glôriôslich
Adj., Adv.
adv. -lîchen.
‘ruhmvoll, glorreich’
ein einiger tropfe des glorioslichen schowens, das man in ewikeit schowet,
über triffet alles, das kein lerer in zit da von ie gesprach PrEngelb
192,376;
zuo dem drytten male so sechent si aber got aber dis ist ein glorioslich
schowen das ist besser ze bevinden denne da von ze sprechen ebd.
192,374.
–
allez volk vraüt sich. in allen dingen. di glorioslichen von
im geschahen EvAug
171,18
MWB 2 835,37; Bearbeiter: Hansen
glôrje
swstF.
auch glôri, glôria; zu lat. gloria.
1
‘Ruhm, Ehre’
1.1 auf Gott bezogen 1.2 weltlich 2
‘Herrlichkeit, Erhabenheit, Majestät’ (v.a. Gottes) 3
‘Freude, Euphorie’
1
‘Ruhm, Ehre’
1.1
auf Gott bezogen:
nút daz sine in keinen dingen, dan alleine der
ere und der glorie gottes begeren Tauler
48,33.
– spez. ‘Ehrerbietung, Lobpreisung’
in der hohsten ierachie / si got lob und glorie!
SHort
1296;
alle des menschen gunst und grunt und meinunge sal
sin yme [Gott] , yme glorie, yme der wille, die
truwe, nummer unse nutz noch lust Seuse
534,18
1.2
weltlich:
diu kost an der ziborje ist in der hoͤh wabende / dem lande uber al
zu glorje JTit
6240,2;
was eren [La.
glori
] hast du [Kaiser] des,
ob du übest lasster der unweschaidenlichenn tier HvHürnh
14,2;
sú schoͤppfent durch die sinne und ziehent
es also in irre vernunft das sú grosse ding verstont, und hant do inne
ir glorien [rühmen sich dessen]
Tauler
41,16;
Seuse
534,21.
– übertr.:
aller triwen glorie / hatz auch in sensitiva /
virtute, da bi da / in maginacione [l.
imaginacione
]
WhvÖst
12784.
– personif.:
er [König Walwan] hielt in
starker storie, / bi im hielt diu glorie, / sin sweher kuͤnc Agrant;
/ manic vrecher wigant / hielt bi in under irm vann WhvÖst
8318
2
‘Herrlichkeit, Erhabenheit, Majestät’ (v.a. Gottes):
dis ist das got git nach dem richtuͦm sinre glorien
Tauler
366,10;
alse man in [Gott] her nach in siner
glorie in himelriche sehen sol DvAStaff
422;
die glori gottis dü ist komen in Israel übermitz den weg des
ufganges der sunnen [vgl. Ez 43,2]
ThvASu
120,29.
212,6;
HeslApk
7387.
–
in hoher glorge / sie [Amor und
Venus] saßen und in magestatt Minneb
3308;
des habend wir ain byschafft schon / by der glori her Salamon
KvHelmsd
3892.
– spez. die Herrlichkeit des himmlischen Gottesreiches, metonym. dieses
bezeichnend (nicht scharf von der Herrlichkeit Gottes zu trennen, vgl. auch
genâde
1.3
):
diu glôrie enzerstœret niht gnâde, si volbringet
sie, wan glôrie ist volbrâhtiu gnâde Eckh
5: 289,6;
ŏch nemet er [Simeon] in
[
vnsern herren
] eine himelsche
ere, wenne er sinen userwelten die ewige glorien wil geben ElsLA
188,27;
also enmag nieman die glori gesehen niht wan der in der
glorien ist ThvASu
320,20;
KvHelmsd
3855;
Tauler
39,3.
– von der Verklärung Christi (vgl. glôrificieren
2):
muͦste nit liden Crist / daz von im gesriben ist,
/ und so gant [l. gân, vgl. Anm.z.St.] in
sin glorje? SHort
10001
3
‘Freude, Euphorie’
si furen hin in gloria / di richte gegen Galacia. / si furen
hin mit freuden pracht [Freudenlärm] / den selben tag und
di nacht HvNstAp
5368
MWB 2 835,47; Bearbeiter: Hansen
glôsâr
stN.
