g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gevuoc stM. gevuoc- gevuoc|heit stF. gevuoclich Adj., Adv. gevuoclîcheit stF. gevuor- gevuorbære Adj. gevuorlich Adj. gevurche M. gevürste stN. gewach stM. oder stN. gewâfen Adj. gewæfen stN. gewâfenet Part.-Adj. gewage stF. gewæge Adj. 1gewæge stN. 2gewæge stN. gewagen swV. gewahen stV. (VI) gewæhen swV. gewahs Adj. gewahs, gewehse stN. gewahsede, gewehsede stF., N. ( gewahsenheit stF. gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gevuoc
stM.
(auch stF. Enik ; stN. KarlGalie ),
gevuoge
stF.
1
‘Angemessenheit’
1.1 allg. 1.2 in Wendungen 2
‘Geschicklichkeit’
1
‘Angemessenheit’
1.1
allg.:
sie tâten wol, die disen degen / an daz rîche brâhten; / vil wol sie dran
gedâhten; / er was dem rîche edel gnuoc / von aller guoten sîten gefuoc
EbvErf
168;
sîn tugent lêrte in den gefuoc, / daz er mit rehter minne / die werden
küniginne / nâch ir willen dô beriet KvWPart
2426;
der mensch hat sin herz mit úpiger minne
verstriket und kond da von nit komen, wan er wolt gefuͦg suͦchen,
da kein gelinpf noch fuͦg zuͦ horte Seuse
370,6;
ez sint ouch genuoge / die niht mit der gevuoge / die werlt haben wolten,
/ als sî von rehte solten Tund
1062;
diz lît, daz wir hî wurchen, / daz sult ir rehte merchen. /
sîn gevûge [dichterische Ausgefeiltheit] ist vil reht.
/ iz tihte der phaffe Lambret VAlex
3.
–
‘Genüge’
Karlle hadde geldes genoich. / dar mede schoeff hey syn gevoich
KarlGalie
10001;
dar zu synt sy [
die Coelne
]
eindreitich [einträchtig] en bynnen / myt al eren
besten synnen / ind haint van spilen al ir gevoich / ind dar zo zein jair
genoich HagenChr (G)
799;
och dede en keren up de vart / Galyen mynne der junffrawen / de hey
mit goden truwen / sere mynde usser der gevoich [über die
Maßen]
KarlGalie
3966.
–
‘Anstand’
obe daz mit gevuoge geschehen mac, / sô wil ich gerne Ysôten sehen /
und waz ir sî von mir geschehen UvTürhTr
1454;
di reine frouwe gute, / di got in irem mute / alse dugentliche
druͦg, / di brahte eins dages ir gefuͦg / in eine kirchen lise
Elis
8596;
sie bitent unt man gibet in, / sie suochent unde vindent gnuoc, / sie
klophent ouch mit gefuoc, / in wirt sân ûf geslozzen, / sie gênt în
unverdrozzen EbvErf
4616;
Galya antworde eme mit hoescher [d.i.
hövescher
] gevoech KarlGalie
3639;
ich witzen kunstenloser man / wil miner schonen frawen
clug / ein rede hie tichten durch gefug / und clug synne die sie hat
Minneb
1610
1.2
in Wendungen:
–
rëhten ~ sagen
‘das Richtige, die Wahrheit sagen’
nû saget rehten gevuoc RvEBarl
10090;
ich sage dir rechten gevuc, / wes ich bin worden gar in ein. / min
wort ist gegen dir nein, nein / und wil nicht vallen uf ein ia Pass
III
113,66.
390,48.
–
ein ~ tuon:
nu duͦt doch alle ein gevuͦch / mir vil
armem wive, / geft mir den lichem, den ich gedruͦch!
MarlbRh
32,37.
–
den ~ trëffen:
sus in den schiffen blibin / dî brûdir und
ummetribin / vorsûchinde sich ofte gnûc, / ob sî mochtin den
gevûc [die passende Gelegenheit] / treffin,
daz sî quêmen ûf NvJer
24581.
