Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   êwiclich - 1ëʒ    


êwiclich Adj. , -lîche Adv. Adv. auch -lîchen; êwenc- SHort 672 u.ö.; Eckh 1:239,5. 1:253,8; s.a. WMU. 1 ‘unendlich, überzeitlich’ , von Gott und Göttlichem
2 ‘immerwährend, für alle Zukunft fortbestehend’
2.1 attr. Adj.
2.2 Adv.;
3 ‘endgültig, unumkehrbar, unwiderruflich’
4 ‘dauerhaft, für immer, auf Lebenszeit, lebenslänglich’
5 scheinbar endlos dauernd
6 Adv. beim Komp.: ‘unendlich viel, unmessbar viel’
   1 ‘unendlich, überzeitlich’, von Gott und Göttlichem: daz her [Gott] in [Mensch] irwelt hat und irkorn [...], / zu mischende die starken art / siner ewiclichen gotheit / zu im HeslApk 21309; der himel und die engel haben ein wesen / an falles bruch uß ewiglichen sachen Mügeln 9,3; unsir herre got ist ane anegenge unde ane ende: er ist iemir ewicliche noh engenimet niemir enhain ende PrGeorg 306,19; Himmelr 2,32; Eckh 1:157,6. 1:239,3. 5:44,2    2 ‘immerwährend, für alle Zukunft fortbestehend’    2.1 attr. Adj.: swer aber gotes willen tuot, / dem wirt daz êwiclîche leben / bî gote ân ende gegeben RvEBarl 4455; der êwiclîchen vreuden zît ebd. 4081; dar umbe ist ime gegebin zu lone / du eweclihe himelcrone TundN 378; daz tiefe gevelle / der ewiclichen helle HeslApk 20322; ein êweclîchez sterben Tr 12502; Lucid 159,25; Tr 4306; Wh 19,28. unde ze ainir eweclicher urkunde allir der worte, die da vor gesprochen sint, und oͮch der getat, diu da vor beschehen ist, eweclicher stætekait, so henken wir [...] unseriu jsigil [l. insigel ] an dise hantveste UrkCorp 325,48. 2345,46    2.2 Adv.; ‘für immer, für alle Zeit’ alse fróliche die heiligin selen mit gote ewicliche lebint, dar engegin werdint di vnseligen selen gemartilt uon den tiuelen ewicliche Lucid 159,10; Eckh 1:99,2; êweclîch sint si verlorn Parz 798,21; Rol 8276; ewiclichen an ende SüklV 220; immer ewichlichen PrBerthKl 8,54; Rol 30; ob ir nv frides gert / immer vnd ewecliche Herb 15293; [den Toten wird ein Mausoleum errichtet] durch daz man ewiclichen sal / gedenken irre strite zal Macc 6165; daz si [...] nach minem tod ewichlichen mein jarzeit sullen begen UrkCorp 3528,27. 25. 2615,7 – häufig in der Corroboratio von Urkunden: daz ditz also stæt sei vnd ewiklich vntzerbrochen beleibe UrkCorp (WMU) 1381AB,25; solichiv dinc, div eweclich weren sunt ebd. 2178,42; also, daz si [...] div selben gvͦt vnd alliv reht svlen frilichen haben vnd niezzen vnd besitzen aigenlich vnd ewiclich iemmer mere mit allem rehte ebd. 1359,7 u.ö.; UrkWürzb 45,135 (a. 1338). – ‘immer, unablässig’ æîn licht, daz in dem chrvcegange ob den toten ewichlichen prinnen sol UrkCorp (WMU) 2246,37; zwainzig pfenning [...] dæm gotshaus ze Ranshofen vnd den herren, di da ewichlichen got dinent ebd. 2088,41    3 ‘endgültig, unumkehrbar, unwiderruflich’ si vuoren unde holten / verlust und êwiclichen schaden KvWTroj 19405. 20630; wilt dû dîn künicrîche / niht vellen êwiclichen nider, / sô gip Helênen balde wider ebd. 26515; sie [...] anebeteten Baal, / der in den ewiclichen val [...] / brachte der vorluste HeslApk 15804    4 ‘dauerhaft, für immer, auf Lebenszeit, lebenslänglich’ der arbeit [Hungerqualen] wart der künec erlân, / wan er sante vor im dar [an den Ort seiner Verbannung] / die êwiclîchen lîpnar RvEBarl 5140. mîn vreude ist êwiclîch begraben / mit jâmer unz an mînen tôt Wig 980. 11564; vor zorn hiez er gâhen, / sîn muoter vâhen, / und hiez sie vermûren êwiclîch EnikWchr 27217; StatDtOrd 86,2; daz die stern, die im [einem Menschen auf der Nordhalbkugel] vor ewicleich verporgen waren, nu [auf der Südhalbkugel] ansihtig wurden KvMSph 14,30. 47,7. 50,24; wer vmmanne hilfet bezvgen felsliche [...], daz der ewechliche di stat sal rumen UrkCorp (WMU) 903,40 daz der sal [...] nimmer mer sedelhaft werdin in Wirzeburg immer ewiclichin WüP 9,14; Greg 2062. – formelhaft in Beteuerungen, Adv.: dâ von muoz mîn herze sweben / in jâmer êweclîche Reinfr 24037; tuost dû nû, des ich dich bite, / dâ erwirbest dû dir mite / mîn hulde êweclîchen Fressant 257; SHort 9232 ( Io 13,8).    5 scheinbar endlos dauernd: si [die schöne Königin] kunde wol verstricken / die sinne dem herzen / mit êwiclîchem smerzen Wig 11433; daz was ein michel urteile daz si diu sibinzic jar muosen weinen / vil manigen ewiclichen tach, daz in nie gnade giscach. BabGef 4,10. die [Allegorie der stæten Minne] hett mit lieb sich gestrickt / vnd ze blicken sich geschikt / das ez solt ewecklichen wern / vnd sich niemer mer bekern MinneR433 371    6 Adv. beim Komp.: ‘unendlich viel, unmessbar viel’ die guldine strassen die sint [...] doch nit guldin, wand si eweklich besser sint denne golt Mechth 7: 1,117

