Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
      2gücken swV.
      1guckezen swV.
      2guckezen swV.
      güefen swV.
      güenlich Adj., Adv.
      güenlîcheit stF.
      güenlîchen swV.
      güete stF.
      güetelîn stN.
      güeten stF.
      güeten swV.
      güetenlîchen Adv.
      güetic Adj.
      güeticheit stF.
      güeticlîche Adv.
      güetlich Adj., Adv.
      guf stFM.
      guffe Subst.
      güffen swV.
      güffic Adj.
      guft stFM.
      güften swV.
      guft|erschallen stN.
      güftic Adj.
      güfticheit stF.
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   2gücken - güfticheit    


2gücken, gucken swV. auch -gg-, -g-. ‘neugierig schauen, gucken’ der herr [...] sach daz kind sich smuken / und us der deki gugen SHort 11190; in dez mannes bilde ez [das Spiegelbild der Frau] gucket Minneb 270; so man den die tor beslússet, so guggent sú [wilde Tiere im Tiergarten] durch die zúne us Seuse 411,13. 361,19. 432,1; unde die êbrecherinne die müezent manigen schrecken nemen [...] unde hin gücken unde her gücken unde her wider gücken PrBerth 1:231,12. 2:242,19

MWB 2 998,6; Bearbeiterin: Herbers

1guckezen, gutzen swV. zu 1gücken . vom Ruf des Kuckucks: als der gouch, / der in dem meien gugzet ouch KvWGS 132; der gouch, der [...] hât gegutzet hundert jâr Renner 11382; den gauch den hoͤrt man guͤtze KgvOdenw 2,39

MWB 2 998,16; Bearbeiterin: Herbers

2guckezen, gutzen swV. zu 2gücken . ‘neugierig schauen, gucken’ der werlt wollust hat dich gezogen, / mich mit dir betrogen, / und in der suͤnden puͦtzen [Pfütze] / hast du mich geheizzen guͦtzen HvNstVis 284

MWB 2 998,21; Bearbeiterin: Herbers

güefen, guofen swV. nicht sicher zu trennen von → güffen ; hier nur die durch Reim gesicherten Belege. 1 intr. ‘rufen, schreien’
2 refl. ‘sich einer Sache rühmen, mit etw. prahlen’
   1 intr. ‘rufen, schreien’ do ward der tiefel güffen, / schrein und auch rüffen Hawich 2949; mit Richtungsangabe: swie man ze walde rüefet, / daz selbe er wider güefet Freid 124,4 (vgl. TPMA 12, 346); mit vil klägelîcher stimme / die heiden nâch ruoften [La. sie nach ir da gufftenn ] / si schriren unde wuoften [La. rufftenn ] Heidin III 1969    2 refl. ‘sich einer Sache rühmen, mit etw. prahlen’ doch ist die sældenhêre / underm gwande wol getân; / des guoft [La. guefft ] sich niemen ân [außer] ir man Helbl 1,1377

MWB 2 998,26; Bearbeiterin: Herbers

güenlich Adj., Adv. , -lîche stF. guotlich (unter 1.5 und 2.7), -lîche

MWB 2 998,39;

güenlîcheit stF. guollîcheit

MWB 2 998,41;

güenlîchen swV. guotlîchen

MWB 2 998,42;