–
in daz ~
(vgl. MNW 2,1817ff.) ‘in dieser Weise,
derart’
als Galia alsus in dat gevoich / gekleidet was ind gezeirt / van orde
zo ende geassiniert KarlGalie
10314;
deser worde wart da genoich / gesprochen in dat gevoich ebd.
10955.
9050
2
‘Geschicklichkeit’
Gâwânes sin was manicvalt / und gar listic sîn gevuoc
HvFreibTr
2375;
ist der leser kluoc, / hât er an kunste die gefuoc, / er lese die
houbtbuochstabe / von êrst wan an daz ende herabe, / darmite die verse erhaben sint
EbvErf
4454;
dô der wirt mit freuden bî sînen gesten saz, / dô kom der varnden einer. mit
vlîze kunde er daz, / daz er für si alle [...] / dâ spilte
mit gefuoge, daz in werde fürsten muosten schouwen Kudr
51,4;
er lêrt ez [Chiron den jungen
Achill] schiezen mit dem bogen, / springen, ringen, werfen den
stein: / alle gefuog lêrt erz gemein EnikWchr
14558;
die tihter sîn bekant / von dem mer hinz an den Rîn, / die
lâzen mich irn diener sîn, / wan ich in den gedenken bin, / daz ich die
gefuog [Dichtkunst] wil von in / lernen ebd.
106.
99;
si wâren witzic unde kluoc. / diu rede mit gefuoc / wart von
in an gevangen Ottok
17488;
er gap dem helfenbeine / und dâ bî dem gesteine / sîn gevellige stat, / als in
diu gevuoge bat Er
7541.
– ironisch:
di pawren [...] sind zu solcher
freud enwicht: / ir spil und ir gefuge / di dausent [tönen,
schallen] pey dem pfluge HvNstAp
14987
MWB 2 678,28; Bearbeiter: Diehl
gevuoc-
s.a. gevüeg-
MWB 2 679,42;
gevuoc|heit
stF.
1
‘Anmut’
2
‘Anstand, angemessenes Verhalten’
3
‘Geschicklichkeit’
1
‘Anmut’
ein solich wunder siht / von schœne und von
gevuocheit, / als an Îsôte was geleit Tr
8083;
so wiltu haben clugheit, / hovieren, zucht, gefugheit / und
waz da suberlich ist Minneb
858
2
‘Anstand, angemessenes Verhalten’
man quam geloufen zu der stat, / da die gevangenen lagen. / zu irre libes
plagen / slepte man do uzer tur / ieglichen so hin vur; / ir gevucheit was da kleine
Pass III
467,65;
ir wissent wol, wer einen richen herren üt bitten wil, der muos in mit
gefuegheit ankomen vnd sol ouch bettelich bitten oder im wirt sinre bitte fürzigen
PrEls
30,240
3
‘Geschicklichkeit’
von manheit larte er in vil; / ouch larte er in von spil /
gefucheit maniger hande Herb
6295;
daz er alle sîne trahte, / [...], /
an die gedanke leite, / mit waz gevuocheite / oder mit welhen sinnen / er möhte
gewinnen / sîner vrouwen der künigîn / Petitcreiu daz hundelîn Tr
15898;
nu ist ez worden ein kluokeit, / behendikeit und gefuokeit, / swer sîn diube
kan verheln Renner
7070
MWB 2 679,43; Bearbeiter: Diehl
gevuoclich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen.
1
‘angemessen, mit Anstand’
2
‘geschickt, kunstfertig’
1
‘angemessen, mit Anstand’
man sal dich eren wize Crist / hce [l.
hie
] in diseme riche / daz stet vns gevohliche
Roth
1765;
welt ir si sprechen tougen, / daz tuot gefuoclîche
Parz
631,15;
daz er ez kunne cluglich, / gar heimlichen und gefuglich /
getragen in cluger wisheit Minneb
1360;
jst, das si swin nvht het, so mag si ire weide virkoͮffen, doch sol si
dv ekerene e den dorfluthen veile biethen gevoͤcliche [zu einem
angemessenen Preis]
UrkCorp (WMU)
N306,40.