Wörterverzeichnis mit Erläuterungen:
glosár [interl. zu summarium in Überschrift
incipit prologus in librum, qui intitulatur summarium (d.i.
Summarium Heinrici Hs. C)]
Gl
3:62,Anm.13
(BStK882)
MWB 2 836,33; Bearbeiter: Hansen
glôse
swstF.
auch glôsa, glôs, selten gelôse (
Seuse #/- 529,9#/+); zu mlat.
glos(s)a.
1
‘Deutung, Erklärung, Auslegung’
1.1 spez. eine von kirchlichen Autoritäten formulierte Auslegung oder Kommentierung des Bibeltextes, in einigen Belegen wird spez. die Glossa ordinaria gemeint sein (vgl. hierzu TRE 13,452-457) 2
‘beschönigende Deutelei’ (zur Rechtfertigung sündhaften Verhaltens; vgl.
glôsieren
2
)
1
‘Deutung, Erklärung, Auslegung’
got der sprach: ‘schrib den luten / die di stat han
begriffen, / wenne sie sint besliffen [in Sünde
gefallen] .’ / diz wort hat einer glosen not
HeslApk
2267;
an daz si [die Juden] den sinn
vercherent / und ein falsche glos darauf lerent Teichn
564,3630;
swaz doch her Aristotiles / und ander lêrer haben volfüert: / wirt des ein
teil von mir gerüert / mit kurzen worten und mit glôsen, / daz ensol nieman
verdôsen [überhören]
Renner
19277;
HvNstGZ
1260;
Mechth
5: 22,14.
– allg. von Sinndeutung:
sôn hân wir ouch der muoze niht, / daz wir die glôse
suochen / in den swarzen buochen Tr
4689;
swer der rede kunde / gewunne, secht, die glose er wol ane vrage vunde
Frl
5:121G,11;
kein tor entbint die glose ebd.
7:41G,19;
WhvÖst
2709.
– übertr. ‘Bedeutung, Sinn’
nw ist der trawm peschaiden. / ir sult euch nicht lan
laiden / das ich das zwispil han gethan: / es ist ain hohe gloß dar an
HvNstAp
90;
diz wort teilet sich in viere, / wen iz viervalde glosen
treit HeslApk
6149;
in disen worten luzet / ein rede von tiefen glosin ebd.
5491
1.1
spez. eine von kirchlichen Autoritäten formulierte Auslegung oder
Kommentierung des Bibeltextes, in einigen Belegen wird spez. die Glossa
ordinaria gemeint sein (vgl. hierzu TRE 13,452-457):
ich wil sagen unverdait, / waz di glose davan sait HistAE
2130;
daz vindet ir alle an der glose, / di nicht valschez
tichtet / noch nicht argez berichtet Brun
2333;
durch daz ich geswigen wil / der glosen, want ir ist zu
vil. / ich wil lichtlich und slecht / den text, mag ich, uz legen recht, / als
ich allerbeste kan Hiob
494;
den wân von dem stain hât diu alt glôs über daz puoch
Leviticum BdN
454,8.
185,27.
185,32
u.ö.;
RvEWchr
27970
2
‘beschönigende Deutelei’ (zur Rechtfertigung sündhaften Verhaltens; vgl.
glôsieren
2
):
si wolte und wolte doch nit, si wolte gar selig sin und da
mit ir selben na lust und gemach des libes och gar gnuͦg sin, und wolt daz
mit schoͤnen glosan zuͦ
bringen [zustandebringen]
Seuse
369,9;
nu vindet sú so vil glosen: ‘ich muͦs
dis haben, dis schat nút, das schat nút’ Tauler
127,31;
sú [die schlechten
Christen]
[...] bitterent rehte ir hertze
wider sú [die Gottesfreunde] und vernútent
ire werke und ir leben, sú vindent so vil glosen [deutelnde
Einwände] wider sú ebd.
