Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
      geselligen swV.
      geselligunge stF.
      gesellinne stF.
      gesemede stN.
      gesemene stN.
      gesende stN.
      gesengelîn stN.
      gesêr Adj.
      gesêrde stF.
      geserwe stN.
      gesetze stN.
      gesetzede stFN.
      gesetzedemeister stM.
      gesetzunge stF.
      gesëʒ stN.
      gesidele stN.
      gesidele stM.
      gesigære stM.
      gesige stM.
      gesigel stN.
      gesigen swV.
      gesigenen swV.
      gesihene stN.
      gesiht stFN.
      gesihtic Adj.
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   geselligen - gesihtic    


geselligen swV. tr. ‘zum Gesellen machen, vereinigen’ (mit Dat.): [er] sol niht geselliget werden [ sociari ] den die in dem chore singent BrAlt 43. 53. – mit präp. Erg.: jst daz auch ieman pfaffen [ si quis clericorum ] mit sämlicher begird gesellegt wil werden zü dem kloster BrAlt 60; daz si [die Gerechtigkeit] fureint vnd geselligot ist mit dem obrosten goͤtlichen gemvͤte vnd mit im ewig frvntschaft het RvBib 175,24. 176,7. – refl.: also süllen si [die Gäste] sich geselligen in dem fride [ socientur in pace (im Friedenskuss)] BrAlt 53; wie die minnende sele sich geselleget gotte und sinen userwelten lieben Mechth 2: Reg. 37

MWB 2 562,60; Bearbeiter: Diehl

geselligunge stF. ‘Gesamtheit, Vereinigung’ so sol er [der fremde Mönch] niht allein enpfangen werden zü der geselligung der sämenung [ congregationi sociandus ] BrAlt 61

MWB 2 563,9; Bearbeiter: Diehl

gesellinne stF. ‘Gefährtin, Begleiterin’ er vorte ouch mit minnen / ir gesellinnen, / die wichaften amazones Herb 14592; sîn gesellîn diu hæt ime benomen / beidiu zwîvel unde wân Tr 14012; SM:Wi 1:4,7; Vät 29321; ich gruͤsse dich vroͮwe, liebú Maria, / das du bist ein gesellin der heligen engelen hie und in gottes riche Mechth 7: 19,7; des landes frowe mit ir gesellin oder dv́ kvnigin oder ir tohter och mit ir gesellin UrkCorp (WMU) 287,5. – Inhaberin eines bestimmten Klosteramtes (vgl. SchweizId 7,730, nur Stagel ): sy was fil jar gesellin ze dem fenster und so sy denn erst in den crútzgang kam, so hat sy vergessen was sy gesechen ald gehoͤrt hat Stagel 61,21. 40,32. 62,8

MWB 2 563,13; Bearbeiter: Diehl

gesemede stN. ‘Versammlung, Menge, Gruppe’ (vgl. gesamene ): in mitten dirre menige / so was groz gesemede / di hizen leuite VMos 78,17; alle dî dî imme rîche wâren / unde ander manige helde / dî quâmen ze dem gesemde JJud 192. – von Geistlichen: clerum: gisemidi Gl 1:784,47 (BStK632); ebd. 1:784,47 (BStK558)

MWB 2 563,27; Bearbeiter: Diehl

gesemene stN. gesamene

MWB 2 563,34;

gesende stN. ‘Besendung, Einladung’ ein teidinch sie gelobeten; / sie gebutten ein gesende Wernh D 1607

MWB 2 563,35; Bearbeiter: Diehl

gesengelîn stN. Dimin. zu gesanc ‘kleines Lied’ der jungling vie an ein froͤlichez gesengeli von dem kindlin Jesus, daz sprichet also: in dulci jubilo Seuse 21,18

MWB 2 563,38; Bearbeiter: Diehl

gesêr Adj. ‘betrübt, von Schmerz erfüllt’ amaricati: giseri Gl 2:283,17 (BStK637)

MWB 2 563,42; Bearbeiter: Helmich

gesêrde stF. zu sêrde . ‘Verletzung, Schmerz’ des liezen sie en [Timotheus] ledic do / ane geserde unde vro, / uf daz ir brudre dort irlost / wurden mit heile wol getrost Macc 10332