N817,8
2
‘geschickt, kunstfertig’
etslich tôre was dâ bî / und manege die des gerden, / daz si
âne wolten werden / ir sper gefuoclîchen UvZLanz
2861;
daz werc daz was kleine, / geworht vil meisterlîche / und was
gevuoclîche / gesetzet zwischen die satelbogen Wig
2525;
dâvon nemen sie sich doch zu dem mâle, sô sî gefueclicheste
mugen, unde tûn ez stillîche unde kurzlîche StatDtOrd
45,7.
– hierher oder zu 1?:
vil gefuoglîch er [beim Tanz]
zispet, / mit ainem fuoz er schupfet unde trîbet SM:Go
2a: 7,5.
MWB 2 679,63; Bearbeiter: Diehl
gevuoclîcheit
stF.
‘angemessenes Verhalten’
er lernt in sîner kintheit / tugent und gevuoclîcheit, / singen unde
seitenspil / und ouch ander hübscheit vil Wigam (B)
343
MWB 2 680,20; Bearbeiter: Diehl
gevuor-
s.a. gevüer-
MWB 2 680,24;
gevuorbære
Adj.
‘nützlich’
Joseph einen troͮm habete, uater unde bruͦderen er in sagete. /
borlanch ez gestunt e Joseph sach einen troͮm guͦt, / der troͮm
was here in allen gefuͦrbære: / selbe chom ers in grozze not, er wart dar
umbe uerchoͮffot GenM
74,2
MWB 2 680,25; Bearbeiter: Diehl
gevuorlich
Adj.
‘nützlich’
hat ir núwes icht vernomen? / obe iz si an úwer stade, / iz si
gefurlich oder schade, / so lat uns, herre, werden kunt / den selben wunderlichen
funt Elis
258;
ander unser ding [...], daz uns unde unser stat
erlich unde geffuͦrlich waz UrkEssl
268,6
(a. 1327)
MWB 2 680,30; Bearbeiter: Diehl
gevurche
M.
‘Nachbar (an der Grenzfurche des Ackers)’ (vgl.
vurchgenôʒe
):
ubirsnitit och ein man din andirin an einir aniwendi edir an
den vurin binebin ume, unde wirt iz gini man giware, daz iz ume giscein is.
[...], su inwerdin al erist dundir bisceidin. von den
luitin die uri beidir givorin sien, binidin unde pobin Mühlh
155,23.
156,9
MWB 2 680,36; Bearbeiter: Diehl
gevürste
stN.
‘Weinabgabe’ (vgl.
huobwîn
):
item vinum rubeum quatuordecim karratarum super censibus vini rubei dicto
hubwyn und gefurst UrkEls
2,151
(a. 1335)
MWB 2 680,43; Bearbeiter: Diehl
gewach
stM. oder stN.
‘Erwähnung, Erinnerung’ (vgl. MNW 2,1844; vgl. auch
gewaht
):
sy machden sich balde en wech / over straes ind over stech. / we dem ritter
seynt geschach, / des en weis keyn gewach KarlGalie
9775.
– häufig in festen Wendungen, v.a.
~ tuon
‘etw. erwähnen, kund tun’
geit zo der herbergen, schicket ur gemaich, / wir sullen dis doin vrunden
gewach / ind als wale uns drup beraden, / dat is myn here uns sal genaden
HagenChr (G)
4218;
here it is ein selich daich, / men sal’s over dusent jair doin gewach
ebd.
5091
u.ö.;
ouch noch me gewach / wart gedaen vil schere / van eyme paltenere
KarlGalie
10162.
10015.
–
wanne dys nu wurt gewach, / so ys komen myns ruwen slach KarlGalie
9670;
MorantGalie
257.
2267
MWB 2 680,47; Bearbeiter: Diehl
gewâfen
Adj.
oder verschriebenes gewâfent zu
wâfenen
swV.