62,40.
– in den Wendungen âne alle ~
und alle ~
abe:
ane alle glose sind sú dir ein gift
Seuse
372,10;
in der worheit ane alle glose Tauler
139,2;
kinder, alle gelosen abe und alle mentel!
Seuse
529,9;
man keer es, wie man woͤll. all glosen ab! disen
weg muͦsz man geen ebd.
518,17
MWB 2 836,38; Bearbeiter: Hansen
glœselîn, glœsel
stN.
Dimin. zu
glôse
. ‘(kurze) Deutung, Erklärung, Auslegung’
‘uf gevilde alle tyr / dem elyphante heymlich
sin.’ [vgl. Iob 40,15] / dor uf spricht daz
gloselin / daz man vernemen by dem vy / sol di lute di al hy / heymlich dem tuvel
wesen Hiob
14848;
mit geloube ich alhie pflege, / daz ich dir druf ein glosel pote Pass
III
439,46;
Daniel
8292
MWB 2 837,28; Bearbeiter: Hansen
glosen
swV.
‘glühen’ (s.a.
glosten
und
2glotzen
):
daz fiwer ouz den helmen bran / reht alsam ein glosende gluͦt
Dietr
8854;
die staine [...] prasten von
ainander / vnd glosten sam ein zunder Wernh
A 4606;
der künic [...] hiez diu köler
eiten, / [...]. / dô daz fiur glosent wart, / dô wart niht
lenger gespart, / man hiez daz kint dar în gân EnikWchr
6829;
heiz si [
koln
] vast
eiten [brennen] , / daz si glosen als ein gluot ebd.
6811.
28600.
–
ob aller der werlt holtz zu samen / inein chalich
[l. kelch
] wurd getan, / da ging
saͤmleich hitz nicht van / sam ez in der hell glost Teichn
96,21.
– übertr. (häufig im Vergleich):
do was er so nazer / nah tot nah dem vrost, / wan daz er glost / ser von der
arebeit, / die er von dem degen leit Krone
4305;
sîn herze in êren gloste / alsam ein glimmund îsen
Ottok
60062;
Serv
3509.
– spez. vom Glanz der Edelsteine und des Goldes:
golt in sîden gloste / dar an alsam ez brunne Reinfr
2500;
des schilt in rœte gloste / von rubîn rôt alsam ein gluot ebd.
1192;
der karrâtsche von golde glost UvEtzAlex
6152;
an dem helde moht man schouwen / harnasch von rîcher koste. / nâch viures
varwe gloste / waz der werde an im fuorte ebd.
11848.
19780;
Mai
41,2.
41,28;
Heidin III
1758.
– von rotem Samtstoff:
an im von rîcher koste / ein tiur samît gloste / vor rœte als ob er
brunne UvEtzAlex
9376
MWB 2 837,36; Bearbeiter: Hansen
glôsen
swV.
‘etw. deuten, erklären, auslegen’ (zu
glôse
, vgl.
glôsieren
):
vernemit hie min kosen, / wan ich den text wil glosen / von dieseme ewangelio
PrHess
5,2;
nu vurchte ich mir der vrowen gramen, / ob ich die rede
bedute / [...]; / laz ich die rede bliben / daz ich sie
nicht englose, / daz ist der werlde bose HeslApk
3705;
alsus glosot sanctus Augustinus dise rede vnde gelichit die
natúrlichun kranchait deme slangen PrGeorg (Sch)
4,246.
16,31;
Klausner
61;
JTit
1687,4.
–
ob dich der rede betrage, / [...] / die ich nu
gegloset han / uf Cristum, den herren min Pass III
77,62.
–
man glose ez [das
wîp-vrouwe-Problem] hin, man glose ez her
Frl
5:107G,13.
– mit Obj.-Satz:
nvͦ horit, lat vch glosen, / dvͦrch waz nieman mit eren /
gediene mag zwein heren PrHess
60,4
MWB 2 837,63; Bearbeiter: Hansen
glôsieren
swV.