MWB 2 14,20; Bearbeiter: Bohnert

êwigen swV. 1 ‘ewig machen, verewigen’
2 rechtsspr.
2.1 ‘etw. für alle Zeiten gültig machen’ (eine Rechtshandlung)
2.2 jmdn. ze etw. ‘für alle Zeiten zu etw. machen’
2.3 ‘etw. für ewige Zeiten stiften’ (eine Kirche, einen Altar, ein Seelgerät)
   1 ‘ewig machen, verewigen’ got ist almechtiger wille, [...] der uns [...] ewigt czo untötleichait MvHeilFr 45; er [Leib] wirt geewigt vnd gechlart vnd glorificiert KvMSel 219; PrLeys 7,8. – ‘auf die Ewigkeit ausrichten’ zu deme virden mâle: daz iz [das Wort] in deme beginne bî gote ist [ Io 1,1 ] , dâ von êwigit iz daz gemute, und daz [so dass] des menschen gedanke unde wort und werc sint allez von êwigen dingen HvFritzlHl 159,30; ir svlit iwer sele kastigen vnde ewigen mit deme gehorsamedin [I Pt 1,22] SalHaus 43,14    2 rechtsspr.    2.1 ‘etw. für alle Zeiten gültig machen’ (eine Rechtshandlung): gelubde [Versprechen] , chauf vͦnt gedinge zerginge mit der zeit, solde man gelûbde mit schrift, hantvesten vnͦt geziv̂gen nicht ewigen UrkCorp 627,45; daz auer dirre oufsatz immer vnverwandelter vnd stæt belibe [...], so ewig wir in vnd bestæten in mit vnserm jnsigel UrkCorp (WMU) 477,26. 1042,34; StRRegensb 27    2.2 jmdn. ze etw. ~ ‘für alle Zeiten zu etw. machen’ da von nemen wir di selben purger gemaine in vnsern vuͦrstlichen scherm [...] vnd ewigen si ze purgern, daz si vnd ir nachchomen sein in vnserre purger zal UrkCorp (WMU) 2918,38    2.3 ‘etw. für ewige Zeiten stiften’ (eine Kirche, einen Altar, ein Seelgerät): elliu diu rehte, diu man beget, do man ein chirchen wiht vnd geewiget, diu werdent elliu begangen, do ein mensch chumt zu der christenhait mit der heiligen tauffe Konr 23,80; daz ich ein vrboͤr [Grundbesitz mit Geldertrag] [...] han geewiget dem gvͤten sand Gorgen oͮf sinen altar UrkCorp (WMU) 2907,42; einen alter stiften vnd ewigen ebd. 2899,5; UrkEnns 5,430 (a. 1325)

MWB 2 15,45; Bearbeiter: Bohnert

êwigunge stF. ‘ewige Gültigkeit, dauerhafte Bestätigung’ vnt ist der prief gegeben ze Wienen [...] zvͦ einer ewigvng vnt zvͦ einer stætichait, dvͦ van Christes gebvͦrt waren [...] UrkCorp (WMU) N498,12

MWB 2 16,15; Bearbeiter: Bohnert

ê|wîlen Adv. ‘ehedem, früher’ Paul, / der e wilen waz genennet Saul HeslApk 19396. 13341; owi, o we, tochter min, [...] / du were ewilen ein vreude mir, / nu bistu mir ein herzeleit PassIII 255,32. 644,15; ob ich dir sage nu myn leben, / deme ich ewilen was ergeben, / so vluhestu mich von rechte gar / als ein nateren giftec var Vät 34370; PassI/II(HSW) 33038 u.ö.

MWB 2 16,20; Bearbeiter: Bohnert

ê|wîp stN. ‘Ehefrau’ mich [Adam] hât brâht in dise nôt / mîn êwiph Evâ PassSpW 157; dâ einer gerne sünde tæte mit eins andern mannes êwîbe PrBerth 1:557,25; dur muotgelust was er beliben / wirdeclîch sunder êwîp Reinfr 117; vert ein man von der stat und sol gelten, lat der ein wip hinder im, diu niht sin êwip ist, diu ist niht schuldic, fur in iht ze geltenne StRAugsb 226,34; PrWeing (Pf) 184,2; Ottok 17498. 24475; Staufenb 987. 755. – jmdm. ein ~ geben, eine Frau ze ~ geben, jehen: man welle dir ein e wip gen Staufenb 751; dem wart zewip gegeben / ein jungfrow, hies Anne WernhMl 96; daz er die solt sehen / die man sim sun jehen / muͦst ze e wibe WhvÖst 18249. ein ~ nemen, haben: das / er [...] ain ewip [...] næme WernhMl 7234; als uns die schrift seit, / so het er achzehen ewip RvEWchr 33951; du solt ein e wip han, / die dinen eren wol gezan Staufenb 657. 935; SchwSp 11a; StRSchlettst 44

MWB 2 16,28; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirde stF. ‘Ehrerbietung, Ehrfurcht’ so sol man an dem boͮche vier leccen lesen mit ir respons vnt sol an dem vierdem singen gloria patri vnt svln zehant alle mit ewirde [ cum reverentia ] oͮf sten BrMün 11 (vgl. durch êre vnd wirde [ ob honorem et reverentiam ] ebd. 9 )

MWB 2 16,47; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirde sw. Adj. ‘ehrwürdig’ vnser lehen was von dem e wirden herren byschof Chuͦnraten ze Fraysingen [...] das lehen habint wir auf gegeben dem e wirdigen herren byschof Chuͦnraten von Fraysingen UrkFreisÖst 2,206 (a. 1333)

MWB 2 16,53; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirdic Adj. 1 ‘gläubig’ , subst.
2 ‘fromm’
3 = êrwirdec , ‘ehrwürdig, verehrungswürdig’ (lat. venerandus, reverendus wiedergebend)
   1 ‘gläubig’, subst.: und werde in allin gevellich ere irbotin, iedoch allermeist den ewirdigin [ domesticis fidei ( Gal 6,10)] und den pilgrimin BrHoh 53    2 ‘fromm’ ewirdiger man [ vir religiose ] Albert 192 (s.a. Anm. z.St.)    3 = êrwirdec , ‘ehrwürdig, verehrungswürdig’ (lat. venerandus, reverendus wiedergebend): nu êret daz heilige crûce [...], êret den ewirdigen choͮf, da ivch got mit loste uon des tieuels gebende Spec 104,20; ich bit dich herre durch ditze wihez und liphaftigez unde erwirdigez [Hs. ewirdigez ] tovgen [d.h. die hl. Eucharistie] LambGeb A,4; chôr wissagen ewirdiger [ chorus vatum venerandus ] PsM H 45,1. H 94,5. – bes. in der Anrede geistlicher Standespersonen: ewirdiger vater Albert 1065; daz ich han verkoͮft den ewrdigen herren, deme abbete vnde deme conuente von Paris, minen hof UrkCorp (WMU) 640,15 u.ö.; UrkFreisÖst 2,206 (a. 1333; → êwirde Adj.). 2,265 (a. 1338)

