gewërn
swV.
→
1wërn
;
→
2wërn
MWB 2 721,23;
gewërre
stN.
(swM.
HeinzelRitt
357
)
‘Streit, Kampf’
ir armen liute, ir sult ouch under einander fride machen, niht
[...] sagen bœsiu dinc unde gereizen unde
gewerre machen PrBerth
1:56,27;
dô hûb sich abir ein gewerre: / der Prûzin quam ein michil schar / und hertin
her und dar / zu Polen in dem lande / mit roube und mit brande NvJer
1891.
15776;
dy manne dy undirwindin sich keynis dingis andirs wen gewerris und jagit
MarcoPolo
17,9
u.ö.;
si [die Minne] sol im [dem
krieg
] ende machen / und disen gewerren scheiden HeinzelRitt
357;
BFrau
41
MWB 2 721,24; Bearbeiter: Richter
gewërren
stV.
→
wërren
MWB 2 721,36;
gewerschaft
stF.
‘Besitz, Besitzrecht’
allez daz gvet daz siv vnd daz chloster ze Zwetel in gewerschaft habent
[...], daz bestetige wir ien allez mit disem brieue
StiftZwettl
190;
mit alle der rechter [...] gewerschaf, als unse
vurvaren inde wir dat guit bis her hain besessin inde behaldin UrkNiederrh
3,195
(a. 1328);
wie ist in daz sô ungemach, / daz ich vordere wan daz, / daz
herzog Friderich besaz / in des landes gewerschaft, / die wîl er het des lebens
kraft Ottok
26872
u.ö.
– übertr. ‘Machtbereich’ (vgl. Anm.z.St.):
sît wâren diu [einander
versprochenen] kint nû komen / mit gemeiner geselleschaft / ûz des
herzogen gewerschaft Ottok
73522
MWB 2 721,37; Bearbeiter: Richter
gewërschaft
stF.
‘Garantie, Bürgschaft, Gewährleistung(spflicht)’ (vgl. WMU 1,723f. u. DRW
4,671-673):
wer aigen verchauft in dem land, der sol nicht lenger gewerschaft tuͦn,
wan iar und tack [...] ez sey dann, ob er weder pùrgen noch
gewerschaft gehaben mack, der sol ez staeten [...]; wann
daz geschicht, so hat sich elliu gewerschaft ergangen OberBairLdr
200
u.ö.;
[Die Unterzeichner versprechen, dass sie] den vorgnanten
weingarten in rechter gewerschaft vreyn vnd schermen vor aller ansprach vnd
fuͤr allen chriech UrkWSchott
226
(a. 1340);
vnd daz dirre kauf vnd auch div gewerschaft stæt belibe vnd an laugen, so
geben wir dem offgenanten kloͤster ze Furstenuelt disen brief UrkCorp
(WMU)
2738,28;
StRMünch
353,6
u.ö.;
SSp (W)
2:42,2;
UrkEnns
5,476
(a. 1327)
MWB 2 721,51; Bearbeiter: Richter
gewertic
Adj.
(zu
warten
)
1
‘gegenwärtig, vorliegend’
2
‘aufmerksam’
1
‘gegenwärtig, vorliegend’
dar vmbe han ich min yngesigele an disen gewertigen brief gehenket zuͦ
eime steͣten vrkuͦnde UrkCorp (WMU)
1565,38;
an disme kewerdigin brive UrkCorp
1168,3
2
‘aufmerksam’
ich hetz verholn noch lenger vrist, / wan daz dîn elter bruoder ist / etlîcher
mâze gewertic. / der erblicte des riemen stric, / dâ der slüzzel ane hie. / zehant
er mich des niht erlie, / ich muoste im sagen die warheit Schlegel
849;
gewin und ouch verluste / wâren sî [die kämpfenden
Ritter] gewertic Reinfr
8869.
–
‘Folge leistend’
waz vns die heizzent, daz wir daz bi geswornem eide gehorsam vnde gewertic
sin soͤllen UrkCorp (WMU)
1075,45
MWB 2 722,4; Bearbeiter: Richter
gewës
Adj.
