geswërte
Subst.
‘Halsabschneider, Meuchelmörder’
sicariorum: gisvertero Gl
1:749,45
(BStK637)
MWB 2 618,54; Bearbeiter: Richter
geswerzede
stF.
‘schwarze Kleidung’ (?), (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,421):
pullati: geswerzida Gl
2:535,22
(BStK151)
MWB 2 618,56; Bearbeiter: Richter
geswëster
stswF.
meist Pl. (Sg.
UrkCorp (WMU)
3014,37;
UrkRegensb
528
); im Pl. auch geswestera(n), zur Formvarianz vgl. WMU
1,688.
S.a.
geswister
.
‘Schwester’
1 leibliche Schwester 2 Ordensschwester
1
leibliche Schwester:
Anastasia die gute / drie megede alda bi ir hete, /
[...]. / geswestere waren dise dri PassIII
32,64;
zwo geswestran da [in
Bethania] waren, / [...] / Martha und Maria
genant; / den was ain brúder och, alsus / genant mit namen: Lazarus
WernhMl
7728;
frow Anna und Ysmaria / die warend zwo geschwestra ebd.
1636;
mit ir geswestran baiden EckenlE2
93,8;
sancte Johannes êwangelista und Kristus wâren zweier geswestern kint
HvFritzlHl
145,21;
MinneR444
115;
UrkCorp (WMU)
3273,20;
ElsLA
47,21.
– bildl.:
unser herre [...] sprach:
‘lerent von mir das ich diemuͤtig bin und
senftmuͤtig’. dise sint zwo gespilen, zwo geswesteren die alwegen
bi einander wonent und loͮffent Tauler
347,34
u.ö.
2
Ordensschwester:
durch miner tohter Elspeten willen, di si [...] dvrch
mein pet in ir orden ze einer geswester habent enpfhangen UrkCorp (WMU)
3014,37;
ich schaff und wil, daz man mir zehant nach meinem tode gewinne 52 guter
geswester, die mir ein iar die freytag vasten wazzer und prot durch meiner sel
willen UrkRegensb
528
(a. 1341);
und schol man ie der geswester geben alle freytag 2 d. und einen hornafen
[ein Gebäckstück]
ebd.
528
(a. 1341);
iz quâmen ouch ze hove / [...] / geswester münche
unde nunnen, / der wir genennen niht enkunnen LvRegFr
4909.
– übertr.:
dez enpfie si [Martina] vil suoze / der himel
her mit gruoze / der engel prince si enpfie / [...] /
darnach der megde schar / ir geswestern [Schwestern im Glauben,
Genossinnen] alle gar Martina
239,24
MWB 2 618,59; Bearbeiter: Richter
geswetze
stN.
Koll. zu swaz.
‘Geschwätz’
da mide [mit den Demütigen] lude giengen, / di
weizgot widerviengen / der heligen gesezze: / si giengen mit gesuezze, / gewandes
riliche, / gezieret uppecliche Elis
3074
MWB 2 619,30; Bearbeiter: Richter
geswîche
stF.
‘Verführung’
in geschach diu geswîche / von grôzer heimlîche: / heten si der entwichen, /
sô wæren si unbeswichen Greg
411
MWB 2 619,35; Bearbeiter: Richter
geswîchen
stV.
selten ohne Präfix ge-, vgl.
swîchen
.
‘sich (jmdm.) entziehen, (jmdn.) im Stich lassen, entweichen’
1 ohne Dat. 2 mit Dat.d.P. 2.1 Subjekt ist eine Person 2.1.1 mit Gen. 2.1.2 mit präp. Erg. 2.1.3 als Fluch, meist daʒ got jmdm. 2.2 Subjekt ist eine Sache 3 mit Dat.d.S. 4 unpers. mit Dat. ‘schwach werden’
1
ohne Dat.:
ez [
gelük
] vellet vnd steiget, /
[...] ez ermet vnd reichet, / ez vürdert vnd besweichet
[La. geswijchet
] , / ez geit vnd nimt
Krone
6043;
da von [von dem Schlag] er überwunden / vnd toter
auf die erde seich / [...], / daz sein vehten gar gesweich
ebd.
6550.