MWB 2 563,44; Bearbeiter: Helmich

geserwe stN. zu sarwe . ‘Rüstung’ arma: gisarewe SummHeinr 1:351,59; er brâhte im fiunfzich tûsent helede / mit guotem geserwe Kchr 7309. 6539; ia lucht ir geserwe / uon schilten unt uon helmen Rol 4492; Amelung [...] sluog ime durch den helm [...] daz ime daz bluot mit kreften durch daz geserwe ran RosengC 1631; Roth 4933; WhvÖst 8027. – hierher oder geswërbe (zu swërben ) ‘Chaos, Wildnis’ (?): do zôch er [Wolfdietrich] ab die brünne und warfs ûf einen ron. / mit trûriclîchem muote sô schiet er dar von. / [...] harte barmiclîche er von dem geserwe [Hs. geswerbe ] flôch / über ronen und über steine WolfdA 459,1

MWB 2 563,48; Bearbeiter: Helmich

gesetze stN. ‘Gesetz, Regelung’ (vgl. 2HRG 2,294f., LexMA 4,1388ff., LThK 4,579ff., s.a. gesetzede ) 1 auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm; Vereinbarung
1.1 als eine göttlich gesetzte Regel
1.1.1 allg.
1.1.2 ‘Schicksal, Bestimmung’
1.2 als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer Rechtsordnung’
1.2.1 für eine geistliche Gemeinschaft
1.2.2 für ein Land, eine Stadt
2 ‘Textabschnitt, Absatz’
   1 auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm; Vereinbarung    1.1 als eine göttlich gesetzte Regel    1.1.1 allg.: daz wort genzlîchen / ouch nicht dar zû gehôrt durch nôt, / dan von gesetze und von gebot / der kristenheit JvFrst 2112; der ê gesetze und ir recht ebd. 6306. das alte ~ ‘Bund im Alten Testament’ [ Moyses ] wolde fleisch han genuge / zu syme essen und auch blut, / da mit zu underdun das alde gesetze Pilgerf 1352. warumme ubirgên dîne jungeren di gesetze [ traditio ] der alden EvBeh Mt 15,2; EvAug 35,2.    1.1.2 ‘Schicksal, Bestimmung’ dô nâhte ir werdekeit gewin: / wand ez was ir gesetze. / dô riten se in ir letze Parz 378,27    1.2 als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer Rechtsordnung’    1.2.1 für eine geistliche Gemeinschaft: wî iz ergîng, des sagen si nicht. / sô was des ordens nâch gesetze JvFrst 1867; sol ime fuͤrlegen div gesetz der brvder vnd die gewonaiht des spitals SpitEich 5,14    1.2.2 für ein Land, eine Stadt: von dir burgere gisezzi, da ein man burgeri werdi sal Mühlh 162,15; SpitEich 14,35. 24,6; StRAugsb 74,9; wiͤr Otte von gotes gnaden bischof [...] haben gesetzt die gesetze, die hernach geschriben sint WüP 11,7; dise vorgenanten gesetze suͦln halten arm unde riche in der stat zu Wirzebuͦrg ebd. 7k,2. 7a,4. 11,8; StRAugsb 131,11.    2 ‘Textabschnitt, Absatz’ dis ist das andir gesecze der vorrede Pelzb 118,20

