aͤrer: won allez daz dem túfel enfellet, daz lis ich uf
PrGeorg
271,14. 30. 32;
spicarius: eherari SummHeinr
1:287,256
MWB 1 1505,1; Bearbeiterin: Baumgarte
eheren
swV.
auch aheren.
‘Ähren lesen’
da die richin lúte snident, da gant die armin liute nah unde ehiront
PrGeorg
271,33;
si quamen in eynen ackir, / si ahertin durch hungir dappir [d.i.
tapfer
‘sehr’
]
MynnenR
522
MWB 1 1505,5; Bearbeiterin: Baumgarte
eherkorn
stN.
‘Ährenkorn’
sy lizen sich nicht irbarmen / den hungerygen armen, / dy
keinen ouwest hatten nicht, / wan daz sy eer korner icht / noch snytern uf dem velde
zwar / zu samne lasen her und dar Hiob
9650
MWB 1 1505,10; Bearbeiterin: Baumgarte
ehkontîus
Subst.
eine Giftschlange (vgl. Nellmann, Parz. S. 689):
ehcontîus unt lisîs, / [...] / (die
argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz
481,9
MWB 1 1505,15; Bearbeiterin: Baumgarte
êhofstat
stF.
‘ehemalige Hofstätte’ (vgl. Schlosser, OberBairLdr, S. 281 und
StBZürich , S. 82, Anm. 3; anders Mone, ZGO 5,101f., der
ê auf das besondere Baurecht auf den êhofstetten
bezieht):
swas oͧch luͥten ist ungeteilt, die usser lande sint, so die wider kunt, so
vallet jeglicher wider an sin êhofstat UrkZürich
8,237
(a. 1309);
das nieman enkein hus Zuͥrich machen sol, wan uf den e hofstetten
StBZürich
82.
25;
wer ein ehoffstatt buwen wil, dem sol der meygr [...]
nit versagen, so vil holtzes als er bedarf ze dem buwe WeistGr
1,35
(a. 1347).
1,34
(a. 1347);
ez mag in iedem dorf ein hof zwen hindersaezzen haben
[...], ez sein dann èhofstet, die den herren dienent
und dem paurn nicht OberBairLdr
161
MWB 1 1505,18; Bearbeiterin: Baumgarte
êhofteil
stN.
‘eingezäunter Raum einer êhofstat
’
daz ovch die selben huͦber denn mit dem vorster in den vorst gangent, vnd da
howent gerte daz inen notdürftig ist, allein zuͦ den hofreiten [
hofreite, eingezäuntes Areal einer Hofstätte] , die man
nemmet êhoffteil WeistGr
1,10
(a. 1338)
MWB 1 1505,33; Bearbeiterin: Baumgarte
ehse
F.
→
ahse
MWB 1 1505,39;
ehsen
swV.
‘mit einer Achse versehen’
ich [Maria] han geechset allen speren
[Himmelssphären] / beide ir hemmen und ir keren
Frl
1:17,26;
wie sich die sternen in loͮfe ruͤrent, / wie der himel geechset ist
Marner (W)
6:16,11
MWB 1 1505,40; Bearbeiterin: Baumgarte
eht
Adj., Adv.
→
êhaft
MWB 1 1505,45;
eht
Adv., Konj.
große Formenvarianz: êt, ehte, ecker,
erker(s), êtlet, oht, ôt,
oc(k), ocker(s), okkeret und ôtlot (vgl.
Behaghel, Dt. Syntax 3,162f., 2
5Mhd. Gr. § S 174, Anm. 2).
1 Adv., nur in Funktion einer Partikel 1.1 innerhalb des Satzes als Gradpartikel ein Satzglied, dem es i.d.R. vorangestellt ist, vereinzelnd und dadurch in positiver oder negativer Hinsicht hervorhebend 1.2 bezogen auf den ganzen Satz als Abtönungspartikel zur Akzentuierung der Sprecherhaltung (i.d.R. dem Verb, ggf. der Prädikatsgruppe, nachgestellt und vor anderen Adv. bzw. Partikeln) 2 Konj. 2.1 bezogen auf das Verhältnis von Satzgliedern 2.1.1 komparativ ‘als’
2.1.2 alternativ ‘oder’
2.2 bezogen auf den ganzen Satz zur Einleitung konditionaler Sätze ( 2
5 Mhd. Gr. § S 174, Anm. 2), meist solcher, die auch ohne Konjunktion
gebildet werden können; eht verdrängt dann das Verb aus der
Spitzenstellung ‘wenn nur, sofern’
2.3 als Teil des subjunktionalen Syntagmas die wîle eht (vgl. die
wîle und/ daz
2
5 Mhd. Gr. § S 163)
1
Adv., nur in Funktion einer Partikel
1.1
innerhalb des Satzes als Gradpartikel ein Satzglied, dem es i.d.R.
vorangestellt ist, vereinzelnd und dadurch in positiver oder negativer Hinsicht
hervorhebend:
– die Einzigartigkeit betonend ‘ausschließlich, allein, nur, bloß,
nichts als’
uuanta míh der vuérlte bedrûzet. unte míh ókkeret
mînes sponsi mínnon gelústet Will
31,8.
