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ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   eigelîche - eigenliebe    


eigelîche Adv. egelich

MWB 1 1514,26;

eigen Adj. 1 ‘jmdm. eigen, zugehörig’ (oft in Verbindung mit einem Poss.-Pron.)
1.1 bezogen auf Verfügungsgewalt über (Land-)Besitz
1.1.1 ~ lant/ rîche ‘eigenes Reich’
1.1.2 viur/ rouch ‘eigener Haushalt’
1.2 bezogen auf Personen
1.2.1 ‘leibeigen, hörig’ (im Ggs. zu vrî )
1.2.1.1 im Minnesang
1.2.1.2 subst.
1.2.1.3 noch attr. oder bereits Kompos.? (vgl. eigenholt, eigenknëht, eigenliute, eigenman, eigenschalc, eigenvrouwe, eigenwîp )
1.2.2 zur Betonung enger Verwandtschaft oder Zugehörigkeit
1.3 die Eigenart von jmdm./ etw. bezeichnend ‘eigen, charakteristisch’
1.3.1 wille ‘freie Entscheidung’
1.3.2 in der Verbindung eigenes dankes/ willen ‘freiwillig, von sich aus’
1.4 minne ‘Selbstliebe’ (vgl. eigenminne )
1.5 eine (ausschließliche) possessive Relation betonend und verstärkend
2 Einzelnes
2.1 viur ‘selbstentzündetes Feuer’
2.2 vom Aufgang der Sonne innerhalb der Sternkreiszeichen ( ‘kosmischer Aufgang’ )
2.3 vür ~ ‘gewiss, verlässlich’
2.4 Adv. Komp. ‘eigentlicher, eher’
   1 ‘jmdm. eigen, zugehörig’ (oft in Verbindung mit einem Poss.-Pron.)    1.1 bezogen auf Verfügungsgewalt über (Land-)Besitz: mînen êigenen uuîngárton ne / móht íh behûotan Will 12,2. 73,2; minen aigenn hof ze Mangaren UrkCorp (WMU) 3188,7. N639,32. – subst.: er [Christus] chom zuͦ sinen eiginen [ in propria venit Io 1,11] . sin inphiengen in nieht. die aue in enphiengen. den gehiez er daz si gotes chint wâren JPhys 26,20; Parad 22,6    1.1.1 ~ lant/ rîche ‘eigenes Reich’ er floch uil scantliche / in sinem aigen riche Rol 6325; in tugentlîchen zühten si rûmte ir eigen lant NibB 526,1; mîn hant [...] / vil manegen man betwungen hât, / daz er guot und eigen lant / muoste hân von mîner hant RvEBarl 8629; von sînem eigenlande RvEAlex 8624; Parz 25,3; Wig 658; Loheng 3317    1.1.2 ~ viur/ rouch ‘eigener Haushalt’ gerne wolde ich [...] bî eigenem fiur erwarmen Walth 28,3; daz sullen erhafte besezzene lute sin mit eigeneme rouche StRFreiberg 177,26. 84,11    1.2 bezogen auf Personen    1.2.1 ‘leibeigen, hörig’ (im Ggs. zu vrî): er were fri oder eigen, / si cherten uf di heiden, / si zeichinoten sich mit chrucen Rol 165; alle die eigene liute, die zv der chirchen gehoͤrent UrkCorp (WMU) 2050,8. kunst manchen hat gefriet, / der eigen von gebürte was Mügeln 209,12    1.2.1.1 im Minnesang: ich muoz iemer ûf gedinge / sîn ir [der Minnedame] eigen kneht SM: HvStr 2: 5,5; ich bin ir eigen dienestman SM:HvS 1: 4,4; ich was frî, nu bin ich eigen KLD: BvH 12: 4,5    1.2.1.2 subst.: fur aigen wil ich dir dinen Rol 8941; nu ist doch unser eigen Sîfrit ir [Kriemhilds] man NibB 724,3; [ich] wil ùch dann fúr eigen / das cleynot laszen hie Krone 27864; ein eigener mit sinen genozen UrkCorp (WMU) 879W,41    1.2.1.3 noch attr. oder bereits Kompos.? (vgl. eigenholt, eigenknëht, eigenliute, eigenman, eigenschalc, eigenvrouwe, eigenwîp): ein wîp mac gewinnen êkint, vrîiu kint, eigen kint unde kebskint. ist si eigen, man mac si vrî lâzen SSpAug 141,18; Appolony, herre mein, / laß mich dein aigen dieren sein HvNstAp 13869; dem wîbe diente duo diu frowe / [...] / sam si wære ir aigen diu Kchr 1603; NibB 838,4; aygen hof UrkIndersd 70 (a. 1337)    1.2.2 zur Betonung enger Verwandtschaft oder Zugehörigkeit: dîn eigine mâge huoben dich ane ir gebâge [Zank] Gen 2940; dine eigen mage GenM 113,26; sîner eigenen kinde / was er sô vlîzec niht sô sîn [Tristan] Tr 2186; sie ist uwer eigen wip Lanc 137,6. 