MWB 2 563,61; Bearbeiter: Helmich

gesetzede stFN. ‘Gesetz, Regelung’ (vgl. 2HRG 2,294f., LexMA 4,1388ff., LThK 4,579ff., s.a. gesetze ) 1 auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm; Vereinbarung
1.1 als eine göttlich gesetzte Regel
1.1.1 allg.
1.1.2 ‘Schicksal, Bestimmung’
1.2 als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer Rechtsordnung’
1.2.1 für eine geistliche Gemeinschaft
1.2.2 für ein Land, eine Stadt
   1 auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm; Vereinbarung    1.1 als eine göttlich gesetzte Regel    1.1.1 allg.: vnde gedenche an elliu werch diniu vnde an den geseceden dinen [interl. zu in adinventionibus tuis ] ich flize mich PsM 76,13; gesecede [ propositiones ] ebd. 77,2; des moͤchtist du [Maria] zelaide komen / und wider gottes hulden / der geseczden fluͦch verschulden, / als es geschriben ist von gotte / inher Moyses gebotte WernhMl 1484; Seuse 243,21; Teichn 568,106. – ‘das Alte Testament’, ‘das Neue Testament’ die eine das waz die alte e, das alte gesetzede; das ander die nuwe e, das nuwe gesetzede. das alte gesetzede die muͤstent alle menschen halten [...] bitze daz Cristus geborn wart Tauler 395,7. – Ordnung der Schöpfung: in alle wis die stæte behabent des gesuntes / nach dinere gesezzede in die tieffe allere dinge gruntes Himmelr 5,20    1.1.2 ‘Schicksal, Bestimmung’ der meister sprach: ein iegelich dinc het sine gesezede Lucid 106,11; ich nihabo réhte biháltin daz ambat nóh den líb [...] noh réht êra, nóh rein herza [...], mîn reht gisézzide, noch mîn guot bimeinida BambGlB 147,38    1.2 als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer Rechtsordnung’    1.2.1 für eine geistliche Gemeinschaft: ez ist ein heilsam gesetzede [ consilium ] disses ordenes StatDtOrd 42,18; in allen disen vorgenanten gesetzeden [ institutio ] [...] habe der meister des gewalt ebd. 55,32; brûdere [...], dî dâ wider ires ordenes gesezzede [ statutum ] sich anderswâr berûfent ebd. 61,10; sal man die regele unde die gesetzede [ regula ] geschriben hân ebd. 71,14; sô sal man die regelen lesen unde die gesetzede [ constitutum ] ebd. 92,12    1.2.2 für ein Land, eine Stadt: dis sint uͥnser gesezte und unser alte gewonhait UrkZürich 7,1 (a. 1297); disiu gesetzed satzet der guot sanctus Silvester der pâbest unde der künic Constantinus von Rôme SchwSp(W) 320,4; nu wizzent ir wol die gesetzet und och gebot, die wir iuch darûber gesetzet, gebotten und gemachet haben UrkFriedb 117 (a. 1332); setzen in bedenthalben von unserm cheiserlichen gewalt die gesetzt, stuck und artikel StRLauda 131. – mit Präp.: daz sint diu gesetzede von dem korn StRMeran 414; daz ist daz gesetzede über das fleisch ebd. 417; daz ist daz gesetzede umbe den wec ebd. 425

MWB 2 564,30; Bearbeiter: Helmich

gesetzedemeister stM. ‘Verfasser von schriftlich niedergelegtem Recht, Schriftgelehrter’ legisperitus: gesezde meister EvAlem 51(L 11,45); scriba: gesezde meister ebd. 65(Mt 16,21)

MWB 2 565,18; Bearbeiter: Helmich

gesetzunge stF. vgl. gesatzunge . ‘Satzung, Gesetz, Festsetzung’ wol habet ir [ di pharisei vnd alle ivden ] irrgemachet di gepot gotes. daz ir ivr gesetzvnge [ traditionem hominum Mc 7,8 ] haltet EvAug 93,15; ir zereizzet daz wort gotes dvrch ivr gesetzvnge. [ traditionem vestram Mc 7,13 ] di ir gegeben habt ebd. 93,21. [ traditiones seniorum Mc 7,3 ] ebd. 93,2; vnt binden vns [...], stete zv́ hebenne dv gvdinge vnt diͤ gesezvnga, diͤ hiͤ vor geschriben sint UrkCorp (WMU) 890,8

MWB 2 565,22; Bearbeiter: Helmich

gesëʒ stN. gesæʒe stN.

MWB 2 565,32;

