Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
      gebôʒ stN.
      gebœʒe stN.
      gebrach stM.
      1gebræche stN.
      2gebræche stN.
      gebræhet, gebræchet (?) Part.-Adj.?
      gebraht stM.
      gebræme stN.
      gebranc stN.
      gebraste stN.
      gebræte stN.
      gebrëch Adj.
      gebrëch stN.
      gebrëch, gebrëche stswM.
      gebrëchafticheit stF.
      gebrëche stN.
      gebreche stN.
      gebrëchen stV.
      gebrëchlich Adj.
      gebrëchlîcheit stF.
      gebrëhe stN.
      gebrehte stN.
      gebreite swstF.
      gebrennen swV.
      gebrëst, gebrëste, gebrësten stswM.
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gebôʒ - gebrëst, gebrëste, gebrësten    


gebôʒ stN. ‘Schlag, Stoß’ dô sach siu slahen manec gebôz [ : wolkenschôz ] / unde stechen manic sper / ûf den ritter UvZLanz 1484; Georg 1219 (La., verderbt)

MWB 2 172,39; Bearbeiter: Plate

gebœʒe stN. ‘Schlagen, Stoßen’ gen dem gestuͤle unz an den schragen [Umzäunung des Turnierplatzes] / wart ain groz gestoͤsse / mit mangem schilt geboͤze RvEWh 5804

MWB 2 172,43; Bearbeiter: Plate

gebrach stM. ‘Lärm, Geschrei’ des morgins, ê der tag ûfbrach, / dô wart sô luite ir gebrach / und ir trampeln dâvor, / daz iz ûf der burc impor / dî brûdere vornâmen NvJer 20097. 21010

MWB 2 172,47; Bearbeiter: Plate

1gebræche stN. ‘(lauter) Klang (von Stimmen)’?; vgl. → (ge)braht stM. und → bræche stF. – diu rede sô wol gêt ûz dem munde / [...] daz er in manigem gebræche / wol die rede kan gekêren LvRegSyon 2667; do die wort und daz gebreche / irhorte Jonathas Macc 5294; gal, schal und gebræche / machet harte wæche / manig nachtegal SM:Wi 3: 1,8

MWB 2 172,51; Bearbeiter: Plate

2gebræche stN. 1 ‘Münzbild’ , negativ auf dem Stempel, positiv auf der Münze
2 ‘in Stein gemeißelte Inschrift’
   1 ‘Münzbild’, negativ auf dem Stempel, positiv auf der Münze: dc gebrâche an deme phenninge TrudHL 141,20; schouwe, wes daz bilde sî, / daz mit gebræch gemachet sî / mit dem îsen in den rinc Ottok 464. 21478; dirr helbling hat zwai gebraͤch PrGeorg 1,9; alsô wart in ein gebraeche ir münze niht gestempfet Loheng 4877; das ryst man noch der formen eynis pfenningis, dor in slet her eyn gebreche sinis ingesigils MarcoPolo 26,10; PrBerth 264,28; Renner 18662; EvBeh Mt 22,19. – in verschiedener Weise übertragen: die selbe kamere [Gebärmutter] hat inner halb siben jngesigele. die sint ergraben alse ein múnzisen nach des menschen bilde. [...] so daz kint wirt enpfangen, so ist ez siben dage milch, siben tage bluͦt, siben dage wellit ez zesamene, siben dage schopfit ez sich nach dem gebrache Lucid 62,9; daz er mit sime heiligen tode die herlichen munze, da er iuch nach im selben hat geprachet [...] wider niwen wolte von dem alten valske der sunden, daz an iwer sele an scin wurde daz sine gotliche geprache Konr(Sch) 171,22; der helle münzer quetzet / sîn gebrêch, daz ûzen schein / silber und innen was unrein Renner 4081. 18641    2 ‘in Stein gemeißelte Inschrift’ sich, er ist der steyn, den ich gegeben habe vor Jhesu [...] ich wil graben sin gebreche [sculpturam] Cranc Zach 9,3

MWB 2 172,59; Bearbeiter: Plate

gebræhet, gebræchet (?) Part.-Adj.? (zu welchem Verb?) ‘mit Geschwüren bedeckt’ sij was ußsetzig und gebreet [ sursemee ] / und auch da mit gar vermeret Pilgerf 9132

