Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
      geschepfunge stF.
      geschert Part.-Adj.
      geschich stM.
      gëschicheit stF.
      geschicke stN.
      geschickede stF.
      geschickelîche Adv.
      geschicket Part.-Adj.
      geschicknisse stF.
      geschide Adj., Adv.
      geschidet Part.-Adj.
      geschîdicheit stF.
      geschihede (?) stF.
      geschiht stF.
      geschiht stSubst.
      geschihtbuoch stN.
      geschihte stN.
      geschihtelich Adj., Adv.
      geschihten swV.
      geschihtic Adj.
      geschihticlich Adj., Adv.
      geschirre stN.
      geschirrelôs Adj.
      geschiuhe stN.
      geschiuwede stF.
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   geschepfunge - geschiuwede    


geschepfunge stF. ‘Schöpfung, Erschaffung’ ist geburt ein geschepfnüsse, sô was Krist ein geschepfunge sînes vaters in der êwigen geburt persônlich unde wesenlich Eckh(Pf) 534,12; da von solt wir pieten er / unser frowen geschephung [Mariä Empfängnis] / lieber frey und unbetwung Teichn 464,1989. 464,1461

MWB 2 540,51; Bearbeiter: Richter

geschert Part.-Adj. mit ~ segelruote wohl ‘mit dem Segel hart am Wind’ (schon terminologisch im Sinne von ‘gebrasst’ oder i.S.v. ‘gehisst, aufgetoppt’?): sy sassen zu den poten an, / mit freẅden füren sy von dan / mit gescherter segel ruet [Rah, Segelstange] Hawich 5076

MWB 2 540,58; Bearbeiter: Richter

geschich stM. ‘Geschehen’, in der Wendung durch den ~ ‘zu dem Zweck’ her [einer der apokalyptischen Reiter] hir neme den vride / von der erden; daz sie sich / irslugen durch den geschich, / daz sie nemen in daz leben, / wart ein groz swert im gegeben; / da mite sie solden sich irslan HeslApk 10588

MWB 2 541,1; Bearbeiter: Richter

gëschicheit stF. ‘das Aufschäumen’ (s.a. gist ): do geist in geistes geschikeit / zoch an sich menschen knochen Frl 7:6,14

MWB 2 541,8; Bearbeiter: Richter

geschicke stN. 1 ‘Beschaffenheit, Gestalt, Benehmen’
2 ‘Begeben heit’
3 ‘Fügung, Zufall’
4 ‘Anordnung’
   1 ‘Beschaffenheit, Gestalt, Benehmen’ dô er nû diu kleider an / het geleget, der iunge stolze âne gran / was noch und het doch ein menlîch geschicke Loheng 873. 6237. 6937; swartz har und do bie dicke, / daz hat sulich geschicke, / wa hin sin gemute sich lenket, / dan ab ez kaume entwenket Physiogn 120. 156. 214; [der reiche Bürger merkt,] daz sô liutsælic, sô wünnesam / noch sô wol getân geschicke / sîner ougen blicke / an menschen nie vernæmen UvEtzWh 5351; UvEtzAlex 23931. 17295; JTit 768,1. 1642,4    2 ‘Begeben heit’ das geschick daucht sy wunderlich HvNstAp 20120    3 ‘Fügung, Zufall’ alleine von erst liechte / der mensch von sinnen sichte / valle in der sunden stricke / unwizens oder von geschicke Hiob 4216    4 ‘Anordnung’ [Wir tun] den pürgern zu Eger [...] dieße sünderliche gnade, [...] das sie [...] auf dheinerlei handelung ader geschickes wegen zu dheine lanthgerichte geheischet, genött noch geladen süllen werden DRW 4,441 (EgerPriv.; a. 1305 kopial)

MWB 2 541,11; Bearbeiter: Richter

geschickede stF. ‘(schönes) Aussehen, Gestalt’ avoy wie stuonden sîniu bein! / reht geschickede ab in schein Parz 168,8. 170,21. 361,26; si truoc geschickede unt gelâz, / ich wæne deis iemen kunde baz / erdenken ân die gotes kunst Wh 249,3. 188,19. 241,30

MWB 2 541,32; Bearbeiter: Richter

geschickelîche Adv. ‘von ungefähr’ (vgl. Neumann, Teichn. S. 166): lieger, trieger, neyder spot, / das geschikchleich vallet in Teichn 611,43

MWB 2 541,38; Bearbeiter: Richter

geschicket Part.-Adj. schicken swV.

