Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   erwërfen - erwischen    


erwërfen stV. 1 ‘jmdn. (mit einem Wurfgeschoss) töten, erschlagen’
2 ‘jmdn. plötzlich wohin treiben, bewegen’
3 von Tieren ‘Junge gebären, werfen’
   1 ‘jmdn. (mit einem Wurfgeschoss) töten, erschlagen’ do Abimalech den lip / virlos und in irwarf ein wip RvEWchr 19325; der rapp flog für das schülerlin. / ez lait daz brot vnd den käsz hin / vnd wolt den rappen erworffen han FuchsRabe 25. ze tode ~ : einen stein ungefüegen den stiez er [ein Heide] in den graben. / dâ wolte er den kleinen ze tôde erworfen haben OrtnAW 278,4. – häufig passivisch: der keiser nîtlîchen / die stat anfehten gebôt. / von der mûren manger tôt / erschozzen und erworfen wart ErnstD 1315; eins andern tages hub sich ein batellen von den Romern und des keisers dienern, do wart erworfen der bischof von Lutech und der appet Giels von Wiszenburg ClosChr 66,11; Kreuzf 2927. – Part.-Adj.: man saget grôziu mære: / Grandengrûs der lîge tôt / mit einem steine erworfen Virg 808,8; vil unde âne mâzen / lac ir erworfen und erslagen / von allem teile Kreuzf 3175. 2958    2 ‘jmdn. plötzlich wohin treiben, bewegen’ sych hub ain sturmwetter groß: / der wint pließ, des meres doß / erwarf sy in ainer weyl / hin dan wol hundert meyl, / das der mornere [Schiffsherr] / enwest nicht wa er ware HvNstAp 14776    3 von Tieren ‘Junge gebären, werfen’ daz diu lewin daz welf totez erwirfet JPhys 1,25. 8,9; do die juden daz rote chalp / opferten als ez solde sein, / du erwarf daz chalp ein læmpelin / under der diaken handen GvJudenb 3970; izzet diu wild varchmuoter vil aicheln wenne si tregt, sô derwirft si BdN 121,29. 127,29; MillPhys 59,2

MWB 1 2173,51; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwërgen stV. ‘erwürgen, ersticken’, in den Belegen passivisch verwendet: der angel was diu gotes chraft, / da der tot wart ane irworgen MarldM 33; wa fraist ir ie uon luten / also ummazen craft, / daz si den langen haizen tác / in ir wafen waren, / unt di geroͮweten uor in lagen, / in ir aigen pluͦte erworden [La. erworchen ] ? Rol 5147

MWB 1 2174,18; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwerigen swV. erwern

MWB 1 2174,26;

erwërken swV. 1 ‘auf jmdn. einwirken’
2 ‘etw. bewirken, erwirken’
   1 ‘auf jmdn. einwirken’ unser herre ruͤffet driger hande lúten. den einen mit offenbaren schanden, umbe daz er ime den grunt behalte und in in [La. hie ] nochmoles erwerke Tauler 65,18    2 ‘etw. bewirken, erwirken’ die trûwe lônet manegen man, / die trûwe dat irwerken kan, / dat der sêle heil geschiht Crane 4877

MWB 1 2174,27; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwermen swV. ‘etw. erwärmen, warm machen, erhitzen’ dîner frouwen tuo der winter wê / an ir linden füezelîn. / sîts ir sô / smerzent, diu wil ich erwermen KLD:VdK 2:6,9; swane der svdenwint wehit so erwermet er die erde PrLpz (L) 92,28; Job, du irwermes nicht / des struzen eyger in der schicht / des sandes Hiob 14497; der stain mag nümmer erwermt werden von dem feur, er beleibt allzeit kalt BdN 448,1; HvBurg 4827. – ‘jmdn. erwärmen’ unde vor grozin wetagin nam iz [Kind] di mutir in den schoz unde meinte si wolde iz erwerme Köditz 96,28; so er daz getut, so wirt sin herze irzuͦndet von dem heiligen geiste und ist im, als der da vrostich get zu einem vuͦre und da von wirt er irwermit PrLpz 316,25. – refl. ‘sich erhitzen’ swer sich sere erwirmit hat zcu rosse. [...] der sal kaldiz wazzer midin SalArz 19,43. – übertr., in religiösen Texten ‘jmdn. (die Seele) erwärmen, entzünden’ herzenlieber hêrre, nû begiuz mit dînem minneheizen bluote die dürre mînes herzen, daz ez tugende vruhtbær werde, und erkücke und erwerme mîne erloschene gerunge DvASchr 379,2; die selen die durch milden rat / gotes geist erwermet hat / an willen vnde an gemute Pass I/II 118,15; gene di von sunden kalt / sint und an misseteten balt / di irwermet si [Sonne als Metapher für Maria] mit ir hitzen / daz si an gotis libe switzen / und brinnen sam ein vur Brun 4887; Vät 20245