MWB 2 173,23; Bearbeiter: Plate

gebraht stM. 1 ‘Lärm, Geschrei’
2 ‘Pracht, Prunk’ (von verführerischen Trugbildern)
   1 ‘Lärm, Geschrei’ man hôrte dâ allenthalben gebraht unde wuof. / dô verbôt man den kinden den weinenden ruof Kudr 895,1; do horte er michel gebracht / von tuveln PassIII 523,22. – vom Gesang der Nachtigall: manger leie ist ir gebraht, / ie lûter danne lîse Neidh Sl 27:4,4    2 ‘Pracht, Prunk’ (von verführerischen Trugbildern): der tuvel groze maht / mit manigerhande gebraht / an trugnisse gein im tribe Vät 25728; in manigerhande schine / biwilen tac und nacht / machte er [der Teufel] grozen gebracht ebd. 35076

MWB 2 173,27; Bearbeiterin: Herbers

gebræme stN. ‘Verbrämung, Borte’ [den Ungarn] gie umb den kragen, / [...] ein mederîn gebræme [ ~ aus Marderfell] / ûf einem hôhen golliere [Koller, Halsteil an der Rüstung] Ottok 7979

MWB 2 173,38; Bearbeiterin: Herbers

gebranc stN. ‘Ansturm’ (s.a. branc): nie wart so groze schande / under des himels crange [Umkreis] / geliden in geprange / sam Jerusalem hie leit Daniel 6328

MWB 2 173,42; Bearbeiterin: Herbers

gebraste stN. ‘Lärm, Getöse’ sin iamer sin gebraste / sin weinen vnde sin schrien / wart erhoret von Marien PassI/II 72,16; do began von dannen keren / der tuvel mit gebraste MarLegPass 20,239; nu wart ein groz gebraste, / wand daz mer geloufen quam PassIII 665,24; NvJer 19273

MWB 2 173,46; Bearbeiterin: Herbers

gebræte stN. ‘Bratfleisch’ von eime kalbe [...] geslagen daz gebrete an ein ander vnd die swarten vz gekeret BvgSp 96

MWB 2 173,52; Bearbeiterin: Herbers

gebrëch Adj. ‘unzulänglich, untauglich’ nu wil ich ruogen erist / die mine armen fuozze: [...] ze huore waren si gereht, ze chiusce waren si gebrech SüklMill 43,8

MWB 2 173,55; Bearbeiterin: Herbers

gebrëch stN. ‘Krach, Lärm’ ir [ der tivel schar ] grozen schal unde ir gebrech / enchunde gesagen dehæin zunge Serv 3476; zwiu sol sîn pîneclîch gebrech? Neidh WL 27:7,3; Neidh(S) 2,203 c120:7,5; die guote wart unsanfte erwact, / von dem gebreche sêre erschract EbvErf 3544. 3538; Georg 5501; PassI/II 214,80; Ottok 8136