137,9. ~ bluot ‘Blutsverwandtschaft’ so jamerlich er got anrief. / ‘[...] sol ich tœten min eigen bluot [Kind] !’ Kistener 938. – subst.: des engulte du da heime do dich hazzoten dine eigen GenM 113,25; Gen 2939    1.3 die Eigenart von jmdm./ etw. bezeichnend ‘eigen, charakteristisch’ swer eigen tugent iemer sol gewinnen, / der sal sîn in sîner jugende beginnen VAlex 353; er vraget sein dar umb, daz er siu an ir aigen worten vieng PrOberalt 170,18; sîn selbes eigen natûre und wesen Eckh 5: 45,6. 5: 403,3; werden, machen und gebern ist der materien eigen, / die nimmer ewig mag gesin Mügeln 6,15; BdN 16,31    1.3.1 ~ wille ‘freie Entscheidung’ daz ich unbethwunlich von aigem guten willen [...] han verchaufft minen hove UrkCorp (WMU) 3556,6. 2814,42. – ‘eigenes Wollen’ (vgl. eigenwille ): darzu du [Seele] auch geeret pist / das du dein aigen willen hast, / das du tust und last / nach deinem willen wie du wil HvBurg 4911; daz wære aleine ein volkomener und ein wârer wille, daz man ganz wære getreten in gotes willen und wære âne eigenen willen Eckh 5: 227,7; ich leben mines eignen willen Mechth 2: 23,16. 2: 1,8    1.3.2 in der Verbindung eigenes dankes/ willen ‘freiwillig, von sich aus’ nicht ungerne, sundir sînis eigin dankis PrMd (J) 342,13; er [der heilige Geist] chuͤmet auch eigens danches PrOberalt 110,38. drû dinc sint, die gruntvestene sint eines iegelichen geistlichen lebenes, [...] daz ander ist verzîhunge [Verzicht] eigenes willen StatDtOrd 29,10    1.4 ~ minne ‘Selbstliebe’ (vgl. eigenminne ): manige lúte [...] vallent [...] in eigene minne ir selbes Tauler 77,3; dis ist ein schedeliche gevengnisse, eigene minne ebd. 77,22 u.ö.    1.5 eine (ausschließliche) possessive Relation betonend und verstärkend: do in [Abraham] unser herre versucht und hies in sinen liben sun, sinen aigen sun opphern PrOberalt 12,34; dô brach er ûz sîn eigen hâr Parz 42,15. 475,21; daz ir der herre Gâwein / was liep als ir eigen lîp Wig 1347. 6417; och warent etlich heidene, die opfirtent an disen tagen ir eigen menslich bluot dem hellegote der da heizit Pluto MNat 17,33; UrkCorp (WMU) 429,9. unser herre mant uns daz wir unser eigen suͤnte merchen PrOberalt 129,14; daz hât ze däutsch kainen aigenn namen BdN 141,20    2 Einzelnes    2.1 ~ viur ‘selbstentzündetes Feuer’ ist aber daz daz selb guͦt verprennet wirt von asang oder von eigem fiwr UrkCorp 2969A,26; daz [...] kein vngelucke oder schade geschehe von schure [...] oder von eigem vivͤre UrkCorp (WMU) 2664,45.    2.2 vom Aufgang der Sonne innerhalb der Sternkreiszeichen ( ‘kosmischer Aufgang’): mit ainer uͤbertreffenden sprache [ antonomastice ] haiz wir daz himelzaichen werltleich aufgen, in dem und mit dem deu sunne dez morgens aufget. und der aufgank haizzet der aigen und der vorderst und der tegleich aufgank KvMSph 34,2    2.3 vür ~ ‘gewiss, verlässlich’ der genaden hort / hat nymer weder grunt noch ort, / aber nyemant wais fur aigen / wem er die genad well erczaigen Teichn 610,21    2.4 Adv. Komp. ‘eigentlicher, eher’ ie daz werg der sêle merre ist, ie iz minre gotis ist. dar umme gebirt di sêle eigenre sunder bilden danne in bilden HvFritzlHl 26,9