güete stF. im Reim sw. (nicht zu → guotîn ) : Karlmeinet 396,64. 256,66; MorantGalie 2957. 796 KarlGalie 1281; MarlbRh 52,14. 105,22. 1 ‘Vortrefflichkeit, Hochwertigkeit, Nützlichkeit’ von etw.
1.1 in Bezug auf einen Gebrauchszweck (vgl. → guot Adj. 1.2 )
1.2 in Bezug auf sinnliches und psychisches Wohltun (vgl. → guot Adj. 8 )
2 ethisches Gut-Sein, ‘sittliche Vollkommenheit, Gerechtigkeit gegen Gott, Rechtschaffenheit, Tugendhaftigkeit’ (vgl. guot Adj. 10 )
3 ‘Freundlichkeit, Wohlwollen, Huld, Milde, Nachsicht’ (vgl. guot Adj. 9 )
3.1 als Charaktereigenschaft ‘freundliche, liebreiche Gesinnung, Gutmütigkeit’
3.2 besonders von der Güte Gottes als des Spenders alles Guten; oft werden und gnâde zus. gebraucht
3.3 Ausdruck des Wohlwollens, vor allem durch freundliche Rede
3.4 freundliche Handlungsweise, besonders ‘Wohltat, Gnadenerweisung, Liebesbeweis, Aufmerksamkeit’
   1 ‘Vortrefflichkeit, Hochwertigkeit, Nützlichkeit’ von etw.    1.1 in Bezug auf einen Gebrauchszweck (vgl. → guot Adj. 1.2): daz swert im ûz der scheide schôz: / des güete [Schärfe] was alsô grôz / daz ez im durch den halsperc brach Iw 3946; dô was daz hûs [die Burg] in der güete [so befestigt] , / daz ez ze sturme niht entohte [nicht erstürmt werden konnte] Ottok 29397 [mit demselben Bezug und intensiv. Pl. (2 5Mhd. Gr. § S 98,2): niht in solhen güeten 29666]; die grifen wonent ouch da, / die der gimmen [Edelstein] huten, / nicht daz sie sich guten / an der gute des steines [keinen Gebrauch machen von seinen heilsamen Eigenschaften] HeslApk 21649; von unsaglicher guͤti [Heilsamkeit, Nützlichkeit] der betrahtunge des goͤtlichen lidens Seuse 254,5; abgeschwächt ‘(gute) Qualität’ so sulent si verkouffen broͮt in deme coͮffe vn̄ in der guͤtte nach der gewônheit zvͦ Houelden UrkCorp (WMU) 1653,13    1.2 in Bezug auf sinnliches und psychisches Wohltun (vgl. → guot Adj. 8): von des weines guete [wegen seines vorzüglichen Geschmacks] tranch er so vil / das in der sin vil gar verlie HvBurg 372; zehenzich unde drizzich so maneger iare alte bin ich, / dei han ich mit swæren muͦte gelebet in deheiner guͦte [ohne jemals eine gute Zeit, ein gutes Leben zu gehabt zu haben] GenM 103,12    2 ethisches Gut-Sein, ‘sittliche Vollkommenheit, Gerechtigkeit gegen Gott, Rechtschaffenheit, Tugendhaftigkeit’ (vgl. guot Adj. 10): habet stetigen muͦt, / habet zucht mit guͦte, / wesit demuͦte, / wesit got unter tan Rol 215; sô suln sîn [Gral] rîter hüeten / mit kiuscheclîchen güeten Parz 493,24. 823,13; nu kêret iwer gemüete, / daz er [Gott] iu danke güete ebd. 467,10; mit valschelôser güete lebt / ein man, der mir wol iemer mac / gebieten Walth 72,9; swie vil ein man guots begât, / die wîle er tœtlich sünde hât, / die güete gar verdirbet, / ob er ân riuwe stirbet Freid 37,24. – besonders als Eigenschaft des höfischen Ritters: swer an rehte güete / wendet sîn gemüete, / dem volget sælde und êre. / des gît gewisse lêre / künec Artûs der guote, / der mit rîters muote / nâch lobe kunde strîten Iw 1; er pflac manlîcher güete Parz 252,23; der tugenthafte Riwalîn / der was [...] mit lîbe und mit guote, / mit geselleclîchem muote / zir aller dienste gereit. / alsô lebeter in der werdekeit / und in der rehten güete, / die er in sîn gemüete / mit tegelîchen tugenden nam Tr 521; er was ein wîse junger man / und het mit güete vil getân / bî sîner zît, daz êre birt UvLFrd 311,26. – und der höfischen Dame (im Preis der Minnedame öfters zugleich ‘Huld, Gunst’ i.S. von 3): ir stæte güete, / ir wîplîche triuwe Iw 1602; ir schoene und ir güete beide / die lâze sî, sô kêre ich mich [von ihr ab] MF:BgfvRiet 6:3; daz ich von ir gescheiden niht kan, / daz hât ir schœne und ir güete gemachet / und ir rôter munt, der sô lieplichen lachet Walth 110,18; si ist sô guot, / swenne ir güete / erkennet mîn gemüete, / daz si mir daz beste tuot ebd. 14,19; owê dazs ir güete niht genâde lêret KLD:Rub 6:2,8; nu gewert mich, vrouwe, des ich ger, / durch wîplîche güete Wig 272; personif.: dâ saz frou Güete gallen frî KvWKlage 10,1    3 ‘Freundlichkeit, Wohlwollen, Huld, Milde, Nachsicht’ (vgl. guot Adj. 9)    3.1 als Charaktereigenschaft ‘freundliche, liebreiche Gesinnung, Gutmütigkeit’ kiuscheit mit der diemüete, / gedult senfte unde güete / und ander unser gespiln / [...] ieslîchiu nâch ir site / bescheidenlich uns volge mite LvRegSyon 3855; gude, daz ist suzikeit des gemudis Parad 71,29; ouch wonte in ir gemüete / [...] diu güete / daz sî in schier ernerten / unde sînen geverten Iw 5618; des lob ich den heilant, / daz ich doch under liuten bin! / wan eteswer ist under in, / der sîne güete an mir begât / und tuot mir eteslîchen rât Tr 7629; alle gûte ich an im vant, / nâch der wâren liebe gebote Kreuzf 1066; noch mere genaden tuen wir von willichlicher guͦete vnsern purgern UrkCorp (WMU) 2918,22. 2345,16. 3225,5. durch dîne / iuwer ~ als Appell an wohlwollende Gesinnung: er bat in durch sin guͦte daz er im genadote GenM 63,19; Litan 619; frowe, dur iuwer güete / rucket ûf die hüete Walth 75,6; ei frouwe, durch iuwer güete! / waz hilfet iu mîn sterben? / nemt iu ein guot gemüete, / und lât mich senden iuwer gunst erwerben MinneR 30 632,1; künic hôchgeborn, / dir sol an mir niht wesen zorn; / künic, durch dîn güete / ich sag dir mîn gemüete EnikWchr 9893    3.2 besonders von der Güte Gottes als des Spenders alles Guten; oft werden ~ und gnâde zus. gebraucht: [Gott] niemen ane trost enlat, / swer mit deumuͦte / suchet sine guͦte Rol 3488; so ergib ich iuch in gotes segen: / der kan iuwer baz gepflegen / und ruoche iu durch sîne güete / iuwer swærez ungemüete / vil schiere verkêren / ze vreuden Iw 5537; got der rîche, / sô rîche dû genâden bist, / sô vil güete als an dir ist, / vil süezer got, sô bite ich dich, / daz dû genâde wider mich / und dîne güete noch begâst Tr 2492; er git sin gnad gar vergeben von siner miltekait, von siner ganzen guͦti, daz er des lonet daz er selb tuͦt PrGeorg 66,8; do aber dein veterleiche guet / ir verwandelt das gemuet / und dein gnad ir hercz entleuchte HvBurg 5933; es meinet aber, daz er sine wunder hie an dir wil erzoͤigen und den úberflusz siner guͤte Seuse 467,19    3.3 Ausdruck des Wohlwollens, vor allem durch freundliche Rede: swaz ich sprach, daz hôrte sî / und antwurt es mit güete Iw 343; verstêt mîn red in gûte, / sînt ichz in güete meine MinneR 30 638,2; vnd sol der abte [...] mit vns in lieb vnd in gueten sein UrkCorp (WMU) 2269,5; daz der rihtær mit rat vnd mit hilfe des rats in der stat den, der weder minne noh reht wil, mit gvͤten dar an bringe oder mit twanchsal dwinge, daz er daz reht nem ebd. 3452,6; jst abir, daz ein man den andern lemt, so gehort ein lem gegen der andern, er choͤme sein denne abe mit bete oder mit guete ebd. 1914,3; durch reht noch durch güete / enhete sîz nimmer getân. / sî muose gewalt od vorhte hân Iw 7706    3.4 freundliche Handlungsweise, besonders ‘Wohltat, Gnadenerweisung, Liebesbeweis, Aufmerksamkeit’ elliv guͦte chumit uon im Spec 79,31; der alsô manege güete / mit veterlîcher stæte / an ime erzeiget hæte Tr 5640; ir leben was vil gemeine dô, / si wâren mit ein ander vrô / und hôhten ir gemüete / mit vil gemeiner güete ebd. 1366

