Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
      glôriôslich Adj., Adv.
      glôrje swstF.
      glôsâr stN.
      glôse swstF.
      glœselîn stN.
      glosen swV.
      glôsen swV.
      glôsieren swV.
      gloste stF.
      glosten swV.
      glote swSubst.
      1glotzen swV.
      2glotzen swV.
      glûche Adj.
      glück-
      glüejen, glüen swV.
      glüejendic, glüendic Adj.
      glüene Adj.
      glûmende Part.-Adj.
      glunke swF.
      glunkern swV.
      glünsen swV.
      glunst stM.
      gluot stF.
      gluothaven stM.
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   glôriôslich - gluothaven    


glôriôslich Adj., Adv. adv. -lîchen. ‘ruhmvoll, glorreich’ ein einiger tropfe des glorioslichen schowens, das man in ewikeit schowet, über triffet alles, das kein lerer in zit da von ie gesprach PrEngelb 192,376; zuo dem drytten male so sechent si aber got aber dis ist ein glorioslich schowen das ist besser ze bevinden denne da von ze sprechen ebd. 192,374. allez volk vraüt sich. in allen dingen. di glorioslichen von im geschahen EvAug 171,18

MWB 2 835,37; Bearbeiter: Hansen

glôrje swstF. auch glôri, glôria; zu lat. gloria. 1 ‘Ruhm, Ehre’
1.1 auf Gott bezogen
1.2 weltlich
2 ‘Herrlichkeit, Erhabenheit, Majestät’ (v.a. Gottes)
3 ‘Freude, Euphorie’
   1 ‘Ruhm, Ehre’    1.1 auf Gott bezogen: nút daz sine in keinen dingen, dan alleine der ere und der glorie gottes begeren Tauler 48,33. – spez. ‘Ehrerbietung, Lobpreisung’ in der hohsten ierachie / si got lob und glorie! SHort 1296; alle des menschen gunst und grunt und meinunge sal sin yme [Gott] , yme glorie, yme der wille, die truwe, nummer unse nutz noch lust Seuse 534,18    1.2 weltlich: diu kost an der ziborje ist in der hoͤh wabende / dem lande uber al zu glorje JTit 6240,2; was eren [La. glori ] hast du [Kaiser] des, ob du übest lasster der unweschaidenlichenn tier HvHürnh 14,2; sú schoͤppfent durch die sinne und ziehent es also in irre vernunft das sú grosse ding verstont, und hant do inne ir glorien [rühmen sich dessen] Tauler 41,16; Seuse 534,21. – übertr.: aller triwen glorie / hatz auch in sensitiva / virtute, da bi da / in maginacione [l. imaginacione ] WhvÖst 12784. – personif.: er [König Walwan] hielt in starker storie, / bi im hielt diu glorie, / sin sweher kuͤnc Agrant; / manic vrecher wigant / hielt bi in under irm vann WhvÖst 8318    2 ‘Herrlichkeit, Erhabenheit, Majestät’ (v.a. Gottes): dis ist das got git nach dem richtuͦm sinre glorien Tauler 366,10; alse man in [Gott] her nach in siner glorie in himelriche sehen sol DvAStaff 422; die glori gottis dü ist komen in Israel übermitz den weg des ufganges der sunnen [vgl. Ez 43,2] ThvASu 120,29. 212,6; HeslApk 7387. in hoher glorge / sie [Amor und Venus] saßen und in magestatt Minneb 3308; des habend wir ain byschafft schon / by der glori her Salamon KvHelmsd 3892. – spez. die Herrlichkeit des himmlischen Gottesreiches, metonym. dieses bezeichnend (nicht scharf von der Herrlichkeit Gottes zu trennen, vgl. auch genâde 1.3 ): diu glôrie enzerstœret niht gnâde, si volbringet sie, wan glôrie ist volbrâhtiu gnâde Eckh 5: 289,6; ŏch nemet er [Simeon] in [ vnsern herren ] eine himelsche ere, wenne er sinen userwelten die ewige glorien wil geben ElsLA 188,27; also enmag nieman die glori gesehen niht wan der in der glorien ist ThvASu 320,20; KvHelmsd 3855; Tauler 39,3. – von der Verklärung Christi (vgl. glôrificieren 2): muͦste nit liden Crist / daz von im gesriben ist, / und so gant [l. gân, vgl. Anm.z.St.] in sin glorje? SHort 10001    3 ‘Freude, Euphorie’ si furen hin in gloria / di richte gegen Galacia. / si furen hin mit freuden pracht [Freudenlärm] / den selben tag und di nacht HvNstAp 5368