MWB 1 1514,27; Bearbeiter: Runow

eigen Prät.-Präs. alem. auch heigen (oder gehören die konjunktivischen aspirierten Formen zur alem. Nebenform habegen [=haben]? Vgl. DWB 4,2,814; 2 5Mhd. Gr. § M 113, Anm. 2; s.a. Frnhd. Gr. § L 57,3). 1 ‘etw. (als eigen) haben’
1.1 ‘besitzen’
1.2 kraft/ reht ~ ‘in Kraft treten, Geltung haben’
2 ‘haben’
2.1 in abgeschwächter Bed.
2.2 als Hilfsverb
   1 ‘etw. (als eigen) haben’    1.1 ‘besitzen’ al daz wir eigin daz sî gemeine Gen 1615; iz ist reht, daz der leie / eine chonen aige / unde er ir rehte mite vare VRechte 408. 517; es enmag nieman burger werden, nuwonde er heige zem minsten ein ahtot teil an einim huse UrkCorp (WMU) 248A,23; von swem man es heige alde rehte vnd redeliche gewinne ebd. 1453A,18. – ‘innehaben’ die creature ihht ein substancien, die gemezzen ist unde geendet [ creatura habet substantiam modificatam et finitam ] ThvASu 260,20    1.2 kraft/ reht ~ ‘in Kraft treten, Geltung haben’ daz nv dis craft haige UrkCorp (WMU) 134,7; das si recht gegen dem selben Chuͦnrate Stephan heigin ebd. 1622,11. gewalt ~ ‘Verfügungsgewalt haben’ daz si den gewalt heigen, das selbe cil ce lengeronne zwei iar UrkCorp (WMU) 506,18    2 ‘haben’    2.1 in abgeschwächter Bed.: daz diz geschehen ist ze Basele vnd wirz gerne stete heigen UrkCorp (WMU) 744,43    2.2 als Hilfsverb: bi dem aide, den wir gesworn haigen UrkCorp (WMU) 1601,44; der den schaden heîge gitan ebd. 187,10; swc Hartmann an die burger von Lv́cerren zesprechen heige ebd. 507,19