1
‘etw. deuten, erklären, auslegen’ (vgl.
glôsen
) 2
‘etw. deutelnd beschönigen’ (hier Part.-Adj., vgl. auch
glôse
2
)
1
‘etw. deuten, erklären, auslegen’ (vgl.
glôsen
):
wie daz si, daz beschaidet úns sant Augustinus und glosiert die rede
PrGeorg
116,7;
den text von minnen twingen / mac man hin her glôsieren / mit sprechen und mit
singen Hadam
527,2;
ab ich daz recht glosire TvKulm
3872;
Teichn
464,534;
Pilgerf
8784.
–
hie nach wirt geglosieret, / von welher kunst
kuͤnne / daz selbe kindel [ein Bildnis des
Cupido] bruͤnne WhvÖst
3978.
– refl.:
Barbidele, der name sich glosieret / ‘noch lieber dann diu
sele’ (er meint vil liht, diu do die gigen zieret?
[...]) JTit
5355,1
2
‘etw. deutelnd beschönigen’ (hier Part.-Adj., vgl. auch
glôse
2
):
so ist ouch das betrogene bihte, das der mensche der geht und bihtet sime
bihter mit alse gar glosierten behenden worten, das ettelicher bihter sich selber
usser den sachen nút wol gerihten kan MerswSend
192
MWB 2 838,15; Bearbeiter: Hansen
gloste
stF.
auch gelost(e).
‘Glühen, Glut’ (vgl.
glosten
):
ein gezelt von reicher chost, / daz ez der sunne erpoͤt gelost / von
reichem edeln gestaine / vnd von roͤtem golde chlaine Heidin II
Sprossrez. M,21;
ouch was dem schilte al umbe der rant / von durchliuhtem golde rôt, / daz er
der sunne glast erbôt [La. daz er durch di sunne gloͤst
erpot
]
ebd.
2242
(oder beide zu
glast
stM.?).
– übertr. ‘Hitze, Wüten’
des sturmes [Kampfes] geloste / hup
sich mit koste Herb
9538
MWB 2 838,33; Bearbeiter: Hansen
glosten
swV.
‘glühen’ (nur übertr.; s.a.
glosen
und
2glotzen
; vgl. auch
glesten
):
ir form sach man glosten / von scham alsam ain glúend
kol SHort
7986.
10532;
daz in diu stirne / glostende werden, als si in sîn angizunt
SM:Had
18: 1,10.
– vom Glanz der Edelsteine und des Goldes:
diu rotte sich geflizzen / het ûf gezierte schilte. /
[...] / sich liez ir iegelicher / den strît vil gerne
kosten, / dâ von sach man dâ glosten / kleinœte manger leige var
KvWTroj
32844
MWB 2 838,43; Bearbeiter: Hansen
glote
swSubst.
eine Blumenart:
der furste von Brubanje und der von Saxonie [wurden beim Turnier
einander zugeteilt] . / beleip icht uf der planje? viole, gloten,
gloien, patonie, / daz wer vor in begruͤnet da JTit
1984,2
MWB 2 838,53; Bearbeiter: Hansen
1glotzen
swV.
‘glotzen, stieren’
daz in [den Spielern] diu ougen glotzen dicke / als
einem kater in einem stricke Renner
6585
MWB 2 838,58; Bearbeiter: Hansen
2glotzen
swV.
‘glühen’ (nur übertr.; s.a.
glosen
und
glosten
):
ob tusent, tusent sunnen zeschirben weren gestucket / und also gluͤnde
brunnen sich heten uf ir wapenkleit geflucket, / solch glesten sach man glenzen,
glotzen, glitzen JTit
866,3.
– Part.-Adj.:
attravers dar ynnen [Schild] /
brent fuͤr von Agrimontin / und von glotzendem rubin Minneb
2432
MWB 2 838,61; Bearbeiter: Hansen
glûche
Adj.
