g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gëltel stN. geltelîn stN. gëlten stV. (IIIb) gëlthabere M. gëlthaft Adj. gëlthaftic Adj. gëlthërre swM. gëlthuon stN. gëltic Adj. gëltliute stPl. gëltnüsse stFN. gëltschuldic Adj. gëltschult stF. gëltstoc stM. gëltswîn stN. gëltunge stF. geltwort stN. gëltzins stM. gëltzît stF. gelübe stFN. gelübede stFN. gelûch Adj. gelûchte stN. gelücke stN. gelückede stN. gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gëltel
stN.
‘kleiner Zins’
wier [Bruder Otto] tuͤn chunt
[...], daz vns der erber herr her Eberhart von Waltse
[...] gegeben hat sechtzehen pfunt geltel UrkEnns
5,230
(a. 1318)
MWB 2 377,40; Bearbeiterin: Herbers
geltelîn
stN.
zu
gelte
swF.
(s.a. SchweizId 2, 281f.).
‘kleines Gefäß’
und so sy únser frowen meti anfiengent, so ward ain ieklich wort zuͦ ainer
schoͤnen berlen, und fielent denn in die gelteli Stagel
108,33;
ain klaines gelteli in der hand ebd.
108,31.
108,35
MWB 2 377,44; Bearbeiterin: Herbers
gëlten
stV. (IIIb)
1
‘(jmdm.) etw. Dargeliehenes, eine Schuld zurückzahlen’ , 1.1 allg. 1.1.1 mit Akk.d.S. 1.1.1.1 mit Dat.d.P. 1.1.1.2 ohne Dat.d.P. 1.1.2 mit Ersparung des Akk.-Obj. 1.1.2.1 mit Dat.d.P. 1.1.2.2 ohne Dat.d.P. 1.2 phras., etw. gelten unde wider geben u.ä. 1.3
geltender tac
‘Tag, an dem zu gelten ist’ (vgl. frnhd.
gelttag , FWB 6,783) 2
‘(jmdm.) jmdn./etw. vergüten, bezahlen; etw. ersetzen’
2.1 mit Akk.d.P. 2.2 mit Akk.d.S. 2.3 subst. Inf. 3
‘(jmdm.) etw. (z.B. Kaufpreis, Arbeitslohn, Tribut, Gebühr, Strafgeld)
(be)zahlen’
4 von einer Tätigkeit, ‘jmdm. etw. (Lohn) einbringen,
eintragen’
5 von Besitz, ‘(jmdm.) etw. (Einkünfte, Zins, Rente) bringen, eintragen,
als Abgabe leisten’
5.1 mit Akk.d.S. 5.1.1 mit Dat.d.P. 5.1.2 ohne Dat.d.P. 5.2 mit Ersparung des Akk.-Obj. 5.2.1 mit Dat.d.P. 5.2.2 mit Präp. an 5.2.3 mit Adv. 5.2.4
geltendez guot 6 von zinspflichtigem Besitz, ‘etw. unterhalten, den Unterhalt für etwas
erbringen’
7 von Einkünften, Ertrag, ‘jmdm. zustehen, an jmdn. zu entrichten
sein’
8 von Handelswaren, Münzen, ‘einen best. Wert, Preis haben, etw.
kosten’
8.1 mit Akk.d.S. (Geldeinheit) 8.2 mit Adv. 9 bei Leibesstrafen, eine Straftat giltet
‘kostet’ ein Körperteil/das Leben 10 auf den Einsatz von Kämpfern bzw. den dem Sieger eines Kampfes zustehenden Preis
bezogen, ‘etw. gelten, um etw. gehen’
10.1 überw. unpersönl., ez giltet ; 10.2 der Kampf, das Turnier giltet etw. 11 von Handlungen, ‘helfen, wirksam sein’ , überw. in der Wendung
dô daz niht engalt 12
‘gelten, gültig sein’
13 übertr. Verwendungsweisen, die teilw. an eine der vorangehenden Bed. angeknüpft
werden können 13.1
‘(jmdm.) etw. zurückgeben, vergelten; erwidern’ (vgl. Bed.
1
) 13.2
‘jmdm. etw. (Dank, Lob) als Gegengabe geben, abstatten’
13.3
‘jmdm. etw. ersetzen’
13.4
‘(jmdm.) etw. bezahlen’ (vgl. Bed.
2
) 13.5 auf Blutrache bezogen 13.5.1
‘jmdn. (einen Erschlagenen) vergelten’ ; 13.5.2 13.5.3 figura etymologica 13.6 von der Lebenslage, der Gemütsstimmung, ‘(jmdm.) etw. (als Ertrag)
bringen, eintragen’ (vgl. Bed.
5
)
1
‘(jmdm.) etw. Dargeliehenes, eine Schuld zurückzahlen’,
auch bildl., bes. auf Schlag und Gegenschlag im Kampf bezogen (
Iw ; Krone ; StrDan )
1.1
allg.
1.1.1
mit Akk.d.S.
1.1.1.1
mit Dat.d.P.:
daz wir [...] Wolfline dem jvden gelten
svlen zweintzzick pfvnt Mvnchêr pfenninge UrkCorp (WMU)
N793,15;
er sol oͮch gelten cristen vnde juden, daz er in schvldich
ist ebd.
844,38;
SSp(W)
1:65,4;
ein schoene magt mir lêch / ir lîp nâch minnengelte; / al diu
werlt mich schelte, / daz ich ir dâ ir borc niht galt! UvTürhTr
1773
1.1.1.2
ohne Dat.d.P.:
nu waren zwene arme man die solten scaz gelten
[...]. / do verliez er in die sculde
AvaLJ
81,3;
swer icht borget oder gelobt, der sal iz gelden SSp(W)
1:7.
3:39,1;
wand ers ofte engiltet / swer borc niene giltet
Iw
7156;
godes sun [...] wolde vur uns gelden unse
scholt Lilie
32,27;
UrkFrankf
2,242
(a. 1327);
Daniel
3170;
Boner
79,64;
mit Präp. von (vgl.
1.1.2.1
):
ob die schulld [des Erblassers] von
rechts wegen zu gellten ist von demselben erb StRBamb
93
1.1.2
mit Ersparung des Akk.-Obj.
1.1.2.1
mit Dat.d.P.:
ich wil iu gelten ân ûfslag Boner
35,20;
dehein koufman hete ir
[Kämpfer] site, / ern verdurbe dâ mite: /
dâ wurden sî rîche abe. / si entlihen nieman ir
habe [teilten Schläge aus] , / in enwære
leit, galt er in Iw
7201.
– mit Präp. von (vgl.
1.1.1.2
):
hat er [der vrône bote
]
sich sin [eines Gutes] vnder wunden
fvͥr iemans gvͥlte oder fvͥr iemans
buͦzze, so sol man daz gut [...]
veile bieten [...] vnde sol den
lvͥten [d.h. denen, die Anspruch auf die
gülte/buoze haben] da
von [d.h. aus dem Verkaufserlös] gelten
SchwSp
98b
1.1.2.2
ohne Dat.d.P.:
were ovch, daz die burgen oder aber die schvldenere
[...] gelten woltent UrkCorp (WMU)
343,45;
swer gerne giltet, daz ist guot: / wan hât er
borgennes muot, / sô mac er wol borgen Iw
7147.
7151.
7996;
der rihtær sprichet sâ zehant: / „gilt âne borg und âne
phant.” Walth
148,5;
Krone
13375;
ir ietweder galt [erwiderte (die
Schwerthiebe seines Gegners)] / daz ers an lobe niht
engalt Iw
7159.
7161.