– mit präp. Erg.:
ez ist noch vnde was ie: / swer ez an der rede hat, / daz
er geswichet an der tat Herb
15054;
die [ein Drittel der
Glaubenslehrer] tet der tuvel geslagen /
[...], / so daz sie irme namen zu rume / von irem
orden wichen, / oder von gote geswichen, / daz sie nicht rechte larten
HeslApk
13572.
– nicht entscheidbar, ob Gen. oder Dat.d.S. (s.u.
3):
nû bedenche wir daz, / wie von der brœden erden / ein sô vester mensche
solte werden, / [...], / daz er niht geswiche der burde
[dass er unter der Bürde nicht versage]
Aneg
2333;
sein [Gaweins] hertz sam ein adamas / nie
deheinr manheit gesweich Krone
8678;
HeslApk
20994
2
mit Dat.d.P.
2.1
Subjekt ist eine Person:
er [Joseph] wolt tougelichen der
frouwen [Maria] geswichen AvaLJ
11,3;
ich [Gott] wil iw wârlichen / niemmer gesuîchen
Exod
810;
Rol
2953
u.ö.;
MF:Reinm
34b:3,3;
heiliger geist, mir nicht geswich, / die glosen mir vor
tichte, / so schribe ich nach dir lichte HeslApk
21388
2.1.1
mit Gen.:
der gewaltige Appolle / wil helfens mir geswichen
Rennew
5959;
die [seine Helfer] wolte er immer mêre /
hœhen unde rîchen / und nihtes in geswîchen UvEtzAlex
2228
u.ö.;
eine rede du gester tæte, / der ich dir niht geswîche: / wiltu lân daz
rîche, / sô wil ich ouch die werelt lân LBarl
1072;
dines vruͤndes laster niht vermere, / hilf im tragen sin swere,
/ diner triwen im niht geswiche ErzIII
36,197
2.1.2
mit präp. Erg.:
so müesse got an selden mir geswichen Wartb
Rs 85,10;
vnd ob in die geswichen an rehter nót, die bi in lib vn gvͦt
solten wagen vnze an den tot UrkCorp (WMU)
93,15;
Reinhart Krimeln zv im nam, /
[...]. / ern gesweich im nie zv keiner not
ReinFu
K,1115;
die swuoren gewislîche, / si newolten im niemer
geswîchen / ze allen sînen sachen Kchr
4938;
Rol
131
2.1.3
als Fluch, meist daʒ got jmdm. ~ :
‘daz im got geswîche!’ / si schalt in freisliche, / als ir
der grôze zorn geriet En
11465;
daz dir got geswîche! Eracl
1046;
Bîspel(Pf)
10,119;
des [wegen seiner Gewalttaten] muͦz
im [Ermrich] got an dem urteil [beim
Jüngsten Gericht] gesweichen Rab
757,6;
Sibote
501.
– ins Positive gewendet:
sô werdest dû gesegenet êwichlîchen, / daz dir dû gotes zeswe
nîmêr geswîche! JJud
1750
2.2
Subjekt ist eine Sache:
di uogel unter dem himele / musen tote nider uallen. /
uon dem ummazen scalle / geswaich in daz geuidere Rol
3539.
310;
der lîp hât mir geswichen Kchr
919;
ine weiz, wie mir der lîp / und al mîn craft in kurzer
vrist / geswachet unde geswichen ist Tr
9470.
14317;
LBarl
1935;
dô gesweich ime der tach. / umbe di burh lach er al di
naht SAlex
2808;
Wernh
D 3783;
ob yme sin swert geswich Krone
13226;
NibB
2185,1;
an dem tod mues im [dem
Ruhmsüchtigen] gesweichen / gut, err, frewnt und lannd
HvBurg
2082.
6028;
MF:Rugge
10:1,7;
Parz
444,8.
811,20;
Wig
36.
– mit Pron.-Adv.:
swaz man dort getuot, / nu schaffet sô hie heime, daz iu iuwer muot /
niht dar an geswîche, swâ man sol haben êre Kudr
279,3
3
mit Dat.d.S.:
dem [der Lehre von der Wiederauferstehung] soltu
niht geswîchen, / du solt ez glouben âne wanc LBarl
3784;
doch mohten si [die aus Trauer
Fastenden] dem lîbe sô gar geswîchen niht: / si nerten sich nâch
sorgen NibB
1072,3
4
unpers. mit Dat. ‘schwach werden’
so geswichit deme gaiste PrGeorg(Sch)
24,126.