MWB 2 541,41;

geschicknisse stF. 1 ‘Fügung, Vorsehung’
2 ‘Beschaffenheit, Verhältnis’
   1 ‘Fügung, Vorsehung’ got synen kocher uf ken job / tet do er deme tuvel grob / dy loube gab [...] / daz er mit Job umme ging / und sluc in [...] / als mit ettelichen philen, / dy der tuvel czoch mit ylen / uz deme kocher gewisse / der gotlichen geschicnisse Hiob 11364    2 ‘Beschaffenheit, Verhältnis’ Thaurisium ist eyne groze stat und ist gelegin [...] no by Baldac und ist in gutir geschiknisse und gelege MarcoPolo 6,3; ir wip glichin sich den mannen in allir geschicnisse, taceo de partibus infra ebd. 70,4. di ediln [in der Provinz Baldasya ] tragin bruche [Hosen] von lywote [l. lînwât ] odir von sidynen tuchirn, und eyn iclichir legit noch siner geschiknisse [ secundum statum suum ] hundirt vach odir lxxx mynner odir me, czu wortin das ym der ars groz schine; wen das dunkit si wesin eyne edilkeit der eynen grozen ars hot MarcoPolo 12,11

MWB 2 541,42; Bearbeiter: Richter

geschide Adj., Adv. oder geschîde? Eine Zuordnung zu den Verben scheiden , schîden ist unsicher, die Verhältnisse in dieser Wortgruppe selbst sind unklar. 1 ‘gescheit, urteilsfähig, überlegt’
2 unklar, ob hierher oder ein eigenständiges Lemma, von Kochendörffer als Part. von schiden swV. erklärt, ‘getrennt’ (?)
   1 ‘gescheit, urteilsfähig, überlegt’ wer hat ouch gotes handen / und siner craft wider standen / und hatte do by vride? / nymant zwar ist so geschide, / want got ist des zu wol gelart Hiob 3100 u.ö.; Hiltbrant der was geschîde: / er nam der alten wunden war / die der von Bern het geschrôten [...] und stach im in die wunden tief JSigen 183,6; HistAE 2244 u.ö.; Hadam 432,3; Minneb 4642    2 unklar, ob hierher oder ein eigenständiges Lemma, von Kochendörffer als Part. von schiden swV. erklärt, ‘getrennt’ (?): di benanten virczen lid [Wahrheiten] , / wil man merken gar geschid, / czuͤt man uz dem gelouben TvKulm 1234; nu lestu, her, geschide / den dinen knecht mit vride [ dimittis servum tuum Lc 2,29 ] ebd. 3011 u.ö. – in genealogischen Angaben die Anzahl trennender Generationen bezeichnend (?): Job [...] waz geborn geschide / wol indem sechsten lyde [im Abstand von sechs Generationen] / von Nachor Hiob 445; der [ vurste von Brunswic ] sich dursten / let nach ern, daz im ie zam / von dem alten edlem stam: / wen her ist wol geschide / in dem virden gelide / Sente Elzebet verwar TvKulm 81

MWB 2 541,60; Bearbeiter: Richter

geschidet Part.-Adj. geschide

MWB 2 542,22;

geschîdicheit stF. ‘Weisheit’ und der gedenck meines hertzen dy gescheydigkait [interl. zu et meditatio cordis mei prudentiam Ps 48,4 ] PsMb 30(Glossar). ebd. 30(Glossar)

