g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gespür stN. gespuwe stN. gëst stM. gestal stN. gestalt Part.-Adj. gestalt stF. gestalticheit stF. gestaltlîcheit stF. gestanc stMN. gestanden Part.-Adj. gestandene swM. gestandenheit stF. gestanget Part.-Adj. gestat stN. gestæte Adj. gestate Subst. 1gestaten swV. 2gestaten swV. gestæticlîche Adv. geste stF. gesteguot stN. gesteige stN. gesteine stN. gesteinede Subst. gestelle stN. (?) gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gespür
stN.
Koll. zu
spür
‘mehrere Spuren’ (vgl.
gespor
,
spor
):
nü kam er vf ein gespùr, / als ob yme ritter ritten vor Krone
28733
MWB 2 589,49; Bearbeiterin: Baumgarte
gespuwe
stN.
→
gespîwe
MWB 2 589,52;
gëst
stM.
→
gist
, →
jëst
MWB 2 589,53;
gestal
stN.
‘Beispiel, Probe zur Ansicht’ (vgl. Schiller/Lübben s.v.
stâl, stale M. und N.; anders Glr.z.St.:
‘Zustand’):
mocht ich sy sonder begryp aenschouwen, / ich weys daz wol daz
myn oughen / ir selden solden werden ontzogen. / daz man saget, daz ist waer: / waer
daz liep ist, daer ist der ougen schaer. / daz ist eyn waer gestal, / daz merchet
aen desen wol MinneR336
223
MWB 2 589,54; Bearbeiterin: Baumgarte
gestalt, gestellet
Part.-Adj.
die beiden Part. Prät. von →
stellen
werden im Mhd. in den gleichen adj. Konstruktionen
verwendet -
gestellet jedoch deutlich seltener.
1
‘so seiend, beschaffen; sich (so) verhaltend’ , i.d.R. präd.
(vgl. aber z.B. 2.1
KLD:GvN ), oft semantisch so an sîn/wërden angenähert, dass
sich ein eigener semantischer Beitrag kaum fassen läßt ( 1.1 mit explizierendem Adv. (gelegentlich auch halbpräd. Adj., vgl. Behaghel, Dt. Syntax 3,475- 477) 1.2 mit explizierenden präp. Wendungen 1.3 mit explizierendem Vergleich 1.4 mit Ausdrücken, die eine Beschreibung vertreten 1.5 phras.: umbe jmdn./etw. gestalt sîn
‘(so) um etw./jmdn. bestellt sein’
2 in der Wendung gestalter eit
‘ein im Wortlaut festgelegter Eid’ (zur Wendung eit
stellen
stellen
, vgl.
1
‘so seiend, beschaffen; sich (so) verhaltend’, i.d.R. präd.
(vgl. aber z.B. 2.1
KLD:GvN ), oft semantisch so an sîn/wërden angenähert, dass
sich ein eigener semantischer Beitrag kaum fassen läßt (
talis est dilectus meus, alsus minneklich gestellet ist min
suͤsses lieb Seuse
378,14;
zwey augen zweyerleye getan, / [...],
/ braun einz, daz ander gra gestalt Physiogn
191
); im späten Mhd. auch im spielerischen Wechsel mit gestalt stF.
adj. gestalt i.S.v. ‘aussehend, gestaltet’
(vgl.:
pilosus ist ain tier, [...], daz hât
ain gestalt oben als ain mensch und ist unden gestalt als ain tier
BdN
157,21
); immer mit einer Beschreibung korreliert
1.1
mit explizierendem Adv. (gelegentlich auch halbpräd. Adj., vgl. Behaghel, Dt.
Syntax 3,475- 477):
den [Frauen] wâren cleider
untter lîp / vil armeclichen gestalt Iw
6193;
wâ wart ie baz gestalter lîp KLD:GvN
23: 2,2;
Brangâne und Kamelîne, / die sint in sulchem schîne / und
alsô minnenclîch gestalt, / daz sie vröuden manicvalt / wol mugen geben einem
man HvFreibTr
4857;
so wirde ich so rehte froͤlich gestalt
Seuse
450,18.
377,29;
HvNstVis
558.
–
frowen guot, [...] / sî sint
milt und minnenklîch gistellet / und hânt dâbî tugende vil
SM:Had
11: 6,7;
SM:Te
9:2,6;
sin roͤselechten wangen, die da brunnen als
die rosen, sint nuͦ [...] erbleichet und gar
magerlich gestellet Seuse
551,27.
