geröufe
stN.
‘Rauferei, Gerangel’
wann er [der kluge Hund] cham in
ein geraͤff [mit Dorfkötern] , / so waz ie zu lest
sein laeff / auf den stain [Felsen, der ihm Sicherheit
bot]
Teichn
115,25;
jst daz ieman, ez si dag oder naht, leuffet gewapent zuͦ einem gereuffe
/ oder zuͦ einem gestoͤber, dar vͤmb ist er keine
bezzeruͦnge schuͦldig MainzFriedgII
27
MWB 2 516,10; Bearbeiter: Richter
gërren
stV.
→
kërren
MWB 2 516,17;
gers
stM.
→
gîres
MWB 2 516,18;
gersch
Subst.
‘Pferdeeppich’ (Smyrnium olusatrum, vgl. Marzell
3,350f.):
olisatrum heizet gersch. des same mit wine genutcet heilet,
da der tarant gestichet [...] hat Macer
96,1
MWB 2 516,19; Bearbeiter: Richter
gêrschaft
stF.
‘Vormundschaft’ (vgl. DRW 4,398
gerhabschaft):
ob di furmuntshaft und gershaft in unser gewalt und hant gevellet DRW
4,398
(ZFerd.1; a. 1330)
MWB 2 516,23; Bearbeiter: Richter
gêrschuʒ
stM.
‘Speerwurf, geworfener Speer’
iedoch bin ich in sorgen, swenn’ er in strîte stât /
und vil der gêrschüzze von helden hande gât, / daz ich dâ verliese den mînen lieben
man NibB
900,2;
dô sach man schier’ ir schilde stecken gêrschüzze vol
ebd.
2132,4
MWB 2 516,27; Bearbeiter: Richter
gêrstange
stswF.
‘Speerschaft’
er [Siegfried] kêrte des gêres
snîde hinder den rucke sîn. / mit der gêrstangen er schôz ûf
ir [Brünhilds] gewant NibB
459,3;
im [Siegfried] ragete von dem
herzen ein gêrstange lanc ebd.
983,2.
2038,3.
– als pars pro toto:
der helt mit zorne sprach: / nu bringet mir vil drâte die mînen gêrstangen
Kudr
447,3.
511,2
MWB 2 516,33; Bearbeiter: Richter
gërstbrî
swM.
s.a.
gërstenbrî
.
‘Gerstenbrei’
man schuof in zeiner lîpnar / fleisch und krût, gerstbrîn Helbl
8,881
MWB 2 516,40; Bearbeiter: Richter
gërstbrôt
stN.
s.a.
gërstenbrôt
.
‘Gerstenbrot’
vom dem gerst brote SalArz
7,48
MWB 2 516,43; Bearbeiter: Richter
gërste
swF.
selten stF. (
Daniel
1684.
2385;
Hiob
11938
).
‘Gerste’
ordeum haizt gerst. daz gerstenkorn gibt niht sô guot mel
sam andreu korn BdN
413,3.
352,8;
gerste ist tumbes uihes fuͦra. guͦt man scol die
gersten miden. wante si meinet irrer lûte lêre JPhys
17,35;
Hiob
11938;
durh trinchen [
nebedarf
man
] haberen noch gersten ze biere mulzen
Himmelr
9,14;
Ottok
53221;
RvEWchr
18530;
so gip im der dunnen [dünne
Flüssigkeit] abgesotener gersten SalArz
68,48
u.ö.;
Macer
54,17;
OvBaierl
106,11.
– in Urkunden häufig als Abgabe:
Bv́rgi der Rote git [...] siben mutte weizen vnd
siben mutte gerstun UrkCorp (WMU)
3018,16;
StRFreiberg
53,9.
–
‘Gerstenfeld’
ir [der König] gent fride als ein geschiuwe
[Vogelscheuche] in einer gersten KLD:Schulm
5:10
MWB 2 516,45; Bearbeiter: Richter
gërstegrûʒ
stMF.
‘Korn der Gerste’
gip im ein iuch [Brühe] uon
hirsegrouzen. oder uon gerste grouzen gesotin mit mandelkernin SalArz
49,14;
mel, gerstgraͤwzz und swaz die fragner
[Kleinkrämer] verchauffen wellent StRMünch
454,10
MWB 2 516,61; Bearbeiter: Richter
gërstemânde
stM.
‘September’
von idus gerstemandes [
ab idus autem
septembres
] biz man ses wochen zu ostern hat, sollen sie
ummer zu nonen inbizzen BrEb
41
MWB 2 517,1; Bearbeiter: Richter
gërstenbrî
swM.
oder attr. Verbindung, vgl.
gërstîn
,s.a.
gërstbrî
.