MWB 2 173,59; Bearbeiterin: Herbers

gebrëch, gebrëche stswM. Belege für die Variante gebrëchen sind nicht zu sichern, vgl. aber → gebrëchen stV. unter 2.3. 1 ‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an : von oder an etw./jmdm.)
2 ‘Entbehren, Ermangeln von etw., Armut, Bedürftigkeit, Not’
2.1 bezogen auf Nahrung, Kleidung, Wohnung, Lebensunterhalt allgemein
2.2 unerfülltes Begehren
3 ‘Enthaltsamkeit, Fasten’
4 ‘Schaden, Verlust’
5 ‘physische oder seelische Schwäche, Krankheit’
6 ‘moralische Schwäche; Sünde’
7 ‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’
   1 ‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an: von oder an etw./jmdm.): eclypsis, als ich spreche, / daz heizet ein gebreche. / wan den planêten daz geschicht, / daz in irs schînes gebricht HvFreibTr 240; der geprech [ dez monen scheingeprech ‘Mondfinsternis’] mag geschehen uber al daz ertreich KvMSph 60,13. – mit Angabe dessen, was fehlt: die naturliche grawe [Grauwerden des Haars] geschit [...] uon deme gebreche der naturlicher werme vnde der vuchte SalArz 27,14; got, der sich nicht verandert, / von gerechtekeit nicht wandert / durch gebrech der mechtekeit Hiob 12827; daz dî schult in den cleinen hûseren iht blîbe ungebûzet von deme gebrechen der prîstere [weil Priester fehlen] StatDtOrd 87,24; von des schultheysin gebrechin [ ‘Abwesenheit’] [Kapitelüberschrift] . nu were abir der schultheyse dar nicht [...] SchöffMagdBresl 2:2,2. – mit Angabe dessen, dem etw. fehlt: ez ensulen ouch alle die brûdere niht wizzen den vollen oder den gebrechen [ inopiam ] des trisores, danne sô ez den meister unde sînen rât gevellich dunket StatDtOrd 98,3. 98,17; sy sullen ouch richten gebrechen [...] an allim deme, das man mit dem scheffil gemessen mag UrkBresl 101 (a. 1324); wir befinden dann sihtigen geprechen an silber oder andern sachen StRRegensb 100. âne ~ umschreibend: volkumenlîche / âne gebrechen rîche Kreuzf 8044; ân allen geprechen in ganzer volkumenkait BdN 67,35    2 ‘Entbehren, Ermangeln von etw., Armut, Bedürftigkeit, Not’    2.1 bezogen auf Nahrung, Kleidung, Wohnung, Lebensunterhalt allgemein: mit willen sie [belagerte Stadt] sich im [Angreifer] irgit / an sturme, sunder strit, / durch gebrechen der spise Vät 11947; har wirt uorlorn uon uir sachin. einez ist der gebreche an der spise SalArz 26,38. 26,42; sich hub zeimal ein hungers not [...] mit gebrechen maniger hant, / als noch ein hungeriar pflit PassIII 12,22; is geschit ouch das [...] di pfert ouch gebrechin han an vutir MarcoPolo 18,6; den andern ir gebreche [Wassermangel] riet, / daz si im klageten als e PassIII 221,80; ir wist daz die heyden [...] niht gutez waßers han. / [...] die fraw [...] in wente iren gebrechen Minneb 1917; Iulianus die list do uant / daz man in hin zvr wuste / versente da er muste / von gebrechen ligen tot PassI/II 359,17; PassIII 36,31. 218,10; den gebrechin, / den [...] dî brûdre [...] lidin manchirhande / an cleidrin, tranke, spîse; / und waz in allir wîse / gehôrte zu der lîbnar, / des wârn sî vorarmit gar NvJer 5698; PassIII 581,84 in ertholern sy wonten [...]. / durch huser gebrech besunder / sy druckten sich dort under Hiob 11307; sîn hûs war rîches râtes vol, / des ich dâheime bin erlân: / [...] / der gebreche müet mich stæte UvEtzWh 2914; hie twanc sie grôz gebreche zuo [zum Leben als Räuber] ebd. 5878    2.2 unerfülltes Begehren: heizzet uch in selber ein rede sagen, / do sin gebrech [Liebesnot] ein teil inne stat Minneb 4635; die wîzgehande Isôt / iren gebrechen und ir nôt / in iren sinnen achte / und allez daz betrachte, / daz ir gên Tristande war HvFreibTr 988    3 ‘Enthaltsamkeit, Fasten’ einen ieglichen tac / er sich zu gebrechen twanc Vät 19333. 20274. 20281    4 ‘Schaden, Verlust’ kunic Gwîden was sîn schade leit / und ouch der gebreche der cristenheit Kreuzf 566; durch gebrechen manigen, den sie [im Kampf] liten ebd. 1555; sag mir, herr, wer die sein / von den du hast den schaden dein / und auch dissen geprechen Seifrit 3688. umb den grozzen geprechen [finanziellen Schaden] den disiu stat bis her gehebt haut StRAugsb 253,9; den gebrechen deu unser purger czu Brunne unczher gehabt haben um daz wen in iemant schuldick ist gewest StRBrünn 381    5 ‘physische oder seelische Schwäche, Krankheit’ si [Heilpflanze] ist ouch gut uor di diezenden oren [...] vnde uor der ougen gebrechen SalArz 100,35; die [...] sich erbarmeten uber den manichvaldigen gebrechen, den die siechen hatten in dem here StatDtOrd 22,16; daz kraut [...] ist guot für der pain siehtum oder für der füez geprechen, der dâ ze latein podagra haizt BdN 415,8; daz man der vogel siechtum erkenne an der flügel geprechen ebd. 164,29; diu zung verleust oft irn ganch und ir sprâch. daz geschiht von dem geprechen der wegenden kraft der sêl ebd. 15,19; hiet der êrst mensch niht gesünt, all menschen wæren ân geprechen [an Leib oder Seele] geporn ebd. 486,28; und ab von der natur gebrech / der boum vellet Hiob 5433    6 ‘moralische Schwäche; Sünde’ die vil vastent und vil wachent und grôziu werk tuont und niht enbezzernt ir gebrechen und ir site [...], die triegent sich selben Eckh 2:139,3; allez, daz verdorret was von sünden und von gebrechen, daz wirt viuhte und grüenende und wahsende von der gnâde ebd. 4:228,52; wi vil man gotlichis lichtis hait, so ist doch deme menschin noit des lichtis der lere zu den tegelichin gebrechin da der mensche invellit Parad 116,27; daz ein mensche lîdet in sîme herzen einen gebrechen, den her nicht weiz ob her tôtlich ist oder tegelich, und wil ir nicht bîchten HvFritzlHl 115,15; want got insinen engeln vant / gebreche und bosheit, als irkant / gentzlich wart an lucifero Hiob 1690. – ‘Verbrechen’ von der pyne der gebrechin [Kapitelüberschrift] MarcoPolo 18,13. – ‘Makel’    7 ‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’ jst aber, daz einem armem mensche vber dehainen sinen gebrechen gedinges nôt geschiht [wenn für ihn wegen einer Streitsache Appellation notwendig ist] UrkCorp (WMU) 1100A,25