32,4.
52,43;
der trôst ot an ir einer lît KLD:UvL
14: 6,7;
niht anders si sich nerte, / wan daz si et vröude
zerte / mêre danne ir selber spîse Wh
265,28;
der vürste et selbe vierde reit: / niht mêre was ir
gesellekeit ebd.
246,3;
dirre rede wart begunnen / oht durch daz eine, / daz
Azoma [...], / bie der svnnen nahe lit, / in dem
oriente Herb
14302.
– jmdn. aus einer (gedachten) Menge hervorhebend ‘zumindest, gerade,
nur, ausschließlich’
ich bin sô rîche unt hân sô grôze habe, / daz ich
mînen vînden gefüege noch ein leit. / des wære et ich von Tronege Hagen
gerne bereit NibB
1396,4;
wan vogelîn singent widerstrît / so manigvalde
süezzekliche dœne. / doch muoz echt ich in klage sîn SM:Had
39: 2,6;
ich enruch, wie viel uwer ist, das echt ich uch alle
uberwinde und uch meistere Lanc
157,22.
144,22;
jnhein man alde wib der dissis gvotis hat, der sol niene drumbe zi
rehte stan [es rechtlich verantworten] wan vf der
phallinze [Pfalz] zi sante Gallin vnd eht vor dim
abte UrkCorp (WMU)
173,20.
902,1.
– etw. aus einer (gedachten) Menge ausschließend, nach einem
exzipierenden Ausdruck zur Kennzeichnung des ausgeschlossenen
Satzgliedes:
dîe der hûser nehábent. sunter ókkeret uílz hûs
Will
9,5.
97,8;
vnd hans in geben als fv́r lidig eigen, âne eht ein stv́ke, lit im
jvngen berge UrkCorp (WMU)
1004,12;
vrien gewalt, die vor genanden winegarten ze verkoffenne
[...], wan eht cloisterne allaine ebd.
1182,16.
– in konditionalen Satzgefügen, zur Kennzeichnung des in Frage stehenden
Satzglieds, dem es vorangestellt ist:
vnd schvͤln mir dann die pfenning gevalen, ob ich die ansprach ot
verrihtt han UrkCorp (WMU)
3555,29;
wirt oͮch et me dan ein vrteilde vber daz selbe gvͦt gisprochin ebd.
173,22
1.2
bezogen auf den ganzen Satz als Abtönungspartikel zur Akzentuierung der
Sprecherhaltung (i.d.R. dem Verb, ggf. der Prädikatsgruppe, nachgestellt und vor
anderen Adv. bzw. Partikeln):
– einen gefühlten Gegensatz signalisierend ‘doch, aber, trotzdem’
‘diu [Nachricht, dass es
tagt] solt du [Wächter] mir
verswîgen gar. / [...] / sô belîbet hie der geselle
mîn.’ / ‘er muoz et hinnen / balde und ân sûmen sich’ MF:
Wolfr
2: 3,1;
‘lâ stân, Tristan, versinne dich, / niemer genim es
keine war.’ / sô wolte et ie daz herze dar; / wider sînem willen crieget er
Tr
11748.
– den Aufforderungscharakter der Aussage unterstützend ‘denn, doch’
er sprach zuo dem recken: nu rât et, wie ich tuo. /
[...] / nu râtâ degen Sîvrit, waz dich des
dunke guot getân NibB
313,1;
du rehtez sumertöckel! / reitval din har, rehte als
ichs wünschen solde. / gedrat dine brüste. / nu tanze eht hin, min liebez,
min gelüste Tannh
11,22;
so vnderwind sich mein herre bvrig [d.i. burc
] vnd gvtes vnd brief, vnd tv od [d.i.
ot
] sin genad an den, di mein enberen mvzzen UrkCorp
(WMU)
898,18.
– eine Rückversicherung des Sprechers, einen Nachdruck der Aussage
ausdrückend, Bestätigung von sich oder anderen fordernd ‘wohl, doch’
dô sprach diu vrouwe Kriemhilt: ‘daz muoz et nû
geschehen. / sît du mînes mannes für eigen hâst verjehen’
NibB
827,1;
swen twinge durstes nôt, der trinke hie daz bluot. /
[...] / ez enmac an disen zîten et nu niht
bezzer gesîn ebd.