– bes. mit wol, wobei die Verbindung →
wolgestalt zunehmend fest wird:
ir wengel wol gestellet / sint gevar / alsam ein
touwic rôse rôt MF:Wolfr
8: 4,1;
des man sach, wie wîblîch wol si sint gestalt
SM: Had
3: 1,6.
52:9,3;
si ist gestalt unmassen wol / da di gurtel ligen sol
HvNstAp
15085;
gestalt sô ritterlîche wol RvEBarl
11889
1.2
mit explizierenden präp. Wendungen:
– mit ane:
der win ist gut zcu trinkene welchir di mittel maze
hat an der groze vnde an der kleine vnde al dar nach he gestalt ist an deme
aldir SalArz
20,45.
– mit mit:
er was so hovelichen / mit witzen gestellet / daz er
wart gesellet / Wildehelme von Österrich WhvÖst
9319.
– mit nâch:
das sin gotlih gewalt / nah sinim antlútze gestalt /
ein menschin mahte RvEWchr
222;
Iw
2816;
rîfe und anehanc die heide hât betwungen, / daz ir
liehter schîn / nâch jâmer ist gestalt KLD:GvN
30: 1,4;
RvEWchr
11789.
– mit ûf:
dîn munt ist ûf den kus gestalt
MF:Wolfr
8: 2,7.
– mit ze:
sîn muot ze zorne wart gestalt Wig
2240;
juncvrau, [...] wizzet ir
der botschaft niht, / so bringe ich ir iuch innen: / ir dunket mich ze
sinnen / gestalt WhvÖst
11121.
–
hî, wie ist er ze vehte / und ze kampfwîse /
gestellet sô ze prîse Tr
11208;
si ist minneklich / und gestellet ze sehenne gehiure
SM:WvH
5: 2,5
1.3
mit explizierendem Vergleich:
geracîte heizt ein stein, / [...]
/ und ist als ein nuz gestalt Volmar
481;
si ist âne lougen gestalt sam diu minne
MF:Mor
25: 2,3;
nû sach er innerhalp dem tor / ein wîtez wercgadem stân:
/ daz was gestalt und getân / als armer liute gemach Iw
6188;
Brun
7802.
–
ir hor: daz ist gestellet sus / gel sam ein thopasius
Minneb
2449;
ja weren als eine rote nackensnur / siner vrouwen
lippen gestellet Brun
2759
1.4
mit Ausdrücken, die eine Beschreibung vertreten:
– erfragend:
sô lât mich erkennen daz, / wie der dienest sî
gestalt, / den ich mich sol nemen an KLD:UvL
33: 2,4.
–
wie sint geschaffen die ingange des abgrúndes, oder
wie sint gestellet dú wasser ob dien himeln? Seuse
293,15.
– wiederaufnehmend:
starkiu bein, krumbe vüeze / hêt si, sus was si
gestalt Wig
6349;
trag ich zuotzir holt, so treit sî gegen mir haz. /
nimt daz nit ein ende, / daz kostet ein sterben / mich vil senden man:
darzuo bin ich gestalt SM:Wi
1: 4,13.
– vorausweisend:
deß leuwen art ist so gestalt: / lauffet er an ainen
degen palt, / so kennet er zu kurtzer frist / das er ain rechter reck ist
HvNstAp
12543;
daz sehste gebot ist sô gestalt, / er sî junc oder
alt, / er sol sîn in rehter fuor / und sol lân sîn überhuor
EnikWchr
9081
1.5
phras.: umbe jmdn./etw. gestalt sîn
‘(so) um etw./jmdn. bestellt sein’
vmme Rome was iz so gestalt / daz der richin gewalt / vbir
die armin nine gienc Athis
A 125;
ich welle ervinden / wie es umb die vigend sy gestaltt
GTroj
21825;
SalArz
101,54;
EnikWchr
8597
2
in der Wendung gestalter eit
‘ein im Wortlaut festgelegter Eid’ (zur Wendung eit
stellen
→
stellen
, vgl.
Tr
15698
):
er schwur deß ainen gestalten aid / das er nagel, part noch
har / nicht abgeschnite untz an das jar / das du zu manne wirst geben, / ob im got
wil fristen das leben HvNstAp
15180.