– mit Präp. mit:
daz her vergalt oder zu geldene bôt mit silbere oder mit
phenningen genge und gêbe dâ SSp(W)
1:65,4;
– subst. Inf.:
borgetens âne gelten, / des vorhten sî
engelten Iw
7153;
het ich entlihen ir ein phunt, / sî wære mir vil selten / sô
willic mit ir gelten BFrau
676;
StrDan
3519
1.2
phras., etw. gelten unde wider geben u.ä.:
swenne her [...] nicht en gildet oder nicht wider
en gibt schult, die her gelden oder wider gebn sal SSp(W)
3:87,4;
den gewin hiez er mich gar verlan / und gelten unt wider
geben StrKD
166,257;
gilt unde gip wider daz unrehte guot PrBerth
1:419,5.
1:137,33;
LvRegFr
846;
Ottok
45739;
MGHConst
8:484,23
(a. 1347).
– mit Ersparung des Akk.-Obj., im weiteren Sinne auf das Abtragen
jeder Schuld bezogen:
alle ablâze ligent nider [sind wertlos] , /
man gelte dann und gebe wider Freid
150,13;
gip wider unde gilt, / oder hie und in enem leben /
werdent dir die sunde niht vergeben Ottok
1248;
Kchr
16526;
Teichn
280,83.
147,54;
Suchenw
42,173;
mit Dat.d.P.:
der keiser galt unde gap wider [...] allen
den, den er schaden hete getan PKchr
218,24;
PrSchw(Sch)
367a,14.
– subst. Inf.:
die gut unreht gewunnen hant,
[...] / si habent deheinen wec me, / der hince
himel ge, / wan gelten und wider geben StrKD
103,121;
PrSchw(Sch)
367a,3;
PrBerth
1:60,38.
– ähnlich:
gilt gote und gip dien armen wider: der hort dir dort gehelfen mac
Marner
15,60
1.3
geltender tac
‘Tag, an dem zu gelten ist’ (vgl. frnhd.
gelttag, FWB 6,783):
und so man einem gelten schol / auf ein tag, der wunscht
wol / das gelltunder tag morgen wer Teichn
615,25
2
‘(jmdm.) jmdn./etw. vergüten, bezahlen; etw. ersetzen’
2.1
mit Akk.d.P.:
[Judas zu seinen Brüdern:] gebet in
[Joseph] den choufliuten, lât in iu gelten
Gen
1812;
wilt dû mich veile machen [...],
/ daz man mich gelte sam ein rint? Wh
257,15
2.2
mit Akk.d.S.:
swaz schaden si des næmen vnd enpfiengen, den suͤle wir in ablegen,
gelden vnd erstatten UrkCorp (WMU)
N601,25;
Wh
256,19;
ich [...] wil dir gelten dinen
wein StrKD
59,52;
swaz der hirte in sîner huote verliuset, daz sol er gelten.
[...] swaz im der wolf unde der rouber nimt
[...]: er muoz ez gelten SchwSp(W)
179,6.15;
Ottok
22566;
vereinzelt mit Präp. wider statt Dat.d.P.:
diz [der Libanon] ist noch der
selbe walt, / den der chunich Salemon galt / wider einen chunich, der hiez Hiram
VAlex
798.
– mit Adv.:
mîn herre in [einen
Edelstein] giltet tiure dir RvEBarl
1511.
1569;
din koste und din arbeit / gilt ich dir grozliche
StrKD
6,159.
54,18;
swaz du schaden dar ûf gelegest, / zwivalt ich den gilte
UvTürhTr
3337.
– mit Präp. mit:
ouch galt er im [Iwein dem ihn
verpflegenden Häusler] die arbeit / mit sînem wiltpræte
Iw
3334
2.3
subst. Inf.:
daz ez an ein gelten gât [Schadenersatz geleistet werden
muss]
Walth
104,13
3
‘(jmdm.) etw. (z.B. Kaufpreis, Arbeitslohn, Tribut, Gebühr, Strafgeld)
(be)zahlen’
daz ir [Tuchhändler] uns kunnet gesagen, / waz iu
mîn herre gelten sol StrAmis
1791;
er schol [...] lidlon chnethen und diernen und andern
arwaitern gelten StRBrünn
390;
HeslApk
16325;
UrkCorp (WMU)
155,18;
Philippus den zins galt / in Darios gewalt
VAlex
479;
daz ich solde gelten, do ich wolde varn in den orden des tvͤschen
hovses, driv hvndert phvnt vnd xxx phvnt Regenspurgær pfenninge UrkCorp (WMU)
418,32;
wergelt vnde buͦze vnde des richteres gewette sal man gelden vf den
tach, der geteilet ist ebd.
2265,14;
SSp(W)
1:65,4.
– mit Ersparung des Akk.-Obj.:
gilt her [der Gefangene] oder wirt her âne gelt
ledic, swilche urvêde her gelobet oder sweret, die sal her durch recht leisten
SSp(W)
3:41,1.
– Inf. mit ze:
wan uf der vor genanden múli nach sines vatters tode altes cinses ze
geltinne beliben vierzehenthaib mut kernen UrkCorp (WMU)
2541,2
4
von einer Tätigkeit, ‘jmdm. etw. (Lohn) einbringen,
eintragen’
in galt ir arbeit niht mê / wan daz in zallen zîten wê / von
hunger und von durste was Iw
6207
5
von Besitz, ‘(jmdm.) etw. (Einkünfte, Zins, Rente) bringen, eintragen,
als Abgabe leisten’
5.1
mit Akk.d.S.
5.1.1
mit Dat.d.P.:
vnd [
daz guot
] gilt vns
jaͤrgelich ahzehen mvtte roggen UrkCorp (WMU)
2595,11.
145B,45;
swer ein guot durnehteclîchen koufet ze eigen oder ze lîpgedinge
[...], swaz im daz guot giltet daz hât er mit
gote unde mit rehte PrBerth
1:437,33;
Eckh
2:629,4
5.1.2
ohne Dat.d.P.:
der hof ze Chrainmose giltet sehs schillinge.
[...] der zehint, den her Otte von der Erl hat,
giltet zwai pfvnt UrkCorp
861,41.43
u.ö.;
ein gelt gab er im unde lêch / daz jâres galt
zweihundert marc KvWHvK
739;
swaz den phenninc gegelten mac oder phenninges wert ist
[...], daz haben wir allez gegeben / den
brvͦderen von Heinbach UrkCorp
1597,17;
SchwSp
12b;
UrkFreisÖst
2,265
(a. 1338)
5.2
mit Ersparung des Akk.-Obj.
5.2.1
mit Dat.d.P.:
so sol mir daz selbe gvͦt ze Griezze vnd ze Chemenaten wider
dienen vnd gelten [zinspflichtig sein] als e
UrkCorp (WMU)
2538,21;
die andere [
hufe
]
[...] gyldet den tumhern zcu Heylgenstad
UrkMühlh
482
(a. 1344)
5.2.2
mit Präp. an:
vnd denne nach ir ljbe sol der vor genant hof der chvstræi sin vnd
gelten an daz lieht [Erträge abführen, die für das ewige Licht
verwendet werden] aller iærclichen vnd ewiclichen
UrkCorp (WMU)
N501,2
5.2.3
mit Adv.:
swô der richter sîn gewette nicht uffe phanden [durch
Pfändung aufbringen] en mac ûf eines mannes eigene, daz
alsô cleine gildet SSp(W)
2:41,1
5.2.4
geltendez guot:
er [
wuocherære
] lihet mir sin
gvͦt vf mine hvͦbe oder vf anders geltendez gvͦt. oder
vf andriv phant SchwSp
75a;
PrBerth
1:437,29;
UrkZeitz
13
(a. 1322)
6
von zinspflichtigem Besitz, ‘etw. unterhalten, den Unterhalt für etwas
erbringen’
daz die vor genanten fvnfzehen morgen tragen vnd gelten svln eweclichen vnser
siechhvs vnd vnser siechstvben UrkCorp (WMU)
3006,43
7
von Einkünften, Ertrag, ‘jmdm. zustehen, an jmdn. zu entrichten
sein’
ze tûsent marken der geniez / was, der dem klôster galt /
(sus was sîn urbor gezalt) Wh
202,25
8
von Handelswaren, Münzen, ‘einen best. Wert, Preis haben, etw.
kosten’
8.1
mit Akk.d.S. (Geldeinheit):
und gulte ein fuoder guotes wînes tûsent pfunt Walth
20,14;
zwai swin, dú beidú gelten ain pfunt pfenninge UrkCorp
2541,41;
ob 1 malter koͤrnes giltet 4 ß ₰, so kumt
der broͤt eins um 2 h WüP
89,8.