MWB 2 16,58; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirdic|heit stF. 1 ‘Rechtmäßigkeit’
2 = êrwirdecheit
2.1 ‘ Ehrfurcht, Ehrerbietung’
2.2 ‘Ehrwürdigkeit’ (übers. lat. reverentia )
   1 ‘Rechtmäßigkeit’ ein hûs vn̄ ein hofstat mit rehter eigenschefte [...] mit aller der ewirdicheit ze besitzenne vn̄ mit allem rehte UrkCorp (WMU) N134,37    2 = êrwirdecheit    2.1 ‘ Ehrfurcht, Ehrerbietung’ vnde sol gotte ewirdcheit werdin irbottin BrEng 52; BrHoh 52. mit forhten unde ewirdicheite [ reverentia ] PsWindb 2,Oratio; [die hl. Helena] hub iz [Jesu Kreuz] mit grozen vrouden vnd mit grozer ewerdicheit vf PrLpz(L) 106,3; so suln wir [...] ælliu únsiriu werke tuͦn in der ewirdekait und in der mainunge, alse wir vor gottis ougen standen PrGeorg 147,25. 150,19; BrHoh 65. 20; BrEng 20    2.2 ‘Ehrwürdigkeit’ (übers. lat. reverentia): und der daz drite respons singit, der singe gloria patri. alse er daz ane hebit, so sten si alle uf durch di ere und durch di ewerdicheit der heligin driveltheide BrHoh 9; die ewirdicheit des pristerlichin ammichtis [Amtes] ebd. 60. – in Übers. der Anrede paterna reverentia: veterliche ewirdicheit BrHoh 63. – Ehrfurcht gebietende ‘Herrlichkeit’ diu vrone reste [das Allerheiligste] , diu was och in so grozer ewirdecheit, daz da niemen getorste fuͥr chomen niuwan der bischof [Hohepriester] eine Konr(Sch) 62,23. – ‘Gewichtigkeit’ vmb die ewirdcheit dir swichlichi [ propter taciturnitatis gravitatem ] BrEng 6

MWB 2 17,13; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirdiclîch Adj. , -lîchen Adv. vgl. êrwirdeclich . 1 Adj.: ‘verehrungswürdig’
2 Adv.: ‘auf ehrfurchtsvolle Weise, ehrerbietig’
   1 Adj.: ‘verehrungswürdig’ daz sint die êwirdichlichen mandunge dirri hiutigin hohzît Spec 15,5    2 Adv.: ‘auf ehrfurchtsvolle Weise, ehrerbietig’ so ich in [ den heiligen gotis lichenamen, die Eucharistie] [...] genam, so nam ich in an riwe miner sunden unde an bihte unde an vorhte unde behielt in niht so ewirdiglichen, so ich von rehte solte Spec 3,22; unde wîste in [reuigen Sünder] der heilige engel ewirdeclichen an siner hant mit wunneclicher vroͮde, chuste in unde hiels [umarmte] in ebd. 111,4

MWB 2 17,39; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirdige stF. 1 ‘Ehrfurcht, Ehrerbietung’ (übers. lat. reverentia, gravitas )
2 ‘Ehrwürdigkeit’ (übers. lat. reverentia )
   1 ‘Ehrfurcht, Ehrerbietung’ (übers. lat. reverentia, gravitas): von der ewirdigi dv zim gottis dienst hoͥrt BrEng 20; unde sol der bropst tuͦn allis, daz in dir apt heiscit, mit ewirdigi ebd. 65; diemvͦtchlich mit ewirdigi ebd. 7. 6    2 ‘Ehrwürdigkeit’ (übers. lat. reverentia): [der Priestermönch] insol nut gedenchin an die [sc. stette: Stellung, Rang] , du ime ist virluwin [verliehen] umb sin priestirlichun ewirdigi BrEng 60. – in Übers. der Anrede paterna reverentia: die vattirlichvn ewirdigi [Akk. Sg.] BrEng 63

MWB 2 17,51; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirdigen swV. ‘verehren, preisen’ lob wir ewirdigende alle himels riter vnd mæiste den vursten himelisces heres Michahelem PsM H 92,2. H 81,1

MWB 2 17,62; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirt stM. ‘Ehemann’ wie, bruoder Bertholt, nû gewan ich doch nie deheinen man danne mînen rehten êwirt PrBerth 1:327,24. 1:327,26. 2:190,27. 2:190,29; Heinr. des schenken von Goͤskon êwirtin, [...] der selbe Heinrich ir ewirt UrkAargau 2,2:61,19 (a. 1321); UrkBaden 6 (a. 1328); in dez kuͤniges feste / Adam enpheht [...] manig ewirt, / dez wirdikeit da groz wirt, / mit siner lieben wirtin HvNstGZ 7544

MWB 2 18,1; Bearbeiter: Bohnert

ê|wirtin stF. auch êwirten(n)e UrkCorp 3421,18; UrkZürich 7,190 (a. 1301). ‘Ehefrau’ jch Henrich an der Vroͤnde von Zimberbach vnd Anna min ewirtin UrkCorp (WMU) N805,26; wir grafe Johans von Hapspurg vnt greuin Agnes sin ewirtin [sonst eliche froͮwe ] UrkAargau 1,6:12,26 (a. 1328). 2,2:61,18 (a. 1321); UrkCorp 713,12. 3421,18; ich, her Walther von Arwangen, [...] [habe einen Altar gestiftet und dotiert] mit min selbes hant und mit vron Elisabet [...], miner lieber ewirtin, und mit Johanses mis suͦnes handen UrkBern 4,123 (a. 1303); DRW 2,1256 (Geschfrd. d. 5 Orte; a. 1306)

MWB 2 18,10; Bearbeiter: Bohnert

ê|wise F. eine Wiese mit besonderem Rechtsstatus (s.a. SchweizId 16,2023): daz si di genanten wis mit zæun, mit grabn vnd mit wazzer, als si heut ze tag leit, haben vnd niͤzzen sullen ewichlich als ein ander êwis ledichlich vnd freilich sam ander ir aigen UrkRait 592 (a. 1335)

MWB 2 18,23; Bearbeiter: Bohnert

ê|worhte swM. Ansatz unsicher. ‘der die Gebote des Gesetzes befolgt’ die diz gepruven kunnen / und got in des wil gunnen / daz sie von geistlicher list / wizzen mugen waz got ist, / [...] und den der sin stet offen, / daz sie zu gnaden hoffen / und den val irvorchten, / die gotes e worchten [oder Rel.-Satz? (vgl. Anm.z.St.)] , / die nennet David lute HeslApk 5294 (Auslegung zu Ps. 36,7).