MWB 2 835,47; Bearbeiter: Hansen

glôsâr stN. Wörterverzeichnis mit Erläuterungen: glosár [interl. zu summarium in Überschrift incipit prologus in librum, qui intitulatur summarium (d.i. Summarium Heinrici Hs. C)] Gl 3:62,Anm.13 (BStK882)

MWB 2 836,33; Bearbeiter: Hansen

glôse swstF. auch glôsa, glôs, selten gelôse ( Seuse #/- 529,9#/+); zu mlat. glos(s)a. 1 ‘Deutung, Erklärung, Auslegung’
1.1 spez. eine von kirchlichen Autoritäten formulierte Auslegung oder Kommentierung des Bibeltextes, in einigen Belegen wird spez. die Glossa ordinaria gemeint sein (vgl. hierzu TRE 13,452-457)
2 ‘beschönigende Deutelei’ (zur Rechtfertigung sündhaften Verhaltens; vgl. glôsieren 2 )
   1 ‘Deutung, Erklärung, Auslegung’ got der sprach: ‘schrib den luten / die di stat han begriffen, / wenne sie sint besliffen [in Sünde gefallen] .’ / diz wort hat einer glosen not HeslApk 2267; an daz si [die Juden] den sinn vercherent / und ein falsche glos darauf lerent Teichn 564,3630; swaz doch her Aristotiles / und ander lêrer haben volfüert: / wirt des ein teil von mir gerüert / mit kurzen worten und mit glôsen, / daz ensol nieman verdôsen [überhören] Renner 19277; HvNstGZ 1260; Mechth 5: 22,14. – allg. von Sinndeutung: sôn hân wir ouch der muoze niht, / daz wir die glôse suochen / in den swarzen buochen Tr 4689; swer der rede kunde / gewunne, secht, die glose er wol ane vrage vunde Frl 5:121G,11; kein tor entbint die glose ebd. 7:41G,19; WhvÖst 2709. – übertr. ‘Bedeutung, Sinn’ nw ist der trawm peschaiden. / ir sult euch nicht lan laiden / das ich das zwispil han gethan: / es ist ain hohe gloß dar an HvNstAp 90; diz wort teilet sich in viere, / wen iz viervalde glosen treit HeslApk 6149; in disen worten luzet / ein rede von tiefen glosin ebd. 5491    1.1 spez. eine von kirchlichen Autoritäten formulierte Auslegung oder Kommentierung des Bibeltextes, in einigen Belegen wird spez. die Glossa ordinaria gemeint sein (vgl. hierzu TRE 13,452-457): ich wil sagen unverdait, / waz di glose davan sait HistAE 2130; daz vindet ir alle an der glose, / di nicht valschez tichtet / noch nicht argez berichtet Brun 2333; durch daz ich geswigen wil / der glosen, want ir ist zu vil. / ich wil lichtlich und slecht / den text, mag ich, uz legen recht, / als ich allerbeste kan Hiob 494; den wân von dem stain hât diu alt glôs über daz puoch Leviticum BdN 454,8. 185,27. 185,32 u.ö.; RvEWchr 27970    2 ‘beschönigende Deutelei’ (zur Rechtfertigung sündhaften Verhaltens; vgl. glôsieren 2 ): si wolte und wolte doch nit, si wolte gar selig sin und da mit ir selben na lust und gemach des libes och gar gnuͦg sin, und wolt daz mit schoͤnen glosan zuͦ bringen [zustandebringen] Seuse 369,9; nu vindet sú so vil glosen: ‘ich muͦs dis haben, dis schat nút, das schat nút’ Tauler 127,31; sú [die schlechten Christen] [...] bitterent rehte ir hertze wider sú [die Gottesfreunde] und vernútent ire werke und ir leben, sú vindent so vil glosen [deutelnde Einwände] wider sú ebd. 62,40. – in den Wendungen âne alle ~ und alle ~ abe: ane alle glose sind sú dir ein gift Seuse 372,10; in der worheit ane alle glose Tauler 139,2; kinder, alle gelosen abe und alle mentel! Seuse 529,9; man keer es, wie man woͤll. all glosen ab! disen weg muͦsz man geen ebd. 518,17