MWB 1 2174,34; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwern swV. auch erwerigen ( Gen ). 1 ‘etw. vermeiden, verwehren’
1.1 ‘etw. abwenden, verhindern’
1.2 ‘jmdm. etw. verwehren, verbieten’
1.3 ‘jmdm. etw. benehmen’
2 refl.
2.1 ‘sich von etw. abwenden, vor etw. bewahren’
2.2 ‘sich wehren, sich verteidigen’ , ohne Objekt
2.3 ‘sich jmdm. entziehen, entgegensetzen, sich jmds. erwehren’ , mit Dat. oder Gen. d. P.
2.4 ‘sich vor etw. schützen, retten’ , mit Gen. od. Dat. der S.
3 ‘etw. verteidigen’ , mit Akk. d. S.
   1 ‘etw. vermeiden, verwehren’    1.1 ‘etw. abwenden, verhindern’ si zôh iz [Schwert] von der scheiden, daz kund er niht erwern NibB 2373,1; sô daz [Gewürz] mit triten wart gebert, / sô was dâ sûr smac erwert Parz 790,6. 191,8; ab einez kan si niht erwern, / mir ensî noch fröiden hoffenunge bî KLD:UvL 14: 1,7; Lanc 229,33    1.2 ‘jmdm. etw. verwehren, verbieten’ mirn mac daz nieman erwern / zewâre, ich enwelle ernern / mînen herren unde mich AHeinr 841; wie welt ir / mir erwern die lant strazzen? / ir muͤzet mich riten lazen StrKD 41,71; wan ich hân im vorgeseit / got und die rehten kristenheit / und hân im valsche gote erwert RvEBarl 8079; SpdtL 131,3; StRFreiberg 1,30. – mit Dat. d. P. und Obj.-Satz (mit Korrelat im Hauptsatz): ‘von mym lande sint etschlich’, sprach myn herre Gawan, ‘die es uch wol sollent herweren das ir der frauwen keynen gewalt sollent thun.’ Lanc 328,30    1.3 ‘jmdm. etw. benehmen’ zuo dem scheiden, / daz uns beiden / manige vröude hât erwert MF:Reinm 55: 6,3; dîn minneclîcher zorn hât mir vil vröide erwert MF: Wolfr 6: 5,2    2 refl.    2.1 ‘sich von etw. abwenden, vor etw. bewahren’ daz sîn lîp mit triwen vert / und sichs valsches hât erwert Parz 322,22; daz er Gâwânen het ernert / und sich selben untât erwert ebd. 413,28; zi himele ker wir noch unseren muot / nach unser aller heile / unde erwerin uns der helle vor dem urteile Wahrh 134; wan nieman alsô kündic ist, / der sich der minne müge erwern UvZLanz (K) 4055    2.2 ‘sich wehren, sich verteidigen’, ohne Objekt: vrowe, wilt du mich genern, / sô sich mich ein vil lützel an. / ich enmac mich langer niht erwern, / den lîp muoz ich verlorn hân MF:Mor 19: 3; daz ez iu an den lîp gât, / ob ir iuch niht muget erwern Iw 4079; vrou minne vie den rîter sâ / und zôch in in ir hamît / gewalticlîche âne strît, / daz er sich niht mohte erwern Wig 4142; ob er die zweyhundert [Ritter] wiedder hett, ob er sich dann erwern möcht Lanc 473,10. 547,31. – ‘sich auf dem Rechtsweg wehren, schützen’ der sun antwvͥrtet nvͥt an dez vater stat in lehen rehte, ez ensi danne daz er guͦt habe in siner gewalt da der vater vmbe beclaget wurde do er lebete oder ob im gewette erteilet were do er lebete vf sinem guͦte, daz sol er geben er mvͥge sich danne zerehte erweren SchwSp 195a. – ‘sich gegen etw. wehren’, mit Gen. d. S.: ouch lâgen im gelîche / zwei rîchiu künicrîche; / der gewaltes hêt er sich erwert Wig 10496; ern kunde sich des niht erwern, / ern müese im daz lant rûmen Eracl 2510; allez daz sich ein herz von natur schamen sol, daz ir ú dez nit erwerren mugent Seuse 73,3; das uch unrecht were geschehen oder laster des ir