– mit präp. Erg.:
die gehugide unsirs herren todes [...] het also
groze kraft, daz si den gaist sterchit, deme geswichin ist an kraft, daz er den
lip niht fúrbaz mach bringen PrGeorg(Sch)
24,135;
mir ist geswichin von minne ebd.
24,130
MWB 2 619,38; Bearbeiter: Richter
geswîchene
Subst.
‘Ärgernis, Anstoß’
scandalum: gisuihhani Gl
1:815,11
(BStK665);
Gl
4:658,42
(BStK949)
MWB 2 620,54; Bearbeiter: Richter
geswîeschaft
stF.
‘Verschwägerung’
ein kneht [...] het des abtes
bruodertohter ─ / mit wie getânen sachen moht er / sîn gewesen in friuntschaft /
einem phaffen mit geswîschaft! Ottok
42368
MWB 2 620,57; Bearbeiter: Richter
geswige, geswîe
swM. (selten F.)
auch geswîhe (
Lucid
30,13
).
‘angeheiratete(r) Verwandte(r), Schwager, Schwägerin’ (die Art
der Verwandtschaft ist nicht überall genau zu bestimmen):
sweher unte giswîen îlten si vernîden [Jakobs
Söhne rächen ihre Schwester Dina an Hamor, Sichem und deren Volk ( Gn
34,25-26)]
Gen
1643;
daz wil ich [Jonathan, Sauls
Sohn] kunt tuon / Daviten [Mann von Jonathans
Schwester] dem geswîen mîn, / der mir niht lieber möht gesîn
EnikWchr
10175;
er [Gansguoter] was sin
[Gaweins] geswye. / Amurfina, sin amye, / des pfaffen
swester tochter was Krone
13175;
ir [der unstæte
] sippe machet breite
schar: / swelch untugent mac niht gesîn / ir mâc, diu ist doch ir geswî WälGa
2534;
vnserm lieben geswein hern Eberharten von Walsse vnd seiner housfrowen Marîen,
di mein, Levtolts, muem vnd mein, Albers, swester ist UrkCorp (WMU)
2900,1;
mit mines geswigen hern Albern von Weitrah vnd mit mines swehres hern
Wuͦlfinges von Kyowe ingesiglen ebd.
N622,8;
Wig
1174;
Ottok
83742.
– als Teil der Anrede:
Genelun, geswige min, / la dise unrede sin Rol
1406.
1534;
geswîe mîn vil guote Kchr
1303
u.ö.;
lieber mîn geswî Ottok
42595.
– swF.:
von miner geschwigin UrkCorp (WMU)
2680,15;
vnd ob Fridrich [
min ohaim
] niht enwære,
so sol ich daz gelvbde laisten meiner gesweien, seiner havsvrowͦen ebd.
492,19;
ir swiger ouch Sophie / unde Agnes ir geswie / an werltlicher hochfart / bede
waren ungespart Elis
1026
MWB 2 620,61; Bearbeiter: Richter
geswîgede
stF. oder N.
‘Schweigen’
ích nihabo bihálten nóh réhto giwéret in góte noh an mînemo nâhesten die
réhtun mînna nóh [...] rehten rât, lángmuoti, reht
gisprâchide, reht gisvîgide BambGlB
147,32
MWB 2 621,28; Bearbeiter: Richter
geswil
Subst.
‘Schwiele, dicke Haut’
callus: gosuil [
geswil, callus dr. durities pedum inferior
uel manuum interior Gusinde, Konrad von Heinrichau, in:
Mitt.d.Schles.Ges.f.Volksk. 13 (1911), S. 374- 400, hier
386]
VocAbstr
373;
callus cutis spissata: giswil SummHeinr
2:227,281
MWB 2 621,33; Bearbeiter: Richter
geswinde
Adj., Adv.
1
‘rasch, schnell, geschwind’
2
‘ungestüm, heftig’
1
‘rasch, schnell, geschwind’
nâch der gîgen tanze ich vil geswinde SM:Go
2: 1,11;
so kund man nie vinden / mentschen so geswinden / ze
demuͤtigen werken SHort
8194;
ein brief der wart geswinde / getihtet und geschriben drat
WhvÖst
2928;
si [die Tochter des Pharao] hiez ir
balde und geswinde / das korblin [mit Moses] gwinnin
RvEWchr
8957;
snelleclich und geswinde ebd.