MWB 2 836,38; Bearbeiter: Hansen

glœselîn, glœsel stN. Dimin. zu glôse . ‘(kurze) Deutung, Erklärung, Auslegung’ ‘uf gevilde alle tyr / dem elyphante heymlich sin.’ [vgl. Iob 40,15] / dor uf spricht daz gloselin / daz man vernemen by dem vy / sol di lute di al hy / heymlich dem tuvel wesen Hiob 14848; mit geloube ich alhie pflege, / daz ich dir druf ein glosel pote Pass III 439,46; Daniel 8292

MWB 2 837,28; Bearbeiter: Hansen

glosen swV. ‘glühen’ (s.a. glosten und 2glotzen ): daz fiwer ouz den helmen bran / reht alsam ein glosende gluͦt Dietr 8854; die staine [...] prasten von ainander / vnd glosten sam ein zunder Wernh A 4606; der künic [...] hiez diu köler eiten, / [...]. / dô daz fiur glosent wart, / dô wart niht lenger gespart, / man hiez daz kint dar în gân EnikWchr 6829; heiz si [ koln ] vast eiten [brennen] , / daz si glosen als ein gluot ebd. 6811. 28600. ob aller der werlt holtz zu samen / inein chalich [l. kelch ] wurd getan, / da ging saͤmleich hitz nicht van / sam ez in der hell glost Teichn 96,21. – übertr. (häufig im Vergleich): do was er so nazer / nah tot nah dem vrost, / wan daz er glost / ser von der arebeit, / die er von dem degen leit Krone 4305; sîn herze in êren gloste / alsam ein glimmund îsen Ottok 60062; Serv 3509. – spez. vom Glanz der Edelsteine und des Goldes: golt in sîden gloste / dar an alsam ez brunne Reinfr 2500; des schilt in rœte gloste / von rubîn rôt alsam ein gluot ebd. 1192; der karrâtsche von golde glost UvEtzAlex 6152; an dem helde moht man schouwen / harnasch von rîcher koste. / nâch viures varwe gloste / waz der werde an im fuorte ebd. 11848. 19780; Mai 41,2. 41,28; Heidin III 1758. – von rotem Samtstoff: an im von rîcher koste / ein tiur samît gloste / vor rœte als ob er brunne UvEtzAlex 9376

MWB 2 837,36; Bearbeiter: Hansen

glôsen swV. ‘etw. deuten, erklären, auslegen’ (zu glôse , vgl. glôsieren ): vernemit hie min kosen, / wan ich den text wil glosen / von dieseme ewangelio PrHess 5,2; nu vurchte ich mir der vrowen gramen, / ob ich die rede bedute / [...]; / laz ich die rede bliben / daz ich sie nicht englose, / daz ist der werlde bose HeslApk 3705; alsus glosot sanctus Augustinus dise rede vnde gelichit die natúrlichun kranchait deme slangen PrGeorg (Sch) 4,246. 16,31; Klausner 61; JTit 1687,4. ob dich der rede betrage, / [...] / die ich nu gegloset han / uf Cristum, den herren min Pass III 77,62. man glose ez [das wîp-vrouwe-Problem] hin, man glose ez her Frl 5:107G,13. – mit Obj.-Satz: nvͦ horit, lat vch glosen, / dvͦrch waz nieman mit eren / gediene mag zwein heren PrHess 60,4