MWB 2 998,43; Bearbeiter: Plate

güetelîn, güetel stN. Dimin. zu → guot stN. 2. ‘kleiner, geringer Besitz’ 1 ‘kleines Landgut’
2 ‘kleiner Besitz an Geld oder Wertgegenständen’
   1 ‘kleines Landgut’ daz guetel ze der Traten gilt dreu phunt UrkCorp (WMU) 2856,8. 1661,39 u.ö.; UrkEnns 5,334 (a.1323); UrkDOHess 2:552,2 (a. 1347); ir hêrschaft, ir lônet dem knehtelîn, daz den acker bûwet: dem gebet ir ein wênic güetelîns. dâ was im der acker alse liep [...], daz er in nieman wolte lâzen bûwen PrBerth 1:358,10.    2 ‘kleiner Besitz an Geld oder Wertgegenständen’ gîst dû gote dîn guotelîn, dû wilt daz man dirz deste baz biete. gît dir got tugende, dû suͦchest aber den stinchinten lôn TrudHL 71,25; drîzic phenning [...] nam der boeswiht von den juden / und verriet den rehten hêrren sîn / umb ein armez güetelîn Philipp 6345; daz selbe kleine güetelîn / [...] soltû nemen, / durch [...] die helfe und dîne stiure KvWPant 553; PrOberalt 93,15; PrBerth 1:62,39

MWB 2 1000,45; Bearbeiterin: Herbers

güeten stF. guotîn

MWB 2 1000,63;

