gezagel
Adj.
‘mit einem Schwanz versehen’
er [das Einhorn] ist gezagil als ein
swin RvEWchr
1776;
swâ die hûsgenôze sint / gantlützet alse der tûben kint / und
alse des slangen kint gezagel, / dâ sol man criuzen vür den hagel / und segenen vür
den gæhen tôt Tr
15095
MWB 2 754,52; Bearbeiter: Richter
gezal
Adj., Adv.
‘geschwind, rasch, schnell’
so heizzit ein andir tier rinocerus daz ist einhurno un ist
uile lucil un ist so gezal daz imo niman geuolgen nemag ÄPhys
3,2;
der bruoder im antwurte / sô er gezalst mahte
Kchr
11814;
gezale, slunige fuozze [interl. zu ueloces
pedes
]
PsWindb
13,3;
PrBerth
1:467,17;
Bit
10104
MWB 2 754,58; Bearbeiter: Richter
gezal
stF.
1
‘Zahl, Anzahl’
2 ein Maß im Fischhandel, evtl. das große Doppelhundert (=240, vgl. Anm.z.St.)
1
‘Zahl, Anzahl’
here, dat silver ind dat goilt, / dat uch in Coelne werden sal, / des ensal
syn gein [l. kein
] gezal
[unermesslich, unzählig]
HagenChr (G)
5491;
in allen hûseren, dâ convent von brûderen ist, daz sint zwelf
brûdere unde ein commendûr zu der gezal der iungeren unseres hêrren Jhêsu Christi
StatDtOrd
41,19;
anderhalb hundert iar gezal / ouch vier und zwenzic uber al / in den iaren vur
vor genant / Antiochus in sine lant [
anno centesimo septuagesimo
quarto exiit Antiochus in terram patrum suorum I Mcc
15,10]
Macc
6645
2
ein Maß im Fischhandel, evtl. das große Doppelhundert (=240, vgl.
Anm.z.St.):
welch gast us der stat fuͤrit ein geczal heringis, der shal gebin einin
pfennink UrkSchles (B)
53:18,19
(a. 1327)
=
UrkBresl
113
MWB 2 755,1; Bearbeiter: Richter
gezalic
Adv.
‘schnell’ (textkritisch problematisch, vgl. Anm.z.St.):
[der tobende Löwe] lieff an jne
[Gawein] vil gezalich
[
:zagel
] , / [...]
/ vnd zartte yme gar von der hant / den schiltt mit zorn so zü hant Krone
13247
MWB 2 755,17; Bearbeiter: Richter
gezalros
stN.
‘schnelles Pferd’
alipedes equi velociores: gizalros SummHeinr
1:144,406;
alipedes gezalrosz dicuntur equi velocissimi ebd.
2:57,25
MWB 2 755,22; Bearbeiter: Richter
gezam
Adj.
auch gezeme.
‘zahm’
si [die Jünger ] sie
[die Esel] unserm herren gezam machten, daz er auf si
rucht ze sitzen und ir hertze mit sinen genaden ze sinem dienst ruchte ze
bisen [anzutreiben]
PrOberalt
76,31;
da det der lewe an der stunt / als ain wolgezemer hunt. / er
kroch auff den fussen / fur Appolonio den sussen HvNstAp
12574
MWB 2 755,25; Bearbeiter: Richter
gezæme
Adj.
auch gezâme.
‘geziemend, angemessen, passend’ (fakultativ mit Dat.)
si hâten an sich geleit / ir alter ein gezæme wât Er
1984.
9054;
die herren dô geluste / und dûhte si gezæme, / daz man boten
næme UvZLanz
8143;
nu ruoche uns got gemachen / im selben genâme, / liep unt
gezâme, / daz wir geniezen muozen / sant Marîen suoze Wernh
5376;
der herr der natur nimet nit war, waz er vermag in der natur,
er nimt war, was einer ieklicher kreatur aller gezemest ist, und dar nah so
wúrket er Seuse
206,13;
KvWTurn
505;
Loheng
3837;
HvFreibTr
3763;
StatDtOrd
39,33.
–
‘angenehm, vortrefflich’
er ist sô rehte wol getân, / ein sô gezæme jungelinc Flore (S)
3059;
subst.:
mir waz, sprach der gezeme, / rechtt wie ein valke keme /
geflogen über mich her GTroj
4713
MWB 2 755,32; Bearbeiter: Richter
1gezæme
stF.
‘Schönheit, frisches Aussehen’
der amblic [der Leiche des Freundes] im wider stet,
/ [...] / wand im dar ab grivset, / so div gezæme
[Akk.] verlivset / div linde rot weizze hout / vnt
erwelchet als ein chrovt Warnung
138
MWB 2 755,49; Bearbeiter: Richter
2gezæme
stF.