MWB 2 542,23; Bearbeiter: Richter

geschihede (?) stF. nur in PsTr belegt. in den Wendungen mit oder von ~ ‘vielleicht, zufällig’ (s. geschiht 2): ich hede uirburgen mich mit geschihede uon imo [ abscondissem me forsitan ab eo ] PsTr 54,13; fon geschihede lebintic hetin uirslichet uns [ forte vivos degluttissent nos ] ebd. 123,3; uon geschihede daz wazzer hete uirslunden uns [ forsitan aqua absorbuisset nos ] ebd. 123,3

MWB 2 542,27; Bearbeiter: Richter

geschiht stF. 1 ‘Ereignis, Geschehen’
1.1 ‘Tat, Handlung’
1.2 ‘Geschichte, Bericht über Geschehen’
1.3 allgemeiner auch ‘Sache, Angelegenheit’ , in kausalem Zusammenhang ‘Grund’
2 ‘Zufall’
3 ‘Art und Weise, Eigenschaft’
   1 ‘Ereignis, Geschehen’ ein michel olebach / uz einein kisilinge floz: / diu geschihte duhte uil groz Wernh D 4231; die historien [...], daz sint die geschrift von den geschihten in den landen und in den zeiten BdN 358,27; Frl 10:2,1; StrKD 161,529    1.1 ‘Tat, Handlung’ ein keiserlich geschiht / von im geschehen wære [Gründung des Bistums Magdeburg durch Otto I.] RvEGer 248; so torlich ist al ir geschicht Frl 7:31,11; Spec 111,25; Tr 12998. – ‘Vergehen’ er muͤze stan zu gerihte / umme alle die geshihte / die begangen hat sin lip Rennew 18184; wa die burgere solche gescychte clagn von den burgmannen UrkFriedb 73 (a. 1306); swer eime gaste dirre geschichte deheine tete unverschuldet, der sal die bezzerunge halbe tuͦn WüP 7h,2; UrkCorp (WMU) 2345,15    1.2 ‘Geschichte, Bericht über Geschehen’ hæten die [Tristan und Isolde] durch liebe leit, / durch herzewunne senedez clagen / in einem herzen niht getragen, / sôn wære ir name und ir geschiht / sô manegem edelen herzen niht / ze sælden noch ze liebe komen Tr 215. 9484; der geschihte / der wir von iu vernomen hân, / daz ez iu ist sô wol ergân, / des sîn wir inneclîche vrô UvZLanz 8618; er wolde selben wesen bot / der geschihte und der mære Ottok 3105; RvEWchr 8322    1.3 allgemeiner auch ‘Sache, Angelegenheit’, in kausalem Zusammenhang ‘Grund’ er dankete der geschihte / sîm neven, der der triuwen wielt, / daz er im sîn muoter behielt, / diu ir kint vil gerne sach UvZLanz 8406; diz kôffes vnd dierre geshicht, so ist getziuch: [...] UrkCorp (WMU) 1981,30; der chŭnich im da ze helfe pot / drew hundert helm an der geschicht Suchenw 17,111; dazs aber alle stille swigen, / dem lantgesinde rede verzigen, / daz geschach durch die geschiht : / sin kunden der lantsprâche niht Tr 10873; ine weiz durch welhe geschiht [weswegen] ebd. 9523; Elis 5115; von dirre selbin geschiht [deshalb] / in jamirte so sere RvEWchr 3431. 10368; wizzet ir umbe welhe gesciht, / warumbe wir daz miden Wernh D 1146. – semantisch verblassend: dâ ergienc ein schedelîch geschiht / und ein jæmerlîchiu angesiht / von den sînen die daz sâhen Wh 25,1; er er kante sein nicht / von deß nebeles geschicht HvNstAp 14781; der stain erlœst von widerwärtigen geschihten BdN 467,20; von scheltwoͤrten [...]: swaz auch der geschiht fuͤrkumet, daz man also spricht, er ist ein buͤbe, oder sie ist ein huͤre WüP 45,2; Tr 5555; GTroj 14165 u.ö.    2 ‘Zufall’ dô truoc in diu geschiht / (wande ern versach sichs niht) / vil rehte an sîner vrouwen lant Iw 3923; si liezen ez an die geschiht, / weder si genæsen oder niht Tr 2423. – in Wendungen von ~ ‘zufällig’ (s.a. geschihede ): daz kom niht von geschihte / daz si algerihte / in dem vinstern hol / solte geberen also wol: / die Christes predigere / weissagten dise mære / vor, wie si solt gebern Wernh A 3333; zuo der Wahsenden Warte / kam er von geschihten UvZLanz 5125; mit muote oder von geschihte Er 5811; PrOberalt 43,7; StatDtOrd 105,14    3 ‘Art und Weise, Eigenschaft’ der süeße luft [im Mai] / mit sîner tuft / hât erkirnet [offenbart] sîn geschicht, / daz man vil bernder blüete sicht SM:Tu 6: 2,10; daz vingerlîn was der geschiht, / man verzêh im betlîches niht, / swer ez an der hant truoc UvZLanz 4953; sie lac doch in der geschicht, / als ob sie slâfen solde [Isolde stellte sich schlafend] HvFreibTr 2712; Frl 4:6,7; Ottok 9626; WhvÖst 11508. – unklar, ob hierher oder zum stN., s. FrlWB S. 117: ein meister sach an ir [der Giftmaid] valsch geschichte Frl 5:20,11