3362;
über die uorgeschribenen sache alle hat er uns einen gestalten ayt geschworen
DRW
4,565
(Herrgott,MAustr.; a. 1329)
MWB 2 589,62; Bearbeiterin: Baumgarte
gestalt
stF.
1
‘Gestalt, Form, Aussehen’ die Übergänge sind fließend; vgl.
gesteltnisse
1.1
‘Körper, Statur’
1.2
‘Form’
1.3
‘Aussehen, äußeres Erscheinungsbild’
2
‘Zustand, Gegebenheiten’
1
‘Gestalt, Form, Aussehen’ die Übergänge sind fließend; vgl.
gesteltnisse
1.1
‘Körper, Statur’
darumb habentz [die
Teufel] nicht gestalt [keine materiellen
Körper] . / [...] / si habent weder
fuez noch drozzen [Hälse] / daz mann legt ein cheten
dran. / solt er aygen gestalt han / von natur, die belib im auch stet / daz ers
nicht verwandeln tet Teichn
564,3826.
564,3843.
564,3791;
der tiuvel [...] in aines grifen
gestalt WhvÖst
10895;
wan er was wenyges libes der gestalte
EvAug
187,22;
sô schüll wir nu sagen, wie des menschen gestalt und
seiner glider schickung [Anordnung] uns bezaichent
sein nâtürleich siten BdN
42,17.
427,21
1.2
‘Form’
wanne ob der himel ain ander gestalt het, daz er drieket
wer oder viereket oder vileket KvMSph
12,21;
uz silber wiz von Kakumaiz / die buͦchstaben gaben
schin, / die sus kunten [verkündeten] sine pin / mit
der gestalt ir figur WhvÖst
3101;
do nate si den selben namen jesus mit roter siden uf ein
kleines tuͤchli in diser gestalt: ihs Seuse
154,8;
als es an [...] der bvrigær ze Mvͦnchen
briefe [...] geschriben ist vnder der gestalt:
[... Text der Urkunde]
UrkCorp (WMU)
2230,29
1.3
‘Aussehen, äußeres Erscheinungsbild’
daz flaisch daz hât mangerlai gestalt in mangerlai
glidern, wann daz flaisch in der lungen ist von rôter rôsenvarb und ist satrôt
in dem herzen, [...], in der milz ist ez swarz oder
swarzlot BdN
23,22.
460,30;
in der vinster mag niemd varb erkennen, dar umb gibt daz
lieht der varb ir gestalt und ir form ebd.
59,12;
hêrre, sîne gestalt / kan ich wêrlîch nicht gesagen. / dô
ez alrêst begonde tagen, / in der tunkel er mich quam an; / ichn kante weder ros
noch man HvFreibTr
2236;
ich wil iu zeigen ir [der
Walhen] gestalt: / er sî junc oder alt, / die tragent all
houben, / daz sült ir mir gelouben, / unde wît röck zwâr EnikWchr
27401;
HvNstAp
4459;
Helbl
1,274
2
‘Zustand, Gegebenheiten’
also, daz er vns den selben tvren [Turm] an dem
selben tag schol wider antworten in aller der gestalt, vnd er wos [wie
er war]
UrkCorp (WMU)
N516,5;
daz [der genannte rechtmäßige Zustand] dem chauffær
vnd dem verchauffer nach der gestalt der zeit vnd auch der duͦrftichait werde
behalten [nach den Gegebenheiten der Zeit und der Notwendigkeiten
gewährleistet bleibt]
ebd.
2345,6.
– auch von der körperlichen Verfassung:
die da heißent gotes kint, / schone
[...] die sint, / verre schoner dann sie / ie
gewesen sin alhie, / doch in rehter gestalt. / wer eins huͤndert jar alt,
/ kruͤmp, lam oder blint, / oder wer es ein kint, / ez wirt
[...] / als ez zu drissig jaren / enmoͤge
niht gereichen [ als ob es an die dreißig Jahre nicht heranreichen
könnte/ nicht ganz dreißig Jahre alt wäre]
HvNstGZ
6232;
ist aber si in der gestalt, / daz si iuch lîhte dunket
zalt Ottok
1809.
14448
MWB 2 591,30; Bearbeiterin: Baumgarte
gestalticheit
stF.