‘bewaffnet’
alsô daz chint nâch dem site / was wol gewâfen unt geriten, /
dô was er ein scôner jungelinc VAlex
366
(vgl.
wol gewêfent SAlex
431
)
MWB 2 680,63; Bearbeiter: Diehl
gewæfen
stN.
auch im Pl. (z.B. Spec
18,30
oder VMos
43,9
).
1
‘Gesamtheit der Waffen, Bewaffnung, Rüstung’
2
‘Waffengang, Kampf’
3
‘Wappen’
1
‘Gesamtheit der Waffen, Bewaffnung, Rüstung’
sine viant ubirwant er mit sinir chvͦnhêit, mit
wîclichime gewaffine Spec
63,1;
ode dû morgen den tac / in dînem gewæfen soltest gân, /
vehten mit ainem alsô kuonem man / so dû wænest daz dû sîst Kchr
4591;
si schuten sich uz dem gewaffen: / nach grozer muͦde /
wolten si gerne roͮwe Rol
5622;
ze dem tor si ûz drungen / mit gewæffen aller hande
UvZLanz
1403;
swaer den andern anlaufet mit erzogem gewaefen, daz si swaert
oder mezzer oder ander gewaefen StRAugsb
113,18;
do der [David] solte striten mit Golyas deme risen,
do hiez ime der kúnich Saul sin gewæffine an legen PrGeorg (Sch)
1,64;
swer [...] mit wâfen sinen friunden ze helfe kummet
oder sinen harnesch unde sin gewêfene schicket in sin hûz UrkCorp (WMU)
N238A,15
u.ö.;
sin wille waͤre, / daz sin sun Pallas [...]
gewafine nemen solde [in den Ritterstand aufgenommen
werde]
En
6241.
– bildl.:
also haizit úns der edile sanctus Pavlus, daz wir úns
wæffinen mit deme geweffine der wishait PrGeorg (Sch)
1,23.
1,24;
nieman wol gesigin mac, wan den dú minne hilfit striten. sie ist
ain gewefin der hailigen herzin ebd.
10,49;
abiciamus ergo opera tenebrarum et induamur arma lucis.
wir svln von vns werfen div werch der vinster vnde svln vns an legen div
gewæffene des liehtes Spec
18,30;
wir enphahent wider den vient dehein gewafen wen dez
heiligen gelouben Lucid
79,5
2
‘Waffengang, Kampf’
wie vil der wære / die ze gwæfene frum wæren / wichaftes
livtes / vil flizzech waren si des VMos
43,2;
des gewæfens er dô pflac / beide naht unde tac, / daz al diu trügenheit
verswant / dâvon des tievels zehant LBarl
15556
3
‘Wappen’
an sînem schilte was ein / guldîn tavelrunde / geworht daz
niemen kunde / ein gewæfen dem gelîche / vinden alsô rîche Wig
5615;
sæhe ich verre in dem lande / ein gewæfn daz ich erkande WälGa
13968.
10455
MWB 2 681,4; Bearbeiter: Diehl
gewâfenet
Part.-Adj.
→
wâfenen
swV.
MWB 2 681,44;
gewage
stF.
‘Anordnung’
in dirre siben gewage / segenote got dem sibenten tage
SiebenZ
25
MWB 2 681,45; Bearbeiter: Diehl
gewæge
Adj.
‘zugeneigt, gewogen’
wa ein apt ist tugentreich / der armer diener
guͤtleich phlag, / dem waͤr man gunstig und gewaͤg
Teichn
171,26.
256,18.
–
‘günstig, passend’
uber die bezzerung [...] hat man gemeinem rat einen
gewegen tach genomen uf den nahsten tach nach sant Martins tach UrkCorp (WMU)
482,18
MWB 2 681,47; Bearbeiter: Diehl
1gewæge
stN.
Koll. zu wâc.