MWB 2 542,35; Bearbeiter: Richter

geschiht stSubst. ‘Reihe’ ein tier / [...] hete in sinem munde / an scharfen zenen dri geschicht PassIII 431,5

MWB 2 543,43; Bearbeiter: Richter

geschihtbuoch stN. von Ereignissen berichtende Schrift (für Actus Apostolorum): daz die junger mit der maget Marîen wider giengen ze Jerusalem. an der zwelfboten geschihtebuoche WvRh 13024 Überschr.

MWB 2 543,46; Bearbeiter: Richter

geschihte stN. ‘Ereignis, Geschehen’ so wirt hi beschrebin ein geschichte daz wol zu merkene unde zu sagene stet Köditz 49,31; doch wil ich ein geschichte / harte wundirlîch dêswâr / ûch hî machin offinbar NvJer 4928; und enphieng auch er chain we / von dem geschicht daz er sach, / waz geschehen solt her nach Teichn 356,27; Herb 16520; HeslApk 505. – ‘Unruhe, Zwist’ swo aber ein geschichte geschehe bi tage oder bi nachte, da sal nieman zuͦloufen uͦffe sinen eit, denne durch bescheidenheit dieselben geschichte ze scheidene, ze bezzerne unde nicht ze ergerne WüP 7i,6

MWB 2 543,51; Bearbeiter: Richter

geschihtelich Adj., Adv. Adv. auch -lîchen. 1 ‘zufällig’
2 ‘machbar’
   1 ‘zufällig’ die forschunge dez rattes eigentlichen behöret zuo den geschihtilichen sünderlichen dingen [ ad contingentia singularia ] ThvASu 146,29; nu kam geschihtlîchen dar / morder ein vil michel schar WvRh 4358; wa geschichtlich velt ain man, / dem gehoͤrt die friung an Teichn 576,67. 576,116    2 ‘machbar’ diz ist der almehtikeit niht undertenig, [...] wan ez niht haben mag reden dez geschihtlichen dinges oder dez müglichen [ quia non potest habere rationem factibilis neque possibilis ] ThvASu 294,13

MWB 2 543,63; Bearbeiter: Richter

geschihten swV. ‘sich um etwas bemühen; erreichen’ warvm ir des niht uch engunnent / auch, daz ir [...] an uch selber daz geschihtent, / daz reht gerihte ir hieltent eben, / als ez die warheit hat gegeben? [ Lc 12,56f. ] EvStPaul 8439; e siv [die Folterknechte] gein gotis hulde / ir vil grozin schulde / nach genaden gerihten / vnd hie also geschihten / umbe ir süntlichis lebin / daz in geruohte got vergebin / ir vngefüegen missetat Martina 79,20

MWB 2 544,11; Bearbeiter: Richter

geschihtic Adj. ‘zufällig’ in den geschichtigen teilen [ in particularibus contingentibus ] ThvASu 146,22