‘glänzend, schimmernd’
von gehilwe unde heitere wirt der regenboge / vone des sunnen
wirmen jouch dere wolchene fiuhte, / also des fiures glanst durh daz wazzer liuhte.
/ daz dritte dar unter ist des himiles varwe gluche Himmelr
5,15
MWB 2 839,5; Bearbeiter: Hansen
glück-
→
gelück-
MWB 2 839,10;
glüejen, glüen
swV.
1 intr. ‘glühen’
2 tr. ‘etw. glühen, zum Glühen bringen’
1
intr. ‘glühen’
über naht liget ofte ein kol / in den aschen verborgen / und
glüet unz an den morgen Eracl
2122;
der ofen, der da gluote SüklV
678;
der stal [der Rüstung] glute dar
inne Rol
5547;
dar [
aitoven
] gluͤgte starke
fúres diess [Feuerglanz]
KvHelmsd
2428;
Mechth
6: 29,9.
–
sô mac er [der Same Gottes] wol
bedecket werden und verborgen und doch niemer vertilget noch in im verleschet;
er glüejet und glenzet, liuhtet und brinnet Eckh
5: 111,20.
– häufig als Part.-Adj.:
lege dar vͤmme [um den
Topf] gluͤende koln vnd laz ez langsam backen
BvgSp
12;
man schol in vuren czu der schraiat [zum
Pranger] und schol in merchen mit eim gluenden eysen
StRBrünn
349;
man nimt ain glüend eisen oder glokspeis und habt im
[dem Bären] daz für, sô erplint er zehant
BdN
163,5
u.ö.;
Pelzb
141,2;
Mügeln
36,6.
– übertr.:
Lamparten glüet in ketzerheit, war umbe leschest dû daz niht?
WernhSpr
2,4;
dar [Paradies] sein gedanch ie glüete, / sider
er sich ihtes versan Serv
1626;
Tristan und die blunde Isôt / in glüender minne lâgen tôt
HvFreibTr
50;
Parad
88,4;
MarlbRh
91,34
2
tr. ‘etw. glühen, zum Glühen bringen’
swie harte sich der muoet, / der daz isen gluoet / unde ez
danne hin treit, / einem an die hant leit, / ist er rehte dar chomen /
[...], / daz viur in nine brennet
VRechte
244;
glüejen unde vliezen / muoz ez
[
gesmîde
] sich lâzen, swie er
[Gott Vulkan] wil RvEBarl
9726;
di kolen da der smit sin isen inne hat gegluet in der ese
SalArz
79,55.
– spez. ‘anheizen’ (von Öfen, Feuerstellen):
do hiez er einen ouen gluen vnd hiez
[...] pech vnd swebele darin zerlazzen
Konr
14,90;
dô bat der alte vîent [der
Teufel] ê / sîne schergen dannoch mê / wîze bereiten, / ir
chomîn glüen und eiten / und ander tormentâle KvHeimUrst
1706
MWB 2 839,11; Bearbeiter: Hansen
glüejendic, glüendic
Adj.
‘glühend’
die hie den úberatz
[Völlerei]
[...] begant, die
muͤssent mit ewigem hunger vor Lutzifer stan und essent gluͤjendige
steine Mechth
3: 21,56;
do schos Iohannes Thises zcu hant / ein glundigen pfil in den herczog
Dalimil
57,33;
der tiere bleib dâ vil tôt, / wande si branten ir mûlen / an
den glûndigen sûlen / von des fûris flammen SAlex
4437;
fiurîn und glüejendic PrBerth
2:23,16;
OvBaierl
121,7;
Brandan
433
MWB 2 839,48; Bearbeiter: Hansen
glüene
Adj.
‘glühend’
herr, dy gluͤen kolen werden auf sy fallen [
cadent
super eos carbones ignis Ps 139,11]
PsMb
30 (Glossar);
in aynen gluenen offen [
clibanum ignis Ps
20,10]
ebd.
30 (Glossar)
MWB 2 839,58; Bearbeiter: Hansen
glûmende
Part.-Adj.
