e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ehse
F.
→
ahse
MWB 1 1505,39;
ehsen
swV.
‘mit einer Achse versehen’
ich [Maria] han geechset allen speren
[Himmelssphären] / beide ir hemmen und ir keren
Frl
1:17,26;
wie sich die sternen in loͮfe ruͤrent, / wie der himel geechset ist
Marner (W)
6:16,11
MWB 1 1505,40; Bearbeiterin: Baumgarte
eht
Adj., Adv.
→
êhaft
MWB 1 1505,45;
eht
Adv., Konj.
große Formenvarianz: êt, ehte, ecker,
erker(s), êtlet, oht, ôt,
oc(k), ocker(s), okkeret und ôtlot (vgl.
Behaghel, Dt. Syntax 3,162f., 2
5Mhd. Gr. § S 174, Anm. 2).
1 Adv., nur in Funktion einer Partikel 1.1 innerhalb des Satzes als Gradpartikel ein Satzglied, dem es i.d.R. vorangestellt ist, vereinzelnd und dadurch in positiver oder negativer Hinsicht hervorhebend 1.2 bezogen auf den ganzen Satz als Abtönungspartikel zur Akzentuierung der Sprecherhaltung (i.d.R. dem Verb, ggf. der Prädikatsgruppe, nachgestellt und vor anderen Adv. bzw. Partikeln) 2 Konj. 2.1 bezogen auf das Verhältnis von Satzgliedern 2.1.1 komparativ ‘als’
2.1.2 alternativ ‘oder’
2.2 bezogen auf den ganzen Satz zur Einleitung konditionaler Sätze ( 2
5 Mhd. Gr. § S 174, Anm. 2), meist solcher, die auch ohne Konjunktion
gebildet werden können; eht verdrängt dann das Verb aus der
Spitzenstellung ‘wenn nur, sofern’
2.3 als Teil des subjunktionalen Syntagmas die wîle eht (vgl. die
wîle und/ daz
2
5 Mhd. Gr. § S 163)
1
Adv., nur in Funktion einer Partikel
1.1
innerhalb des Satzes als Gradpartikel ein Satzglied, dem es i.d.R.
vorangestellt ist, vereinzelnd und dadurch in positiver oder negativer Hinsicht
hervorhebend:
– die Einzigartigkeit betonend ‘ausschließlich, allein, nur, bloß,
nichts als’
uuanta míh der vuérlte bedrûzet. unte míh ókkeret
mînes sponsi mínnon gelústet Will
31,8.
32,4.
52,43;
der trôst ot an ir einer lît KLD:UvL
14: 6,7;
niht anders si sich nerte, / wan daz si et vröude
zerte / mêre danne ir selber spîse Wh
265,28;
der vürste et selbe vierde reit: / niht mêre was ir
gesellekeit ebd.
246,3;
dirre rede wart begunnen / oht durch daz eine, / daz
Azoma [...], / bie der svnnen nahe lit, / in dem
oriente Herb
14302.
– jmdn. aus einer (gedachten) Menge hervorhebend ‘zumindest, gerade,
nur, ausschließlich’
ich bin sô rîche unt hân sô grôze habe, / daz ich
mînen vînden gefüege noch ein leit. / des wære et ich von Tronege Hagen
gerne bereit NibB
1396,4;
wan vogelîn singent widerstrît / so manigvalde
süezzekliche dœne. / doch muoz echt ich in klage sîn SM:Had
39: 2,6;
ich enruch, wie viel uwer ist, das echt ich uch alle
uberwinde und uch meistere Lanc
157,22.
144,22;
jnhein man alde wib der dissis gvotis hat, der sol niene drumbe zi
rehte stan [es rechtlich verantworten] wan vf der
phallinze [Pfalz] zi sante Gallin vnd eht vor dim
abte UrkCorp (WMU)
173,20.
902,1.