gesidele stN. auch gesedele. 1 ‘Sitze, Sitzgelegenheiten’
2 Räumlichkeit, in der man sitzt, ‘Festsaal’
3 Ort, an dem jmd. angesiedelt ist, ‘Wohnsitz’
4 der sunne ‘Sitz der Abendsonne’
   1 ‘Sitze, Sitzgelegenheiten’ (s.a. sëdel ): her quam in einin vili kuniglîchen sal / ci wuntirlîchimi gesidele, / sô iz mit rehti solde sîn ci himele Anno 42,3; gerihtet wart gesidele: der künic wolde gân / ze tische mit den gesten NibB 604,1; si truogen an gesidele bréit únde lanc, / stüele unde tische Kudr 181,1; ûf ein gras / wart gesidel und wîter rinc genomn, / dâ si zem brôte solden komn Parz 803,25; Kchr 4020. 3983; Will 52,44. – ‘Thron, Herrschersitz’ des sule wir alle sin gwis, / daz er uf uor zo den himelen, / zo den heiligen gesedelen Glaub 1450; du kerten die not uesten / widir zu des keiseres gesidele Rol 1242; wis gegrüezet, donerstrâle! / dû bist in dem himelsâle / Salmônes trôn, gotes gesidel MarGr 255    2 Räumlichkeit, in der man sitzt, ‘Festsaal’ zo hove indaz gesidile / die kamerere quamin Roth 1137    3 Ort, an dem jmd. angesiedelt ist, ‘Wohnsitz’ wilde merekatzin / und freislîch gefugele, / daz hete dâ sîn gesidele SAlex 5832; ze der klâren klârheit dîner immer wernden êwikeit, [...] zuo dem immer geruowigen gesidele, zuo dem al umbe gevridem lande DvASchr 384,4; Kchr 8851    4 ~ der sunne ‘Sitz der Abendsonne’ ich kam zu Gilest inn die heubt stat, / da die sunne ir gesidel hat SalMor 256,2; nechten da die sunne under iren gesiedel solte gan ebd. 679,3; div perhtel [glänzende, leuchtende] sunne / uertribe daz genibele / uz dem ir gesidele Wernh D 3848

MWB 2 565,33; Bearbeiter: Helmich

gesidele stM. ‘Tischnachbar’ accubitor: gisedalo Gl 2:19,1 (BStK686)

MWB 2 565,62; Bearbeiter: Helmich

gesigære stM. ‘Sieger’ Diterich Russouecz, / ein gutir jungir, wol geczogin stets, / der vndir den gesigern / als ein horn dem einhorn / irwirbet ruom vnd gutin leunt Dalimil 60,38. 45,39. 45,53; an vaterlicher ere gesiger [interl. zu in paterne glorie victor ] PsM H 62,6. H 65,3

MWB 2 566,1; Bearbeiter: Helmich

gesige stM. ‘Sieg’ daz der han kræe nâch dem streit und nâch dem gesig und niht diu henn BdN 192,26; so behielt ie der hertzog Obreht den gesig und gewan daz romesche riche mit gewalt des tages mit strite ClosChr 62,27. 42,16; es ist nit swer noch engestlich so der mensche sinen strit und sinen gesig uf got lot Tauler 405,23; Daniel 5889

MWB 2 566,7; Bearbeiter: Helmich

gesigel stN. meist → ingesigel . ‘Siegel’ die burger gemeinlich sint ueberein komen, daz der burger gesigel nieman han sol StRReinf 249; dar vmbe henkent die vor genanten [...] ir gesigel an disen brief UrkCorp (WMU) 412,20. 146,20

MWB 2 566,14; Bearbeiter: Helmich

gesigen swV. ‘siegen, die Oberhand behalten’ 1 ohne Erg.
2 mit Präp. meist ‘etw./ jmdn. besiegen, überwinden’
2.1 über (mit Akk.)
2.2 ane (mit Dat.), (s.a. ane sigen )
3 subst. Part.Präs. ‘Sieger’
   1 ohne Erg.: er wânte, daz er gesigin solti Spec 59,20; untruwe nemac nicht gesigen, / diu hochmuͦt muz ie unter geligen Rol 4885; ob er mit swigen da gesiget Frl 13:4,3; wie disen dingen wære, wer gesigend wer oder ungesigende JTit 4790,2. 3232,4; Parz 335,11; Tr 6099. [er] vacht selb mit weisem sinn, / und gsigt daz vechten als ein helt Suchenw 17,151    2 mit Präp. meist ‘etw./ jmdn. besiegen, überwinden’    2.1 über (mit Akk.): wenne der mensche úber sich selber gesiget, also das er pine und trost glich wiget Mechth 7: 56,7; diemuͤtigú minne von heliger einvaltekeit gesiget alleine úber die hoffart ebd. 3: 13,6    2.2 ane (mit Dat.), (s.a. ane sigen ): do gesigt er an dem helle hunde AvaLJ 161,1; helfit uns daz wir gesigen / an den slangen urmerin Litan 408; mit siner charcheit gesigt der tiufel an dem menschen PrOberalt 112,10; vil wîbes freude an dir gesigt Parz 146,11 u.ö.; NibB 114,2; PrMd (J) 343,14. – selten ‘aufgrund von etw. (jmdm.) siegen’ an disem czeichen [ das heilige cruce an dem himele ] gesigestu Konr 10,13; Vênus der hœhsten minne phligt, / ir wort an minnen kraft gesigt RvEBarl 9798    3 subst. Part.Präs. ‘Sieger’ dô sprach der unde ligende / "bistu nu der gesigende?" Parz 539,10. – subst. Inf. ‘Sieg, Siegen’ manc ritter zuo dem strîte gâht / ân sin und ân fürsetzen, / wie der strît müge geletzen. / dem volgt gesigen selten mit HvBer 10438; doch blibin sî dâ ligin / ûf kumftic gesigin / dî nacht unde hattin rû NvJer 16688; WhvÖst 3742