MWB 1 1516,14; Bearbeiter: Runow

eigen stN. 1 ‘Eigentum, Eigentumsrecht’ (vgl. 2 HRG 1,1265-1267)
1.1 allg.
1.1.1 in Abgrenzung zu anderen Formen der Verfügungsgewalt
1.1.2 geerbtes
1.2 häufig ‘eigener Land-/ Grundbesitz, Liegenschaften’ (im Ggs. zum Lehen)
1.2.1 ‘zinspflichtiger Grundbesitz’
1.2.2 in Verbindung mit ledec/ vrî/ lûter etc. ‘von Abgaben freier Landbesitz’
1.3 bezogen auf Abhängigkeit von Personen (nicht immer sicher zu trennen vom Adj.)
1.3.1 oft im Minnesang
1.3.2 übertr.
2 ‘natürliche Beschaffenheit, Eigenart’
   1 ‘Eigentum, Eigentumsrecht’ (vgl. 2HRG 1,1265-1267)    1.1 allg.: daz ist reht, swer ein dinc coͮfet, daz er ez fúr eigen habe Lucid 72,5; so sol daz vorgenanthe hus der stat eigen sin, vnde mac die stat do mitde dun, swaz sie wil UrkCorp (WMU) 3438,39; ettleich sach sind tödleich, vnd ettleich vmb erb vnd vmb aigen vnd weltleich dinkch vnd chryeg Schachzb 43,4. – übertr. (mit Übergang zu 2?): der niht ensuochet [...] dan lûter got, dem entdecket got und gibet im allez [...], daz ez im als eigen wirt, als ez gotes eigen ist Eckh 1:187,6    1.1.1 in Abgrenzung zu anderen Formen der Verfügungsgewalt: ich wil nû teilen, ê ich var, / mîn varnde guot und eigens vil Walth 60,35; allez sin gvͦt, ez sin geriht, vogtay, aigen oder lehen UrkCorp (WMU) 1475,14. 1672,32; daz er sî ungeweltic habe gemachet ir eigens oder ander ir guotes SpdtL 121,5. 97,14; Mühlh 131,12    1.1.2 geerbtes ~ : daz aigen ist her chomen von vnsern vôrdern UrkCorp (WMU) N277,6; des guͦtes, daz eigen vnd erbe ist ebd. 465A,12; an egini edir an erbi Mühlh 132,25; daz ih meinem œhaim [...] han gegeben mein anerstorben gvͦet vnd aigen UrkCorp (WMU) N824,7    1.2 häufig ‘eigener Land-/ Grundbesitz, Liegenschaften’ (im Ggs. zum Lehen): Parmenîe daz ist dîn / und muoz dîn eigen iemer sîn Tr 4458; wil ich sînes willen phlegen / mit gâbe, mit lêhen, mit eigen Wh 184,13; min eygen daz Schrotsdorf mit allem dem, daz dor zve gehoret UrkCorp (WMU) 406,27; Rol 329; Parz 523,26    1.2.1 ‘zinspflichtiger Grundbesitz’ daz ieglich man gît abe sîneme eigen / daz finfte teil sîner chorne zi des chuniges urbore Gen 2634. 2614; Ilmarsdorf von des schenken æigen ain hof der giltet zwælf mvtte waitzen, [...], ahte hvnre, hvndert æier UrbBayÄ 1439,a    1.2.2 in Verbindung mit ledec/ vrî/ lûter etc. ‘von Abgaben freier Landbesitz’ ein huͦbe [...] ze choͮfenne ze Ebringen fuͥr lidig eigen UrkCorp (WMU) 106,37; daz si den selben hof ewichlichen schvln haben in aines lautern aigenes weise ebd. 1041,23; der sînen willen und sich selber læzet, der hât alliu dinc gelâzen als wærlîche, als sie sîn vrî eigen wæren und sie besezzen hæte in ganzem gewalte Eckh 5: 195,5. 5: 295,4. – übertr. ‘frei verfügbares Eigentum’ herzen trût, ir wüestet an mir iuwer frîgez eigen KLD:GvN 7: 2,3    1.3 bezogen auf Abhängigkeit von Personen (nicht immer sicher zu trennen vom Adj.): dc Bvͦrchart von Liebenstain hat ein kneth, der waz sin aigen UrkCorp (WMU) 2737,3; swelch engel den menschen vz dem gewalte gecoufet hete, dez eigen solte er uon rehte sin Lucid 72,8; daz si [die Christen] billich wesen solten / sin [Gottes] eigen und sin erbechint StrKD 112,57; Wig 967    1.3.1 oft im Minnesang: in den dingen ich ir dienstman / und ir eigen was MF:Mor 9: 2,2; ich hân ir niht ze gebenne wan mîn selbes lîp; / derst ir eigen MF:Reinm 32: 2,2; ich gap ir mich gar für eigen KLD:BvH 5: 4,2. KLD:UvL 10: 6,7    1.3.2 übertr.: er muß des todes aigen wesen HvNstAp 11223; wart ieman spotes eigen Krone 2657    2 ‘natürliche Beschaffenheit, Eigenart’ sô ensmecket ez [ wîn und spîse ] niht nâch sînem eigene Eckh 1:187,13; tier als ein künn, der name sal / gemeinlich predigen von in al / nach eigen und nach underscheit MügelnKranz 245. – in der Verbindung von/ in ~ e ‘aus Eigenem’ daz dinc lebet, daz bewegunge nimet von sînem eigene Eckh 2:384,2; allez, daz dû nimest, daz nimest dû in dînem eigene ebd. 2:383,9

MWB 1 1516,42; Bearbeiter: Runow

eigenære stM. ‘Eigentümer’ wir sein [...] des vorgenanten gotshaus vnd des brobst scherm vnd gewern fvͤr allev ansprach als aigner reht ist in dem land ze Oesterreich vnd ob der Ense UrkEnns 5,336 (a. 1323)

MWB 1 1517,49; Bearbeiter: Runow

eigendienest stM. ‘Dienst eines Leibeigenen, Leibeigenschaft’ taͤt [der aus der Leibeigenschaft Entlassene] dann vnredleich wider den herren [...], so solt vnd moͤcht der herr den menschen wider aischen ze seinem aigen dienst, vnd waͤr wider aigen RechtssA E 97,13

MWB 1 1517,54; Bearbeiter: Runow

eigendierne stF. eigen Adj. 1.2.1.3

MWB 1 1517,60;

eigendiu stF. eigen Adj. 1.2.1.3

MWB 1 1517,61;