→
gewis
MWB 2 722,18;
gewesche
stN.
‘Waschung’
er [der Blinde, Io 9,7] ging hin vnd gewesch er nam
/ vnd sehinde er wider quam EvStPaul
12590
MWB 2 722,19; Bearbeiter: Richter
gewësen
stV.
→
wësen
MWB 2 722,22;
gewësenlîcheit
stF.
‘Wesenhaftigkeit’ (vgl.
wësentlîcheit
):
daz er [der Vater] ir [der
sêle
] zartet daz meinet ungeweselicheit
[der Seele, nämlich unvollkommene bekantnüsse des vaters
willen
] ; aber sô si zuo nimet an bekantnüsse in stêter
vereinunge götlîches willen, sô ist er ir minre mit înflüzzen unvernünftiges zartes,
unt daz meinet gewesenlicheit Eckh (Pf)
642,11.
642,4.
640,3
MWB 2 722,23; Bearbeiter: Richter
gewësse
Adv.
→
gewis
MWB 2 722,31;
gewët
stN.
‘Paar, Gespann’
(zu
wëten
stV. ‘(ver-)binden,
zusammenjochen’):
er hâte duo gichouffet / finf gwet ohsin Gen
2911.
– übertr.:
darnach machentz [die Mönche] ain gewett / jeder
man mit ainer zu bett / da werdent sy so gaͤmenlich / die kutten zipfel vbent
sich Barfüsser
139
MWB 2 722,32; Bearbeiter: Richter
gewëte
swM.
auch gepete (
Neidh (S)
1,8 c94:6,1;
).
‘verbundene Person, Genosse, Partner’
Marjodô / [...] / und sîn gewete
petit Melôt Tr
16318;
man jach dem stolzen Latriseten / daz er gewünne nie geweten
/ der im sô geziehen möhte / daz gein sînem prîse iht töhte Wh
378,26;
zwa meide / [...] hatten manig kere
[Sorge, Bemühen] / vber ir frauwe, da sie lag / vnd
dirre groszen clage pflag; / der waren sie beyde ir gewet Krone
19051.
6756;
UvEtzAlex
21690.
– übertr.:
reht werdekeit was sîn [Parzivals]
gewete Parz
326,4;
von der [Amelye] truͦc er
minnen last, / des was si siner froͮden gast, /
[...], / siner sinne ain gewette, / wan er wart ir
niemer fri / si waͤr im zallen ziten bi RvEWh
4364;
Krone
26577
MWB 2 722,38; Bearbeiter: Richter
gewëten
stV.
→
wëten
MWB 2 722,53;
gewëterblitzen
swV.
‘blitzen’, hier ‘(mit den Augen) funkeln, strahlen’ (zu
wëterblic
stM.):
wilt ouch zuo dem tanze unde zuo dem heimgarten unde wilt dâ vil gerüemen unde
gelachen unde geweterblitzen unde gezwieren [zwinkern]
mit den ougen, sô mahtû wol bestrûchen in den stric des tiuvels PrBerth
1:481,28
MWB 2 722,54; Bearbeiter: Richter
gewette
stN.
1 meist ‘Gerichtsgeld’ , dem Richter bzw. der öffentlichen Gewalt zu zahlendes
Strafgeld (zur Sache vgl. 2 HRG 2,360-362, für weitere rechtsspr. Belege s. WMU 1,724f. und DRW 4, 757-760) 2
‘Abgabe’
3
‘Machtvollkommenheit’
1
meist ‘Gerichtsgeld’, dem Richter bzw. der öffentlichen Gewalt zu zahlendes
Strafgeld (zur Sache vgl. 2HRG 2,360-362, für weitere rechtsspr. Belege
s. WMU 1,724f. und DRW 4, 757-760):
wergelt vnde buͦze vnde des richteres gewette sal man gelden vf den
tach, der geteilet ist [...], daz wergelt vnde die
buͦze deme clegere vnde deme richtere daz gewette UrkCorp (WMU)
2265,14;
ûf swem der kläger buoze gewinnet vor gerihte, ûf den hât
auch der rihter sîn gewette, ob er ez vodern wil SpdtL
221,15
u.ö.;
swer dâ hin [zum hof
] niht enkumet, der
ist dem künige eines gewettes schuldig SchwSp (W)
117,4.