MWB 2 174,1; Bearbeiter: Plate

gebrëchafticheit stF. ‘Mangelhaftigkeit, Schwäche’ dat de sonne altzomalle alyne neit creftich in is van ir seluer, dat etzwat gebrechafticheit is in der sonnen Eckh 1:234,6

MWB 2 175,50; Bearbeiterin: Herbers

gebrëche stN. zu brâche . ‘Brachland’ der herre sol ouch haben [...] das alte gebreche zu dem heiligen berge, das ist sin alleine WeistGr 1,701 (a. 1336)

MWB 2 175,54; Bearbeiterin: Herbers

gebreche stN. gebræche1

MWB 2 175,58;

gebrëchen stV. 1 brëchen
2 ‘jmdm. fehlen, mangeln’ , unpers.; das logische Subj. steht meist im Dat.
2.1 mit Nom.-Erg.
2.2 mit Gen.-Erg.
2.3 mit Präp.-Erg. ( an etw.)
2.4 ohne weitere Erg.
2.5 subst. (könnte in einigen Fällen auch als Subst. gebrëchen aufgefasst werden, vgl. → gebrëch, gebrëche swstM.)
   1 brëchen : – zu brëchen 1.1 ‘zerreißen, entzweigehen’ daz dem clostere vorbenant / uf sante Agneten grabe / ein teil gienc mit gebrechen abe, / [...] wand ez begonde risen / und zurvallen her und dar PassIII 118,82. – zu brëchen 1.2.4 ûz einer Sache ~ ‘sich von etw. entfernen’ guot gedinge ûz lônes rehte nie gebrach MF:  Reinm 39: 4,6. – zu brëchen 2.1.1 ‘etw. von etw. abbrechen’ silber enmac auch nieman gebrechen [abbauen] ûf einez andern mannes guot âne des willen SSpAug 116,19 – zu brëchen 2.1.4 ‘etw. mit Gewalt zerstören’; subst. ‘Zerstörung’ turn und erker musten lyden / lytlich gebrechen von den plyden [Steinschleudern] , / wann daz must allez samt entzwey Minneb 3644. – ‘jmdn. unter seine Gewalt bringen’ nu si der vînde marke [Arundel] / gar under sich gebrâchen / [...] Tristan der schicte al zehant / sîne lantmassenîe / wider heim ze Parmenîe Tr 18927    2 ‘jmdm. fehlen, mangeln’, unpers.; das logische Subj. steht meist im Dat.    2.1 mit Nom.-Erg.: nein, nein, sprach si dar zu, / warheit ist dir gebrochen PassIII 416,75. ich bitt uch durch gott, sprach er [Galahot] , das ir mir sagent was uch gebreche Lanc 283,14; er gie wider in den tan / als ain weys loser man, / dem alle freud geprach HvNstAp 6599; sunder uns gepricht der sunnen lieht KvMSph 60,9. – mit Akk. statt Dat. d.P.: da gebrach mich 8 veirdel [Wein] StRechAachen 404,12    2.2 mit Gen.-Erg.: daz mir allis des gebrach, / des ich zuͦ den erin solde tragin Athis A 56; iz ist recht, den du minnis, / daz du keiner dinge ane sinnis, / da im siner erin an gebreche Elmend A 699; dis boum bluͤet eweliche, / he is aller bluͦmen riche, / im ’n gebricht engeiner bluͦmen MarlbRh 7,25 u.ö.; so im lîbes und guͦtes / von schulden muͦz gebrechen StrKD 161,367; StatDtOrd 75,22. 39,29; Parz 412,10. 806,19; HvFreibßTr 242; PassIII 33,58 u.ö.; Kreuzf 4953. – häufig negiert: iz ne haben die boͮche gelogen / daz ime [König Rother] da an gote nichtes ne ge brach Roth 17; in im sô hân wir ein wâr wizzen. in der wârheit, uns engebrichet nihtes dan eines wâren glouben Eckh 5: 270,4 u.ö.; SalArz 1,4; SM:KvL 18:3,6; Wh 195,26. 449,7; StatDtOrd 33,2. 44,28. an jmdm. statt Dat.d.P.: si [die Kämpfer Rolands] heten zwaincec tusent man, / an den nichtes gebrach Rol 3247    2.3 mit Präp.-Erg. (an etw.): mir gebricht leider an der kunst SM:Gl 3: 8,5; Walth 83,22; Lanc 326,24    2.4 ohne weitere Erg.: doch ist daz vernihten und verkleinen niemer sô grôz sîn selbes, got envolbringe ouch daz selbe in im selber, sô gebrichet im Eckh 5: 292,8    2.5 subst. (könnte in einigen Fällen auch als Subst. gebrëchen aufgefasst werden, vgl. → gebrëch, gebrëche swstM.): zwene schone iungelinge, / die mit edelme dinge / wol bekleidet waren / und alles des enparen, / daz sich zu gebrechen treit [was mangelhaft ist] PassIII 309,29; da ist gebrechens steter bruch [d.h. da fehlt nichts] / nach richer vreuden gebot ebd. 671,8 u.ö.; den vierden ich ouch pruve / gebrechens wesen nuwe [unversehrt] / an alle sim geberde / dem gotis sune werde Daniel 1554; hat eyn man eynen [...] swertmogen, der von rechtis wegen siner kindere vormunde were, ab er dorzu nicht en tochte [...], der vater [...] bewise [...], darumme er ungerne welde, daz sine kindere gheme gevilen zu vormundeschaft durch solliches gebrechens [Makels] wille RbMagdeb 302,36