‘körperliche Erscheinung, Person’ (vgl.
gestalt
stF. 1.1):
auch datz chirchen sicht man wol / daz man chnien und naigen
sol. / da mit ert man nicht di stain, / nur dw heilichait allain /
[...] / also wiͤrt auch nicht genigen / der
gestaltichait der man / deu got wirdig hat getan Teichn
435,143
MWB 2 592,22; Bearbeiterin: Baumgarte
gestaltlîcheit
stF.
‘feste, materielle Gestalt, Körperlichkeit’ (im Ggs. zu →
geistlîchschaft
‘Körperlosigkeit’ ebd. V. 3850); vgl.
gestalt
1.1:
dein torisch frag [
wie man got ein gestalt
czu setzt V. 3854] / ich dir nicht erlayden mag. / waz
wiltu gestaltleichait gotes? / wer sich fleizzt seins gepotes, / der erchentn im
himelreich Teichn
564,3857
MWB 2 592,29; Bearbeiterin: Baumgarte
gestanc
stMN.
‘(unangenehmer) Geruch, Gestank’ (vgl.
gestenke
):
ez sprechent auch etleich, daz der frawen daz kindlein ab gê
von dem gestanch ainr erleschten kerzen BdN
42,9;
sô kümt der fuhs dar ein [in den
Dachsbau] gegangen und læzt im seinen mist dar ein. daz gestank
hazzet der dachs gar sêr und kümt nümmer in daz hol ebd.
163,23;
der vnreine gestanch von dem trache Konr
5,84;
wi dise dugentriche / mochte in keinen ziden / nie bosen ruch geliden, / si
leit doch hi ir dankes / unmazen vil gestankes / [...] / in
somerlicher hitze / vor der siechen betten Elis
3548;
HvNstAp
4416
MWB 2 592,36; Bearbeiterin: Baumgarte
gestanden
Part.-Adj.
‘erfahren, erprobt, bewährt’
daz sü in soltent einhellicliche erwelen zuͦ kunige, der von alter ein
gerehter gestanderre man were gewesen ClosChr
41,22;
vnd die schullen alz oft vnd ein priester abgestirbt, einen andern gestanden
vnd erbern wertleichen priester zu der gvlt vnd zu der messe ouf dem vorgenanten
alter erchiesen vnd erwelen UrkKlostern
1,260
(a. 1336);
waz der geherzete man / und der gestandene muot / durch
liebes wîbes willen tuot! / Tr
9225.
6484.
– dem unerfahrenen kint gegenübergestellt:
mîn munt im hôher vreche giht, / sô touc er doch vor kintheit zuo dem kampfe
niht. / gestanden swert ist guot ze grôzer herte Loheng
553;
ez [Silber] suln tragen wan diu kint, / diu
ritterschaft ze junc sint, / und ein rîcher koufman, / dem stêt ez niht übel an. /
ein gestanden edel kneht, / treit er silbr, er tuot niht reht Helbl
8,665
MWB 2 592,48; Bearbeiterin: Baumgarte
gestandene
swM.
‘jmd. der verlässlichen Rückhalt gibt, Anhänger’
wir [...] tvͦn kvnt vch, vnseren burgeren von
Strazburc, [...] vnser ansprache, die wir hant gegen den,
die sich meisterschefte vnd des rates zi Strazburc an nemment, vnd iren gestandenen
UrkCorp (WMU)
N2AB,22
MWB 2 593,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gestandenheit
stF.
‘Standhaftigkeit’
vnd do der richter sach die gantz trew vnd westendichait tzwischen den tzwain
gesellen [...], da lie er den schuldigen mit den
vnschuldigen ledig vnd wundert in von der gestandenhait in rechter frewntschaft
Schachzb
85,158;
herre Ihesu, [...] dv̍ wist vnd geleitest in
mit gestandenheit, daz ist, daz er gestat in dinem willen, vntz vf daz iungst ende
RvBib
111,10
MWB 2 593,7; Bearbeiterin: Baumgarte
gestanget
Part.-Adj.
‘mit einer Stange versehen, (zum Tragen) an einer Stange
befestigt’
min herren gebitent ouch, daz di schrotaͤr alle di meister sind und
heizzent, schuͤlen haben von ir ampte zwelf zuͤber gestanget
[...] und swa ein fewer uz chumet in der stat
[...] da schuͤlen si di
[...] zuͤber hin schikhen bi den chnehten
UrkRegensb
726
(um 1350)
MWB 2 593,16; Bearbeiterin: Baumgarte
gestat
stN.