77,5;
KLD:Kzl
16:8,15;
HeslApk
18934;
nim zwene guldine pfenning, die beide glich swere sint,
und koͮf damitte; geltent si glich vil, so sint si glich guͦt
Mechth
7: 6,15.
– phras.:
das nút enkost, das engilt och nút
Tauler
211,4.
– bildl.:
stê iemen [...] ein lachen
baz, / daz gelte ein ouge, und habe er doch danc [hätte jmd. ein
angenehmeres Lachen als ich, so wollte ich es, selbst wenn es ein Auge
kostete, an mich bringen und ihm noch dafür danken]
MF:Reinm
9: 2,10
(vgl. auch Bed.
9
)
8.2
mit Adv.:
si [die Edelsteine] sint von
lugen [über ihre angeblichen Kräfte] worden wert, / si
gulten anders chleine [würden wenig kosten]
StrKD
127,45;
ist der balsem ganz und gereht, sô wirt ain wüllein
tuoch niht unsauber dâ von und gilt niht minner dann vor BdN
360,12.
– phras.:
das me wiget, das muͦs me gelten
Mechth
7: 17,27
9
bei Leibesstrafen, eine Straftat giltet
‘kostet’ ein Körperteil/das Leben:
swer nahtes korn stilet, [...] tvͦt er ez
tages, so giltet daz pheniwert den rehten tvmen, vnd daz eins schillinges wert ist
oder me, daz giltet die hant SchwSp
97b;
der den andern ze tode sleht, das giltet üns lib vnd gvot WeistGr
1,330
(a. 1344)
10
auf den Einsatz von Kämpfern bzw. den dem Sieger eines Kampfes zustehenden Preis
bezogen, ‘etw. gelten, um etw. gehen’
10.1
überw. unpersönl., ez giltet;
mit Akk.d.S.:
mir ist ze spilne geschehen / ein gâch geteiltez
spil: / ezn giltet lützel noch vil, / niuwan al mîn êre Iw
4874;
si muosen sich vil vaste wern
[...], / wand ez galt lîp unde guot
Wig
7650.
7552;
nû gilt ez doch niht anders danne ein sterben Loheng
1586;
JTit
4780,4;
EnikWchr
A II,1005.
– im Turnier:
swie der man ze velde kam, / daz solt ez allez gelten
[d.h. Pferd und Rüstung des Unterlegenen sollen als Preis
dem Sieger zufallen]
Reinfr
11217;
Bit
8524;
mit Vergleichssatz:
ez solte gelten under in [den Turnierern] /
reht als der man ze velde kam KvWEngelh
2670
(s.a. 10.2)
– mit ze und Inf.:
si hâten gesat / umbe den sige vil hôhez phant: / ez galt ze gebenne
dâ zehant / minner noch mêre / wan beide lîp und êre Er
841
10.2
der Kampf, das Turnier giltet etw.:
ir strît galt niht mêre, / wan freude, sælde und êre
Parz
742,21;
ich vorder kampf für schelten, / der niht wan tôt sol
gelten, / oder lebn mit êren ebd.
322,10.
– mit Vergleichssatz:
ez galt der turnei under in / reht als der man ze
velde fuor KvWTurn
770
11
von Handlungen, ‘helfen, wirksam sein’, überw. in der Wendung
dô daz niht engalt:
sein gedänkch warn manigvalt, / do sein rede nicht engalt
Märt
2288;
do das alles nicht engalt, / die götter er vor czorne schalt
ebd.
8693;
Ottok
67133.
– mit Präp. (an/gegen/nâch):
do die marter manichvalt / andem rainen [dem
hl. Pantaleon] nicht engalt, / der chaiser hiez in füren hin,
/ indem charcher phlegen sin Märt
13560;
do chain pet gen ïr nicht galt, / der richter sein
tochter schalt ebd.
12873;
do die marter manichvalt / nach dem tode nicht engalt
[den Tod nicht
herbeiführte]
[...], / er hiez im
[...] das haubt ab slann ebd.
8334
12
‘gelten, gültig sein’
sol daz geteilte [erg. spil, d.h. die
vorgelegte Alternative: Tod oder Unterwerfung] gelten, / sone wil
ichz niht beschelten Parz
215,13;
ob [obwohl] di schidunge an dem brieue
stuͤnde, daz ez doch niht gelten solte UrkCorp (WMU)
N167,10.26
13
übertr. Verwendungsweisen, die teilw. an eine der vorangehenden Bed. angeknüpft
werden können
13.1
‘(jmdm.) etw. zurückgeben, vergelten; erwidern’ (vgl. Bed.
1
):
ich sol niht vergezzen hân / des dû mir liebez hâst
getân, / daz sol ich dir hie gelten sô, / daz dû des geltes wirdest vrô
RvEBarl
4939;
Lilie
22,12;
[Rüdiger zu Kriemhilt:] ez muoz hiute gelten der
Rüedegêres lîp, / swaz ir und ouch mîn herre mir liebes habt getân. / dar umbe
muoz ich sterben NibB
2163,2;
KLD:WvK
7:2,3;
vereinzelt mit Dat.d.S.:
die stimme gap in [den
Vögeln] widere / mit gelîchem galme der walt. / wie dâ sanc sange
galt! Iw
620.
– mit Präp. mit:
ouch galt er mittem swerte / under wîlen einen slac /
der vil wol ze staten lac Iw
6734;
manic herter slac uf sie dô gie, / den gulden mit
tôdes wâge sie Kreuzf
4198;
Krone
13380(La.);
übel mit übele gelten, / craft erzeigen wider craft: /
dar zuo was er gedanchaft Tr
272;
wir sulne [...] daz úbil geltin mit
guͤte PrGeorg(Sch)
14,184.
15,113;
Boner
13,31.34;
anders:
wie minne widerminne minnet / und wie diu liebe mit der wâge liebe
gelten muoz KLD:WvMezze
6:3,8
13.2
‘jmdm. etw. (Dank, Lob) als Gegengabe geben, abstatten’
idoch sal aller menschelich singen sinen sanc, / inde sal gode gelden
sinen lof inde grozen danc Lilie
43,33
13.3
‘jmdm. etw. ersetzen’
dô der künic mit kusse versuonte sînen zorn, / dô muoste man in gelten
swaz si hêten verlorn Kudr
159,2.
– subst. Inf.:
Gyburc mit kiuscher güete / sô nâhe an sîne brust
sich want, / daz im nû gelten wart bekant: / allez daz er ie verlôs, / dâ
vür er si ze gelte kôs Wh
280,4
13.4
‘(jmdm.) etw. bezahlen’ (vgl. Bed.
2
):
nû vürht ich aber vil sêre / daz ich dise grôze êre / vil
tiure gelten müeze Iw
6559.
2561;
nu trinken wir die minne unde gelten ’s küneges wîn
NibB
1960,3;
Helbl
6,160.
14,86.