27183;
behende, snel, geswinde WernhMl
5968;
SM:KvL
20:3,9;
KvWLd
27,11.
–
‘unvermittelt, plötzlich’
so wir also bi enander sitzende sint, so kummet aber ein geswindes heiters
lieht und umbeschein uns MerswBrf
334
2
‘ungestüm, heftig’
mich sluogen sturmwinde / vil nahe zeinem steine / in einer
naht geswinde, / min fröude diu was kleine Tannh
13,39;
si slugen slege herte. / geschwind was ir geverte, / ir sleg
wurden dicke HvNstAp
9358;
Aiax der fürste und Hercules / die tatten manig geswindes
mes [
meʒ stN. ‘Maß’] / mitt
swerten GTroj
16014;
WhvÖst
8766;
Märt
18038;
Mechth
4:17,28.
–
al hie ist sin knecht, / der an mich mit siner hant / hat
gelait geswindiuͤ [feste, harte] bant
Märt
17406
MWB 2 621,39; Bearbeiter: Richter
geswindelîche
Adv.
‘rasch, geschwind’
so er underwilent ze geswintlichen uf die spise oder trank
viel, dez erschamt er sich vor sinem erberen
gemassen [Tischgenossen]
Seuse
25,26
u.ö.
MWB 2 621,62; Bearbeiter: Richter
geswindenlich
Adj.
‘rasch’
der eltter fragen do began / Parissen, den jungen man, / von
siner geschwindenlichen vartt GTroj
13205
MWB 2 622,1; Bearbeiter: Richter
geswindicheit
stF.
‘Heftigkeit, Jähzorn’
sú behaltent sich in sinnelicher genuͤgeden, gunst und
ungunst, und daruz wurt geborn unrehte urteil, und in in stont vil gebresten,
hochfart, geswindekeit, [...] und manig disem glich
Tauler
30,1;
die swindekeit [La.
geswindekeit
] die verjaget und vertribet den heilgen
geist ebd.
106,31
MWB 2 622,4; Bearbeiter: Richter
geswindiclîche
Adv.
‘rasch, ungestüm’
vf sprang geswindekliche der heiden freisan / vnd lief do figentlich den
starcken helt an WolfdD
429,1
MWB 2 622,11; Bearbeiter: Richter
geswintheit
stF.
‘Raschheit, Ungestüm’
Lazarum, den moht ich [die personif. Hölle]
fuͥrbaz niht me gehaben, wan dc er sich reht erschutte
[schüttelte] als ain adelaͤr mit der
geswinthait, und dar zuͦ spranger ûf, und gie von uns PrSchw
2,148
MWB 2 622,14; Bearbeiter: Richter
geswister
stN.
auch geswester, gesuster; s.a.
geswëster
.
‘Geschwister(teil), Bruder und/oder Schwester’ (nur
Pl.):
lantgrave Lodewig [...] wart vormunde siner geswister
Köditz
16,12;
din mvter vnde min vater also na / vnder in gesippe sint, /
sie sint beide eins mannes kint, / Esiona vnde Priamus. / von zwein geswesteren sin
wir [Ajax und Hektor] sus / die ersten kint her kvmen
Herb
5950;
nechein sin gesuster UrkKölnSchr
1,223
(Mitte 12. Jh.);
KLD:Alex
2:18,1
MWB 2 622,19; Bearbeiter: Richter
geswisterdiehter
N.
unklar, ob Kompos. oder Syntagma.
‘Enkel von Geschwistern’
des ohse und jens rindes kalp / sint geswester tiehter vaterhalp
[Teil einer Klage über die Geringschätzung von
Verwandtschaft]
Renner
7456
MWB 2 622,29; Bearbeiter: Richter
geswisterede
stN.
auch -de, -git, -get u.ä., auch -(g)îde mit präsuffixaler
Vokaldehnung (Krahe/ Meid, Germ. Sprachw. III, 149f.) und -g- aus
palatalem Gleitlaut.
Auch -swester- (
PassI/II
368,57;
Martina
271,54;
TrudHL
54,14
), geswistrert (
StRMünch
345,26
). Weitere Formen s. WMU 1,690.