MWB 2 837,63; Bearbeiter: Hansen

glôsieren swV. 1 ‘etw. deuten, erklären, auslegen’ (vgl. glôsen )
2 ‘etw. deutelnd beschönigen’ (hier Part.-Adj., vgl. auch glôse 2 )
   1 ‘etw. deuten, erklären, auslegen’ (vgl. glôsen ): wie daz si, daz beschaidet úns sant Augustinus und glosiert die rede PrGeorg 116,7; den text von minnen twingen / mac man hin her glôsieren / mit sprechen und mit singen Hadam 527,2; ab ich daz recht glosire TvKulm 3872; Teichn 464,534; Pilgerf 8784. hie nach wirt geglosieret, / von welher kunst kuͤnne / daz selbe kindel [ein Bildnis des Cupido] bruͤnne WhvÖst 3978. – refl.: Barbidele, der name sich glosieret / ‘noch lieber dann diu sele’ (er meint vil liht, diu do die gigen zieret? [...]) JTit 5355,1    2 ‘etw. deutelnd beschönigen’ (hier Part.-Adj., vgl. auch glôse 2 ): so ist ouch das betrogene bihte, das der mensche der geht und bihtet sime bihter mit alse gar glosierten behenden worten, das ettelicher bihter sich selber usser den sachen nút wol gerihten kan MerswSend 192

MWB 2 838,15; Bearbeiter: Hansen

gloste stF. auch gelost(e). ‘Glühen, Glut’ (vgl. glosten ): ein gezelt von reicher chost, / daz ez der sunne erpoͤt gelost / von reichem edeln gestaine / vnd von roͤtem golde chlaine Heidin II Sprossrez. M,21; ouch was dem schilte al umbe der rant / von durchliuhtem golde rôt, / daz er der sunne glast erbôt [La. daz er durch di sunne gloͤst erpot ] ebd. 2242 (oder beide zu glast stM.?). – übertr. ‘Hitze, Wüten’ des sturmes [Kampfes] geloste / hup sich mit koste Herb 9538

MWB 2 838,33; Bearbeiter: Hansen

glosten swV. ‘glühen’ (nur übertr.; s.a. glosen und 2glotzen ; vgl. auch glesten ): ir form sach man glosten / von scham alsam ain glúend kol SHort 7986. 10532; daz in diu stirne / glostende werden, als si in sîn angizunt SM:Had 18: 1,10. – vom Glanz der Edelsteine und des Goldes: diu rotte sich geflizzen / het ûf gezierte schilte. / [...] / sich liez ir iegelicher / den strît vil gerne kosten, / dâ von sach man dâ glosten / kleinœte manger leige var KvWTroj 32844

MWB 2 838,43; Bearbeiter: Hansen

glote swSubst. eine Blumenart: der furste von Brubanje und der von Saxonie [wurden beim Turnier einander zugeteilt] . / beleip icht uf der planje? viole, gloten, gloien, patonie, / daz wer vor in begruͤnet da JTit 1984,2

MWB 2 838,53; Bearbeiter: Hansen

1glotzen swV. ‘glotzen, stieren’ daz in [den Spielern] diu ougen glotzen dicke / als einem kater in einem stricke Renner 6585

MWB 2 838,58; Bearbeiter: Hansen

2glotzen swV. ‘glühen’ (nur übertr.; s.a. glosen und glosten ): ob tusent, tusent sunnen zeschirben weren gestucket / und also gluͤnde brunnen sich heten uf ir wapenkleit geflucket, / solch glesten sach man glenzen, glotzen, glitzen JTit 866,3. – Part.-Adj.: attravers dar ynnen [Schild] / brent fuͤr von Agrimontin / und von glotzendem rubin Minneb 2432