‘Gestade, Ufer’ (vgl.
gestete
):
der swan der wîst daz schiffelîn / gein dem gestade Loheng
712;
man setz ain zil an dez meres ufer oder an daz gestat
KvMSph
15,15;
der vogel [Alcio] legt sein air
winterszeiten in den sant und allermaist wenne sich daz mer aufzeuht auf daz lant
und daz ûfer oder daz gestat beswært mit seinen ünden BdN
172,2
MWB 2 593,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gestæte
Adj.
‘standhaft’
joncfrow, [...] / so ratich uch mit
rechten rate / daz ir ur hertze halt ghestate / end vander mynnen keren
MinneR336
56.
–
~ stërne
‘Fixsterne’
alle sternen an dise siben heizent die steten sternen oder die
gesteten, wonde si gestetent sint in die witen, die da heizit daz firmamentum
MNat
2,17
MWB 2 593,32; Bearbeiterin: Baumgarte
gestate
Subst.
‘Überbringer, Bote’
legalma interpretatur nuntius: gestate Gl
2:624,1
(BStK221)
MWB 2 593,39; Bearbeiterin: Baumgarte
1gestaten
swV.
→
staten1
MWB 2 593,41;
2gestaten
swV.
zu deutlich seltenerem
staten2
.
‘(jmdm.) etw. erlauben, gestatten, zugestehen’ (oft zusätzlich
mit Dat.d.P.)
1 mit Gen.d.S. 2 mit Akk.d.S. 3 mit abh. Satz 4 mit Inf. oder Gerundium mit ze 5 mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.
1
mit Gen.d.S.:
die heten vil ungern / gestatet solher tât
Ottok
31328;
des enwil sîn magenkraft / niht verhengen, noch gestaten
KvWTroj
7041;
GenM
78,2;
Lanc
385,35.
–
wir mugin vil wole / in wîgis gestaten. / weiz got, wir
sulin si gesaten / strîtis unde vehte SAlex
4542;
do Herman [...] dem eine offene wunde stach
[...], darumme nu zu rechte Herman dem richtere
gevangens gestaten sal StRFreiberg
196,31;
Mechth
2:24,77;
5:34,25;
Litan
1386;
Tr
1240
2
mit Akk.d.S.:
‘hey herre got’, sprach die konigin,
‘warumb gestattet das myn herre? Lanc
139,5;
wer, das aber der vorgenante schultheise [...]
dekeinen [irgendeinen] vbergrif wolte tvͦn anders,
danne da erteilet wurt, das sol ein bischof von Strasburg weren vnd dekeine wis
gestaten UrkCorp
N185,39 (WMU).
–
alles das dir got gestattet, das tuͦ mir
Mechth
4: 17,23;
‘ez [Euch mein Reitpferd zu leihen; Hs.
er
] mohte mir licht gestaten’, / sprach er,
‘die rede, die ir tūt [die Vereinbarung, die Ihr vorschlagt,
würde mir das sehr wohl erlauben]
Krone
19587
(anders BMZ: intr. ‘angemessen sein’
3
mit abh. Satz:
gestatestû, daz dich diu minne / verleitet
Eracl
2988;
gestatent ir, daz Pârîs / belîbet hie ze hove niht
KvWTroj
3368.
–
von diu so nesol dehein vrouwe / gestatten ir diwe, / daz
si sie vor lazze gan VRechte
210;
herre got, gestate mir, / daz ich si sehen müeze
MF:Reinm
7: 10;
swelch rihter [...] andern
liuten gestatet daz si unreht urteil sprechent SpdtL
149,24;
auch mit des als Stellvertreter im übergeordneten Satz (vgl.
1):
dar umbe gestatet des der getriuwe got, daz dicke sîne
vriunde vallent in krankheit Eckh
5: 260,4;
Parz
701,24;
Mühlh
103,13.
–
nu gestate, herre, mir des, / daz ich din lop gesprechen mege
SüklZw
2
4
mit Inf. oder Gerundium mit ze:
daz si nieman dehein unreht tuon noch gestaten ze tuon
SpdtL
151,9.