MWB 2 18,29; Bearbeiter: Tao

exacolit stM. oder stN. ein vielfarbiger Edelstein: von dem exacolit. exacolitus ist ain stain manigverbich BdN 446,17

MWB 2 18,37; Bearbeiter: Tao

exakorasie Subst. ein bunter Edelstein (vgl. Suolahti 1,88; Engelen, Edelsteine, S. 26 und 71): sehzic varwe zicht man exakorasien JTit 363,2

MWB 2 18,40; Bearbeiter: Tao

exempel stN. auch exemplum. 1 ‘Modell, Form’
2 ‘Abbild, Bild’
3 ‘(lehrhaftes) Beispiel, Gleichnis, Exempel, Beweis’
4 ‘(positiv, negativ bewertetes) Muster, (nachahmenswertes, warnendes) Beispiel, Vorbild’
4.1 positiv bewertet
4.2 negativ bewertet
5 ‘Zeichen’
   1 ‘Modell, Form’ er furte sy in ainen tempel, / deß form und deß exempel [Grundriss?] / was recht sinebel als ain kloß HvNstAp 11795. – allgemeiner: ‘Muster, Art und Weise’ da mitten in der statt vest starck / erhaben ist ain schoner sarck. / da ist pegraben inne / Diana dye gottynne / nach hailigem exempel ebd. 1097    2 ‘Abbild, Bild’ der goltvarwe sunne und dazuͦ der silber gebende mane, / den beiden wart exempel da gerichet / mit edelkeit der steine. die art an varwe in beiden wart gelichet JTit 375,3; der Jerusalem exempel im vronen paradise / ist hie zem gral der tempel ebd. 517,1. ob lichte ein lant sich entsluc / und trat uz ir [der Römer] gehorsam, / die geschicht man hie [im Pantheon] vernam / mit bischaft der exempele [Götzenbilder der unterworfenen Länder] PassIII 576,17    3 ‘(lehrhaftes) Beispiel, Gleichnis, Exempel, Beweis’ ze Salomones tempel, / dâ guot bild und exempel / Jesus den juden vor truoc / unde dâ er in genuoc / mit sîner wîsheit grôz / predigt und entslôz / der prophêten schrift Ottok 49602; dy meister [...] uns eyn exempel sagen: / zu Rom by alden geziten [...] Hiob 6132; Brun 72; hœrt ein exempel, daz er schrîbt HvBer 7368; KvHelmsd 611; diz sprach er da zu eyme exempel / niht dan von sins libes tempel EvStPaul 11187 (vgl. Io 2, 21); Valerius der hêrre mîn / der spricht uns ein exempel des HvBer 2761; vort setzet got der milde / eyn exempil und eyn bilde / by dem struze hy besunder, / an dem man ouch schouwet wunder Hiob 14464. 14544; der meister hât uns noch bereit / ein exempel und ein mær HvBer 5124; exemple wil ich dir geben, / das du magst gantz und eben / mit den augen lutter sehen und verstan, / wol lernen und auch behalden Pilgerf 1221; der mande minner ist / vil wann die erde, künt min list. / das zeig ich dir in diser frist / kürzlich bi dem exempel fri: / [...] Mügeln 298,8; durch dis exemple luterlich / magstu wol verstaen clerlich / das [...] Pilgerf 7708. idoch hastu [Belsazar] din herze / mit der hochvarte erze / irvullet alzu sere, / daz du durch itel ere / liezest die geveze clar, / [...] geroubit uz dem tempil, / vor dich zu eim exempil [um ein Beispiel zu geben, zum Beispiel] / tragen durch den uber mut, / uf daz du den win vil gut / trunkes mit den herren din / dar uz [vgl. Dn 5,23 ] Daniel 4698    4 ‘(positiv, negativ bewertetes) Muster, (nachahmenswertes, warnendes) Beispiel, Vorbild’    4.1 positiv bewertet: bilde (bildære) unde ~ : sît iuwer werdez leben sîn / ein bild und ein exempel sol / ze leben kiuschelîchen wol HvBer 1402; hierher?: Ave Marîa! waz du gnade enpfienge, / da du, [...] gienge / mit der vrühte rich vroliche in den tempel! / bilde unde exempel / bære du mit sældenricher wünne, / do du dar din opfer bræhte schone MarGr10 7; du [Maria] bildær unde exempel, / daran diu werlt ie wunder kos KvWGS 558. – mit Gen.- oder adj. Attr.: tuͦ niht wan nem [d.i. nemen ] an sich der tugent exempel, / der man ze wirdikeit da siben schribet, / da man gewaltichlichen diu siben houbetlaster mit vertribet JTit Marlb 27,2; der mynnen exempel, / Tarsia gie zu tempel HvNstAp 18385; der reinikeit exempel, / beschilt uns uf des todes ban Mügeln 121,11; hie mit sî al der welte / gap riuweclîch exempel Reinfr 18087; din hertze sij senffte und gutlig / und eime guden exempel gelich! Pilgerf 545 – mit Verben geben, vortragen, nemen, (nâch-) volgen: ich han ivch ein exemplum gegeben [ exemplum dare Io 13,15 ] , als ich ivch getan han, daz ir avch also tvet EvAug 251,16; Reinfr 18087; der meister von dem Tempel, / der truoc solch exempel / sîner brüederschaft vor, / swelher trat in sîn spor, / der muost von gote haben danc Ottok 44640; dar inn [in dem Leiden] solt [du] ain froͤlich hertz tragen / und nim das zart exempel dar, / Jhesum, des liden dir fúr war / wol mag in truren froͤd geben KvHelmsd 1695; an yme exempel zu nemen / und auch zu dun als er eben Pilgerf 4626; volge den exempeln nâch, / diu ich im hie berihten wil, / sicher, ich wæn, ez frumt im vil HvBer 7281; HeslApk 6220    4.2 negativ bewertet: wir nement zuͦ eime exempel Salomon [...] und Samson, die von dem engel gebotschaft wurdent, wie swerlich die vielent Tauler 66,24; und in eyn vingerzeigen / dem volke, in ein exempel [ exemplum Iob 17,6 ] ouch / hat mich gesatzt der selbe gouch Hiob 6923; straffen und zuͤchtigen [...] zu einem ebenpilde und exempel andern leuͤten und ouch steten NürnbChr 3:329,39 (a. 1349); du wiser man, das si dir ein exempel Mügeln 44,14    5 ‘Zeichen’ der umhang in dem tempel / gap ein groz exempel: / von einander er wart / glich mitten zer zart HvNstGZ 3120 (vgl. Mt 25,51); winkende er yn da gab exempel EvStPaul 5627