‘Zahmheit’
du [Gott] salt mir niht geswichen, / mich wil der
heimlichen / der nach dir ist gebildet / und als ein tier vorwildet / von etlicher
[von einer gewissen] gezeme, / daz mich der tufel iht
vorleme / mit totlicher lemede HeslNic
353
MWB 2 755,54; Bearbeiter: Richter
gezamen
swV.
→
zamen
MWB 2 755,60;
gezan
Adj.
‘mit Zähnen versehen’
er [der Waldmensch] was starke
gezan, / als ein eber, niht als ein man: / ûzerhalp des mundes tür / rageten sî im
her vür, / lanc, scharpf, grôz, breit Iw
455;
verwâze von mir den Satân, / der durch hôchvart von himel entran / und als ein
eber ist gezan / und hât alsam ein katze gran MarGr 18
60;
die selben ungefuogen [
Konocefalî
] /
grôzen lîp ouch truogen, / sie wâren engestlich gezan, / und [erg.
hatten] füeze als der grîfen clân UvEtzAlex
23087
MWB 2 755,61; Bearbeiter: Richter
gezanet
Part.-Adj.
‘mit Zähnen versehen’
dar nâch kâmen grôze swîn / gezanet wol dûmellen lanc UvEtzAlex
21663;
er ungehiure tier vant, / die [...] / truogen starke
horne, / alumme gezant als ein sege / gar scharf ebd.
23031.
22112
MWB 2 756,7; Bearbeiter: Richter
gezarre
stN.
wohl zu
zerren
swV., vgl. Johansson, NvJer., S. 186.
‘Gezerre’, Hin- und Herwogen des Kampfes:
in dem
gezarre [
:pfarre
] / vortilgit clôster
worden / drî des grâwen orden / und zwei vrouwenclôster NvJer
26443
MWB 2 756,12; Bearbeiter: Richter
gezart
Adj.
‘lieb, geliebt’ (s.a.
zerten
):
ich warne dich vil iungher man getzarte / halt milden muͦt
Wizlav
Sp 13,1.
– hierher oder zu
zarten
:
nû sulin wir wizzen waz der siechtuͦm sî der
gezarten [
gezarteten
TrudHL (O)
] sêle, die got lange gesuâslîche
getrûtet unde geminnet hât TrudHL
74,16
MWB 2 756,17; Bearbeiter: Richter
gezëch
Adj.
‘geordnet, diszipliniert (?)’
die sint auch ritter vreche / und alle wol
gereche [La. gezeche
]
Rennew
29812
MWB 2 756,23; Bearbeiter: Richter
gezëch
stN.
Koll. zu
zëche
stswF. ‘Tätigkeit, Verrichtung’
daz qvit Ecclesiastes: / ‘dvͦ salt des morgins vil frvͦ /
dinen samen sewen zvͦ, / ein bescheidenlich gezech, / daz dine hende kein
gebrech / finden zvͦ der vesper zit’ [
mane semina
sementum tuam, et vespere ne cesset manus tua Ecl 11,6]
PrHess
41,159
MWB 2 756,26; Bearbeiter: Richter
gezëchen
swV.
→
zëchen
MWB 2 756,33;
gezeichenlîche
Adv.
‘zeichenhaft, symbolisch’ (vgl.
zeichenlich
,
bezeichenlich
):
und alsô hât er [Gott] die liehten edeln krônen iu
geschriben an den himel [als symbolischen Lohn für die Verwirklichung
der vier wichtigsten Tugenden] . dâ stêt sie als gezeichenlîche
unde alse schône PrBerth
1:168,29
MWB 2 756,34; Bearbeiter: Richter
gezëlt
stSubst.
‘Zeltgang, weiche Gangart des Pferdes’ (s.
zëlt
stM., zur Sache Segelcke, Rîten, S.
143-145):
si zuͦgen auz an daz velt / und liezzen sehen der phert gezelt / und
ouch diu ros lauffen / die si wolden verchouffen EraclB
1437
MWB 2 756,41; Bearbeiter: Richter
gezëlt
stN.
(sw.
Herb
11549)
‘Zelt’
do uant er [Jakob] ein chastel / daz
was gehaizen Sichem / da sluc er uf sin gezelt / do wolde ruͦwen der helt
VMos
30,9
u.ö.;
zesamene was geslozzen manic schif vil guot, /
[...]. / dar über was gespannen manic guot gezelt, /
sam ob si noch hêten beidiu lant unde velt NibB
1378,3;
bêde ir muoter und ir ane / die maget fuorten sunder dane /
in ein wênc gezelt sîdîn Parz
710,21;
in eime gezelt hôh unde wît ebd.