eigenen swV. 1 ‘etw. übereignen, als eigen übergeben’
1.1 von Sachen
1.2 von Personen
2 ‘etw. als eigen erhalten’
3 refl. mit Gen. und präp. Erg. ‘sich etw. (widerrechtlich) aneignen’
4 ‘etw. zuschreiben, zuordnen’ , mit Dat.
   1 ‘etw. übereignen, als eigen übergeben’    1.1 von Sachen: daz die lehen geeygenet werdent deme stifte zu Meinze UrkCorp (WMU) 1919A,26; dc der [...] Teggenhvsen die [...] schvͦppvͤssan [Maßeinheit für Landbesitz] , dîe ich von im ze lehen het, aigent [...] in der vor genenten swesteron hant ebd. 1825,3. 222A,10. daz untoͤdemklich kleit dez kúnftigen iemer werenden liehtes ieme wirt geeigent in einer verdrossenheit aller zitlichkeit Seuse 390,23    1.2 von Personen: und swen sînr muoter brüstelîn / entwennet wirt daz kindelîn, / du soltz nâch mînem gebotte / eigenen gotte WvRh 420; mir sint nút widerzem die bleichen leftzen dines mundes noch widerstendig die bluͦtigen arme dins libes, me si [...] eignent mich dir [Christus] gentzlich Seuse 550,25; von gotes mild geeigent sin / die geiste gar dem himel und den speren Mügeln 29,11; mit Refl.-Pron.: lege abe allez, daz dîn ist, und eigene dich gote, sô wirt got dîn eigen, als er sîn selbes eigen ist Eckh 2:108,1. 1:239,8. – bildl. jmdn. dem tôde ~ ‘jmdn. töten’ umb sînen oeheim was er zornes ungerünic, / den im der Lutringaer dem tôde het geigent Loheng 5263; sîne künige über halp dem tôde wurden geeigent ebd. 5707    2 ‘etw. als eigen erhalten’ sie haben daz gerihte geigent von der herschaft ze Burgowe UrkCorp (WMU) 2188,28    3 refl. mit Gen. und präp. Erg. ‘sich etw. (widerrechtlich) aneignen’ noh [ sulen die vorgenante Moͤtnitzer ] sich des an dehain dingen aigenen [...], swaz des gerihtes ist, das an den toͤd get UrkCorp (WMU) 3040,16    4 ‘etw. zuschreiben, zuordnen’, mit Dat.: was man aber in gelẅkch tüet, das mag man smaykchunder geleichsenhait aygen Schachzb 83,99

MWB 1 1517,62; Bearbeiter: Runow

eigenerge stF. ‘eigene, aus sich selbst heraus entstandene Bosheit’ Lucifer nam den argen mut / daz her got dachte vorkeren / [...] / und wart von eigen erge ark HeslApk 11579

MWB 1 1518,33; Bearbeiter: Runow

eigengeborn Part.-Adj. ‘in unfreiem Stand (in der Hörigkeit) geboren’ ab einer ein eygengeborn dinst [ servili natus conditione, vgl. von dinststande ebd.] were StRAltenb 357

MWB 1 1518,37; Bearbeiter: Runow

eigengewer, eigensgewer stF. ‘eigener Besitz’ die vorgnand gulte haben wir in geben mit allem dem nuczz vnd mit dem reht, als ez her Ott Zdendel in nucz vnd in aygen gewer her braht hat UrkEnns 6,154 (a. 1335); daz ez [das Erbe] ir vater unde ir muter haben braht in rehter eigensgewer [...] ane rehte widersprache StRAugsb 139,32. – in Abgrenzung zu anderen Formen des Gewahrsams: swer stille gewer bringen wil an einem guͦt, der sol nennen welich gwer er bringe, eigensgwer oder lehensgwer oder satzunggwer MGHConst 3:271,11 (a. 1281)

MWB 1 1518,41; Bearbeiter: Runow

eigenguot stN. ‘Eigengut, in Eigentum befindliches Gut’ (im Ggs. zum Lehengut): diu recht, diu vnser [...] muter selig [...] gegeben hat dem saltzsieden datz Halstat, daz si [...] gepawet vnd gestift hat mit irm aigengut UrkEnns 5,128 (a. 1314); [der Geizige] kan niht dwingen sînen muot, / ern sterbe bî sîm eigenguot / des hungers und des vrostes ouch WälGa 8090; UrkCorp (WMU) 219,14 u.ö.

MWB 1 1518,53; Bearbeiter: Runow

eigenhaft Adj. einen (Grund-)Besitz als eigen kennzeichnend (nur bair.-österr.): er kan vnd mag [...] schaffen vnd thuen mit leuth vnd mit guett, wie er will in allem dem recht, sambt mit anderm seinen aigenhafften erbguett UrkEnns 5,329 (a. 1322); daz wir dem erbern herren maister Fridreichen [...] gechauft haben einen weingarten vmb sein aygenhaftes guet UrkKlostern 1,211 (a. 1324 kopial); ich [...] han verchauft meins aygenhaftes gutes StiftStBernh 272. – von Personen: du [böser Sohn] seist verfluecht und verswachet! / waz von dir chomen chan, / daz sey disen undertan / ewichleich fuͤr aygenhaft Teichn 296,53