MWB 2 18,43; Bearbeiter: Tao

exemplâr stN. 1 ‘Vorbild, Urbild, Muster, Vorlage’
1.1 ‘Muster, Vorlage für eine handwerkliche Arbeit’
1.2 ‘Vorlage einer Erzählung’
1.3 ‘Urbild, Idee’
2 ‘(Ab-)  Bild, (Ab-)Schrift’
2.1 ‘Abbild’
2.2 ‘Bild, Gestalt’
2.3 ‘Abschrift, Exemplar eines Schriftwerks, Fassung’
3 ‘ nachahmenswertes, mustergültiges Vorbild, Beispiel’ , von Personen
4 ‘zur Belehrung, Erläuterung gegebenes Beispiel’
   1 ‘Vorbild, Urbild, Muster, Vorlage’    1.1 ‘Muster, Vorlage für eine handwerkliche Arbeit’ die stollen [des Bettes] worent von golde sat gemaht / von goltsmide hende reine / unde mit bilden fin und cleine / unde mit fögellin. der die drin sneit, / dem wart nie exemplar für geleit ParzRapp 623,46    1.2 ‘Vorlage einer Erzählung’ hje mit hat ein end / die krone, die mine hend / nach dem besten gesmidt hant, / als sie min synn vor yme vant / vsz einem exemplar Krone 29970    1.3 ‘Urbild, Idee’ di meister sprechen, daz der sele bild sei ein gotlich verstentnuzze. daz gotlich verstenuͦzz ist der sun personlich. dor rum ist der sun ein exemplar aller creaturen und ein bild dez vaters, in welhem bild swebet wesen aller creaturen Eckh(J) 93,40; sú sint entbildet und úberbildet in des ersten exemplars einikeit, und koment [...] in ein volles vergessen zerganklichs und zitliches lebennes, und sint verwandelt in goͤtliches bilde und sint eins mit im Seuse 338,5. 331,18    2 ‘(Ab-)  Bild, (Ab-)Schrift’    2.1 ‘Abbild’ [Die Ewige Weisheit zum Diener:] du bist nach dinem naturlichen wesen ein spiegel der gotheit, du bist ein bilde der drivaltkeit und bist ein exemplar der ewikeit Seuse 237,8    2.2 ‘Bild, Gestalt’ der getruwe gezuk, der geware, / der in des engeles exemplare / sime jungere ougete sich HeslApk 6394; ein ander engel aber quam / in herlichem exemplare, / der stuent vor dem altare / gots ebd. 12789    2.3 ‘Abschrift, Exemplar eines Schriftwerks, Fassung’ nâch den exemplêren der scrifte [...]. [...] ob den latînischen exemplêren [...] der gloube sîe [sei] zuͦ gebine: [...] iz sint vil nâ alse vil exemplêre alse bûchere [ codices ] EvBeh 1; in disem exemplar stand geschriben vier guͦtú buͤchlú Seuse 3,2; wan aber daz selb buͤchli und etlichú me siner buͤcher nu lange [...] von mengerley unkunnenden schribern und schriberin ungantzlich abgeschriben sind, daz ieder man dur zuͦ leite und dur von nam nach sinem sinne, dar umb hat sú der diener der ewigen wisheit hie zuͦ samen gesezzet und wol gerihtet, daz man ein gereht exemplar vinde nach der wise, als sú ime dez ersten von gote in luhten ebd. 4,6    3 ‘ nachahmenswertes, mustergültiges Vorbild, Beispiel’, von Personen: wan dû [Christus] ein gemeinez und ein volkomenez exemplar bist aller tugende hôhen und nidern, daz alle, die tugende gern, an dir vinden gänzlîche aller heilikeit lêre, spiegel aller güete DvASchr 344,39. 345,8; wizzet, wer dâ mac sprechen: ich bin ein reht kristenmensche, der sol stân in Kristô alsô daz Kristus sîn exemplar sî, daz er sich rihte nâch sînen worten unde nâch sînen werken Eckh(Pf) 455,5; daz sie [...] / mit reinem exemplare / beneten [bahnten] uns den weg vor, / so trete wir ir vuzspor / und lerten iz unse erben vort HeslApk 336    4 ‘zur Belehrung, Erläuterung gegebenes Beispiel’ hie lúhtet in ein exemplar Tauler 412,4; dis ist ein exemplar der grossen grundelosen guͤte und erbermede gottes, das billiche alle súnder reissen sol zuͦ eime geworen ruwen und do bi sú ouch moͤgent geleret werden, wie [...]. dis selbe exemplare wart ouch Ruͦlman Merswine, unserme stifter, [...] her abe geschriben von sime heimelichen gesellen, dem lieben gottes frúnde in Oͤberlant MerswDial 60,26

MWB 2 20,11; Bearbeiter: Tao

exemplum stN. exempel

MWB 2 21,13;

experimënten swV. ‘etw. durch Erfahrungsbeweise dartun’ daz habent die meister wol experimentet PrBerth 1:401,7