‘Gewoge, Flut’
dem ane wazzir was gegebin / nah genaturtir art sin lebin, /
das leit vil gar des todis not / und lac indem gewege [der
Sintflut] tot, / lút und vihe, wilt und zam
RvEWchr
798;
herre sneke, ich [...] mvs mich immer missehaben, /
irne helfet mir vber disen graben, nvne mag ich vor dem gewæge. / ja ich bin also
træge: / ich enmach geswimmen noch springen. / [...] / nv
enlat ivch niht verdriezen / irne helfet mir vber disen wac FabelCorp
19,33
MWB 2 681,54; Bearbeiter: Diehl
2gewæge
stN.
1 allg. ‘Gewicht’
2 bezogen auf ein bestimmtes (regionales) Gewichtssystem
‘Gewichtseinheit’
1
allg. ‘Gewicht’
wann er [Gott] alle dingk mit seiner
weißhait mit geleichem gewäg [
equali
pondere
] und mit gewisser zal unnd ordenung geordnet hat und
gesetztt HvHürnh
18,7;
mit gewissem gewage unnd masse als tzimlich ist ebd.
24,8;
die sullen rihten über unrehtez mezen dâ man trinken mit gît, unde über elliu
mez unde über gewæge, unde swaz man mit wâge wiget SchwSp (W)
4,3;
StRReinf
74
2
bezogen auf ein bestimmtes (regionales) Gewichtssystem
‘Gewichtseinheit’
ain phunt wahs Sante Galler gewægs UrkCorp (WMU)
3220,22;
wer all margen neusset sibenn gewäg wällscher weinpär, die
wol süesß sind, der pedarff im nichtt fürchten von dem schleimigen siechtum
HvHürnh
48,5;
nim [...] cariofeles unciam. i piper
eine vnciam. reoponticum. v pheninge gewage. costes. viii gewage. galgan. v
pheninge. lorber alsvile Ipocr
220.
– überw. ‘Münzgewicht’
si sprichet. froͤwent iuch mit mir. wan ich han minen phenninch
alder min gewêge funden dc ich da hat ferlorn PrSchw
1,50;
si gabin im von golde / sibinzig gewege dar, / damit er
vil notiger schar / soldierte und manegen frechin man / in sine helfe mit gewan
RvEWchr
19020;
den gewalt ze messende alle maze wines vnd kornes vnd daz dar zuͦ
gehoret, vnd alle gewege goldes vnd silbers RegisterLudw
374;
vmb ain vnd zwanzig march guͦtes silbers rehtes geweges der stat ze
Wintertur UrkCorp (WMU)
3240,25;
verkoufet [...] umbe zweinzig und hundert marche
silbers luters und genemes Basiler geweges UrkEidgen
180
(a. 1309);
daz ist vmb vnrehtes geloͤt vnd gewæg vnd vmb alle di vnzvht vnd
vnvug, di vnder den mvͤnzern geschieht in der mvͤnz UrkCorp
(WMU)
2237B,4
MWB 2 682,1; Bearbeiter: Diehl
gewagen
swV.
→
gewahen
stV.
MWB 2 682,36;
gewahen
stV. (VI) , gewähenen
swV.
auch ge-wahenen, gewehen, gewenen,
wmd. auch gewagen (vgl. MNW 2,1854). Das Präs. wird mittels der sw.
Formen, das Prät. und Part.Prät. mittels der st. Formen gebildet (vgl.
1
5Ahd. Gr. §327 A.1; §346 A.2); st. Formen außerhalb des
Prät./ Part.Prät. nur vereinzelt belegt
(Imp. Sg. gewah
Rol
1331 [La.].
1362 [La.] ),
ebenso sw. Formen außerhalb des Präs. (Part.Prät. gewahenet
Kudr
1637,4 ).
1./3. Sg. Konj. Prät. auch gewege (
Lanc
166,6.
400,20;
Erz III
176,345 );
1. Sg. Ind. Prät. auch gewog (
Lanc
33,35),
hier sowie in den geläufigen Prät.-Formen gewuoc, gewuogen besteht
Interferenz mit (Neben-)Formen von gewëgen stV.