800,23;
von leder ein huot hienc dâ bî / der daz gezelt machet vrî /
des regens, sô der nider gôz. / Wig
10849;
Lucid
16,5;
SAlex
4944;
BdN
97,20.
–
‘Zeltlager, Zeltstadt’
gedenet [aufgespannt] hete sin
gezelt / daz gute israheliske here VMos
76,9;
die crichen wurden an dem tage / sigelos vnd verzaget / zv
irme gezelde geiaget Herb
12980.
11786.
– in Verbindung mit hütte:
dô sah man ûf gespannen hütten unt gezelt, / dâ die geste
solden die nahtselde hân NibB
1304,2
u.ö.;
innerhalp von zendâl [im Innern mit Taft
bespannt] / wâren ir hütte und ir gezelt / ze Alitschanz ûf daz
velt / geslagen mit seilen sîdîn Wh
16,7;
Ottok
29932;
Wig
10708;
Eracl
1866;
Herb
4606;
vgl. die Verbindung:
mit flize si sich scarten / ze der uerte si sich garten / mit
heuten [l. hiuten
‘mit Fellen’
] unde mit gezelten / also ellende livte solten
VMos
37,25.
– als Vergleichsgröße:
erne hete der erden niht sô breit / als ein gezelt möht
umbehaben Wh
241,21;
nu wart der walt gemenget, / hie ein schache, dort ein velt,
/ etslîchz sô breit daz ein gezelt / vil kûme drûffe stüende Parz
398,20.
– übertr.:
sumer, der hât sîn gezelt / nû gerihtet uberal SM:
Go
1: 1,1;
waz ist unsirs herren gezelt? daz sprichit ain wise man: ‘daz ist sin
zesewe vnde sin winstirú. so er die sele genimet in sine arme vnde si
umbevahit, so ist si in daz gotliche gezelt gemæhilt.’ PrGeorg (Sch)
5,133;
uß tugent sidin ein gezelt / dir mach Mügeln
43,5.
390,2;
RvEBarl
5285;
Eckh
1:388,4
MWB 2 756,46; Bearbeiter: Richter
gezëltpalas
stMN.
‘Prachtzelt’
diu juncvrou erbeizet zuo hant / von dem mûl in irm gewant /
[...] / enmitten in dem gezeltpalas, / dâ der künic ob
dem tische saz / und die ritter alle dâ, / die zuo der tavelrund gehôrten sâ
Wigam (B)
2609
MWB 2 757,21; Bearbeiter: Richter
gezëltschar
stF.
‘Zeltlager’
wer ist disiu diu dâ uure gêt same der ûf gênte morgenrôt,
same scône same der mâne, erwelt same diu sunne, egeslich same diu wol geordenôte
gezeltscare [
terribilis ut castrorum acies ordinata
Ct 6,9] ? TrudHL
100,17
MWB 2 757,26; Bearbeiter: Richter
gezëltsnuor
stF.
‘Zeltschnur’
etlîche vluhen ouch inz muor / manc sîdîn gezeltsnuor / wart
ûf der slâ enzwei getret Wh
436,12
MWB 2 757,31; Bearbeiter: Richter
gezemde
stF.
‘Lieblichkeit’
din wiplich gezemde / hat zwai verborgen in ain, /
[...] so daz ain ich / uz uns baiden worden ist: / ich
din, du min bist! WhvÖst
6728;
daz git ir dicke herzen we / daz si dem muͦz vremden /
den si in den gezemden / hat so inr [
in ir oder
inre (Hrsg.)] gevangen ebd.
12790
MWB 2 757,34; Bearbeiter: Richter
gezëmelich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen.
‘geziemend, gebührend’
sô sulen sie zu deme gloria patri nîgen mit gecemelicher
nîgunge des lîbes [
cum decenti corporis
inclinacione
]
StatDtOrd
35,25;
der sal dem obersten [...] die sache
sînes gebrechen dêmûteclîche unde gezemelîche [
humiliter et
decenter
] kunden ebd.
47,17
u.ö.;
swen si dar ald dannan gie, / daz houbet si vor nider lie / gezemelîchen
schône bedaht / mit einem reinen tuoche geslaht WvRh
13492;
die marterær mit hohziten ere wir gezemelichen [interl. zu
martyres festis ueneramur aptis
]
PsM
H 95,6
MWB 2 757,40; Bearbeiter: Richter |