MWB 2 175,59; Bearbeiterin: Herbers

gebrëchlich Adj. 1 ‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’
2 ‘schwach, krank, gebrechlich’
   1 ‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’ wie möhte ich grœzer dinc glouben, die wîle ich mich niht alsô [gläubig] envinde, sunder mich gebrechlich vinde und geneiget ze vil dingen? Eckh 5: 270,10; alle creature sint gebrechlich und wandilhaftic Parad 121,33. 122,15 u.ö.; wanne di natûre di inkan nicht wirken danne in icht; dar ume ist ir werc gebrechlich HvFritzlHl 119,12; PsMb 29(Glossar).    2 ‘schwach, krank, gebrechlich’ ein lam gebrechlich kint Köditz 72,22; undir den vorgenanten gebrechlichen luten was ein juncfrouwe ebd. 82,29. 82,26

MWB 2 177,1; Bearbeiterin: Herbers

gebrëchlîcheit, -lîchkeit stF. auch -lickeit. ‘Mangelhaftigkeit, Unvollkommenheit’ dye [Güter und Lehen] wir durch gebrechlickeit menschlichis gedechtnisze hye namhafftig gemacht haben UrkCorp 222A,15; so ledin si abe di gebrechlichkeit uris lebines Parad 118,32. 56,26. 122,1; vil baz mac sich got bewarn, daz er niht vermâsiget werde von der gebrechlicheit der krêatûren Eckh(Pf) 612,28 u.ö.; Eckh 3:145,6

MWB 2 177,13; Bearbeiterin: Herbers

gebrëhe stN. ‘Glanz, Leuchten’ o ewigú wisheit, du bist der usglantz und ein gebrech des vetterlichen wesens, der ellú ding von núti geschaffen haͮt Seuse 537,3