– etw. aus einer (gedachten) Menge ausschließend, nach einem
exzipierenden Ausdruck zur Kennzeichnung des ausgeschlossenen
Satzgliedes:
dîe der hûser nehábent. sunter ókkeret uílz hûs
Will
9,5.
97,8;
vnd hans in geben als fv́r lidig eigen, âne eht ein stv́ke, lit im
jvngen berge UrkCorp (WMU)
1004,12;
vrien gewalt, die vor genanden winegarten ze verkoffenne
[...], wan eht cloisterne allaine ebd.
1182,16.
– in konditionalen Satzgefügen, zur Kennzeichnung des in Frage stehenden
Satzglieds, dem es vorangestellt ist:
vnd schvͤln mir dann die pfenning gevalen, ob ich die ansprach ot
verrihtt han UrkCorp (WMU)
3555,29;
wirt oͮch et me dan ein vrteilde vber daz selbe gvͦt gisprochin ebd.
173,22
1.2
bezogen auf den ganzen Satz als Abtönungspartikel zur Akzentuierung der
Sprecherhaltung (i.d.R. dem Verb, ggf. der Prädikatsgruppe, nachgestellt und vor
anderen Adv. bzw. Partikeln):
– einen gefühlten Gegensatz signalisierend ‘doch, aber, trotzdem’
‘diu [Nachricht, dass es
tagt] solt du [Wächter] mir
verswîgen gar. / [...] / sô belîbet hie der geselle
mîn.’ / ‘er muoz et hinnen / balde und ân sûmen sich’ MF:
Wolfr
2: 3,1;
‘lâ stân, Tristan, versinne dich, / niemer genim es
keine war.’ / sô wolte et ie daz herze dar; / wider sînem willen crieget er
Tr
11748.
– den Aufforderungscharakter der Aussage unterstützend ‘denn, doch’
er sprach zuo dem recken: nu rât et, wie ich tuo. /
[...] / nu râtâ degen Sîvrit, waz dich des
dunke guot getân NibB
313,1;
du rehtez sumertöckel! / reitval din har, rehte als
ichs wünschen solde. / gedrat dine brüste. / nu tanze eht hin, min liebez,
min gelüste Tannh
11,22;
so vnderwind sich mein herre bvrig [d.i. burc
] vnd gvtes vnd brief, vnd tv od [d.i.
ot
] sin genad an den, di mein enberen mvzzen UrkCorp
(WMU)
898,18.
– eine Rückversicherung des Sprechers, einen Nachdruck der Aussage
ausdrückend, Bestätigung von sich oder anderen fordernd ‘wohl, doch’
dô sprach diu vrouwe Kriemhilt: ‘daz muoz et nû
geschehen. / sît du mînes mannes für eigen hâst verjehen’
NibB
827,1;
swen twinge durstes nôt, der trinke hie daz bluot. /
[...] / ez enmac an disen zîten et nu niht
bezzer gesîn ebd.
2114,4;
er tet vil rehte als elliu kint, / diu selten
vorbesihtic sint: / er nam vür sich niht sorgen war, / wan lebete und lebete
und lebete êt dar Tr
304
2
Konj.
2.1
bezogen auf das Verhältnis von Satzgliedern
2.1.1
komparativ ‘als’
er sprichet: ist iuwer sele niht edeler et iuwer ezzen? PrSchw
1,105;
wan dc ist in vil lieber et alliu andâht ebd.
1,47
u.ö.
2.1.2
alternativ ‘oder’
daz sie bereite waren, / gesigen eht tot vervaren Macc
2502
2.2
bezogen auf den ganzen Satz zur Einleitung konditionaler Sätze (2
5Mhd. Gr. § S 174, Anm. 2), meist solcher, die auch ohne Konjunktion
gebildet werden können; eht verdrängt dann das Verb aus der
Spitzenstellung ‘wenn nur, sofern’
Jacob sprach des nehein durft wâre, et ime diu gnâde
gescâhe / daz er hête sîne hulde Gen
1586;
nieht ist des ich mich scame et dû gnâdich bist ime
ebd.