– übertr. ‘Bestrafung’
der fride [durch Christi Geburt] chom an der
cite, wan div gewette werete fvnf tvsint iare vnde mere, daz wir armennesgen
[armen Menschen] ne wedir habeton gotes hvlde
noch der engile minne PrWack
3,85
2
‘Abgabe’
so hat der herre reht gewette vf dem man SchwSp
205a;
swer zinsgelt von einem herren hat da sol man den herren nit vfe phenden. wan
fvr als vil als der zins giltet. der sol sin gewette vf daz gvͦt haben ebd.
205b
3
‘Machtvollkommenheit’
wer mohte frömders vinden / [...] / daz ein maget
einvaltic / Alexandern also gewaltic / mit worten vbir rette / vnd sin hoh gewette /
mit magetlicher wipheit / gebrochin vnde hin geleit [hat]
Martina
148,28
MWB 2 722,61; Bearbeiter: Richter
gewetten
swV.
→
wetten
MWB 2 723,25;
gewich
stSubst.
Quantität des Stammvokals nicht sicher zu bestimmen (vgl. wîch/ wich
stM.).
‘Wanken, Weichen’
got vorstende - si unser strich [schützender Gott, sei für uns
die Richtung/ gib uns das Ziel] - / reht irkende - ane gewich -
[(sei) Rechtes erkennend, unerschütterlich] / zorn
vertrende [von deinem Zorn dich trennend] , irbarme dich!
[
:mich :gelîch
]
Macc
14401
MWB 2 723,26; Bearbeiter: Richter
gewich
stN.
→
gewige
MWB 2 723,34;
gewîchen
stV.
→
wîchen
MWB 2 723,35;
gewicke
stN.
Koll. zu wëc
‘Wegscheide, Kreuzung, Gabelung’ (auch als unheimlicher, gefährlicher Ort, vgl.
EM 14,540-544 s.v. Wegkreuzung):
si waren an dem gewikke, da die wege ze sammen gent
PrOberalt
76,24;
füeret in ûz an das gewicke, dâ die erhangenen unde die erslagenen dâ ligent
PrBerth
1:395,5;
‘ich wil dem tiufel geben / sêl, lîp und mîn leben.’ / dâ mit er
an ein gewick gie EnikWchr
22347;
Rol
4576.
4528;
StrKD
4,527;
Teichn
237,36
MWB 2 723,36; Bearbeiter: Richter
gewide (?)
stN.
Koll. zu
wit
‘Gewebe, Geflecht’ (?):
als diu spinne, diu nâch jêmerlichem gewinne / ir geweide [La.
gewide
] spinnet ûz irm lîbe, / daz in dem webbe ein
mucke belîbe Renner
4795
MWB 2 723,46; Bearbeiter: Richter
gewider
stN.
wohl ‘Gegengesang, Antiphon’
da dun ich sij horen singen lieder, / sproͤche,
gedichte und gewyder / und dar zu manichen suͤßen don / von harppen und ander
seitenspil schon Pilgerf
6728
MWB 2 723,50; Bearbeiter: Richter
gewideren
swV.
→
wideren
MWB 2 723,55;
gewiere
stN.
Koll. zu
wiere
‘Schmuck, Geschmeide mit eingelegter oder eingravierter Arbeit’
pellin [kostbare Stoffe] vnde
cleine gewire / die sconen gezire / die dar ie de chein man / ze herwerte gewan /
die uortin si an den rossen Roth
3572.
793;
so mangerhande geziere [La. ge biere
]
mocht ich mit sunder mære / gepruͤfen nicht wol schiere.
[...] / iz wer ergozzen, ergraben und gemalt mit
kunstrichem sinne JTit
415,1;
siu [die Frau] spannet fur ir bruste
/ daz ist geworht mit listen, / ain guldin gewiere, / daz ez ir den lip ziere
Hochz
23
MWB 2 723,56; Bearbeiter: Richter |