MWB 2 838,61; Bearbeiter: Hansen

glûche Adj. ‘glänzend, schimmernd’ von gehilwe unde heitere wirt der regenboge / vone des sunnen wirmen jouch dere wolchene fiuhte, / also des fiures glanst durh daz wazzer liuhte. / daz dritte dar unter ist des himiles varwe gluche Himmelr 5,15

MWB 2 839,5; Bearbeiter: Hansen

glück- gelück-

MWB 2 839,10;

glüejen, glüen swV. 1 intr. ‘glühen’
2 tr. ‘etw. glühen, zum Glühen bringen’
   1 intr. ‘glühen’ über naht liget ofte ein kol / in den aschen verborgen / und glüet unz an den morgen Eracl 2122; der ofen, der da gluote SüklV 678; der stal [der Rüstung] glute dar inne Rol 5547; dar [ aitoven ] gluͤgte starke fúres diess [Feuerglanz] KvHelmsd 2428; Mechth 6: 29,9. sô mac er [der Same Gottes] wol bedecket werden und verborgen und doch niemer vertilget noch in im verleschet; er glüejet und glenzet, liuhtet und brinnet Eckh 5: 111,20. – häufig als Part.-Adj.: lege dar vͤmme [um den Topf] gluͤende koln vnd laz ez langsam backen BvgSp 12; man schol in vuren czu der schraiat [zum Pranger] und schol in merchen mit eim gluenden eysen StRBrünn 349; man nimt ain glüend eisen oder glokspeis und habt im [dem Bären] daz für, sô erplint er zehant BdN 163,5 u.ö.; Pelzb 141,2; Mügeln 36,6. – übertr.: Lamparten glüet in ketzerheit, war umbe leschest dû daz niht? WernhSpr 2,4; dar [Paradies] sein gedanch ie glüete, / sider er sich ihtes versan Serv 1626; Tristan und die blunde Isôt / in glüender minne lâgen tôt HvFreibTr 50; Parad 88,4; MarlbRh 91,34    2 tr. ‘etw. glühen, zum Glühen bringen’ swie harte sich der muoet, / der daz isen gluoet / unde ez danne hin treit, / einem an die hant leit, / ist er rehte dar chomen / [...], / daz viur in nine brennet VRechte 244; glüejen unde vliezen / muoz ez [ gesmîde ] sich lâzen, swie er [Gott Vulkan] wil RvEBarl 9726; di kolen da der smit sin isen inne hat gegluet in der ese SalArz 79,55. – spez. ‘anheizen’ (von Öfen, Feuerstellen): do hiez er einen ouen gluen vnd hiez [...] pech vnd swebele darin zerlazzen Konr 14,90; dô bat der alte vîent [der Teufel] ê / sîne schergen dannoch mê / wîze bereiten, / ir chomîn glüen und eiten / und ander tormentâle KvHeimUrst 1706

MWB 2 839,11; Bearbeiter: Hansen

glüejendic, glüendic Adj. ‘glühend’ die hie den úberatz [Völlerei] [...] begant, die muͤssent mit ewigem hunger vor Lutzifer stan und essent gluͤjendige steine Mechth 3: 21,56; do schos Iohannes Thises zcu hant / ein glundigen pfil in den herczog Dalimil 57,33; der tiere bleib dâ vil tôt, / wande si branten ir mûlen / an den glûndigen sûlen / von des fûris flammen SAlex 4437; fiurîn und glüejendic PrBerth 2:23,16; OvBaierl 121,7; Brandan 433

MWB 2 839,48; Bearbeiter: Hansen

glüene Adj. ‘glühend’ herr, dy gluͤen kolen werden auf sy fallen [ cadent super eos carbones ignis Ps 139,11] PsMb 30 (Glossar); in aynen gluenen offen [ clibanum ignis Ps 20,10] ebd. 30 (Glossar)