MWB 2 21,14; Bearbeiter: Tao

exponieren swV. ‘etw. auslegen, erklären’ du steis inde lies hie eynen brief [...]. / wurtz du ne selver duden / int entlich exponieren PassSpK 338

MWB 2 21,17; Bearbeiter: Tao

eylas Interj. elas

MWB 2 21,20;

1ëʒ Pron. der 3. Pers. Neutr. In diesem Art. wird nur der Sg. behandelt, vgl. ër . 1 Deklination und Form (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § M 41)
2 Gebrauch
2.1 bezogen auf ein Nomen (bzw. Pronomen) im Sg. Neutr.
2.1.1 auf ein vorangehendes Nomen im Sg. Neutr. zurückverweisend
2.1.1.1 im Nom., Dat. oder Akk.
2.1.1.2 im Gen.
2.1.2 auf ein folgendes Nomen im gleichen Kasus vorausweisend, das nach rechts an das Satzende versetzt ist
2.2 bezogen auf ein vorangehendes Masc., Fem. (im Sg. oder Pl.), oder im Falle einer zusammenfassenden Wiederaufnahme mehrere Nomina ohne Genus- und Numerus-Einschränkung
2.2.1 im Nom. in Sätzen mit sîn und präd. Nomen, nach dem die finite Verbform sich richtet
2.2.2 im Akk. (z.T. mit dem subst. Demonstrativum daz abwechselnd)
2.3 als Präd. des Verbs sîn unmittelbar vor einem folgenden, ebenfalls präd. gebrauchten Personennamen, Appellativum, einem anderen Pronomen oder einem Rel.-Satz, seltener alleinstehend (vgl. 2 5 Mhd. Gr., § S 113).
2.4 den Antwortpartikeln jâ, nein hinzugefügt, als Wiederaufnahme des Neutrums oder des Inhaltes des vorangehenden (Frage-)Satzes (vgl. ër 2.7 )
2.5 ohne Beziehung auf ein bestimmtes Nomen, bezogen auf im Kontext Gesagtes (einen Satz, ein Satzglied oder einen Gliedsatz)
2.5.1 auf Vorangehendes
2.5.1.1 im Nom.
2.5.1.2 im Gen. ( es )
2.5.1.3 Gen. es übergehend zum Adv. ‘in Hinsicht darauf, deshalb, davon, dadurch’
2.5.2 auf Folgendes
2.5.2.1 auf einen folgenden Satz
2.5.2.2 auf ein Satzglied, das nach rechts an das Satzende versetzt ist
2.5.2.3 als Korrelat im Hauptsatz auf einen folgenden Subj.- oder Obj.-Satz vorausweisend
2.6 als Vorfeld-Platzhalter die Erststelle im Aussagesatz (Thema-Position) besetzend, in dem das eigentliche Subj. (im Sg. oder Pl.) hinter das finite Verb gerückt wird
2.7 als formales Subj., bes. bei unpersönl. Verben oder Ausdrücken
2.8 als formales Obj. in festen Verbindungen mit gewissen Verben ohne Bezug auf ein bestimmtes (neutrales) Nomen, das Gemeinte ergibt sich aus dem jeweiligen Zusammenhang (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 113)
   1 Deklination und Form (vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 41): – Sg. Nom. und Akk. ez, daneben frühmhd. noch (md. auch später) iz, hez mit prothetischem h- ( ÄPhys 9,5 ), mfrk. it, id; Gen. neben es auch is, für es tritt aber auch das urspr. refl. sîn ein ( z.B. GrRud B 4; Herb 15880 ); zur Vermischung des Nom. und Akk. Sg. Neutr. mit Gen. Sg. Neutr. (Mask.) es als Folge des Zusammenfalls von s und ʒ vgl. 2 5Mhd. Gr. §L 121 und §M 41 Anm. 3; Dat. im(e). – Pro-, Enklise und Verschmelzungen: ichz, erz, irz, bistuz, erbietenz; ezn(e), esn(e); êst (= ez ist), deiz (= daz ez, z.B. Iw 1112 ), deis (= daz es, z.B. Parz 351,22. 624,19 ) usw.    2 Gebrauch    2.1 bezogen auf ein Nomen (bzw. Pronomen) im Sg. Neutr.    2.1.1 auf ein vorangehendes Nomen im Sg. Neutr. zurückverweisend    2.1.1.1 im Nom., Dat. oder Akk.: daz vierde dier ein evir was, / [...] iz haviti îsirne clâwin Anno 16,3; daz ros daz was wunderlîch, / [...] iz irbeiz di lûte unde irslûch. / iz was freislîch gnûch. / ime was sîn munt [...] / als eime esele getân SAlex 280; sô wil ich ez iu nennen. ez heizet tugent PrBerth 1:96,16; ‘wir soln uns, frouwe, dicke sehen.’ / si sprach ‘daz mûze alsô geschehen.’ / ‘ez tût, solen wir leben’ En 12915; bêde ûf erde unt in dem mer / waz entrinnet iwerm kriege, / ez flieze oder fliege? Parz 293,4. – auf einen subst. Inf. bezogen: ir rüke wart kein eit gestabt: / doch wart ein stap sô dran gehabt, / unz daz sîn siusen gar verswanc, / durch die wât unt durch ir vel ez dranc Parz 151,30. – bei Präp.: daz helfenbein ist [...]. / [...] swer linin tuch [...] / leget uf ez Frl 5:24,4; es [ das panthier ] legte sich auff di erden / und winckte dem vil werden / das er auff es sässe HvNstAp 10260; da des kindes sie [Maria] genas, / gnade sie an ez gerte Rennew 14315    2.1.1.2 im Gen.: swaz ich sprach, daz hôrte sî / und antwurt es mit güete Iw 343. – abhängig von lützel, vil: swaz man des unseren dâ hât, / es sî lützel oder vil [...] : / man muoz ez uns her wider wegen / Tr 6311    2.1.2 auf ein folgendes Nomen im gleichen Kasus vorausweisend, das nach rechts an das Satzende versetzt ist: wie jâmerlîch ez stât, / daz hêre lant vil reine, / gar helfelôs und eine Walth 78,11; (auch hierher, falls gemach stN. und nicht stM.:) es [kausaler Gen.] möhte jugent werden grâ, / des gemaches alsô dâ / Gâwân an dem bette vant Parz 569,15    2.2 bezogen auf ein vorangehendes Masc., Fem. (im Sg. oder