2416;
et wir hie moͤhten hin komen, wir koͤmen doͤrt och etwen hin PrSchw
1,47;
eht in got behuͦte vor den meisten gebresten,
[...], so duhte in, dez gemeinen
[Sinnens, Wollens] moͤhti nit ze vil werden
Seuse
8,6;
setzent úch uf eine stetikeit, uf einer stat zuo blibende, die stat si wo
si welle, ehte sú göttelich ist MerswBrf
283.
–
~ daz:
ich lieze hie diu lant bewarn / und berihten, swer
der wolte, / et daz ich mit iu solte [wenn ich nur mit Euch
kommen könnte]
Tr
14212
2.3
als Teil des subjunktionalen Syntagmas die wîle eht (vgl. die
wîle und/ daz
2
5Mhd. Gr. § S 163):
also, dc v́nserem gotzhus dannan hin eweclich allú jar
[...] sehs phûnt wâhsses von dem selben zehenden
werden gerihtet, die wile eht er so vil vergelten mag UrkCorp (WMU)
1501,3
MWB 1 1505,46; Bearbeiterin: Baumgarte
eht
stN.
zumeist in Texten nd. Herkunft.
1
‘Ehe’
2
‘Stand, Geburtsrecht’ (Zustand, in dem jmdm. alle Rechte und Pflichten
zukommen, die ihm durch seine gesellschaftliche Stellung von Geburt an zustehen;
vgl.
ahte
2.1 ), meist in Kombination mit rëcht
1
‘Ehe’
swer wîb zu echte nimet unwizzene, der her nicht habn en muͦz, und kindere bî
ir gewinnet, [...] ez en schadet den kinderen zu irme
rechte nicht SSp (W)
3:27;
etteliche sind beschriben zv dem echte, etteliche zu der kuscheit, etteliche
zv dem magetuͦme PrLpz (L)
47,16;
hierher, anders als Glr.z.St., wohl auch alle Stellen bei
Brun :
der heilige geist hete ein echt / mit Marien gedeckit
[eine heimliche Ehe ] daz ist snel, / do von geborn
wart Emanuel [Sohn der Jungfrau (vgl. Is 7,14 und Mt
1,23)]
Brun
5326.
1975;
ditz sint witwen daz ist slecht / und gene di do halden ir
echt / nach dem vorbeschrebin rechte ebd.
8490;
bi Job ist bezeichent daz echt [unverbrüchliche
eheliche Treue?, vgl. Iob, 31,1-11]
ebd.
5119.
5316
2
‘Stand, Geburtsrecht’ (Zustand, in dem jmdm. alle Rechte und Pflichten
zukommen, die ihm durch seine gesellschaftliche Stellung von Geburt an zustehen;
vgl.
ahte
2.1), meist in Kombination mit rëcht:
doch mûz ein man sîn echt und sîn recht baz behalden mit gezcûge, denne man in
mit gezcûge dar ab gewîsen müge SSp (W)
3:28,1;
ab iz an ir echt oder an ir recht geht StRFreiberg
202,30;
in der achte belef he jar unde dach, darumbe ward eme verdelet echt unde recht
unde egen unde len SächsWchr
230,22
MWB 1 1507,27; Bearbeiterin: Baumgarte
ehte
stF.
→
ahte
, →
1âhte
, →
êhafte
MWB 1 1507,54;
ehtec
Adj.
→
ahtec
, →
æhtec
, →
êhaftec
MWB 1 1507,55;
ehtelôs
Adj.
zumeist in Texten nd. Herkunft.
‘seines angeborenen Platzes in der Gesellschaft beraubt’ (d.i. ohne die Rechte,
die jmdm. durch seine gesellschaftliche Stellung von Geburt an zustehen; zu
eht
stN. 2; vgl.