MWB 2 566,19; Bearbeiter: Helmich

gesigenen swV. refl. ‘sich einer Sache bemächtigen, etw. in Verwahrung nehmen’ (mit Gen.d.S.) (vgl. SchweizId, 7,507): uf dis richtunge hant mir die burger von Berne lidig und lêr verlassen allez min guͦt [...] des si sich gesigent hatten und nu in ir gewalt hatten UrkBern 5,155 (a. 1320). 5,95 (a. 1318); swer aber in der stat an êlich liberben sturbe, da sol sich der schultheiz und der rat dez guͦtes, so der lat, gesigennenn und ez behalten iar und tag [ omnia bona debent in sua custodia diem et annum indempne conservare ] StRBern 1:22,2

MWB 2 566,51; Bearbeiter: Helmich

gesihene stN. 1 ‘Sehen, Sehkraft’
2 ‘Blick’ oder ‘Anblick’
   1 ‘Sehen, Sehkraft’ sanct Maurîcîus die tievel vertrîbet, / den plinden er verlîhet / ir gesihen wol widere Kchr 6490. 2651; swenne deme menschen dehein siehtuom wirret in dem houbet, daz merch bî disen ceichen. im sint die oberen brâ swær und tunchelt imz gesihen Barth 156,18; blinden gesihene widergeben wirt [interl. zu cecis visus redditur ] PsM H 89,6; Rol 6427; PrRoth 40    2 ‘Blick’ oder ‘Anblick’ diu bein wâren im [Hagen] lanc / und eislîch sîn gesihene NibB 1734,4