Pl.), oder im Falle einer zusammenfassenden Wiederaufnahme mehrere Nomina ohne Genus- und Numerus-Einschränkung    2.2.1 im Nom. in Sätzen mit sîn und präd. Nomen, nach dem die finite Verbform sich richtet: der site [die Beschneidung] ist hiute under judiskem liute, / unde ist ire geloube iz sî in bezzere denne diu touffe Gen 870; vart jenen pfat (êst [= ez ist ] niht ein wec) / dort über jenen hôhen stec / in jenen boumgarten Parz 511,21; jâ hêrre, wes gedenket der, / dem ungedient ie vil wol gelanc? / ez sî ein sî, ez sî ein er, / swer alsô minnen kan, der habe undank, / und dâ bî guoten dienst übersiht Walth 96,21; wir solten uns der sünden schamen, / nû ist ez gar der werlde gamen Freid 34,12; ouch was der frouwen dâ genuoc [...]. / ez wârn niht küneginne Parz 341,22; swaz man dâ kniender schenken sach [...] : / ez wâren meide ebd. 424,1    2.2.2 im Akk. (z.T. mit dem subst. Demonstrativum daz abwechselnd): Plynius, ein meister, heiset des senfez wurzeln in most legen; unde so der most der wurzeln craft gar in im hat, so ringe man is uͦs Macer 26,14. 49,8; der woͤlle machen ein rys muͦs, der nem aber gestozzen mandel milich vnd menge ez mit ris mele vnd siedez wol BvgSp 75; lege sie [die Birnen] in einen hafen vnd bedecke den hafen vnd becleibe ez mit teyge, daz der bradem iht vz muͤge ebd. 12. – mehrere Nomina kollektiv als Einheit zusammenfassend: nim kalch in ein hevelein vnd giuzz ein wazzer dar an vnd misch es vast vnder einander BairFärb 4,2; der woͤlle machen einen kumpost fon suren wiseln, der neme sur wiseln [...]. vnd swenne sie gesieden, so [...] menge sie mit honige vnd tuͦ galgan wuͤrtze dorunder gestrauwet. der ez zehant ezzen wil, der laz ez ane wuͤrtze BvgSp 84. 94    2.3 als Präd. des Verbs sîn unmittelbar vor einem folgenden, ebenfalls präd. gebrauchten Personennamen, Appellativum, einem anderen Pronomen oder einem Rel.-Satz, seltener alleinstehend (vgl. 2 5Mhd. Gr., § S 113). – vor einem Eigennamen: nû nefurhtet iu nieht, ich bin iz Joseph! Gen 2425; ich nebin iz niht Christ. / ich nebin iz niht Helyas noch ouch Jeremias AvaJo 18,2; ‘wer sît ir, herre?’ / ‘ich bin ez Îwein.’ Iw 2611. 3509; bistuz Gâwân? Parz 304,1. 252,28; ich bin ez Minne Iw 3016; Untriuwe [...]: „wer vert daher? [...]” / diu Triuwe [...]: „ich bin’z, diu Triuwe [...]” Stolle 8,6. – vor einem Appellativum: her Otte, ich binz der sun Walth 26,30; daz irz / der rîter mittem lewen sît Iw 8014; dâ bin ichz diu magt / diu dir ê kumber hât geklagt Parz 252,11; da wolt’ ich gerner wesen gast, / danne ich’z der hoveherre selbe wære TSchreiber(H) 12:5,8. – vor einem Pronomen: ich wunschet, daz ichz du solde sîn UvLFrd 50,12. 403,23. – vor einem Rel.-Satz: ich binz, der hât gewarnet, die edeln künege rîch NibB 1748,2; er wærez der si lôste ê / von dem künege Clâmidê Parz 425,13. 476,24; sît irz der mich rach [...] ? ebd. 307,24. – alleinstehend: nû sihstû wol daz wirz birn Er 4051; swenn er siht daz ich ez bin Iw 4659. 8011    2.4 den Antwortpartikeln jâ, nein hinzugefügt, als Wiederaufnahme des Neutrums oder des Inhaltes des vorangehenden (Frage-)Satzes (vgl. ër 2.7): ‘daz ist von dînen schulden.’ / ‘nein ez, bî iuwern hulden.’ Er 4077. 4065. 7513; sî sprach ‘ist er [der Kummer] dan iemen mê / gewizzen wan iu zwein?’ / ‘nein ez, vrouwe,’ sprach her Îwein Iw 5490; ‘gedâcht mîn hiut ieman / an dem margte? daz wær mir leit.’ / ‘nein ez, [...]’ Boner 53,58; gieng es dir hie vor glich eben wol? nein es, es waz liep und leid, leid und liep, dar na als es gab der glúkd rad Seuse 364,25; ‘ist daz wâr?’ sprach Tristan. / ‘jâ ez, herre’ UvTürhTr 940    2.5 ohne Beziehung auf ein bestimmtes Nomen, bezogen auf im Kontext Gesagtes (einen Satz, ein Satzglied oder einen Gliedsatz)    2.5.1 auf Vorangehendes    2.5.1.1 im Nom.: niemen niwegi sînen fuoz noh hant uber allez ditze lant / [...] iz ni sî Josebes willi Gen 2088; nu trîbent aber genuoge / ir mære und ir unvuoge [...] : / si jehent, ze sus getânem spil / dâ gehœre ouch ander spîse zuo. / dân weiz ich rehte, weder ez tuo Tr 16914    2.5.1.2 im Gen. (es) – abhängig von genuoc, niht: vrouwe, es ist genuoc Iw 160; al weinde er lief zer künegîn. / sô sprach si "wer hât dir getân? [...] " / ern kunde es ir gesagen niht, / als kinden lîhte noch geschiht Parz 118,21; ine tuon es niht decheinen wîs: / ich sol ê leisten mînen kampf ebd. 350,8. – als Obj. von Verben: man geloubet es im niht Iw 1730; daz hete sî lîhte dô getân, / wold es der künec verhenget hân ebd. 7334; ich mac uns selben niht gespîsen, / esne welle uns got bewîsen Parz 485,6. – in unpersönl. Konstruktionen und Wendungen: ich hân [...] mit dem swerte alsô gespilt, / daz es die vînde an mir verdrôz Parz 787,29; es wundert mich starke Tr 4156; si manten in bî ir goten / daz er in hulfe: es wære in nôt, / si rungen niht wan umben tôt Parz 17,7. – abhängig von einem präd. Adj.: und sleich zuo in sô lîse dar / daz es ir deheiner wart gewar Iw 102. 