güeten swV. goiden ( HagenChr 1192 ). 1 intr. ‘sich huldvoll, freundlich erweisen’ (vgl. güete stF. 3 )
2 tr.
2.1 ‘etw. guot machen’ .
2.2 ‘beschwichtigen, versöhnen, schlichten’
3 refl.
3.1 mit persönl. Subj. und Dat.d.P. ‘sich angenehm, beliebt machen’ (vgl. guot Adj. 8 )
3.2 mit sachl. Subj.
4 Part.-Adj. gegüetet ‘mit güete versehen, von freundlichem, wohlwollendem Charakter’ (vgl. güete stF. 3 )
5 subst. ‘Freundlichkeit, Wohlwollen’ (vgl. güete stF. 3 )
   1 intr. ‘sich huldvoll, freundlich erweisen’ (vgl. güete stF. 3): werden frouwen / stât wol daz si güetlîch güeten / unde ir êren hüeten KLD:UvL 53: 4,6. – mit Dat.d.P.: wol ir daz si mir sô güetlîch güetet; / dâ von mîn muot hôhe stât KLD:UvL 39: 5,3 u.ö.; in disem ellende / zo unsis libis ende / sal si [Maria] uns gutende sin Pilatus 1,91    2 tr.    2.1 ‘etw. guot machen’. – ‘erfreulich machen’ (vgl. guot Adj. 6): wîbes güete ist lieber fröide urspring: / [...] wîbes güete güetet elliu ding SM: KvL 19: 4,12; wol dir, wan du [ ein wîp ] bist sô guot. / du kanst güeten sûren muot KLD:Kzl 6: 3,5; SM:UvB 6: 3,6; MinneR 444 479; Minneb 3503; got ist ir vatter, bruͦder, wirt, / der aller gebresten gar verbirt, / der alle guͤti guͤetet SHort 1469; Reinfr 3582. – ‘bereichern, wertvoll machen’ (vgl. guot Adj. 2): wie güetet ez [ bluomenrîs: ein Blumenzweig der Dichtkunst] der guoten guot, / der hôchgemuoten hôhen muot! RvEAlex 3151    2.2 ‘beschwichtigen, versöhnen, schlichten’ dâ râte ich [König Latinus zur Versammlung der Fürsten] daz manz gûte / unde man des hûte, / daz niht ubel dâ von quâme En 4927; Moabes grosse hochvart / des tages wart geguͤtet, / genidert, gedemuͤtet, / gedrucket unde hin geleit RvEWchr 17784; lâ senften unde güeten / dîn angest unde dînen zorn KvWTroj 17166; KvHelmsd 4355; Reinfr 8714. 12830; swer den zorn siht vnd zegegini ist, das der den zorn vnderstandi [abwehre] vnd in guͤte UrkCorp (WMU) 2043,3; HagenChr 1192    3 refl.    3.1 mit persönl. Subj. und Dat.d.P. ‘sich angenehm, beliebt machen’ (vgl. guot Adj. 8): hete sih insinin tagin / din vater gote geguͤtit, / genidert, gedemuͤtit, / so were im bas insinir zit / geschehin RvEWchr 28097. – ‘sich guot machen, sich bessern’ (vgl. guot Adj. 10): ob sie sint ark gewesen, / daz sie sich wider gueten / und sich dan sider hueten / vor sunden und vor dorperheit HeslApk 11499. 6504. – ‘sich als freundlich, wohlwollend erweisen’ (vgl. güete stF. 3.2): hæte sich unser herre got / durch sîner güete grôz gebot / niht sô gedêmüetet / und alsô sêre gegüetet, / daz er durch sîne güete / mit solher dêmüete / des knehtes bilde næme an sich RvEBarl 12898. die grifen wonent ouch da, / die der gimmen [Edelsteine] huten, / nicht daz sie sich guten / an der gute des steines [keinen Gebrauch machen von seinen heilsamen Eigenschaften] HeslApk 21648    3.2 mit sachl. Subj. ‘sich als guot zeigen, erweisen; guot werden’ ir trut gebaren [Zärtlichkeit] stæt / kund sich gæn im guͤten, / daz in von unmuͤten / dick uz sorgen lost WhvÖst 16177; so ich [die ewige Weisheit] mich, daz ewig guͦt, als guͤtlich und als minneklich entgússe, so guͤtet sich alles daz, da ich hine kume Seuse 233,6. 202,11; sît der guoten güete / sich so güetet unde mêret alle tage, / sô muoz mîn gemüete / sîn gehœhet ûf den trôst SM: UvS 8: 2,2    4 Part.-Adj. gegüetet ‘mit güete versehen, von freundlichem, wohlwollendem Charakter’ (vgl. güete stF. 3): got ist so wol gegüetet / daz er dar vmbe niht wüetet / daz ich an siner milte spur Martina 11,75; ich weiz wol daz der gotes segen / mich vil wol behuͤtet: / er ist so wol geguͤtet Rennew 30954. 316    5 subst. ‘Freundlichkeit, Wohlwollen’ (vgl. güete stF. 3): sô sol ein wîse man / [...] wider ir [der Frau] guotem muote / dekeine ander huote / zir tougenheite kêren / wan wîsen unde lêren, / zarten [Zärtlichkeit] unde güeten Tr 17903; ist iu liep und dunkt iuch guͦt [La. liep daz gvͤten ] , / so hat ein ende dirre strit Rennew 30128