‘Gerstenbrei’
di spise vnde daz trinkene [...]
wirt [im Magen] alse daz dicke daz da kumet von eime
versoten girstin bri SalArz
1,42
MWB 2 517,5; Bearbeiter: Richter
gërstenbrôt
stN.
oder attr. Verbindung, vgl.
gërstîn
,s.a.
gërstbrôt
.
‘Gerstenbrot’
girstin brot ist kalt vnde trucken. vnde ist minner fruchtic
danne daz da wirt uon deme rocken SalArz
9,32
MWB 2 517,10; Bearbeiter: Richter
gërstenbûch
stM.
‘Dickwanst’
es ist nyndert ein gersten pauch Teichn
726,67
MWB 2 517,14; Bearbeiter: Richter
gërstenkorn
stN.
‘Korn der Gerste’, auch in Maßangaben:
doch ist daz gersten korn / alumme eckecht, unde vorn / spitz
Daniel
2319;
zem viure sol man ouch die pfenninge versüechen, unde üb man archwenich vint
da amme schillinge gebresten unde abeganges zwei gersten chorn, daz gat im aber niht
an sin ere RbBasel
8,10;
HeslApk
11112;
BdN
413,11
MWB 2 517,16; Bearbeiter: Richter
gërstenmël
stN.
oder attr. Verbindung, vgl.
gërstîn
.
‘Gerstenmehl’
da sol man nemen burncressen saf unde girstinmel unde honec
unde knete das Macer
43,7.
50,2;
nim girstin meles zehen dragme SalArz
66,41
u.ö.
MWB 2 517,24; Bearbeiter: Richter
gërstenwaʒʒer
stN.
oder attr. Verbindung, vgl.
gërstîn
, s.a.
gërstwaʒʒer
.
‘Gerstensud’ als Medikament:
daz gerstin wazzer ist kalt. vnde vuchte. vnde ist gut den di
da heizes libes sin SalArz
9,39
u.ö.;
jst dy hytte vnde dy suke gar grot
[...], so sprychit Galienus, dat von arczedie ny so gut
wurt alz gerstenwaszer, want et colet vnde vuchtet OvBaierl
28,15.
83,29;
BdN
413,17;
nur gersten wazzer und
geislitz [
gîselitze, eine breiartige
Speise] / daz helf im wol und nichtz paz Teichn
175,66
MWB 2 517,29; Bearbeiter: Richter
gërstenzins
stM.
Abgabe in Form von Gerste:
czinstag, als sie den gerstin czins suldek sin ze lesten DRW
4,399
(LiegnitzUB; a. 1329)
MWB 2 517,40; Bearbeiter: Richter
gërstherte
Adj.
‘hart wie Gerste’ ( Hesl vergleicht
11139ff. die Gerste mit der Dreifaltigkeit):
allein sich die gerstherten / rechtes gelouben werten /
[...] den gab ich mutwilliche / min lon also billiche
HeslApk
11327
MWB 2 517,43; Bearbeiter: Richter
gërstîn, girstîn
Adj.
Wegen der Abschwächung des Suffixes -în zu -en (vgl.
Wilmanns, Dt. Gr. 2,437-439) ist nicht immer zu entscheiden, ob ein Attr. oder ein
Bestimmungswort im Kompos. vorliegt, vgl.
gërstenbrî
,
gërstenbrôt
,
gërstenmël
,
gërstenwaʒʒer
.
‘aus Gerste’
hir ist eyn kynt, daz hat fumf girstyne brot unde czwene vyssche [
Io 6,9
]
EvBerl
35,24;
PrOberalt
68,11;
Wernh
5439;
ez ist auch gerstein mel zuo mangem pflaster guot
BdN
413,20;
gip im iussal [Brühe, vgl.
jusselîn
] mit gerstinen
clien [Kleien]
SalArz
44,43.
60,48;
temper daz mit girstînem melwe Barth
140,35.
Kchr
10951
MWB 2 517,48; Bearbeiter: Richter
gërstwaʒʒer
stN.
s.a.
gërstenwaʒʒer
.
‘Gerstensud’ als Medikament:
mache im ein clister [...] uon wibes
milch. vnde uon gerst wazzere SalArz
60,53
u.ö.;
wenn man den diadragant [ein
Baumharz] zerlæt in warmem gerstwazzer und tuot dar zuo den zaher,
der gummi arabicum haizt BdN
366,33
MWB 2 517,61; Bearbeiter: Richter
gert
Part.Prät.
→
ern
MWB 2 518,4;
gertach
stN.
unklar, wohl ‘Gartenanlage’, vgl. Anm.z.St.:
[Antenor] quam an ein gefilde breit, / in ein gerthe, /
schone vnde wehe, / nahen bi der strazzen Herb
1979
MWB 2 518,5; Bearbeiter: Richter
gerte
stF.
→
egerde
MWB 2 518,9; |