uch nit kunnent erweren Lanc 37,6. – ‘etw. unterdrücken, nicht zeigen’ nach disen wortin ving si einen starken mut unde erwerte sich der zeere unde ging uz der kirchen Köditz 64,32. – ‘sich gegen jmdn. wehren, verteidigen’, ohne Obj. wir svln vns harte wol erweren / vnde vnser lant wol generen / vnde die festen dar mite. Herb 10941; des enweiz er niht, wie lange vrist / sich Oransche müg erwern Wh 124,27. – mit Gen. oder Dat. d. P.: ein werdiu bruoderschaft: / die hânt mit werlîcher kraft / erwert mit ir handen / der diet von al den landen Parz 473,7; maht du dich eins wîbes niht erwern KLD: BvH 16: 1,10; daz wir mit dem uaterlichen segene / uns dem tuuele muzin irwerin, / der uns des riches wolde enterben Litan 1389; er ne mah sih niemer mih irweren SAlex 2098. wider jmdn. ~ : darumb wil ich zu erst wißen was mannes er sy, ob er sich mög erwern wiedder mich Lanc 27,29; ich wolt michs erwern wiedder beßer ritter dann ir sint ebd. 216,7    2.3 ‘sich jmdm. entziehen, entgegensetzen, sich jmds. erwehren’, mit Dat. oder Gen. d. P.: unser ist luzzil, ire menige ist michil. / uns newelle got nerigen wir nemagin uns in nieht irwerigen Gen 1654; dâ bî man solde wizzen daz / sich niht [ nichts ] erwerte sîm gebot Wig 6574; di burgære, di en mohten / sich niht erwern der geste: / si drungen in di veste UvZLanz (K) 161. – ‘sich einer Sache entledigen’, mit Gen. d. S.: dô di lieben geverten / unfröude sich erwerten / mit fröude maniger künne UvZLanz (K) 2358    2.4 ‘sich vor etw. schützen, retten’, mit Gen. od. Dat. der S.: daz sag ich uch: daz wilde mer / mocht sich mit nihte des erwer, / ob sie einen vinger dar ein stieße Minneb 1922; daz reht habe wir uns gemacht / mit unsers gewaltes kraft / und mugen uns erwern niht des unrehts / daz uns geschicht WälGa 4067; wande er [ vischære ] sich alsus nerte, / sîniu kint erwerte / dem bittern hunger alle tage / niuwan mit sînem bejage Greg 1206; daz du dich vor hunger nertest / oder dich dem vroste erwertest StrKD 4,310    3 ‘etw. verteidigen’, mit Akk. d. S.: mit mînem lîbe / mac ich den brunnen niht erwern Iw 2059; unser habe, iuwers sunes guot, / daz wir vil kûme erwerten, / ungerne wirz verzerten / âne iuch Wh 262,21; ich trûwe verre baz / mîn lant erweren und die stat Wig 10165; SM:Gl 2: 4,10. – ‘jmdn. vor etw. verteidigen / retten’, mit Akk. d.P. und Dat. oder Gen. d. S.: er wolt in gerne nerigen, deme tôde erwerigen Gen 1799; wie haben wir, hêrre trehtîn, / den vînt vür den vriunt ernert, / dem übelen tôde zwirnt erwert / mit unser selber handen / unsern vînt Tristanden Tr 10380; liebez kint, sagan, / sagan, waz hat dich ernert / und der grozen hitze erwert, / daz si dir nicht mac schade sin MarLegPass 25,434; sô lebet doch iemer sîn [Artus] name. / er ist lasterlîcher schame / iemer vil gar erwert Iw 19. von etw. ~ : swer den sichtum hat. der stirbit allir meist an deme andirn oder an deme dritten tage. da uon ist he mulich zu erwerende SalArz 51,51. – ‘etw. standhalten’, mit Dat. d. S.: war sî dur kurzewîle vert, / da hât daz lieb dem leide erwert SM:Wi 9: 11,2. vor etw. ~ : iane macht uor den guten spiezen / ir schilte nehaine wile erweren Rol 4825