– mit Präp. mit:
Peiere vûrin ie ci wîge gerno. / den sigin, den Cêsar an un gewan, /
mit bluote mûster in geltan Anno
20,26;
daz galt er mit der hiute Helmbr
676;
mit Konditionalsatz statt des Akk.-Obj.:
geltet, ob iu iemen biete swachen gruoz, / mit tiefen
verchwunden NibB
1858,2
13.5
auf Blutrache bezogen
13.5.1
‘jmdn. (einen Erschlagenen) vergelten’;
vom Opfer der Rache, ‘(jmdm.) Wiedergutmachung für jmdn.
leisten’
«got weiz, her Îrinc», sprach Gîselher daz kint,
/ «ir müezet mir die gelten, die vor iu tôt sint / gelegen hie ze
stunde.» NibB
2045,2;
dû giltest mînen œhein! Tr
10153;
EnikWchr
16862.
– vom Rächer, ‘jmdn. rächen’
von Rennwartes hende / wart der
selbe [der König Môrende
] ouch
tôt gevalt. / alsus er Milônen galt Wh
414,4.
410,8.
– reziprok:
si gulten sich bedenthalb vil genote Rab
699,6
13.5.2
sô gelt ein tôt den andern tôt [so soll
ein Tod den anderen Tod vergelten, bezahlen]
Parz
417,7
13.5.3
figura etymologica:
daz lût von Mauritanie / daz habite sih zesamene /
und gulden ein herte widergelt [übten harte
Vergeltung] . / [...] irn hêren si
dâ râchen SAlex
4724
13.6
von der Lebenslage, der Gemütsstimmung, ‘(jmdm.) etw. (als Ertrag)
bringen, eintragen’ (vgl. Bed.
5
):
wan swem daz ist beschert, / daz er dâ wol gevert, / daz giltet beidiu
teil, / der welte lop, der sêle heil MF:Hartm
5:2,11.
– refl., mit Dat.d.P. und Präp. mit:
trûren sich mit vreuden gildet [macht sich durch Freude
bezahlt] / dem, der wol bîten kan MF:Fenis
7:3,4
MWB 2 377,50; Bearbeiter: Bohnert
gëlthabere
M.
‘Zinshafer’
ze Hochsol ist ein dinghofstat. die luͥte, die der selben hofstat pflichtig
sint, gebent ze gelthabern 25 muͥt habern UrbHabsb
1:69,2
MWB 2 382,33; Bearbeiterin: Herbers
gëlthaft
Adj.
1 präd. 1.1
wërden
1.1.1
‘in Schulden geraten’
1.1.2
‘zahlungspflichtig werden, schuldpflichtig werden’
1.2
sîn
‘verschuldet sein’
2
‘fällig, zinspflichtig’
1
präd.
1.1
~
wërden
1.1.1
‘in Schulden geraten’
sît aber ich als nothaft vnd als gelthaft worden bin, dc ich bi dem
gvͦte [...] nicht beliben mach
UrkCorp (WMU)
634,33;
UrkEidgen
140
(a.1284)
1.1.2
‘zahlungspflichtig werden, schuldpflichtig werden’
wir hein vil gesehen gebresten, daz semliche luͥte, so sy
gelthaft wurdent, ir guͦt von inen gabent StRBern
1:108,28.
– gegenüber jmdm.:
swa auch des gotshuses dienstman einer burge wird gen einem
burgaer oder im selbe gelthaft wirt, der sol dem bisschofe des ersten
clagen StRAugsb
216,9
1.2
~
sîn
‘verschuldet sein’
dc ich hern Ruͦdolf [...] gelthaft bin
fv́nf vnd ahzich marche lotiges silbers UrkCorp (WMU)
701,46;
ouch habin si geteilt [geurteilt] , wilch borgir
syn erbe vorsetzit vor guden luden, daz do gelthafft ist, dar hat der geltherre
von ersten sin gelt an StRHeiligenst
81
2
‘fällig, zinspflichtig’
vnde man enmac mit rechte decheinen man hoer burgen twingen zvͦ
setzene, den al sin wergelt stett, iz ensi vmbe gelthafte schult, die grozer si
UrkCorp (WMU)
2265,19;
uf dem guͦte [...] das vor ir eigen was und in
ir kamer horte, und och mir gelthaft ist gesin UrkBern
5,413
(a. 1324)
MWB 2 382,37; Bearbeiterin: Herbers
gëlthaftic
Adj.
‘fällig, zinspflichtig’
unde man mag keinyn man hoer getwingin burgin czu seczin, denne als syn wergelt
stet; is en sy denne vmme gelthaftege schult dy grozsir sy SchöffMagdBresl
3:2,85
MWB 2 382,61; Bearbeiterin: Herbers
gëlthërre
swM.
‘Gläubiger’
wilch borgir syn erbe vorsetzit vor guden luden, daz do gelthafft ist, dar hat der
geltherre von ersten sin gelt an StRHeiligenst
81
MWB 2 383,1; Bearbeiterin: Herbers
gëlthuon
stN.
‘Huhn als Abgabe, Zinshuhn’
alle kæsgülte sol man verdienen [...] gelthüenr und gens
mit der habergülte SchwSp(W)
415,13;
SSpAug
215,4;
Benz Ruf git [...] vier gelt huͤenr
UrkHohenz
1,172
(a. 1348)
MWB 2 383,5; Bearbeiterin: Herbers
gëltic
Adj.
‘vergeltend, entschädigend’
er [Willehalm] und diu
küneginne [Giburg] / pflâgen sölher minne, / daz vergolten
wart ze bêder sît / daz in ûf Alyscanz der strît / hete getân [gekostet
hatte] an mâgen: / sô geltic si lâgen Wh
279,12
MWB 2 383,10; Bearbeiterin: Herbers
gëltliute
stPl.
‘Schuldner’
do her [ein hoveman
] synes
herren gelt lute hatte geladen czu ym, do sprach her czu dem ersten: wy vil bistu myme
heren schuldik? EvBerl
114,7
MWB 2 383,15; Bearbeiterin: Herbers
gëltnüsse
stFN.
→
galtnüsse
MWB 2 383,19;
gëltschuldic
Adj.
‘Schulden habend’
do komen czu ym vil ander fluchtige und geltschuldige [
homines
amaro animo et oppressi aere alieno existentes
Ps 141
]
PsMb
29(Glossar)
MWB 2 383,20; Bearbeiterin: Herbers
gëltschult
stF.
1
‘Schulden, zu bezahlende Schuld’
2
‘Geldforderung’
1
‘Schulden, zu bezahlende Schuld’
pfendit ouch ieman vmbe geltshulde, dc gat an den fride niht
UrkCorp (WMU)
N15,29;
die purger sollen gen zum richter vnd sullen die geltschuld summen
StatTrient
136;
die geltschuld, die die dorflüt ze Hoengg der kilchen de Zürich schuldig
werdent, sol man dieselben dorflüt pfenden WeistGr
1,7
(a. 1338);
wie der [Tobias] sinen sun uss sant / umb gelt
schuld ferr in fraͤmde land KvHelmsd
3122;
UrkStraßb
1:467,23
(nach 1129)
2
‘Geldforderung’
wir suln ouch [...] in den vorgenanten zehen jaren
kein geltschulde noch kein ander vorderung han DRW
3,1566
(Kurz, AlbrLahm.; a. 1346)
MWB 2 383,24; Bearbeiterin: Herbers
gëltstoc
stM.
‘Opferstock’
Ihesus gein dem geltstocke saz. / er sach, wie daz die schar vnlaz / gelt in den
stock gewurfen hin EvStPaul
4631;
die richen gabe drugen / in den geltstog dez tempels dar ebd.
9856
MWB 2 383,38; Bearbeiterin: Herbers
gëltswîn
stN.