1
‘etw. (jmdm.) sagen, jmdn./ etw. erwähnen’
1.1 meist mit Gen.-Obj. 1.2 mit Obj.-Satz 1.3 mit präp. Erg. ( von ) bzw. Präp.-Adv. 1.4 mit Akk.-Obj. 1.5 in der Wendung als jmd./etw. gewuoc häufig unter Ersparung des Obj. 1.6 mit Gen. und ze
‘etw. zu etw. erklären’
2
‘an etw. denken’
2.1 mit Obj.-Satz 2.2 mit Inf. mit ze
‘gedenken, etw. zu tun’
3 sehr allg. eine näher bestimmte Handlung oder einen Zustand
umschreibend 3.1 mit Gerundium im Gen. ‘etw. betreiben, tun’
3.2 mit Gen.- oder Akk.-Obj. ‘mit etw. umgehen, etw.
anwenden’
3.3 mit Dat., wohl allg. ‘jmdm. zukommen’ (zu
wëgen
stV.?)
1
‘etw. (jmdm.) sagen, jmdn./ etw. erwähnen’
1.1
meist mit Gen.-Obj.:
diz dinc ich sô verborgen / und alsô tougenlichen truoc / daz ich es keime
man gewuoc KvWEngelh
6036;
mit worten er des niht gewuͦc / zeichen zeigete er
genuͦc Albert
1462;
und gewehenest du mîn [verrätst du mich] , / ich
slahe dir abe daz houbet [...]: / verswîgst ab du die
reise, du maht sîn frum gehaben WolfdA
79,2;
dit kint [St. Veit] was heilic und hate got lip
und hate rechten kristen glouben, des in den gezîten kein mensche getorste
gewehen HvFritzlHl
134,19.
21,6;
[er] gewenit geystlichis synnis nicht
Cranc
Uzl 254,29.
Uzl 255,27;
gewaehne [La.
gewah
] dere rede nicht mere Rol
1331;
Rennew
33325;
si wisten wol die wârheit, / daz im die helde wærn bereit
/ ze tuonne swes er in gewuoc [was er ihnen befahl]
UvZLanz
7305;
daz man sîn ze übele im gewuoc [von seinem
Lieblingsfürsten Barachias ihm Schlechtes berichtete]
RvEBarl
550;
do sin [des Vertrauten] gewar
wurden da / die lute die mich slugen, / ubel sie sine gewugen
[beschimpften sie ihn (?)]
Vät
22452;
we hord iͤ sulichs wunders gewagen?
MarlbRh
54,33;
dô der junge, sîner swester sun, / sô kleiner schulde dâ
gewuoc [sich bekannte]
Wh
67,5;
Parz
625,10;
SpdtL
222,19.
– mit fakultativer präp. Erg. (gegen, wider,
zuo):
vil dicke er des gein in gewuoc Parz
518,16;
Ottok
17958;
neheines arges er wider mich gewuog
Gen
1953;
BuchdKg
12,4;
LBarl
8680;
nihtes er zu im gewuoc Kchr
7485;
RvEBarl
15651
1.2
mit Obj.-Satz:
noch en haen ich neit gewagen, / we rechte dogencliche / des Bremundes
lude van Affriche / streden ind vochten KarlGalie
2477;
Galahot gebot im an die augen, das er nymer anderswo
gewege wes bot er were oder ware er wolt Lanc
400,20;
an nihte si gewuogen / daz dâ dehein zadel
[Mangel] möhte sîn Wh
265,8;
Pass III
187,22;
StrKD
38,48
1.3
mit präp. Erg. (von) bzw. Präp.-Adv.:
eines tages siu im gewuoc / von der âventiure nôt, / die
ir veter ûz bôt UvZLanz
1710;
dâ von wirt gewahenet nimmer mêre Kudr
1637,4;
daz ich ir davon nie nicht gewuog SM:Te
10: 1,7
1.4
mit Akk.-Obj.:
niement er [Joseph] doch das
gewuͦg, / sin laid er haimlichen truͦg / und enwolt mit kainen
mæren / Marien nút beswæren WernhMl
2393
1.5
in der Wendung als jmd./etw. gewuoc häufig
unter Ersparung des Obj.:
dî [Feinde] quâmen ouch, als er gewûc
[wie der Gefangene gesagt hatte]
NvJer
24042;
als mir dise âventiure gewuoc / und ich her nâch ez mache
kunt HvFreibTr
6092;
als ih ê gewͦg RvEWchr
24256;
als mir dú warheit gewuͦg ebd.