MWB 1 2174,63; Bearbeiter: Pfefferkorn

1erwërn swV. ‘etw. aushalten, ertragen’ hie ergie sô manec grimmer slac / daz die werlt wol wundern mac / von helmen und von swerten / daz si ez erwerten Er 9155; wan swie doch gotes heimlîche ob allen dingen sî, sô muoz man doch etewenne underlâz haben dar an durch des lîbes krankeit, daz erz erwern müge DvASchr 327,1; Greg 3357. – mit possessivem Dativ: alsô werte dirre strît / von morgen unz nâch mittem tage. / ‘geselle Hartmann, nû sage, / wie erwerte inz der lîp?’ Er 9170

MWB 1 2176,55; Bearbeiter: Pfefferkorn

2erwërn swV. 1 ‘etw. machen, errichten’
2 ‘jmdm. etw. vermachen’ , mit Präp.-Obj. d. P.
   1 ‘etw. machen, errichten’ do liez er balde erwern / einen holzhufen. diz geschach. / darin man zornlich werfen sach / diz reine gotes gesinde Pass III 501,74    2 ‘jmdm. etw. vermachen’, mit Präp.-Obj. d. P.: als der chunig Oswaldus tet, / der mit chewsch und mit gepet / sein tag nach got verczert; / sein hab er auf die armen erwert Märt 15155

MWB 1 2177,1; Bearbeiter: Pfefferkorn

erweschen stV. → erwaschen

MWB 1 2177,9;

erwetten swV. ‘jmdm. etw. (symbolisch) übergeben (bei einer Trauung)’ wa ich ivv erwette so getaniu aigen, so ich in swabe herschepte han Trauformel 11; wa ich iw erwete scaz un̄ schillinch un̄ golt un̄ gimme un̄ allen den tresen, den ich hute han oder vurbaz gewinne ebd. 21. 5. – ‘mit jmdn. einen Bund/  Vertrag schließen’ ich [ Adonay ] bin des heres got / unde habe in erwettôt, / daz ich in welle geben, / dâ si sâliklîche leben, / lant ir ellendes Exod 1144

MWB 1 2177,10; Bearbeiter: Pfefferkorn

ërwider Adv. s. a. hërwider. ‘zurück’ vil schiere der ellende [Erec] / sîne kraft herwider [La. er wider ] gewan Er 9220; dû maht etewenne mêr gnâden unde sælden dâ erwerben danne einer der ze sant Jâcobe loufet und erwider PrBerth 1:459,28

MWB 1 2177,20; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwigen swV. ‘ermatten’, refl.: Ekunat gesigete mit starken, jungen armen. / da von sich doch erwigete sin kraft JTit 4277,2

MWB 1 2177,26; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwîhen stV. ‘(jmdn.) ermatten, schwächen’ die slege heten in erwigen / daz im diu varwe gar erbleich und im diu kraft sô nâch entweich Er 5721; dô dâht’ der herre Dietrîch: du bist in nôt erwigen NibB 2351,1; schier was er so erwigen, / daz sein chraft was gar geswigen Krone 9312; Er 895. – refl.: her Gwîgâlois gestriten hêt, / [...] / er hêt sich alsô gar erwigen / daz er vür tôt ouch lac aldâ Wig 7768

MWB 1 2177,29; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwilden swV. ‘wild werden, verwildern’, von Pflanzen und Tieren: wan er [Baum] sô gar erwildet, / daz er ze jungest wênic birt / und er kein obez tragende wirt, / daz edel unde nütze sî KvWTroj 18588; der has vil gahes erwildet, swie lang er an dem bande si gehalten JTit 940,4. – übertr.: sîn [ der niender tugende pfligt ] wîn ist âne süeze, / erwildet ist sîn rebe KLD:Kzl 1: 2,16. – von Menschen auch: ‘verrohen’ erluͤht mir herr min sinne / [...] / daz ich mich mit staͤte richte an dich / [...] / e. daz ich gar erwilde ReimgebetHlGeist 16; die dan ir liep lânt erwilden und enwizzen wie sie vor liebe sullen gebâren: alsô liep sint die an einander, daz sie weder zuht noch mâze kunnen PrBerth 2:190,21; der visch bitivtit den sundære, der da erwildet ist in den sunden PrWack 36,20. – von der Welt: gar erwildet / ist diu werlt: die solt dû riuten. / hilf uns armen kristenliuten MarGr 18 422. – von den heidnischen Göttern: an dînem gote lît êren vil, / der dich hât gebildet. / mîne göter sint erwildet Heidin II 1814