‘Schwein als Abgabe, Zinsschwein’
swaz von fleische ist, daz sol man verdienen ze sunwenden, âne
geltswîn, diu sol man verdienen ze wîhennähten SSpAug
214,4;
SchwSp(W)
415,5
MWB 2 383,43; Bearbeiterin: Herbers
gëltunge
stF.
‘Vergeltung’
retributionem tuam: geldunge dine PsTr
136,10
MWB 2 383,47; Bearbeiterin: Herbers
geltwort
stN.
→
gëlfwort
MWB 2 383,49;
gëltzins
stM.
‘Zins in Geld’
vnd auch ob ymant wer, der synen zinss nit gebe oder hinterhilte, es sy geldzinss
oder wynzinss WeistGr
1,552
MWB 2 383,50; Bearbeiterin: Herbers
gëltzît
stF.
‘Zeit der Fälligkeit’
[337 Pfund Haller] hat er mir vnd minen erben bescheiden
[...] alle iar zv ir rechten geltzit UrkHenneb
1:67,4
(a. 1316);
vor der geltzcit ebd.
2:62,7
(a. 1343).
2:81,27
(a. 1348);
so sol vns ie vor der nehsten geltzit der zins gevallen UrkWürzb
39,110
(a. 1319)
MWB 2 383,53; Bearbeiterin: Herbers
gelübe
stFN.
vereinzelt glob ( Dalimil , s.u.
1.2
). – auch Pl. ( Ottok ;
UrkCorp
N312,10
).
1
‘Gelöbnis, Versprechen’
1.1 allg. 1.2 in Verbindung mit best. Verben 2
‘Vereinbarung, Vertrag’
1
‘Gelöbnis, Versprechen’
1.1
allg.:
daz er iemens eitgenoz si oder iemens helfær mit gelvͤb oder mit
gvͦt oder mit geisel UrkCorp (WMU)
130,17;
vnde daz die gelub stet vnd vnuerbrochen beleib, dar vbir geb wir in
diesen offen prief ebd.
N312,20;
vntz daz vnser chinde gewahsen vnd ier glub mug chraft gehaben ebd.
3177,13
u.ö.;
ich getrowe iu wol, daz ir / behaltet iwers gelubes kraft PleierGar
5055.
3423;
der sol ledich sin sinez geluͤbes und der
vorgenanten bezzerunge StRAugsb
15,5;
gelübede [Hs. gelube
] vert den êren
pfat Mai
229,40;
Wh
134,25(La.);
Krone
9591.
–
chümpt er [
ein junchherre
] aber
uber vierzechen jar, so huet sich vor gelub der cheusch und der chonschaftt
[...], wann alles, das er dann gelubt
[...], daz hat gantze chraft StRWien
15.
–
daz di lewte [...] im
[Gott] nicht dinten, denn durch sein gelub
[Verheißung] und durch den grôzzen lôn seins
himelreiches MvHeilFr
12
1.2
in Verbindung mit best. Verben:
der herczog ein glob tet, / daz er doch nit hilt stet Dalimil
80,31
(oder zu
geloup
2
?);
UrkCorp
2827,5;
Pl.:
solhew gelub haben wir in getan, daz ebd.
N312,10;
diu gelub, diu er het geben / dem bâbest
[...] über sich, / der wære er gewislich / hinder
sich getreten Ottok
40007.
–
wehallt [=
behalt
] vesstigklich die geschworn aide unnd
dein gelübe HvHürnh
22,5;
Mai
230,1(Hs.);
er het sein gelub und sein aydt / erloset
[erfüllt] erlich Seifrit
7462.
–
ich hab ver redet mich / das ich part noch har /
abgeschnite [...] : / das gelube wirt nit zebrochen
HvNstAp
16853;
wer prichet das gelüb der treu, dem widerfert nichtt
guetz HvHürnh
22,2;
ich [...] enwolde / meins glübs niht abe stan
Krone
11388;
swo auer ich des gelubes vergæs danchs oder vndanches
UrkCorp (WMU)
N582,32
2
‘Vereinbarung, Vertrag’
swelhes bundes od swelhes gelubes min herr bischof Gotfrid mit mir ennain
wirdet, des sol ich im vol ziehen UrkCorp (WMU)
573,27.
–
mit solhem/sôtânem ~
, mit folgendem, ~ erläuterndem Satz:
daz wir [...] ze chavffen haben geben
[...] zwo march geltes
[...] mit solhem gelub: wer, daz
[...], so schulle wier
[...]
UrkCorp (WMU)
N790,27;
vnd ist daz geschehen mit sottam gelub, daz si
[...]
ebd.
1021,13.
1249,23
u.ö.;
UrkEnns
5,70
(a. 1312)
MWB 2 383,59; Bearbeiter: Bohnert
gelübede
stFN.
auch gelobede, -lov-.
1
‘Gelöbnis, Versprechen’
1.1 allg. 1.2 in Verbindung mit best. Verben 1.2.1
ein (sîn) ~ tuon
‘ein (sein) Versprechen geben’
1.2.2
sîn (ein) ~ leisten, bewæren, behalten u.ä. 1.2.3
(zer)brechen, abe gân u.ä. 1.3 auf das Eheversprechen bezogen 1.4 relig. 1.5 Gottes Verheißung (entspr. lat. promissum ,
promissio ) 2
‘Vereinbarung, Vertrag’
2.1
‘bindende Verabredung, Abmachung’
2.2
‘Abkommen, Bündnis’
1
‘Gelöbnis, Versprechen’
1.1
allg.:
swer der ist, der sich in ein ainvnge zuͦ dem andern gesatzt hat
mit eiden oder mit gelubden oder mit brieuen oder mit widerwette
UrkCorp (WMU)
467,15
u.ö.;
swaz er [Freier] die iuncvrowen bat / und mit
gelubde ir zutrat / [...] die gotes getruwe Agnete /
bot im ie toubez ore PassIII
111,66;
nâch ir gelübde se tâten UvZLanz
8823;
nû man ich iuch [...], / daz
iuwer gelübede habe kraft Iw
6838;
daz er der jârzal vergaz / und sîn gelübede versaz ebd.
3056;
schoͤnú gelúbde sunder trúwe tat das ist valscheit
von des túvels rat Mechth
3: 14,18;
Parz
280,24;
Krone
22572;
SSp(W)
2:30.
3:54,2
u.ö.
1.2
in Verbindung mit best. Verben
1.2.1
ein (sîn) ~ tuon
‘ein (sein) Versprechen geben’
ain gelubede wart dâ getân Kchr
8580;
gelobet im doch daz beide, / daz er des lîbes sicher
sî. [...] / nu diz gelübede was getân
Tr
10498;
Kreuzf
4846;
Parz
717,7.
– mit Dat.d.P.:
ich bin der êrste, der û nu / des mîn ganz
gelubde tû: / ich leiste allez, daz ir / hie wellet und bevelhet
Kreuzf
4776;
Ottok
75976;
UrkCorp (WMU)
1603B,8.
– mit ~ erläuterndem abh. Satz:
sie taten ein geloͮbede
[...], / daz sie an deme nehisten tage /
ritten beide samint iagen Ägidius
453;
Tr
6364;
ein gelubde sie tâten under in, / wer die stat
gewunne, des solde sîn / den gênden [dem
Fußvolk] die bereite habe Kreuzf
2857.
– mit Gen. oder Präp. von:
di [...] hatten
[...] / veste globede ouch gedan / steder
kuschekeide Elis
5430;
ob unser frowe gelübde tet von irem magtuom
ThvASu
120,33.