7806; si sint es frô Parz 23,13; Tr 8035; gebietet, hêrre: swes ir gert, / daz schaf ich: wand ir sît es wert Parz 34,22    2.5.1.3 Gen. es übergehend zum Adv. ‘in Hinsicht darauf, deshalb, davon, dadurch’ got weiz, hêr scheneschlant, / daz Cunnewâre de Lâlant / durch den knappen ist zerbert, / iwer freude es [dafür, deshalb] wirt verzert / noch von sîner hende Parz 153,4; er hât mit speren prîs bejagt, / es wærn gehêret driu lant ebd. 594,7; hier über suohter ir aller rât, / den zwîvel umbe ir missetât, / wier den sô hin getæte, / als er es êre hæte Tr 15298; si gewunnen es beide / leit unde tôtlîche clage ebd. 18124; Vîvîans hôrt einen dôz / und sach daz her Gorhandes komen, / von den sölh stimme wart vernomen, / es möhte biben des mers wâc Wh 41,7    2.5.2 auf Folgendes    2.5.2.1 auf einen folgenden Satz: ê is iemen werde innen, sô heb ich einen schal NibB 1909,2; nu danct es dem wirte: / ir freude er si niht irte Parz 639,13; frouwe, esn wende mich der tôt, / ich lêre den künec sölhe nôt / diu sîne hôchvart letzet ebd. 614,19    2.5.2.2 auf ein Satzglied, das nach rechts an das Satzende versetzt ist: sus tûrten si mit strîte / ûf des angers wîte: / es wæren müede zwêne smide, / op sie halt heten starker lide, / von alsô manegem grôzem slage Parz 537,27    2.5.2.3 als Korrelat im Hauptsatz auf einen folgenden Subj.- oder Obj.-Satz vorausweisend: – auf einen Subj.-Satz: ez hât mir an dem herzen vil dicke wê getân, / daz mich des geluste, des ich niht mohte hân / noch niemer mac gewinnen MF:Kürenb 2:5,1; ez schînet wol, wizze Krist, / daz disiu rede nâch ezzen ist Iw 815; ez ist von minnen komen / daz im der sin ist benomen ebd. 3405; iz ist pezzer daz ainer resterbe, / denne diu werlt elliu vur werde Kchr 8728 – auf einen Obj.-Satz: von herzen sol ichz immer klagn / daz ich sô nâhe geriten bin Parz 506,28; ir sîtz gelêret, / daz ir hôchvart sus mêret ebd. 347,7. – im Gen., abhängig von einem präd. Adj.: ei wie sicher ich es bin, / der truhsæze daz er in / ie getorste bestân! Tr 9349. – in unpersönl. Konstruktionen oder Wendungen: es wundert mîne sinne, / wer iu geriete disen wân Iw 2344; es ist unnôt, daz ieman mîner verte vrâge, / ich sage wol vür wâr die reise mîn MF:Hartm 17:1,3; frouwe, es ist iu gar ze vil / daz ir mînen sin sus smâhet Parz 346,24    2.6 als Vorfeld-Platzhalter die Erststelle im Aussagesatz (Thema-Position) besetzend, in dem das eigentliche Subj. (im Sg. oder Pl.) hinter das finite Verb gerückt wird: iz quam in nie in cheim lant / so manic bate wol getan Roth 159; ez was ein küneginne gesezzen über sê NibB 326,1; Kudr 1,1; ez stuont dâ bluomen vil umb in Parz 74,9. ez lâgen thûsint unt aver thûsint, / ûf der erde mahte niemen gân, / alsô vil lag ir dâ erslagen VAlex 939; ez fuorten scärpfe gêren die riter ûz erkorn NibB 73,2; ez verdienten niemer tûsent wîp / die gnâde dier [die ihr] mir habt getân Iw 8004. 6215    2.7 als formales Subj., bes. bei unpersönl. Verben oder Ausdrücken: morgen, dô ez tagete Iw 2076; wie möht ein wunder grœzer sîn, / ez regent beidenthalben mîn, / daz mir des alles niht enwirt ein tropfe! Walth 20,35; dâ sluoc er an [ an die tavel ] daz ez erhal / und daz ez in die burc erschal Iw 301; eins tages gedêhez an die stat [kam es soweit] / daz si der junge künec bat / nâch sîme dienste minne Parz 345,27; ez gruonet an den esten Neidh SL 2:6,1; swem iz in dem buche grimmet, der sol den buch mit diser wegebrete behen Macer 7,3. – bei unpersönl. Ausdrücken mit sîn, werden und präd. Nomen: ê daz ez wurde tac NibB 1004,3; ez was dennoch von touwe naz Parz 249,13; ez was den freuden dâ gelîch ebd. 638,24. – bei unpersönl. Passiv: ez enwart nie geste mêre baz gepflegen NibB 689,3; ez enkunde baz gedienet nimmer helden sîn ebd. 964,2    2.8 als formales Obj. in festen Verbindungen mit gewissen Verben ohne Bezug auf ein bestimmtes (neutrales) Nomen, das Gemeinte ergibt sich aus dem jeweiligen Zusammenhang (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 113): hungerjâre chômen, Ysaac unde sîn wîb muosen iz rûmen [mussten fortgehen] , / in Egyptilant si wolten Gen 1094; iz ist wol erhaben Rol 4077; [ ez wîzent uns die liute, und ob wir si bestân: ] ir lât iz heben die Hiunen, daz füeget sich noch baz NibB 1887,2; die vrouwen hânt ez alsô brâht, / daz ir von rehte wirt gedâht / in der vorderisten zal / swâ guoter wîbe wirdet wal Er 7778; nu sol ein ieslîch sælec wîp, / ob si wil tragen werden lîp, / erbietenz guoten liuten wol Parz 660,25; swer volget dem schilde, der sol ez enblanden / dem lîbe, dem guote, dem herzen, den handen KLD:UvL 16: 2,1; weitere Belege und Verbverbindungen s. DWB 3,1116-1125.

MWB 2 21,21; Bearbeiter: Tao