MWB 1 1518,61; Bearbeiter: Runow

eigenheit stF. ‘Eigenschaft, Eigenart’ die klain werlt ist der mensch, daruͤmb, daz er aller ding aigenhait an im hat, die in der grozzen werlt sein KvMSph 20,19; unser menschlich lîdnus / daz von natûre uns anevelt / was ouch Christo zûgeselt / nâch der natûre eigenheit JvFrst 3275; die gotes aigenhait, / daz er nur daz pesser tuͦt Teichn 464,1868; Minneb 617; HvFritzlHl 171,34; BdN 28,28 u.ö. – ‘Eigensinn’ er [der Mensch] blibet [...] uf sinen uswendigen angenomenen sinlichen wisen mit eigenheit Tauler 184,21; entwerdende aller eigenheit unde sinsheit ebd. 314,3. 314,8

MWB 1 1519,10; Bearbeiter: Runow

eigenhof stM. eigen Adj. 1.2.1.3

MWB 1 1519,22;

eigenholde swM. ‘Dienstmann, Leibeigener’ umbe dîne swester ist mir von herzen leit. / die sihe ich sitzen nâhen dem eigenholden dîn NibB 620,3; eigenholde niht rîcher kunde wesen ebd. 803,3

MWB 1 1519,23; Bearbeiter: Runow

eigenkeit stF. ‘Eigenschaft, Eigenart’ Osee der besluzzet in kurze wort vollen sin, Johel der iz slecht an sim beginne und vorborgin an dem ende [...], so hat er icliche sin eigenkeit Cranc Vorr. Kl. Proph. 303,8. Vorr. Dan 271,5; vnd also erchennt man manichualtige aigenchait [ proprietas ] der sel nach irr chuͤndung vnd nach irem wesen KvMSel 346; der gallen aigenkait ist unstætichait, tobung, behendichait BdN 28,28; diu sunne hât fünfzehen aigenchait ebd. 58,18 u.ö.; Parad 28,6

MWB 1 1519,27; Bearbeiter: Runow

eigenkint stN. eigen Adj. 1.2.1.3

MWB 1 1519,37;

eigenknëht stM. vgl. eigen Adj. 1.2.1.3. ‘leibeigener Knecht’ daz ich minem vetter [...] han ze chouffen geben minen aigen chneht Ybann UrkCorp (WMU) N424,3. 525,17; ein hayden [...], der het ainen aigen chneht der im liep waz PrOberalt 40,39. 40,12; UrkBern 7,146 (a. 1345)

MWB 1 1519,38; Bearbeiter: Runow

eigenlant stN. eigen 1.1.1

MWB 1 1519,44;