MWB 2 1001,1; Bearbeiterin: Herbers

güetenlîchen Adv. guotlich

MWB 2 1002,9;

güetic Adj. 1 ‘freundlich, wohlwollend’ (vgl. güete stF. 3 )
1.1 attr.
1.2 präd.
1.3 Adv.
2 ‘tugendhaft, sittlich’ (vgl. güete stF. 2 )
3 ‘glücklich, günstig’ (vgl. guot Adj. 4 )
   1 ‘freundlich, wohlwollend’ (vgl. güete stF. 3)    1.1 attr.: waz wilt dv daz ich [Jesus] dir tuen. aber der blinde sprach zv im güetiger meister daz ich gesech EvAug 104,26. 272,7; der edele konig von Ungern, genant Andreas, [...] was ein gutiger fredesamer herre Köditz 13,31; Kreuzf 5482; HeslApk 6339; Seuse 119,3    1.2 präd.: er [Gott] ist als reht tugenthaft, er ist als reht hertzklich guͤtig Seuse 426,26; guͤtic sin gebaren was WhvÖst 15047; so solt so gutig sin ir sin / durch truwe die ich zu ir han Minneb 4816. – in Verbindung mit anderen Eigenschaften: [die Brüder und Schwestern des Spitals] svlen alweg barmhertzig sin vnd fridelich, maͤzig, gvͤtig oder senftmvͤtig SpitEich 36,7; under herten straichen ist ez [der Esel] sänftig und güetig BdN 119,30. 121,10; Tauler 378,3. – mit Präp. gegen, über: ouch ist ez billich, / daz ich immer umbe diu / güetic sî gegen iu, / die wîle und ich leb, / und daz ich iu geb / und teil mit mîne hab Ottok 15046; [Gott] ist gütik über di vngenaemen vnd di bösen EvAug 142,9    1.3 Adv.: daz [die vorhergehende Erzählung] gütig nennet [berichtet] uns der grise Frl 1:13,9; Cristus kam demuͤtig, / gedultig und guͤtig HvNstGZ 5155.    2 ‘tugendhaft, sittlich’ (vgl. güete stF. 2): er sprach: suon, wizze daz / si [die Dame, die Alexius ehelichen soll] ist junger dan du bist, / güetec, reine ân argen list AlexiusF 292. – mit Gen.d.S.: dise werden gebrûder drî / wâren al ir site gûtic, / kûne, doch dêmûtic Kreuzf 3633    3 ‘glücklich, günstig’ (vgl. guot Adj. 4): du liebes fuͤgerinne, / der hertze und sinne / so gar sin ainmuͤtig, / den laze auch ain guͤtig / ende an liebe werden WhvÖst 6402

MWB 2 1002,10; Bearbeiterin: Herbers

güeticheit stF. 1 ‘Wohlwollen, Fürsorge’ (vgl. güete stF. 3 ),
2 ‘Anstand, maßvolles Verhalten’
   1 ‘Wohlwollen, Fürsorge’ (vgl. güete stF. 3), als Charaktereigenschaft eines Fürsten/  Herrschers: das alle seine aigen vnd leut, wa die in vnser herschaft vnd gegent sint, vnser kraft die beschirmen sol mit der besundern hant der guͤtichait UrkEnns 4,316 (a. 1299); der kung ubir al den sinen / sal togintrich dirschinen / an genadin und gutikeit PfzdHech 177,28; ain öbrisste und ware güetigkait, [...] ain völligkait der ee und ain zaichen der volkumenhait das ist an dem chünige HvHürnh 5,3. 23,4. – als Eigenschaft einer der drei göttlichen Personen: dis ist ein unmessige grosse gnode von der guͤtekeit gottes Tauler 394,11; der milte erbarmherzige got der wil dir vaterlich helfen uss allen dinen noͤten, ob du allein siner guͤtikeit macht getrúwen Seuse 380,32. 179,24; Eckh 2:273,6; Gnadenl 3:M1,53; der vater ist in der kraft und der sun in der wîsheit und der heilige geist in der güeticheit Eckh 3:132,3. 3:132,7    2 ‘Anstand, maßvolles Verhalten’ ir ielich [von den Schwestern] ile vor die andere zu godes werke mit ernste vn̄ mit gudekeide [ modestia ] BrEb 22

MWB 2 1002,44; Bearbeiterin: Herbers

güeticlîche, -en Adv. ‘freundlich’ (vgl. güete stF. 3.3): diu keiserinne Meliûr / sprach güeteclichen wider in KvWPart 20781; Jerome die kinnd ane sach, / vil guͤttiglichen sy da sprach FrSchw 7390; sie gruozten in güeteclîche Gauriel 3871; Frl 9:17,3

MWB 2 1003,3; Bearbeiterin: Herbers

güetlich Adj., Adv. guotlich

MWB 2 1003,9;