– anders:
Mâbûz sîne gelübde tete [tat, was er
versprochen hatte] / und sluoc des jâres nieman
UvZLanz
3824
1.2.2
sîn (ein) ~ leisten, bewæren, behalten u.ä.:
er [
Crist
] leistit sin gelvbede
/ den gloubigen albereite / nah siner warheite Glaub
1162;
Herb
15899;
Albert
48;
EnikFb
1837;
Seuse
144,16;
nu gilt mir min diͤnst, guͦt geldere, /
din gelovd an mir bewere! MarlbRh
50,8;
swelher vnder vns beiden ditz gelvbde niht behalte, als hie geschriben
ist, den slahe got UrkCorp (WMU)
486,42;
daz er si [Rüdiger die sînen
]
behalten bat / sîn gelübde und sînen eit [die er als
Unterhändler den Gegnern geleistet hatte]
Bit
8611;
Mai
230,12;
MarLegPass
3,138;
Wernh
D 3603.
–
wâr lân/halten:
und quam in an dem phingestage /
[...] der heilige geist ze trôste, / der
[...] daz gelübde wâr liez, / daz in Christ
selbe gehiez KvHeimUrst
1183;
ich wil min gelubde war lan Rennew
8538
u.ö.;
ane allen var / halt ich min geluͤbde war
ebd.
24626
1.2.3
(zer)brechen, abe gân u.ä.:
swie niuwelîch diu guote / warnen verlobet hæte, / daz gelübede beleip
unstæte, / wan si zebrach ez dâ zehant Er
4143;
Rennew
29354;
Wh
177,23;
HeslApk
7869;
im solte Gilân / sînes gelübedes abe gân
Tr
16088;
Krone
11388(La.);
dat ich min gelovd wold nider legen
MarlbRh
105,16
1.3
auf das Eheversprechen bezogen:
nû bist dû [
êbrecher
] meineidic
dîner gelübede PrBerth
1:279,27;
ob ir [...] dekeinem wîbe von
gelubede gebunden sît StatDtOrd
127,16.
102,4;
ob ein man chlæglich ein maget oder ein wip ansprichet, daz si mit im
haimlich ze geluͦbde sei chomen vnd ze chonmanne in habe gelobet ze nemen
UrkCorp (WMU)
2345,1.
– bildl.:
ich hate einen trom gemehelt, ich hate den wan
besessen! eya, wa nu des wanes bilde, des tromes gelúbde?
Seuse
361,8.
410,20
1.4
relig.:
mich läitet mînes gelouben gelubde [mein
Taufversprechen] / daz ich von des tôdes gehugde / eine rede
fur bringe Erinn
1.
– als Ordensgelübde, Profess:
von deme gelovde mache er [Postulant] eine
bete [
petitionem
‘Urkunde’] zv der heiligin name BrHoh
58;
BrZw
58;
der bruder [...] uz sime
gelubde gienc, / die itelkeit in under vienc / daz er niht nach tugenden
warb Vät
15089.
14214;
Pl.:
der [Stellvertreter des
Hochmeisters] entphâhe dieselben gelubede mit den
vorgenanten worten StatDtOrd
128,16;
daz wir vns dar zvͦ gibuͦnden mit vnsirre trwͦe
han vnd mit allen den giluͦbiden, die ieman gitvͦne magc, da
mitte wirs gibuͦnden sin vͦnsirm herringot vnd dem selbin
ordin UrkCorp (WMU)
164,27
1.5
Gottes Verheißung (entspr. lat. promissum,
promissio):
ich wil senden daz gelubde mynes vater in uch [
Lc 24,49
]
EvBerl
98,27;
EvAug
208,20;
bîtet des gelübedes, daz iu der vater gelobet hât: daz ir getoufet werdet
in dem heiligen geiste [Act 1,4]
Eckh
2:73,4;
swie gwis von irm schepfere / daz gelobede were, / doch
was iz zwivels nicht ane HeslApk
20768;
KvHeimUrst
1183
(s.
1.2.2
);
PassI/II
346,90;
TvKulm
5495.
–
unde wânten sie vür wâr, / sie wêren
[...] / in daz lant des
gelübdes [das gelobte Land] kumen
HvFreibKr
466
2
‘Vereinbarung, Vertrag’
2.1
‘bindende Verabredung, Abmachung’
swaz ein hausfrawͤ geluͤbd tuͦt ân
irs wirtes willen, daz sol chain chraft haben StRMünch
380,9.
– jmds.
~ stât alsô u.ä.:
swer sô phenninge oder silber gelden sal, bûtet her dâ wette vor, her
en ist dar mite nicht ledic, ir gelobede en stûnde alsô SSp(W)
3:40,2;
ir gelobede en stûnde anders ebd.
3:5,5.
3:9,4;
Mühlh
170,19.23
2.2
‘Abkommen, Bündnis’
der vride wart bestêtiget wol, / als man mit gelubde sol LivlChr
200.
3503;
[sie] zerprachen die gelübde
[
frangentes federa
]
HvHürnh
22,12.
–
der gelübede arke [
foederis arca, die
Bundeslade]
Reinfr
13102;
Cristes menschheit [...] ist
[...] / befiguriret starke / bi der gelubdis
arke TvKulm
1630.
5463;
Mügeln
124,6.
– in Übers. lat. Wendungen (foedus icere/ferire, foedus
inire):
er slet durch di keine geschicht / mit dir kein
gelubde nicht Hiob
14944;
Jacob [...] / mit Laban ein gelubde slug
HistAE
756;
ein gelubde [...] / Isaak
[...] an / ging [...]
/ mit Abimelech ebd.
713
MWB 2 384,42; Bearbeiter: Bohnert
gelûch
Adj.
Herkunft unklar (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4, 502 glûh, 2.).
‘aufgedunsen, geschwollen’
bra vnd wintbra waren ruh. / sin nase grosz vnd geluh Krone
19659.
19715.
6037;
do irkante sy sin [Hiob] nicht / durch
der gluchen sweren gicht / mit dem er leitlich waz geslayn Hiob
1052;
als jenen der da yzt zuvil, / so daz im bin der hut sin buch /
sere donet und wirt gluch ebd.
8170.
1130;
der lîb von swulsten glûch NvJerAdalb
274
MWB 2 386,28; Bearbeiterin: Herbers
gelûchte
stN.
→
geliuhte
MWB 2 386,37;
gelücke
stN.
auch -luch- (
StrKD
70,78.
107,228;
PrGeorg (Sch)
). – selten Pl. (
KLD:Namenlos
h 8,6;
PrGeorg(Sch)
1,33.35.37
). – Erst mhd. belegt (
SAlex
6292
).
1
‘Schicksal, Geschick, Zufall’
1.1 allg. 1.2
von ~
‘durch Zufall, zufällig’
1.3 etw. an (ein) ~ lân
‘etw. dem Schicksal anheimstellen’
1.4 jmds.
~ ist guot u.ä. 1.5 übertr., ‘vom Geschick zugewiesene Lebensstellung’
2
‘günstiges Geschick, glückliche Fügung, Glück’
2.1 allg. 2.2
ûf/nâch ~
‘auf gut Glück, aufs Geratewohl, in der Hoffnung auf
Gelingen’
2.3
gelückes vunt
‘Fund durch glücklichen Zufall’
2.4 häufig guot ~
(vgl.
1.4
) 2.5 zusammen mit bedeutungsverwandtem heil , (ge)linge ,
sælde u.ä., teilw. formelhaft 2.6 im Ggs. zu arebeit , ungelücke , unsælde u.ä. 2.7 in Verbindung mit best. Verben; 2.8 im Anschluss an die mittelalterliche Vorstellung des personif. Glücks, der
vrou Sælde (vgl. de Boor, Fortuna S. 311 Anm. 1 [Lit.] und S.
314-320), teilw. sprichw. 2.8.1
gelückes rat (vgl.
gelückrat
), das sich drehende Rad des Glücks
( rota Fortunae ) 2.8.2
gelückes bal, schîbe u.ä. 2.8.3
~ ist sinewel, walzet 2.9 personif.