2114,4;
er tet vil rehte als elliu kint, / diu selten
vorbesihtic sint: / er nam vür sich niht sorgen war, / wan lebete und lebete
und lebete êt dar Tr
304
2
Konj.
2.1
bezogen auf das Verhältnis von Satzgliedern
2.1.1
komparativ ‘als’
er sprichet: ist iuwer sele niht edeler et iuwer ezzen? PrSchw
1,105;
wan dc ist in vil lieber et alliu andâht ebd.
1,47
u.ö.
2.1.2
alternativ ‘oder’
daz sie bereite waren, / gesigen eht tot vervaren Macc
2502
2.2
bezogen auf den ganzen Satz zur Einleitung konditionaler Sätze (2
5Mhd. Gr. § S 174, Anm. 2), meist solcher, die auch ohne Konjunktion
gebildet werden können; eht verdrängt dann das Verb aus der
Spitzenstellung ‘wenn nur, sofern’
Jacob sprach des nehein durft wâre, et ime diu gnâde
gescâhe / daz er hête sîne hulde Gen
1586;
nieht ist des ich mich scame et dû gnâdich bist ime
ebd.
2416;
et wir hie moͤhten hin komen, wir koͤmen doͤrt och etwen hin PrSchw
1,47;
eht in got behuͦte vor den meisten gebresten,
[...], so duhte in, dez gemeinen
[Sinnens, Wollens] moͤhti nit ze vil werden
Seuse
8,6;
setzent úch uf eine stetikeit, uf einer stat zuo blibende, die stat si wo
si welle, ehte sú göttelich ist MerswBrf
283.
–
~ daz:
ich lieze hie diu lant bewarn / und berihten, swer
der wolte, / et daz ich mit iu solte [wenn ich nur mit Euch
kommen könnte]
Tr
14212
2.3
als Teil des subjunktionalen Syntagmas die wîle eht (vgl. die
wîle und/ daz
2
5Mhd. Gr. § S 163):
also, dc v́nserem gotzhus dannan hin eweclich allú jar
[...] sehs phûnt wâhsses von dem selben zehenden
werden gerihtet, die wile eht er so vil vergelten mag UrkCorp (WMU)
1501,3
MWB 1 1505,46; Bearbeiterin: Baumgarte
eht
stN.
zumeist in Texten nd. Herkunft.
1
‘Ehe’
2
‘Stand, Geburtsrecht’ (Zustand, in dem jmdm. alle Rechte und Pflichten
zukommen, die ihm durch seine gesellschaftliche Stellung von Geburt an zustehen;
vgl.
ahte
2.1 ), meist in Kombination mit rëcht
1
‘Ehe’
swer wîb zu echte nimet unwizzene, der her nicht habn en muͦz, und kindere bî
ir gewinnet, [...] ez en schadet den kinderen zu irme
rechte nicht SSp (W)
3:27;
etteliche sind beschriben zv dem echte, etteliche zu der kuscheit, etteliche
zv dem magetuͦme PrLpz (L)
47,16;
hierher, anders als Glr.z.St., wohl auch alle Stellen bei
Brun :
der heilige geist hete ein echt / mit Marien gedeckit
[eine heimliche Ehe ] daz ist snel, / do von geborn
wart Emanuel [Sohn der Jungfrau (vgl. Is 7,14 und Mt
1,23)]
Brun
5326.
1975;
ditz sint witwen daz ist slecht / und gene di do halden ir
echt / nach dem vorbeschrebin rechte ebd.
8490;
bi Job ist bezeichent daz echt [unverbrüchliche
eheliche Treue?, vgl. Iob, 31,1-11]
ebd.
5119.
5316
2
‘Stand, Geburtsrecht’ (Zustand, in dem jmdm. alle Rechte und Pflichten
zukommen, die ihm durch seine gesellschaftliche Stellung von Geburt an zustehen;
vgl.
ahte
2.1), meist in Kombination mit rëcht:
doch mûz ein man sîn echt und sîn recht baz behalden mit gezcûge, denne man in
mit gezcûge dar ab gewîsen müge SSp (W)
3:28,1;
ab iz an ir echt oder an ir recht geht StRFreiberg
202,30;
in der achte belef he jar unde dach, darumbe ward eme verdelet echt unde recht
unde egen unde len SächsWchr
230,22
MWB 1 1507,27; Bearbeiterin: Baumgarte |