guf stFM. Verwandtschaft mit etwa gleichbedeutendem → guft stF. unklar; vor allem in Deutschordensdichtung ( Dan , Macc , NvJer ) beliebt als Reimwort auf md. uf (= ûf) Präp. (2 5Mhd. Gr. § L 23). 1 ‘lautes Rufen, Schreien, Lärmen’
2 besonders ‘Kriegsgeschrei, -lärm’
3 ‘(zur Schau gestellte) Freude, Herrlichkeit, Hochmut’
4 ‘Gier’
   1 ‘lautes Rufen, Schreien, Lärmen’ des irhuben sie eine guf / unde riefen uz der stat her [...] schentliche unde bose wort Macc 10228; Abdenago der stunt uf / gar an allerleye guf [ohne Schmerzenschreie] / prisende gotis gu#’ete / da in des ovens glu#’ete Daniel 1328; diz triben dî brûdir allintsam / heimelîch und âne gûf NvJer 4481    2 besonders ‘Kriegsgeschrei, -lärm’ Judas irhorte da den guf, / zuhant do machte er sich uf, / zu widerstan des kunges maht Macc 2351; Nicanor bereitet hete / allez sin volc unde brach uf / mit busunen [Gen.?] vil grozer guf ebd. 11188. grôzer guf als adv. Gen. ‘mit lautem Kriegslärm’ do zugen sie hin mit gewalt / zu Jerusalem grozer guf Macc 4003; des brachen die viende uf / uz iren lagen grozer guf / unde zugen kegen disen ebd. 5622. – verallgemeinert ‘kämpferisches Auftreten, (zur Schau gestellter) kühner Kampfesmut’ durch guf und durch ir manheit / ieglicher im ze helfe reit Ottok 9528; von einem Schlachtross, Lesung unsicher: vn̄ warf in alles undir sich / Aimonis orsis guf ["der heftige Andrang von Aimons feurigem Ross warf den Tarquines zur Erde", W. Grimm z.St.] Athis A** 62; bildl.: disin vanin [der christlichen Tugenden] recke ûf / hô in tugintlîchir gûf / und pflig in oft irscheinin / dem tûvele dem unreinin NvJer 3386    3 ‘(zur Schau gestellte) Freude, Herrlichkeit, Hochmut’ [in der Mitte des Lebens] ist mænger rich, / daz er lebt in grozzer guͦff Teichn 498,63; sam tustu uf der erden / nidern machen swer in guf / lebet, und ouch rucken uf / den armen Daniel 3783; einis edlin mannis mût [...] neicte er [Gott] darûf, / daz er vorlî der werlde gûf / und zu dem ordin sich begab NvJer 8070; die zwene zugen en do uf / mit eren unde wirden guf Macc 12516; Nicanor der legte daruf / durch sines ubermutes guf, / daz er die juden verkoufen / welde ebd. 9218; bi der wile stunden uf / die zwene richter in guf [mit Betonung ihrer Würde?] / undir des volkes scharen [um Susanna in böser Absicht des Ehebruchs zu bezichtigen] Daniel 7634. – ‘Herrschaft’ [Antiochius] was richsende vurware / in deme hundersten iare / und siben und drizic daruf / von deme daz der criechen guf / unde ir kunicriche an / ouch richsende hate gestan Macc 448; die kunge zu Rome [...] wol zweihundert iar sie werten / siben unde sechzic daruf. / darnach die romer mit ir guf / verdructen die kunge alle ebd. 13228    4 ‘Gier’ diu gir [La. guf B] nâch grôzem guote vil bœsez ende gît NibB 1554,2

MWB 2 1003,10; Bearbeiter: Plate

guffe Subst. goffe

MWB 2 1004,1;

güffen swV. nicht sicher zu trennen von → güefen , dort nur die durch Reim gesicherten Belege. 1 ‘sich (laut) freudig äußern’
2 ‘(sich) rühmen, mit Verschwendung prahlen’
   1 ‘sich (laut) freudig äußern’ si furen hin mit schalle / und waren frolich alle. / pusawmen und trumen̄ / hiessen sy da prumen̄, / horen und schalmeyen̄, / küffen, lottere schrein HvNstAp 7332    2 ‘(sich) rühmen, mit Verschwendung prahlen’ swenn er [der Kaiser] durch guffen wil jagen / hie ze tiutschen landen Ottok 19907. 75463; güffen vnde gevden / scholst dv vast mit ganzzen vreuden UvLil 260v11; [Charakterisierung der arrogantia:] ich hab gesundet mit guffen und mit gaudium, daz ich mir hab czu geworfen ander leuten guͤt DtBeichten 159,11. – refl.: ich weiz niht, wes sich der tôre güffe, / vor im genæse niemen Neidh WL 11:5,8

MWB 2 1004,2; Bearbeiterin: Herbers

güffic Adj. güftic

MWB 2 1004,18;