êlôs
):
ez ist manic rechtelôs, der nicht en ist echtelôs. wen ein rechtelôs man mûz
êlich wîb nemen und kindere bî ir gewinnen, die ebenburdig sîn SSp (W)
1:51,1
MWB 1 1507,56; Bearbeiterin: Baumgarte
ehten
swV.
zumeist in Texten nd. Herkunft.
‘verheiraten’
Maria hoe geechtet was / daz schribet offenbar Lucas: / quod
enim in Maria natum est de spiritu sancto est. / diser rede ger ich allirmeiste, /
her sprach: iz ist von dem geiste / waz von Marien ist geborn Brun
5318
MWB 1 1508,1; Bearbeiterin: Baumgarte
ehten
swV.
→
ahten
, →
âhten
, →
êhaften
MWB 1 1508,7;
ehter
stM.
→
2æhtære
MWB 1 1508,8;
ehtlîche
Adv.
zumeist in Texten nd. Herkunft.
‘ehelich’ (vgl.
êlich
Adj., Adv.):
die êlîche und echtlîche zu samene komen sîn SSp (W)
1:3,3
MWB 1 1508,9; Bearbeiterin: Baumgarte
êhûsvrouwe
stF.
‘Ehefrau’ (vgl.
hûsvrouwe
):
ob er iht hab ain ehvsvrawen oder gemahel
SpitEich
5,16;
swelhe brvder oder swester [...] mit
ainem eman oder ehavsvrawen vnkvsch tvet ebd.
17,24
MWB 1 1508,12; Bearbeiterin: Baumgarte
ei
stN.
Gen. auch eiges (z.B.
Lucid
17,9
s.u. 2.3), Pl. auch eiger (z.B.
StRAugsb
49,7
).
‘Ei’
1 das Ei verschiedener Tierarten 2 i.d.R. das Hühnerei 2.1 als Nahrungsmittel (auch als Abgabe und Ware) 2.2 als Bestandteil von Heilmitteln 2.3 als Vergleichsgröße aus der Alltagserfahrung 3 in Wendungen (weitere Belege vgl. Friedrich, Phraseolog. WB, S. 141-143) 3.1
etw./sich als ein (gebraten) ~ spalten/ teilen/
klieben
‘etw. (mühelos) in zwei Hälften teilen’
3.2 als Gegenstand von geringem Wert 3.2.1
jmdm. als ein ~ sîn als Ausdruck der Geringschätzung 3.2.2
eines (halben) eies wërt 3.2.3
als ein ~ wëgen (?) 3.2.4
ein halbeʒ ~ vür etw. nëmen 3.3 zur Verstärkung einer Verneinung 3.3.1
niht ein (halbeʒ) ~
(vgl. das gleiche Verneinungsmuster bei anderen Wörtern, die
Geringfügigkeit ausdrücken können, z.B.
bône
,
hâr
,
strô
) 3.3.2
niht umbe ein (halbeʒ) ~
4 in Sprichwörtern oder in Anspielung darauf (vgl. TPMA 2,374. 375. 377; 6,208. 210; 7,34)
1
das Ei verschiedener Tierarten:
der vogel [der Rabe] hât die art,
[...], wen diu si ir air prüet, sô pringt ir der er ze
ezzen BdN
176,26;
JPhys
23,7;
SalArz
18,28;
daz mêrer tail der vischair verderbent, wenn der rognær diu
air læzt BdN
243,21;
Plinius spricht, daz diu egdehs niht prüet ob irn airn oder
ob irm gesmaiz ebd.
274,16.
249,4.
263,23.
294,34
2
i.d.R. das Hühnerei
2.1
als Nahrungsmittel (auch als Abgabe und Ware):
so mache ein groz blat von eiern, daz die pfannen alle
begrife BvgSp
51.
82.