eigenlich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. 1 ‘eigen, als Eigentum’ , bezogen auf Formen der Verfügungsgewalt (vgl. eigen Adj. 1 )
1.1 über Eigentum/  Besitz
1.1.1 allg.
1.1.2 von Grundeigentum (im Gegensatz zu lêhenguot ; vgl. eigenguot , eigengewer )
1.1.3 von Land und Herrschaft
1.2 über Personen ‘jmds. Herrschaft/ Verfügungsgewalt unterstehend’
1.2.1 rechtsspr. ‘als/ wie ein Leibeigener’
1.2.2 oft im höfischen Minnediskurs
2 ‘(jmdm.) eigen, eigentümlich’ (mit Übergang zu 3 )
3 eine Eigenart, Besonderheit oder Unmittelbarkeit hervorhebend; in vielfältigen, oft nicht scharf voneinander zu trennenden Bedeutungen, die nur z.T. in nhd. ‘eigentlich’ erhalten sind; i.d.R. adv.
3.1 ‘treffend, auf angemessene Weise, dem Wesen von jmdm./etw. entsprechend’
3.1.1 Komp. ‘eher, richtiger’
3.1.2 superl. ‘am treffendsten, im ureigensten Sinne’
3.2 ‘von sich aus’
3.3 bestätigend oder bekräftigend ‘deutlich, ausdrücklich’
3.4 ‘eingehend, intensiv’
3.5 ‘für sich, einzeln’
   1 ‘eigen, als Eigentum’, bezogen auf Formen der Verfügungsgewalt (vgl. eigen Adj. 1)    1.1 über Eigentum/  Besitz    1.1.1 allg.: unde sol auh der mezzer [die die Ware abmessen] chainer mit sinem aigenlichen gute weder zwilch noh linwat [...] im selber kauffen StRAugsb 70,6; unser einiu wil in [den Apfel im Göttinnenstreit] hân, / der sol er eigenlichen sîn KvWTroj 2149; sô wolte er kamere / uns geben unde spîse / in eigenlicher wîse KvWPart 18518. – übertr.: und sin [Gottes] morgengabe rich / hab ich [Maria] enpfangen eigenlich WernhMl 1454; vier element in dîner [Gottes] hant / sint eigenlîch betwungen KLD:Kzl 2: 1,14. – subst. ‘(individuell) Eigenes’ allez sal iz in [den Nonnen im Kloster] gemeine sin, noch ir keine in sal nit eigenliches han BrEb 33    1.1.2 von Grundeigentum (im Gegensatz zu lêhenguot; vgl. eigenguot , eigengewer ): so ist der selbe gart vnser aigenlich als da vor UrkCorp (WMU) 2183,12; mein aigenleich huͤb datz Velvwen ebd. 2108,39; vnser hus vnd hofstat [...], da wir inne waren vnd ez dar hatton in vnser aigenlichen gewer braht vnd besessen ebd. 1339,28    1.1.3 von Land und Herrschaft: gib mir gar diniu lant / eigenliche in mine hant Rennew 27908; dem hohstin houbit kúnege da, / dem ellú lant in Affrica / sint [...] / gar eiginlichin undirtan RvEWchr 2803; ditz edel kunigreiche / soll ew vil gar aigenleiche / mit gantzem willen warten HvNstAp 12862; RvEBarl 14193    1.2 über Personen ‘jmds. Herrschaft/ Verfügungsgewalt unterstehend’    1.2.1 rechtsspr. ‘als/ wie ein Leibeigener’ wir wellen iu eigenlîch / dienen gern in Österrîch EnikFb 3983; die frowa [...] gaben sich aigenlich mit allem dem sie hatun [...] in den shirn vnd phlihte der vor genanter herro UrkWürtt 10,88 (a. 1292); Walther von Hetlingen, der vnser hus eigenlich anhoͤrt UrkCorp (WMU) 3513,15. 3377,34; Exod 1783. – übertr.: wir suln im [Christus] ie éigenlîchen nâchvolgen Eckh 5: 253,12    1.2.2 oft im höfischen Minnediskurs: eigenlîchen dien ich ir, / daz sol sî vil wol gelouben mir Walth 112,21. 120,16; genigen sî der guoten dar, / der ich vil eigenlîche bin SM:HvS 3: 4,2; daz ich iu von rehte bin / eigenlichen undertân KvWHerzm 201; KLD:GvN 23: 6,10; SM:HvS 2: 2,4    2 ‘(jmdm.) eigen, eigentümlich’ (mit Übergang zu 3): sie wæren iemer ungenesen / von ir eigenlîcher kraft RvEBarl 8365; es ist des menschen eigen das er lachet; [...] das ist ime wol eigenlich GvSlath 212. – hierher (?): man liset hiute in dem heiligen êwangeliô daz geslehte unser frouwen, und ir sint zwêne unde vierzic, die man dise wochen nennet mit ir eigenlîchem namen PrBerth 1:444,9    3 eine Eigenart, Besonderheit oder Unmittelbarkeit hervorhebend; in vielfältigen, oft nicht scharf voneinander zu trennenden Bedeutungen, die nur z.T. in nhd. ‘eigentlich’ erhalten sind; i.d.R. adv.    3.1 ‘treffend, auf angemessene Weise, dem Wesen von jmdm./etw. entsprechend’ den naturlichen engil nennit der ewangelista einen engil godis gar eigintliche darumme wan he one mittil von gode geschaffin ist Parad 23,27; swas in [den Richtern] wirt vürgeleit, / das sülnt si mit gerehtikeit / ûsrihten gar eigenlich Ammenh 18677; in der weis muͤg wir aigenleich [ proprie ] gesprechen, daz die planeten in den zaichen sein KvMSph 26,6; wer den [Stein] zereibet und in aigencleichen [ secundum modum debitum ] beraitt, sô ist er guot wider des magen kranchait BdN 258,4; [Gott] von dem man eigenlichen spricht: / ‘got ist’, und anders worte nicht MügelnKranz 661; ThvASu 190,16. – ‘dem Wortsinn nach, genaugenommen’ sust Jeronimi rede stât: / ein trûren wêre in Christo, / daz hîz mit recht propassio, / nicht eigenlich ein lîdnis JvFrst 3345; mîn lîplîcher vater ist niht eigenlîche mîn vater Eckh 1:110,2; gladiolus [...] haizet aigenleichen nâch der latein swertlinch oder swertelkraut BdN 403,31. 