1
‘Geschwister(teil)’ (meist Pl.) 1.1 weibl. Geschwister, Schwester 1.2 Bruder und/oder Schwester 2
‘(Kloster-)Schwester’ (?), s.a.
geswëster
1
‘Geschwister(teil)’ (meist Pl.):
1.1
weibl. Geschwister, Schwester:
Cvͦnrat vnd Vͦlrich, sin bruͦder, vnd Gedrut, Agnes
vnd Elsbet, iriv geswistergid UrkCorp (WMU)
2196,31
1.2
Bruder und/oder Schwester:
mînre [Trevrizents] geswistrede
zwei noch sint [Repanse und Anfortas]
Parz
477,1;
der zweier [Eltern] kint habent die êrsten
sippe unde stênt an dem êrsten und an dem næhsten lide an dem houbte, dâ die
arme stôzent an die schultern, daz heizet diu ahsel. an ietweder ahsel ein
geswistrîde [Angabe der Verwandtschaftsgrade am Bild des
menschlichen Körpers]
PrBerth
1:312,20.
1:312,22;
ez wart nie so lieber gruͦz getan / von zwein
geswisteriden [
: mîden
]
Rennew
21707;
die sáligosten geswúster giden / Marie, Marte, Lazarus
SHort
8340;
dise drú geswisterde ElsLA
431,8;
swaz dannoch daz kint guotes hât, [...], daz sol
allez andern sînen geswistergeten werden StRDinkelsb
98;
dô was Maria sîn tohter wande christ nie nehain
gesuesterigîde sô rainez gewan TrudHL
54,14;
daz erbegut als davor geschriben stat daz suln erben sune
unde toehter, die von vater unde von muter rehtiu geswistergide sint
StRAugsb
151,19
u.ö.;
daz sint dev lehenlevt [...] item Fridelmær vnd
sein geswistergeit UrkWeltenb
259
(Mitte 14. Jh.);
DvAPatern
21;
Vät
30910;
Köditz
16,8;
Bihteb
25.
–
geistlichiu
~ :
ist ez ein frouwe gewesen, swaz diu kint hete, ê sie dich huoben ûz der
toufe oder dich getoufet hânt oder dir der heiligen firmen geholfen hânt, als
ich hie vor gesprochen hân, diu sie vor oder nâch gewunnen hânt, dâ maht dû mit
niemer keine ê gewinnen, wan sie sint dîniu geistlîchen geswistrîde
PrBerth
1:315,15.
1:315,19;
so du fúr den geminten got erst kumest, so bit fúr dinen
getrúwen lieblosen geistlichen vatter und úber dinú geistlichú geswistergit
Seuse
446,2.
– bildl.:
unstæte der lüge muoter ist: / [...] zorn,
lüge, sint / der unstætekeite kint. / die hânt noch geswistrede vil
WälGa
2033
2
‘(Kloster-)Schwester’ (?), s.a.
geswëster
:
nun nement war, aller getreẅsten geswistrigeten Stagel
121,1
MWB 2 622,34; Bearbeiter: Richter
geswistergit
stN.
→
geswisterede
MWB 2 623,18;
geswisterîde|eninklîn
stN.
unklar, ob Kompos. oder Syntagma.
‘Enkel von Geschwistern’ (nur übertr.):
si [der gastfreundliche und der knauserige
Geistliche] sind pruder mit gepaͤr / und mit der chuten,
siech ich wol. / aver so man ezzen sol, / so beginnt ez sich zu mischen. / so sind
dw schussel mit den vischen / und dw chaendl mit dem wein / chaum geswistergeid
ennichlein [nur entfernt verwandt, es besteht ein großer
Unterschied]
Teichn
171,70;
sie sint geswistreid enicklein, / steln und daz selb gever
ebd.
544,42
MWB 2 623,19; Bearbeiter: Richter
geswisterîdekint
stN.
auch -gid-, -ig-;
unklar, ob Kompos. oder Syntagma.
‘Vetter oder Base, Kinder von Geschwistern’
deu êrste sippe heft sich an der achseln an, daz sint gewistreit
[l. gesw-
] ; deu ander sippe ist an dem
ellenpogen, daz sint geswistreit chint RbRupr
168;
deu dritt sippe heft sich an dem riste, daz an den armen stœzzet, das sint
geswistreit chindes chint und haizzent alder eninchel ebd.
170;
consobrinus: geswistergidkint VocOpt
3.038;
consobrinus: geswisterde [La.
geswuͤstrig
] kint VocClos
Co232
MWB 2 623,30; Bearbeiter: Richter
geswisterkint
stN.
unklar, ob Kompos. oder Syntagma.