MWB 2 177,22; Bearbeiterin: Herbers

gebrehte stN. selten -a- ( VMos , PrWack ). ‘Schall, Lärm’ 1 von menschl. Stimmen: ‘lautes Gerede, Geschrei’
2 bezogen auf (Vogel)Gesang
3 ‘Lärm’ .
   1 von menschl. Stimmen: ‘lautes Gerede, Geschrei’ nach der stilli do hvob sic ein gebrahte da zimile [= ze himile ] daz alliv div tvsint der heiligon engele [...] riephin. vnde lobeton den almahtigin got sinir genadon PrWack 1,112; der ritter und daz megetin / hortten ain gebrechtte / in ainem husse rechtte / von wortten dem gesinde GTroj 7953; dô wart ein lût gebrehte schîn / von maniger stimme schalle KvWPant 1066; etlichú menschen [...] durloͮffent daz closter mit unruͦw und gebrehte, daz man sú dicke e hoͤret, e man sú sehe Seuse 414,17; FrSchw 3424. 7078; KvWLd 25,17; KvWHvK 158; KvWTroj 35687; Widersp 66. – bezogen auf Kriegsgeschrei, Kriegslärm: wan der vîende dôz / und ir gebrähte was sô grôz / daz si niht trûten genesen KvHeimUrst 212; die kuͤnge kamen gedrungen / mit eim gebræhte harte groz Rennew 28429 u.ö.; Renner 14154; NvJer 22923. – bezogen auf Klagerufe, -geschrei: do wart michel geprahte / [...] uon kinden unde uon wiben / michel we scrien VMos 64,18; nû diz dinc alsô geschach / daz man den pfarren tôt gesach, / dô sprungen ûf mit schalle / die leiden jüden alle / und erhuoben grôz gebrehte KvWSilv 4845. 4869; Renner 3755 u.ö.; SHort 2954; Loheng 5050; FrSchw 220. 3525. – bezogen auf Gesang: sie sungen mit gebrechte : / ‘gloria alti deo!’ Daniel 4126. 7757. – ‘prahlerisches Gerede?’ wie groz ist din gebrechte / dat du van dime geslechte / mir drouwes hie zuͦ stunden? MorantGalie 1813    2 bezogen auf (Vogel)Gesang: nie wart stolzer vogellîn / mit sô kleinem lîbelîn / gesehen denne diu nahtigal, / daz sô wunneclichen schal / und sô manigerleie gebrehte / mit sô kleinem züngelîn mechte Renner 19697    3 ‘Lärm’. – lärmender, prunkender Aufzug: nu quamen mit gebrechte / dese heren vur den sal MorantGalie 2160. 3950; KarlGalie 1051. – lärmendes Vergnügen, Fest: deheinem herren ouch daz wol zimt, / daz er sînen armen liuten nimt / irs guotes mêre denne er ze rehte / nemen sol, und mit gebrehte / daz verzert bî rîchen liuten / durch werltliche êre und vingerdiuten Renner 2210; die [Knechte] soͤllent mit ir haben gepraͤcht / als mit ainer offnen fräwen [Hure] FrSchw 1910

MWB 2 177,26; Bearbeiterin: Herbers

gebreite swstF. ‘Ackerbreite, großes Ackerstück’ tres coloniæ seu agri, qui vulgariter gebraita dicuntur UrkSlgAlmende 395 (a. 1284); UrkWürtt 4,70 (a. 1244); da ligent oͧch gebreiten, die in den hof hoͤrent UrbHabsb 1:295,1; einen weingarten vnt einen acker, die da haizzent bi namen gebrait UrkHeil 2,27 (a. 1310); WeistGr 5,401. – häufig in Orts- oder Flurbeschreibungen: von den drien ackern, die da ligent in der nvwen gebreite an eime stvͥcke UrkCorp (WMU) N750AB,18 u.ö.; item der Ger, lit zwischent dem weg und dss Ufhofers gebraiten UrkThurgau 8,549 (um 1340); und sint der gebreiten drie, ligent bi dorf, und uf Gütolsheim viere, [...] die alle heissent gebreite WeistGr 1,708

MWB 2 178,8; Bearbeiterin: Herbers

gebrennen swV. brennen 1.1 ‘etw. entzünden’ Dauid sprichit [ Ps 118,32 ] : a herre, ich loͮfe in deme wege diner gebotte, so du gebrennist min herce PrGeorg(Sch) 40,45