‘bösartig, tückisch’ (md./nd., vgl. Schiller/ Lübben 2,123; vgl. auch
beglûmen
):
swer halt eynen glûmenden hunt oder eynen tamen
[zahmen] wolf oder hirt
[Hirsch] oder beren oder aphen, swaz die zu schaden
tûd, daz sol her gelden SSp
100,18
MWB 2 839,62; Bearbeiter: Hansen
glunke
swF.
Bez. baumelnder Locken (vgl.
glunkern
):
wenn er sein raide löcke windet, / so will er es alles sein, / so die glungken
glangken umb den kragen Neidh (S)
2,227 c125:4,3
MWB 2 840,4; Bearbeiter: Hansen
glunkern
swV.
‘baumeln, hin und her schaukeln’
ein reck were zú velde komen / vnd hett einen tyost genomen / widder
einen stoltzen Rabinis; / [...] / er liesz jne vf der erden
sweben / hinder dem sattel vf der sla [auf dem Weg] , / daz
er also hett geglunckert da, / das jne der wint nyrgent fuͦrt Krone
18241
MWB 2 840,8; Bearbeiter: Hansen
glünsen
swV.
‘glühen, glimmen’
als der eine kerzen næme, diu erloschen wære und noch glünste und
toumte [rauchte]
Eckh
1:336,6.
–
do gab in der strasse schin / ietwederthalp duͥ bruͥnne sin, /
als ob si enzuͥndet waͤre. / reht alsam ain gluͥnsende
gluͦt / luht im sin schilt und oͮuch sin huͦt EckenlE2
42,4
MWB 2 840,15; Bearbeiter: Hansen
glunst
stM.
‘Glanz’ (vgl. auch
glanst
,
glenste
):
ich wolde daz eyn vinster dunst / het uber zogyn der sterne
glunst Hiob
1350
MWB 2 840,22; Bearbeiter: Hansen
gluot
stF.
auch geluot
( KarlGalie
1056,
GTroj
8103 ).
‘Glut’
1 allg. 1.1 metonym. ‘sengende Hitze’
1.2 bildl. 1.3 in Vergleichen (vgl. auch Friedrich, PhrasWB, S. 168) 2 phras.
1
allg.:
ist, daz man glüend gluot mit des paumes aschen bedecket, sô
wert si ain jâr BdN
325,22;
do stvnden aber di chnehte vnd di dienere zv der glvet. wan
ez was chalte. vnd wirmpten sich [
stabant autem servi et ministri
ad prunas Io 18,18]
EvAug
265,16;
ein altez wîp ersach er sân, / diu saz bî einer gluot. / er
[...] bôt dem wîbe guoten tac, / dâ sie bî ir fiure lac
Eracl
2209;
AvaLJ
135,1;
Mügeln
368,5.
–
sie roubeten vnd branten, / allez daz sie beranten. / daz
lant in gluten allez schein [das ganze Land leuchtete in Glut
liegend]
Herb
3905.
– spez. von häuslichen Feuerstellen, Kochstellen:
dô flôz im [Fischer] engegene /
ain maget [...]. / dô îlte er si vâhen; / er truoch si
zuo der gluote Kchr
11902;
da heim bi der glut StrKD
7,144;
in stuben und ouch bî der gluot SM:Had
18: 3,10.
18: 1,3.
44: 1,4
1.1
metonym. ‘sengende Hitze’
den [Ochsen] get daz fuer vz dem
mvnde. / nie dehein man enkvnde / sich des behuten, / er mvste von den gluten /
gar vurbrinnen an den tot Herb
996;
ein guldin fingerlin, / daz wider den zouber solte sin /
[...], / wider den wurm vnde wider des fures glut
ebd.
1030;
mit deme wazzere ward diu werlt hie bevore gereinet, / mit
deme fiure here nach an den die sich habent vermeinet. /
[...] / die rehte in aht sælden gelebent, gnesent
in dere gluote Himmelr
6,14;
der [
heilant
] wirt richten mit der
glut HistAE
1006.