–
das si [die Pflanze] di bosen
druse vertribet unde in nicht gestatet zu wachsene Macer
6,23
5
mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.:
daz almusen gebet mit gutem willen eur iegliches alz im got
gestat PrOberalt
116,39
MWB 2 593,42; Bearbeiterin: Baumgarte
gestæticlîche
Adv.
zur Suffixvariante -enclich vgl. Mhd. Gr. Wortb., A102.
‘beständig’
tzo dem iersten mael suldir ur lief / altzyt mynnen sonder
blyf / und gestedencliche mynnen MinneR336
365
MWB 2 594,23; Bearbeiterin: Baumgarte
geste
stF.
‘Geschichte’ (aus lat. gesta, vgl. afrz.
geste):
wider daz tal zAnferginân; / daz was des trachen
heimwist [Heimstätte] , / alsô man an der geste list
Tr
8942
MWB 2 594,28; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteguot
stN.
‘fremdes Kaufmannsgut’ (vgl. DRW 3,1194 s.v. Gastgut; vgl.
gastguot
):
were aber daz etlich burger gesteguͦt fuͤrten
und doch burchreht darumb niht ufgeben, die sullen die buͦzze dulden
StRAugsb
44,10;
der geste gut fuͤret NüP
106
MWB 2 594,32; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteige
stN.
auch gasteige.
‘ansteigender Weg’
an deme gesteige [
per ascensum
Is 15,5
] Luit wirt er ufgen weininde Cranc
Jes 15,5.
Jer 48,5;
daz der erber herre, [...] gechauffet hat
[...] iren weingarten, [...],
vnd ist gelegen an dem gastaig ze nachst dem Radecker UrkKlostern
1,138
(a. 1313)
MWB 2 594,37; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteine
stN.
Koll. zu
stein
.
1 i.d.R. bezogen auf Edelsteine; häufig in Kollokation mit
edel
, seltener mit
guot
und Adjektiven, die den Glanz hervorheben 1.1 bezogen auf eine Anzahl von Edelsteinen 1.2 bezogen auf das Material 2
‘Schachfiguren’ (sowohl als bloße Mehrzahl als auch als vollständiger Satz) 3
‘Steine, Gesteinsbrocken’
1
i.d.R. bezogen auf Edelsteine; häufig in Kollokation mit
edel
, seltener mit
guot
und Adjektiven, die den Glanz hervorheben
1.1
bezogen auf eine Anzahl von Edelsteinen:
di tabele, dâ si zô saz, /
[...], / di was von elfenbeine, / gezîret mit gesteine
SAlex
5902;
er gap im rîcher koste solt, / lieht gesteine und rôtez
golt / und silbers manegen stærlinc Parz
335,28;
daz nie dhein künic sîn krône / mit gestein sô wol
gezieret, / also der palast was gefurrieret EnikWchr
18177;
milte zieret edeln muot / sam daz golt gesteine tuot
KvWLd
18,2
1.2
bezogen auf das Material:
daz muosen tiure näphe sîn / von edelem gesteine, / wît,
niht ze kleine. / si wâren alle sunder golt Parz
84,25;
da lach ane der iachant / so man in bezzesten uant /
saphirus unde tobazivs / zirten wole daz gotes huͦs / unde andere edele
gesteine VMos
56,10;
ein kunigin [...] brachti michilin
scaz, / thymiama undi opes, / des edilin gistenis / grozzis undi cleinis
LobSal
141
2
‘Schachfiguren’ (sowohl als bloße Mehrzahl als auch als
vollständiger Satz):
Tristan in dem schiffe ersach / ein schâchzabel hangen, /
[...] / vil schône und wol gezieret, /
[...] / dâ bî hienc ein gesteine / von edelem
helfenbeine / ergraben wol meisterlîche Tr
2225;
daz virde teil [des Buches] wil rangin
[bemüht sich um] / von der gesteine gangin. / daz
erste capitil in der gemein / sagin wil von dem gestein. / daz andir capitil sundir
wanc / sagit von des kungis ganc PfzdHech
164,18;
ir daz bret und sîn velt / mit dem gestein bestellet seht HvBer
9644;
ieglîchs gestein zwên alten hât ebd.
10212
u.ö.
3
‘Steine, Gesteinsbrocken’
do floc in [den Angreifern] engeine
/ schutze vnde gesteine Herb
4330;
liebe mynne, / du bist sterker dann gestein
Minneb
2055.