MWB 2 178,23; Bearbeiterin: Herbers

gebrëst, gebrëste, gebrësten stswM. auch gebrist NvJer 10944. – stN.: daz gebrest Rennew 13322. – stF.: eigne gebrest Seuse 94,30; dise gebrest ebd. 159,27. 1 ‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an : von / an etw./jmdm.)
2 ‘Entbehrung, Ermangeln, Bedürftigkeit, Not’ ; bezogen auf leibliches Wohlsein ( gemach ), vor allem Essen und Trinken
3 ‘Schaden’ verschiedener Art
4 ‘physische Schwäche, Krankheit, Leiden’
5 ‘moralische Schwäche, Fehlerhaftigkeit, Makel; Geneigtheit zur Sünde, Übertretung von religiösen Geboten’
6 ‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’
   1 ‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an: von / an etw./jmdm.): samfti irvulter [Gott] disin gibrist [durch den Engelsturz entstandenen Verlust] . / er gischuf [...] Adam uzzir demo leimin SuTheol 66; jst der sichtum uon deme gebrestin der da ist an der craft di di spie solde behalden in dem magen SalArz 50,8; unde der gebreste der sunnen heisset eclipsis solis MNat 10,15; die sehint des manen gebresten umbe die dritten stunde der naht ebd. 1,5; Iulius, der mahte den kalendener rehte unde irvollette den gebresten mit einlof dagen ebd. 16,25; der februarius kumit sime gebresten wol nach, so ez schaltiar sint ebd. 16,35; nû sprichet ein meister von der êrsten sache, daz si sî oben wort. der gebreste ist an der zungen Eckh 1:329,2. – ‘Fehlbetrag, Abzug’ vnd han mich ouch vmb den gepresten vn̄ vmb dem abganch von den zollen, seit si min bruͦder von mir hat gehabt [...], mit minē bruder lieblichen vn̄ genzlichen verslichtet vn̄ verrichtet UrkCorp (WMU) 1057,12; unde ist des zinses gebreste, daz in daz guͦt nit mak uergelten ebd. 2279,26; were aber, das an den nûtzzen des vorgenanten houes brust alder gebreste wrde ebd. 2970,37; vnde gielobe dez guͦtis [...] zeresecinde [zu ersetzen] , swas giebrestin dran ist ebd. 424,16; vnd waͤre, daz er [...] der zwaier fvͦder niht moͤhte gewert werden [...], so sol ich [...] den gebresten ervollen vz minem zwain wingarton ebd. 3434,6; als sitlich vnd gewonlich ist so getan gelt ze rihten ân allen gebresten UrkHohenz 1,170 (a. 1347); UrkCorp (WMU) 1944,31. – ‘Versäumnis’ daz wir vns in der vorgenanten frist vmb alle sache mit im verrihten svln [...] vn̄ swa wir des niht entvͦn, also, daz der gebrest an vns leit, so sol er sin porgen manen UrkCorp (WMU) 1943,12. ~ an der gewer, dem gewern ‘Ausfall des Gewährsmanns, der Gewährleistung’ der gwer muͦz antwurten an seiner stat vur daz guͦt. wirt aber im gepresten an dem gewern, er muͦz daz mit gewette vnd mit puͦzze lazzen SpdtL(E) Ldr 146,4; wirt im an der gwer gebrest ebd. Ldr 114,1    2 ‘Entbehrung, Ermangeln, Bedürftigkeit, Not’; bezogen auf leibliches Wohlsein (gemach), vor allem Essen und Trinken: ezzen, trinchen, slaffen vil, / gemach und swaz sin lip wil; / wil er daz lazen fur sich gan, / und wil niht gebresten han [...], / der wil hie himelriche han StrKD 151,144; daz der koufman [...] sô pînlîche wege [...] vert und lîdet grôzen gebresten an spîse und trankes, slâfes und anders ungemaches Eckh 5: 59,25; swes wir gebresten hân, / daz ist von Hagenen schulden; der wil uns gern erdürsten lân NibB 966,3; ein grôz lant, / [...] dâ was gebresten alsô vil / von hunger EnikWchr 5793; daz hâr reiset auz von überigem gepresten der kost BdN 7,26; wol aht hundert [...] wîp [einer belagerten Stadt] [...], / an der varbe und gestalt / kôs man gebrestens meil Ottok 31492; von geprest zerswollen HvBurg 2667; für des âtem gepresten [gegen Atemnot] BdN 410,16; ir vindet zWienen schœne wîp, / der minne sô süezet, / daz ir iu sanfte büezet, / swes ir habt gebresten dort Ottok 1815. – bezogen uf Besitz allgemein: Esau was ein rîche man in vihe jouch in hîwen, / daz er in aller hêrscefte nehête gebresten Gen 1716; dâ bî leit er grôz nôt / und gebresten von der miltikeit, / wan grôzer gâb was er bereit EnikWchr 26593; dazu eîn diener od ein pvrger in solhem gebresten wær, daz er genaden wol bedarf UrkCorp (WMU) 1817,27; ob er iht gebrestens lit / vor armuot? Ottok 31701. 