MWB 2 544,21; Bearbeiter: Richter

geschihticlich Adj., Adv. Adv. -lîchen. ‘zufällig’ die verwerrtung [...] [ corruptio, der (körperliche) Verfall ] geschiht [...] von stössenn an die stain oder von anndern geschichtigklichen vällenn [ ex aliis fortuitis casibus ] oder von siechtum oder von übelm rate der ärtzt HvHürnh 49,4; nu kam geschihtlîchen [La. geschichteklichen ] dar / morder ein vil michel schar WvRh 4358; ThvASu 286,22

MWB 2 544,24; Bearbeiter: Richter

geschirre stN. ‘Gerätschaft, Werkzeug’ Êtîus muoz die wolle noch zaisen, / oder ich trîbe in in weberisk gescirre Kchr 14015; swelh vischaͤr dreu geschirre [Netze] hat UrkRegensb 718 (nach 1320); der munt ist ain sidel und ain geschirr der versuochenden kraft der sêl, dâ mit daz tier sein narung nimpt BdN 12,29; ain mäuslein, als wir ez hie nemen, ist ain geschirr der willicleichen wegung an den glidern ebd. 20,12; die sel hat muglichait und ist instrument oder geschirr got zebekennen vnd zeminnen aus natur Gnadenl 3:M1,117. – ‘Gefäße, Geschirr’ [sie] suͤllen die lebentigen visch vail haben in iren schaefflein und in flachem geschirr StRMünch 442,27. 365,10; nun hatend sy kain geschier darinn sy das wasser tragen moͤchtind Stagel 110,37. – allg. ‘Ausstattung, Zubehör’ alles daz geschirre daz zuͦ dem alter gehorte ClosChr 17,11; die vorgenante muͥli [...] mit alleme dem geschirre, so zvͦ der muͥlu hoͮret UrkCorp (WMU) 511,14. – bildl. für ‘Genitalien’ der ertôtet sîne âchuste, der in dc gescirre uirsaget, dâ siu mit wurchen TrudHL 134,8. 134,18; Vlrich dem beutler ist di stat verboten 5 jar 5 meil hindan bei der hant darumb, daz er ungezogen ist gewesen mit seinem geschirr und zeigt ez den frawen NüAchtb 86 (a. 1348); dô waren im vil tiure / schuohe unde lînwât, / und swaz geruochlîche stât, / des gienc er alles irre. / sîn vil lanc geschirre / daz hienc im in die aschen HBirne 262; dô truoc er sîne reife und sînen tribelslagen. / mit sînem umbesweife / kund er sich wol bejagen, / ein guot geschirre tragen KLD:GvN 39: 3,5. – ‘Ordnung’ die siben irresternen, [...] / loufent an ir gezelte / dem umbekreiz der welte, / und gehillet doch ir irre / dem himelschen geschirre WvRh 514

MWB 2 544,32; Bearbeiter: Diehl

geschirrelôs Adj. ‘entmannt’ zew hin, roß zagelloß / vnd dein herre geschirloß Striegelk 103. 95; Striegelw 88

MWB 2 545,3; Bearbeiter: Diehl

geschiuhe stN. auch geschiuwe, geschuͦ. ‘Schreckgestalt’ larva: geschúwe, geschuͦ VocOpt 13.093; geschiuwe und merwunder / und vische vil besunder / hâst du geschaffen dem mer WvRh 527; daz ain schoͤnes wip / minnet aines mannes lip, / der ist als vngeschaffen, / daz ritter vnde phaffen / in hant fuͥr ain geschuͥhe / vnde haissent, daz man fluhe / sinen vngetanen lip JvKonstanz 405; ein geschiuwe [Vogelscheuche] in einer gersten KLD:  Schulm 5:10

MWB 2 545,6; Bearbeiter: Diehl

geschiuwede stF. ‘Scheu’ darnach karte Jonathas hin / wider zu Jerusalem in / mit vride unde mit vreuden / mit vil wunnen an gescheuden Macc 4974

MWB 2 545,16; Bearbeiter: Diehl