MWB 1 2177,38; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwinden stV. 1 intr. ‘enden’
1.1 ‘an einer Stelle enden’ , mit Lokalbest.
1.2 ‘zeitlich enden, aufhören’
1.3 von Personen: ‘(mit etw.) aufhören, (etw.) abbrechen, (von etw.) ablassen’
1.4 ‘zurückkehren, umkehren, sich umwenden’
2 tr.
2.1 ‘etw. überwinden’ , mit Akk. d. S.
2.2 ‘jmdn. einer Tat überführen’
   1 intr. ‘enden’    1.1 ‘an einer Stelle enden’, mit Lokalbest.: dâ aver irwintet der ruke dâ stânt zwô huffe. / von den chliubet sich der lîp in zwei bein gelîch Gen 171; ich wâne aller dinge daz houbet sî anegenge, / unt des lîbes ente dâ diu verse erwinte ebd. 414; dâ der lendenierstric erwant, / etlîchiu het ein semftenier Wh 231,24. 197,9. – ‘bis zu einer Stelle reichen und dort enden’, an/  bi/  ob/  uf etw. ~ , partiell mit possessivem Dat.: ir deckelachen zobelîn / erwant an ir hüffelîn, / daz si durch hitze von ir stiez Parz 130,18; durh den arm und durh den schaft / quam daz swert gedrungen / und irwant ime an der lungen SAlex 1898; daz hâr im [ junkherre ] bî der erde erwant UvZLanz (K) 469; die selben gotes knehte / die truogen an ir schenkelen / lînhosen, die ob ir enkelen / wol einer hende erwunden Tr 2643; ûfem touwe der wâpenroc erwant Parz 122,2; Wh 410,20    1.2 ‘zeitlich enden, aufhören’ er hiez slahen ein lamp / div harmscar sa erwant / mit des lambes bluͦte VMos 41,3; dâ von ger ich bî dirre frist, / daz iuwer bete erwinde KvWTroj 21809; ein viur hât enbrennet sich / sô sêre in mînen sinnen, / daz sîn vil stætez brinnen / an mir niht erwinden wil RvEBarl 1667; wer kan dich [Sommer] volloben iemer? / wan dîn kunft erwindet niemer SM:AvR 3: 1,5; und ist diu naht von hinnen alze balde. / wer hât sî sô kurz gemezzen? / der tac wil niht erwinden MF:Wolfr 7: 2,10; sô nim den belz und decke mich. / lâ nieman în, des bit ich dich, / daz der sweiz nicht erwinde Boner 48,101; daz sî zestund ir strenge ließ erwinden SM: Tu 2: 11,5; lât mir sorge swinden, lât mich fröide vinden, / lât den kriec erwinden KLD:GvN 14: 2,3    1.3 von Personen: ‘(mit etw.) aufhören, (etw.) abbrechen, (von etw.) ablassen’ unt wil du niht erwinden, sprach der künec dô, / so bin ich dînes willen wærlîchen vrô NibB 53,1; sît ir niht welt erwinden, so besendet iuwer man, / die besten, die ir vindet ebd. 1472,1; rât irz, ich erwinde / unt sag iu fürbaz niht mêre Parz 401,28. – mit Temporalsatz: du wilt nit erwinden, e daz du an dez túvels sail wirst gebunden Seuse 369,28; so nemt mih danne bî dem beine. / ir sunt niht erwinden, ob ich weine SM:St 11: 5,8; also erwindent si niht vntz si gevahent den grvnt der diemvͤticheit PrBerthKl 2,89. – mit Gen. d. S.: bit in frowe, daz er irwinde / sulhes zornis Litan 1208; frowe, dort vert ein rîter her / mit ûf gerihtem sper: / der wil suochens niht erwinden Parz 593,25; lâ den muot varn unde erwint / der trügelîchen valscheit, / die dîn herze nâhen treit RvEBarl 8690; StrKD 47,10. an, von etw. ~ : der wîbe lœn sint süezze und lind. / swer der bevindet, der erwindet / an ir dienste nicht SM:Had 53: 8,8; wir wolden gar erwinden / von dem laster lebene MarLegPass 21,394. – subst.: mangil grôz bevînc / sî und ire luite, / daz sî durre huite / von pferdin unde rindin / mûstin ân irwindin / ezzin vor dî hungirnôt NvJer 12552    1.4 ‘zurückkehren, umkehren, sich umwenden’ er [Parzival] dâhte, ob ich erwinde, / ich gên ungerne in dirre schar Parz 450,12; der gebvre begonde erwinden, / er wante den bachen vinden ReinFu K,475; kæm ich iemer dar, da ich si funde, / niemer ich erwunde SM:Wi 1: 1,8; nv kere vnde erwint! / des bit ich dich durch diz kint Herb 9761    2 tr.    2.1 ‘etw. überwinden’, mit Akk. d. S.: iegelicher ungemuͦete / muͦste schier erwunden sin RvEWh 2679; daz ich [Dacianus] die cristenliche kraft / an im [Georgius] nicht mac erwinden Pass III 261,1    2.2 ‘jmdn. einer Tat überführen’ is dan daz he inheimis is den min biclagit heit, unde incumit he nicht vuri, so is he der clagi irwundin Mühlh 134,24; intuit su des nicht, so is su der clagi urwundin ebd. 168,4