31373. Eckh 2:398,4. – sprichwörtl.: swer rehte milte wil begân, / der muoz gebrest durch milte hân Freid 87,1; wer gepresten nicht enhat, / der enruecht wie es umb den armen stat HvBurg 5217    3 ‘Schaden’ verschiedener Art: si [...] sach ez [Schwert] an / und schouwetez wâ unde wâ. / nu sach si den gebresten dâ; / si begunde an die scharten / lange unde sêre warten Tr 10072; sô wir gewis wæren, daz got unglîche minner mac gelîden neheinen gebresten noch schaden Eckh 5: 47,23; diu frou im irn gebresten kleit, / er hiet sie gehabt in nœten [vergewaltigt] EnikWchr 5304; für des rîches vogt / kom scharhaft gezogt / koufliut und burgære, / die klagten im ir swære / und des landes gebresten, / daz si der strâze nindert westen, / diu in ze varen wær bereit Ottok 12805; der abt kleit manigen gebresten / von Rôm dem kunic Ruodolf, / den er næm von dem bischolf / an sînem guote ebd. 26679; es sei schaur oder pisæs [Hagel oder Misswuchs] oder swelherlæi gepresten si haben an den weingarten UrkCorp (WMU) 2632,22; vͤntz daz ich minem herren den selben gebresten gepezzer vnd ableg ebd. 2362,13; den grozzen und unlidlichen gebresten, der von rowb [...] zwischen Augspurg und der Albe biz her beschehen [...] ist UrkLudw 193 (a. 1340); den schaden vnd den gebresten UrkCorp (WMU) 2817,37. 1312AB,2; UrkIndersd 62 (a. 1330). – als Strafe: uber dise setze alle sal der rat uzrichten dise vorgenanten gebresten uͦffe sinen eit WüP 7g,2    4 ‘physische Schwäche, Krankheit, Leiden’ do er aber din gebot vber giench mit vngehorsam, da wart er entrihtet an sel vnd an libe: an der sele mit vntvgenden, an dem lib mit vil totlichen gebresten DvAPatern 284; den gebresten unsers toͤtlichen leibs PrOberalt 53,37; gebresten an der gesiht RvEBarl 1520; gebresten an dem antlitze Eckh 5: 59,8; jst aber, das fro Katherin sturbe alde andern gebresten gewnne, das si ze closter nit kumt UrkCorp (WMU) 2387,27. 1126AB,29; iu enbiutet, lieber herre mîn, / mîn vater den gebresten sîn, / daz er vil krancheit an im hât EnikWchr 1584. 14959. 25403; gebreste manicvalter, / den dâ bringt daz alter Ottok 39678. 39154    5 ‘moralische Schwäche, Fehlerhaftigkeit, Makel; Geneigtheit zur Sünde, Übertretung von religiösen Geboten’ doch so enist diser mensche [...] úberwindelich von naturen an sinen natúrlichen gebresten, welicher kunne die sint, es si zornikeit, hochvertikeit oder trackeit oder lichtvertiger worte Tauler 128,6; ich weiz gebresten an ir nit, / wan daz si nâch der juden sit / leider niht enlebt, / wan si dâ wider strebt EnikWchr 7077; vnd do si [Pharisäer] sahen, daz sümlich vz sinen ivngern mit den gemainen henden azzen daz brot, disen gebresten beschulten si [ vituperaverunt Mc 7,2 ] EvAug 93,1; mæniger hand gepresten / den si an irem næhsten / sehent SHort 431; und leite uns in bekorung niht die uns in sünde senke, / wan ûf uns mang gebreste lît KLD:Kzl 18: 0,16; gedenche an die svnde, gedenche an dinen gebresten PrBerthKl 7,60; und diser gebrest [Hoffart] der warf die aller hochsten engele in das aller tiefste abgrúnde Tauler 135,14; als vil dich nu eigne gebrest hin zúhet, daz du súnde tuͦst Seuse 94,30. 115,8; dú waren von krankheit ires gemuͤtes [...] vervallen in súntlich gebresten ebd. 116,24. 161,18; der mensche sol unbewegelich sîn ze sünden und ze gebresten Eckh 1:303,5; swaz er biten wil vür sînen gebresten oder vür anderer liute sünde ebd. 2:566,8    6 ‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’ wir scheiden vmb den gebresten, der zwischen der Startzhousær einhalb vnd des Læutenbechen anderthalben ist UrkCorp (WMU) 1274A,7; vmb alle di gebresten, di zwischen in vnder disen sachen vͦfgestanden sint ebd. 1549,43; jst aber, daz einem armem menschen vber deheinen sinen gebresten gedinges not geschiht [wenn für ihn wegen einer Streitsache Appellation notwendig ist] UrkCorp 1100B,24

MWB 2 178,27; Bearbeiter: Plate