26717;
Kröllwitz
1720.
2004;
Pass I/II (HSW)
3868
1.6
mit Gen. und ze
‘etw. zu etw. erklären’
dem bâbest wirt diu rede zorn; / si wil volfüeren iren
haz. / wand sô der bâbst erhôret daz, / dem tuot niht sô andes [den
schmerzt nichts so sehr] , / sô daz si gewehent des landes / ze
lêhen von dem rîch Ottok
4946
2
‘an etw. denken’
2.1
mit Obj.-Satz:
den wart von im gedanket vil. / es dûhte in mêre denne
genuoc: / durch sîne zuht er nie gewuoc / daz siz tæten umbe reht
Parz
12,24
2.2
mit Inf. mit ze
‘gedenken, etw. zu tun’
den vîrden [der wartliute
] sî gewûgen
/ zu lâzen bî dem lebbene, / ob er mit wârheit ebbene / in sagete, waz mêre / zu
Littouwin wêre NvJer
24029;
von ir [Marias] oͮgen
gieng ain schin / so clar, so schoͤn und also fin / der alles sechen
nider schluͦg, / ob iement zesechende si gewuͦg [sie
anzuschauen gedachte]
WernhMl
2498.
– wohl hierher:
langer dâ ze wesene ich wæn die frouwen dô iht
[nicht] gewüegen [Hs.
genüegen
]
Kudr
1701,4
3
sehr allg. eine näher bestimmte Handlung oder einen Zustand
umschreibend
3.1
mit Gerundium im Gen. ‘etw. betreiben, tun’
ein ritter sich an mir vergaz, / daz er die juncfrouwen
sluoc / durch daz si lachens mîn gewuoc Parz
158,26;
so die man slafen giengin / und ir ruͦwe ane
viengen / und slafennis gewͦugen, / die múse in genuogen / den
lip in des sitzis stat [zernagten ihnen das Gesäß]
RvEWchr
22307;
slâfens man zehant gewuok Nachtigall
148
3.2
mit Gen.- oder Akk.-Obj. ‘mit etw. umgehen, etw.
anwenden’
also ret der kune: ‘myn styrck ich nye gewug [meine
Stärke habe ich (bisher) nie gezeigt] , / eym noch dem andern
geb ich dusenten stryts gnug.’ Alph
396.
– offen zu
gewahen
stv
1
:
des grôzen wortes, [...], /
Keie dicke dâ gewuoc [Keie machte oft große Worte, war ein
Aufschneider]
HvFreibTr
2205
3.3
mit Dat., wohl allg. ‘jmdm. zukommen’ (zu
wëgen
stV.?):
ê mâles im kein gewant gewuoc [vorher war Jesus ohne Kleider
gewesen] , / dô mit dien geiseln man in sluoc WvRh
9422
MWB 2 682,37; Bearbeiter: Hansen
gewæhen
swV.
wohl allg. ‘Anteil haben’
schier deu pruderschafft zerinnet: / wie ez ainer pesser
gewinnet, / der beginnt dw andern smaehen / und wil halt daz sy nicht gwaehen /
chainer pruderschaft dar an Teichn
51,16
MWB 2 684,16; Bearbeiter: Hansen
gewahs
Adj.
‘scharf’ (zu
was
Adj.):
die Sahsen [...] / mit swerten wol
gewahsen, [...]. / diu swert diu sniten sêre den helden an
der hant NibB
198,2;
mit stiche und mit swertes slegen / bestuonden si die Sahsen: / von swerten
wol gewahsen / hôrt man slege erhellen Bit
10176
MWB 2 684,21; Bearbeiter: Diehl
gewahs, gewehse
stN.