52
u.ö.;
Himmelr
9,17;
StatDtOrd
40,25;
siben schilling vnde czwey schock eyer zcu ostern ebiges zcinsis gibit der
kirchner czu Waltkirchin von seynem ampte UrkCorp (WMU)
222BA 2,9
u.ö.;
UrbBayÄ
120;
umb den furkauf uber kese und eyer WüP
26,2;
StRAugsb
49,7
2.2
als Bestandteil von Heilmitteln:
se [die Heilpflanze Wegebreit]
heilet ouch das gebrante gestosen mit dem wissen des eies Macer
6,7
u.ö.;
SalArz
36,49
u.ö.;
nim daz eie daz an den heiligen ze wihennahten geleit
werde. vnde brenne ez ze pulvere Ipocr
336
u.ö.
2.3
als Vergleichsgröße aus der Alltagserfahrung:
einen stein als gross als ein hennen ey SchwSp
160b;
Wig
6585;
er sluog in daz diu scheitel / im zerclahte sam ein ei
KvWHvK
147;
Mechth
4: 23,13;
dise welt ist sinewel vnde ist vnbeslozen mit dem
wendelmer. da inne suebet die erde alse der duter in dem wisem des eiges
Lucid
17,9;
ebenso:
MNat
1,23;
BdN
74,3
3
in Wendungen (weitere Belege vgl. Friedrich, Phraseolog. WB, S. 141-143)
3.1
etw./sich als ein (gebraten) ~ spalten/ teilen/
klieben
‘etw. (mühelos) in zwei Hälften teilen’
sich selben teilet er inzwei / gelîche und ebene alse ein
ei Tr
5688;
swer dô gespalten hæte enzwei, / ir beider herzen als ein ei / ez wære bî
den stunden / in iegelichem funden / des anderen figûre KvWEngelh
3460.
557;
er spielt ÿm in dem libe daz hertze so glich en zwe, / reht als ein
biderman ein wol gebroten eÿ WolfdD
1235,4;
Krone
15169.
–
die minne, diu undr in was / noch vester danne ein adamas, / die
schriet si [Frau Minne] mit kraft enzwei, / daz
si sich kloup [spaltete] als ein ei GFrau
317
3.2
als Gegenstand von geringem Wert
3.2.1
jmdm. als ein ~ sîn als Ausdruck der Geringschätzung:
im was sin tot als ein ei Pass III
246,88;
HvNstAp
14472.
– mit bœse verstärkt:
ob tôt her Tristan wære, / daz wære mir
[Isolde] als ein bœsez ei UvTürhTr
1959
3.2.2
eines (halben) eies wërt:
daz er iu sî / schuldic eines eies wert StrAmis
2387;
StrDan
7117
3.2.3
als ein ~ wëgen (?):
habt ir an castelan / verloren, daz wegend als ain ay: / für daz ain
gib ich üch zway GTroj
4375
3.2.4
ein halbeʒ ~ vür etw. nëmen:
des wart im von dem sahsen / ein slag gemezzen und
gegeben / daz man für sîn erweltez leben / genomen hæte ein halbez ei
KvWSchwanr
1167;
JTit
2888,3
3.3
zur Verstärkung einer Verneinung
3.3.1
niht ein (halbeʒ) ~
(vgl. das gleiche Verneinungsmuster bei anderen Wörtern, die
Geringfügigkeit ausdrücken können, z.B.
bône
,
hâr
,
strô
):
dîn rede hilfet niht ein ei KvWTroj
2025;
Pass III
129,84;
ich ahte ûf mundes minne niht ein ei SM:
WvT
5: 1,4;
Pass III
164,11;
die in den ersten iaren / ir holt mit dienste waren, / die traten nu
von ir enzwei / und achten sie nicht ein ei ebd.