‘Vetter oder Base, Kinder von Geschwistern’
ungezweiter brüeder kint diu stânt an dem lide der schultern,
dâ die arme zesamen gânt; alsô tuont diu geswisterkint. ditz ist diu êrste sippezal.
diu mâcschaft gât von brüeder kinden unde von swester kinden SpdtL
84,15;
jens mûl und des esels sun / sint geswester kint [Teil einer
Klage über die Geringschätzung von Verwandtschaft]
Renner
7462;
wer czins gut verkouffen wil, der sol ez bieten sinen nehsten erben, die
geswister oder geswister kint sin StRWeinheim
387;
ich wene auch wol das er recht hett da
er [Lancelot, Sohn des Ban] unsern
jungherren [Lionel, Sohn von Bans Bruder Bohort] nefe
hieß. ich wene wol das sie geswister kint synt und gebruder kint Lanc
95,33
MWB 2 623,41; Bearbeiter: Richter
gesworn
Part.-Adj.
1 bezogen auf Personen ‘vereidigt, durch Schwur
verpflichtet’
2 bezogen auf Sachverhalte/ Aussagen ‘durch Schwur
verbindlich’
3 in der Wendung
mântac
‘Montag, an dem die Geschworenen zusammenkommen, Gerichtstag’ (vgl. Geschworenenmontag, DRW 4, 487f.)
1
bezogen auf Personen ‘vereidigt, durch Schwur
verpflichtet’
ez suͤlen die vleischaechel [Fleischhacker]
chein rint slahen, niur daz di gesworn pfleger, die dar uͤber gesetzet sint,
erlaubent StRMünch
202,22;
gesworn versucher [Münzprüfer]
ebd.
573,25;
herre ritter, ir fúrt da des konigs fynt [als
Gefangenen] , und ich [Key] bin sin
geschworn helffer und syn ritter; ließ ich yn uch also hinweg furen, so wurd ich
meyneidig Lanc
183,20;
UrkEichst
2,237
(a. 1332).
– oft von Rats- oder Gerichtspersonen:
wiͤr Otte von gotes gnaden bischof
[...] mit unserm gesworn rate
[...] haben gesetzt die gesetze, die hernach
geschriben sint WüP
11,5;
StRMünch
134,6
u.ö.;
StRRavensb
58,3;
vnser gesworn rat apet Heinrich von Fulde UrkCorp (WMU)
1254,20;
daz bezugit ein man wol herin mit dem richtere unde mit den geswornen
luten StRFreiberg
227,22
2
bezogen auf Sachverhalte/ Aussagen ‘durch Schwur
verbindlich’
der gesworn vride [...] sol weren
[...] untz auf den nahsten purtinch StRRegensb
17;
und darzuͦ verpietent si [
die
ratgeben
] auch alle ainung, si sei gesworn oder niht, bei 30
lb der stat StRMünch
257,13;
diz ist ein gesworen reht, / daz got wider sînen kneht / unsern vader Abraham,
/ [...] / gesworn hât gar gedrûwelich Erlös
3063.
– in Verbindung mit eit:
sin corn widir gebi· edir suliz umi geldi uf einin
gisuorinin eit· geit einis mannis phert unwizzindi in einis mannis corn·
Mühlh
156,13;
la wirz mit gesworn eiden / beid an mein vrowen, / seit wir ir beid
getrowen / so hertzenlicher vrivntschaft, / daz si diss streites chraft /
scheid, swie si welle Krone
10854;
vnde der selbe Cunrat sal die wareit dar vber sage bi sime gesuoren eide
UrkCorp (WMU)
557AB,48
u.ö.;
mit geswornem eide Lanc
494,25
3
in der Wendung ~
mântac
‘Montag, an dem die Geschworenen zusammenkommen, Gerichtstag’
(vgl. Geschworenenmontag, DRW 4, 487f.):
die [Pferde] sal man den nemelichen luden widir gen
zwͦschen hie vnde deme duͦnrisdage nach gesworen mandage, der da
nuͦ kuͦmet UrkCorp (WMU)
1918,37;
drey gesworen montag ime jare do sollen seyn [...]
vnd dyselben tage sollen dy amptlute vom stabe zern WeistGr
3,535
(a. 1351);
UrkTrier
4,11
(ca. 1190 kopial)
MWB 2 623,58; Bearbeiter: Richter |