MWB 2 839,58; Bearbeiter: Hansen

glûmende Part.-Adj. ‘bösartig, tückisch’ (md./nd., vgl. Schiller/  Lübben 2,123; vgl. auch beglûmen ): swer halt eynen glûmenden hunt oder eynen tamen [zahmen] wolf oder hirt [Hirsch] oder beren oder aphen, swaz die zu schaden tûd, daz sol her gelden SSp 100,18

MWB 2 839,62; Bearbeiter: Hansen

glunke swF. Bez. baumelnder Locken (vgl. glunkern ): wenn er sein raide löcke windet, / so will er es alles sein, / so die glungken glangken umb den kragen Neidh (S) 2,227 c125:4,3

MWB 2 840,4; Bearbeiter: Hansen

glunkern swV. ‘baumeln, hin und her schaukeln’ ein reck were zú velde komen / vnd hett einen tyost genomen / widder einen stoltzen Rabinis; / [...] / er liesz jne vf der erden sweben / hinder dem sattel vf der sla [auf dem Weg] , / daz er also hett geglunckert da, / das jne der wint nyrgent fuͦrt Krone 18241

MWB 2 840,8; Bearbeiter: Hansen

glünsen swV. ‘glühen, glimmen’ als der eine kerzen næme, diu erloschen wære und noch glünste und toumte [rauchte] Eckh 1:336,6. do gab in der strasse schin / ietwederthalp duͥ bruͥnne sin, / als ob si enzuͥndet waͤre. / reht alsam ain gluͥnsende gluͦt / luht im sin schilt und oͮuch sin huͦt EckenlE2 42,4

MWB 2 840,15; Bearbeiter: Hansen

glunst stM. ‘Glanz’ (vgl. auch glanst , glenste ): ich wolde daz eyn vinster dunst / het uber zogyn der sterne glunst Hiob 1350