MWB 1 2177,59; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwinken stV. ‘wanken, sich neigen’ nieman swert gen slage sach erwinken JTit 4111,3

MWB 1 2179,6; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwinnen stV. 1 tr. ‘etw. erreichen’
1.1 ‘etw. erlangen, erzielen, gewinnen’ , mit Akk. d. S.
1.2 rechtsspr.: ‘etw. gerichtlich zugesprochen bekommen, etw. vor Gericht erstreiten’
1.3 ‘jmdn. besiegen, vernichten’
1.4 rechtsspr.: ‘jmdn. einer Tat gerichtlich überführen’
2 refl. ‘wütend, zornig werden, sich erregen’ , in Verbindung mit ertoben
   1 tr. ‘etw. erreichen’    1.1 ‘etw. erlangen, erzielen, gewinnen’, mit Akk. d. S.: der welt lieb solt ir erwinnen MinneR 340 68. mit etw. ~ : als ob ein man mit arebeit / daz ding erwunnen mûste hân Erlös 2337; swenn man in [Löwe] jagen sol, / sô verstrîchet er dan sîn spor gar / mit dem zagel, daz ist wâr. / dâ mit wil er daz erwinnen / daz in nien müge der jeger vinden WälGa 12963    1.2 rechtsspr.: ‘etw. gerichtlich zugesprochen bekommen, etw. vor Gericht erstreiten’ wor eyn komer wirt angeleget umme gelt addir des glich, worde der nicht intredt innewennig vierczen nachten, als recht ist, so hat der cleger sine schult irwonen StRHeiligenst 43; do erwan Friderich mit dem urteil den zins vor uns an gerihte, daz he ime bleib UrkFrankf 2,185 (a. 1323). – mit Obj.-Satz: ich Bertold [...] und die gesworn daruͤber bekennen uffintlich [...], das die von Wetzflar han erclagit und erwonnen vor uns an dem lantgerichte [...], das he sie by irer friheide sal lain bliben UrkWetzl 1,478 (a. 1330)    1.3 ‘jmdn. besiegen, vernichten’ dû bist doch worden wol gewar, / daz sie nâch dîme lîbe stênt / und alle dage zû râde gênt, / wie sie dich erwinnen Erlös 4587    1.4 rechtsspr.: ‘jmdn. einer Tat gerichtlich überführen’ wer einin dotslag adir einin mort getuͦd [...] unde irwunnen wirt mit dem uͦrteile, daz her des mordis schuldig ist UrkFrankf 2,96 (a. 1318)    2 refl. ‘wütend, zornig werden, sich erregen’, in Verbindung mit ertoben: ob er sich ertobet / nâch ir minne unde erwunne, / erst ir ungewert Neidh WL 35:4,12; daz si sich ertoben unt erwinnen. / daz piute ich in ze lone unt ze minne ArnoltJul 464

MWB 1 2179,8; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwintern swV. ‘in die Zeit des Winters kommen’, übertr.: wenn der mensch ins allter kompt, / [...] / so ist er inn den wintter tagen / [...] / also ist der mensch eralltet / und auch erwynttert und verlan Teichn 714,63

MWB 1 2179,42; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwirbec Adj. ‘etw. durch Werben ausrichtend, gewinnend’ daz er des zu gote / wêr ein irwirbic bote NvJer 20711

MWB 1 2179,47; Bearbeiter: Pfefferkorn

êrwirdec Adj. , auch êrenwirdec (Seuse 49,21; JvFrst 8311) 1 ‘verehrungswürdig’ , häufig in relig. Kontext
2 ‘zum geistlichen Stand gehörig und deshalb besonders ausgezeichnet’
3 ‘herrlich, erhaben’
4 ‘angesehen, ehrenwert’ , von Personen
   1 ‘verehrungswürdig’, häufig in relig. Kontext: min kúngin, min werdú brut [Maria] , / min erwirdigú suͤsse WernhMl 14707; nu bit ich die selben erenwirdigen frowen [Maria] , daz ir [Seuse] von diser welt niemer gescheident, úch bescheh etwas sunder gnaden von ir Seuse 49,21. – ‘ehrfurchtsvoll’ zu deme sacramento sal man sich bereidin mit hitzigir begerunge und mit einir erwirdigin vorchte und mit einir luterin sanwizikeit Parad 137,33; halt dich in demuͤtkeit und in erwirdiger vorchte Tauler 152,7    2 ‘zum geistlichen Stand gehörig und deshalb besonders ausgezeichnet’ daz dritte sagit uns von dem erwerdigen herren, meister Cunrade von Margburg Köditz 4,25; do der voyte daz gesach, daz der erwirdige herre vor ime lach, do vorchte er vnser herrin zorn vnd viel zvͦz ime an die erde PrLpz (L) 76,35; ze Cluniakis er [Heinrich] dô kam. / im was gesaget mêre, / welch hêrschaft dâr wêre: / ez wêre ein êrwirdic leben EbvErf 2059    3 ‘herrlich, erhaben’ zuͦvallender lon lit an sunderlicher vroͤde, die dú sel gewinnet von sunderlichen und erwirdigen werken, mit dien si hie gesiget hat Seuse 245,2. 244,1; des wolde er [Jesus] werden hî gesmêcht / in der êrenwirdigen stat [Jerusalem] , / daz di schemeliche tât [...] dester grôzer wurde gesên JvFrst 8311    4 ‘angesehen, ehrenwert’, von Personen: die erwirdigen vnd frvmen leute Hermann und Johansen vnd Otten gebruder von Egendorf UrkEnns 5,189 (a. 1317)