‘Gewächs’
rich gewæhs / von wuͤrtzen habens in ir lant
WhvÖst
7740;
swelche korner undern andern / in glîch gewechse sich
verandern, / di mogen haben gelîche recht JvFrst
1764;
di reine frouwe lobesam / bi sich in iren buͦsen nam / alles ir
gewasses [von ihrem Gewächs, selbstgezogen] / gar cleine
risten flasses Elis
3009.
– zur Übers. von lat. genimen ( ‘Gewächs, Frucht’):
ir slangen vnd gewehse der vipern EvAug
58,11;
ich trink von nv niht von dem gewehse dises winstockes ebd.
67,8.
– hierher als med. ‘Schwellung’ oder als ‘Kratzen, Stechen’ zu
wasse
stF. (?):
der truckene huste ist wenne der man nicht uz resent. der
geschit uon der kelen wechse. vnde uon grozer materie di leimich ist.
[...] so der huste ist uon hitze. so ist in der kele
ein gewechse daz tut we. vnde ist durst groz. vnde tut deme sichen di kalde luft wol
so he in si get SalArz
44,31
MWB 2 684,27; Bearbeiter: Diehl
gewahsede, gewehsede
stF., N. (
Lucid
136,19
)
auch gewahst, gewehst, gewessede.
1
‘Wachstum, Wuchs, Gestalt’ (vgl. DWB 4,1,3,4709ff.) 2 als Ergebnis des Wachstumsprozesses ‘Frucht, Ertrag’
1
‘Wachstum, Wuchs, Gestalt’ (vgl. DWB 4,1,3,4709ff.):
der ie ane zit was, / unter tagen gemert er sin gewahst
VEzzo
196;
si begunden chosten ange / sein gewæhste unde wie er wære gevar. / sein
vlæisch was verswunden gar / von vasten unde von wahte Serv
1099;
fon jare ze jare begunde iz [das Kind] sich meren /
an der gewahste unde an der guote Adelbr
146;
uon der gewæshde des chindes PrWack
26,15;
do sprach der meister: die da lebendic werdint, die erstant.
der iunger sprach: jn welheme altere oder in welheme gewessede? Lucid
136,19.
144,13.
– bezogen auf ubera tua (Ct 7,7) ‘deine Brüste’ (vgl.
gewahstuom
):
dîn geuuást [Gestalt]
íst glîch déro pálmon: únte dîne spúnne
[La. geuuáchsede
] sínt
glîch dén uuîntrûbon Will
121,1.
–
‘Größe, Umfang’
‘ir sült uns einen mermelstein
[Marmorbecken] / gewinnen,’ sprach der
meister dô. / des was der künic alsô frô, / er sprach: ‘daz tuon ich,
meister mîn. / in welher gewehst sol er sîn?’ / der meister sprach: ich
sag iu wâr, / er muoz sîn sô grôz zwâr, / daz ein halbez fuoder wîn / völliclîch
möht dar in sîn EnikWchr
25294
2
als Ergebnis des Wachstumsprozesses ‘Frucht, Ertrag’
zwene sovme wizes wines dez gewehsdes von Kenzingen UrkCorp (WMU)
2482,10;
zu deme meierthume hœrent sehs omen [Flüssigkeitsmaß, vgl.
âme swM.] wines, die der meier mag nemen an
gewehsede oder an cinsen WeistGr
5,430
(um 1300);
UrkStraßb
2:263,3
(a. 1314)
MWB 2 684,45; Bearbeiter: Diehl
gewahsenheit
stF.
‘Wuchs, Wachstum’
aber sô ez zuo nimet an bekantnüsse des vaters willen, sô ist er ime minr an
schîne, daz ist an erbietunge ûzwendiges zartes, unt daz meinet vollekomenheit der
gewahsenheit des kindes Eckh (Pf)
642,8
MWB 2 685,12; Bearbeiter: Diehl |