1
‘Schicksal, Geschick, Zufall’
1.1
allg.:
der hêre unde sîn here / fûren dô uber mere / dar si gelucke sande
En
3743;
gelücke iuch müeze sælden wern Parz
431,15;
gelücke iu heil / gebe ebd.
450,25;
KvWSchwanr
1534;
des helfe mir gelücke, daz si uns genædic müeze sîn
NibB
1154,4;
mit gelükke, daz dâ heizet sors, / gewan her Heinrich drîzik ors
DietrGlesse
701;
Parz
322,19;
Wig
1382.
–
wan hete ich zu der stete pflicht, / so hieze ich ouch gelücke nicht
Frl
5:51,14;
gelücke ist underscheiden. [...] / daz ein
ist gut [...]. / ouch wizzet, daz gelücke ist böse
ebd.
5:52,1.7.
– vom Ausgang, Erfolg einer Sache:
der abbet [...] warte der vischære, / welh ir
gelücke wære. / [...] er sprach: ‘wie ist ez
ergangen? / habet ir iht gevangen?’ Greg
982
1.2
von ~
‘durch Zufall, zufällig’
von gelücke daz geschach LBarl
6201;
bî Rôme ein hûs verborgen [...] stêt
[...]. / wer ez suochet und wil ez vinden, / vor
dem kan ez verswinden. / von gelücke man dar komet UvEtzAlex
12519;
er [Christus] trug
[...] / sin cruce; von gelucke / Simon quam und
half im train [vgl. Mc 15,21
]
TvKulm
4504;
Wh
8,19;
RvEBarl
2108;
DvASchr
356,26
1.3
etw. an (ein) ~ lân
‘etw. dem Schicksal anheimstellen’
daz ir iu kieset einen man
[...], / der ze kampfe sî getân / und an gelücke welle
lân, / weder er genese oder entuo Tr
6118;
Eracl
4872;
ähnl.:
daz gluͦck sich / vnderwijlent verkeret, / vnde danne den man
vneret, / der sich so an es verlat [sich ihm
ausliefert]
Krone
21513.
– vgl. andererseits:
nu muͤste [...] /
Gedeon [...] an got sin gelúcke
lan [seinen Erfolg oder Misserfolg Gott
anheimstellen]
RvEWchr
18578
1.4
jmds.
~ ist guot u.ä.:
[Turnus:] ich wolde ê selbe sterben [im
Zweikampf gegen Aeneas] . / iedoch trouwe ich wol genesen, /
sal mîn gelucke gût wesen En
8734;
swaz man dem unsæligen [zum Unheil Bestimmten]
tuot, / sîn gelücke wirt doch nimmer guot Er
6007;
UvZLanz
8504;
Iw
5517;
sie wolde baz ir gelucke sehen Herb
15809
1.5
übertr., ‘vom Geschick zugewiesene Lebensstellung’
her [...] vregete si wi si hizen und wannen si
wêren und waz ir glucke wêre. dô sageten si iz ime: ‘wir sint erzte und
sint kristen.’ HvFritzlHl
206,2
2
‘günstiges Geschick, glückliche Fügung, Glück’
2.1
allg.:
ich hân gehœret jehen, / daz schade nâch gelücke kumet Bit
2925;
wir haben Gaschiere / gevangen einen grâven abe
[...]. / sölch gelücke kumt uns selten
Parz
31,26;
UrkCorp
N746,9;
mir was gelückes dâ verzigen Iw
748;
owê, dâhte der künec dô, / wie wenket mir gelücke sô? /
waz ist der gote râche ûf mich? RvEAlex
342;
JTit
5081,1.
– als Prädikativum:
sie [die Menschen]
[...] vielen in mangen irretuom. / daz gloupten
sumelîche / daz al daz ertrîche / ein gelücke wære LBarl
2400;
dâ stuont ein wol gewahsen eich, / diu was im ein
gelücke. / an si kêrt er den rücke / und hete von ir schirmes gnuoc, / sô
daz in nieman hinden sluoc KvWTroj
34753;
LivlChr
11054;
von einer Person:
dô der süeze Anfortas / dîn wirt unt dîn gelücke
was [d.h. derjenige, der dich glücklich machen
konnte]
Parz
441,24
2.2
ûf/nâch ~
‘auf gut Glück, aufs Geratewohl, in der Hoffnung auf
Gelingen’
[Kaiser Eraclius will mit der Kreuzreliquie nach Jerusalem
einziehen:] barvuz mit grozer armekeit / nam er do uf den
rucke / daz kruze uf gelucke / und quam alsus zu der stat. / seht, wa die mure
[die sich ihm zuvor verschlossen hatte] entzwei
trat / und lie wesen als da vor / an ir ein gerumez tor! PassIII
282,68;
ubir dî brucke / sach man ûf gelucke / dî brûdre loufin NvJer
12322.
–
den ein tuot waffen vrei [macht seine Bewaffnung
unbekümmert] , / so vert der [andere,
Unbewaffnete] nah gelüke Krone
2933;
Jeisbût intsebete, / daz er hatte des tôdis stich
[...]. / îdoch slûg er zurucke / nach wânis
gelucke NvJer
19667
2.3
gelückes vunt
‘Fund durch glücklichen Zufall’
quecsilber wart nie wilder dan gelückes vunt RvZw
264,3;
dich mag wol betowen / gelúkes funt vnd selden [=
sælden
] regen MinneR471(Pf)
2,47.
– von einer Person:
mîn trût, [...] du bist
gelükes vunt SM:KvL
2: 4,4.
10:2,11
2.4
häufig guot ~
(vgl.
1.4
):
und wirt er danne des gewert, / daz sîn ein guot gelücke
pfliget / und er den lewen an gesiget UvZLanz
1741;
der man hât guot gelücke, / swer den
stein [einen achât
] bî im hât: / swâ er
rîtet oder gât, / er wirt nimer gevangen Volmar
206;
Herb
1653;
KLD:RvR
2,47;
LivlChr
11970;
Tauler
189,3
2.5
zusammen mit bedeutungsverwandtem heil, (ge)linge,
sælde u.ä., teilw. formelhaft:
durch vnser sele giluͤke vnd haîle UrkCorp (WMU)
473,19;
PrGeorg(Sch)
15,283;
Tristan [...] seite im, alse ez
was geschehen, / sîn gelücke und sîne linge Tr
16193.
10593.
18455;
KvWTroj
27546;
gesuntheit, sælde und allez guot, / gelücke, vreude
rîchen muot / enbiutet dir [...] der vater dîn
RvEBarl
13818;
Herb
6770;
Athis
C 152;
Eckh
5:55,19
2.6
im Ggs. zu arebeit, ungelücke, unsælde
u.ä.:
nu er im hæte geseit / sîn gelücke und sîn arbeit
Tr
10746;
daz unglück und glück peidiu ungewis sint und unstæt
BdN
203,26.
203,21;
JTit
2211,1;
Eckh
1:276,2
u.ö.;
leider tac, [...] / du wære ie
mînes heiles diep, / der mîn gelücke stôrte / mit unsælden kumberlich
KvWLd
15,35;
dis betrahten [...] truket mich
in gelúcke und haltet mich in widerwertikeit [
me erigit in
adversis, in prosperis deprimit Seuse, Horologium
493,15f.]
Seuse
255,4;
MarlbRh
3,27
2.7
in Verbindung mit best. Verben;
~
waltet:
daz her den lip ie behielt, / groz gelucke des gewielt
GrRud
H 56;
gelücke müezes walden! Parz
678,17.
351,22.
701,27;
SAlex
6292;
UvZLanz
4464.