MWB 2 566,62; Bearbeiter: Helmich

gesiht stFN. 1 ‘Sehen’ (s.a. gesiune )
1.1 ‘Sehvermögen’
1.2 ‘Blick, Blicken’
1.3 in Verbindung mit Präp. zuo : ‘vor Augen’
2 ‘Erscheinung’
3 ‘Aussehen, Gesicht’
   1 ‘Sehen’ (s.a. gesiune )    1.1 ‘Sehvermögen’ hastu aber bosez gesichte von der vuchte [Feuchtigkeit] di sich gesamenet hat in den ougen SalArz 39,13; der tille [Dill] stetecliche getrunken crenket daz gesichte Macer 59,9; daz gesicht, daz in den augen sitzet, gibt uns ze erkennen mêr ding denn kain ander auzwendich sin BdN 9,12. 9,31; wie wislich sich gebern / die glest in des gesichtes kern [in den Augen] Mügeln 290,2. 139,7; Lucid 150,2. 151,12    1.2 ‘Blick, Blicken’ an den grâl was er ze sehen blint, / ê der touf het in bedecket: / sît wart im vor enblecket / der grâl mit gesihte Parz 818,23; des strußes ouge heckt / des lebens geist sin blick erweckt [...] wie scharf was sin gesicht / [...] da got sin kint in solcher schicht [durch einen Blick wie der Vogelstrauß] / ließ decken ires [Marias] herzen blat Mügeln 190,5. wan daz uns der regenpog schein, daz zuo gehœrnt diu dreu: diu sunn ain seit, daz geschickt riseln ander seit und daz gesiht [Blickwinkel] ze mitlist BdN 100,13    1.3 in Verbindung mit Präp. zuo: ‘vor Augen’ do gieng er siner rihte zer aller gesihte AvaLJ 23,5; si chômen al gerihte / zû des chuniges gesihte VAlex 658. 486; kvmest dv aber fvr gerichte / zv Ysengrines gesichte ReinFu K,1808. si dienent niwan ze gesichte Erinn 208; des habe wir zvͦ einem ewigem vrchvnde vnde ander, di ze gegenwuͦrt vnde ze gesihte waren, dise hantveste [...] gegeben UrkCorp (WMU) 597,30; swer vor gericht bechlagt wirt und ist er da nicht ze gesichte [anwesend] DRW 4,538 (SchwspVar.; a. 1300). ez wer Symon der verloren. / der wider da ze gesicht lag [zur Schau liegen] : / sich selb er pergens pflag Märt 10971. – ‘unter Aufsicht, in Obhut’ da vunden si den gotesun. / ze des wibes gesihte befulhen AvaLJ 112,2; swer aus den padstuben icht stilt gwant [...] und hât jener daz gewant der gwanthuetterinne enpholhen zu irer gesicht RbRupr 102. – phras. ‘von Angesicht zu Angesicht’ hei, welhe fróde di hant, die den vater vnde den sun vnde den heiligen geist sehent uon gesihte zuͦ gesihte! Lucid 158,26    2 ‘Erscheinung’ – ‘Trugbild’ ein gruwelich gesiht der tiuele vnde der drachen Lucid 128,13; vertreibt diu schedleichen gesiht in dem slâf BdN 449,7; HvHürnh 52,10. – ‘Offenbarung, Vision’ (vgl. gotesgesiht ): der gebreste menslicher vnvollebrahtekeit der erkennet sich niender bas denne in deme liehte gottes erkantnvste vnde in deme spiegil siner gesihte DvAStaff 590; da bi sol man merken, wie wunneclich ist gottis volle gesiht ebd. 425; das machet das gesicht bekant / Ezechielis jüdischer schar Mügeln 95,3    3 ‘Aussehen, Gesicht’ díu uuât den lîchamen zîeret in ménnisken gesíhte Will 66,13; die stimme gelster vnde lut [...] ir gesichte licht vnde clar, / roter mvnt, wizze zane Herb 3256; ir gesihte: / daz was sô rehte minneclîch, / sô süeze und alsô senerîch Tr 16506. 12348; wiser man, gelart, / das du in erkennest von gesichte Mügeln 329,4

MWB 2 567,8; Bearbeiter: Helmich

gesihtic Adj. 1 mit den Augen wahrnehmbar, ‘sichtbar, erkennbar’
2 zur inneren Schau befähigt, ‘innerlich schauend, offenbar’
   1 mit den Augen wahrnehmbar, ‘sichtbar, erkennbar’ der gesihtig hýmel, den wir erkennent an siner herschefte: an der sunnen, bi dem mâne und an den sternen PrGeorg 131,1; ich [Partonopier] si [Meliur] gemache / den ougen mîn gesihtic KvWPart 7751; swenne uns daz alter die gesiht / betimbert al ze sere, / daz wir die edelen schrift niht / wol gesehen mügen mere, / so sint unser kere / zuo z’einem liehten spiegel [Brille] klar, / der uns die schrift erliuhten kan / unt wol gesihtik machen AMeissn(H) 2; 322,32; HeslApk 3137. – subst.: da von sprichet st. Gregori [...], daz »in diser welt dem gesihtigen nihtes niht bereit mag werden denne übermitz [vermittels] die unsihtegen creature« [ in hoc mundo visibili nihil nisi per creaturam invisibilem disponi potest ] ThvASu 220,24.    2 zur inneren Schau befähigt, ‘innerlich schauend, offenbar’ dicz contempliren [...] swendet sunde und vertreibet untugent, es mahet uns gesichtich MvHeilFr 48; wie man diz gesihtic gemüete besitzen sol? daz ist an einer stêten înbildunge des menschen in im selber Eckh(Pf) 251,27; daz dritte ist ein gesihtic gemüete. hier inne hât diu sêle got. waz beschouwet diu sêle, sô si got beschouwet? ebd. 252,12

MWB 2 568,5; Bearbeiter: Helmich