MWB 1 2179,50; Bearbeiter: Pfefferkorn

êrwirdecheit stF. 1 ‘Ehrerbietung, Achtung’
2 ‘Herrlichkeit, Macht, Erhabenheit’
   1 ‘Ehrerbietung, Achtung’ schwester Ofmya von Múnchwil [...] was von irem tugenthaften hailigen leben den schwestren als lieb und als wert das man sy in groser erwirdikait hat Stagel 32,5; sie zôch sich bî der muomen [der heiligen Kunigunde] gnuoc / durch liebe, die sie zuo ir truoc / unt durch ir êrwerdekeit EbvErf 3593; PrLeys 106,3    2 ‘Herrlichkeit, Macht, Erhabenheit’ do sol [...] die sele [...] legen sich fúr die porte der grossen erwirdikeit gotz, do got us smilzet in barmherzkeit Tauler 150,1; von der grosser kleinheit des menschen und der grossen erwirdikeit gotz des vatter ebd. 253,14; HvHürnh 11,8. 17,5

MWB 1 2180,17; Bearbeiter: Pfefferkorn

êrwirdeclich Adj. , êrwirdeclichen Adv. 1 Adv. ‘auf ehrfurchtsvolle Weise’
2 Adj. ‘ehrwürdig’
   1 Adv. ‘auf ehrfurchtsvolle Weise’ so ich in [ den heiligen gotis lichenamen ] auer genam, so nam ich in an riwe miner sunden unde an bihte unde an vorhte unde behielt in niht so ewirdiglichen, so ich uon rehte solte BenedGlB 359,68; wie man och wol durch soliche [kleinen oder schwachen] ding kome, so sint si im [einem guten Menschen] doch als gemint und als erwirklichen [La. erwúrdeklichen] gemint als si ie wurden Tauler 250,11; baidú mægte und wip [...] klaitent si [die verstorbene Maria] mit flisse wol / erwirdeklichen, als man sol / zem besten erwirdege lút WernhMl 13822    2 Adj. ‘ehrwürdig’ sie [...] hête klôsterlîche site / und êrwerdiclîche trite, / und enlieze sich niht leite / die wege der irrekeite EbvErf 3626

MWB 1 2180,31; Bearbeiter: Pfefferkorn

êrwirden swV. ‘etw. ehren, verherrlichen’ in hertzen und in sinnen / got fuͤrchten unde minnen, / des hat er sich von iugent / gewent mit maniger tugent. / er erwiͤrdet ritterleichen nam Suchenw 9,45. ouh die drinusside in der einnusside unde diu einnusside in der drinusside ze erwirdenne si [ veneranda sit ] WindbAthGl 143

MWB 1 2180,47; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwirken swV. 1 ‘etw. bewirken’
2 rechtsspr.
2.1 ‘etw. (gerichtlich) erreichen, durchsetzen’
2.2 ‘etw. genehmigt, zugesprochen bekommen’
   1 ‘etw. bewirken’ die heilegen mertelêre, / des kuneges vorvehtêre, / der guote sente Jorge / mit sîner starken schorge, / hâte er wunders vil erworht EbvErf 645    2 rechtsspr.    2.1 ‘etw. (gerichtlich) erreichen, durchsetzen’ dar nach sal man daz hus Greuenstein brechen, swanne der erzebisschof irwirket in eime iare an deme bisschofe von Paleburnen, daz iz sin wille si UrkCorp (WMU) 557A,17    2.2 ‘etw. genehmigt, zugesprochen bekommen’ wir swester Maͤchthild von Schâfhusen [...] verzihen uns alles dez rechtes gewonhait und der brieven, die man erwirket von Rôme oder anderswannen, da mit wir oder unser nâchkomen wider den koͧf moͤchten komen oder da wider reden UrkHeiligkreuztal 167,5 (a. 1331)