guft stFM. Verwandtschaft mit etwa gleichbedeutendem → guf stFM. unklar. 1 ‘lautes Reden, Schreien, Singen’
2 ‘(ausgelassene) Freude’
3 ‘was Freude bereitet, Herrliches, Herrlichkeit’
4 ‘Hochmut, Übermut’
5 ‘Rühmen, Prahlen; Übertreibung; Verschwendung’
6 metonymisch von Personen
   1 ‘lautes Reden, Schreien, Singen’ [die Verwundeten] heten jâmer unde guft Parz 19,25; JTit 5156,2; lâ dîne drôlîche guft [Zornrede] RvEBarl 8467; die stimme [Judas’] sich erbot / uf unsers lieben herren tot / in verretlicher guft Pass I/II (HSW) 35015; der engele frovde wart so groz, / ir singen dvrch die lvfte doz. / svs brahten sie die sele [Marias] dar / da frovden gvft ist ane sparn MarHimmelf 1152; [Gott erschuf] die vogel in dem lufte / mit froelîchem gufte WvRh 536    2 ‘(ausgelassene) Freude’ sô man den wîn vür si truoc / durch trunkenheit und durch guft Freudenl 304; des fröde ee waz unmassen gross, / do der sach vallen siglos / den starken held Alpheolan, / hie mitt ir güfte ain ende nan GTroj 4034; do begertont uf den plan [strebten auf den Platz] / mit froͤden und mit schalle / die werden ritter alle / [...] durch schal, durch rittherlichen guft RvEWh 7216; Wh 379,14. valke, habich, sperwer / wolden ûngern múse jagen. / ir griff und ir veder slagen / nach der naturen guft [wie es ihrer Natur Freude bereitet] / leret si jagen in dem luft Pass I/II (HSW) 42171; zwene vlugele, / die sie [die Mücke] mit vollem zugele / enpor tragen in die luft, / da si an vliegender guft [Freude des Fliegens] / sweimet harte reine Pass III 646,60; HeslApk 8477    3 ‘was Freude bereitet, Herrliches, Herrlichkeit’ nuͦ tuͦt des ich uch gebite, / [...] und begeht unse bigraft / mit urouwin mit rittirscaft / nach rechtir kuniclichin guft Athis F 79; Agatha [...] gienc mit sulchem mute / in des kerkeres kluft, / als ob nach werltlicher guft / ir were an grozer werdekeit / ein riche wirtschaft bereit Pass III 179,52; der werlde guft Renner 18885; Vät 10366; durch menschen gruft schein gotes guft [durch die menschliche Natur schimmerte die Herrlichkeit Christi hindurch] Frl 2:12,6; Jhesu, du drostliche guft HvNstGZ 2002; aller selden guͤft ebd. 3835; ir hubischliche guft [Maria Magdalenas] / mit siben tuveln was behaft Pass I/II (HSW) 39894. 20213; zu einem male im daz geschach / daz er die tuvel kumen sach / als ein her in der luft. / in sulher forme was ir guft [strahlende Erscheinung] / als ob ez engel solten sin Vät 9636    4 ‘Hochmut, Übermut’ der [ êre ] geluste si so sere, / daz si des douchte durch ir guft, / ob mer, erde und luft / ir lop niht mochte getragen, / sine wolten ir dennoch me beiagen StrKD 8,41; e im [Kaiser Julius] der tot vollen quam, / sine hant er vol blutes nam / durch sine torechte guft / und warf ez uf in di luft Pass I/II(HSW) 39195; ubirmût tût gote zorn / [...] und an munchin allirmeist, / want dî hân alle guft vorsworn / und joch eigenin mût vorkorn NvJer 21926; Martina 9,106. [Versuchung des Teufels (Lc 4,9):] daz unser herre Jhesus Crist / durch des hochvertigen vleisches guft / sich lieze nider in die luft, / daz her da war orkunde / siner hochverte vunde HeslApk 5997    5 ‘Rühmen, Prahlen; Übertreibung; Verschwendung’ – ‘Rühmen, Prahlen’ mit minneclichem gufte / gedaht er an die [...] suͤzen Amelýen, / er began si benedien / und ir lobeliche site RvEWh 6438; also mus ich durch kurtze guft / geswigen hie ir zirde Minneb 1994; mich nimt des michel wunder / war umbe ir hie besunder / den bâbest alle prîsent / und in mit rede wîsent / in sô hôhes lobes guft KvWSilv 3997; wer jæhe mir des ze gufte? [wer wollte mich deswegen Prahler nennen?] Wh 377,28; Frl 7:19,11; Renner 22675. ruomes guft KvWPart 14457; sôgetânes ruomes ich wol enbir! / waz sol der guft mir und der ruom? Renner 5269; zv rume vnde zv gufte Herb 14131. 1632. zv gufte vnde zv prise Herb 13906; dise zwêne [Ritter] durh prîs und durh ir guft / wâren baz geflôrieret / und alsô gezimieret / daz es diu minne hête prîs Wh 76,18. – ‘Übertreibung’ ich magez wol sprechen âne guft Parz 240,29. 753,8. 75,28; wer ir lobes also vil, / daz mer und erde were / ge laden von siner swêre / und gar ervullet der luft, / daz wer dennoch ane guft [ohne (prahlerische) Übertreibung] StrKD 3,I 370. – ‘Verschwendung’ din gut gib nicht zu Rome / noch zu vil wider dime richtume. / verermistu dich mit gufte, / da nach volget vil lichte, / daz dir vbele mac gezemin Elmend A 357; we, armer! übermütig traz, / wa lit din tegelichez brot? / snel ist hin durch ein guft der schaz Frl 13:33,3. 5    6 metonymisch von Personen: – für die übermütigen Teufel: der tuvele guft Hiob 15166; das viertzehent wunder [geschieht] , / in dem got sawbern wil den luft / von der valschen guft Vät 40418; der tufele uppige guft / viel da in jemerlichen suft HeslNic 3303; Pass III 591,58. mordes ~ ‘der mit Mord prahlt’ du hagel, der guoten und der rehten, / du mordes guft, du meines ruom! RvZw (Sch) 3,10; ir winnender [wütender] hundes zan. / ir ungetoufter mordes guft Georg 4169