625,46;
armbrust und huͤrninbogen / toͤhte niht ein halbez ei KgvOdenw
3268
3.3.2
niht umbe ein (halbeʒ) ~
:
ir wüefen und ir geschrei / frumte sie niht umb ein ei
KvHeimUrst
1602;
KvWSchwanr
1553;
er wirfet ûz fiur unde gift, / daz schadet iu niht umb ein ei
KvWTroj
9283;
wand er [die (weltliche) êre
] nie als um ein ei / an sime herzen entpfant Pass III
598,76;
[diejenigen] , die freude niht in selben kouften
umbe ein halbez ei Neidh
WL 21:1,4;
KvWTroj
9155
4
in Sprichwörtern oder in Anspielung darauf (vgl. TPMA 2,374. 375. 377; 6,208. 210;
7,34):
der man hat daz ei in siner hant und versicht sich des hunes
der von dez er dennoch nicht sicht PrOberalt
104,32;
nach dem ayͤ ain trunch, / oder dem arczt ain phunt Freid (Sch)
248;
swenne ir [...] fremden göuchen ir eier brüetet
Renner
7612;
daz kan uns bezeichen ein huͦn: / wanne daz ein kleines ey geleit, / so
bringtz mit sinr getzen klaffen dick eyn wijtes huͦß in not Marner (W)
ML 20:1,9;
Dina tet sam diu getelôse henne / diu in dorf gêt lekcen dei
eier dei si spâte scol ernecchin [vgl. Gn 34]
Gen
1595;
der im [einem Kind] ein eî biutet,
/ ez git den phenninch umbe ein eî StrKD
86,104;
BdN
193,22
MWB 1 1508,16; Bearbeiterin: Baumgarte
ei, eia
Interj.
1 lautmalerisch für einen Seufzer zum Ausdruck jeder Art von emotionaler Berührtheit (Trauer, Ärger, Freude usw.); oft direkte Rede einleitend 2 Aufmerksamkeit heischendes/ Kontakt herstellendes Signal bei der direkten Anrede
1
lautmalerisch für einen Seufzer zum Ausdruck jeder Art von emotionaler Berührtheit
(Trauer, Ärger, Freude usw.); oft direkte Rede einleitend:
diͤ nidge hamerslege / damide si dich
[Christus] slent, / – ei, wiͤ na si
mir [Maria] gent MarlbRh
27,3;
eya arme wie ich nu uirstozin bin Roth
1466;
‘ei’, sprach mîn her Îwein, / ‘der tac der dâ hiute schein, /
daz swert daz den slac truoc / den ich hiute ûf iuch gesluoc, / diu müezen gunêret
sîn.’ Iw
7523;
‘eya nein’, sprach min sele, ‘gedenke noch aller trúwe und
lob dinen herren alsust: gloria in excelsis deo’ Mechth
2: 7,6;
ei wol vnmazliche froide! Lucid
156,5;
eiâ waz er wunders tæte! Volmar
550
2
Aufmerksamkeit heischendes/ Kontakt herstellendes Signal bei der direkten
Anrede:
als er die knappen komen sach, / der garzûn trûriclîche
sprach / ‘ei, guote knappen, tuot mir kunt / [...] / wes sî
ditz gesinde.’ Wig
11307;
‘jungfrauw’, sprach er, ‘ich heiß Gawan.’ ‘eya lieber
herre’, sprach sie, ‘nu sint mir gott wilkumen!’ Lanc
201,30;
he sprach eia koninc edele / nu ne halt dich nicht ouele /
vnde gif mir daz boden brot Roth
3516.
– oft nicht von 1 zu trennen:
eya bruder, kvne degen, / daz uwer der tufel mvzze
pflegen / waz woldet ir zv strite Herb
2261;
er gedâhte in sînem muote / ei herre got der guote, / wer
gît mir sô starke sinne / daz ich die sô sêre minne / diu mir zem tôde ist
gehaz? Iw
1610;
eyâ, herre, ich wölte gerne loben und ich enkan!
Eckh
5: 268,3
MWB 1 1509,44; Bearbeiterin: Baumgarte
eib
stM.
‘Ibis’
ibis haizt ain eib. daz ist ain vogel, der izt slangen und
slangenair BdN
201,23.