MWB 2 840,22; Bearbeiter: Hansen

gluot stF. auch geluot ( KarlGalie 1056, GTroj 8103 ). ‘Glut’ 1 allg.
1.1 metonym. ‘sengende Hitze’
1.2 bildl.
1.3 in Vergleichen (vgl. auch Friedrich, PhrasWB, S. 168)
2 phras.
   1 allg.: ist, daz man glüend gluot mit des paumes aschen bedecket, sô wert si ain jâr BdN 325,22; do stvnden aber di chnehte vnd di dienere zv der glvet. wan ez was chalte. vnd wirmpten sich [ stabant autem servi et ministri ad prunas Io 18,18] EvAug 265,16; ein altez wîp ersach er sân, / diu saz bî einer gluot. / er [...] bôt dem wîbe guoten tac, / dâ sie bî ir fiure lac Eracl 2209; AvaLJ 135,1; Mügeln 368,5. sie roubeten vnd branten, / allez daz sie beranten. / daz lant in gluten allez schein [das ganze Land leuchtete in Glut liegend] Herb 3905. – spez. von häuslichen Feuerstellen, Kochstellen: dô flôz im [Fischer] engegene / ain maget [...]. / dô îlte er si vâhen; / er truoch si zuo der gluote Kchr 11902; da heim bi der glut StrKD 7,144; in stuben und ouch bî der gluot SM:Had 18: 3,10. 18: 1,3. 44: 1,4    1.1 metonym. ‘sengende Hitze’ den [Ochsen] get daz fuer vz dem mvnde. / nie dehein man enkvnde / sich des behuten, / er mvste von den gluten / gar vurbrinnen an den tot Herb 996; ein guldin fingerlin, / daz wider den zouber solte sin / [...], / wider den wurm vnde wider des fures glut ebd. 1030; mit deme wazzere ward diu werlt hie bevore gereinet, / mit deme fiure here nach an den die sich habent vermeinet. / [...] / die rehte in aht sælden gelebent, gnesent in dere gluote Himmelr 6,14; der [ heilant ] wirt richten mit der glut HistAE 1006. sam der smít tingelet uf den anbóz, / so daz isen ist ingluͦte [in glühendem Zustand] Rol 4119. – von der Hölle (vgl. hellegluot ): dir ist bereit der helle gluot JTag 98; hæte mich got niht behuot, / sô müese ich in der helle gluot / lange wîle sîn gewesen RvEBarl 12546; schirm uns vor der helle glut Mügeln 175,12    1.2 bildl.: sich jungt in diner tugent glut / min herze sam der fenix tut Mügeln 394,1; sin muot gebrant ist lœtik [geläutert] in der triuwen gluot Damen 6,2. er [der Antichrist] gebuͦtet in den landen / [...] / anbeten in als got. / wer daz nit zu hant enduͤt, / dem schaft er dez dodes gluͤt HvNstGZ 5715. – von Gemütszuständen: sin tœten unverseret / die Babylonen muete. / leidic in zornis gluete / samenten sie sich drate Daniel 8058; getruw es ist, unstet doch sin gemüte, / snel lischt sins zornes glüte, / wie heiß der grim enphenget si Mügeln 304,11; der angest glut lesch und der sünden brende ebd. 181,9; Hiob 6414. – spez. von Minne: diu [Isolde Weißhand] viuwerniuwet ime den muot / mit der glimmenden gluot, / diu ime doch naht unde tac / betrochen in dem herzen lac Tr 19046; minne, in dîner glüete ich brinne KLD: GvN 16: 4,2. 33: 1,6; dat bluͦt entfengt [entzündet] der minnen gluͦt MarlbRh 124,10; Minneb 4493    1.3 in Vergleichen (vgl. auch Friedrich, PhrasWB, S. 168): der brune stahel schrit den rinc, / so daz daz fur dar vz ginc, / als ganstern [Funken] vz der glut Herb 8759. – in Bezug auf Hitze, Feuer: diu starche hitze si muͦte; / si waren rechte sam in ainer gluͦte / baidiu uzen unt innen Rol 4444; mîn hertze brinnet als ein gluot SM:Tu 3: 3,4. 5: 3,7. – Leuchten, Glanz: er [ wâpenroc ] was von golde dennoch guot, / er gleste als ein glüendic gluot Parz 81,22; ir [der Kröte] diu ougen liuhtent wol / reht als ein brinnendiu gluot Volmar 461. 124; Wig 10697. 10544. – Farbigkeit: ir mantel was harte guot, / scharlachen rôt, als ein gluot Eracl 3810; des kovertiur schein unde bran / von golde rœter denne ein gluot KvWTroj 12549. 14429    2 phras.: jmdn. durch die ~ ziehen Bed. unklar, wohl ‘jmdn. verunglimpfen, verleumden’ (vgl. nhd. ‘jmdn. durch die Hechel, durch den Dreck ziehen’; anders FWB 6,2468f. z.St. ‘jmdn. hart her nehmen’): er [der verlorene Sohn] waz bedeht und ungevieret [einfältig] . / dez von den buͦben er geschieret [misshandelt] / wart und dur die gluͦt gezogen / und dik von in an gelogen [verleumdet] SHort 4153; och schaffent si [leibliche Freuden] daz er [der sie sucht] gezogen / wirt dur die gluͦt, dur daz baht [Dreck, Mist] ebd. 4203

MWB 2 840,25; Bearbeiter: Hansen

gluothaven stM. ein mit glühenden Kohlen befüllbares, pfannenartiges Gefäß ‘Glutpfanne’ (vgl. gluotphanne ): arula, vas prunarum id est gluͦtphanna, gluthauen SummHeinr 2:161,189. 2:40,163; arula: glŏthauen Gl 3:639,33 (BStK926). 4:212,14 (BStK926); batus: gluͦthafen VocOpt 10.017

MWB 2 841,41; Bearbeiter: Hansen