MWB 2 1004,19; Bearbeiterin: Herbers

güften swV. 1 ‘sich (laut) freudig äußern; übermütig sein’
2 ‘prahlen, rühmen; verschwenderisch sein’
2.1 intr. mite/von etw.
2.2 tr.
2.3 refl. ‘sich einer Sache rühmen’
2.4 subst. ‘Hochmut, Überheblichkeit, Prahlerei’
   1 ‘sich (laut) freudig äußern; übermütig sein’ ey wie wolt ich nuͤ guften, / daz ich gewunne daz freuden spil Minneb 3480; mit sime lobe mag ich wol mit rehter durnecht beide / schallen unde guften Meissner 17:11,7; also hort ich si guften JTit 1410,1. – refl. ‘sich übermütig zeigen’ die ritter sich do güften / begunden und warend fro GTroj 4014; wan swenne din ore sich uftet / und sich din hertze guͤftet / gein tugentlichen mæren, / daz kan mir tugent bewærn WhvÖst 8; SHort 3155. – subst. ‘fröhliches Lärmen, eifriges Treiben’ irs [der Lerchen] gesanges güften / tet manic herze schallen Reinfr 2830. 4877; des meien rîchez güften, / der kleinen vogelîn dœnen, / waz süezes ûz den lüften / von touwe nider trôrt den bluͤmen schœnen MinneR 30 686,1; da waren chomen mit guften / zesamne helde vil guͦte / mit grimichlichem muͦte Dietr 6507; dô nû erstarb Jesus, / manich greber enthullet wârn, / dar in man sach di lîchnam starn / und ligen in den gruften / sunder lebens guften JvFrst 10334    2 ‘prahlen, rühmen; verschwenderisch sein’    2.1 intr. mite/von etw. ~ : dô fuorten in [Alexander] die grîfen schôn / gên dem himelischen trôn. / si fuorten in ûf in den lüften; / dâ mit wolt er güften EnikWchr 19492. 275; [die Hoffärtigen] guftent ie mit ir hêresteme chunne TrudHL 104,22; dáz werté wol gein vünf tagen, / daz man niendert kannel sach mit wîne tragen, / noch die truhsaezen mit der spîse güften Loheng 646; Renner 11646; WhvÖst 14096; güften, die der wellen, von hôhen genâden DvASchr 338,14    2.2 tr.: ein núwis getihte er [Sampson] sang, / [...] damit er gufte sin getat RvEWchr 20878; swie süeze sî ir nam mit rede güfte Loheng 1526; roter mund in [Herzog] guft / von zungen werder wibe WhvÖst 14352    2.3 refl. ‘sich einer Sache rühmen’ niht anders ich mich güfte, / wan des mich diu âventiure mant Wh 16,20; ich wolde mich des [Tjost zwischen Parzival und Orilus] güften, / het ich ein sölhe tjost gesehen Parz 262,20; so enkan sich nieman bezzer ougenweide gegüften: / reiniu, klariu, sueziu, luter wip Rumelant 2,371b; Virg 75,8    2.4 subst. ‘Hochmut, Überheblichkeit, Prahlerei’ er solde sîn güften lâzen / und sich rüemens mâzen UvEtzAlex 7733; ô hêrre, ire [Helden auf dem Schlachtfeld] craft zurîb / und ir guftin gar zutrîb NvJer 10724; WhvÖst 5568. 11458; SM:UvB 6: 1,9

MWB 2 1005,53; Bearbeiterin: Herbers

guft|erschallen stN. ‘prahlerisches Jubeln’ der tugentlose da bi / hebt uf sin lastersnallen [schändliches Reden] / und sin gufterschallen / mit worten tugentlosen WhvÖst 98 (von Beckmann, WhvÖst. z.St. als Schreibfehler durch graphische Angleichung an lastersnallen erklärt, nach ihm l. güftenschallen)

MWB 2 1006,38; Bearbeiterin: Herbers

güftic Adj. güffic ( Ottok ). ‘freudig, übermütig’ durh gúftigis hercen rat / tet er [Sampson] in sinim sange irchant / den pris den da irstreit sin hant RvEWchr 20879; mit guffigem schalle / ûf die burc kom er geriten Ottok 20443. 91024; zerzerret und verwandelt / wart sîn güftig glesten Reinfr 7375; Frl 13:33,3

MWB 2 1006,45; Bearbeiterin: Herbers

güfticheit stF. ‘Herrlichkeit’ du hast in [den Menschen] geminnerot ein luzzil binidir den engelen mit gufticheit [ gloria ] und mit eren has du in gecronet [Ps 8,6] PsSchleiz 51

MWB 2 1006,52; Bearbeiterin: Herbers