–
sam der smít tingelet uf den anbóz, /
so daz isen ist ingluͦte [in glühendem
Zustand]
Rol
4119.
– von der Hölle (vgl.
hellegluot
):
dir ist bereit der helle gluot JTag
98;
hæte mich got niht behuot, / sô müese ich in der
helle gluot / lange wîle sîn gewesen RvEBarl
12546;
schirm uns vor der helle glut Mügeln
175,12
1.2
bildl.:
sich jungt in diner tugent glut / min herze sam der fenix
tut Mügeln
394,1;
sin muot gebrant ist lœtik [geläutert] in
der triuwen gluot Damen
6,2.
–
er [der Antichrist]
gebuͦtet in den landen / [...] / anbeten in
als got. / wer daz nit zu hant enduͤt, / dem schaft er dez dodes
gluͤt HvNstGZ
5715.
– von Gemütszuständen:
sin tœten unverseret / die Babylonen muete. /
leidic in zornis gluete / samenten sie sich drate Daniel
8058;
getruw es ist, unstet doch sin gemüte, / snel lischt
sins zornes glüte, / wie heiß der grim enphenget si Mügeln
304,11;
der angest glut lesch und der sünden brende ebd.
181,9;
Hiob
6414.
– spez. von Minne:
diu [Isolde
Weißhand] viuwerniuwet ime den muot / mit der glimmenden gluot,
/ diu ime doch naht unde tac / betrochen in dem herzen lac Tr
19046;
minne, in dîner glüete ich brinne KLD:
GvN
16: 4,2.
33: 1,6;
dat bluͦt entfengt
[entzündet] der minnen gluͦt
MarlbRh
124,10;
Minneb
4493
1.3
in Vergleichen (vgl. auch Friedrich, PhrasWB, S. 168):
der brune stahel schrit den rinc, / so daz daz fur dar vz
ginc, / als ganstern [Funken] vz der glut
Herb
8759.
– in Bezug auf Hitze, Feuer:
diu starche hitze si muͦte; / si waren rechte
sam in ainer gluͦte / baidiu uzen unt innen Rol
4444;
mîn hertze brinnet als ein gluot SM:Tu
3: 3,4.
5: 3,7.
– Leuchten, Glanz:
er
[
wâpenroc
] was von golde dennoch guot,
/ er gleste als ein glüendic gluot Parz
81,22;
ir [der Kröte] diu ougen
liuhtent wol / reht als ein brinnendiu gluot Volmar
461.
124;
Wig
10697.
10544.
– Farbigkeit:
ir mantel was harte guot, / scharlachen rôt, als ein
gluot Eracl
3810;
des kovertiur schein unde bran / von golde
rœter denne ein gluot KvWTroj
12549.
14429
2
phras.:
jmdn. durch die ~ ziehen Bed. unklar, wohl ‘jmdn.
verunglimpfen, verleumden’ (vgl. nhd. ‘jmdn. durch die Hechel, durch
den Dreck ziehen’; anders FWB 6,2468f. z.St. ‘jmdn. hart
her nehmen’):
er [der verlorene Sohn] waz
bedeht und ungevieret [einfältig] . / dez von den
buͦben er geschieret [misshandelt] / wart und
dur die gluͦt gezogen / und dik von in an
gelogen [verleumdet]
SHort
4153;
och schaffent si [leibliche
Freuden] daz er [der sie
sucht] gezogen / wirt dur die gluͦt, dur daz
baht [Dreck, Mist]
ebd.
4203
MWB 2 840,25; Bearbeiter: Hansen
gluothaven
stM.
ein mit glühenden Kohlen befüllbares, pfannenartiges Gefäß ‘Glutpfanne’ (vgl.
gluotphanne
):
arula, vas prunarum id est gluͦtphanna, gluthauen SummHeinr
2:161,189.
2:40,163;
arula: glŏthauen Gl
3:639,33
(BStK926).
4:212,14
(BStK926);
batus: gluͦthafen VocOpt
10.017
MWB 2 841,41; Bearbeiter: Hansen |