MWB 1 2180,54; Bearbeiter: Pfefferkorn

erwischen swV. 1 ‘jmdn. bei etw. überraschen, ertappen’ , mit Akk. d. P. und präp. Erg.
2 ‘jmdn. in seine Gewalt bekommen, fangen’
3 ‘etw. finden, erlangen, bekommen’ , Konkretes
4 ‘jmdn./ etw. plötzlich wahrnehmen, mitbekommen’
   1 ‘jmdn. bei etw. überraschen, ertappen’, mit Akk. d. P. und präp. Erg.: daz er dich niht erwische an sus getanen listen GenM 49,22; ob er in ze iungist ettewa / mit den sunden erwischet StrKD 166,37; Ottok 49517. – speziell ‘jmdn. bei einer Straftat aufgreifen, einer Straftat überführen’ ob ymant dem [!] anderen bey seinen eelichen veip erwischt StRPrag 125; swer aber an schedelichen dingen wirt irwischet, den sal man legen in unser vesten WüP 7d,5. 7d,7    2 ‘jmdn. in seine Gewalt bekommen, fangen’ mit sturme sie irwischten / ouch den kunic Joachym, / Nabuchodonosor im / den selben nam gevangen Daniel 124; StRFreiberg 59,11; ich enwil der kristenheit [der christlichen Kämpfer] nit lan / genesen swaz ich ir erwishe Rennew 12499. – ‘etw. (Tiere) fangen’ an des spiles ende, / dô greif si zu der wende / unde erwischte zwô nahtegal Rädlein 471; nim einen angel und ginc vischen. / einen visch solt du erwischen Philipp 5959; ich hân in grôzen wazzern vil gevischet / unt hân der grôzen vische niht erwischet RvZw 204,8. – ‘jmdn. / etw. zu fassen bekommen, erfassen, ergreifen’ hilf [Maria] uns daz uns iht erwische / gâher tôt MarGr 18 619; loͮfet di weîl ir des lebens lieht habt, daz evch div vinster des toͤdes iht erwîssche BrMün Prolog; wie ist ez kumen dar / daz dich in sin cloen ein ar / mit grymme hat der wischet Minneb 5093; ein ungehúre gebur mit einem ruͦssigen schoppen erwuste einen spiess und trang dur sú alle hin fúr Seuse 77,12; Cranc Jes 21,5; KvHelmsd 4645; OsekHL 121(Ct 7,8). 131(Ct 8,2). bi / mit etw. ~ : der wirt erwischte in [Ehebrecher] bî dem hâr / und schrê nâch dem gesinde sîn Wildon 2,84; do irwischte en der engil des herren mit sinem wirbil und trug en mit deme hare sinis houbtis Cranc Dan 14,35; Alph 1630. – übertr.: der alten lêre ist uns ein troum, / wenne diu werlt hât den zoum / aller untugent erwischet Renner 22483    3 ‘etw. finden, erlangen, bekommen’, Konkretes: dâ er einis tôtin / swert unde schilt irwischte / und in den strît sich mischte NvJer 14573; nuͦ herwuschte her Gâwein das schochzabel brett Krone 18868; daz vihe hât eines mannes zunge / erwischet und wænt sprechen wol WälGa 6447; swaz ich des erwische / daz dâ heizet sîn, / daz muoz allez wesen mîn Helmbr 1154. – Abstraktes (Glück, Lohn, Rat, Unheil usw.): der hât erwischt einn guoten rât, / der dâ lop erwerven wil WälGa 3804. 3228; wann er daz gelukch erwischet Teichn 333,70; die dâ heten erwischt / daz unheil an dem sic, / die wâren trûric Ottok 57468    4 ‘jmdn./ etw. plötzlich wahrnehmen, mitbekommen’ alsus samnet sich inein / ir beider geist undr in zwein. / die sich ze gote alsô mischent, / daz sie sînen geist erwischent, / die hânt ein gewissen burgen LvRegSyon 4078; wer ist der liebe des sie wartet? / Jesus der alsô suoze zartet. / sô man in an der warte erwischet, / von sîner kumft daz herze erhischet ebd. 113; zum sibenten male wisete er [Jesus] sich / den iungeren die da vischten / vnde in wol erwischten / in des gelouben tougen Pass I/II 95,14

MWB 1 2181,6; Bearbeiter: Pfefferkorn