5371;
do sprach zv im ainre vz sinen ivngern. meister siech vf.
welich gesteine vnd welich gestifte. do antwurt Ihesus vnd sprach zv im. siehst dv
dis grozzen bawvnge [hier der Tempel] . niht wirt gelazzen
steine vf steine [
Mc 13,1
]
EvAug
110,17
MWB 2 594,43; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteinede
Subst.
‘Edelsteine’
[Das wâpencleit war] von baldekîn ein phellel
breit, / dar ûf gesteinde mancher hande: / robîn men dâr erkande, /
[...], / smaragdus und adimant, / crisolde und
calcidône Demantin
8489
MWB 2 595,20; Bearbeiter: Richter
gestelle
stN. (?)
1 der Ort oder der Unterbau, auf den etw. gestellt oder aufgebaut wird, tragende
Konstruktion, Gerüst (vgl. mülen ~
, tisch ~
) 1.1
‘(Aufenthalts-)Ort, Stelle’
1.2 Gestell eines Wagens 1.3 hierher wohl auch, im weiteren Sinne einer Ablage ‘Kiste,
Truhe’
2 Arm-/ Handhalterung, mit der man den Schild in Stellung bringt (vgl.
armgestelle
und Schultz, Höf. Leben, 2,72) 3
‘Beschaffenheit, Aussehen, Zustand’ (vgl.
gestalt
1.3 und DWB, 4,1, 2,4221) 4
‘Nachstellung’ (vgl.
stellen
‘nachstellen’ )
1
der Ort oder der Unterbau, auf den etw. gestellt oder aufgebaut wird, tragende
Konstruktion, Gerüst (vgl. mülen ~
, tisch ~
)
1.1
‘(Aufenthalts-)Ort, Stelle’
[Geistwesen sind ausdehnungslos. Wenn sich alle Engel, Seelen usw.
in einer Kirche versammelten] giengen als vil lauͤt in
chor / zu der weil als nach und vor, / [...] / so gar
chlain ist daz gestell / da sich gaistleich dinch
enthaben [aufhalten]
Teichn
7,72.
311,106
1.2
Gestell eines Wagens:
der herwagn / der den künec solde tragn ─ / daz gatr und
daz gestelle was / silber wîz lieht als ein glas RvEAlex
5443;
dô hiez der künic Nerô / bereiten einen wagen dô, / der
was aller silberîn. / die schîben wâren guldîn / und daz geriht
[La. gestelle, vgl.
2gerihte
2
] gemeine. / mit edelm gesteine / was daz
geriht [La. gestelle
] beleit
EnikWchr
23237
1.3
hierher wohl auch, im weiteren Sinne einer Ablage ‘Kiste,
Truhe’
theka: kaste, gestelle VocOpt
8.005
2
Arm-/ Handhalterung, mit der man den Schild in Stellung bringt (vgl.
armgestelle
und Schultz, Höf. Leben, 2,72):
die [Schilde] wurden ouch alsô gar / unz anz
gestelle zeslagen, / daz si ir niht mêre getragen / vor den armen mohten / und in ze
wer niht tohten Er
9142;
er stach ir einen [einem von
ihnen] ûf den schilt, / daz daz gestelle gar zerbrach / und man den
schilt vallen sach / verre und der man gesaz UvZLanz
6385;
En
5760
3
‘Beschaffenheit, Aussehen, Zustand’ (vgl.
gestalt
1.3 und DWB, 4,1, 2,4221):
wer in einen spiegel sehen well, / der sech nur in der werlt
gestell. / alle dw werlt mit iͤr sach / ist als ein
vaym [Schaum] in einem pach Teichn
22,54;
in grozer andacht si enphienc / von meister Cunrade / zu dugentlicher gnade /
in grozer odmudekeit / ein hertes unde ein smehes cleit, / an gestelle dunkelvar /
unde an gulde snode gar Elis
6805
4
‘Nachstellung’ (vgl.
stellen
‘nachstellen’):
do [am Kreuz] die menscheit wider
quam / zu ir rechten vrilichen art / und der tuvel geschelket wart, / der mit
spen [l. spæhen
] gestellen / zu der tiefen
hellen / den menschen dachte vorsenken HeslApk
19621
MWB 2 595,25; Bearbeiterin: Baumgarte |