305,15; aigenleich ze nemen sô haizt der pauch die ganz samnung auz den secken allen mit der haut bedackt, die oben her ab gêt über den nabel ebd. 31,22 u.ö.    3.1.1 Komp. ‘eher, richtiger’ etlîche liute [...] lebent nâch ir lîplîcher wollust, als diu vihe tuont, diu âne vernunft sint; und solhe liute heizent eigenlîcher vihe dan liute Eckh 5: 420,6; die [Seele] ist eigenlicher ein tempel gottes wanne alle die tempel die ie gezimbert wurdent Tauler 392,24; ez ist aigenleicher ain staud wan ain paum BdN 344,13    3.1.2 superl. ‘am treffendsten, im ureigensten Sinne’ dizce wort [ scandalum ] stet [...] allenthalben in ubeler bezeichenunge, doh so me iz rehtiste unde eiginlichiste gediuten mach, so chiut iz wirserunge PsWindb 105,36 (Randgl.); ‘in allen dingen han ich ruͦwe gesuͦcht und bin bliben wonende in dem erbe mins herren [Sir 24,11] ’. dis wort mag man von unser froͮwen aller eigenlichest nemen, wan [...] envant nie ruͦwe Tauler 201,23; 9,5; swenne daz ich vür nieman enbite und niht bite, sô bite ich allereigenlîchest Eckh 3:102,8. – adj.: dc aiginlichste wort dc ie uon der ewikait gesprochin wart PrGeorg 192 (App.)    3.2 ‘von sich aus’ enkain ding ist guͦt von im selben aigenlichen, won got ist aller ding guͤti PrGeorg 188,14; er hette wol vernumen / wie da ein wunder waz geschehen / daz wolde er eigenlich [selbst] ouch sehen Pass I/II 38,54. – adj.: diz allez an im ist / von gote ân eigenlîchen list RvEBarl 9456. – ‘freiwillig’ [wenn einer sich vergeht] vnd nit [...] selbe aiginlic buͦzit vnde offinut di sunde sin so dur den andern irkant ez wirt der merrun er underlig buͦzzi BrZw 46    3.3 bestätigend oder bekräftigend ‘deutlich, ausdrücklich’ daz wil ich aigenlichen sagen SHort 3719; ich, Egelolf von Stuͤzelingen [...], vergihe aigenlich an disen brîieve, das ich [...] UrkCorp (WMU) 2912,2; díe gnâde vindest dû in dem sacramente und niendert anders als eigenlîchen Eckh 5: 265,4; WernhMl 7822; Teichn 435,118. – ‘vollkommen, gänzlich’ dô hiez er brechen ûf daz grap: / die gotes erwelten er dô vant, / unverwandelt; ir gewant, / ir lide eigenlîche gar, / als sie geleit wurden dar, / ietweder unverwandelt lac RvEBarl 15949; in ir sinne klebete / diu zuckersüeze minne / gar eigenlichen drinne KvWEngelh 3146; das er [Jacobus] Ihesu wære also gelich / sam zwen zwilinge aigenlich WernhMl 13274; WhvÖst 985; HistAE 966. – ‘tatsächlich, wirklich’ din glaube der hat dich gesunt gemachet eigentlich EvStPaul 4271    3.4 ‘eingehend, intensiv’ die boten [...] besahen in dú lant / eigenliche fur unde wider RvEWchr 16860; [Delfine] habent niht nasen. idoch smeckent si gar wol und gar aigenchleichen BdN 235,27    3.5 ‘für sich, einzeln’ Jacob [...] geseinte di sune sin / gar eigenlich und gar ebn [ benedixitque singulis benedictionibus propriis ] HistAE 809. – hierher oder zu 3.1: für paz well wir sagen von ainem iegleichen tier aigencleichen [...] reht als daz ABC stêt BdN 119,22

MWB 1 1519,45; Bearbeiter: Runow

eigenlichheit stF. ‘individuelle Beschaffenheit, Eigenheit’ so muͦstu an dir selber verwerden und aller eigenheit [La. aller der eigenlicheit ] und minneklicheit [...] in aller der wise do du dich selber besessen hast Tauler 314,8

MWB 1 1521,56; Bearbeiter: Runow

eigenlichkeit stF. ‘Eigenschaft’ hic est filius meus dilectus. an disin wortin bewisit brudir Erbe der prediger und lesemeister funf eyginlichkeit an Christi geburt Parad 2,4; ez inist kein tir, ez inhabe eine sundirliche eginlichekeit for allin anderin tirin ebd. 133,34. 28,8

MWB 1 1521,61; Bearbeiter: Runow

eigenliebe stF. ‘Liebe zu sich selbst’ toͤtt sich ein mensch selber, [...] tuͦt er wider sein aigen natur und wider sein aigen lieb, die er zu im selben haben solt vnd zu seinem leben RechtssA T 11,9. F 39,14

MWB 1 1522,3; Bearbeiter: Runow