– jmdm. geschiht ~
:
da ime daz gelucke geschach / daz her den heiligen man
sac Ägidius
902;
Troylus des genoz, / daz er im [dem
Diomedes] daz ros erstach. / svlich gelucke im geschach
Herb
6378.
vns enkan gluckes niht geschen ebd.
11926;
Tr
7464;
LivlChr
9318.
11217.
– jmdm. volget ~
:
daz dem wirte nie / an deheinem dinge missegie, / wan
daz gelücke volget im ie Wig
1052;
MNat
17,20;
so bit ich got, das [...]
dir alles gelúck und heil volg Seuse
483,5.
394,7;
ähnlich:
hôch gelücke mit im vert, / manlich heil ist im
beschert RvEAlex
4757.
–
~ wächst, geht auf, schwindet:
sô möhte ime gelücke, heil und sælde und êre ûf rîsen Walth
29,31;
von sældenrîchem manne / gelücke wahset mit genuht
KvWTroj
5691.
12449;
des vater guot gelücke swein RvEBarl
13725;
sie slûgen manchen rischen man, / die sich wol mochten hân gewert, /
wêr ir gelucke nicht verzert LivlChr
1468.
– jmd. hât ~
:
den Crichen gebristet niht. / ez ist ein harte riche
dit. / sie han gelucke vnde heil Herb
2154;
waz haben wir wider got getan, / daz wir gluckes niht
enhan? ebd.
11684;
swer wænet hân gelücke ân
in [
got
] , / daz ist ein
tœrlîcher sin RvEAlex
4801;
NibB
249,3;
Wig
1883;
NvJer
19915;
subst.:
der on al buß / wirt von diser welt begraben / mit
dem boͤsen gluͤck haben, / das ist ain versichtlich sach, / er
kom doͤrt ze ungemach Teichn
577,48.
– jmd. versuochet sîn ~
:
dô versuochte unser herre sîn gelücke dannoch baz PrBerth
2:209,11;
Ammenh
17943;
mit folgendem indir. Fragesatz:
ich wil vürebaz / mîn gelücke noch versuochen, / ob dâ vrouwe Sælde
mînes heiles welle ruochen Neidh
WL 35:3,12;
Walberan(L)
2782;
Seuse
12,12;
ähnl.
RvEWchr
18370.
– etw. stât an ~
:
ieglich ellenthafter degn / muoz al sîne manheit lân
/ an sælde und an gelücke stân RvEAlex
7138;
vil dinges an gelu̇cke stat UvZLanz(K)
7518b;
RvEBarl
11864
2.8
im Anschluss an die mittelalterliche Vorstellung des personif. Glücks, der
vrou Sælde (vgl. de Boor, Fortuna S. 311 Anm. 1 [Lit.] und S.
314-320), teilw. sprichw.
2.8.1
gelückes rat (vgl.
gelückrat
), das sich drehende Rad des Glücks
(rota Fortunae):
daz stât an des glückes rade Freid
110,17;
daz glüches rat / jst vertig vnd sinewel Krone
4144;
wolde geluckes rat / uf minen gewin sich schiben MinneR210
222;
jô walzet ir [der
sælde
] gelückes rat / vil stæteclîche ûf unde
nider KvWTroj
2350;
im diente des gelückes rat, / daz im nach êren umbe
lief ebd.
7244;
KvFuss
1620;
RvEAlex
2407;
SM:Wi
9:12,3.
– bezogen auf das Bild / die Vorstellung menschl. Figuren, die mit
dem Glücksrad auf- und absteigen:
gelückes rat daz treit vier man: / der eine stîget abe, der ander
stîget an, / der dritte ist obe, der vierde der ist under Sigeher
7,1;
Wig
1047;
SM:JvR
1:13,1.
– jmd. sitzet / vert / stîget ûf gelückes rade
u.ä.:
wer hât ir [der Frauen]
gunst, der sitzet ûf dem glükes rade SM:JvR
1: 10,13;
sie vuoren ûf gelückes rade Flore(S)
845;
sie wâren hôhe gestigen / ûf des gelückes rat, / nû müezen sie von
der stat / aber nider rucken ebd.
6149;
er [Georg] ist komen ûf gelückes rat, /
daz muoz im immer stille stên [d.h. sein Glück nimmt kein
Ende]
Georg
194;
RvZw
91,4;
JTit
5277,2;
Neidh
WL 25:6,13.
–
got werfe in von gelückes rat Freudenl
698;
ich muoz iemer ligin under glükes rade, / mirn
helfe ûf mîn frowe sældebære SM: Had
30: 1,9;
KvWLd
1,128.
– seltener stellt das Rad selbst das Glück dar:
sô vürhte ich, daz gelückes rat noch vor dem rîche
[dem Kaiser] stille stê
[d.h. nicht bis an ihn herankommt]
WernhSpr
10,9;
zuo slîchet dir gelückes rat / und setzet dich ûf sich enbor
Georg
2360;
gelückes rat ist sinewel, / im loufet maneger nâch, doch ist ez
vor im gar ze snel / unt lât sich doch erloufen williclîch, den ez
beswîchen wil RvZw
91,1.
– Bez. einer wie ein Rad gebauten Brücke, die nur tugendhafte
Leute über sich lässt, andere herabwirft:
dar nach rayt der Printzel /
[...] uber deß geluckes rad /
[...] durch das tor in di stat
HvNstAp
11335.
11206(La.).
13433
2.8.2
gelückes bal, schîbe u.ä.:
geluckes balle [...] het inz geweltzet bazzer
JTit
2418,2;
die [Krieger] hetten sich
gelazzen / zv tode vnde zv libe, / dar nach daz die schibe / des gluckes
leuffet vnde get Herb
13167;
ûf gelückes schîbe / stên ich nû ze stunden
SM:Ro
3: 3,5;
Martina
218,28;
Erlös
2820.
–
gelücke ist rehte als ein bal: / swer stîget, der sol fürhten val
Freid
114,27
2.8.3
~ ist sinewel, walzet:
gelücke daz ist sinewel dicke alsam ein bal Kudr
649,2;
gelücke ist oft sinewel, / hiute nider, morgen hôch Gauriel
4982;
Wh
246,28;
Krone
5965;
Renner
17270;
auch Pl.:
gelücke diu sint sinewel KLD:Namenlos
h 8,6.
–
gelücke ist gar ein wildez lôz, / daz dicke
walzet an und abe KvWTroj
18400
2.9
personif.:
gelücke daz enhœret niht / und selten ieman gerne siht, / swer triuwe hât
Walth
90,19;
mir hât gelücke dich / gesendet, herzen freude mîn
Parz
801,6;
dô kêrte von in unde vlôch / gelücke, daz in wonte bî
KvWTroj
5755.
12608.
18960.
22844;
Krone
11192.
11344;
RvZw
248,4
MWB 2 386,38; Bearbeiter: Bohnert
gelückede
stN.
stF.
Seuse
364,26
(s.u.).
‘Glück’
gelúkt hat mir mit dir [Gott]
gevolget und alles guͦt han ich in dir und mit dir besessen
Seuse
15,23.
15,22;
daz er sin glúkt an ir versuͦchte, ob er si von der
schedlichen wise zuͦ got moͤhti bringen ebd.
136,5;
das man verbotten hât durch der stat gelùkt und hail willen, das nieman ainen
pfenning umb den andern ze wuͦcher lihen sol StRStGall
15,16.
– übertr., als Anrede eines Kindes:
do er sah daz kindli also weinen, do trukt er es lieplich an
sin herz und sprach: swige, gelúkd mins! Seuse
122,11.
– personif., ‘Glücksgöttin’, stF.:
es waz liep und leid, leid und liep, dar na als es gab der
Glúkd rad Seuse
364,26
MWB 2 389,61; Bearbeiter: Bohnert |