201,22
MWB 1 1510,10; Bearbeiterin: Baumgarte
eiban
stM.
‘Ebenholz’ (vgl.
ebenus
):
ebanus haizt ain eiban. [...] wenn
man den abhawet, sô wirt er hert als ain stain BdN
321,2;
der eiban, [...] der in der môrn
lant wechset, der ist pezzer, und der ist zemâl swarz ebd.
321,10
u.ö.
MWB 1 1510,12; Bearbeiterin: Baumgarte
eich
stF.
‘Eiche’
quercus haizt ain aich BdN
343,2;
Lancelot was in dem wald bliben und saß lang under eyner eych
uff eim grase, wann das wetter heiß was Lanc
117,34;
Gen
1665;
RvEWchr
30060;
daz ieman sine hant iht lêge an ein eich oder an ein buͦch, es si danne zvͦ
búwenne UrkCorp (WMU)
1653,41;
HvNstAp
16589-16632
Rätsel über die Eiche.
– in Eidesformeln:
den vride, den der keiser geboten hat, [...], daz he
den stete wolle halden, di wile eiche unde erde stet StRFreiberg
99,20;
alz lange alz wasser geyt uver steyn unde eygge in der erdin steyt
UrkDOKobl
1,404
(a. 1345)
MWB 1 1510,17; Bearbeiterin: Baumgarte
eichach
stN.
hier die Form aychech.
Kollektivbildung zu
eich
‘Eichendickicht (Lohwald?), Eichenwald’
von dem Ramensperg biz ouf daz aychech bi Nazzenvels UrkWittelsb
2,140
(a. 1305)
MWB 1 1510,30; Bearbeiterin: Baumgarte
eichamt
stN.
→
îchambet
MWB 1 1510,34;
eichapfel
stM.
auch ech- oder ek-.
‘Gallapfel’, eine runde Wucherung an der Unterseite von Eichenblättern:
swer swarcz varb machen welle, der nem aychephel vnd stozze die
wol ze puluer vnd alaun dar vnder vnd siude das BairFärb
12,1;
nym ekeppil, [...], iclikes eyn lot,
stoz ez, sut ez myd waszere vnde myt eszeke OvBaierl
131,5.
115,7;
echepfile Macer
10,3
MWB 1 1510,35; Bearbeiterin: Baumgarte
eichboum
stM.
‘Eiche’
da stund er in dem wald abe und leyt sich under ein eychbaum Lanc II
571,8;
helfe daz nicht, so mache im ein clister
[...] uon egboum, uon fioln, uon pappeln
SalArz
68,58
MWB 1 1510,43; Bearbeiterin: Baumgarte
1eichel
swF.
‘Eichel’, die Frucht der Eiche, oft in der Funktion des Schweinefutters (s.
z.B.
ackerach
und DRW 2,1297f.):
den schweynen gibt sy [die
Eiche] mit preyse / aicholen zu der speyse HvNstAp
16620;
were ouch, das der walt eicheln truͤge oder ander gewer genant eckern
UrkCorp (WMU)
1047,45;
mache ein stuppe [Pulver] uon
eicheln vnde tempir daz mit ezzege SalArz
62,6;
sie wurden pilgerîne / [...] / krût,
eicheln unde gras / in gote ir spîse lange was RvEBarl
4511;
RvEWchr
20018;
BdN
93,7
u.ö.
MWB 1 1510,48; Bearbeiterin: Baumgarte
2eichel
swF.
Dimin. (?) zu eich.
‘Eiche’
von der eicheln lostin si den herczog Dalimil
34,94. 103
MWB 1 1510,59; Bearbeiterin: Baumgarte
eichelëht
Adj.
‘wie die Borke einer Eiche, grindig’ (?):
so di miselsucht [Lepra] ist uon
dem fleumate so ist di hut wiz. vnde geblet. vnde eicheloch SalArz
77,14
MWB 1 1510,61; Bearbeiterin: Baumgarte |